Beiträge von Strandläuferin

    Die Autorin:
    Martha Sophie Marcus, geboren 1972 im Landkreis Schaumburg, verbrachte ihre Kindheit mit Pferden, Hunden und viel Freiheit zwischen Kleinstadt- und Landleben. Sie studierte in Hannover Germanistik, Soziologie und Pädagogik und lebte anschließend zwei Jahre in Cambridge, UK. Ihr Interesse an der Vergangenheit reicht bis in ihre Kindheit zurück.
    Heute wohnt sie mit ihrer Familie in Lüneburg und betreibt begeistert Bogensport.
    Mit "Herrin wider Willen", einer Geschichte aus dem Dreißigjährigen Krieg, legte sie ihren ersten Roman vor. "Salz und Asche", ein Lüneburg-Roman, der im Jahre 1656 beginnt, folgte. "Der Rabe und die Göttin", ein Roman aus der Wikingerzeit, erschien im Jahr 2011, "Die Bogenschützin" im Jahr 2012. Und mit "Rabenherz und Elsternseele" (Baumhaus Verlag) ist Marthas erster Roman für junge Leser entstanden.
    Weitere Bücher sind in Vorbereitung. (amazon.de)


    Klappentext:
    Die Sommerferien haben angefangen, doch die 12-jährige Pia ist verzweifelt, denn seit Wochen ist ihre geliebte Großmutter verschwunden. Als sie noch einmal in Omas Haus auf Spurensuche geht, trifft sie dort auf ein seltsames Mädchen: Jorinde, die angeblich zu den Vogelmenschen gehört. Und dann findet Pia etwas über sich heraus, das ihr ganzes Leben auf den Kopf stellt. Auch sie kann fliegen! Bald werden Pia und ihre neuen Freunde in einen Kampf gegen ihre schlimmsten Feinde verwickelt - Ein fantastischer Roman über Freundschaft und ein großes Geheimnis


    Inhalt:
    Pia ist verzweifelt, denn ihre Oma ist verschwunden. Einfach so, ohne ein Wort, ist sie eines Tages nicht wieder aufgetaucht, und weder Pia noch ihre Eltern haben irgendeine Idee, wo sie kein könnte. Während Pias Eltern versuchen, sich irgendwie an den Gedanken zu gewöhnen, dass der alten Dame etwas passiert sein könnte, will Pia das überhaupt nicht glauben. Ihre Oma, die sie so lieb hat, die ihr all diese schönen, glitzernden Armbänder geschenkt hat, die immer für sie da ist – nein, die kann nicht einfach weg sein!
    Doch als Pia eines Tages bei ihrer Oma im Haus die Blumen gießen will, ist das Haus nicht leer – es ist jedoch nicht ihre Oma, die sie dort antrifft, sondern ein Mädchen, das sich hier versteckt hat. Und mit Jorinde stimmt etwas nicht, mal ganz davon abgesehen, dass sie hier eingebrochen ist und sich von Pias Lieblingskeksen ernährt. Das Mädchen behauptet, in Schwierigkeiten zu sein und Hilfe von Pias Oma zu brauchen – und sie hat statt ihres rechten Fußes eine Vogelkralle.
    Pia erfährt, dass Jorinde ein Vogelmensch ist und sich von Zeit zu Zeit in einen Vogel verwandeln muss. Das allein wäre ja schon genug zu verdauen, aber eine Entdeckung im Keller ihrer Oma zeigt ihr, dass da noch viel mehr ist, das sie nicht wusste und das ihre Mutter und ihr Papa immer vor ihr geheimgehalten haben. Ein altes Familiengeheimnis stellt Pia vor ebenso viele Antworten wie neue Fragen – und sie erfährt etwas über sich selbst, das ihr Leben für immer verändern wird.
    Zeit um sich wirklich mit all diesen Neuigkeiten auseinanderzusetzen, bleibt aber nicht. Denn auch wenn Jorinde und Pia sich alles Andere als gut verstehen, gibt es etwas, das sie zusammen tun müssen und für das sie einander brauchen. Da die Gefahr, der sie sich gegenübersehen, größer ist, als sie zunächst vermutet haben, ist es nicht schlecht, dass sie auch noch Strix und Bubo kennenlernen, zwei Jungen, die ein ganz ähnliches Problem haben…


    Meine Meinung:
    Ich hatte mir etwas Märchenhafteres versprochen als das, was “Rabenherz und Elsternseele” hinterher wirklich ist. Ich dachte bei Jorinde und bei Vogelmenschen an eine böse Zauberin, vielleicht ein Schloss in einem Zauberwald… sowas eben. Das bekommt man bei diesem Roman nicht.
    Das macht aber nichts, kann ich am Ende des Buches sagen, denn “Rabenherz und Elsternseele” ist wirklich ein gut erzähltes Jugendbuch, das beim Lesen echt Spaß macht. Die Autorin hat ein Element aus vielen Märchen genommen, nämlich die Verwandlung von Menschen in Vögeln, die wir ja nicht nur aus “Jorinde und Joringel” kennen, und macht daraus eine Geschichte, die ein bisschen märchenhaft ist, ein paar Fantasyelemente hat und irgendwie etwas ganz Eigenes ist. Das finde ich überzeugend und es macht beim Lesen wirklich Spaß.
    Pia ist eine ganz interessante junge Protagonistin und Erzählerin, die man mögen kann, weil sie witzig und schlagfertig ist und weil sie sich für eine Zwölfjährige sehr glaubwürdig verhält. Jorinde mochte ich auch, auch wenn sie und Pia sich wirklich absolut nicht gut verstehen – gerade diese Spannungen machen die Geschichte aber von Zeit zu Zeit auch echt lustig. Die anderen Figuren sind ebenfalls wirklich gut gezeichnet; jeder hat etwas, das ihn einzigartig macht und niemand wird so überzeichnet, dass er nicht mehr glaubwürdig wäre.
    Das Familiengeheimnis von Pias Familie ist natürlich nicht ganz schwer zu erraten. Die Umsetzung ist auch richtig schön, und mir hat besonders gefallen, wie Pias Mutter, die bisher immer vermieden hat, sich damit auseinanderzusetzen, nun nicht mehr umhin kann, sich damit zu beschäftigen und einsehen muss, dass ihr Verhalten bisher nicht ganz richtig war. Mütter kommen in Jugendbüchern ja oft nicht gut weg, aber Pias Mutter kann man wirklich mögen.
    “Rabenherz und Elsternseele” ist ein Jugendbuch mit gut konstruierter, spannender Handlung und interessanten, glaubwürdigen Charakteren. Lesenswert. Hat mir gut gefallen.
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Die Autorin:
    Sara Shepard hat an der New York University studiert und am Brooklyn College ihren Magisterabschluss im Fach Kreatives Schreiben gemacht. Sie wuchs in einem Vorort von Philadelphia auf, wo sie auch heute lebt. Ihre Jugend dort hat die „Pretty Little Liars“-Serie inspiriert, die in 22 Länder verkauft wurde und die, ebenso wie ihre neue Reihe "Lying Game", zum New-York-Times-Bestseller wurde. Inzwischen werden "Pretty Little Liars" und "Lying Game" mit großem Erfolg als TV-Serien bei ABC ausgestrahlt.
    (amazon.de)


    Klappentext:
    The jaw dropping conclusion to Sara Shepard's latest series of secrets, lies, and killer consequences.
    The final installment in NEW YORK TIMES bestselling author Sara Shepard's The Lying Game series delivers suspenseful action, to die for lifestyles, magnetic characters, and a terrifying twist as Sutton's killer is revealed.
    After Sutton Mercer died, her long lost twin, Emma, stepped into her life to solve her murder. For months now Emma's had her hands full ruling out suspects, but as she gets closer to the truth, the killer will do whatever it takes to make sure Emma never breathes a word.


