Beiträge von Buchdoktor

    7.5.2020


    Ein philosophischer Roman über die Frage, wie man Erkenntnisse gewinnt und die richtigen Entscheidungen trifft.

    Eine junge Frau steht vor einer lebensverändernden Entscheidung und stellt sich deshalb die Frage, wie man eigentlich Erkenntnisse gewinnt. Sie überdenkt ihre eigene Situation und die ihrer Mutter und Großmutter, betrachtet aber auch die Erfolge berühmter Wissenschaftler, um so zu verstehen, was das Leben eigentlich ausmacht und wie man voneinander lernen kann. Will ich ein Kind? Will ich es jetzt? Was gibt dem Leben Bedeutung? Die Ich-Erzählerin versucht, im Leben ihrer verstorbenen Mutter und ihrer Großmutter, die Psychoanalytikerin war, Antworten auf diese essenziellen Fragen zu finden. Auf der Suche nach einem Muster, das sich auf ihr eigenes Leben übertragen lässt, nimmt sie Wendepunkte im Leben wichtiger Persönlichkeiten der Medizingeschichte in den Blick: Röntgen und seine Entdeckung der X-Strahlen, Sigmund und Anna Freud und ihre Entwicklung der Psychoanalyse sowie John Hunter, der die Anatomie erforschte. Wie fällt man rationale Entscheidungen, wenn man die emotionalen Konsequenzen nicht absehen kann? Kann man aus der Geschichte und den Errungenschaften anderer lernen und für das eigene Leben Schlüsse ziehen? Die Autorin, für ihre Erzählungen mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, erkundet in ihrem ersten Roman auf höchstem Niveau die Angst, folgenreiche Fehler zu machen.

    Dunja lebt mit ihren zwei Kindern und deren Vater in der Großstadt, ihre Zwillingsschwester Saphie in einem kleinen Dorf an der ehemals deutsch-deutschen Grenze. Als der Zufall auf irrwitzige Weise zuschlägt und innerhalb kurzer Zeit die Männer der beiden sterben, nähern die Schwestern sich einander wieder an. Dunja zieht in Saphies Hotel und damit zurück in die Welt ihrer Kindheit. Die Geschichte zweier sehr verschiedener Frauen und über die menschliche Fähigkeit, sich immer wieder neu erfinden zu können.

    Ein Generationenroman aus dem ehemaligen Grenzgebiet, der alte Geschichten, Geheimnisse und Lügen zutage fördert und gleichsam ein Vergeben der Vergangenheit und Annehmen der Gegenwart ermöglicht.

    Als Tiziano Terzani erfährt, dass er an Krebs erkrankt ist, begibt er sich auf seine letzte große Reise. Ihn interessiert das große Ganze: die Frage, was ihn krank gemacht hat, der Zusammenhang zwischen Körper und Geist. Auf der Suche nach Heilung führt ihn sein Weg schließlich in die Abgeschiedenheit des Himalaja – zu sich selbst und den Grundfragen der menschlichen Existenz.

    Wir alle sind auf der Suche nach Glück - doch was macht Glück eigentlich aus? Sind es Reichtum, Liebe, Gesundheit? Ist es ein toller Job? Viel Freizeit? Das Paradoxe bei unserer Suche: Je angestrengter wir versuchen, etwas Glück zu erhaschen, desto mehr scheint es sich uns entziehen. Muho lädt den Leser ein, sich gemeinsam mit ihm die Frage nach dem Wie eines erfüllten Lebens neu zu stellen, und veranschaulicht mit Hilfe vieler Beispiele aus dem Alltag des Zenklosters Antaiji, wie uns die Praxis des Zen bei der Beantwortung dieser Frage helfen kann.

    Nachdem er einen Fernsehfilm sah, der von einem chinesischen Mönch berichtete, hat der elfjährige David nur einen Traum: Er möchte sofort nach China reisen. Sein Traum erfüllt sich – der deutsche Junge lebt ein Jahr unter den Mönchen und Novizen des berühmten Klosters Shaolin, in dem die uralten chinesischen Kampfkünste gelehrt werden. Das Buch gibt den ganz persönlichen Bericht einer Mutter wieder, die ihren Sohn liebt und versteht, die seinen Traum unterstützt und ermöglichen will, aber dennoch mit ihren Ängsten zu kämpfen hat: Die Erlebnisse in China, die unbeschreibliche Gastfreundschaft und die völlig andersartige Lebensweise sind in diesem Buch so anschaulich beschrieben, daß der Leser das Gefühl bekommt, David und seine Familie auf der Reise zu begleiten. Das Buch schlägt eine leicht gangbare Brücke zwischen dem faszinierend fremden Land und der westlichen Lebensweise.

