Beiträge von Lucivarsadi

    152. Welcher Charakter (m/w) war Dir diesen Monat am unsympathischsten?

    Für mich diesmal nicht ganz einfach zu beantworten, lese ich doch ein Buch, dessen Verfilmung ich schon etliche Male gesehen habe. Es müsste also ganz eindeutig der selbstgerechte Sheriff Teasle von Madison, Kentucky sein. Aber während der Film John Rambo zu einem Action-Star, gar einem Helden hochpuscht, muss ich gestehen, dass mit der Buch-Rambo wesentlich weniger sympathisch ist. Geeicht durch den Film ist es immer noch Sheriff Teasle. Aber ich nenne bezogen auf das Buch beide: Sheriff Teasle UND John Rambo. Beide sind aus diversen Gründen psychisch instabil und die Begegnung der beiden, lässt die unterdrückte Wut wie einen Vulkan ausbrechen, mit all den Opfern, die hinterher zu beklagen sind. Während wir als Zuschauer im Film das Geschehen von außen betrachten, werden dem Leser auch die Innenwelten beider Kontrahenten geboten. Trotz allem denke ich, dass der Film eine gut umgesetzte Variante des Buches ist.

    Über diese Buchvorstellung bin ich heute gestolpert, als ich den Rechner eingeschaltet habe und mir mein Browser mal wieder ein paar Links zu Web-Seiten angeboten hat. Unter anderem eben auch auf eine Buchbesprechung in der SZ. Obwohl ich von diesem Autor noch nichts gelesen habe, klingt diese Sammlung an "Reisebeschreibungen" über Deutschland während der zweiten Hälfte der Weimarer Republik interessant genug. Also ab in die "Erinnerungsschublade".


    Da dieses Buch schon im März erschienen ist, glaube ich mich zu erinnern, dass es hier im BT auch schon mal genannt wurde.


    (Und außerdem gefällt mir das Cover, weil ich letztes Jahr selbst dort war, unterhalb des Ravennaviadukts am Eingang zur Ravenna-Schlucht. Auch wenn man nie ein Buch nach dem Cover beurteilen sollte :uups:)

    Ist Wandern (oder Spazierengehen) nur noch ein Interessengebiet der Senioren, während die "Jungen" sich nur für die Extremsportvariante des Wanderns interessieren?

    Kommt darauf an was du unter Extremsportvariante des Wanderns meinst. Wenn ich an unsere "Wanderungen" (so um die 8 bis 10 km lang) denke, die wohl eher gemütliche Wanderungen sind, wäre mir nicht so aufgefallen, dass da nur Senioren unterwegs wären. Das war immer ziemlich durchmischt von den Altersstufen her.

    Kommt auf das Wandergebiet an. Im Nordschwarzwald haben wir definitiv mehr Senioren gesehen als z. B. im Südschwarzwald oder am Bodensee. Und unsere gemütlichen Wanderungen waren auch etwa so um die 8 bis 12 km lang. Auf den Anstiegen selbst waren wir aber in der Regel alleine unterwegs. Je mehr Höhenmeter zu überwinden waren, desto ruhiger wurde es, wobei ich immer noch von geschotterten Wegen spreche. Im Südschwarzwald und (auf der Südseite des Bodensees), wo die Anstiege steiler waren, haben wir dann Senioren fast nur auf den Talwegen gesehen. Und mit der Extremsportvariante des Wanderns meine ich eher alle Wege, die unbedingte Trittsicherheit erfordern und evtl. sogar gesicherte Kletterpartien enthalten bis hin zu reinen Kletterpartien.

    150. Ein Cover, das einen Rucksack zeigt

    Nun ja, kein Roman, kein Selbstfindungstrip, keine Reportage oder Doku, sondern einfach nur ein Wanderführer. Und dann noch einen, den ich gar nicht besitze. Da wir aber vom Autoren-Ehepaar Freudenthal doch diverse andere Schwarzwaldführer haben, von Genießerpfaden über vergessene Pfade hin zu mythischen Pfaden sowie den Wanderführern für Langschläfer, ist es ja nicht weit bis zum Wanderführer für Senioren. Und um ehrlich zu sein: Bei unserem Urlaub im Nordschwarzwald im Juni vor zwei Jahren sind wir auf den Talwegen fast nur Senioren begegnet, während es auf den Höhen und Anstiegen dann sehr ruhig war. Jedenfalls war dieser Urlaub richtig entspannend und hat die Batterie nachhaltig aufgeladen (auch wenn es im Alltag nur für vier Wochen gereicht hat).

    Ist Wandern (oder Spazierengehen) nur noch ein Interessengebiet der Senioren, während die "Jungen" sich nur für die Extremsportvariante des Wanderns interessieren?

    Kentucky, außerhalb von Madison, an der Felswand eines Hochplateaus, wo ich weder nach oben noch nach unten weiterklettern kann, denn aus einem Hubschrauber wird auf mich geschossen. Sobald der Pilot, die Kiste ruhig halten kann, bin ich erle(di)gt. Ich versuche nach unten zu schauen. Die Baumspitze einer Tanne, drei Meter unter mir. Oder sechs? oder neun? Ich habe keinen Größenvergleich. (Wer kennt sie nicht, diese Filmszene?)

    149. Ein Buch mit einem Mönch

    Da kann ich heute mal wieder eine in Vergessenheit geratene Serie nennen (auch wenn es Versuche gab, die Bücher mit neuer Aufmachung an den Mann/die Frau zu bringen). Bei mir stehen (seit vierzig Jahren) die Heyne-Bücher der ersten Auflage(n) im Regal. Ich habe den frühen als auch den späten Deryni-Zyklus geliebt. (Auch wieder Bücher für einen ReRead.) Schade, dass nicht alle Zyklen innerhalb der Reihe übersetzt wurden.


    Bei Wiki passend auf den Punkt gebracht:

    "[...] In erster Linie geht es in den bisher rund 20 Büchern um den Konflikt von Kirche und Magie (oder zumindest magisch erscheinender Kräfte) und um die Probleme, die es für Menschen mit »Besonderheiten« oder Auffälligkeiten in der Gesellschaft geben kann. [...]"


    Die Autorin gilt als Begründerin des Subgenres der "Historischen Fantasy". Und passend für für die heutige Aufgabe gibt es in dieser christlichen mittelalterlichen Welt natürlich auch Mönche.


    Exemplarisch nehme ich Band 2 des Frühen Deryni-Zyklus, weil hier Camber von Culdi schon ein Sankt im Titel trägt.

    147. Ein kleines Buch (kleiner als 13x15)

    Um nicht wieder meine Mörike-Sonderausgabe der Europäischen Bildungsgemeinschaft zu nennen, welches außerdem mit 10,5x15 noch relativ groß ausfällt, nehme ich heute mal etwas Regionales (mit 11x11). Haben meine Holde und ich letztes Jahr aus dem Südschwarzwald mitgebracht. Das Buch gibt es in fast jedem "Honigladen", der neben Honig auch noch Krimskrams zum Thema verkauft. Aber Regional deshalb, weil jede Verkaufsstelle (sprich Imkerei) ihr eigenes Exemplar mit "Firmenlogo" auf dem Buchrücken drucken lassen kann. Und unser Exemplar stammt eben aus Bonndorf im Schwarzwald (zwischen Schluchsee und Wutach).


    Da es keine Amazon Verlinkung gibt, nur ein Bild im Anhang und einen Link.

    145. Ein Buch über einen Fluss

    Mal wieder was älteres aus dem Bereich SF: Farmers Flusswelt-Zyklus. Hier mit allen fünf Bänden.


    Was passiert mit den Menschen nach ihrem Tod? Sie finden sich kurze Zeit später "in einer Flusslandschaft wieder, in der alle Menschen, die seit dem Urbeginn der Rasse bis zum Ende des zwanzigsten Jahrhunderts existiert haben, nach ihrer Wiedererweckung angesiedelt wurden". Der Protagonist Burton will die Ursache, den Grund dafür herausfinden und begegnet auf seiner Expedition natürlich illustren Gestalten der Weltgeschichte.

    142. Ein Buch über Bergleute/Bergwerke

    Ein ganzes Buch zum Thema? Nein. Aber eine Szene, die mir beim Lesen die Welt unter Tage doch sehr bildhaft nahe gebracht hat. Und das Verblüffende daran ist das Genre des Buches, da es weder Sozialreportage noch Historienroman noch Fachbuch ist, sondern zu einer (im Kern) sechsbändigen Space-Opera-Reihe gehört, die schon siebzig Jahre alt ist. In diesem Band 2 erlebt ein Undercover-Agent ein Grubenunglück selbst mit.

    Lucivarsadi Die Romane von PDB bekommen vom Ullstein Verlag alle paar Jahre wieder mal neue Cover - meistens sind sie dann nicht mehr so aussagekräftig passend und schön wie bei den Originalausgaben.

    Dass Verlage in mehr oder weniger regelmäßigem Turnus Cover oder Einbandgestaltung ändern, ist mir als Erstes beim Klett-Cotta/Hobbit-Press-Verlag aufgefallen (und später auch bei anderen Verlagen, speziell im Fantasy-Bereich, wenn Jahrzehnte alte "Schwarten" um neue Kunden buhlen, was ich trotz allem ok finde, da so auch einige meiner Lieblingsserien wieder Leser finden können). Beim Herrn der Ringe gab es mit den verschiedenen gebundenen Ausgaben sowie den Hardcover-Bänden sicherlich die ein oder andere Verbesserung (obwohl für mich HdR immer grün ist, auch wenn meine eigene mittlerweile überarbeitet ist und anstatt drei Bänden jetzt aus sechs Hardcoverbänden mit grauer Elefantenhaut und Moleskinrücken besteht, es bleibt grün im Gedächtnis). Aber meistens habe ich später dann kitschige Cover und billigere Einbandgestaltung gesehen. Anstatt Schuber mit mehreren Bänden gab es dann nur ein kartoniertes Buch, also ein dickes Taschenbuch, mit einem Cover-Motiv, dass wohl auf Jugendliche als Zielgruppe schließen lässt. Schade, denn als ich diesen Verlag für mich entdeckt hatte, fand ich die Aufmachung trotz kartoniertem Einband immer gut gemacht mit den vielen "Einstimmungsseiten", und meist gab es zum Schutz auch einen einfachen Schuber.


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    Neu eingezogen ist ein (gebrauchter) Nadolny. Tatsächlich mal Papier.

    Wurde heute Nacht von Jessy1963 als ebook-Deal genannt.

    Eigentlich sind Bücher mit dieser Art von Cover eher nicht so meins, weil es für mich automatisch in die Schublade "historisches Liebesgedöns" gelegt wird. Aber da es ja auch Historienschinken geben könnte, die das "Gedöns" nur am Rand erwähnen und sich mehr auf die dargestellte Zeit konzentrieren, habe ich mir mal die amazon-Beschreibung angeschaut und mich entschieden, dass mir die drei Stichwörter "Schwarzwald", "Fahrrad" und "Radrennen" ausreichen, um es bei dem Preis zu versuchen. Wobei ich aber momentan davon ausgehe, dass die Bände 2 (Champagner) und 3 (Schönheitspflege) dann eher nicht bei mir einziehen werden.

    141. Ein Cover in Schwarz-Weiß-Tönen

    Zuerst dachte ich "ist wieder ein Thema, dazu werde ich keine Bücher im Regal rumstehen haben", aber nachdem unter anderem Gernot und Emili Bücher genannt haben, die auch bei mir in Papierform rumstehen ("warum fallen mir nie die naheliegenden Cover ein?"), bin ich mal auf die Suche gegangen. Und habe schnell drei Bücher mit s/w-Covern gefunden und noch zig weitere, wenn Cover mit zusätzlichen farbigen Elementen wie Schrift oder dünnen Linien zugelassen werden. Ich bleibe bei den dreien. Hmm...? Ein Jugendbuch über Umerziehung, eine Rezeptionsgeschichte zu einem Autor (dessen Schreibmaschine auf dem Cover abgebildet ist) oder einen Roman, der aus einer Zeit stammt, als Freund Hein oder Unterm Rad veröffentlicht wurden und ein ähnlich gelagertes Thema hat. Ich wähle letzteres.


    Das Thema: "[...] [zu Beginn des 20. Jahrhunderts] das Problem der Existenz des begabten und sensiblen Kindes in einer verständnislosen, bloßem Zweckmäßigkeits- und Effektivitätsdenken verpflichteten Erwachsenenwelt [...]. Sein [Friedrich Huchs] Thomas ist ein Geistesverwandter von Hanno Buddenbrook, Heinrich Lindner und Hans Giebenrath."


    Leider gibt es keine Amazon-Verknüpfung, da meine gebundene Ausgabe aus einem Kleinverlag stammt. Daher nur als Anhang.

    140. Ein Cover, das eine Schnecke zeigt

    Habe etwas aus dem Genre Science Fiction gefunden, oder besser gesagt Science Fiction Satire. Auf der alten Taschenbuchausgabe des Suhrkamp Verlages ist wenigstens noch passend zum Buchtitel eine Schnecke abgebildet. Und gerade habe ich realisiert, dass ich das Buch vor vier Jahrzehnten gelesen habe. Damals habe ich so ziemlich alles gelesen, was die Phantastische Bibliothek des Suhrkamp-Verlages bieten konnte: (Gebrüder) Strugatzki, (Ehepaar) Braun, Lem, Franke, Ballard, Blackwood, Lovecraft, Dick u. a.


    "[...] Die Schnecke am Hang besteht aus zwei Teilen, die in der Sowjetunion nur separat publiziert wurden. Eine sowjetische Buchausgabe konnte nie erscheinen, da die kafkaeske Satire des zweiten Teils, eine kaum verhüllte Attacke auf eine wildwuchernde Bürokratie, das Mißfallen der offiziellen Stellen erregte. Dieses Taschenbuch ist die erste Ausgabe überhaupt, die die beiden Teile so verbindet, wie es den Intentionen der Autoren entspricht. [...]"

    Das Cover mit der Büste (vor der jetzigen Ausgabe mit dem Filmcover) fand ich hübsch, dieses ist halt das alte Suhrkamp-Cover mit Autorenportrait - und in schreiender Farbe!

    Bei den Suhrkamp-Taschenbüchern wurden die beiden Farben Rotviolett("pink") und Blauviolett("Lila") dann ab Ende der 70er für die damals neue Reihe "Phantastische Bibliothek" verwendet. In dieser Reihe wurden dann Bücher aus den Genres Science Fiction, Phantastik und Horror veröffentlicht, vorzugsweise von Autoren, die östlich der innerdeutschen Grenze beheimatet waren. Mein "Narziß und Goldmund" hat daher eine braune Coverfarbe, mit sonst identischem Cover. Es ist schon ziemlich abgegriffen. Aber es gehört zu meinem Kanon an Büchern für die Insel, wenn digital keine Option sein sollte.


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    139. Welches Cover hat Dir im April am wenigsten gefallen?

    Obwohl es ein Buch aus einer meiner Lieblingsreihen ist, empfinde ich alle Cover dieser Taschenbuchreihe als misslungen, weil sie überhaupt nichts mit dem Inhalt zu tun haben. Der einzige Vorteil: Sie haben durchgehend ähnlichen Aufbau und Farbgestaltung sowie eine wenig bis gar nicht kopierte Bildgestaltung, was dazu führt, dass sie einen Wiedererkennungseffekt haben. Alleine des Covers wegen hätte ich Band 1 der Reihe nie begonnen. Aber wie heißt es in einem Blues-Klassiker: "You Can't judge a book by the cover"


    Hier Band 8 der Serie, dessen Cover nicht ganz so abschreckend ist wie das Cover von Band 1.

    137. Ein Cover, das eine Kamera zeigt

    Um kein Fachbuch zur Fotoausrüstung und keinen Comic zu nennen, schummele ich ein bisschen und zeige nur die Linse einer Kamera (so jedenfalls meine Interpretation der Abbildung). Diese Abbildung findet sich auf einer alten Ausgabe dieses Buches von Erich Fromm, das ich vor fast vierzig Jahren von einem Nachbarn geschenkt bekommen habe.

    136. Ein Buch, das einen Skandal auslöst

    Skandal? Was ist das überhaupt? "[...] ... bezeichnet ein Aufsehen erregendes Ärgernis und die damit zusammenhängenden Ereignisse oder Verhaltensweisen. [...] ... abgeleitete Adjektiv skandalös mit der Bedeutung „ärgerniserregend, anstößig“ sowie „unerhört, unglaublich“ ... [...] Skandal wird häufig synonym zum Begriff Affäre verwendet. [...] ... entspricht der Aufbau eines Medienskandals weitgehend demjenigen eines antiken Dramas."

    Skandal? Kommt auf die Zeit an. So mag ein Buch, das vor fünfzig, vor hundert Jahren einen Skandal ausgelöst haben, heute nur noch müde belächelt werden. Die Schlagzeile (oder der Skandal) von heute, ist morgen schon Papiermüll (oder landet auf der digitalen Halde, bis es irgendwann wieder für irgendwelche neuen Mist wieder ausgeschlachtet wird).

    Ich gehe also mal in das Jahr 1906 zurück, als der Sozialist Upton Sinclair seinen Roman "Der Dschungel" auf Basis seiner Nachforschungen in den Schlachthöfen Chicagos herausbrachte. Der Skandal? Wie hat der Autor selbst gesagt: "Auf die Herzen der Menschen hatte ich es abgesehen, ihre Mägen habe ich getroffen." Wie berichtet der Spiegel 1978 zur Neuveröffentlichung des Buches in Deutschland über die Auswirkungen nach der Erstveröffentlichung: "[...] In Europa ging der Absatz amerikanischen Fleisches jäh zurück, in Chicago schlossen Konservenfabriken; wenige Monate nach Erscheinen des Romans verabschiedete der US-Kongreß das erste Gesetz für hygienische Fleischverarbeitung [...]".

    (Da muss ich auch gleich an sein deutsches Pendant zur Arbeitssituation ausländischer Mitarbeiter in verschiedenen Unternehmen Anfang der 80er denken.)

    Da ich keine Verlinkung zu meiner gelben Ausgabe des März-Verlages gefunden habe, nehme ich eben die des Europa Verlages Zürich