Die Ergebnisse der Leserlieblinge-Wahl im BücherTreff

Beiträge von MeinNameistMensch

    Es gibt wenig Bücher die mich in den letzten Wochen so massiv berührt haben wie "Die Tanzenden" von Victoria Mas. Denn in diesem gibt die Autorin uns als Leser_innen uns einen senhr bedrückenden Eiblick in das Leben von Frauen in Frankreich um 1885 und speziell in der Salpetriere, der großen berüchtigten Psychiatrie. Hautnah kriehen wir mit, mit welchen brutalsten Methoden dort mit den Patientinnen umgegangen wurde - z.B. drücken der Eierstöckre um hysterische oder epileptische Anfälle zu beenden, Einführen von heißen Eisen in die Vagina etc -, wie diese zur Schau gestellt wurden und wie einfach es war Frauen einzuweisen. Wer sich als Frau nicht gesellschaftlichen Normen unterwarf, freier leben wollte oder einfach nur unbequem war wurde eingeliefert und kam nicht mehr raus.

    Diese grausame Epoche, die noch gar nicht so lange her ist, wird den Leser_innen anhand der vier Frauen Geneviéve, Louise, Thérèse und Eugénie geschildert und dabei werden ganz unterschiedliche Strategien des Umgangs mit der damaligen Situation sichtbar.

    Der Schreibstil der Autorin ist berührend, schockierend und aufrüttelnd, so dass mensch dieses Buch bestimmt nicht so schnell wieder vergessen wird. Ich kann es nur wärmstens empfehlen.

    Ich muss sagen es gibt wenig Bücher die mich so sehr komplett enttäuscht haben wie dieses.

    Die Grundidee Kochen und Ernährung mit Erleuchtung und Spiritualität produktiv zu verbinden hat mich sofort angesprochen, so dass ich schon richtig auf die Umsetzung gespannt war.

    Und ja, das beginnt das Problem: Das Positive zu Beginn: Die Aufmachung des Buches und die Gestaltung der Bilder ist richtig schön, so dass die entsprechenden Speisen gut zur Geltung kommen und mensch neugierig darauf wird die Gerichte auszuprobieren.

    Was mich aber deutlich irritiert hat ist, das, obwohl Spiritualität und Erleuchtung ins Felde geführt werden, der Großteil der Rezepte tierische Bestandteile erhält und deren Verwendung in keinster Weise kritisch reflektiert wird. Wer weiß, das die Idee des Karmas aus der indischen Philosophie kommt und auch mit der Lehre des Ayurveda verbunden ist müsste hier einen anderen Fokus verwenden und die Ernährung mit wenig bis gar keinen tierischen Produkten fokussieren.

    Da dies hier nicht geschieht kann ich von diesem Buch nur abraten.

    Wer Filme wie "Earthlings" oder andere Reportagen über den massiv gewaltsamen Umgang mit Tieren gesehen hat kann entweder nur vor den Grauen die Augen verschließen, abstumpfen oder aber beginnen, den eigenen Umgang mit Tieren und vor allem die eigenen Essgewohnheiten zu überdenken.

    Einen guten Impuls hierfür liefert das hier zu rezensierende Buch, indem es zwar in Roman und Poesieform gehalten ist, aber enorm viele Informationen bereit hält, bei denen einem nur anders werden kann.

    Die Hauptpersonen dieses Buches sind der Kater und Rechtsanwalt Dr. Rodolfo und seine Assistentin Katze Mimi. Diese betreiben eine Anwaltskanzlei in die verschiedenste Tiere kommen um Klage gegen die Menschen zu erheben: Ob nun ein Hummer, ein Pferd, eine Kuh, ein Kampfstier, ein Zuchtlachs, eine Legehenne und viele mehr. Detailiert berichten sie jeweils wie die Menschen mit ihnen umgehen und welche Rechtsverstöße dabei begangen werden.
    Zusätzlich zu den Berichten finden sich in dem Buch passende Gedichte, der Entwurf einer Charta für Tierrechte, das aktuelle Tierschutzgesetz und Gedanken zu einer Tierethik.

    Auch wenn ich schon vieles wusste und bewusst seit 20 Jahren vegan lebe so gruselte es mich doch nach bei vielem, was ich zu lesen bekam.

    Ich wünsche mir, das ganz viele Leser_innen das Buch zur Hand nehmen, es lesen, nicht mehr die Augen vor der tagtäglichen Grausamkeit verschließen und das eigene Leben änfdern. Es ist Zeit.

    Jede Generation hat es mit neuen Anforderungen zu tun, die ein mehr an Möglichkeiten, aber auch größeren Veränderungen führen.

    Wo es für Kinder vor 30 Jahren z.B. oft noch selbstverständlich war draußen herumzutollen und auf der Straße oder in der Natur zu spielen sind heutige Jugendliche oft vor die Notwendigkeit gestellt Offline. und Onlinewelten produktiv miteinander zu verknüpfen.

    Vor einer solchen Aufgabe steht auch Ben, der Hauptcharakter dieses Buches: In Onlinewelten, speziell dem Computerspiel Exploria kommt er gut zurecht, in der Schule und im direkten Kontakt mit Gleichaltrigen hat er aber große Probleme.
    Wird es ihm gelingen die Kluft zwischen beiden Welten zu überwinden und auch in der Offlinewelt auf seine Fähigkeiten der Onlinewelten zurückgreifen zu können?
    Er bekommt bei diesem Versuch auf jeden Fall unerwartete Unterstützung und erlebt dabei einige Überraschungen.

    Das Buch richtet sich an Jugendliche und kombiniert jugendgerechte Sprache mit Comic Illustrationen. Damit kann die Zielgruppe meiner Einschätzung nach gut erreicht werden, so dass ich das Buch nur empfehlen kann.

    Bücher über Pferde und das Reiten gibt es viele, die meisten sind dann aber aus der Perspektive von Erwachsenen geschrieben und richten sich oft an jüngere Leser_innen.

    Bei dem hier zu rezensierenden Buch sieht es hingegen etwas anders aus: Eine 15 jährige, die schon seit Jahren via youtube über ihre Pferdeleidenschaft berichtet, berichtet nun auch in Buchform über das Thema. Neben vielen autobiographischen Erfahrungen gibt sie auch Tipps zu guten Leckerlis, Überzeugungsstrategien gegenüber den Eltern, dem Herstellen von Vertrauen zum Pferd und was alles für einen Spind benötigt wird.
    Gut fand ich vor allem den Hinweis, das mit Kolloidalen Silber gute Erfolge bei der Behandlung von Erkrankungen bei Pferden erzielt werden können.

    Das Buch richtet sich mit seiner Sprache schwerpunktmäßig an jüngere Leser_innen, aber auch ich als ältere Semester_in konnte gut was damit anfangen.

    Für Pferdeliebhaber_innen ist das Buch sicherlich gut geeignet, aber auch für diejenigen, die es in Zukunft einmal werden wollen.

    Jeder Tag bietet neue Erfahrungen und Erlebnisse und mensch kann daraus lernen und den eigenen Horizont erweitern.

    Dies gilt natürlich generell grundsätzlich für alle Altersgruppen, bei kleinen Kindern ist dies aber oft noch am offensichtlichsten.

    Das hier vorliegende Kinderbuch in A 3 Format will nun aufzeigen, was Kinder alles tun können und verwendet hierzu schön gestaltete Bilder und dazu kleine Texte, die in Reime gefasst sind. Es geht zum Beispiel um das Schneidern von Hexenhüten, das Malen von Bildern, das Trösten anderer, das Pflanzen von Blumen, das Tanzen oder das Schneiden von lustigen Grimassen.

    Das Buch ist so angelegt, das es sich sowohl dazu eignet von jungen Kindern als Bilderbuch entdeckt, als auch vorgelesen zu werden.

    Es soll Kindern ihre eigenen Möglichkeiten aufzeigen und sie ermutigen sich an neue Herausforderungen heranzuwagen.

    Mir hat das Buch richtig gut gefallen und ich kann mir vorstellen, das es viele Kinder und Eltern glücklich machen wird, so dass ich es gerne weiter empfehle.

    Das Buch "Rendezvous in zehn Jahren" ist eines, wo schon der Titel und das Cover des sich küssenden Paares Programm sind.

    Es handelt von Valerie und Ted, zwei Menschen, die einander in einem Cafe in Amsterdam "zufällig" begegnen, einander von ihren Träumen und Sehnsüchten erzählen und vereinbaren, sich genau in zehn Jahren am selben Ort und zur selben Zeit wieder zu sehen und einander zu berichten, was aus ihren Wünschen geworden ist.

    Eigentlich eine gute Idee. Aber nur eigentlich, denn recht schnell stellen beide fest, das sie einander gerne so schnell wie möglich wieder sehen wollen, was aber schwierig ist, da sie von der_m anderen jeweils nur den Vornamen und den Wohnort (Amsterdam und München) kennen.

    So machen sich nun beide unabhängig von einander auf die Suche nach der_m anderen und müssen dabei viele Wirrnisse ertragen. Werden sie einander finden und dann noch so fühlen wie zu Beginn?

    Die Geschichte wird mit viel Humor und Herzschmerz erzählt und hat auch ein lesbisches Freundinnenpärchen von Valerie zu bieten, manchmal erscheint mir die Geschichte dann doch aber sehr konstruiert. Das Buch war leicht und spannend lesbar und konnte in einem Rutsch genossen werden.

    Ich liebe das Wandern in der freien Natur über alles, so dass es meine liebste Urlaubsbeschäftigung ist mir meinen Rucksack zu schnappen, Zelt und Schlafsack einzupacken und einfach los zu gehen und die Wälder zu entdecken.

    So war es auch nicht verwunderlich, das mich das hier zu rezensierende Buch neugierig auf seinen Inhalt machte. Es wurde 1926 erstmals veröffentlicht und liegt nun in einer Neufassung mit einem Vorwort von Alastair Humphreys vor.

    Der Autor Stephen Graham lässt die Leser_innen teilhaben an seinen philosophischen Gedanken zum Wandern, gibt aber auch konkrete Tipps zur passenden Gaderobe, dem Schnorren, dem Schutz suchen und dem Unterwegs sein im Zickzack Modus.

    Auch wenn viele der Tipps sicherlich überholt sind und ich einige der Anschauungen des Autors kritisch sehe - es wird z.B. sehr deutlich, dass der Autor teilweise etwas von oben herab auf die Armen und die Arbeiterklasse schaut -, so konnte mich das Buch doch gut erreichen und viele seiner Gedanken zum im Einklang - Sein mit der Natur kann ich teilen.

    Ich freue mich, dass das Buch neu veröffentlicht wurde und wünsche ihm viele interessierte Leser_innen.

    Normalerweise interessieren mich Bücher über Mode eher weniger, bei diesem Buch war es aber eine gute Idee, das ich die Möglichkeit ergriff es zu lesen.

    Vordergründig handelt es von der Modeschöpferin Evelyn Bissette, ihrer Enkelin Fabienne Bissette und der Entstehung und Entwicklung der Modemarke Stella Designs, im Hintergrund schwingt aber die Zeit des Zweiten Weltkrieges in Frankreich und den USA, unfassbares Gräuel mancher Männer gegenüber Frauen und eine Liebe mit, die sich nur kurzzeitig erfüllen konnte.

    Immer im Wechsel erfahren die Leser_innen vieles aus der Perspektive Estellas aus den 1940er Jahren und Fabiennes aus der Gegenwart. Nach und nach setzt sich so wie bei einem Puzzle Stück für Stück das Bild zusammen, das viel zu oft grausames bereit hält.

    Die Grenze zwischen fiktionaler Erzählung und historisch haltbaren Ereignissen ist dabei oft sehr fliessend, so dass ich teilweise über das Internet versuchte etwas mehr vor allem zu den Ahninnen von Estella zu erfahren.

    Die Geschichte wird richtig spannend und berührend erzählt, so dass nie wirklich Langeweile entstand, sehr wohl aber Momente, wo ich erst einmal nicht mehr weiter lesen wollte und es dann nach einer Pause doch tat.

    Ein sehr gelungenes Buch, das ich nur wärmstens empfehlen kann.

    Ich liebe Fantasy Bücher, so dass ich schon total gespannt war, was mich in diesem Buch erwarten würde.
    Es spielt im Gegensatz zu vielen anderen Werken dieses Genres in der heutigen Zeit und die Handlung dreht sich um die Organisation OCIA, die ihren Sitz in Neuseeland hat und das Leben auf anderen Planeten erforscht. Auch versammeln sich hier Wesenheiten, die aufgrund unterschiedlichster Situationen auf der Erde gelandet sind und versuchen entweder mehr über ihre Heimat zu erfahren oder vielleicht sogar zurückzukehren. So ergeht es auch der jungen Meijra, die vor einer Opferung in ihrer Welt auf die Erde geflohen ist.
    Die Familie Martin nun, bei der eine jahrhundertealte schamanische Tradition besteht, hat nun eine Reihe von Nachkommen hervorgebracht, die über unterschiedlichste Begabungen verfügen, wie z.B. die Kommunikation mit Bäumen bei Sean. Meijra und Sean finden einander, verlieben sich in einander und bekommen eine Aufgabe gestellt, die ihnen vieles abverlangt.
    Der Autorin Patricia Rieger gelingt mit "Kinder der Wälder" ein spannendes Romantasy Buch voller Magie, Gefühl, Abenteuer, Freundschaft, Verrat und viel Liebe. Es gelingt schnell in diese Welt einzutauchen und sich mit den Charakteren zu verbinden, so dass die Zeit dabei wie im Fluge vergeht.

    Hass und Hetze gegen alle, die nicht Teil einer irgendwie krude definierten Norm sind ist leider auch in Deutschland immer weiter auf dem Vormarsch und die Handelnden Akteure finden bei AfD, Identitären, Reichsbürgern und Pegidas ihre ideologischen Unterstützung.
    Wie kann es nun passieren, das ein junger Mensch in eine solche Szene abrutscht, welche Ausmaße kann dies annehmen und welche Rolle spielen dabei die neuen Medien? Genau darum geht es in dem hier zu rezensierenden Buch von Andreas Götz: Die Leser_innen lernen die junge Leah kennen, deren Zwillingsbruder Noah beinah tot geschlagen wurde und nun im Koma liegt. Ein auftauchendes Video scheint darauf hinzuweisen, dass die Täter_innen unter Migrant_innen zu finden sind. Leah versucht mehr über das Lebensumfeld Noahs in den letzten Monaten herauszufinden und gerät dabei schnell zum Spielball unterschiedlichster politischer Motivationen.
    Das Buch ist richtig spannend geschrieben und bietet einen guten Einblick in die Vorstellungswelten und Anziehungspunkte rechtsfaschistischer Kreise. Es kann als Aufruf verstanden werden hinzuhören und zu handeln, bevor es zu spät ist. Es kann mit seiner lebendigen Sprache junge Menschen gut erreichen, aber auch ältere Semester faszinieren.

    Mit dem Tod eines geliebten Menschen umgehen zu müssen ist definitiv nichts einfaches und oft finden sich Trauer, Wut, vielleicht aber manchmal auch etwas Erleichterung bei Freund_innen, Bekannten und Angehörigen.

    Genau darum, wie es denjenigen geht, die den toten Protagonisten dieses Buches - Matthias - kannten, geht es in diesem kleinen Kleinod von Peter Zantingh.

    Aus der Perspektive verschiedenster Personen bildet sich im Laufe des Buches nach und nach ein scheues Bild von Mattias, mensch darf sich als Leser_in aber auch gut in die Bekannten und Angehörigen hineinversetzen und erfahren, wie es ihnen "nach Matthias" ging.

    Die Idee des Buches, über Mattias nur aus der Außenperspektive und durch ganz verschiedene Blickwinkel zu erzählen fand ich richtig spannend und auch die Sprache des Autors konnte mich gut für die Geschichte einnehmen. Beim Lesen durfte ich in verschiedenste Perspektiven eintauchen, mit der Sprache mitschwingen und dabei sogar fast die Zeit vergessen.

    Ich kann dieses Buch definitiv wärmstens empfehlen.

    Stress ist etwas, das die Leben vieler Menschen dominiert und oft zu Erkrankungen führen kann. Dabei gilt es zu unterscheiden zwischen gesunden Stress (Eustress), der dazu führt, das gefährliche Situationen überwunden werden, und solchen, der die Kraft nimmt, die stressauslösende Situation zu verändern und zu bewältigen (Distress). Genau mit dieser zweiten Sorte - den Distress - beschäftigt sich das hier vorliegende kleine Buch, indem auf seine Entstehung eingegangen und anhand vieler Beispiele erläutert wird, wie damit gut umgegangen werden kann. Das Erlernen von Methoden wie Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung gehört hier sicherlich dazu, aber auch und vor allem das Ändern derjenigen eigenen Denkgewohnheiten und Verhaltensweisen, die Stress verstärken oder hervorrufen. Für Einsteiger_innen in die Thematik ist das Buch sicherlich gut geeignet und kann durch seine lebendige alltagsgerechte Sprache gut andere erreichen. Ändern wir unser Verhalten und unsere Denkgewohnheiten oder lassen wir es bleiben? Es liegt in unserer Hand.

    Ich habe den ersten Band dieser Reihe total gerne gelesen, so dass ich jetzt natürlich gespannt darauf war, wie es in Teil zwei wohl weitergehen würde.

    Als Leser_innen werden wir erneut beobachtender Teil der Geschehnisse im Haus Nr. 11 und dürfen miterleben, wie die Bewohner_innen immer mehr zusammenwachsen und einander in der Not helfen. Das ist heute vor allem in Großstädten nicht immer selbstverständlich, in dieser Geschichte gelingt das aber sehr gut.

    Im zweiten Band geht es vordergründig um einen alleinerziehenden Vater, die Freundschaft der Kinder im Haus, einen Kochwettbewerb, den Geburtstag der jüngsten und eine bahnbrechende Erfindung. Im Hintergrund werden aber auch Themen wie Gemeinschaftsgefühl, für einander sorgen, Infragestellung von Normen und auch Trauer über eine abwesende Mutter hehandelt.

    Der Autorin Stefanie Taschinski gelingt es mit diesem Buch auf ganz besondere Art und Weise für junge Leser_innen eine Welt zu erschaffen, in der sie sich wiederfinden und mit ihren Themen repräsentiert fühlen können, so dass ich das Buch gerne weiter empfehle.

    Ich mag die Bücher des Autor_innen Duos Iny Lorentz total gerne, so dass ich natürlich auch neugierig war, was sich hinter diesem Buch als Kostbarkeit verbergen möge.

    Das Buch "Glanz der Ferne" ist der Abschlussband der Triologie rund um die Famile Hartung und spielt Ende des 19. Jahrhunderts in Berlin.

    Als Leser_innen erleben wir beim Nachverfolgen der Charaktere eine Geschichte voller Spannung, Verrat, Intrigen, Freundschaft und auch Liebe in einer so ausgewogenen Mischung, das einer_m nicht wirklich langweilig werden kann und die Seiten des Buches - über 600 - wie im Fluge vergehen.

    Spannend fand ich in diesem Buch vor allem die damalige gesellschaftliche Position von Frauen, ihre geringen Möglichkeiten, sich gegen ihre Männer zu erheben, aber auch den Kampf darum ihre Möglichkeitrsräume zu erweitern.

    Mir ist vor allem Theresa von Hartung und Vicky von Gentzsch ans Herz gewachsen und ich hätte vor allem von letzterer gerne noch mehr gelesen. Etwas schade fand ich die reine Fokussierung auf das Leben der Adelsfamilien, die Unterdrückung der "einfachen" Leute kam eher nicht zur Sprache.

    Das Buch lässt sich auch gut ohne die beiden Vorgängerbände lesen, wobei diese bestimmt auch spannend und gelungen sind.

    Das der Klimawandel vor der Tür steht und es dringend notwendig ist darauf zu reagieren dürfte jeder Person mit einem Minimum an Verstand klar sein, mit den damit zusammenhängenden Fakten sind aber nur die wenigsten umfassend vertraut.

    Abhilfe hierbei will das hier zu rezensierende Buch "#klimaretten" geben, indem es profunde Fakten und konkrete Anregungen zu den Themen Stromerzeugung, Mobilität, Ernährung / Landwirtschaft und Wohnen liefert. Das Buch ist einerseits sehr wissenschaftlich geschrieben und enthält viele Zahlen und Fakten, es enthält aber auch den den einzelnen Themenbereichen konkrete Umsetzungsschritte, die sich mit der "Du" Anrede vor allen an jüngere Leser_innen wenden.

    Mir persönlich gefallen viele der Aktionsvorschläge gut und auch einige Zahlen und Fakten waren mir in dieser Deutlichkeit nicht komplett bekannt - z.B. welche Faktoren bei der Berechnung der Kosten der Fahrt mit einem Auto neben den Treibstoff noch in welcher Höhe eine Rolle spielen.

    Auch gefällt mir die fast durchgängig verwendete gendergerechte Schreibweise mit *. Davon muss es zukünftig noch deutlich mehr geben.

    Ich bin in meiner Kindheit mit den Werken von Michelangelo, Leonardo da Vinci und auch Raffael aufgewachsen und diese faszinierten mich, auch wenn ich sie nie vor Ort besichtigen konnte. Auch heute noch bewegen sie mich teilweise noch, obwohl ich mit den Christentum deutlich gebrochen und andere Wege eingeschlagen habe. Somit war ich auf jeden Fall neugierig darauf, was mich bei diesem Werk wohl erwarten würde.

    Noah Martin erzählt in "Raffael - Das Lächeln der Madonna" in sehr einfühlsamer und bewegender Sprache das Leben Raffaels bis zu seinem Tod, seine Liebe zu Margherita Luti und seine Freundschaft zum Mönch Daniele. Und es geht natürlich auch, wie nicht anders zu erwarten, um sein künstlerisches Werk, seine Freundschaft mit Leonardo da Vinci und seine Feindschaft mit Michelangelo.

    Beim Lesen des Buches wird deutlich, wie sehr sich Raffael mit Leib und Seele der Kunst verschrieben hatte, wie korrupt und lästerlich das Leben im Vatikan war, wie wenig dies mit der Uressenz des Christentums zu tun hatte und wie wenig Rechte Frauen und Schwule damals hatten.

    Das Buch konnte mich definitiv überzeugen, so dass ich ihm eine größere Aufmerksamkeit wünsche.

    Wer an Maria Callas denkt, wird recht schnell zum Thema Oper kommen, aber auch bald zu den Gerüchten, die sich um sie und Aristoteles Onassis drehten.
    Das folgende hier zu rezensierende Buch von Michelle Marly versucht etwas Licht ins Dunkel zu bringen, indem es beschreibt, wie sie Onassis kennenlernte, sich mit ihn verband, verraten wurde und vielleicht ein neues geheimes Glück fand. Dabei wird deutlich, wie Maria eingezwängt war unter Menschen, die nur ihren eigenen Vorteil sahen und nicht für sie als Mensch in ihrem So - Sein interessierten: Ob nun ihr erster Ehemann Meneghini, dem es nur um Geld und Erfolg ging, Onassis, der sich mit ihr schmücken und sie seiner Trophäensammlung hinzufügen wollte, ihre Mutter, die sie in Jugendtagen zwingen wollte, sich gegen Nahrung von Wehrmachtssoldaten vergewaltigen zu lassen oder den "Freund" Larry, der nur ihre weitere Karriere im Sinn hatte. Wer war wirklich für sie da, wer interessierte sich für Sie als Mensch? Aber trotz allem zerbrach sie nicht und ging weiter ihren ureigenen Weg.

    Mit "Die Diva" ist der Autorin ein unvergleichbar berührendes Portrait einer mutigen und verletzten Frau gelungen, die nie aufgab, trotz des toxischen Umfeldes, in dem sie sich bewegte.

    Das Buch ist definitiv lohnenswert und zwar nicht nur für Callas Liebhaber_innen.

    Es gibt Bücher, wo mensch von der Geschichte und der Sprache total gefangen genommen wird. Es gibt Bücher, die mensch nach ein paar Seiten wieder weglegt und nicht weiter anfasst. Und es gibt welche, die immer nur in kleinen Abschnitten gelesen werden können und über deren Bedeutung und Sinn weiter nachgedacht wird, bevor es weiter geht.
    Das hier zu rezensierende Buch gehört zur letzteren Kategorie und ich brauchte für meine Verhältnisse ziemlich lange, um es zu beenden. Die Autorin Jessie Burton entführt die Leser_innen ins England der heutigen Zeit und konfrontiert sie mit der jungen Rose, welche auf der Suche nach ihrer Mutter und ihrer eigen Identität ist. Rose ist nur bei ihrem Vater aufgewachsen und hat keine eigenen Erinnerungen mehr an ihre Mutter. Sie befindet sich in einer Beziehung, die sie nicht erfüllt und auch arbeitsmäßig kommt sie auf keinen grünen Zweig. Bis ihr Vater ihr eines Tages zwei Bücher einer Autorin schenkt, mit der ihre Mutter Elise wohl mal zusammengewesen ist. Rose sucht und findet diese Autorin und begibt sich nun auf Spurensuche.

    Die Sprache des Buches ist tiefgründig und macht es nicht unbedingt leicht, das Buch zu lesen. Wer sich aber darauf einlässt wird reich beschenkt werden.

    Mit Feuerland legt der Auror Pascal Engman erneut einen Thriller der Extraklasse vor, der politische Themen mit einfließen lässt. Es geht um eine Nazi Kolonie in Chile, illegalen Organhandel und die Kidnappung und Entführung von Flüchtlingskinder und Jugendlichen.

    Alles beginnt mit der Entführung von zwei Bankern, die scheinbar in keinen Zusammenhang miteinander stehen, bis sich nach und nach die Puzzleteile zusammenfügen und ein passendes Gesamtbild ergeben.
    Pascal Engman gelingt es in diesem Buch erneut Charaktere zu erschaffen, die nicht in hell und dunkel unterteilt sind, sondern viele Grautöne beinhalten, so dass diese als gebrochene Personen erscheinen. Auch die gezielte Fokussierung auf politisch - gesellschaftliche Zustände gelingt dem Autor erneut auf spannende Art und Weise, so dass das Buch sich nicht nur für reine Krimi - Fans, sondern auch politisch und historisch Interessierte eignet.

    Wer spannende Thriller mag, wird bei diesem Buch nicht enttäuscht werden. Aber Achtung: Es ist nichts für zu zarte Seelen.