    Der als Kriminalschriftsteller berühmt gewordene Janwillem van de Wetering hat eineinhalb Jahre in der Askese eines Zen-Klosters verbracht. «Seine oft genug körperlich schmerzhaften Erlebnisse mit der Zen-Meditation, der ernüchternde, auch von Lausbubengehabe durchzogene Alltag im Kloster und die Schlussfolgerungen, die schließlich zum Abbruch seiner Studien führten, sind auf eine Weise geschildert, die so ganz ohne beweihräuchernde Stimmungsmache auskommt.»

    Liebe Mitlesende,


    habt Ihr Lesetipps über klösterliches Leben, Ordensleben ...


    Danke schon vorab

    Dazu wäre es sinnvoll, anzugeben, ob du theologischer Laie, Student o. ä. bist, dass du in deiner virtuellen Bibliothek hier die bereits gelesen Bücher kennzeichnest und konkretisierst, um welche Religion es sich eigentlich handelt. Du suchst vermutlich keine allgemeinen Lesetipps, sondern konkrete!?

    gratis


    In ›Wölfe‹ und ›Falken‹ hat Hilary Mantel die opulente und grausame Welt von Henry VIII. und Thomas Cromwell zu glanzvollem Leben erweckt. Sie hat Leser, Kritiker und Juroren begeistert und zahlreiche Auszeichnungen, u.a. zweimal den Booker Preis, erhalten. Weltweit wurden mehr als 5 Millionen Bücher verkauft.

    In diesem Booklet erfahren Sie, was bisher geschah, Sie lernen die Hauptfiguren und die wichtigsten Themen kennen und können so hinter die Kulissen schauen.

    Damit ist die Bühne bereit für ›Spiegel und Licht‹, den neuen Roman, der im März 2020 erscheint: Nach Henrys 3. Ehe mit Anne Boleyn erlangt Thomas Cromwell Reichtum, Ansehen und beispiellose Macht. Doch wie lange wird sich der Sohn eines Schmieds in der jahrhundertealten Welt der Aristokratie halten können?

    23.5.


    Eine Weltgeschichte weiblicher Macht und Ohnmacht

    Seit jeher erzählen sich die Menschen Geschichten, über Götter, das Leben, den Ursprung der Welt und ihre Körper. Mineke Schipper zeigt, wie sich Mythen und Legenden, Kunst und Wissenschaftstraditionen auf den weiblichen Körper ausgewirkt haben und was sie über die Jahrtausende aus ihm gemacht haben. Ein ebenso aufschlussreicher wie unterhaltsamer Einblick in die Vorbedingungen der Gender-Debatte.




    Klappentext/Verlagstext

    Von Weltreisen und verschollenen Erinnerungen. Vom Aufbruch aus einem fränkischen Dorf nach New York. Von einer unwahrscheinlichen Liebesgeschichte und der Kalkulierbarkeit des Glücks: Der erste Roman von Hanns Zischler, dem Meister einer so schnörkellosen wie schwebenden Prosa.

    War es Fernweh, war es Liebesleichtsinn, der die 17jährige Pauline 1899 aus ihrem fränkischen Dorf ins ferne New York ausbüxen ließ? Was hat damals den welterfahrenen Max dazu getrieben, ihr die enorme Summe von 2000 Goldmark zu geben und sie für gut zwei Jahre ganz allein in so weite Ferne zu schicken? Woher nahm er die Gewissheit, dass Pauline nach ihrer Rückkehr genau die richtige Gefährtin für seine ausgedehnten Reisen sein würde, die beide dann tatsächlich um die halbe Welt unternahmen – durchs Innere Asiens bis zur Halbinsel Kamtschatka? Sechzig Jahre später wird Pauline von der liebesenttäuschten jungen Elsa besucht, die sie in der Nachkriegszeit als Kind »per Brief adoptiert« hat. Gemeinsam durchwandern die beiden Frauen im Gespräch das tiefe Labyrinth von Paulines bis dahin verschollenen Lebensaugenblicken. Sie weben die bunten Fäden einer verloren geglaubten Zeit mit Hilfe von Briefen, Fotos, Notizen und Gedichten zu einem Stoff, dessen Muster erst nach und nach erkennbar wird.


    Der Autor

    Hanns Zischler, Jahrgang 1947, Schriftsteller, Fotograf und Schauspieler. Seine Forschungsarbeit Kafka geht ins Kino (1996) wurde in viele Sprachen übersetzt und 2017 bei Galiani neu aufgelegt. Bei Galiani erschienen außerdem von Hanns Zischler Der Schmetterlingskoffer (2010, gemeinsam mit Hanna Zeckau), Berlin ist zu groß für Berlin (2013), Die Erkundung Brasiliens (2013, gemeinsam mit Sabine Hackethal und Carsten Eckert) und Das Mädchen mit den Orangenpapieren (2014).


    Inhalt

    Als die Studentin Elsa in einer persönlichen Krise mit ihrer Nenntante telefoniert, lädt die sie kurz entschlossen in ihr Dorf bei Treuchtlingen ein. Von Nürnberg aus wäre es mit der Bahn doch nicht weit. Zwischen Elsa und Pauline Lassenius liegen rund 60 Jahre Altersunterschied, die kinderlose Pauline nahm die verwaiste, damals 8-jährige Elsa einmal spontan in den Ferien bei sich auf und seitdem hatten die beiden Frauen miteinander korrespondiert. Durch diese Einladung in den 60ern des vorigen Jahrhunderts erhält Elsa - ohne es damals zu wissen - die letzte Gelegenheit vor Paulines Tod, von deren ungewöhnlichem Lebensweg zu erfahren. Pauline ist 1882 geboren; Mädchen ihres Jahrgangs wurden normalerweise mit 13 Jahren als Hausmädchen in einen Bürger- oder Bauernhaushalt gegeben. Die ungewöhnlich wissbegierige Pauline lernt jedoch Max kennen, der von seinen Pelzhändler-Vorfahren einen ebenfalls ungewöhnlichen Abenteuerhunger erbte. Bevor aus Pauline und Max ein Paar wird, reist Pauline 1899 allein nach New York, wo sie im Botanischen Garten der Bronx die Botanik als eigenes, von Max Interessen unabhängiges Fachgebiet entdeckt. Max wurde von seiner Neugier zu den Bewohnern der kanadischen Pazifikküste und nach Kamtschatka getrieben; später lebte das Paar jahrelang in Schweden. Die Lücken in den Lebensläufen des Paars, die zunächst zwischen der Reise nach New York und der Rückkehr der beiden Abenteurer in Paulines Heimat zu klaffen scheinen, füllen sich allmählich durch Paulines Erinnerungssplitter, Briefe, Fotos und Artefakte aus aller Welt.


    Natürlich habe ich mich - gerade wegen des großen Altersunterschieds - gefragt, wie die erwachsene Elsa inzwischen zu Pauline stand und ob sie den historischen Wert von Paulines persönlichem Nachlass überhaupt erkennen konnte. Elsa dient in erster Linie als Stichwortgeberin für Pauline und Projektionsfläche für Episoden aus deren Leben, damit am Ende alle Rätsel aufgelöst werden können und sich der Kreis von Paulines Leben schließen kann. Es geht im Roman u. a. um die deutsche Nachkriegsgeschichte, um den geografischen Punkt „Treuchtlingen“ auf der Landkarte, um Briefe, Fotografie, Film und Museumsstücke aus der Zeit um 1900. Hanns Zischler erzählt in einer für die Zeit passenden Sprache und richtet sich damit an Leser, die von Begriffen wie Plafond, Perron, Kontor, Chaussee oder Entourage nicht überfordert sind. Max, Pauline und ihre Zeitgenossen verfügten über ungewöhnliche Fachkenntnisse, die durch das Erzählen Wertschätzung erhalten, ehe sie in Vergessenheit geraten.


    Fazit

    Nicht immer war mir in der eBook-Version klar, welche der beiden Icherzählerinnen gerade das Wort ergreift. Das mag in der Printausgabe besser gelöst sein. Leider verrät der Klappentext bereits zu viel von dem, was sich erst zum Ende der Handlung ergeben wird. Wer sich für Briefe und Erinnerungsstücke vergangener Generationen interessiert und sich mit der sehr blassen Stichwortgeberin Elsa abfindet, kann hier in ein ungewöhnliches Frauenleben vor 120 Jahren blicken.


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