Beiträge von Karschtl

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    Ted und Valerie verlieben sich auf den ersten Blick, aber da sie das selbst kaum glauben können, tauschen sie keine Telefonnummern aus sondern verabreden sich stattdessen für ein Date in genau zehn Jahren. Fast wie bei "Before Sunrise", nur dass sich Ted und Valeria gerade mal zwei Stunden unterhalten haben statt einen ganzen Tag miteinander verbracht. Dennoch können sie beide den jeweils anderen nicht vergessen, und versuchen fortan, das Date in zehn Jahren vorzuverlegen.


    "Rendezvous in zehn Jahren" ist eine schöne Geschichte über die Suche nach der Liebe, die abwechselnd aus Teds und Valeries Sicht erzählt wird (aber immer von einer 3. Person!). Obwohl sie mit 256 ziemlich kurz ist, hatte ich überhaupt nicht das Gefühl dass irgendetwas fehlt. Die Figuren waren echte Charaktere, es gab ein paar verpasste Chancen - und nebenbei erfüllen sich die zwei auch noch ihre großen Träume vom Meer und den Bergen.

    Ich habe mich sowohl in Gegenwart von Valerie als auch Ted wohl gefühlt, was mir in solchen Büchern auch nicht immer passiert. Dass das Buch teilweise in Amsterdam spielt ist ein zusätzliches Goodie. Dort wäre ich ohne Corona auch gerade gewesen. Hach ja...

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    Dieses Buch lief mir allerorten über den Weg, und wurde von vielen hochgelobt. Das machte mich ebenfalls neugierig auf dieses Buch aus Nigeria.


    Die Einblicke in die Lebenswelt der gehobenen Mittelschicht in Laos fand ich auch dann auch am interessantesten, darüber wusste ich zuvor nämlich gar nichts und hatte auch nicht einen der westlichen Welt so ähnlichen Lifestyle erwartet.


    Die Geschichte hat mit der Liebhaber tötenden Schwester einen ungewöhnlichen Aufhänger (lässt an Patricia Highsmith und Ingrid Noll erinnern), hat mich aber nicht unbedingt vom Hocker gerissen. Gefehlt hat mir hier zum Beispiel ein Einblick in das Seelenleben von Ayoola. Die Erzählerin - also die große Schwester - baut zwar Rückblicke in ihre Kindheit mit ihrem gewalttätigen Vater ein, aber das als Erklärung allein war mir zu wenig.


    Jedoch hat mir der Schreibstil des Buches sehr gut gefallen, weshalb ich es am Ende doch mit sehr guten 4 Sternen bewerte.

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    Drei sehr unterschiedliche Schwestern, die am Ende derselben Woche wieder Single sind. Jede geht auf ihre Weise damit um, und zwar weitesgehend alleine. Schwesterlicher Unterstützung, die ich aufgrund des Klappentextes irgendwie erwartet hätte, war nicht sonderlich vorhanden.

    Ich habe am liebsten die Segmente über Ali gelesen, die war mir sehr sympathisch. Auch dass sie keinen 08/15-Beruf hatte fand ich klasse. Mit Finola und Zennie konnte ich nicht genauso warm werden, aber sie waren immerhin ok. Ganz anders als ihre Eltern, die ich absolut schrecklich fand als Zennie ihnen erzählte was sie für ihre beste Freundin Bernie tun möchte.


    Im letzten Viertel des Buches, als der ein (und/oder andere) Mann wieder die Bildfläche betrat, wurde die Handlung deutlich schwächer für mich. Nicht im Ergebnis, aber am Weg dorthin. Das zog meine Bewertung von recht guten 4 Sternen auf nur 3,5 Sterne hinunter. Und auch aus der Ausmistaktion im Haus der Mutter und dem Entdecken von Kindheitserinnerungen hätte Susan Mallery viel mehr machen können.

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    Der 4. Fall des Ermittlerteams rund um Nathalie Svensson hat mich nicht so stark packen können wie der vorherige. Das liegt aber glaube ich nicht am Thema (bzw. Motiv der Morde), das war recht interessant. Doch irgendwie ziehen sich die Ermittlungen ziemlich hin und ständig springt die Handlung von einem Ort zum anderen, hinzu kommen noch mysteriöse Rückblenden - da blieb für mich die Spannung und der Drang, immer weiterzulesen, auf der Strecke. Ich brauchte mehr als doppelte so lange als normalerweise für dieses Buch, und das lag nicht nur daran dass ich durch die Corona-Sache etwas abgelenkt war. Meine Neugier hielt sich eindeutig in Grenzen, was bei einem Krimi natürlich nicht wirklich wünschenswert ist.


    Wenn man aber doch mal reingekippt ist in die Geschichte, erwartet einen ein solider Schwedenkrimi mit authentischen Charakteren und - wie schon gesagt - auch einem interessanten Thema. Es hätte alles nur etwas straffer erzählt werden sollen, vor allem wenn man weiß dass Jonas Moström das viel besser kann!

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    Es wird nie so recht erwähnt, wann genau das Buch spielt. Anscheinend eh in so einer Art Steampunk-Parallelwelt. In einer Welt, in der noch nicht alle Punkte der Erde von Menschen erforscht und betreten wurden. Aktuelles Ziel mehrerer Forscher-Expeditionen: Südpolaris!


    Auf einem dieser Wolkenschiffe befinden sich auch die Zwillinge Arthur und Marie, die ihren verschollenen Vater finden wollen. Auf dem Weg zum dritten Kontinent lauern zahlreiche Gefahren. Nicht nur "Abenteuer", nein, ganz echte todbringende Gefahren. Ich hab mehrmals den Atem anhalten müssen beim Lesen und war voller Spannung.


    Daher bekommt das Buch von mir auch eine fast perfekte Bewertung, auch wenn mir die Geschichte an sich in dem sehr ähnlich angelegten Buch "Der Polarbären-Entdeckerclub" von Alex Bell doch ganz leicht besser gefallen hat. Doch auch von den Brightstorm-Zwillingen würde ich jede Fortsetzung sofort lesen!

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    Der in der Kurzbeschreibung angeteaserte Sachverhalt ist nur der Einstieg in diesen 6. Fall für Hannah Jakob. Es entwickelt sich dann rasch weiter, in eine interessante und auch durchaus realistische Richtung.

    Ob es wirklich der schwerster Fall für die Kriminalpsycholigin ist sei mal dahin gestellt. Auf jeden Fall einer, an dem es wenig Anhaltspunkte und noch weniger Beweismaterial gibt. Da muss man auch mal den richtigen Riecher beweisen, auch mal etwas Glück haben und vor allem das Talent haben, maulfaule Zeugen doch zum Reden zu bringen.


    Ich habe den Roman mit großer Spannung gelesen, Katharina Peters konnte mich mit ihrer Erzählweise erneut an die Seiten fesseln. Allerdings zog sich das Ende doch ein bisschen hin.

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    Erfrischend, vielschichtig, liebenswert, profund, witzig, informativ - mit einem Wort: wunderbar! Das alles ist für mich dieser Roman von Kyra Groh.


    Hier wird nicht nur eine Liebesgeschichte nach Schema F (Trennung - Aufrappeln - Krone richten - Rebound Guy oder neue wahre Liebe finden) abgespult, sondern die Autorin macht aus ihren Figuren richtige Charaktere mit Ecken und Kanten. Und einer Lebensgeschichte, die im Fall von Mara nicht ganz ohne ist - sie aber auch nicht im absoluten Drama versinken lässt, wie es andere AutorInnen gerne tun. Mir hat die Hintergrundstory gefallen (auch wenn sich Mara zum Ende hin etwas wiederholt), sie verleiht der Protagonistin - und auch der Geschichte - die nötige Tiefe die ich brauche, um mir ein gutes Bild von ihr machen zu können.


    Auch die Nebenfiguren sind Kyra Groh sehr gelungen. Denn wo bei anderen Autoren besonders Kitty und Veda leicht zu skurrilen Karikaturen hätten werden können, die lächerlich und unauthentisch gewirkt hätten sind sie bei Groh liebenswerte Unikate, die ich richtig ins Herz geschlossen habe.


    Obwohl mir die Welt, in der sich Mara und Alex bewegen, relativ fremd ist (ich bin eher ein Social-Media-Dino, der ausschließlich Facebook nutzt) fand ich es äußerst spannend zu lesen, was genau eine Assistentin einer Influencerin alles zu tun hat - neben dem offensichtlichen Job, die vielen Fotos zu machen.


    Noch lieber habe ich aber natürlich über Maras Zusammentreffen mit Marius gelesen. Zwischen den beiden stimmte einfach die Chemie, und in der Story insgesamt stimmte immer das Timing, bis hin zum Epilog. An den sich für mein Geschmack problemlos eine Fortsetzung anschließen lassen könnte!

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    Heiter-melancholisch steht in der Kurzbeschreibung, und genau so würde ich den Roman auch zusammenfassen wollen. Was dem Protagonisten Charlie im Sommer 1997 alles passiert, passt wohl eher in die zweite Kategorie, aber David Nicholls beschreibt es so amüsant dass ich mehrmals ein Lächeln auf den Lippen hatte beim Lesen.

    Die Kurzbeschreibung legt zudem großen Focus auf die Liebesgeschichte, doch ist "Sweet Sorrow" so viel mehr. Es ist eine Coming-of-Age-Story eines 16jährigen, dessen Welt sich im kompletten Umbruch befindet (Familie bankrott, Eltern frisch getrennt, Schule zu Ende, die Kumpel gehen eigene Wege) und der sich nun um seinen depressiven Vater kümmern muss, 12 Stunden die Woche an einer Tankstelle jobt und die vielen Stunden dazwischen irgendwie totschlagen muss. Wie gut, dass er da auf eine Theatergruppe stößt. Bei der er absolut nicht mitmachen will. Shakespeare? So ein Quatsch! Aber dann lässt er sich von der hübschen Fran doch überreden, sich die Sache mal anzuschauen und mitzuproben.


    Wie schon gesagt hat, hat mich die Geschichte von Charlies sehr gut unterhalten. Nicht zuletzt auch, weil ich mich selbst an den Sommer 1997 noch sehr gut erinnern kann. Auch ich habe im Juni 97 die Schule beendet und dann lagen 2 lange heiße Monate vor mir. Allerdings waren meine Erlebnisse wohl nicht ganz so aufregend. Wobei - aufregend sind sie bei Charlie auch nicht immer. Und am Anfang hatte ich durchaus zu kämpfen, so richtig in die Story reinzufinden. Denn Charlie bzw. David Nicholls macht immer wieder Abstecher zu anderen Themen und unterbricht die Dynamik der Geschichte. Das war stellenweise etwas langatmig. Ab spätestens der Hälfte aber habe ich das Buch kaum noch weggelegt.

    Dass das Stück "Romeo und Julia" und die Proben nicht nur Beiwerk sind, sondern wirklich Bestandteil der Handlung werden, hat mir sehr gut gefallen. Ich konnte die einzelnen Figuren regelrecht vor mir sehen, wie sie ihre jeweiligen Rollen probten und versuchten, das jahrhundertealte Stück zu verstehen. So wurden auch Nebenfiguren, inklusive Charlies Eltern, zu gut herausgearbeiteten Charakteren.

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    "Wir gegen euch" ist die Geschichte zweier rivalisierender Kleinstädte, deren Wettstreit durch ihre jeweiligen Eishockeymannschaften ausgetragen wird. Obwohl Backman in fast jedem Kapitel diese Konkurrenz der zwei Ortschaften und daraus resultierende Handlungen propagiert und anschaulich darlegt, und man die Spannung und Gewalt förmlich in der Luft spüren kann, so sind doch alle seine Figuren aus Björnstadt. Faszinierend!


    Trotz des zentralen Themas der Rivalität ist es für mich vor allem eine Geschichte über Freundschaften. Zerbrechende Freundschaften, neue Freundschaften und Freundschaften, die einiges durchstehen müssen um zu überleben. Es ist aber auch eine Geschichte über Familien, mit denen im Grunde dasselbe passiert wie mit den Freundschaften. Auch sie haben die Wahl zu zerbrechen - oder stärker aus dem Ganzen hervor zu gehen.


    Anfangs fühlte ich mich an die Serie "Riverdale" erinnert. Nicht so sehr wegen der eigentlichen Handlung sondern eher allgemein wegen dem Teenagersetting (das in den ersten Kapiteln vorherrschend war) und der Gruppendynamik, die sich entwickelt. Im späteren Verlauf des Buches, und zwar jedes Mal wenn Richard Theo Gegenstand eines Kapitels wurde, musste ich dann unweigerlich an Leland Gaunt aus Stephen Kings "In einer kleinen Stadt" denken. Denn genauso wie der Teufel in Castle Rock versteht sich dieser Kleinstadtpolitiker aus Björnstadt darauf, die Leute zu manipulieren und gegeneinander auszuspielen so dass am Ende er der lachende Dritte ist.


    Auch Vergleiche mit einer griechischen Tragödie schossen mir öfter durch den Kopf, vor allem wenn der Erzähler eingreift (was er sehr häufig tut) und die Geschehnisse kommentiert, über Menschen, ihre Gefühle und daraus resultierende Handlungen sinniert. Ganz besonders aber dann, wenn er Unheilvolles ankündigt (was ebenfalls sehr häufig vorkommt). Dadurch hatte ich die ganze Zeit über ein sehr bedrückendes Gefühl beim Lesen, immer in Erwartung von negativen Geschehnissen. Egal wen es treffen würde - ich hatte mit der Zeit alle lieb gewonnen!


    Ein Wohlfühlbuch ist "Wir gegen euch" also sicher nicht. Dafür aber wahrscheinlich ein sehr authentisches, denn das Bild, das Frederik Backman hier von der Dynamik innerhalb Björnstadt zeichnet wirkt sehr real. Was es für mich nur umso erschreckender macht. Es ist ein schonungsloser Blick darauf, wie ein einziger Vorfall - der bereits Gegenstand des ersten Bands über Björnstadt war - eine ganze Stadt verändern kann. Und das, obwohl der Täter besagte Stadt bereits im 1. Kapitel bei Nacht und Nebel verlässt und somit ja eigentlich alles wieder zur Normalität zurückkehren könnte. Tut es aber nicht...

    Aber es gibt auch mutmachende Momente geprägt von Loyalität und gegenseitiger Unterstützung, die mich sehr berührt haben.


    Aufgrund all dieser Attribute, gepaart mit einem ungewöhnlichen aber guten Schreibstil und der Gabe, selbst aus kleinen Nebenfiguren Personen mit Tiefgang zu erschaffen, machen "Wir gegen euch" zu meinem ersten Lesehighlight 2020.

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    Ich habe den Vorgängerband nicht gelesen, was für das Verständnis für diesen Fall auch nicht notwendig ist. Es würde aber sicher helfen, um die beiden Protagonisten Rabea Wyler und vor allem Jan Grall (und seine derzeitige Situation) besser zu verstehen.


    Der Fall um das ermordete Rapunzel-Mädchen, und auch das Verschwinden von Rabeas Schwester vor vielen Jahren, ist sehr spannend. Die Hintergründe, die sich im Folgenden entspinnen, sind eine ganz neue Herangehensweise im Krimibuch-Genre. Das gibt schon mal einen Pluspunkt.


    Nur war mir die Story an sich zu vollgepackt mit Charakteren bzw. auch "Parteien", die irgendwie alle involviert waren, obwohl es sie für meinen Geschmack nicht alle gebraucht hätte. Manche Verwicklungen wirken auch ein bisschen an den Haaren herbei gezogen (als Jan im Archiv überrascht wird zB). Ebenso das Motiv für die Tat, um die es hier hauptsächlich geht.


    An einigen Stellen agiert mir Rabea zu unbedacht und sorglos, ohne ihren kriminalistischen Spürsinn einzusetzen, den sie an anderer Stelle ja schon hervorragend unter Beweis gestellt hat. Dazu kommen dann noch diverse Rückblenden, die der Leser an der Stelle noch nicht einordnen kann (wer? was? wieso?). Statt die Spannung zu fördern hat mich das eher ratlos in der Luft hängen gelassen.


    Insgesamt also ein durchwegs spannender Thriller aus deutschen Landen, deren Umsetzung aber hier und da Schwächen hatte.

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    Julia trifft nach 20 Jahren ihre Jugendliebe Tom wieder. So in der Art beginnen zahlreiche Romane, einige von ihnen habe ich vor allen in den letzten paar Monaten vermehrt gelesen (ist das vielleicht momentan ein Trend?). Doch wo es in den meisten anderen Fällen nach einem mehr oder weniger langem Hin und Her zu einer zweiten Chance für die erste Liebe kommt, steht für Julia im Vordergrund eine gute Freundin und Stütze für Tom in der letzten Etappe seines Lebens zu sein.

    Dieser Plot war tatsächlich mal eine sehr willkommene Abwechslung von den sonstigen Büchern dieser Art, und an Emotionen hat es ja dennoch nicht gefehlt. Ich fand auch die Beschreibungen von Julias Arbeit als Apothekerin sehr interssant, ebenso die von ihrer Beziehung mit Konstantin. Wieso sich Julia in einer Situation allerdings fragt, ob er jetzt auch sie in Frage stellen würde, fand ich nicht nachvollziehbar. Da sollte er höchstens seine Arbeit und seine persönlichen Ziele in Frage stellen...
    Die Reise nach Florenz rundet die Geschichte wunderbar ab.

    Der Schreibstil ist super flüssig, die Seiten fliegen wirklich so dahin. An manchen Stellen sind mir die überwiegend sehr kurzen Sätze aber auch als zu einfach gestrickt aufgefallen.

    Alles in allem aber ein schöner Frauenroman. Melancholischer und ernster als viele andere Bücher dieses Genres, aber auch das gehört zum Leben und damit auch in solche Bücher.

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    Dieses Buch hat mich positiv überrascht! Es ist eine Familiengeschichte mit wechselnden Perspektiven, aber obwohl die (leider nur 300) Seiten dadurch auf 4 Personen aufgeteilt sind, lernen wir alle Frauen relativ gut kennen. Natürlich kommt auch das obligatorische Drama vor, alte Konflikte die endlich auf den Tisch gelegt werden. Aber diese kamen mir hier nicht übertrieben oder an den Haaren herbei gezogen vor (wie es oftmals in anderen Büchern der Fall ist).


    Gut gefallen hat mir außerdem, dass die Autorin keine der Personen als perfekt darstellt. Es gibt kein "gut" und "böse", sondern jeder hat seine Schwächen oder Unsicherheiten. Und 'lustigerweise' beneidet jede Schwester eine andere um ihren Lebenstil, gewisse Freiheiten oder andere (scheinbare) Annehmlichkeiten.

    Ebenfalls schön fand ich es, dass nicht alle Konflikte (oder manchmal waren es auch nur Verständigungsschwierigkeiten) immer sofort nach nur einem Gespräch gleich gelöst waren, denn im wahren Leben ändert sich eine Person auch nicht von jetzt auf gleich sondern es ist ein Prozess. Aber es dürfte natürlich auch keine Überraschung für die LeserInnen sein, wenn am Ende alle glücklich und zufrieden sind. Das erwarte ich mir bei so einem Buch auch!


    Die Thematik des Kletterns war eine schöne Abwechslung, und passt hervorragend zum winterlichen Setting! Beths Töchter, besonders Ruby, waren ganz entzückende Ergänzungen in der Familienkonstellation. Und die Liebe kommt hier auch nicht zu kurz. Bezogen auf den Titel war es mir insgesamt etwas zu wenig weihnachtlich. Dieser Feiertag ist zwar der Anlass für das Familientreffen, tritt aber angesichts all der anderen Dinge etwas in den Hintergrund. "Winterschwestern" hätte da vielleicht sogar besser gepasst, und Interpretationen in mehrere Richtungen zugelassen.

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    Die Möglichkeit zu haben, mit seinen Lieblingsfiguren aus Büchern in Kontakt zu treten und ihnen sogar in ihre Welt zu folgen ist sicherlich ein Traum für viele Buchliebhaber. Da bekommt die Redewendung "in ein Buch ganz versunken sein" eine ganz völlig Bedeutung. Ganz ungefährlich ist das Abtauchen zwischen zwei Buchdeckel allerdings auch nicht, wie Tilly - eine junge Buchwandlerin - feststellen muss. Allerdings ist ihre Neugier größer, zumal sie auch ein ganz persönliches Geheimnis lösen möchte...

    Anna James hat hier ein ganz wunderbares Kinderbuch geschrieben, das der Auftakt einer ganzen Reihe ist. Der Schreibstil ist genau richtig für die Zielgruppe, ebenso wie das Spannungslevel.
    Die Bücher und Charaktere, denen Tilly und ihr Freund Oskar begegnen, waren mir alle bekannt. (Allerdings steht die 'kleine Prinzessin' von Frances Hodgson Burnett immer noch ungelesen im Regal - muss ich jetzt wohl endlich mal ändern!)
    Besonders im Fall von "Anne auf Green Gables" konnte ich mich sehr mit Tilly identifizieren, das war auch ein Highlight meiner Kindheit. Wer aber noch nicht ganz so belesen ist, dem werden die einzelnen Bücher am Ende ganz kurz vorgestellt (und tiefere Kenntnisse werden sowieso nicht erwartet - man muss sich einfach nur einlassen auf dieses Paralleluniversum).

    Ich bin gespannt, welche Abenteuer im nächsten Teil warten werden!

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    Ein Roadtrip mit Startpunkt in Wien und Ziel in Irland - das hat mich sofort angesprochen. Die Konstellation der Protagonisten - todkranke Frau in den 60ern und ein Mann in den 20ern als Freund, Chauffeur und Reisebegleiter - ebenfalls. In beiden Punkten hält das Buch auch, was es verspricht. Die einzelnen Stationen der Reise sind wunderbar beschrieben, und ich habe richtig Lust bekommen, auch mal Straßburg oder die Kathedrale von Winchester zu besuchen, von der Lukas so begeistert ist.

    Dennoch konnte mich das Buch leider nicht so recht begeistern. Den Figuren - besondersn Ewa - wird zwar durch Hintergrundinfos und Geschichten aus der Kindheit Tiefe gegeben, aber ich fühlte trotzdem nicht so recht mit ihnen mit. Womöglich lag es auch am Schreibstil. Die Autorin ist sehr genau, und erwähnt für jeden Reisetag wo es hingeht, was Lukas gemacht hat (Ewa hat größtenteils geruht), was Lukas zu den jeweiligen Mahlzeiten gegessen hat und vor allem auch wann und wo er wieviele Joints geraucht hat. Das mag die Geschichte für die einen plastischer und besser nachvollziehbar machen, für mich fühlte es sich zu 'technisch' an. Wie eine Auflistung im Krankenhausblatt. Es fehlte irgendwie der Pfiff und der Humor im Schreibstil, dann hätte ich dieselbe Geschichte gleich viel unterhaltsamer gefunden.

    Am wenigsten gefiel mir das Buch dann, als die zwei in Irland ankommen und sich Lukas im Handumdrehen mit einer kompletten irischen Familie anfreundet. Das wirkte eher befremdlich auf mich.

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    Wer gerne was über Hochzeiten liest, kommt in diesem Buch voll auf seine Kosten - es finden gleich mehrere statt. Wir als Leser betrachten sie aber genauso wie Protagonistin des 4. Teils der "Brautladen am Strand"-Reihe rein aus Fotografen-Sicht. D.h. der ganze Stress um Kleiderkauf, Tortenauswahl und sonstige benötigten Requisiten wird komplett ausgeblendet. Trotzdem kommt die Atmosphäre gut rüber. Und am Ende dieser ganzen Hochzeiten im Dezember gibt es auch noch eine schöne Weihnachtsfeier der Einheimischen.


    Was für mich nicht so gelungen ist, ist alles was mit dem Thema Liebe zu tun hat. Zum einen war es für mich unerklärlich, wieso Holly offensichtlich noch an ihrem Ex hing - wo doch sie diejenige war, die letztes Weihnachten bei seinem Heiratsantrag weggerannt ist. Und das aus nachvollziehbaren Gründen, die sich mittlerweile ja kaum geändert haben werden. Trotzdem redet bzw. denkt sie ständig, dass ihr Herz gebrochen und ihr Glück zerstört wurde etc. etc.

    Dann trifft sie in ihrer Heimat St. Aidan auf ein Typen aus ihrer Jugend, der sie damals natürlich immer nur geärgert hat und sich jetzt aber doch als ganz sympathisch entpuppt. Für mich waren die beiden aber schon schnell so sehr in der "friends zone", dass ich sie mir später nicht mehr als Liebespaar vorstellen konnte. Ich habe null Knistern gespürt!

    Auch manche Dialoge - und zwar nicht nur zwischen Holly und Rory, sondern generell - klangen komisch (d.h. ergaben manchmal insgesamt wenig Sinn), was vielleicht an einer schlechten Übersetzung liegen könnte.


    Somit haben wir hinter dem wunderschönen Cover eine zwar leicht lesbare Winter-Hochzeits-Geschichte mit ein bisschen Liebe wie Glitzer drübergestreut. Allerdings gibt es von dieser Sorte auch zahlreiche bessere Bücher, so dass ich diese Reihe um Jess und ihre Freundinnen im Brautladen wohl nicht weiter verfolgen werde (nachdem dieses hier nach "Winter im kleinen Brautladen am Strand" mein 2. Buch der Serie war).

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    Das Buch knüpft nicht unmittelbar an den 11. Teil an (wie ich es aufgrund des Cliffhangers im letzten Buch erwartet hatte) sondern rund 1,5 Jahre später. Harry Hole wurde von seiner Frau rausgeschmissen, ist nun endgültig wieder dem Alkohol verfallen und steht beruflich auf dem Abstellgleis. Dann rüttelt ein Messermord ihn so richtig wach, und er ermittelt auf eigene Faust. Zum Glück hat er noch ein paar Freunde, die ihn dabei unterstützen...

    Ein packender Krimi, der diesmal weniger auf die Polizeiarbeit fokussiert ist als vielmehr auf Harry Hole als (Privat-)Person. Er ist der Dreh- und Angelpunkt dieses Falls, und nicht nur einfach Protagonist. Zusätzlich lernen wir diverse Verdächtige und ihre Biographien teils recht ausführlich kennen. Dadurch kam mir das Buch zwischenzeitlich sehr langatmig und ausschweifend vor, und die Spannung ging mir definitiv verloren. Andererseits waren diese 'Exkurse' inhaltlich auch wieder wichtig, denn mit Hilfe vieler einzelner Fäden strickt Jo Nesbo hier einen ebenso grausamen wie interessanten Fall zusammen. So manches Mal glaubte ich schon zu wissen, wer der Täter war - um am Ende dann doch komplett überrascht zu werden! Das war definitiv gut gemacht, allerdings fand ich die finale Auflösung in punkto Täter und Motiv enttäuschend. Das passte doch überhaupt nicht zusammen mit dem, wie diese Person vorher charakterisiert wurde!

    Auch um den Fall Svein Finne, der am Ende des 11. Teils aus der Haft entlassen wurde und nun auf einem Rachefeldzug ist, hätte ich mir sehr viel mehr erwartet. Nicht dass ich scharf drauf bin, grausige Szenen zu lesen wie er über Opfer herfällt. Aber dass er hier nur eine kleine (wenn auch nicht unwichtige) Nebenrolle spielt hätte ich auch nicht gedacht. Und das Mordwerkzeug aus Teil 11, von dem er sich extra eine teure Kopie hat anfertigen lassen, wird nicht mal erwähnt.

    Insgesamt vergebe ich für diesen Teil nur 4 Sterne, wobei die Langatmigkeit im Mittelteil am stärksten dazu beigetragen hat. Dennoch hat mich das Buch neugierig gemacht, auch die vorangegangenen Teile mal zu lesen!

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    Nur ein kleiner falscher Schritt beim Joggen kann soo große Auswirkungen haben. Heidi verdreht ihr Bein beim Ausrutschen leider derart unglücklich, dass die Blutzufuhr abgeschnürt ist und der Unterschenkel schließlich amputiert werden muss. Genau dasselbe ist übrigens auch der Autorin passiert, wie sie im Interview am Ende des Buches erzählt.


    Weite Teile des Romans sind also ihre eigenen Erlebnisse. Andere Dinge (wie die Nebenfiguren) hat sie verändert bzw. hinzugedichtet. Leider erwähnt sie in dem Interview nicht, ob sie auch einen 'Jack' kennengelernt hat. Zu wünschen wäre es ihr, denn für Heidi wird Jack eine wichtige Unterstützung auf ihrem Weg zurück in ein neues Leben, dass sie so selbständig wie nur möglich führen möchte. Dass das mit harter Arbeit und auch vielen Schmerzen verbunden ist, macht Ella Dove eindrucksvoll deutlich.


    Ich fand es toll, auch mal so eine Geschichte zu lesen, das hat man ja nicht so oft (obwohl ich zufälligerweise erst vor ein paar Wochen mit "Wir von der anderen Seite" ein Roman gelesen habe, in dem die Autorin ebenfalls ihre Rekonvaleszenz nach einer plötzlichen heftigen Erkrankung verarbeitet hat).

    Trotz des ernsten Themas und der Ehrlichkeit, mit der sie von all den Schwierigkeiten berichtet, erschuf die Autorin hier einen Roman, den man wirklich gerne liest.

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    So schön wie der Schokoladen von Emma in dem kleinen Küstenort in Northumberland beschrieben ist würde ich da selbst gerne arbeiten. Oder zumindest mal zum naschen vorbei schauen. Manche der Kreationen, die zahlreich und oft erwähnt werden im Verlauf des Buches, klingen wirklich köstlich!


    Dagegen fällt die Handlung leider nur sehr durchschnittlich aus. Sie plätschert so vor sich dahin, mit kleinen Höhen und Tiefen, die manchmal arg konstruiert wirken. Das erste Treffen von Emma und Max, ihr darauffolgendes Sehnen nach dem Unbekannten während sie sich gleichzeitig einredet, dass es ja nun nicht so ungewöhnlich ist dass man mal jemanden begegnet, stürmisch küsst und dann nie wiedersieht. Ja, ne, überhaupt nicht! Als sich später einer der beiden doch wieder zurückzieht wirkt das auch sehr aufgesetzt, und fungierte wohl nur als 'Spannungsgenerator' für die Story - zündet aber in dieser Funktion eh nicht.


    Spannung oder auch Spaß fand ich in diesem Buch nicht. Die Geschichte hat eher einen leicht melancholischen Touch, weil Emmas Herz immer noch an ihrer verlorenen großen Liebe hängt. Diese wird mehrfach erwähnt, ohne aber genau zu erzählen was genau geschehen ist. Ständig werden nur Andeutungen gemacht - wahrscheinlich auch um Spannung aufzubauen. Klappte aber auch hier nicht, es wird mit der Zeit nur nervig und man möchte ihr am liebsten zurufen "Jetzt erzähl es doch endlich!". Vor allem weil die 'Auflösung' am Ende dann auch eher in die 08/15 Kategorie fällt.


    Trotz all dieser Kritik habe ich mich beim Lesen dennoch wohl gefühlt. Behaglich! Neudeutsch würde man wohl "hygge" sagen. Genau in diese Kategorie fällt dieser Roman für mich, und damit findet er ganz sicher auch sein Lesepublikum.

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    Eine schöne Geschichte über ein Jahr in Ottercombe Bay, in dem Daisy sich einer Erbschaft und dem frühen Tod ihrer Mutter stellen muss. Natürlich ist sie dabei nicht ganz allein, schon bald hat sie verschiedene Personen aus dem Ort mehr oder weniger an ihrer Seite. Darunter auch die obligatorische beste Freundin, die hier aber erfrischenderweise einen ganz speziellen Charakter erhalten hat. Ebenso gefiel mir sehr gut, dass hier mal nicht das alte Klischee ausgepackt wurde dass Mensch und Hund sofort total ineinander verliebt sind und bestens miteinander auskommen. Daisy und Bugsy brauchen eine ganze Weile, um ihre gegenseitige Zuneigung erkennen und zeigen zu können.

    Im letzten Viertel dieses Buches greift Bella Osborne dann leider doch mal wieder tief in die Klischee-Kiste, indem plötzlich der Ex wieder auf der Bildfläche erscheint (obwohl er vorher noch nicht mal gedanklich eine Rolle bei Daisy gespielt hat). Das passiert ja in fast allen Frauenromanen, und fast immer ist dieses 'inszenierte Drama' völlig überflüssig. Ebenso ist das Hin und Her mit Max zu Ende hin doch recht mühsam. Und dann findet alles einen recht abrupten Schluss...

    Dennoch ist es insgesamt ein sehr unterhaltsamer Roman für schöne Lesestunden.

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    "Wir von der anderen Seite" erzählt vom Krankenhaus- und Reha-Aufhalt einer 35jährigen Frau, deren lästiger Nierenstein zu einer Blutvergiftung mit multiplem Organversagen führte bis sie letztendlich ins Koma versetzt wurde. Nun muss sie sich auf den schmerzhaften Weg zurück zu einem normalen Leben machen. Dabei kann sie anfangs noch nicht mal einen Löffel halten...


    Obwohl das Buch mehr ein 'Bericht' als ein Roman ist, so fand ich es extrem lesenswert. Trotz der Schwere des Themas hat Anita Decker, ihres Zeichens Drehbuchautorin für Komödien, einen leichten Ton gefunden (gespickt mit etwas schwarzem Humor) - ohne dass sie irgendetwas verharmlost oder übertrieben witzig darstellt! Aber es liest sich einfach super, und man fühlt mit Rahel auf jedem ihrer Schritte mit.


    Das ist wohl auch deshalb so, weil ich beim Lesen immer im Hinterkopf hatte, dass die Autorin ihre eigenen Erfahrungen niedergeschrieben hat. Wobei man nicht weiß, wo sie sich dichterische Freiheiten genommen hat und wo etwas genau so passiert ist. Eine schreckliche und erschreckende Erfahrung ist es ganz bestimmt gewesen. Zum Glück hat sie eine so tolle Familie an ihrer Seite, die hatte ich sofort ins Herz geschlossen! Über ihre Tätigkeit als Drehbuchautorin, so ein bisschen "Hinter den Kulissen", hätte ich zu gerne noch mehr erfahren. Dafür hätte ich den ganzen Beziehungskram, der im letzten Drittel des Buches im Mittelpunkt steht, nicht in diesem Umfang gebraucht. Den Anfang, wo es allein um Rahel und ihre Genesung ging, fand ich deutlich interessanter. Aber es gehört wohl alles zum Prozess, den unsere Protagonistin durchlaufen ist, dazu.


    "Lacht laut und heult leise!" - diesen 'Tipp' (oder ist es vielmehr eine Aufforderung?) von Bora Dagtekins Testemonial zu diesem Buch kann ich zu 100% weitergeben.