    Inhalt:
    Drei Monate lang lebt Emma nun das Leben ihrer ermordeten Zwillingsschwester und niemand außer ihrem Freund Ethan weiß, dass sie überhaupt nicht Sutton Mercer ist. Zwar fällt ihr das Lügen immer schwerer, doch Emma weiß, dass sie jeden in Lebensgefahr bringen würde, dem sie die Wahrheit sagt – der Mörder scheint ihr immer einen Schritt voraus zu sein.
    Jetzt jedoch spitzt sich die Lage immer mehr zu. Sutton, die nur als Geist mitbekommt, was mit Emma los ist und der es nicht möglich ist, mit der noch lebenden Schwester Kontakt aufzunehmen, glaubt inzwischen zu wissen, wer sie getötet hat – und auch für Emma selbst verdichten sich die Beweise immer mehr, dass es Suttons Exfreund Garrett gewesen sein muss. Garrett ist seit einer Sache, die seiner Schwester passiert ist, psychisch schwer gestört und neigt zu unkontrolliertem Verhalten. Ist ein Streit mit Sutton außer Kontrolle geraten?
    Als Suttons Leiche endlich im Canyon gefunden wird, glaubt man zunächst, das tote Mädchen sei Emma Paxton, die auf der Suche nach ihrer Zwillingsschwester von Las Vegas nach Tucson gekommen sei. Doch es ist nur eine Frage der Zeit, bis Emmas Tarnung auffliegt und sie von einer Sekunde auf die andere alles verliert, was sie sich als Sutton aufgebaut hatte: da jeder glaubt, sie habe Sutton auf dem Gewissen und sich aus Neid das Leben ihrer Schwester angeeignet – um jeden Preis, beginnt eine Hetzjagd auf Emma. Diese bemerkt nun erst recht, wie viel ihr die Mercers und auch die Mädchen vom Lying Game Club eigentlich bedeuten; und auch wenn sie fürchten muss, sich nun noch mehr dem Mörder auszusetzen als bisher schon, setzt sie alles daran, um ihre Unschuld zu beweisen. Doch es gibt einen Menschen in ihrer Umgebung, der alles dafür tun würde, um Emma zum Schweigen zu bringen…


    Meine Meinung:
    Am Ende von Band 5 war ich mir endgültig sicher, wer der Täter sein würde, und das bestätigte sich in diesem Band dann auch. Was als großer Überraschungseffekt gedacht war, wird wahrscheinlich jedem, der schon mal ähnliche Romane gelesen hat, als recht offensichtlich erscheinen, aber in der Zielgruppe kann ich mir schon vorstellen, dass Überraschung und Entsetzen groß sein werden. Als man fünfzig Seiten vor Schluss weiß, wer es war, inklusive Geständnis des Täters, fragt man sich, was nun noch kommen soll, aber natürlich muss nun noch erzählt werden, wie es für Emma weitergeht und wie Sutton quasi erlöst wird.
    Das dadurch sehr lange Ende war dennoch ganz gut, denn hier macht Sara Shepard nicht einfach ein großes Happy End auf, sondern überlegt sich schon etwas, das in Anbetracht der Handlung passend ist. Manche Szenen sind unheimlich kitschig, gerade das letzte Kapitel ist in der Hinsicht fast nicht zu übertreffen, aber ich fand es trotzdem ganz schön zu lesen.
    Die erste Hälfte des letzten Bandes muss man sich schon etwas zusammenreißen, weiterzulesen. Nach fünf Bänden, die im Prinzip immer vollkommen gleich aufgebaut sind, reicht es dann auch mal hin und Emmas ewig gleiche Gedanken zum Thema Wahrheit sind dann auch irgendwann wirklich nicht mehr allzu interessant.
    Etwas lächerlich – tut mir leid – sind immer Suttons Erinnerungen zu dem Mord. Wir erinnern uns: das Mädchen wurde in einem vermeintlich einsamen Canyon mitten in der Nacht umgebracht. Einsam? Hm, Ms. Shepard, mindestens sechs (!) Menschen haben dort am selben Abend (!) so einen Streit mit Sutton gehabt, dass, wenn praktischerweise die Erinnerungen des toten Mädchens endeten, immer angedeutet wurde, diese eine Person habe Sutton getötet. Aber nein – die Person wird immer noch von einer nächsten abgelöst, die eine immer traurigere Sutton im Canyon vorfindet. Kein Wunder, wenn man x-mal attackiert und gepackt und an den Abgrund geschubst wurde. Im verlassenen Canyon war ganz schön was los! Und vor allem wimmelte es da von Leuten, die zufällig eine Rechnung mit Sutton offen hatten. Nun gut…
    Davon mal abgesehen, wird die Reihe hier zu einem glaubwürdigen und guten Abschluss gebracht. Und damit kann man ja zufrieden sein.
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    Die Autorin:
    Sara Shepard hat an der New York University studiert und am Brooklyn College ihren Magisterabschluss im Fach Kreatives Schreiben gemacht. Sie wuchs in einem Vorort von Philadelphia auf, wo sie auch heute lebt. Ihre Jugend dort hat die „Pretty Little Liars“-Serie inspiriert, die in 22 Länder verkauft wurde und die, ebenso wie ihre neue Reihe "Lying Game", zum New-York-Times-Bestseller wurde. Inzwischen werden "Pretty Little Liars" und "Lying Game" mit großem Erfolg als TV-Serien bei ABC ausgestrahlt. (amazon.de)


    Klappentext:
    »Sutton ist tot. Sag es niemandem. Spiel weiter mit … Oder du bist als Nächste dran.« Vor zwei Monaten wurde Emma Paxtons Zwillingsschwester Sutton umgebracht und der unbekannte Mörder hat Emma gezwungen, Suttons Platz einzunehmen. Emma ist fest entschlossen, den Täter zu entlarven. Die Shortlist der Verdächtigen wird immer kürzer, aber Emma hat noch keine wirklich heiße Spur. Der Verdacht gegen Suttons Stiefschwester hat sich in Luft aufgelöst. Bleibt noch Emmas und Suttons leibliche Mutter Becky, die vor kurzem aus dem Nichts wiederaufgetaucht ist. Und sofort erkannt hat, dass Emma nicht Sutton ist – etwas, das nur Emmas Freund Ethan und der Mörder wissen. Reiner Mutterinstinkt? Oder weiß Becky mehr, als sie zugibt?


    Inhalt:
    Nachdem Emma nun erfahren hat, wie es um ihre Familie bestellt ist und dass ihre leibliche Mutter Becky im Leben ihrer Eltern immer eine Rolle gespielt hat, könnte man meinen, die Situation würde nun einfacher für sie werden – doch dem ist nicht so. Plötzlich tauchen nämlich immer neue Fragen auf: Warum haben die Mercers ihr nie die Wahrheit über ihre Mutter gesagt? Warum hat Becky die Zwillinge getrennt? Und – hat Becky etwas mit dem Tod von Sutton zu tun? Ist sie die Mörderin ihrer eigenen Tochter?
    Emma weiß nur eines ganz sicher – sie muss sich vor Becky in Acht nehmen. Diese ist unberechenbar und offensichtlich zu allem fähig. Mehrfach wird sie in die Klinik eingewiesen, genauso oft kann sie entkommen oder wird sogar entlassen, wenn es ihr vermeintlich besser geht. Niemand ahnt, dass Emma genau deswegen um ihr Leben fürchten muss – außer Ethan, der ihr in all diesem Trubel die einzige echte Stütze ist, weil nur er ihr Geheimnis kennt.
    Doch auch die Beziehung zu ihm ist nicht immer einfach, denn Suttons Exfreund Thayer, der keine Ahnung hat, dass er es längst nicht mehr mit Sutton, sondern mit deren Zwillingsschwester zu tun hat, lässt Emma einfach nicht in Ruhe. Für ihn ist es unbegreiflich, dass “Sutton” nicht mehr an das anknüpfen kann, was einmal zwischen ihnen war. Und Emma muss ebenfalls feststellen, dass sie häufig das Gefühl hat, die Grenzen zwischen ihrer Zwillingsschwester und ihr würden mehr und mehr verschwimmen.
    Und dann taucht dieses neue Mädchen in der Schule auf – Celeste ist ganz anders als die Mädchen aus dem Lying Game Club, und ihre esoterische Ader sorgt für viel Hohn und Spott. Als sie Emma auf den Kopf zusagt, dass diese sich in Gefahr befände und scheinbar in ihrer Aura ein paar Dinge sieht, die gar nicht zu Sutton, umso mehr aber auf Emma zutreffen, beginnt Emma sich zu fragen, wie viel Celeste über sie ahnt. Doch ihr Geheimnis darf nicht ans Licht kommen! Zum Glück ist Emma ja jetzt Sutton Mercer – und mit der legt sich niemand ungestraft an…


