Die Ergebnisse der Leserlieblinge-Wahl im BücherTreff

Beiträge von SaBineBe

    Eine warmherzige Geschichte um den Wert der Freundschaft

    Ana's Leben, so wie sie es sich vorgestellt hat, steht vor dem Aus. Mit dem Job in einem Kölner Start-Up Unternehmen klappt es in letzter Minute doch nicht. Doch davon war ihre Chance auf einen weiteren Aufenthalt in Deutschland abhängig. Nun droht die Ausländerbehörde damit sie und ihre beiden Söhne nach Serbien abzuschieben. auch der Vater der beiden Jungen ist keine Hilfe. Er hat Ana noch vor der Geburt sitzen lassen und hat ein Engagement als Musiker in den USA angenommen. Seither hat Ana nichts mehr von ihm gehört. Zum Glück hat Ana aber noch gute Freunde, die darum kämpfen, dass Ana mit ihren Kindern in Deutschland bleiben darf.

    Sylvia Deloy hat hier eine wunderbar leichten romantische Geschichte zu Papier gebracht, die einem zu Herzen geht. Nicht nur, dass das Thema der drohenden Abschiebung durchaus aktuellen Charakter hat. Auch die einzelnen Personen sind mit soviel Liebe dargestellt, dass man sie einfach mögen muss. Selbst für den "ekligen" Beamten der Ausländerbehörde muss man am Ende ein wenig Sympathie aufbringen. In einem lockeren und leicht lesbaren Schreibstil zeigt die Autorin den Wert der Freundschaft, und dass man sich auch manchmal auf Menschen verlassen kann, von denen man es anfangs nicht gedacht hat.

    Eine Geschichte, bei der einem warm ums Herz wird, und die man am liebsten gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Durchaus gelungener romantischer Schauerroman

    1939 stehen die Wirren des Zweiten Weltkrieges kurz bevor, und das Londoner Natural History Museum muss seine Sammlungen in Sicherheit bringen. Da kommt das Angebot, die Säugetiersammlung in Lockwood Manor unterzubringen gerade recht. Doch das alte Herrenhaus ist nicht nur in die Jahre gekommen, es droht zusehends zu verfallen. Und Hetty, die die Sammlung im Auftrag des Museums begleitet, muss schnell feststellen, dass sie alles andere als willkommen ist auf Lockwood. Schon in den ersten Tagen verschwinden Teile der Exponate, andere werden nachts immer wieder verstellt, teilweise sogar beschädigt. Einzig Lucy, die Tochter des Hauses, die erst vor kurzem ihre Mutter und ihre Großmutter bei einem mysteriösen Unfall verloren hat, freut sich über die Anwesenheit von Hetty und der Sammlung. Doch wird schnell klar, dass nicht nur der despotische Major Lockwood etwas zu verbergen hat, sondern auch die restlichen Bewohner des Herrenhauses. Auch das Haus selbst scheint seine Geheimnisse zu haben. Oder wie sonst sind die nächtlichen Geräusche, die Schreie und die umherwandelnden Schritte zu erklären? Gemeinsam mit Lucy versucht Hetty diesen Geheimnissen auf die Spur zu kommen. Dabei nähern sich die beiden jungen Frauen einander immer weiter an.
    Sehr schnell entwickelt dieser Roman eine Atmosphäre, die einen durch das komplette Buch hindurch nicht wieder loslässt. Als Leser fühlt man sich ein bisschen an die alten englischen Schauerromane erinnert, die mit einem subtilen Grauen und Horror daher kommen, den man nicht wirklich greifen kann. Untermalt wird dies durch die eingestreuten Kapitel, in denen der Leser immer wieder ein wenig aus Lucys Vergangenheit, ihrer Gedankenwelt und ihren Albträumen erfährt.
    Auf der anderen Seite stehen die übrigen Bewohner von Lockwood Manor, die alle irgendwie ihre Geheimnisse haben, die aber lange Zeit nicht ans Licht kommen. Nur durch Andeutungen kann sich der Leser ein wenig zusammenreimen.
    Etwas Auflockerung erfährt die Geschichte durch die Beschreibungen der Sammlung aus dem Museum, der sehr viel Liebe gewidmet wird, ganz so, wie Hetty sie für „ihre“ Tiere auch empfindet.
    Alles zusammen treibt die Spannung auf einen kleinen Höhepunkt zu, der viele Auflösungen bringt, und schließlich in einem doch etwas überraschenden Ende mündet.
    Bis auf einige wenige Längen im Laufe der Geschichte eine gelungener Roman, der sicher seine Anhänger finden wird. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Gut gemachter Thriller mit aktuellen Bezügen

    Nora Dahn ist Personenschützerin. Ihr neuer Fall führt sie zu Kim Bergström. Eigentlich soll sie die junge Frau nur in ihren Urlaub an einem Bergsee begleiten. Doch was so einfach erscheint, entpuppt sich schon sehr bald als eine Herausforderung, die auch Leben kosten kann. Als Nora bemerkt, dass mit Kim und ihrer Begleiterin, einer Psychiaterin, einiges im Argen liegt, ist es bereits zu spät, um sich aus dem Auftrag zurück zu ziehen.
    Hier ist ein Thriller gelungen, der geschickt eine erdachte Story mit geschichtlichen und aktuellen Fakten kombiniert. Unter anderem werden hier auch die rechtsradikale Szene und die Flüchtlingssituation angesprochen und verarbeitet.
    Die Personen, die diese Geschichte tragen, sind alle fein ausgearbeitet, und der Leser kann sie bei ihrer Entwicklung durch die Story verfolgen. Auch solche Personen, die dem Leser nicht unbedingt sympathisch sind, werden dennoch mit der nötigen Tiefe versorgt, so dass man mehr von ihnen erfahren möchte.
    Auch die Handlung ist geschickt aufgebaut und entwickelt einen kontinuierlichen Spannungsbogen. Immer wieder werden Fährten gelegt, die den Leser in eine falsche Richtung laufen lassen. Dadurch kommt die Auflösung zum Schluss dann auch entsprechend unerwartet.
    Die tollen Figuren, allen voran die etwas unkonventionelle Nora Dahn, und die Handlung haben mich dieses Buch innerhalb weniger Tage beinahe am Stück durchlesen lassen. Daher gibt es von meiner Seite aus eine absolute Leseempfehlung. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Spannend und verwirrend, hält einen in Atem

    Nachdem Leah in ihrem alten Job als Journalistin Mist gebaut hat, verlässt sie Boston, und fängt gemeinsam mit ihrer Freundin Emmy ein neues Leben in einem alten Haus auf dem Land an. Dort arbeitet sie nun als Lehrerin. Während Leah tagsüber zur Arbeit muss, arbeitet Emmy hauptsächlich nachts, so dass die beiden sich selten über den Weg laufen. Doch plötzlich muss Leah feststellen, dass Emmy wohl schon seit einigen Tagen nicht mehr zu Hause war. Kurz danach taucht eine schwer verletzte Frau auf, die Leah zum Verwechseln ähnlich sieht. Ab diesem Zeitpunkt überschlagen sich die Ereignisse.

    Die Autorin schafft es sehr schnell einen Spannungsbogen aufzubauen, der fast das ganze Buch hindurch anhält. Erzählt wird aus der Perspektive von Leah, bei der es auch immer wieder zu Rückblicken in die Vergangenheit kommt. Schnell beginnt sich der Leser zu fragen, wer Emmy wirklich ist, oder ob sie überhaupt real existiert oder doch nur in Leahs Fantasie. Auch die unterschiedlichen Fährten, die die Autorin sehr geschickt immer wieder in eine andere Richtung laufen lässt, als man es als Leser erwartet hätte, machen einen großen Teil der Spannung in diesem Buch aus. Dadurch hat mich dieses Buch an jede Seite gefesselt, bis ich endlich am Ende angelangt war.
    Auch wenn es dann am Ende zu einigen kleinen Längen und Sprüngen kam, gibt es von mir mit winzigen Abzügen eine klare Leseempfehlung für dieses Buch. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Dieses Buch hat mich alle Gefühlsstadien durchleben lassen


    Turtle lebt abgeschieden in der Nähe einer Kleinstadt allein mit ihrem Vater Martin in beinahe schon heruntergekommenen Verhältnissen. Nach dem Tod seiner Frau hat er sich voll und ganz auf seine Tochter konzentriert. Aber diese Vaterliebe hat schon obsessive Züge angenommen. Nicht nur, dass er Turtle, außer dass sie zur Schule geht, fast vollständig von der Außenwelt abkoppelt, er lehrt sie den Umgang mit Waffen und missbraucht sie in jeglicher Hinsicht. Erst als Turtle die Bekanntschaft mit Jacob macht, beginnt sie zu realisieren, dass ihr Leben auch anders sein könnte. Aber Martin ist nicht bereit Turtle gehen zu lassen. Es entbrennt ein Kampf ums Überleben.

    Dieses Buch zu beurteilen fällt mir nicht leicht, obwohl ich ihm volle fünf Sterne zugestehe. Schon vom ersten Kapitel an hat mich dieses Buch mit einer Wucht getroffen, die ich bis dato keinem Buch zugetraut hätte. Der Leser wird hier mit allen Ausformungen der Grausamkeit konfrontiert, die man einem Kind sowohl in physischer als auch psychischer Hinsicht antun kann. Und das alles in einer so bildgewaltigen Sprache, dass es einem beinahe die Luft nimmt. So kam es denn auch, dass ich schon nach dem ersten Kapitel das Buch erst einmal beiseitegelegt und mir überlegt habe, ob ich den Rest wirklich lesen will. Denn der Leser wird ohne große Vorgeschichte oder Einführung direkt in Turtels Leben geworfen. Etwas aufgehoben werden die detaillierten Grausamkeiten dadurch, dass auch die schönen Seiten, wie die Natur, eben auch sehr bildlich ausgearbeitet sind. So kommt man nicht auf den Gedanken, der Autor hätte hier nur einen brutalen und reißerischen Roman schreiben wollen.

    Beschrieben wird die ganze Situation nicht aus der Sicht von Turtle, wie man vermuten könnte, sondern aus Sicht eines beinahe schon neutralen Beobachters. Man hat wirklich den Eindruck, man wäre mit Turtle und Martin zusammen in dem Haus. Und so kam es denn auch immer wieder vor, dass ich das Bedürfnis hatte Turtle zu sagen: Mensch, Mädel, merkst du nicht, dass das nicht normal ist? Ich war auf jeder Seite hin und her gerissen zwischen Bewunderung Turtle gegenüber, Trauer, Unverständnis und Wut. Ein solches Gefühlserlebnis hatte ich bisher noch nicht bei einem Buch.

    Es fällt schwer, mehr über dieses Buch zu schreiben ohne zu spoilern. Aber es ist definitiv kein leichtes Buch. Wer nur schwer mit dem Thema Misshandlung und Gewalt umgehen kann, der sollte es vielleicht besser nicht lesen. Wer jedoch damit umgehen kann, der wird ein Leseerlebnis der besonderen Art haben. Mich jedenfalls wird dieses Buch so schnell nicht wieder aus seinen Fängen entlassen. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Ein wundervolles Buch über die gemeinsame Geschichte von Mensch und Biene

    In Form eines Jahresüberblickes in Monatsabschnitten erzählt die schwedische Journalistin und Hobbyimkerin Lotte Möller über Bienen. Dabei beschränkt sie sich nicht allein auf wissenschaftliche und biologische Fakten. Sie findet auch Platz und Zeit für Einblicke in die gemeinsame Geschichte zwischen Bienen und Menschen und das Zusammenleben. Ebenso tauchen auch kleine Anekdoten auf, die das Buch wunderbar abrunden. In einem zweiten Kapitel berichtet die Autorin über die aktuelle Situation der Bienen, die dank uns Menschen alles andere als rosig aussieht.
    Der Text ist wunderbar verständlich abgefasst und wird an keiner Stelle langweilig. Durch die gelungene Mischung aus Wissenschaft, Geschichte und Anekdoten lässt sich das Buch sehr zügig lesen, da der Inhalt einfach nur Spaß macht. Als tolle Ergänzung hat die Autorin wundervolle und auch erklärende Abbildungen mit eingefügt, so dass hier ein rundes Werk über Bienen erschienen ist, dass auch ruhig noch ein paar Seiten länger hätte sein können.
    Ein Hinweis am Ende auf weitere Literatur bietet die Möglichkeit, die Informationen noch ein wenig zu vertiefen. Nur schade, dass es sich hier ausschließlich um schwedische oder englische Literatur handelt.
    Für alle, die sich für Bienen interessieren ein absolutes Muss. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Wenn Schönheit nicht alles ist

    Conni kehrt nach zwei Jahren zu Weihnachten in ihren Heimatort Wetterbach zurück. Ihre Rückkehr ist mehr oder weniger der letzte Ausweg, nachdem sie sich von ihrem Freund getrennt hat und ohne Wohnung, ohne Job und ohne Geld dasteht. Und niemand scheint sich wirklich darüber zu freuen, dass sie zurück ist. Ihre Mutter ist inzwischen ein Pflegefall. Und ihre Schwester Marion ist mit Connis Jugendliebe zusammen. Auch auf dem Klassentreffen wird schnell klar, dass Conni alles andere als beliebt ist. Und schon bald bekommt sie einen Brief, in dem ihr gedroht wird. Entweder sie verlässt Wetterbach, oder sie erleidet das gleiche Schicksal wie Irene, die drei Jahre zuvor in der Weihnachtszeit verschwand.
    Leider konnte ich von Anfang an nicht wirklich Sympathie mit Conni entwickeln. Dazu macht sie einen zu überheblichen und arroganten Eindruck. Und diese Einstellung, die tollste und beste zu sein, äußert sie auch immer wieder. So gesehen, kann man sich eher mit den Nebenfiguren identifizieren, die sich nicht über Connis Rückkehr freuen. Das ist mal eine interessante Entwicklung, wie ich finde, da man sich sonst eher mit der Hauptperson verbündet.
    Insgesamt ist eine interessante und unterhaltsame Geschichte entstanden, die sich dank des angenehmen Schreibstils zügig lesen lässt. Wer hier allerdings einen super spannenden Krimi erwartet, der wird wahrscheinlich enttäuscht werden. Für mich war es jedoch genau die leichte Zwischendurchlektüre und ein etwas anderer Weihnachtskrimi, der mit dennoch Spaß gemacht hat. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Wenn einer jemanden kennt, der wen kennt, der weiß……


    Joanna zieht mit ihrem Sohn Alfie in eine Kleinstadt am Meer. Doch so sehr sie sich auch bemüht, sie und ihr Sohn finden nicht recht Freunde in der neuen Stadt. Da kommt ein Gerücht gerade recht. In der kleinen Stadt soll bisher unerkannt die Kindermörderin Sally McGowan leben. Kaum im Vorbeigehen aufgeschnappt, erzählt Joanna das Gehörte im Buchclub. Und so macht das Gerücht denn auch die Runde. Schnell sind Verdächtige gefunden, Menschen werden terrorisiert, Scheiben eingeschlagen. Bei ihrem Versuch, die Folgen des Gerüchtes zu mindern, schlittert Joanna immer tiefer in die Angelegenheit hinein und muss irgendwann erkennen, dass sie damit auch sich und ihre Familie in Gefahr bringt.

    Die Geschichte beginnt eigentlich relativ harmlos, indem ein Gerücht gestreut wird, das sich aber schon auf den ersten Seiten schnell verselbständigt. Mit jedem Kapitel baut sich hier die Spannung immer weiter auf, so dass man sich als Leser der Geschichte nicht mehr entziehen kann. Man fliegt förmlich durch die Seiten, um endlich zu erfahren, was hinter dem Ganzen steckt. Und nach und nach ergeht es dem Leser genau wie Joanna. Man hat immer eine neue Person, die man verdächtigt Sally McGowan zu sein, um dann seine Meinung doch wieder revidieren zu müssen. Bis hin zu einer Auflösung, mit der ich so gar nicht gerechnet hätte.

    Die einzelnen Personen, auch die Nebenfiguren, wurden so fein heraus gearbeitet, dass man ihnen in ihrem Handeln und Denken gut folgen konnte. Auch der Schreibstil tut sein Übriges dazu, dass man dieses Buch sehr flüssig lesen kann.

    Hier ist ein Debüt auf dem Thrillersektor erschienen, dass neugierig macht auf die kommenden Werke der Autorin. Ich freue mich schon auf ihren nächsten Thriller, der hoffentlich bald kommt, und werde sie in jedem Fall im Auge behalten. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: :applause:

    Leichte Sommerlektüre

    Bei dem vorliegenden Buch handelt sich um den zweiten Band der Reihe um die kleine Sommerküche am Meer.
    Flora lebt zusammen mit ihrem ehemaligen Chef Joel auf der schottischen Insel Mure. Dort hat sie Annies Küche übernommen. Doch nicht nur die beiden und die Sommerküche liegen im Focus der Geschichte. Vielmehr laufen hier mehrere kleine Geschichten um die Bewohner der Insel zusammen. Hier kommen noch syrische Arzt Saif hinzu, der nicht weiß, was auf der Flucht aus seiner Familie wurde.
    Nach und nach kommen kapitelweise noch andere Inselbewohner hinzu. Vielleicht liegt es daran, dass ich den ersten Band nicht gelesen habe, aber irgendwann habe ich den Faden verloren. Und trotz mehrerer Anläufe dem Buch doch noch eine Chance zu geben, habe ich nicht wirklich in die Geschichte hinein gefunden. Die Story konnte mich nicht abholen, obwohl ich das Cover sehr schön und den Klappentext vielversprechend fand. Im kommenden Sommer werde ich vielleicht erst mal mit Band 1 starten und schauen, wie es sich entwickelt. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Zum Verlieben schön, macht aber auch nachdenklich

    Stella steht vor den Scherben ihres Lebens: Ehe gescheitert, Job weg, keine Wohnung. In diesem Zustand lernt sie den siebzigjährigen Literaturprofessor Balthasar kennen. Er bietet ihr an ein paar Wochen seine Begleiterin auf einem Kreuzfahrtschiff zu sein. Einzige Bedingung: sie darf keine Fragen zu seiner Vergangenheit stellen. Zunächst genießt Stella ihre Zeit an Bord des Schiffes. Doch nach und nach muss sie sich eingestehen, dass ihr Leben nicht so war, wie es ihr schien. Und in den gemeinsamen Gesprächen mit Balthasar, der seine Kabine während der Reise kaum verlässt, ahnt sie immer mehr, dass ihr Gönner nicht der ist, der er vorgibt zu sein. Gemeinsam müssen sich beide ihrer Vergangenheit und auch ihrer Zukunft stellen.

    Die Autorin beschreibt in einer einfachen, aber nicht langweiligen Sprache die Begegnung von Stella und Balthasar. Amüsante wie ernste Situationen halten sich hier ausbalanciert die Waage. Zusammen mit den allabendlichen Gesprächen zwischen den beiden, ist ein wundervolles Buch über Begegnungen, Verlust, Neuanfang und Selbstreflexion entstanden, das man geradezu verschlingt, sobald man mit lesen begonnen hat. Es wird an keiner einzigen Stelle langweilig.

    Für mich ein Buch, das auf meiner Favoritenliste für 2020 ganz oben landen wird. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Cornibus, ein Hausdämon zum Verlieben

    In der Hölle gibt es wieder kurz vor Feierabend zu viel Arbeit. Diesen Stress mag der Höllen-Chef überhaupt nicht. Da kommt die Sendung über die unerforschte Unterwelt auf RTHell genau richtig. Aktuelles Thema: die Entwicklung der Hausdämonen. Als Anschauungsobjekt und Berater dient Cornibus, der Hausdämon des Höllen-Chefs.

    Jochen Till und Raimund Frey haben hier ein Comicbuch für Kinder ab zehn Jahren geschrieben und gezeichnet. Schon der erste Blick auf das Cover lässt sich den Leser in Cornibus verlieben. Mit seinen Glubschaugen und seinem breiten Lächeln erscheint er allersüßt; auch wenn sich bald herausstellt, dass Cornibus auch sehr ungehalten werden kann, vor allem, wenn es keine Schotzolade gibt.
    Während der Buchumschlag schön bunt und der Buchschnitt in knallrot gehalten sind, kommen die Zeichnungen im Innenteil in schwarz-weiß daher. Aber das macht nichts. Es tut der Geschichte keinen Abbruch. Und schließlich ist es in der Hölle ja auch nicht unbedingt rosig und bunt.
    Die Zeichnungen zusammen mit dem lustigen Text ergeben eine gelungene Mischung, die durchaus Lust auf mehr macht.

    Der Verlag hat mit LoeweWOW! ein neues Konzept entwickelt, um auch Wenigleser und Lesemuffel wieder an Bücher und Lesen heranzuführen. Ob das Konzept aufgeht, wird man sehen müssen. Ich würde es der Reihe in jedem Fall wünschen! :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Die feine Art des Horsemanship und der Weg zu mehr Mut

    Nala ist dreizehn Jahre alt und verbringt ihre Sommerferien auf einem Reiterhof in Frankreich. Da sie sehr unsicher und in sich gekehrt ist, hat sie es mit den anderen Kindern auf dem Hof von Anfang an nicht leicht und wird schnell zum Opfer von zum Teil bösen Streichen. Nach einem solchen Vorfall zieht sich Nala in den Wald zurück und entdeckt einen alten Steinkreis. In diesem steinkreis verschwimmen schnell Wirklichkeit und Traumwelt. Nala lernt eine Schamanin kennen, die ihr mit Hilfe einer Mustangherde den sanften Umgang mit Pferden und neue Wege, deren Vertrauen zu gewinnen, zeigt. Nach und nach entwickelt Nala dadurch auch mehr Selbstbewusstsein und kann schließlich sogar den anderen Kindern auf dem Hof eine Hilfe sein.

    Die Autorin hat hier ein Buch geschrieben, das sich an eine Leserschaft ab 10 Jahren richtet. Aber auch ältere Kinder und vielleicht auch Erwachsene können daraus viele Informationen ziehen. Nicht nur der sanfte Umgang nach Art des Horsemanship werden hier in einem leicht und angenehm lesbaren Schreibstil thematisiert sondern auch der Umgang mit sich selbst. Gerade viele Jugendliche, die ähnliche Situationen erleben mussten wie Nala, werden hier viele Hilfen finden können, um zu lernen sich selbst mit anderen Augen zu sehen.
    Abgerundet wird dieses wundervolle Buch durch eingestreute Zeichnungen, die sowohl durch ihre Darstellung als auch durch ihre Qualität bestechen.
    Ein rundum gelungenes Buch nicht nur für Jugendliche und nicht nur für Pferdefans. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Ein Thriller, der einen an jede Seite fesselt

    In den Rocky Mountains stürzt ein Flugzeug ab. Beide Insassen kommen ums Leben. Zumindest gehen die Behörden davon aus. Doch Ally hat überlebt. Nun ist sie auf der Flucht. Denn in den Bergen ist noch jemand unterwegs, der ihr nach dem Leben trachtet.
    Auf der anderen Seite der USA muss Maggie sich mit dem vermeintlichen Tod ihrer Tochter auseinandersetzen, zu der sie seit zwei Jahren keinerlei Kontakt mehr hatte. Ungläubig stellt sie Nachforschungen an, und muss erkennen, dass ihre Tochter sich in den vergangenen Jahren sehr verändert hat. Je weiter sie nach der „neuen“ Ally forscht, desto tiefer gerät sie in eine Intrige um Macht, Geld und Einfluss, und muss schließlich um ihr eigenes Leben fürchten.

    Hier handelt es sich um den Debütroman von Jessica Barry. Und um es vorweg zu nehmen: er ist mehr als gelungen.
    Die Autorin hält sich nicht mit einer Vorgeschichte auf, sondern wirft ihre Leser quasi direkt in die Handlung und damit in den Absturz in den Bergen hinein. Erst nach und nach erfahren wir Ally’s Geschichte und den Grunde für den Flug und den Absturz. In zwei Handlungssträngen erzählt die Autorin die haarsträubende Geschichte aus Sicht von Ally und von ihrer Mutter Maggie. Dabei kommt es am Ende der einzelnen Kapitel immer wieder zu kleinen Cliffhangern, die einen förmlich dazu zwingen weiterzulesen. Auch wenn der Schreibstil nicht actiongeladen ist, so musste ich an einigen Stellen doch manchmal etwas schlucken. Action, Spannung und neutrale Erzählung finden hier ein gelungenes Gleichgewicht.
    Wer Thriller mag, der wird sich auch von „Freefall“ einen eigenen Eindruck machen müssen. Ich jedenfalls habe eine neue Lieblingsautorin gefunden und kann den nächsten Roman von Jessica Barry kaum erwarten. Mit diesem Debüt hat sie einen Start hingelegt, der großes erwarten lässt am Thrillerhorizont.:bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Auftakt einer Reihe, die viel erwarten lässt

    Nachdem Saras Vater bei einem rätselhaften Brand ums Leben gekommen ist, zieht sie nach Stockholm und schlägt sich erst mit einem Job in einem Café durch. Umständehalber muss sie in eine kleine Pension ziehen, die schon bald etwas unheimlich wird. Bald lernt Sara Bella kennen, die ihr schnell einen Job in einer Eventagentur verschafft und sie in ihrer Wohnung einziehen lässt. Auch führt sie Sara in ihren Freundeskreis ein. Alles könnte perfekt sein, wenn nicht immer wieder merkwürdige Dinge passieren würden, die Sara langsam an ihrem Verstand zweifeln lassen. Wird sie tatsächlich verfolgt, oder leidet sie unter Paranoia?

    Hier handelt es sich um den Auftakt zu einer Verschwörungsreihe, die unter anderem in der schwedischen Politik spielt.
    Der angenehme Schreibstil der Autorin macht das Buch gut lesbar. Man kommt sehr schnell in die Geschichte hinein. Auch Sara ist dem Leser schnell sympathisch, und man fiebert mit ihr mit.
    War ich anfangs noch ein wenig skeptisch, fing ich schnell an mich zu fragen, ob hier wirklich alles mit rechten Dingen zugeht, und ich war mir nicht mehr sicher, wem man hier tatsächlich trauen konnte. Auch das etwas gediegenere Tempo zu Beginn des Buches wurde zeitig durch die steigende Spannung wieder wettgemacht.
    Langsam zeigen sich politische Verwicklungen und Verschwörungen, die einige wichtige Leute mit aller Macht vertuschen wollen. Dies zeigt sich auch in den Zeitungsausschnitten, die Sara in den Unterlagen ihres Vaters findet. Ich muss zugeben, dass ich mit den Zeitungsauschnitten sehr schwer getan habe, auch wenn deren Inhalt durchaus interessant war und in jedem Fall zur Geschichte dazu gehört. Aber vielleicht liegt es auch daran, dass ich in schwedischer Politik überhaupt nicht bewandert bin. Ein anderer mag darin mehr hilfreiche Informationen finden.

    Trotz dieser kleinen „Schwierigkeiten“ handelt es sich hier um einen spannenden Einstieg in die angekündigte Trilogie, deren Fortsetzung ich in jedem Fall im Auge behalten werde. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Literaturkritik von Klassik bis Comic

    Denis Scheck hat sich in seinem Kanon hundert Büchern gewidmet, die er für bedeutend hält. Dabei handelt sich mitnichten nur um Klassiker. Nein, auch Kinder- und Jugendbücher, moderne Literatur und sogar Comics nimmt er sich vor.
    Wer Scheck aus seinen Literatursendungen kennt, weiß, dass er ehrlich sagt, was er über Bücher denkt. Wortgewandt und charmant erklärt er uns Ovids Metamorphosen, ebenso wie Lindgrens Herrn Karlsson vom Dach oder den Comic Tim und Struppi. Dabei kann es auch schon mal vorkommen, dass Shakespeares Sturm mit Raumschiff Enterprise verglichen wird..
    Für mich war die Lektüre dieses Kanons eine abwechslungsreiche Reise durch die Literatur. Und viele Klassiker, um die ich bisher einen großen Bogen gemacht habe, stehen nun auf meiner Liste der noch zu lesenden Bücher.
    Für alle, die Bücher lieben ist Schecks Kanon ein Leitfaden zu alter und neuer Literatur, ein Sprungbrett zum besseren Verständnis manch schwerer Kost oder einfach nur ein reines Vergnügen.

    Spannender Thriller mit unerwartetem Ende

    Die Geschichte beginnt mit einem Giftgas- und Sprengstoffanschlag auf ein Strandlokal in den USA. Dann folgt ein ähnlicher Anschlag auf die Berliner U-Bahn. Für die Ermittler aus Berlin stecken schnell militante Umweltschützer hinter dem Anschlag. Eine Sonderermittlungsgruppe aus den USA vermutet einen Terroranschlag aus den Reihen des Islamischen Staates. Erst als Ex-Ermittler Doering in die Untersuchungen involviert wird, kommen ganz neue Aspekte hinzu. Steckt womöglich ein Verbrecher hinter den Anschlägen, hinter dem Doering schon vor Jahren her war?
    Der Autor hat hier einen durchweg spannenden Thriller geschrieben, der einen durch immer wechselnde Perspektiven und damit auch Ermittlungsansätze an die Seiten fesselt. Dadurch, dass man manchmal auch aus Sicht des Täters kleine Informationshäppchen erhält, bekommt das Ganze noch einmal einen gewissen Schwung.
    Die einzelnen Personen sind fein heraus gearbeitet, und man erfährt auch ein bisschen aus deren Vergangenheit. Der Schreibstil ist gut und flüssig lesbar, so dass man gerne noch ein paar Seiten dranhängen mag.
    Die Auflösung des Falles war sehr überraschend, aber aus dem Geschehen heraus schlüssig.
    Wer spannende Thriller mit Überraschungen liebt, der ist hier gut bedient.

    Eine märchenhafte Geschichte voller Magie

    Ein griesgrämiger Dachs will Rache an einem Fuchs nehmen, und setzt damit ein Geschehen in Gang, das nicht nur ihrer beider Leben verändern wird. Ungewollt wird ein Webermädchen involviert. Und als Dachs und Fuchs gemeinsam mit einem Drachen die Menschen für immer vertreiben wollen, nimmt das Schicksal seinen Lauf.
    In einem märchenhaften Erzählstil, erzählt der Autor die Geschichte von Dachs, Fuchs, Webermädchen und der einer Prinzessin, die über den Nordwind gebietet. Wie bei japanischen Geschichten üblich, spielt hier auch die Geisterwelt eine große Rolle. So vereint die kurze Geschichte Liebe, Spannung, Freundschaft, Konkurrenz und auch ein bisschen Horror vor einem historischen Hintergrund. Es ist eine Geschichte auf die man sich einlassen muss. Wer ein Faible für japanische Geistergeschichten hat, wird an dieser Geschichte seine Freude haben.
    Ich habe dieses Büchlein mit Begeisterung gelesen, auch wenn ich durch den Klappentext etwas verwirrt war und lange auf die besagte Kaiserin gewartet habe. Aber auch hier kommt dann doch die Auflösung, und alles verbindet sich zu einem märchenhaften Ganzen.
    Als Bonus gibt es hier noch eine kleine Geschichte, die in Form eines Gedichtes verpackt angehängt wurde. Eine wunderschöne Ergänzung, auch wenn der Inhalt selbst etwas düster ist.
    Alles in allem ein wundervolles magisches kleines Juwel, das einen besonderen Platz in meinem Bücherregal finden wird.

    Surrealer Grusel mit unterschwelligem Horrorfaktor, der einen fesselt


    Tom ist siebzehn, totaler Fan von Horrorfilmen und neu an der Schule. Während er recht schnell aufgenommen wird, hat sein Nachbar Juri (seine Mitschüler nennen ihn Totengräber) schon deutlich schwerer. Juri wohnt im Haus gegenüber, das sich als geheimnisvolle Villa mit vielen Geheimnissen entpuppt. Zwischen den beiden Jungen entwickelt sich schnell eine etwas seltsame Art der Freundschaft. Immer wieder geraten die beiden aneinander, gehen aber auch immer wieder aufeinander zu. Gemeinsam mit Juri macht sich Tom auf die Suche nach einer geheimnisvollen blauen Blume, die nur alle paar Jahre blüht, aber großen Reichtum verspricht. Parallel zu den gruseligen Erlebnissen während der Suche nach der Blume, laufen die Vorbereitungen zum Jahreswechsel, der gleichzeitig auch der Wechsel ins neue Jahrtausend bringt. Durch die gruseligen Erlebnisse und die Untergangsstimmung zum Jahreswechsel bringen Toms Leben und seine Sicht auf das Leben völlig durcheinander.
    Pia Lüddecke hat hier einen modernen Horrorroman geschaffen, der einen vom ersten Moment an fesselt. Geschickt wird ein Jugendroman mit Gothik, schwarzer Romantik und Horror kombiniert. Was im ersten Moment wie die Phantasien pubertierender Jugendlicher erscheint, wir nach und nach immer rätselhafter und gruseliger. Bis zu dem Punkt, an dem der Leser nicht mehr sicher ist, ob all das tatsächlich passiert, oder doch nur Phantasie ist.
    Während Tom eigentlich der typische Antiheld mit großen und kleinen Fehlern ist, handelt es sich bei Juri um einen Jungen, um nicht zu sagen, ein Wesen, das man nicht richtig einschätzen kann. Ist er ein etwas verrückter Jugendlicher, oder doch ein Vampir? Immer wenn man glaubt, der Antwort ein Stückchen näher gekommen zu sein, kommen neue Fragen und Zweifel auf. Und genau das fesselt den Leser an die Seiten.
    Der Grusel und der Horror in dieser Geschichte entstehen ganz viel durch Kopfkino. Sie lässt viel Raum für Gedankenspiele ohne zu überfordern. Und genau dadurch wird das Buch auch ein bisschen schwer erklärbar. Eben durch das Normale, das Unvorstellbare und die vielen Andeutungen, den unterschwelligen Horror, der immer mitschwingt, hat mich dieses Buch gefesselt und begeistert.
    Wer hier blanken Horror und blutrünstigen Grusel erwartet, der wird wahrscheinlich von dem Buch enttäuscht sein. Wer sich aber auf eine unheimliche Geschichte mit unterschwelligem Gruselfaktor, subtilem Horror und etwas surrealen Aspekten einlassen kann, der kommt hier voll auf seine Kosten.
    Mit dem etwas offenen Ende könnte ich mir auch gut eine Fortsetzung vorstellen. Auf jeden Fall freue ich mich schon darauf mehr von Pia Lüddecke zu lesen. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Dramatische Flucht übers gefrorene Haff


    Der junge Jesco kehrt verwundet aus dem Krieg zurück in seine Heimat Ostpreußen. Da er einen Arm verloren hat, wird er vom Dienst an der Front freigestellt und kommt als neuer Leiter auf das Vorwerk Barjohrgallen des Gestütes Trakehnen. Seine Frau Sophie übernimmt die Leitung eines benachbarten Gutes. Im Winter 1944 kommen die Russen immer näher, und schnell ist der Entschluss gefasst, dass jeder mit einem Treck nach Westen fliehen soll. So macht sich also Sophie mit Arbeitern und Bewohnern des Gutes auf den Weg. Gleichzeitig startet Jesco mit einigen Helfern und 300 Trakehnern. Da eine Reise durch Polen nicht möglich ist, bleibt nur der Weg über das gefrorene Haff. Ein Angriff von Tieffliegern fordert am Heiligabend einen hohen Tribut.
    Schwer geschwächt und mit hohen Verlusten an Menschen und Trakehnern erreichen beide schließlich unabhängig voneinander den Westen.


    Auch wenn die Personen und die näher beschriebenen Pferde nur fiktiv sind, haben sie dennoch einen realen Hintergrund. Die dramatische Rettungsaktion für die Trakehner Pferde hat tatsächlich stattgefunden. Leider gab es auch die dramatischen Verluste.

    Die Autorin hat hier eine erschütternde aber dennoch tolle Geschichte geschrieben, die sehr gut historisch recherchiert ist, und den Leser mitfiebern lässt. Die detaillierten Beschreibungen lassen einen beinahe das Gefühl haben, man könne die Kälte spüren.

    Auch die Personen sind sehr gut dargestellt. Zu Beginn des Buches werden die Hauptfiguren eingeführt, so dass man eine sehr genaue Vorstellung von ihnen hat, und sie gerne auf ihrem Weg begleiten möchte.

    Da es hier um viel Pferdewissen geht, fand ich die Fußnoten sehr schön. So kann sich auch ein Leser, der den Umgang mit Pferden nicht gewohnt ist, eine Vorstellung machen, wovon gerade geredet/geschrieben wird. So wird das Buch nicht nur für Pferdeleute interessant.

    Wer sich für die Geschichte der Trakehner interessiert, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt.