Beiträge von Strandläuferin

    Ich kenne keine anderen Kinder-Helden, die einfach Kinder sind. Selbst in der Kinder- und Jugendliteratur sind die Figuren keine normalen Kinder. Alice im Wunderland, Momo oder Harry Potter. Sie alle wenden sich von den Erwachsenen ab und vertrauen auf ihre Fähigkeiten oder auf andere imaginäre Lehrer, die ihnen erklären, dass sie nicht sind wie andere Kinder.

    Mich persönlich stört es auch nicht, dass Alice so ist, wie sie ist. Ich habe als Kind immer gerne Geschichten über Kinder-Detektive gelesen. Wenn wir allein an die "Drei ???" denken, wird klar, dass selbst Justus, Peter und Bob keine Kinder wie andere sind (was nicht nur daran liegt, dass sie heute von Sprechern über 40 gesprochen werden :loool: ). Von daher macht mir das nichts aus. Ich finde Alice in sich gesehen glaubwürdig, und das ist mir wichtig. Sie verhält sich vielleicht nicht wie ein "normales" Kind, aber das ist sie eben auch nicht. Es gibt im zweiten Teil die ein oder andere Szene, in der sie interessanterweise auch nicht wie ein Kind behandelt wird, zumindest nicht wie eine Elfjährige. Das können wir ja aber auch da besprechen.

    Trotz meines flapsigen Umgangs mit diesem ernsten Thema, möchte ich natürlich nicht mit ihr tauschen.

    Davon sind wir ausgegangen, Häschen! :wink::friends:

    So, Leute, ich habe mich entschieden, und ich bin auch dabei. Ich habe schon ewig keine Lesenacht mehr mitgemacht. Da ich mich gerade dazu entschlossen habe, dass ich heute auch nicht mehr arbeiten werde und der Schreibtisch bis morgen warten kann, werde ich jetzt noch alles bereit machen und dann direkt mit einem Lesenachmittag starten. Das Wetter lädt nicht gerade dazu ein, nach draußen zu gehen.
    Ich habe mir vorgenommen, in "The Old Curiosity Shop" von Charles Dickens weiterzulesen, aber auch mein Leserundenbuch "Die Eistoten" und Anne Ursus "Herz aus Eis" warten darauf, gelesen zu werden. Und danach soll dann auch das Buch, das mir meine allerliebste Wichtelmama Saiura geschenkt hat, direkt drankommen... :love:
    Ihr seht, ich bin beschäftigt. :study:

    Zudem verändert sich ein toter Mensch optisch und wenn man dann gefroren im Wald liegt, braucht es schon jemanden, der einen etwas besser kennt, damit man identifiziert werden kann.

    Häschen, da hast du recht, ich ziehe meine Aussage zurück, und freue mich über diesen sehr niedlich klingenden Satz. "Wenn man dann gefroren im Wald liegt" :wink:, klingt so viel schöner, als es wirklich ist.

    Zudem ist überhaupt nicht klar, dass wenn er das Beichtgeheimnis verletzt, dass dadurch auch die Morde aufhören. Es könnte nämlich auch sein, dass er abgesetzt wird und ein anderer Pfarrer an seine Stelle tritt. Einfach ist diese Frage nicht zu beantworten, weder für den Leser noch für den Autor, noch für einen Pfarrer

    Ich finde es gerade deswegen interessant, dass dieser Gewissenskonflikt hier eine Rolle spielt. In einem anderen Thriller - komme jetzt aber gerade nicht auf den Titel - wurde das so gelöst, dass der Pfarrer sich in der Kirche unter einem Vorwand mit jemand Anderem verabredet hatte, der dann die Beichte mithörte und der nicht an das Beichtgeheimnis gebunden war. Passte in dem Fall, dürfte aber das Gewissen des Pfarrers auch nicht unbedingt entlasten. :-k

    Könnt ihr bitte dran denken, immer die Kapitelangaben in die Überschrift zu schreiben? Gerade bei einem Thriller habe ich immer solche Angst, direkt kopfüber in einen Spoiler zu fallen. :wink: Sicherlich wäre eine Kreissäge schlimmer... aber trotzdem. :P


    Ich bin jetzt mit Kapitel 15 durch und freue mich aufs Weiterlesen. Mehr und mehr hat es mir unsere kleine Ermittlerin angetan. Genau die Art von Thriller, die ich gut gebrauchen kann im Moment.

    aber die Geschichte mit dem Blut im Weihwasser und den blutigen Malen auf den Gesichtern derer, die sich mit geweihtem Katzenblut bekreuzigen, entbehrt nicht einer makaberen Komik.

    Fand ich auch. Alice ist echt eine Marke. Unheimlich ist aber nicht nur der Katzenfund, sondern auch die Tatsache, dass die Katze später verschwunden ist. Warum bringt der Mörder auch so viele Tiere um? Bei den Hunden kann ich mir ja noch in etwa vorstellen, dass diese eben Alarm schlagen, wenn sie Gefahr wittern, aber Katzen? Eventuell oute ich mich gerade als jemand, der nichts - aber auch GAR NICHTS - über Katzen weiß, aber irgendwie erschließt sich mir das noch nicht.

    Das sie aber Alice für den Tod von ihrer Mutter verantwortlich macht, ist natürlich das letzte.

    Das stimmt, aber auch wenn Amalia vielleicht nicht gerade eine Sympathieträgerin ist, sollte man ihr zugestehen, dass auch sie ihre Mutter verloren hat und trauert. Sie geht einfach als Alice damit um. Wenn sie an einen Unfalltod glaubt, und das scheint sie zu tun, dann ist es auch klar, dass sie versucht, sich diesen zu erklären und einen Schuldigen zu finden. Sie will Alice wehtun, und das macht sie auf grausame Art und Weise, aber durch und durch schlecht ist sie nun auch wieder nicht, glaub ich.

    Wenn sich "typische pubertierende Mädchen" so aufführen, bin ich wirklich froh, dass ich nur Söhne habe.

    Ich kenne ganz viele sehr nette sechzehnjährige Mädchen. :wink: Falls dich das tröstet.

    Dem Beuteschema des Täters scheinen ja vor allem junge Mädchen zu entsprechen, da passt die Mutter natürlich nicht rein. Aber sie wurde vermutlich angesichts ihrer Nachforschungen zum Schweigen gebracht und nicht aus schierer Mordlust.

    Das denke ich auch. Deswegen hat sich der Mörder auch bei ihr nicht die Mühe gemacht, sie so komisch zu "drapieren". Sie war ihm nur im Weg und passt nicht in das, was er durch seine Taten erzählen / sagen will. Wenn Alice wirklich den Mörder im Beichtstuhl belauscht hat, dann ist das schon ein starkes Stück. Der Priester tut mir sehr leid; das Beichtgeheimnis stelle ich mir schon als sehr große Bürde vor.

    Und Selbstmord mit einer Kreissäge ist wohl sehr fragwürdig, seien wir mal ehrlich, da würde es weit andere, harmlosere Alternative geben als sich in eine laufende Kreissäge zu werfen. Für mich war es weder Selbstmord noch ein Unfall sondern von jemandem so inszeniert.

    Von Selbstmord ist ja auch gar nicht die Rede. Auch hier hat der Mörder einen "Unfall" inszeniert. Jetzt, wo Alice das weiß, sollte sie eigentlich ein bisschen vorsichtiger sein. Der Mörder schreckt vor nichts zurück. Was für ein Mensch muss er sein, dass er seine Morde sogar beichten geht (wenn wir da wirklich den Mörder vor uns hatten), obwohl er nich bereut, nur um die Absolution zu erhalten? Was hat die Kirche damit zu tun? Hat der Priester irgendein Geheimnis, das ihn auch irgendwie an den Mörder bindet? Mehr als das Beichtgeheimnis?

    Anmerkung: beim Schreiben dieses Buches sind weder lebende Tiere verwendet worden noch sonst irgendwie zu Schaden gekommen.

    :loool: Da bin ich aber beruhigt. Ich wollte schon den Tierschutzverein einschalten. :cat:

    Gegruselt hat es mich bei den toten Hunden, acht Hunde vergiftet.

    Das fand ich auch sehr gruselig, und dachte schon, dass es jetzt erstmal nicht viel heftiger werden würde, da kam der Leichenfund. :pale: Total spannend, dass der Mörder die Leiche so "drapiert" hat. Es liegt nicht einfach ein ermordetes Mädchen im Wald, nein, es scheint sich umzuschauen, hat die Arme verschränkt. So langsam denke ich, dass der Mörder eine Geschichte zu erzählen hat. Alices Mutter wurde ja nicht so "aufgestellt", sonst hätte ihr Tod ja schlecht nach einem Unfall aussehen können. Dennoch scheinen diese beiden Morde ja wohl in Verbindung zu stehen. Wie aber hängen sie zusammen? Warum wird diese Körperhaltung des Mädchens abgebildet? So viele Fragen!

    Hier finde ich das Verhalten von Alice etwas unglaubwürdig: Welche Elfjährige würde, selbst wenn sie hochbegabt ist, hier nicht nur die Nerven behalten, sondern auch noch beschließen, vorläufig keinen Erwachsenen zu informieren? Gerade weil sie so intelligent ist, müsste sie wissen, dass sie sich in Gefahr begibt!

    Eine normale Elfjährige nicht, aber das haben alle jugendlichen Ermittler (und seien es nur die "Fünf Freunde" oder die "Drei ???") gemeinsam. :wink: Das habe ich also gar nicht in Frage gestellt, sondern hingenommen. Außerdem ist es für mich so, dass Alice weiß, dass sie keine Informationen bekommen wird, wenn die Polizei erstmal ermittelt. Einzig traurig finde ich die Vorstellung, dass das tote Mädchen weiterhin da im Wald ist. Ist vielleicht albern, aber dieses Bild finde ich sehr traurig... Komisch aber, dass Alice nicht weiß, wer die Tote ist. Bei de Größe ihres Heimatortes...

    Was mich an der Beziehung zwischen Alice und ihrer Mutter interessierte, war die Vorstellung: kann man um jemanden trauern, den man eigentlich gar nicht kannte.
    Ich habe die Antwort in Alices Hände gelegt, weil ich es selbst nicht wußte und immer noch nicht weiß.

    Das finde ich interessant. Auf manche Fragen gibt es wahrscheinlich gar keine richtige Antwort. Ich könnte mir vorstellen, dass man in Alices Fall aber das Gefühl vermisst, dass wahrscheinlich die meisten von uns mit dem Wort "Mutter" verbinden: Geborgenheit, Wärme, Liebe... gerade wenn Alice zum Beispiel beschreibt, wie andere Kinder mit ihren Müttern zum Weihnachtsmarkt gehen, merkt man, dass einfach ein Teil von ihr fehlt.

    Damit verrate ich auch nichts, denn dies steht auch im Interview am Ende des Buches.

    Das habe ich noch nicht gelesen, weil ich fürchte, dass dort über Textpassagen dieses Thrillers gesprochen wird, die ich noch nicht kenne. :wink:

    Danke für den interessanten Link.
    Zu Alice möchte ich hinzufügen, dass ich es total interessant finde, wie sie tickt und wie sie ist. Selbst wenn es solch hochbegabte Kinder nicht wirklich gäbe, würde es mir wahrscheinlich nichts ausmachen, dass sie so ist, wie sie ist. Romanfiguren dürfen ruhig auch mal anders sein als die Menscen, die mir im wahren Leben so über den Weg laufen. Wenn eine Figur in sich glaubwürdig ist, dann ist für mich das wichtigste Kriterium erfüllt, und das trifft auf Alice zu.

    Ich vermute, dass Alice hier einfach in Gedanken ihre Mutter hört?

    Denke ich auch. Interessanterweise spricht sie aber zum Beispiel nicht mit ihrer Mutter, so wie sie zum Beispiel mit Wittgenstein spricht. Die Idee finde ich übrigens ziemlich interessant - und bin gleichzeitig froh, dass mir die Umsetzung so glaubwürdig erscheint. Beim Klappentext hatte ich den Eindruck, dass das quasi dauernd der Fall sein würde. So wie es sich bisher darstellt, gefällt es mir aber sehr. Ich glaube zwar schon, dass die Gespräche wohl noch mehr werden, aber irgendwie ist das Ganze stimmig.

    Das kann ich im Moment überhaupt noch nicht abschätzen. Mir ist es unverständlich, warum ausgerechnet der Vater als Polizist immer von einem "Unfall" redet und offensichtlich keine Ermittlungen geführt/ veranlasst hat. Was hat es mit dem Fotoalbum im Tabuschrank auf sich, das Alice eigentlich nicht ansehen darf.

    Ja, das frage ich mich auch. Aber ich glaube, dass der Vater einfach überfordert ist. Seine Frau ist gestorben - ums Leben gekommen - und die Umstände sind ungeklärt. Alice strengt ihn unheimlich an, weil sie nicht so ist wie andere Kinder und er nicht weiß, was er mit ihr machen soll. Er hat sicher auch Angst, dass sie so ist, wie sie ist, weil sie traumatisiert ist. Oder vielleicht hat er Angst, was die Leute über ihn und sie reden könnten, weil sie nicht ist wie andere Kinder.
    Eventuell hat der Vater auch eine Ahnung, was es mit dem Tod auf sich haben könnte, und er hat Angst. Eventuell sogar ganz konkret um Alice, die ihre Nase in alles reinstecken muss.

    Interessant ist wie wichtig dieses Photoalbum scheinbar wird. Die Frage, ob ich Fotos von meiner Frau ins Album geklebt hätte, die mir jemand anonym eingeworfen hätte, ist berechtigt. Ich denke da immer anders herum: ich gehe davon aus, dass beide Möglichkeiten realistisch sind. Die Frage ergibt sich dann: wie tickt jemand, der so oder so handelt. Was für eine Psyche hat jemand, der eben die Photos einklebt?

    Es kommt mir auch nicht unrealistisch vor, ich frage mich nur, ob ich es gemacht hätte. Das kann ich irgendwie nicht einschätzen. Und immer mehr frage ich mich, ob nicht vielleicht auch noch mehr Bilder im Umschlag waren, die er irgendwo versteckt hat, weil vielleicht die Leiche seiner Frau drauf zu sehen ist oder was auch immer...

    ch wüsste nicht, dass diese Zahl etwas Satanisches an sich hat. Soll es heißen, dass insgesamt 11 Menschen ermordet werden sollen? Vielleicht ein Racheakt an 11 Menschen, die dem Mörder Unrecht getan haben? Religiöser Wahnsinn, weil die blutige 11 an der Kirchentür steht?
    Auf das Alter von Alice kann es sich nicht beziehen, sie war damals, als die Zahl auch schon an der Kirchentür auftauchte, noch nicht 11 Jahre alt.

    Ich hatte Zahlenmystik oder so etwas gar nicht im Sinn, aber bei der Kirchentür kann das natürlich sein. Ich hatte eher an so etwas gedacht, dass der Mörder sich vielleicht an elf Menschen für etwas rächen will, für das er ihnen die Schuld gibt... :-k

    Tom ist ein fragiler und problematischer Charakter, weil ihn seine Spezialisierung Vorteile bringt, aber auf der anderen Seite extrem angreifbar macht.

    Tom kenne ich ja noch nicht so gut, aber ich finde ihn toll als Gegenpol zu Alice. Er wirkt irgendwie viel zerbrechlicher als sie. Damit will ich gar nicht sagen, dass sie einen übermäßig toughen Eindruck macht, aber im Gegensatz zu Tom wirkt sie irgendwie stark auf mich.


    Interessant ist es, wie gut die Atmosphäre gestaltet ist. Es ist eigentlich Weihnachtszeit, schöne Weihnachtszeit, aber diese ist so düster und so unheimlich, dass man von dieser Atmosphäre ganz gefangen ist. Das liegt zum Teil natürlich auch an Alices traurigen Erinnerungen an die Weihnachtszeit (ich finde zum Beispiel ihre Lakritzeerinnerung so traurig und gleichzeitig schön. Dass solche kleinen Momente bleiben, ist doch tröstlich), aber insgesamt finde ich es schon beeindruckend, wie sehr man das Gefühl hat, dass die Kälte und die Düsternis des Winters in dem Ort greifbar sind.


    Auch sehr anrührend fand ich das hier:

    Zitat

    Der schwarze Weihnachtsstern lag halb ausgeschnitten noch immer in dem ewig dunklen Zimmer, dort, wo Mama ihn angefangen hatte. (S. 22)

    Ich musste ein bisschen an Miss Havisham aus "Great Expectations" denken - die in dem einen Moment lebt, der den Wendepunkt zwischen Glück und Unglück in ihrem Leben bedeutet. Natürlich ist das hier nicht so extrem, und ich kann sowas - zumindest zum Teil - total verstehen. Als meine Großmutter starb, war es für uns total schwer, ihr angefangenes Strickzeug wegzuwerfen. Etwas zu entsorgen, das derjenige, der es begonnen hat, nicht mehr beenden kann, das ist sehr schmerzhaft. Dass es ein "ewig dunkles Zimmer" und diese Sachen gibt, zeigt, wie gefangen alle noch in ihrer Trauer sind.

    @Hiri: Die Episode mit dem Bier für den Toten finde ich auch unheimlich. Überhaupt hat der gsnze Ort etwas sehr Düsteres für mich. Überall scheint Alice auf Menschen zu stoßen, die irgendwelche Geheimnisse haben oder an alten Geschichten hängen, die zum Teil recht unheimlich sind. Das ist einerseits für ein so kleines Dorf vielleicht irgendwie normal, aber gleichzeitig fragt man sich doch, was da alles unter der Oberfläche brodelt.

    Hallo, ihr LIeben,
    mit etwas Verspätung aber großer Begeisterung steige ich ein! Ich habe bis zum 8. Kapitel gelesen bisher und ich bin total begeistert. Wie vielen von euch hat mich der Anfang schon total mitgerissen. Die Situation im Wald hat totales Kopfkino ausgelöst bei mir und ich finde es spannend, dass nach dem ersten Kapitel dieser Bruch zum zweiten entsteht. Einerseits will ich natürlich nicht wieder mit Alice in diese Szene im Wald, andererseits will ich unbedingt wissen, wie die Geschichte für sie ausgeht. Alice finde ich richtig toll; sie ist eine tolle Protagonistin.

    Merkwürdig ist jedoch, dass mir schon viele Leser geschrieben haben oder auf Lesungen gesagt haben, dass doch ein elfjähriges Kind nicht so klug sein kann.

    Solche Aussagen finde ich immer blödsinnig. Natürlich ist Alice ein ungewöhnliches Kind - ihr Interesse und Verständnis für Philosophie sind schon ungewöhnlich; auch die Tatsache, dass sie bereits "Gullivers Reisen" gelesen hat, ist natürlich eher etwas, das elfjährige Mädchen nicht typischerweise tun. Andererseits - warum nicht? Mich hat Alice auch direkt an Flavia erinnert, das gebe ich gern zu, aber dennoch ist sie vollkommen anders und sehr eigen.
    Was mir auch gut gefällt, sind diese Kleinigkeiten an ihr; dass sie zum Beispiel schwierige Wörter nachschlägt, um sie dann in einem Gespräch zu verwenden. Das zeigt ja auch, dass Alice nicht eine allwissende Elfjährige ist, sondern einfach ein wissbegieriges Mädchen. :wink: Mir gefällt das.

    Sie glaubt nicht an einen Unfall, obwohl alles danach aussieht. Aber glaubt ihr, dass man am Ende des Romans tatsächlich den Mörder ihrer Mutter findet (oder gefunden hat)

    Ich würde im Moment davon ausgehen und hoffe, dass das für Alice gut ausgeht. :pale: Ich könnte mir allerdings auch vorstellen, dass

    Die Frage nun, ob Alice ein literarisches Vorbild hat, ist schwer zu beantworten. Großartig fand ich natürlich Alice im Wunderland von Lewis Caroll. Ich habe die Geschichte in meiner Jugend oft gelesen. "Alice" verdankt diesem Vorbild ihren Namen - aber eben nur den Namen.

    Interessant. Dabei könnte man, wenn man wollte, sicher noch mehr Parallelen finden. :wink:


    Ich mag aber nicht nur Alice in diesem Thriller, auch wenn sie natürlich im Fokus steht und etwas Besonderes ist. Tom und der Großvater haben es mir auch angetan - und auch Alices Vater finde ich nicht unsympathisch. Er macht sich eben große Sorgen um seine Tochter und das ist ja auch durchaus verständlich. Was mich allerdings gewundert hat, ist das Fotoalbum. Ich habe mich gefragt, ob ich an seiner Stelle ein Album mit den letzten Fotos meiner Frau gefüllt hätte, die mir jemand anonym in den Briefkasten geworfen hätte...


    Ich muss zur Arbeit und melde mich später wieder! Ich freue mich auf weitere Diskussionen; das Buch gibt Einiges her! :thumleft:

    Anfangs war ich begeistert von diesem Buch. Es hatte alles, was ich brauche, um mit einem Jugendbuch voll und ganz zufrieden zu sein: interessant gezeichnete Charaktere, bei denen es mir vor allem Tala und Remus Forester total angetan hatten, es spielt in meinem Lieblingsland, es nutzt dann auch noch britische Mythologie für seine Handlung – es schien durch und durch perfekt. Leider konnte das Buch meine anfängliche Begeisterung überhaupt nicht halten. Und wie es dazu kam, das will ich hier mal etwas genauer ergründen.
    An den Charakteren lag es nicht. Die Autorin versteht es wirklich, diese darzustellen und jeden ganz einzigartig zu machen; auch Nebencharaktere bekommen Eigenheiten zugeschrieben und werden dadurch schnell sehr gut vorstellbar. Ob das nun die Französischlehrerin ist oder die fiesen Typen in der Schule, die Wolfie immer ärgern, die Figuren sind alle gut durchdacht und bleiben im Gedächtnis. Besonders die drei Kinder sind natürlich absolut liebenswert, aber ich mochte auch Wolfies Mutter und Remus Forester sehr gern. Beide sind etwas spleenig, aber gerade deswegen vielleicht so herzig, um mal ein Wort zu bemühen, das mir nicht so leicht über die Lippen geht.
    Was Osman auch gut kann, ist, Orte beschreiben. Gerade Thornham ist sehr gut vorstellbar, die Atmosphäre dort scheint greifbar, für mich absolut gelungen und sehr gut. Hat mich durch und durch überzeugt.
    Aber was ist es dann? Nun, es bleibt ja nur noch die Handlung übrig, und die konnte mich eindeutig nicht über die knapp 500 Seiten fesseln. Die Erklärungen zur Mythologie sind anfangs noch interessant, werden dann aber immer langatmiger. Als es dann irgendwann klar wird, dass wir es hier noch mit einem Planeten namens Lupus zu tun bekommen, von dem die Kinder irgendwie abstammen, habe ich mich von dieser Geschichte verabschiedet. Andere Welten? Außerirdische? Och nö. Das brauch ich nun echt nicht. Ja, und da das Ganze in dem Bereich nun eindeutig zu abgefahren für mich wurde, war die Begeisterung schnell verflogen. Schade. Aber ich denke, dass die Handlung des Folgebandes am Ende des ersten auch schon so vorhersehbar ist, dass ich mir diesen dann auch schenken kann.
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Der Autor:
    Andreas Schlüter wurde 1958 in Hamburg geboren. Bevor er mit dem Schreiben von Kinder- und Jugendbüchern begann, leitete er mehrere Jahre Kinder- und Jugendgruppen und arbeitete als Journalist und Redakteur. Mit dem ersten Band der Erfolgsserie »Level 4« gelang ihm 1994 der Durchbruch als Schriftsteller. Neben Kinder- und Jugendbüchern schreibt er auch Drehbücher, u.a. für den Tatort und krimi.de. Andreas Schlüter arbeitet in Hamburg und auf Mallorca. Mehr auf www.schlueter-buecher.de Daniel Napp wurde 1974 in Nastätten (Rheinland-Pfalz) geboren. Nach Abitur und Zivildienst im Krankenhaus absolvierte er von 1996 bis 2002 ein Designstudium in Münster mit dem Schwerpunkt Illustration. Seit 2006 arbeitet er in der Ateliergemeinschaft Hafenstraße in Münster. Er wurde bereits viermal für die Illustratorenschau zur Kinder- und Jugendbuchmesse in Bologna ausgewählt. (amazon.de)


    Klappentext:
    Der neue Andreas Schlüter Spannung bis zur letzten Seite!Endlich Ferien! Finn will mit seiner Schwester Joanna und seinem Vater zwei entspannte Wochen in Florenz verbringen. Doch dann verschwindet der Vater plötzlich. Bald finden die Geschwister eine erste Spur: Im Notizbuch ihres Vaters sind merkwürdige Codes notiert. Was die wohl zu bedeuten haben? Und wer sind die unheimlichen Männer, die die Geschwister verfolgen? Joanna und Finn wissen nur eins: Ihr Vater ist in größter Gefahr!


    Inhalt:
    Seit ein paar Monaten lebt Joanna mit ihrem Vater in Florenz, denn dieser ist Kunstmaler und hat ein Stipendium bekommen. Nun kann er in der italienischen Stadt ein Jahr lang leben und malen. Joanna genießt das Leben mit ihrem Vater und lernt auch schnell recht gut, italienisch zu sprechen. Doch dann ist ihr Vater eines Tages spurlos verschwunden und Joanna hat nichts außer seinem Notizbuch mit ein paar merkwürdigen Hinweisen, und einer alten zerstückelten Karte. Was nun?
    Joanna beschließt, dass sie ihren Vater finden muss – und dass es besser wäre, wenn ihre Mutter gar nicht erst erführe, dass dieser verschwunden ist. Unter einem Vorwand schafft sie es dann sogar, dass sie ihren Bruder Finn zu sich nach Florenz holen kann, um mit ihm nach dem Vater zu suchen. Viel Zeit haben sie nicht, denn in wenigen Tagen wird ihre Mutter nachkommen und spätestens dann kommen sie in Erklärungsnot, wenn ihre Geschichte auffliegt – und ihr Vater nicht da ist.
    Eine Suche in Florenz ist natürlich nicht ganz leicht. Wo kann ihr Vater nur sein? Und warum ist ihr Vater entführt worden? Dass er nicht freiwillig abgehauen ist, steht für die Geschwister fest. Aber die Hinweise, die er scheinbar für den Notfall hinterlassen hat, sind absolut rätselhaft und schwer zu begreifen. Da ist es nicht schlecht, dass Finn und Joanna Verstärkung bekommen. Andrea, den Finn im Flugzeug kennengelernt hat, und Francesco, den die drei dann wiederum auf eher ungewöhnliche Art kennenlernen, erweisen sich als echte Freunde in der Not und als große Hilfe. Doch wo ist der Vater der beiden Geschwister? Und können sie vor ihrer Mutter verbergen, dass sie gerade ganz alleine durch Florenz laufen?


    Meine Meinung:
    Ich breche angesichts der Geschichte nicht in Begeisterungsstürme aus, aber das liegt vor allem daran, dass ich nicht mehr zur Zielgruppe gehöre, denke ich. “City Crime – Vermisst in Florenz” hat mir nämlich durchaus gut gefallen – eine interessante Lektüre für Kinder, bei der man Einiges über die Stadt erfahren kann und Italien “so nebenbei” kennenlernt. Das ist für mich ein echter Pluspunkt. Gerade dadurch, dass die Leserinnen und Leser mit Finn zusammen quasi nach Florenz reisen, kann man mit ihm zusammen die Stadt entdecken und sich von Joanna, Andrea und Francesco durch die Straßen führen lassen. Es wäre schön gewesen, wenn es zum Teil etwas mehr Bilder gegeben hätte – da viele berühmte Bauwerke und Plätze benannt werden, hätte man sich beim Lesen noch einen besseren Eindruck verschaffen können.
    Das Buch ist gut recherchiert und was mir auch gefällt, ist, dass es im Anhang noch ein Glossar mit italienischen Vokabeln und Redewendungen gibt. Sehr schön. Gerade junge Leser werden sicher gern noch mal nachschauen, was das ein oder andere Wort, das im Text vorkommt, denn nun wirklich bedeutet.
    Die Geschichte ist gut strukturiert und interessant erzählt. Die Schatzsuche und die Lösungen für die Knobelaufgaben hätte ich mir noch etwas stärker ausgearbeitet gewünscht, aber insgesamt kann man nicht meckern. Immer wieder gibt es Wendungen, mit denen man nicht gerechnet hätte, und Joanna und Finn müssen ganz schön tapfer sein.
    Die Erwachsene in mir murrt: “Aber dass Andrea seinen Eltern nie Bescheid sagen muss, wo er ist…” und “Dass die Kinder einbrechen und stehlen…”, und sie schüttelt missbilligend den Kopf. Das Kind in mir lehnt sich zurück und sagt: “War gut. Ruhe jetzt mit dem Gemecker.” Und so bleibt dies stehen: Ein schöner und spannender Krimi für Kinder.

    Die Autorinnen:
    Frl. Krise wurde 1958 am Niederrhein geboren, ihre Eltern waren Lehrer. Nach dem Studium, Biologie und Kunst, wurde sie 1973 Referendarin an einer Gesamtschule in Hessen und blieb dort zwanzig Jahre lang. Seit 2001unterrichtet sie an einer sogenannten Brennpunktschule. Sie hat zwei Töchter mit einem Lehrer und ist jetzt mit einem Nicht-Lehrer liiert. Ihr erstes Buch, Ghetto-Oma, erzählt von unglaublichen Schulgeschichten und erklomm die Bestsellerliste. Mit Der Altmann ist tot liegt nun ein Gemeinschaftsprojekt von Frl. Krise und Frau Freitag vor: der Auftakt einer Reihe von Kriminalromanen. Mit Berliner Lokalkolorit, Witz und Tempo, absurd-komischen Schulgeschichten und vielen alten Bekannten: Frl. Krises und Frau Freitags Schülern und Lehrerkollegen


    Frau Freitag wurde 1968 geboren und wollte schon früh Lehrerin werden. Seit nunmehr zehn Jahren unterrichtet sie Englisch und Kunst. Sie ist Klassenlehrerin einer 9. Klasse und lebt und arbeitet in einer Großstadt. Ihre beiden Bücher Chill mal, Frau Freitag und Voll Streng, Frau Freitag - eine Realsatire über den Brennpunkt Klassenzimmer - sind Bestseller. Mit Der Altmann ist tot liegt nun ein Gemeinschaftsprojekt von Frl. Krise und Frau Freitag vor: der Auftakt einer Reihe von Kriminalromanen. Mit Berliner Lokalkolorit, Witz und Tempo, absurd-komischen Schulgeschichten und vielen alten Bekannten: Frl. Krises und Frau Freitags Schülern und Lehrerkollegen.
    (Quelle: amazon.de)


    Klappentext:
    Pflichtlektüre!
    «Setzt euch alle mal hin. Ich muss euch was Wichtiges sagen: Der Altmann ist tot.»
    «Wie, tot?», fragt Rosa.
    «Na, mausetot. Aus, Ende, finito», antwortet Oszan.
    «Herr Fischer hat gesagt, er sei eine Treppe runtergestürzt.»
    «Wie, Treppe? Welche Treppe?», fragt Rosa, in deren Hirn es offensichtlich mächtig rattert.
    «Bestimmt die behinderte Treppe in Haus B. Ich schwöre, die ist voll Todestreppe. Mieses Teil!», sagt Fuat wichtig.
    «Unfall ... tzzzz», sagt nun Emre. «Das war bestimmt Mord!»
    Als wären die Tage an der Berliner Problemschule nicht schon abenteuerlich genug, kommt nun auch noch der Mathelehrer Altmann auf mysteriöse Weise ums Leben. Da stimmt doch was nicht, denken die Kolleginnen Frl. Krise und Frau Freitag: Musiklehrerin Johanna Schirmer postet überraschende Details über ihre Affäre mit ihm, die Cousins einer türkischen Schülerin hatten Rache geschworen, seine sehr junge, sehr schwangere Witwe versteht sich etwas zu gut mit ihrem Powerplate-Trainer, und Schüler Hikmet hat eine Rechnung zu begleichen. Frl. Krise und Frau Freitag ermitteln - und das alles neben dem ganz alltäglichen Schulwahnsinn.


    Inhalt:
    Eigentlich ist es ein ganz normaler Schultag, bis die Durchsage kommt, dass alle Lehrer in der Pause ins Lehrerzimmer kommen sollen. Und da steht dann der Schulleiter, Herr Fischer, und verkündet, dass Kollege Altmann gestorben ist. Die Treppe am Reichstag soll er ‘runtergefallen sein, mitten in der Nacht. Komisch, finden Frau Freitag und Fräulein Krise, denn eigentlich ist der Altmann ziemlich sportlich gewesen – warum soll der einfach so eine Treppe runterfallen, ohne dass er sich irgendwie abfängt oder so etwas? Also schließen die beiden sich schnell den Spekulationen der Schüler an: Der Altmann ist bestimmt ermordet worden! War schließlich auch ein Typ, mit dem einige noch eine Rechnung offen hatten. Hat der Altmann nicht immer alles angebaggert, was Röcke trägt, und dabei auch vor Schülerinnen nicht Halt gemacht? Hat es da nicht mal einen Skandal mit einer türkischen Familie gegeben?
    Je mehr sich die beiden Lehrerinnen ins Geschehen einmischen, desto verzwickter wird der Fall. Es ist nämlich so, dass es durchaus auch im Kollegium ein paar Leute gibt, die vielleicht wütend auf den Altmann gewesen sein könnten. Und die nervige Kollegin Schirmer heult wie ein Schlosshund. Hat die etwa was mit dem Altmann gehabt? Obwohl der verheiratet war und seine Frau schwanger ist! Die aber turtelt auch schon mit einem Anderen herum… alles sehr verworren.
    Doch da sie es gewöhnt sind, aus Widersprüchen Sinnvolles zu machen und da sie immerhin auch ein paar (ehemalige) Schülerinnen und Schüler haben, die – wenn auch manches Mal versehentlich – einen Tipp geben, sind Frau Freitag und Fräulein Krise bald schon mittendrin in den Ermittlungen. Kann ja auch nicht so schwer sein, denn wie Ermitteln geht, weiß man schließlich aus dem “Tatort”.


    Meine Meinung:
    Ehrlicherweise sollte man gleich sagen, dass man, wenn man auf der Suche nach einem “richtigen” Krimi ist, die Finger von diesem Buch lassen sollte. Frau Freitag und Fräulein Krise sind nun mal keine Polizistinnen, sie sind Lehrerinnen, die neben ihrer Tätigkeit in der Schule und neben alldem, was sie sonst noch so machen und erleben, lösen sie eben auch noch den Fall Altmann – wobei ihnen allzu oft auch der Zufall in die Hände spielt. Auch das muss man fairerweise sagen.
    Trotzdem fand ich das Buch super und habe es in zwei Sofasessions durchgelesen. Das liegt nicht nur daran, dass man durch die 300 Seiten einfach auch recht schnell durch ist, sondern auch daran, dass die Art des Erzählens mir einfach Spaß macht. Abwechselnd erzählen Frau Freitag und Fräulein Krise und zwar so, wie wir es aus ihren Blogs und Büchern kennen: Unverblümt, umgangssprachlich, zynisch, sehr komisch. Hat mir sehr gut gefallen – und der Schlagabtausch zwischen den beiden ist in manchem Dialog auch wirklich einfach zu witzig. Da ich die beiden gerade erst live gesehen habe, kann ich nur sagen, dass das, was sie schreiben – und wie sie schreiben – absolut authentisch ist. Hinzu kommt, dass auch in diesem Buch einige Passagen aus dem Schulalltag nicht ausgedacht sind… und das hat eben einen ganz besonderen Charme (vermutlich zumindest, wenn man auch im echten Leben weiß, wie schwer die Pubertät Menschen zusetzen kann).
    Beim Lesen habe ich mehrfach wirklich lachen müssen, dafür gebe ich gern zu, dass es mit der Spannung nicht weit her ist. Wer aber den Humor dieser beiden Lehrerinnen kennt und mag, der ist definitiv auch mit “Der Altmann ist tot” gut beraten. Vallah, ich schwör!