    Meine Meinung:
    Wenn man die Handlung wiederzugeben versucht, merkt man schnell, dass diese Reihe aus lauter Wenns und Abers besteht. Auch in diesem Band darf man wieder erstaunt darüber sein, dass Emma, die die Identität ihrer toten Zwillingsschwester angenommen hat und nun versucht, deren Mörder zu finden, auch in der allergrößten Panik noch weiß, welche Edelmarken die Freundinnen tragen, wie viele Schichten Mascara sie braucht und wie man sich Smoky Eyes schminkt. Eine interessante Form von Multitasking – auch in Lebensgefahr noch “dressed to kill” – oder “dressed to be killed”?
    Es gelingt mir immer noch nicht immer, die einzelnen Lying Game Club-Mädchen auseinanderzuhalten, aber das ist für die Handlung ja zum Glück auch nicht notwendig. Einzig Emmas neu gewonnene Freundin Nisha ist anders als die anderen Mädchen, und bringt mal ein bisschen neuen Wind in die Geschichte. Das hat mir gut gefallen.
    Die ewigen Schlägereien zwischen Ethan und Thayer lassen vermuten, dass einer der beiden Sutton umgebracht hat, und dass Emma am Ende den Anderen erwählt, aber natürlich kann das auch eine falsche Spekulation sein. Ich habe jedenfalls einen Verdacht und bin gespannt, ob der sich bestätigt.
    Die Handlung zieht sich in der Mitte dieses Bandes scheinbar endlos hin. Es passiert einfach wenig Neues. Aus Celeste und ihrer esoterischen Ader hätte man auch mehr machen können, finde ich, zumal Suttons Geist ja nun schon seit fünf Bänden versucht, mit Emma in Kontakt zu treten. Vermutlich wird das im Abschlussband dann aber mal gelingen.
    Langsam wird dieses ewige “Who dunnit?” hier etwas viel. Man weiß ja inzwischen bereits am Anfang jeden Bandes, dass der oder die Hauptverdächtige am Ende ausgeschlossen werden können. Ich hoffe, dass die Autorin sich für den letzten Band einen echten Knaller hat einfallen lassen. Es wäre schade um eine Reihe, die so gut begonnen hat…
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    Die Autorin:
    Eine kleine freche Göre, die die Welt der Erwachsenen auf den Kopf stellt, änderte schlagartig ihr Leben: Gerade noch Sekretärin beim Königlichen Automobilklub in Stockholm, wurde Astrid Lindgren 1945 sprichwörtlich über Nacht berühmt. Sie hatte eine Romanfigur erfunden, die wie sie eine Weltkarriere machen sollte: Pippi Langstrumpf. Lindgren, die 1907 in Vimmerby, Småland, geboren wurde, arbeitete fortan als Kinderbuchlektorin und Autorin. Ihr Erfolg war einmalig. Lindgren, die selbst Kinder hatte, mischte sich immer wieder in aktuelle politische Debatten ein und kämpfte bis zu ihrem Tod 2002 für die Rechte von Kindern. Das tut auch Pippi Langstrumpf, deren anarchische Charakterzüge die allzu strengen Regeln der Erwachsenen erfolgreich torpedieren. Ein großartiges Erbe! (amazon.de)


    Klappentext:
    Nirgendwo ist es so schön wie in Bullerbü! Es gibt in dem kleinen Dorf nur drei Höfe, und Lisa, Bosse, Lasse, Inga, Britta, Ole und die kleine Kerstin können dort herrlich spielen. Sie bauen Hütten, gehen auf Schatzsuche oder übernachten in der Scheune. Im Sommer angeln sie und fangen Krebse und im Winter laufen sie Schlittschuh und rodeln um die Wette ... Die Gesamtausgabe enthält die Einzelbände "Wir Kinder aus Bullerbü", "Mehr von uns Kindern in Bullerbü" und "Immer lustig in Bullerbü".


    Inhalt:
    Ach, wie schön ist es in Bullerbü, diesem kleinen Dorf, das nur aus drei Bauernhöfen besteht: dem Nordhof, dem Südhof und dem Mittelhof. Hier gibt es sechs Kinder, die zusammen richtig viel Spaß haben – auch wenn die Mädchen die Jungen manchmal ganz schön doof finden – und umgekehrt. Lisa jedenfalls ist von ihren Brüdern Lasse und Bosse manchmal doch genervt, vor allem, weil Lasse immer denkt, dass er alles bestimmen kann, nur weil er der Älteste ist. Aber dann wieder ist es auch einfach schön, wenn sie zu sechst losziehen können, die Kinder von Bullerbü, um große Abenteuer zu erleben.
    So sind Lasse, Bosse, Ole, Britta, Inga und Lisa mehr als einmal auf Schatzsuche, sehen einen Wassergeist, legen sich mit dem bösen Schuhmacher Nett an, backen Zuckerkuchen und erkunden die Gegend rund um Bullerbü. Es gibt ja so viel zu entdecken! Wenn Lisas Eltern immer wüssten, was ihre Tochter für Felsen und Bäume erklimmt, wären sie vielleicht erschrocken, aber was soll man machen, wenn es doch in Bullerbü so schön ist und es so viel zu tun gibt? Deswegen können sich Lisa und Inga auch nie einigen, wann es in Bullerbü eigentlich am schönsten ist. Vielleicht im Sommer, wenn man ein Seeräuber sein und schwimmen gehen kann? Wenn man sein Geld mit dem Verziehen von Rüben verdienen kann? Wenn man Mittsommer feiern kann? Oder vielleicht ist es auch im Frühling am schönsten, wenn man nachsehen kann, ob schon Leberblümchen wachsen, wenn die Natur erwacht, die Lämmchen geboren werden und Ostern kommt? Weihnachten allerdings ist auch besonders schön, finden die Kinder aus Bullerbü. Und wenn man in der Silvesternacht das neue Jahr mit Fruchtsaft und Äpfeln begrüßen kann, dann ist das doch auch etwas ganz Besonderes.
    Eines ist es jedenfalls nie in Bullerbü – und das ist: langweilig. Wer möchte schon in Stockholm leben, wenn es doch in Bullerbü so unglaublich schön ist?


    Meine Meinung:
    Ach, Bullerbü… einer meiner liebsten Orte im Astrid-Lindgren-Kosmos. Was mir an “Die Kinder aus Bullerbü” so gut gefällt, sind auch tatsächlich die verschiedenen Kinder, die alle so liebenswert sind. Natürlich hat Ich-Erzählerin Lisa vielleicht einen kleinen Vorteil, weil ihre Erzählstimme mir so gut gefällt, aber ich glaube, am liebsten mag ich Lasse, dem einfach immer etwas einfällt, der nie um eine Antwort verlegen ist und der die anderen Kinder mit seinen verrückten Ideen immer bestens unterhält.
    In Bullerbü ist die Welt noch in Ordnung, aber auch wirklich auf eine schöne Art und Weise. Ich finde es total schön, in diese Welt zu versinken und für eine Weile dort unterzukommen. In diesem Buch erfahren wir nicht viel über die Welt der Erwachsenen, und es gibt nicht wie bei “Madita” Hinweise auf Missstände im Land oder auf wirklich arme Menschen, hier ist einfach ein Stück heile Kindheit zu finden, und das ist einzigartig. Die Geschichten sind mir immer noch ganz nah, jede weckt irgendwie Erinnerungen, und ich erinnere mich gern daran, dass ich auch gern wie Lisa ein Lämmchen gehabt hätte, das mich zur Schule begleitet, dass ich auch gern wüsste, wo die beste Stelle für Walderdbeeren ist und wie groß Bosses Vogeleiersammlung in Wirklichkeit ist.
    Den Kopf geschüttelt habe ich nur ein einziges Mal, als nämlich Lasse ein schwarzes Bild malt und zu Britta sagt, auf dem Bild sähe man “fünf schwarze Neger” in einem dunklen Raum. Der Satz hat eine Fußnote bekommen und eine Erklärung, dass der Begriff früher in Ordnung gewesen sei, man heute aber “Schwarze” sage. Na gut, das ist mir immer noch lieber als eine völlige Neuübersetzung, die eine ganz andere Sprache heraufbeschwören könnte. Ausgerechnet bei den Lindgren-Büchern immer auf diese “political correctness” hinzuweisen, finde ich übertrieben, denn gerade Astrid Lindgren war ja nun wirklich absolut keine Rassistin, aber nun gut. Das nur am Rande.
    Für mich ist “Die Kinder aus Bullerbü” ein Stück Kindheit, und ich lege es allen ans Herz, die es noch nicht kennen und denen, die es schon kennen und vielleicht lange nicht gelesen haben. Wiederlesen lohnt sich.
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Die Autorin:
    Sophie Divry lives in Lyon, France. The Library of Unrequited Love is her first novel. (amazon.de, ich weiß, in diesem Fall echt detailliert. :wink: )


    Klappentext:
    One morning a librarian finds a reader who has been locked in overnight. She begins to talk to him, a one-way conversation full of sharp insight and quiet outrage. As she rails against snobbish senior colleagues, an ungrateful and ignorant public, the strictures of the Dewey Decimal System and the sinister expansionist conspiracies of the books themselves, two things shine through: her unrequited passion for a researcher named Martin, and an ardent and absolute love for the arts. A delightful divertissement for the discerning bookworm...


    Inhalt:
    Normalerweise unbeachtet von den Bibliotheksbesuchern, die ihr viel zu wenige Fragen stellen, zu wenig ernst genommen von den Mitarbeiterinnen, die oben in der Abteilung für Belletristik arbeiten und die sich angeblich für etwas Besseres halten, kommt die Bibliothekarin, die für die Geographieabteilung zuständig ist, früh morgens zur Arbeit, um die Regale durchzuschauen und Bücher einzusortieren, die ausgeliehen gewesen waren und nun zurückgegeben wurden. Aber heute ist alles anders als sonst, denn als sie in die Bibliothek kommt, trifft sie unverhofft auf einen Besucher, der versehentlich über Nacht in der Bibliothek eingeschlossen gewesen war. Zunächst verärgert über den ungebetenen Gast, beginnt die Bibliothekarin damit, von ihrer anstrengenden Arbeit und den Besonderheiten des Ordnungssystems zu erzählen, redet sich aber immer mehr in Fahrt. Wir erfahren, wie einfach es durch ein zentrales Ordnungssystem ist, Bücher in Regalen aufzuspüren, welche Autoren sich den Respekt der Bibliothekarin verdient haben und auf welche sie herabsieht, was sie an Bibliotheken stört und was sie an ihnen liebt und letztlich hören wir noch etwa über Martin. Dieser mysteriöse Bibliotheksbesucher, dessen Nacken die einsame Bibliothekarin an einen Buchrücken erinnert und den sie deswegen so attraktiv findet, kommt seit längerer Zeit regelmäßig und scheint an einer wissenschaftlichen Arbeit zu schreiben. Jedes Mal hofft die Bibliothekarin, er möge sie wahrnehmen – als Frau. Ihr eine Frage stellen, mit ihr ins Gespräch kommen. Doch leider bleibt Martin unerreichbar.
    Der Monolog de Bibliothekarin endet erst, als der Sicherheitsdienst oben die Türen aufschließt und der unfreiwillige Übernachtungsgast das Gebäude verlassen kann.


    Meine Meinung:
    Wer sich auf “The Library of Unrequited Love” einlässt, bekommt 92 Seiten lang einen dramatischen Monolog geliefert. Ohne Punkt und Komma redet die Erzählerin, und ohne einen einzigen Absatz läuft der Text über seine gesamte Länge. Dies fand ich zuerst etwas befremdlich, aber ist man erst einmal in die Gedankenwelt von Divrys etwas verbitterter Erzählerin eingestiegen, macht das Ganze einfach nur noch Spaß.
    Erwartet hatte ich ehrlich gesagt etwas ganz Anderes, nämlich eine Art Liebeserklärung an das Lesen, an Bibliotheken und so weiter, aber die Liebe der Bibliothekarin zu Ordnung, zu Büchern, eigentlich auch zu Bibliotheken – und auch die zu Martin, sie alle sind wirklich unerwidert. Fast könnte sie einem leid tun, aber irgendwie war sie mir dazu nicht sympathisch genug. Wie eine reale Person auch, offenbart Divrys Ich-Erzählerin Facetten ihrer Persönlichkeit, die sympathisch sind, manchmal scheint sie aber wirklich auch sehr verbittert und sogar ein bisschen verrückt. Das macht beim Lesen unheimlich viel Spaß.
    Richtig gut fand ich auch, dass man beim Lesen die ein oder andere interessante Information zum Thema Bibliotheken aufschnappen konnte, und ein bisschen schuldig habe ich mich tatsächlich am Frust der Bibliothekarin auch gefühlt, denn ich gehöre ja auch zu den Lesern, die Bücher immer besitzen wollen und deswegen eigentlich nichts aus Bibliotheken ausleihen. Das gebe ich ja zu. Nichtsdestotrotz gehe ich ganz gerne in Bibliotheken, weil ich die Atmosphäre in den meisten sehr mag. Wie sich die Gestaltung von Bibliotheken entwickelt hat, erzählt die Bibliothekarin hier übrigens auch zumindest kurz, und das fand ich zum Beispiel durchaus spannend.
    Ein ungewöhnliches Buch, das aber durchaus lesenswert ist und uns vielleicht dazu anregen kann, unser Leseverhalten ein bisschen zu beobachten. (Nicht, dass wir das nicht ohnehin schon täten…)
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Ich habe das Buch vor ein paar Wochen erneut gelesen und ich liebe es nach wie vor...


    Was für ein superschönes Buch! Ich habe immer schon einen Kloß im Hals, wenn ich es nur aus dem Regal ziehe, denn ich weiß, dass es keine halbe Stunde dauern wird, bis ich das erste Mal weinen muss. Und auch später… nun, sagen wir mal, der Anfang ist da noch harmlos. Diese Geschichte rührt mich zu Tränen, es macht mich traurig und tröstet mich irgendwie gleichzeitig. Das mag komisch klingen, aber genauso ist es.
    Diese Geschichte ist einzigartig. Allein schon Nangijala als Schauplatz ist wirklich schön – ein Land aus der Zeit der Sagen und Märchen, auf den ersten Blick wirklich magisch in seiner Schönheit, sodass ich mit Krümel und Jonathan am Lagerfeuer sitzen möchte, bis die Sonne wieder aufgeht. Dann aber wird es dort so unheimlich und gefährlich, dass man erst recht weiterlesen möchte, weil man unbedingt dabei sein will, wenn das Land gerettet wird. Es spricht für Astrid Lindgren, dass ich jetzt schon unzählige Male mit ihr durch Nangijala gereist bin und es für mich nichts an seiner Schönheit eingebüßt hat. Auch Tengil und Katla machen mir jedes Mal wieder Angst und mit Jonathan und Krümel Löwenherz hat Astrid Lindgren ohnehin zwei Figuren erschaffen, die man vom ersten Moment an mag und mit denen man dann wirklich mitfiebert bis zum Ende.
    Die Geschichte selbst liest sich wie eine Sage oder Legende, und damit zeigt sich, dass Astrid Lindgren wirklich nicht nur eine Art von Kinderbüchern schreiben kann. Was ich an ihr auch mag, ist, dass sie sich an ein schwieriges Thema herangewagt hat – nämlich das, was nach dem Tod kommt. Heute gibt es ja viele Jugendbücher, die sich mit dem Thema Sterben beschäftigen, aber in meiner Kindheit war “Die Brüder Löwenherz” das einzige, das ich kannte. Vielleicht ist das ein Grund, aus dem mich diese Geschichte immer wieder so berührt. Vielleicht liegt es aber auch einfach daran, dass “Die Brüder Löwenherz” eines der schönsten Kinder- und Jugendbücher überhaupt ist.
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Inhalt:
    Sie liebt es, Perücken zu tragen und eine Andere zu sein. Sie ist viel allein unterwegs, pflegt eigentlich keine sozialen Kontakte. Alex lebt für sich allein, zurückgezogen. Und trotzdem ist da plötzlich dieser Mann, der sie beobachtet, zu verfolgen scheint. Noch während Alex versucht, sich darüber klarzuwerden, ob sie in Gefahr ist, ist der Mann plötzlich da und entführt sie. Nahezu bewusstlos ist die junge Frau, als sie in einem verlassenen Gebäude, das sie an eine Lagerhalle erinnert, zu sich kommt. Der Entführer behandelt sie brutal, sperrt sie in einen Käfig ein, in dem sie sich kaum bewegen kann. Hier muss Alex ausharren, dem Fremden völlig ausgeliefert. Wer ist der Mann? Und warum hat er gerade sie entführt? Alex weiß nur eines, denn das hat der Entführer ihr gesagt: er will sie sterben sehen.
    Kaum ist Alex entführt worden, da weiß auch schon die Polizei davon und die Ermittlungen beginnen. An vorderster Front kämpft Camille Verhoeven, ein Polizeibeamter, der sich einen Namen gemacht hat, weil er einen siebten Sinn zu haben scheint, was Ermittlungen betrifft. Bekannt ist er auch aufgrund seiner geringen Körpergröße, die ihm immer wieder zu schaffen macht. Doch diese kompensiert er dadurch, dass er bei einem Fall nie lockerlässt, was ihn für seinen Chef unersetzlich macht. Eigentlich sind Entführungsfälle für Verhoeven tabu, denn vor einigen Jahren ist seine Frau entführt und ermordet worden. Ein solcher Fall reißt alte Wunden auf, aber für Camille Verhoeven steht fest, dass er Alex finden muss. Er ahnt nicht, auf was für eine Geschichte er sich jetzt eingelassen hat…


    Meine Meinung:
    In Großbritannien hat dieses ursprünglich auf französisch erschienene Thrillerdebut Wahnsinnskritiken bekommen. Ein Plot voller Wendungen, bei dem bis kurz vor Schluss überhaupt nicht klar ist, wie alle Ereignisse dieses Thrillers zusammenhängen. Wenn so etwas auf einem Buch draufsteht, glaube ich das immer noch lange nicht; als versierte Krimileserin kriegt man immer noch alles Mögliche raus. Bei “Alex” (auf Deutsch übrigens: “Ich will dich sterben sehen”) ist das nicht so. Immer wieder war ich erstaunt darüber, wie die Geschichte sich entwickelte.
    Zum Teil ist dieser Thriller nichts für schwache Nerven. Es gab die ein oder andere Szene, in der ich mir am liebsten die Augen zugehalten hätte, um nicht hinsehen zu müssen, was mein Kopfkino aus Lemaitres Worten herausholt. Ich bin für Ekelszenen und Horror nicht unbedingt zu haben, aber hier hat es dann trotzdem irgendwie gepasst. Sehr gruselig, sehr grausig – und man konnte das Buch dann erst recht nicht aus der Hand legen.
    Verhoeven war mir anfangs nicht unbedingt sympathisch. Der zwergenhafte Ermittler war mir zunächst zu spleenig, aber mit der Zeit haben mir er und sein Team immer besser gefallen. Besonders spannend ist aber, dass im ersten Teil des Buches abwechselnd von den Ermittlungen und von Alex’ Situation berichtet wird. Ich wollte unbedingt wissen, was aus Alex wird und fand die Spannung manchmal kaum auszuhalten.
    Es ist ganz schwierig, etwas zu dem Thriller zu sagen, ohne zu viel zu verraten. Wenn man die Auflösung kennt, fallen plötzlich auch ganz viele Details vom Anfang anders ins Bild. Das hat mir sehr gut gefallen – Lemaitre weiß, was er tut.
    Mich hat dieser Thriller sehr gut unterhalten. Wer mit etwas ungewöhnlichen Ermittlern etwas anfangen kann und bei Thrillern gern auch mal zu welchen mit einem ungewöhnlichen Plot greift, ist mit “Alex” sicher gut beraten.
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    Inhalt
    Fünfzehn Jahre ist es her, dass Charlie Stone hilflos zusehen musste, als die Familie ihrer Freundin Holly grausam ermordet wurde. Ihr Versuch, Holly zu retten, scheiterte – das Mädchen wurde entführt und einige Tage später ermordet aufgefunden. Dieses Trauma hat Charlie nie ganz überwunden, und manchmal fragt sich die junge Psychologin schon, warum sie eigentlich ausgerechnet für die Polizei arbeitet und sich mit der Psyche von Mördern auseinandersetzt.
    Als sie es gerade mit dem gefährlichen Serienmörder Michael Garland zu tun hat, der auch wirklich alles tut, um sie aus der Fassung zu bringen, wird ihr Gespräch unterbrochen – Charlie soll umgehend zum Schauplatz eines Verbrechens kommen und das FBI unterstützen – es sieht alles ganz danach aus, als ob der Mörder, der Holly auf dem Gewissen hat, erneut zugeschlagen hat. Fünfzehn Jahre später… Charlie ist entsetzt und alles in ihr sträubt sich dagegen, aber sie weiß, dass sie es ihrer ermordeten Freundin in gewisser Weise schuldig ist.
    Einen Tatort zu betreten, ist für keinen Beamten leicht – doch für Charlie kommt noch hinzu, dass sie Geister sehen kann. Häufig sprechen Tote zu ihr, zumindest in der kurzen Zeit, in der sie sich noch nicht ganz von der Welt gelöst haben und auf das Licht zugegangen sind.
    Als Charlie sich auf den Weg machen will, wird Garland, der in seine Zelle gebracht werden soll, plötzlich angegriffen und stirbt – jede Hilfe kommt zu spät. Das allein bringt die Psychologin schon aus dem Konzept; problematisch wird es aber erst, als Garlands Geist plötzlich vor ihr steht, denn der hat absolut keine Lust zu verschwinden. Seine Anwesenheit kann Charlie eigentlich gar nicht gut gebrauchen, denn so charmant Garland auch zu ihr ist – ein Serienkiller bleibt jemand, mit dem sie nichts zu tun haben möchte, egal, ob dieser tot ist oder lebendig. Oder?


    Meine Meinung
    Die Idee hinter der Geschichte finde ich sehr interessant und lesenswert. Ein toter Serienmörder, der eine Psychologin bei den Ermittlungen unterstützt, das verspricht doch Einiges an Unterhaltung. Dass Garland natürlich nur von Charlie gesehen werden kann und es damit immer wieder zu Situationen kommt, in denen Anwesende sie für verrückt halten, ist auch ganz unterhaltsam, aber bei den Ermittlungen helfen tut Garland nun wirklich nicht, vom Showdown mal abgesehen.
    Die Thrillerhandlung ist an sich ziemlich spannend angelegt. Gerade der Auftakt, bei dem man Charlies traumatische Erfahrung miterlebt, fand ich richtig gut. Irgendwie gerät das aber alles ein bisschen in den Hintergrund und das Motiv des Täters ist am Ende ziemlich dünn - vorwiegend, das sollte erwähnt werden, geht es hier um Charlie Stone und das, was sie emotional durchmacht. Einerseits natürlich bezogen auf den Fall (Thrillerfans aufgepasst, Mitraten ist hier absolut nicht möglich, was ein bisschen schade ist), aber vor allem, was ihr Privatleben angeht. Einerseits ist sie nämlich an dem FBI-Agent Tony Bartoli interessiert, andererseits geht ihr der Geist (!) Garlands nicht mehr aus dem Kopf. Als Charlie anfängt, von besagtem Geist zu fantasieren, war ich schon etwas irritiert und ich gebe zu, dass ich die sich entwickelnde Liebesgeschichte zwischen dem toten Serienmörder und der Psychologin ziemlich bizarr fand.
    Einige Aussagen Garlands lassen darauf schließen, dass es einen zweiten Band geben könnte, in dem Charlie vielleicht versucht, die Unschuld des Geistes zu beweisen, auf die dieser nämlich pocht. Auch ein paar zwischenmenschliche Beziehungen in diesem Thriller verlangen eigentlich nach einer Fortsetzung. Und wer nach Vampiren, Elfen, Zombies und Halbgöttern nun auch Geistern nicht abgeneigt ist, wird mit diesem Buch sicher seinen Spaß haben. :wink:
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    Eigentlich eine klassische Jugendbuchgeschichte: drei Freunde bestehen ein Abenteuer und das im letzten Sommer, bevor sie “erwachsen” werden, also zumindest keine Kinder mehr sind. Zach, Alice und Poppy nehmen – zumindest in Teilen – Abschied von der fantastischen Welt, in der sie immer gelebt haben, machen sich aber gleichzeitig auf, um ein Abenteuer zu erleben, das ziemlich unheimlich ist.
    Zumindest von der Idee her. Denn die Umsetzung konnte mich leider nicht wirklich überzeugen. Alice, Poppy und Zach blieben als Figuren ziemlich blass, und aus allen hätte man mehr machen können. Gerade die Tatsache, dass sie alle Probleme mit ihren Familien haben, schien zunächst so, als wäre sie sehr relevant für die Geschichte – aber das ist bestenfalls in Teilen so.
    Die Geschichte um die unheimliche Puppe, die manchmal zu leben scheint, wird auch nicht richtig ausgearbeitet. Die Idee, warum sie lebendig erscheint, habe ich als recht heftig für ein Jugendbuch empfunden, aber der Rest ist irgendwie… nicht fertig erzählt worden. Ich habe immer darauf gewartet, dass da noch was käme, aber das war nicht der Fall.
    Die Lösung des Rätsels ist dann auch erschreckend einfach. Als die Kinder erstmal in dem Heimatort von Eleanor angekommen sind, ahnt man das schon, da man schon fast am Ende des Romans ist, aber wie einfach einem dann die Auflösung präsentiert wird, und zwar in jeglicher Hinsicht, war enttäuschend.
    “Die Puppenkönigin” ist eines dieser Bücher, bei denen ich finde, dass sie erstmal ziemlich viele gute Ideen zu enthalten scheinen, dann aber bis auf diese Ideen nicht mehr viel kommt. Die Umsetzung ist mir zu oberflächlich, die Figuren uninteressant und im Prinzip austauschbar. Schade, aber einfach nichts Besonderes.
    :bewertung1von5::bewertung1von5:

    Und ich häng mich hier mal mit meiner Meinung dran:


    Immer noch finde ich die Beschreibung der Grausamkeiten und diese selbst deutlich zu heftig für eine Reihe, die sich an Jugendliche richtet. Horror ist nicht unbedingt mein Genre, aber ich glaube, ich kenne wenige oder keine Bücher, die heftiger sind, was Horrorszenen angeht – eine Verfilmung müsste definitiv ab achtzehn sein. Hier hätte der Autor sich meiner Meinung nach mehr zurückhalten können. Die Tatsache, dass es finster wird, hat schon einen Gruseleffekt, der keine abgehackten Köpfe oder sprudelndes Blut braucht.
    Davon abgesehen hat mir an Band 5 aber gut gefallen, dass die Handlung der Reihe ordentlich vorangetrieben wird. Am Ende von Band 3 wurde uns schon mal ein kleiner Blick durch die Kuppel gewährt, nun erfährt man wirklich, was draußen los ist, und das fand ich sehr überzeugend und gut erzählt. Sams und Caines Mutter steht bei dem Handlungsstrang im Mittelpunkt und es kommt etwas Licht in das Geheimnis um die beiden Brüder.
    Auch gelungen ist die Tatsache, dass sowohl innerhalb als auch außerhalb der Kuppel klar wird, dass die Situation nicht ewig so weitergehen kann. Mehr und mehr wird dabei auch deutlich, dass es nicht einfach sein wird, die Kinder und Jugendlichen, sollte die Kuppel zerstört werden, wieder in die normale Gesellschaft einzugliedern. Nach allem, was in der FAYZ passiert ist, gibt es keinen einfachen Weg zurück. Wie Grant sich darüber Gedanken macht, finde ich überzeugend.
    Einige der Charaktere machen außerdem eine Weiterentwicklung durch, die glaubwürdig erscheint, nur ausgerechnet bei Sam fehlt sie mir nach wie vor ein bisschen. Astrid immerhin fand ich in diesem Band aber sehr glaubwürdig: ihre Auseinandersetzung mit ihren Schuldgefühlen und ihr Versuch, richtig zu handeln und Mut zu beweisen, sind nachvollziehbar und zum Teil wirklich auch beeindruckend.
    Band 5 lässt mich auf ein spektakuläres Ende der Reihe hoffen, auch wenn ich inzwischen vermute, dass der Showdown, den Grant bereithält, der blutigste sein wird, den ich je gelesen habe.
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Die Autorin:
    Alexandra Maxeiner, Jahrgang 1971, hat Theaterwissenschaft, Filmwissenschaft und Ethnologie studiert. Sie arbeitet in der Frankfurter Ateliergemeinschaft labor und schreibt Bücher, Drehbücher und Theaterstücke für Kinder und Erwachsene. Für das bei Klett Kinderbuch erschienene Sachbilderbuch ›Alles Familie!‹ erhielt sie 2011 den Deutschen Jugendliteraturpreis. (amazon.de)


    Klappentext:
    Über 20 Jahre haben sie sich nicht mehr gesehen – jetzt treffen sie in einem Radiostreitgespräch wieder aufeinander. Streiten konnten Iris Schubert und Ben Schäfer schon immer gut. Ob als Playmobil spielende Kinder, als friedensbewegte Teenies oder als The Cure hörende 18-Jährige Ende der 80er Jahre: Immer machte der eine dem anderen dabei etwas Wichtiges kaputt. Vor allem Herzensangelegenheiten gingen dabei zu Bruch. Nach dem Abitur stand es 2:2. Unentschieden. Nun begegnen sie sich im Radio wieder. Iris als Vertreterin einer Bürgerinitiative, die ein Erlebnisbad mitten im Naturschutzgebiet verhindern will, Ben als Sprecher der Baufirma. Schnell wird deutlich, dass nichts von der knisternden Spannung zwischen ihnen verloren gegangen ist …


    Inhalt:
    Eigentlich ist Iris überhaupt keine Umweltaktivistin, aber als sie eines Tages mit ihrer kleinen Tochter in der Stadt unterwegs ist, findet sie sich plötzlich dabei wieder, wie sie sich nicht nur auf einer Unterschriftenliste einträgt, sondern auch wie sie aktives Mitglied zum Schutz von Fröschen wird. Als sie eines Morgens dann noch erfährt, dass sie in einer Radiosendung dabei sein und die Seite der Umweltschützer vertreten soll, ist Iris mäßig begeistert, denn mit der Argumentation und den Fakten kennt sie sich eigentlich gar nicht so gut aus.
    Doch es bleibt ihr nichts Anderes übrig und so fährt Iris zum Sender, wo sie den PR-Sprecher treffen soll, der von der Gegenseite geschickt worden ist. Als Iris dem Mann gegenübersteht, ahnt sie bereits, dass das Interview und die Diskussion noch schwieriger werden werden, als sie zunächst gedacht hätte, denn sie kennt Ben Schäfer eigentlich schon lange.
    Seitdem Ben nämlich das Dach von Iris’ Playmobilbauernhof mit einem Drachen zerstört hat – und das ist schon eine ganze Weile her – haben sich die Wege der beiden immer wieder gekreuzt. Mal verstanden sie sich gut, hielten zusammen und fühlten sich einander verbunden, mal gingen sie einander schrecklich auf die Nerven und fanden einander schrecklich. Und seit einer verhängnisvollen Party in den Neunzigern haben sie einander nicht mehr gesehen. Wie sollen die beiden an die Vergangenheit anknüpfen? Geht das überhaupt?


    Meine Meinung:
    Die Idee zu diesem Roman ist sicherlich nicht neu, aber dieses Buch hat mir trotzdem gut gefallen und mich an manchen Stellen extrem zum Lachen gebracht. Iris ist eine Ich-Erzählerin, die sich ausnahmsweise mal nicht dadurch auszeichnet, dass sie eine völlige Chaotin ist, nein, eigentlich hat sie alles ganz gut im Griff. Und das Wiedersehen mit Ben ruft Erinnerungen wach, die sie dann eben mit den Leserinnen und Lesern teilt.
    So ist die Geschichte aufgebaut: sie erzählt einerseits, was Iris und Ben am Tag ihres Wiedersehens erleben, andererseits nehmen einen großen Teil des Romans Rückblicke ein, in denen wir erfahren, was Iris und Ben in den achtziger und neunziger Jahren so miteinander erlebt haben. Gerade diese Passagen waren zum Teil so lustig! Bei Iris’ Kindheitserinnerungen erkennt man zum Teil die eigene Kindheit wieder und ich fühlte mich etwas an “Generation Golf” erinnert, aber wie sie als Teenager beschrieben wird, hat mich manchmal laut lachen lassen. Iris, die in allem etwas Tiefsinniges sehen wollte, ganz feste Ansichten hatte und genau wusste, wie die Welt funktioniert, hat mich in mancher Hinsicht an mich selbst erinnert…
    Leider ist der Roman sehr kurz, nach 192 Seiten ist alles schon vorbei, und das Ende wird recht offen gehalten. Das ist zwar stimmig und insgesamt fand ich es super, wie kitschfrei “Unentschieden” daherkommt, aber mich hätte interessiert, wie es mit den beiden weitergeht.
    Kurzweilig, lustig und für Kinder der Achtziger und Neunziger bestimmt mit hohem Wiedererkennungswert!
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Ich habe das Buch nun endlich auch gelesen. :love:


    John Green und David Levithan kenne ich schon von anderen Romanen und beide können wirklich tolle Jugendbücher schreiben und Charaktere richtig toll entwickeln. Mir gefällt es auch hier besonders, dass die Figuren so authentisch wirken, weil sie facettenreich und spannend sind. Beide Will Graysons mochte ich von Anfang an, wobei ich zugebe, dass mir der depressive Will fast noch besser gefallen hat, und dass ich bei vielen seiner bissigen Bemerkungen – gerade am Anfang – wirklich laut lachen musste.
    Die Geschichte ist dadurch interessant, dass sie von den Wills abwechselnd erzählt wird und dass beide Handlungsstränge sich zwar zum Teil berühren und auch kreuzen, es aber zwei Handlungsstränge bleiben und nicht einfach nur die Perspektive wechselt. Beide Jungen haben mit ähnlichen und doch ganz anderen Themen zu tun. Will Grayson, der in Jane verliebt ist, hat zwar auch Liebeskummer, aber für den zweiten Will Grayson ist das Thema deutlich schwieriger, weil er so introvertiert ist, dass er zunächst auch niemandem sagt, dass er homosexuell ist. Dabei geht es ihm gar nicht darum, dass ihm das peinlich wäre – er findet nur, dass das niemanden etwas angeht. Als er dann auf Tiny Cooper trifft, der seine Sexualität quasi in die Welt hinausschreit, muss auch Will noch mal sein Verhalten überdenken.
    Manchmal ist die Geschichte sehr traurig, manchmal ist sie extrem lustig. Manchmal ist sie ein bisschen over-the-top, und gerade das Ende ist schon dick aufgetragen, wenn auch irgendwie schön. Da im Zentrum des Romans auch das Musical steht, das Tiny Cooper über sich und sein Leben geschrieben hat und schreibt, ist es vielleicht ganz gut, den Roman mit einem Musical zu vergleichen. Viel Pathos, große Gefühle, manchmal etwas viel, aber am Ende – doch schön.
    Ein Roman, der absolut lesenswert ist und der wirklich etwas zu erzählen hat.
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    Ich bin 2014 mit 330 ungelesenen Büchern gestartet und jetzt liegt mein SuB bei 313.


    Siebzehn Bücher habe ich also bisher "abgebaut" und ich bin mehr als zufrieden. Für mich habe ich entschieden, dass ich dieses Jahr mal ein bisschen entschleunigen sollte. Ich bestelle mir nicht mehr jedes Buch vor, das ich gern mal lesen möchte - bisher habe ich mir dieses Jahr nur den neuen Beckett gekauft, den hatte ich letztes Jahr schon vorbestellt.
    Ich habe in den letzten zehn Jahren so dermaßen viele Bücher angesammelt und ich freue mich natürlich auch weiterhin über jedes von ihnen, aber langsam reicht es jetzt auch mal.
    Natürlich weiß ich noch nicht, wie lange ich so weitermachen werde. Ich denke auch, wenn ich im Urlaub bin, werde ich nach wie vor durch die Buchhandlungen schlendern und mir etwas Schönes mitnehmen. Aber - zumindest ausgenommen meiner Zeit in Hay-On-Wye, die ich im Sommer fest eingeplant habe, werde ich mich zurückhalten bei "Hamsterkäufen".


    Aber es gibt dieses Jahr keine Tricks, keine Wetten mit mir selbst, keinen Druck, kein nichts. Das bringt sowieso nichts.
    Wenn es dann doch wieder so ist, dass mein SuB am Jahresende mal wieder höher ist als am Jahresanfang, dann ist es eben so. Aber eigentlich muss ich mal sagen, dass es mich total entspannt, nicht dauernd auf amazon zu surfen, mir alle Neuerscheinungen anzusehen, lange Merklisten zu schreiben und so weiter. Klar, das macht auch alles Spaß, aber im Moment, also immerhin seit sechs Wochen, konzentriere ich mich wirklich auf das, was im Regal steht, und das ist richtig schön.


    Ich bin mir im Klaren über meine Sucht und dass die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls und so weiter bei 98% liegt (wenn nicht höher), aber dass ich Mitte Februar immerhin schon siebzehn Bücher von meinem SuB abgebaut habe, wollte ich doch mal erwähnt haben. :loool:

    Ich bin nicht so begeistert von "Der Hof". Ehrlich gesagt hatte ich mir mehr davon versprochen. :-k


    Es ist gar nicht so leicht für mich, etwas zu “Der Hof” zu schreiben. Eigentlich ist es gar kein schlechtes Buch. Man rätselt lange herum, was mit Sean los ist und warum er aus England abgehauen ist. Auch die Ereignisse auf dem Hof sind rätselhaft und die ganze Zeit über fragt man sich, was Sean wohl herausfinden wird. Die Handlung ist wirklich gut konstruiert und die Charaktere fand ich insgesamt glaubwürdig. Vor allem Sean mochte ich von Anfang an gern, auch wenn er mit einem David Hunter nicht mithalten kann.
    Was man allerdings wissen sollte, ist, dass dieses Buch kein Thriller ist, wie man ihn von Beckett erwartet. Ich zumindest habe einen Thriller erwartet, der mich atemlos Seite um Seite lesen lassen würde und den ich nicht aus der Hand legen würde, bis ich ihn beendet hätte. Das war nicht der Fall. Ich gebe zu, dass ich anfangs irritiert und ein bisschen enttäuscht war. Ich bin auch ehrlich gesagt bis zum Schluss nicht dahinter gekommen, ob ich das Buch an sich eher “ganz gut” als “großartig” fand, weil ich gehofft hatte, dass Herr Beckett mir Gänsehaut verschaffen würde, oder ob es tatsächlich eher “ganz gut” war.
    Immer wieder werden Fragen aufgeworfen und das macht die Atmosphäre schon irgendwie unheimlich – zumindest zunächst. Mit der Zeit hat mich das immer weniger überzeugt. Die Handlung plätschert über weite Teile einfach vor sich hin, anders kann man das leider gar nicht sagen. Gerade in der Mitte des Buches waren es eher die Kapitel über Seans Leben in London, die mich interessiert haben.
    Am Ende wartet Beckett dann mit einem Showdown auf, in dem es noch mal alle möglichen Auflösungen, Verwicklungen und so weiter gibt, aber irgendwie war mir das am Ende dann auch wieder zu viel. Den Epilog hingegen fand ich sehr gut, er hat den Roman gut abgerundet.
    Insgesamt fand ich “Der Hof” in Ordnung, aber ich hoffe, dass Beckett beim nächsten Mal wieder an seine David Hunter-Thriller anknüpft.
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    DIe Autorin:
    Eine kleine freche Göre, die die Welt der Erwachsenen auf den Kopf stellt, änderte schlagartig ihr Leben: Gerade noch Sekretärin beim Königlichen Automobilklub in Stockholm, wurde Astrid Lindgren 1945 sprichwörtlich über Nacht berühmt. Sie hatte eine Romanfigur erfunden, die wie sie eine Weltkarriere machen sollte: Pippi Langstrumpf. Lindgren, die 1907 in Vimmerby, Småland, geboren wurde, arbeitete fortan als Kinderbuchlektorin und Autorin. Ihr Erfolg war einmalig. Lindgren, die selbst Kinder hatte, mischte sich immer wieder in aktuelle politische Debatten ein und kämpfte bis zu ihrem Tod 2002 für die Rechte von Kindern. Das tut auch Pippi Langstrumpf, deren anarchische Charakterzüge die allzu strengen Regeln der Erwachsenen erfolgreich torpedieren. Ein großartiges Erbe! (amazon.de)


    Klappentext:
    Abenteuer in einem geheimnisvollen Land
    Der Waisenjunge Bo Vilhelm Olsson, der bei Pflegeeltern in liebloser Umgebung aufwächst und sich nach Verständnis und Geborgenheit sehnt, findet auf geheimnisvolle Weise das Land der Ferne , in dem sein Vater, den er noch nie gesehen hat, König ist und er selbst als Prinz Mio ein vom Kampf gegen das Böse erfülltes Leben führt. Astrid Lindgrens preisgekrönter fantastischer Roman als Neuausgabe.


    Inhalt:
    Bei seinen Pflegeeltern ist der kleine Bosse alles Andere als willkommen. Er darf keine Freunde mit nach Hause bringen und obwohl er am liebsten immer leise sein soll, mögen sie es auch nicht, wenn er ein Buch liest. Klein und blass und schwächlich finden sie ihn, und Bosses einziger Trost sind sein Freund Benka, bei dem er manchmal sein darf, und ein altes Brauereipferd, von dem er sich so oft wünscht, dass es sein eigenes wäre. Bosses Leben ist trostlos und voller Sehnsucht nach ein bisschen Geborgenheit – bis er eines Abends eine leere Bierflasche findet, in die tatsächlich ein Geist eingesperrt worden ist. Und noch merkwürdiger ist es, dass der Geist auch tatsächlich nach ihm, Bosse, gesucht hat.
    Bosse ist nämlich gar nicht irgendein armer, kleiner Junge, er ist der Sohn des Königs aus dem Land der Ferne, und dorthin bringt ihn der Geist jetzt auch. Hier schließt der König seinen lange verschollenen Sohn nicht nur überglücklich in die Arme, er sagt ihm auch, wie er wirklich heißt: Mio. Und Mio hat ein wunderschönes Leben bei seinem Vater, dem König. Zum ersten Mal ist er überglücklich und lernt, was Familie und Freundschaft bedeuten können.
    Doch auf den Königssohn wartet eine gefährliche Aufgabe: eine uralte Prophezeiung besagt nämlich, dass er losziehen wird, um gegen den grausamen Ritter Kato zu kämpfen, der das Land der Ferne erzittern lässt, der viele Kinder entführt hat und von dem es heißt, dass er statt eines Herzen nur einen Stein in der Brust hat. Jeder weiß, dass es die einzige Chance für die entführten Kinder ist, von Mio gerettet zu werden. Doch sein Sieg über den bösen Ritter ist keineswegs sicher. Kann Mio wirklich ein mutiger Ritter sein, wenn er doch solche Angst hat, der Aufgabe nicht gewachsen zu sein?


    Meine Meinung
    Ich liebe dieses Buch. Und tatsächlich gibt es eine Stelle, an der ich seit mehr als 25 Jahren immer weinen muss (durfte ich gerade erst wieder feststellen). Das allein zeigt schon, dass “Mio, mein Mio” ein Buch ist, dessen Zauber nie veraltet. Immer noch streife ich gerne mit Mio durch das Land der Ferne, und bin vorher jedes Mal erleichtert, wenn er sein trauriges Leben in Schweden aufgeben kann, um endlich glücklich zu werden. Es gibt am Anfang eine Szene, in der Bosse allein durch die Stadt läuft, durch die erleuchteten Fenster glückliche Familien anschaut und dabei sehr traurig wird, und die geht mir auch immer noch total nahe (ist aber nicht die, bei der ich weinen muss).
    Astrid Lindgren kann so verschiedenartige Geschichten erzählen, dass man nur voller Bewunderung dafür sein kann. Das “Land der Ferne” ist auf jeden Fall einer ihrer schönsten Orte, ein märchenhafter Platz voller Blumen, blühender Bäume und schöner Plätze, an denen man (nicht nur) als Kind gern Stunden verbringen möchte. Der Gegensatz zu dem Land, in dem Ritter Kato wohnt, könnte auch nicht größer sein, und mit wenigen, aber sehr eindringlichen Worten schafft Lindgren es immer, ihre Orte atmosphärisch sehr dicht erscheinen zu lassen. Und trotz der Gewissheit, dass am Ende alles gut wird, kann man Mios Angst oft sehr gut nachempfinden.
    Mio ist ein Junge, der zuerst gar nicht wie ein Held scheint, und der bis zum Ende auch nicht furchtlos oder übermächtig wäre. Aber wie wir es von Astrid Lindgrens Helden erwarten, wächst er über sich hinaus, weil er ein großes Herz hat und das Böse nicht ertragen kann. Wahrscheinlich ist Mio gerade deswegen nämlich doch ein Held.
    “Mio, mein Mio” ist eines der Bücher, von denen ich mir wünsche, dass Kinder sie noch in vielen Jahren lesen werden, und da die Geschichte meiner Meinung nach absolut zeitlos ist, hat sie vielleicht sogar eine Chance…
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    In der Schule ist Quentin eher ein Außenseiter. Zusammen mit seinen besten Freunden Ben und Radar verbringt er den größten Teil seiner Freizeit mit Videospielen – und, aber das wissen die Anderen nicht – an Margo zu denken. Margo wohnt nebenan und war, als sie noch klein waren, Quentins beste Freundin. Heute ist Margo das beliebteste Mädchen der Schule, obwohl sie ganz anders ist, als das Klischee es an dieser Stelle wollen würde. Aber unerreichbar ist sie für Quentin trotzdem. Und das kann ganz schön frustrierend sein…
    Aber dann steht Margo eines Nachts plötzlich in Quentins Zimmer. Sie ist auf einer geheimen Mission, will sich auf spektakuläre Weise an ihrem Exfreund und ein paar anderen Leuten rächen – und Quentin soll ihr helfen. Es wird eine unvergessliche Nacht, in der Quentin sich mehr als einmal fragt, wie er sich jemals darauf einlassen konnte, so etwas Irres zu machen.
    Dennoch – als er in den frühen Morgenstunden nach Hause kommt, freut er sich darauf, dass jetzt in der Schule alles zwischen Margo und ihm anders sein wird. Doch daraus wird nichts, denn Margo kommt nicht in die Schule. Sie ist verschwunden – von zu Hause abgehauen, und ihre Eltern tun sich dabei vor allem selber leid. Quentin hingegen macht sich große Sorgen, Margo könnte sich etwas angetan haben, und er beschließt, dass er sich auf die Suche nach ihr machen muss. Seine Freunde erweisen sich bei diesem unerwarteten Abenteuer als große Hilfe, denn allein könnte Quentin all diese kryptischen Hinweise, die Margo zurückgelassen hat, niemals entschlüsseln. Doch bei allem Spaß, den die Suche macht, bleibt die bange Frage, was am Ende dieser Suche stehen wird. Können sie Margo finden – und lebt sie überhaupt noch?


    John Green kann eine Sache wirklich unfassbar gut, und das ist, Geschichten erzählen, die gleichzeitig urkomisch und irgendwie sehr traurig sind. Manche der Szenen in diesem Roman haben mich beim Lesen laut lachen lassen, andere haben mich fast zu Tränen gerührt. Die Geschichte von Quentins Suche nach Margo ist unheimlich einprägsam und schön erzählt und das Besondere ist, dass dabei ganz deutlich wird, dass auch Quentin selbst an dieser Suche wächst und sich verändert – er lernt etwas über sich selbst, und zwar auf ganz unkonventionelle Weise.
    “Paper Towns” ist nur am Rande eine Liebesgeschichte. Es ist eine Geschichte über den letzten Sommer, bevor man an einer Universität anfängt, wenn man beginnt, sich über seine Zukunft Gedanken zu machen und wenn man merkt, dass die eigenen Erwartungen an das Leben nicht unbedingt das sind, was selbst deine besten Freunde vom Leben erwarten. Die Erkenntnis, die Quentin hier gewinnt, macht beim Lesen nachdenklich und vielleicht auch ein bisschen nostalgisch.
    Ich mochte “Paper Towns” vor allem deswegen, weil es so authentisch daherkommt. Die Charaktere sind zum Teil schon ein wenig überzeichnet, sodass man das ein oder andere Mal wirklich lachen muss (zum Beispiel über die verrückte Sammlung, die Radars Eltern zu Hause haben), aber gleichzeitig wirken sie gerade dadurch irgendwie besonders echt. Und bei der Beschreibung einer der Partys, von denen Quentin seine Freunde abholt, weil diese zu betrunken zum Fahren sind, musste ich doch etwas peinlich berührt an eigene Partys zum Ende meiner Schulzeit hin denken…
    Bisher war Stephen Kings “The Body” (“Stand By Me”) immer irgendwie die Geschichte für mich, die mir als erstes eingefallen wäre, wenn ich ein Buch zum Thema Freundschaft hätte nennen müssen. “Paper Towns” rückt mindestens bis dorthin auf. Ein schöner Roman ohne Knalleffekte, aber mit ganz viel Herz und Humor.
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb: