Beiträge von Sarange

    Im ägyptologischen Institut von Algier. Ich muss meinen Meister, den Rabbiner, irgendwie wieder in die Spur kriegen. Der hat eine Überschwemmung in seiner Synagoge und verzettelt sich mental gerade bei Noah und seiner Arche. Der Löwen-Malka und ich wollen wissen, welche Art Apfel Adam damals geschluckt hat... Wir brauchen den ersten Menschen... Hier, bei den Mumien, sind wir da schon recht nah dran. Oh nein, eine der Katzenmumien richtet plötzlich das Wort an mich! 8-[ Eine sprechende Katze! Wie entsetzlich! 8-[

    Ich liebe dieses Kochbuch. Habe es dieser Tage zum zweiten Mal von vorne nach hinten durchgelesen, einschließlich fast aller Rezepte, und mir markiert, welche Gerichte ich in den nächsten Wochen ausprobieren möchte. (Viele. :lol: ) Dem ersten Lese-und-Nachkoch-Durchlauf verdanke ich bereits einige tolle Rezepte und die Entdeckung von Ofirs Lieblingsgemüse, der Aubergine, auch für meine Küche.


    Dieses Buch ist jedoch nicht nur eine nett kommentierte Rezeptsammlung, sondern eine Philosophie des Kochens und Essens, wie sie mir bisher nur bei einer - ebenfalls jüdischen - Autorin untergekommen ist: in Jeanette Landers autobiografisch gefärbtem Werk "Überbleibsel. Eine kleine Erotik der Küche", das mein Kochen geprägt hat wie bisher kein anderes Buch (es ist unten verlinkt).


    Ofir Raul Graizer nun schreibt zu den verschiedenen Teilen des Kochbuches und zu vielen einzelnen Rezepten so persönliche, warmherzige, humorvolle und zugleich nachdenklich stimmende Einführungen, dass man in jeder Zeile seine Liebe zu diesem Gericht und seiner arabischen / ashkenasischen / sephardischen / usw. Herkunft spüren und beinahe schmecken kann. Die Rezepte sind bodenständig, nach meinen bisherigen Erfahrungen leicht nachzukochen und verzichten auf so irrelevante Dinge wie Kalorienangaben oder die exakte Dauer des Gemüseschnippelns, was sowieso nie stimmt, zugunsten der aus meiner Sicht viel interessanteren Hinweise wie "vegan" oder "glutenfrei". (Vegetarisch sind die Rezepte übrigens alle, wobei das nie an die große Glocke gehängt wird.)


    Für die Qualität eines Kochbuches vielleicht am relevantesten: Unsere Küche quoll dieser Tage über vor Taboulé, gerösteten Auberginen, diversen orientalisch duftenden Schmorgerichten und Kaffee mit Kardamom, selbst die Spülmaschine riecht immer noch nach Petersilie und Minze, weil ich meine Lektüre ständig unterbrechen musste, um an den Herd zu stürzen und eine dieser Köstlichkeiten nachzukochen. Was will man von einem Kochbuch denn mehr... :lol:


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    Mich würde es interessieren! :winken:

    Allerdings würde ich dann eher still mitlesen, nicht ständig kommentieren. Ich bin persönlich bei der DDR-Literatur schon recht gut aufgestellt, lasse mich aber gern weiter inspirieren. :D

    184. Welches Buch möchtest du als nächstes lesen?


    Mit diesem möchte ich heute beginnen.


    (Ich hatte vorhin das erste Aha-Erlebnis, als ich ins Impressum geschaut habe: Der Roman ist ja von 1943! Ich dachte, er sei in der Gegenwart verfasst worden. [Hab das Buch nur aufgrund einer Empfehlung ausgeliehen und weiß eigentlich nichts darüber.] Wie interessant! Ich bin gespannt.)


    Viel Freude mit diesem Buch - ich denke, es wird die gefallen! :winken:

    Moin miteinander,


    für den Blog arbeite ich ja mit Inhaltsbeschreibungen, weil ich die vorgestellten Bücher ja nicht alle lese. Hättet ihr Interesse, wenn ich DDR-Bücher hier in diesem Thema einzeln mit Inhaltsangabe vorstelle? Zu den meisten findet man diese Angaben ja bei Amazon nicht mehr.


    Das wäre für dich viel Arbeit und ich frage mich gerade, wie hoch an dieser Stelle hier der Nutzen wäre - also zum Beispiel, ob die einzelnen Beiträge dann über die Suchfunktion gut auffindbar wären oder ob sich Leute tatsächlich durch den ganze Thread lesen würden, um sich Buchtipps zu holen. :-k

    Ich bin bei Recherchen zu einem anderen Thema noch auf einige für mich interessant klingende Klassiker aus Japan gestoßen, die der Romanform des Shishōsetsu angehören, und habe mir "Das Ballettmädchen" von Mori Ōgai bestellt:

    Von ihm habe ich auch was auf meiner Wunschliste, vielleicht sollte ich meinen nächsten Amazongutschein mal dafür einsetzten. Er hatte ja ein ziemlich interessantes Leben und hat teilweise in Deutschland gelebt. seine Kinder hatten völlig japanuntypisch auch deutsche Namen.

    Und dank seiner in Japan sehr bekannten Novelle "Wellenschaum" von 1890 besuchen japanische TouristInnen bis heute gern den Starnberger See. :D

    184. Welches Buch möchtest du als nächstes lesen?


    Ich brauche Entspannung und mache wahrscheinlich einen Reread von der "Katze des Rabbiners" Bd. 6-8 in der deutschen Übersetzung, bevor ich dann Bd. 9 lese, der auf Französisch bereitliegt - das wird spannend! (Ich kann nicht sehr gut Französisch und meine paar Kurse liegen auch schon lange zurück. Aber für eine Graphic Novel könnte es noch reichen. Ich wiederhole gerade schon fleißig die unregelmäßigen Verben... :lol:)

    Ich bin in der Küche... :lol:


    ... und selten habe ich ein Buch übers Kochen und Essen gelesen, bei dem der Ort des Geschehens im Buch mich so häufig an den entsprechenden Ort in meinem Haus treibt! Dieses Kochbuch ist genial! Ich lese es gerade zum 2. Mal - wenn ich nicht gerade aufspringe und die Gemüseabteilung des nächsten Supermarktes halbleerkaufe oder, so bereits Gemüse im Haus ist, dieses manisch schnippele, röste, dämpfe und meinen Mann sprachlos mache, der in Abwesenheit der Kinder eher auf Dosensuppe mit Butterbrot eingestellt ist. :lol:

    Danke, ibikat! :winken:


    183. Ein Buch, das du zur Zeit liest


    Diesen dicken Schinken von knapp 900 Seiten - und er wird mich auch noch eine Weile lang beschäftigen, falls ich ihn denn zu Ende lese. Bin schon ein Stück über die Hälfte hinaus und überlege doch täglich, das Buch abzubrechen, denn es interessiert mich von der Thematik her zwar sehr, gefällt mir in der Umsetzung aber nur mittelmäßig. Und das noch gut 400 Seiten lang? :-k


    Annie Proulxs Roman ist ein monumentales Epos, das lebensprall, sprachgewaltig und intensiv dreihundert Jahre nordamerikanischer Geschichte einfängt und von der Abholzung der scheinbar endlosen Wälder erzählt, vom ewigen Kampf zwischen Mensch und Natur. Es beginnt mit der Ankunft von zwei Franzosen, René Sel und Charles Duquet, im heutigen Kanada, wo sie über die schier undurchdringliche Wildnis staunen. Sie sind Holzarbeiter und versuchen ihr Glück auf dem neuen Kontinent, und wir begleiten die verschlungenen Wege ihrer nachfolgenden Generationen. Stupendes Wissen, ein kritischer, realistischer Blick, Witz und Lebensweisheit zeichnen diesen Roman aus, und gleichzeitig schildert Annie Proulx hautnah, unmittelbar und anschaulich das Leben ihrer Figuren, ihre Liebeshändel und Familienintrigen, ihre Gier, ihre Rachsucht und ihren Geltungsdrang, aber auch ihre Hoffnungen und Sehnsüchte.

    Quelle: amazon.de

    Also wahrscheinlich doch das Ende... Danke für die Ausführungen. Das ist interessant, aber für mich, die ich mich in der Thematik nicht gut auskenne, auch ziemlich bizarr. :-k Vor allem der von dir hervorgehobene optimistische Blick. Ich kenne nur Geschichten von Flüchtlingen aus Nordkorea und die klingen alles andere als optimistisch, sondern einfach nur grauenvoll. Nordkorea mag in seiner Macht überschätzt sein, aber das werden die Leute dort, die unter dem Regime leiden und irgendwie nicht schaffen, es von innen heraus zum Zusammenbruch zu bringen (oder auch nur den Gedanken an einen entsprechenden Versuch zu wagen?), sicher anders wahrnehmen. :|

    An unserer Lichtung. Schon von weitem habe ich die vielstimmigen Axtschläge gehört, jetzt sehe ich hunderte englische Siedler und eine Reihe von frisch errichteten Blockhäusern. Schwer beladen von meinem langen Jagdzug, renne ich los. Aber wo ist mein Wigwam? Wo sind meine Frau und meine Kinder? Dort hinten. Ich sehe die Überreste rauchend am Boden liegen... Ich kann es nicht glauben. :cry:

    Auch in den letzten Kapiteln befasst sich Marica Bodrožić noch einmal intensiv mit den psychischen und soziologischen Voraussetzungen für Krieg und Frieden - und wie ein Mensch sich selbst, seinen eigenen Kern, seine Geschichte kennen und reflektieren können muss, um nicht manipulierbar und somit für Kriegstreiber aller Arten ausnutzbar zu sein. Das sind zeitlose Gedanken, die noch viel stärker verinnerlicht werden müssten, um weder Auschwitz noch Srebrenica oder Sarajevo zu wiederholen. Bodrožić spannt dabei noch einmal den Bogen vom Talmud über Rousseau und Buber bis hin zum Buddhismus, um die Universalität dieser Gedanken, die sich auch auf den Begriff "Nächstenliebe" bringen ließen, aufzuzeigen. Ich bin ihren Streifzügen durch die nicht nur europäische Geistesgeschichte sehr gern gefolgt und wünsche dem Buch noch viele offene LeserInnen, die diese Gedanken leben und weitertragen.

    Ich lese gerade einen 900-Seiten-Backstein, den ich in den nächsten Tagen bestimmt nicht beenden werde, und kann somit schon meine Liste posten.

    Mit dem Juni bin ich recht zufrieden. Es gab viele schöne Leseerlebnisse und - bis auf ein knapp mittelmäßiges und ein unglaublich ödes Kinderbuch - keine schlimmen Ausreißer nach unten. Auch auf den abgebrochenen Krimi hatte ich noch nicht viel Lesezeit verwendet, als die Entscheidung zum Abbruch fiel. Dafür durfte ich in diesem Monat eine Buchperle entdecken, die ich sicher noch oft zur Hand nehmen werde. :pray:


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    Marica Bodrožić – Mein weißer Frieden --> Leseeindrücke


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    Gusel Jachina – Suleika öffnet die Augen --> Leseeindruck

    Velma Wallis – Zwei alte Frauen. Eine Legende von Verrat und Tapferkeit --> Rezi


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    Leonie Swann – Mord in Sunset Hall
    Shulamit Lapid – Der Hühnerdieb (Reread)
    Andrea Heuser – Augustas Garten

    Joann Sfar – Die Katze des Rabbiners 5: Jerusalem in Afrika (Reread)

    Kent Haruf – Kostbare Tage --> Rezi

    Patricia Schröder – Alice im Wunderland (nach der Erzählung von Lewis Carroll)

    Tschingis Aitmatow – Djamila --> Leseeindruck

    Agatha Christie – Das fahle Pferd

    Ian McEwan – Kindeswohl


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    Joann Sfar – Die Katze des Rabbiners 4: Das irdische Paradies (Reread)

    Simone van der Vlugt – Nachtblau --> Leseeindruck


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    Patricia Schröder – Heidi (nach der Erzählung von Johanna Spyri)


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    Benedikt Weber – Ein Fall für die Schwarze Pfote: Hugo auf heißer Spur --> Rezi

    Abgebrochen:
    Jo Nesbø – Durst --> Begründung