Beiträge von Sushan

    Bin in USA, oder was davon noch übrig ist :shock:

    Von "Die Straße" gibt es übrigens eine wirklich gute Verfilmung mit Viggo Mortensen.

    Der Film ist so beklemmend, dass ich ihn noch tagelang im Kopf hatte - aber er ist auch (oder vielleicht sogar gerade deswegen? :-k) richtig, richtig gut. :thumleft:


    Wahrscheinlich eine der besten Buchverfilmungen. Die Vorlage sollte man aber auch lesen McCarthy ist einfach phantastisch!

    Ich, Coriolanus Snow, bin mit meiner Schwester Tigris auf dem Weg zu den Feierlichkeiten. Heute ist Tag der Ernte und bald beginnen die Hungerspiele. Meine einst reiche Familie hat Geld und Einfluss verloren. Aber nun habe ich einen der begehrten Mentoren Jobs, der mir mein Studium finanzieren wird.


    Also ich möchte dann alle Bücher lesen, allerdings habe ich mich schon häufiger in eine Falle katapultiert.

    Es kann nämlich vorkommen, dass ich dann nicht mehr aufhören kann, obwohl ich eigentlich eine Pause bräuchte.

    Letztes Mal ging es mir mit Patrick Rothfuss "Name des Windes" so. Ich verfallen dann in so eine Art "manisches Lesen", die drei Bände habe ich in 2.5 Tagen gelesen. In diesem Fall ging es gut aus, aber ich habe es schon gehabt das ich irgendwann keine Lust mehr hatte und die Bücher hinterher nicht mehr so toll fand.

    Deswegen bin ich eigentlich ganz froh das der abschließende Band noch nicht erhältlich ist.

    Den kann ich wieder richtig genießen. Manchmal geht den Büchern auch irgendwann die Luft aus, was natürlich umso mehr auffällt, wenn man sie hintereinander liest.


    Zu lange sollte sich der Autor aber auch nicht Zeit lassen. Auf George R.R. Martin habe ich lange gewartet und sogar eine Weile die Serie boykottiert. Richtig wütend wurde ich dann, als ich "Feuer und Blut" aufgeschlagen habe und der dort frecherweise "Erstes Buch" rein geschrieben hat.

    Zumal Feuer und Blut nicht wirklich toll gewesen ist. Mittlerweile habe ich die Serie gesehen, kenne das Ende und Martin kann mich mal.


    Die Tribute von Panem lese ich natürlich weiter, ich habe es schon geladen. Ich bin zur Zeit nur nicht in großer Lesestimmung, dass habe ich manchmal. Es vergeht wieder. :wink:

    Ich, ein Detective des Raubdezernates, wurde zu einem Hochhaus Dach geschickt, auf dem eine Frau sitzt, die sich herunterstürzen möchte.

    Sie leidet an falschen Erinnerungen und kann sich an ein Leben erinnern, dass nicht ihr eigenes ist. Die Fälle scheinen sich zu häufen und ich habe Angst. Die Krankheit ist ansteckend.

    Leider muss ich wohl aufgeben, denn irgendwie den Eindruck, dieses Lesen nach Listen ist nichts für mich.

    Allerdings kann es auch daran liegen, dass ich diesen Monat mit anderen Dingen zu kämpfen hatte und kaum die Konzentration für zwei Kapitel aufbringen kann.

    Immerhin habe ich drei Bücher geschafft. An Poppy bin ich leider thematisch gescheitert, seit Jack Ketchums "Evil" kann ich mir so etwas kaum noch antun.

    Vielleicht probiere ich es nächsten Monat nochmal, dass muss ich erstmal sehen.


    Joe Abercrombie - "Zauberklingen"

    Jung Chang - "Wilde Schwäne"

    Peter Grandl - "Turmschatten"

    Astrid Korten - "Poppy"

    Frederik Backman - "Ein Mann namens Owe"

    David Mitchell - "Der Wolkenatlas"

    Haruki Murakami - "Kafka am Strand"

    Adam Rutherford - "Eine kurze Geschichte von jedem, der jemals gelebt hat"#


    - Andreas Brandhorst - "Das Schiff" - stand nicht auf der Liste!

    Gerade als EBook überall im Angebot, für 2.99 Euro statt 9.99 Euro.

    Ich lese es gerade, bin aber noch nicht weit gekommen.


    Kurzbeschreibung:

    Mit exklusiver Bonus-Erzählung »All die Jahrtausende«! Der mehrfach preisgekrönte Erfolgsroman erstmals im Taschenbuch: Seit tausend Jahren schicken die intelligenten Maschinen der Erde lichtschnelle Sonden zu den Sternen. Sie sind auf der Suche nach den Hinterlassenschaften der Muriah, der einzigen bekannten und längst untergegangenen Hochkultur in der Milchstraße. Bei der Suche helfen die Mindtalker, die letzten sterblichen Menschen auf der Erde. Doch sie finden nicht nur das technologische Vermächtnis der Muriah, sondern auch einen alten Feind, der seit einer Million Jahren schlief und jetzt wieder erwacht ...


    Quelle: Amazon

    Es ist sehr schwierig richtige Einblicke in die fremde Kultur zu bekommen, und auch diese vielleicht ansatzweise zu verstehen.


    Auch wenn ich viel dafür geben würde, wenn alle Mädchen auf dieser Welt in Gleichberechtigung und gefahrlos aufwachsen dürften.

    Für mich war auch manches schwierig.

    Wenn meine Klassenkameraden z.B. in einer Art über ihre Eltern geredet haben, die ich als sehr respektlos empfand, hat mich das teilweise richtig schockiert.

    Ich musste auch erst lernen, dass es hier eben so abläuft und die neue Generation sich von den Eltern emanzipiert, rebelliert und alles in Frage stellt. Das kannte ich nicht und noch heute ist das Wort meiner Mom Gesetz. Es gibt einfach Punkte, wo ich mich niemals durchsetzen kann. Und das ist in Ordnung für mich, es gehört dazu.

    Die Eltern haben uns das Leben geschenkt, dafür sind wir zu Dank und Respekt verpflichtet. So sehe ich das jedenfalls.

    Mit dem letzten Satz hast Du natürlich Recht, ich wünschte, dies wäre überall auf der Welt Normalität. Leider ist das kulturell bedingt sehr schwierig.

    Ich wünsche Dir einen schönen Abend.

    Furchtbare Vorstellung, immer wenn ich so eine Stelle in einem Buch habe, gruselt es mich. Was


    Das wird mit einem Stein gemacht und damit ist es ja nicht ausgestanden. Diese Prozedur dauerte viele Jahre und breitet höllische Schmerzen.

    Im Buch wird auch erzählt, das sie ihre Mutter angefleht hat, die Tücher zu lockern, aber natürlich ohne Erfolg. Denn das Mädchen war das einzige Kapital des Vaters und sollte gewinnbringend verschachert werden. Und die Brauteltern haben sich immer zuerst die Füße angeschaut, die diesem Ideal entsprechen mussten.

    Grausam ist das.

    Immer wenn ich höre oder lese: "Das ist Tradition", regt mich das tierisch auf. Das heißt doch: Das haben wir immer so gemacht und machen es auch weiter so. Und es ist ein vorgeschobener Grund, Anderen (meistens Frauen) legal und offiziell Leid zufügen zu können (verbal oder körperlich).


    Bitte nicht falsch verstehen, es ist meine Ansicht, aber Mädchen/Frauen waren (oder zum Teil sind), nicht viel wert.

    Es war eben so, dass nur ein männlicher Nachkomme den Familiennamen weitergeben konnte. Gab es nur weibliche Nachkommen, starb die Familie aus, was als große Schande den Ahnen gegenüber, empfunden wurde.

    Die Mädchen bekamen nicht einmal Namen, dass wird auch im Buch geschildert.

    Leider hat sich das kaum gebessert, auch wenn die Maßnahmen heute weniger drastisch sind. Noch zu Zeiten der "Ein Kind" Politik wurden Mädchen getötet, oder gleich abgetrieben. Die Leute brauchten die Genehmigung für ein neues Kind und alle wollten einen Jungen.

    Und auch ich kenne das ein wenig: Jungs sind die absoluten Prinzen und alles was sie machen ist toll und super. Mädchen dagegen machen nur Probleme und sowieso nichts richtig. Zum Glück ist meine Mom modern eingestellt, zumindest nach unseren Maßstäben.

    Heute werden Frauen aber teilweise immer noch als Verfügungsmasse angesehen. Durch einen Job, wo ich als Dolmetscherin gearbeitet habe, lernte ich einen älteren chinesischen Mann kennen. Seitdem macht er mir irgendwelche Avancen, schickt teure Geschenke usw. Würde ich in China leben und meine Familie das Angebot gut finden, oder er hätte genug Einfluss, um Druck auf sie auszuüben - wovon ich übrigens überzeugt bin - hätte ich ein großes Problem. Weigern könnte ich mich kaum, schon wegen dem Wohl der Familie. Als Frau hast Du immer Pech gehabt, vor allem weil Dinge wie Liebe häufig als närrisch angesehen werden. Wenn sich die Eheleute verlieben, gut, wenn nicht...Schicksal eben.

    Bei den Traditionen bin ich dagegen etwas im Zwiespalt. Denn ich finde sie schon wichtig, als Teil der kulturellen Identität bzw. des Erbes.

    Wie ich das sehe, bin ich zwar ein Individuum, aber auch Teil einer der ältesten Kulturen der Menschheit. Und das wiederum bringt auch die Pflicht mit sich, Dinge zu bewahren. Selbst wenn mein Anteil daran noch so klein ist.

    Schade, dass deine Mama so reagiert hat, aber manches ist tatsächlich zu schmerzhaft, auch wenn es empfohlen wird drüber zu reden, und die Erlebnisse zu verarbeiten in dem man darüber spricht, finde ich tatsächlich, dass manches einfach nicht geht. Ist aber natürlich von Person zu Person unterschiedlich. Ich kann da deine Mama verstehen. Dir ist natürlich damit nicht geholfen :kiss:Sei nicht traurig:friends:


    Da prallen auch so ein wenig die Mentalitäten aufeinander.

    Denn - Erziehung hin oder her - bin ich natürlich hier sozialisiert und handhabe Dinge anders.

    Das kollidiert dann natürlich immer wieder, mit den Werten und Vorstellungen meiner Mommy oder den Tanten.

    Trotzdem interessiert mich unsere Familiengeschichte natürlich sehr und das Auf und Ab in den unterschiedlichen politischen Systemen.

    Wobei ich annehme, man wird mich einweihen, wenn ich etwas älter bin. Momentan ist mir die Rolle der aufmüpfigen Tochter zugedacht und die muss ich wohl noch eine Weile geben. So ist es eben bei uns, zwischen Mutter (Tanten) und Tochter.

    Aber Danke für Deine lieben Worte. :friends:

    Ich bin diesen Monat ziemlich hinten dran.

    Wenigstens habe ich "Turmschatten" geschafft, auch wenn ich mich am Ende durchquälen musste. Am Buch lag es nicht, es hat mir ziemlich gut gefallen. Leider bin ich krank geworden und habe einige Tage gar nichts gelesen. Danach bin ich sehr schwer wieder rein gekommen, obwohl es nur noch 50 Seiten waren. Aber ich war dann innerlich völlig aus dem Thema, vor allem in Bezug auf meine Gefühle und Überlegungen, zu den Figuren.

    Als nächstes werde ich nun "Wilde Schwäne" lesen, vor dem ich mich ein bisschen fürchte.

    Schon beim Anlesen hat es einen gewissen Bezug zu meiner eigenen Familiengeschichte.

    Ich hatte meine Mom darauf angesprochen, die dann regelrecht sauer wurde. Weil man "manche Dinge einfach ruhen lässt und Erinnerungen zu schmerzhaft sind".

    Nach guter Sitte macht jeder alles Schlimme mit sich selbst aus. Dabei ist die wahre Stärke wohl, darüber zu sprechen. Umso bewunderswerter ist dieses Buch.


    Ich wünsche allen anderen LeserInnen viel Spaß bei und mit ihrer Liste.


    Joe Abercrombie - "Zauberklingen"

    Jung Chang - "Wilde Schwäne"

    Peter Grandl - "Turmschatten"

    Astrid Korten - "Poppy"

    Frederik Backan - "Ein Mann namens Owe"

    David Mitchell - "Der Wolkenatlas"

    Haruki Murakami - "Kafka am Strand"

    Adam Rutherford - "Eine kurze Geschichte von jedem, der jemals gelebt hat"

    Ich habe den vorherigen Band noch nicht gelesen.

    Mit Kurzgeschichten tue ich mich immer etwas schwer. Das ist so ein kleines Vorurteil, denn ich denke immer, dass die Geschichten schon vorbei sind, sowie ich mich richtig hinein gefunden habe. Letztens habe ich Ted Chiangs "Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes" gelesen und da war das auch wieder so. Obwohl die Geschichten selbst sehr gut gewesen sind.

    Ich werde das Buch trotzdem noch irgendwann kaufen, aber wohl eher in einem Sale.


    Ich wünsche Dir viel Spaß mit den "Zauberklingen". Der Nachfolger wird ja in absehbarer Zeit erscheinen.

    Alle schreien sie nach Diversity, doch sobald diese etwas derber daherkommt und nicht so weichgespült wie in so mancher Romantacy, ist die Empörung groß.

    Ja, es ist definitiv Geschmackssache und natürlich sind Geschmäcker verschieden, was auch aus den meisten Rezensionen durchaus hervorgeht. Das ist auch gut so!

    Doch gerade deshalb verstehe ich es nicht, wenn dann LeserInnen ein Buch schlecht machen, es für "abartig" halten und man sich anhören muss, dass man nicht normal ist, wenn man auf derbe Ausdrucksweise, Blut und Gemetzel in Büchern steht.


    Ein ganz starker Abschnitt, vielen Dank!

    Viele Menschen sind leider nur solange tolerant, wie sie "das Elend" nicht sehen müssen. Die Homos können ja machen was sie wollen, aber doch bitte im Verborgenen, sodass es niemand sieht. Letztlich sollen wir uns (wieder) verstecken, aber dieses Mal ohne uns zu beklagen, damit sich niemand hinterfragen muss.

    Schließlich ist man doch tolerant und aufgeklärt!

    "Abartig" - auch speziell im Falle von expliziter Gewalt - wird auch sehr gern verwendet, wenn Personen nicht mit einer Thematik umgehen können.

    Hier endet dann ebenfalls die Toleranz, denn was ich selbst ablehne, kann ja nicht normal sein. Und weil sowieso kein flächiger Diskurs in vernünftigem Rahmen mehr möglich ist, sondern vor allem viel Gefühl und Ich Bezogenheit, kann man sich (vermeintlich) bequem aus der Affäre ziehen.

    Gerade deshalb finde ich solche Bücher (Filme, Spiele) auch extrem wichtig. Mir persönlich muss ja nicht alles gefallen, aber das macht die angesprochenen Themen nicht weniger relevant und die Werke nicht schlechter.


    Danke für Deine tolle Rezension, ich habe mir das Buch gleich mal vorgemerkt.

    Inhalt:


    In einer Welt, in der der sprichwörtliche Dolch im Rücken gerne wörtlich genommen wird, ist es gefährlich ohne Verbündete. Das spürt nicht nur der Soldat Leo dan Brock, der an der erbittert umkämpften Grenze Anglands auf die Hilfe des Königs wartet. Auch Savine dan Glokta, Tochter des meistgehassten Mannes der Union, muss auf ihrem Weg an die Spitze der Gesellschaft erkennen, dass Wille allein noch keine Macht sichert. Und während neue Kräfte Chaos stiften, erhebt sich auch die alte Magie noch einmal, als die Häuptlingstochter Rikke mithilfe einer verrückten Hexe ihre eigenen Zauberkräfte zu entdecken beginnt. Doch zu welchem Preis?


    Quelle : Amazon


    Meine Meinung:


    Als Fan einer Buch Reihe tut es immer ein bisschen weh, sich von lieb gewonnen Helden zu verabschieden und selbst der Verlust alter Feinde wiegt schwer.

    Abercrombie geht hier den richtigen Weg, indem er seinen neuen Protagonisten viel Zeit einräumt, um die Herzen der Leser zu gewinnen.

    Erst wenn man wirklich das Gefühl hat sie gut zu kennen, verwebt er sie geschickt mit den Bezügen der alten Bücher.

    Hierbei spielt der Autor routiniert seine Stärken aus, wenn er den Fokus zunächst gänzlich auf die neuen Helden setzt und erst im späteren Verlauf immer mehr Bezüge zu früheren Bänden herstellt.

    Das tut er derart geschickt, dass es schlüssig wirkt und nicht zum bloßen Fanservice verkommt.

    Ein bisschen Kritik muss ich nur dafür üben, dass der Einstieg vielleicht einen Tick zu lange dauert und der Autor einmal zu oft jemand Neues einführt, wenn ich gerade dachte, nun würden die Fäden endlich zusammenlaufen. Glücklicherweise ist es ihm dann doch noch gelungen, rechtzeitig die Kurve zu kriegen.


    Der Handlungsverlauf ist zunächst zweigeteilt.

    Im Norden haben sich die Söhne des früheren Königs Bethod erhoben und überziehen das Land mit Krieg.

    Ihr Ziel ist es, das Protektorat der Union zu zerschlagen und sich das gesamte Land einzuverleiben. Rücksichtslos ziehen sie durchs Land, zerstören Städte und brennen Dörfer nieder.

    Die Truppen der Union, angeführt von Leo dan Brock - dem jungen Löwen - sind auf dem eiligen Rückzug und warten auf das Entsatzheer der Union, welches hoffentlich bald zur Unterstützung eintrifft.

    Doch der Hochkönig hat ganz andere Probleme, denn nach diversen verlorenen Kriegen sind die Schatzkammern leer und seine Macht schwindet zusehends. Zudem ist das gesamte Land im Wandel begriffen, seit die industrielle Revolution begonnen hat.

    Sein Sohn ist ein hoffnungsloser Herumtreiber, der sich lieber in Bordellen vergnügt und Drogen nimmt, statt sich in den Palästen auf seine eigene Regentschaft vorzubereiten. Der eigentliche Herrscher der Union ist der wunderbare Sand dan Glokta - einer meiner absoluten Lieblingsromanfiguren aller Zeiten - der inzwischen zum Erzlektor aufgestiegen ist und die Geschicke des Landes aus dem Verborgenen lenkt. Doch wem gegenüber ist er eigentlich loyal? Oder seine Tochter Savine, die inzwischen eine einflussreiche Geschäftsfrau ist und ihren märchenhaften Wohlstand auf dem Rücken der Arbeiter mehrt, die in den modernen Fabriken für sie schuften.

    Damit - nachdem alle Figuren in Stellung gebracht sind - beginnt die eigentliche Geschichte.


    Hier hat mich Abercrombie zum ersten Mal angenehm überrascht, denn "Zauberklingen" ist viel mehr als Fantasy Roman und spricht eine Vielzahl unterschiedlicher Themen an.

    Wir verfolgen nämlich nicht nur bei den Figuren einen Generationenwechsel, sondern im Prinzip die coming of age Geschichte eines ganzen Landes und die Kollision der alten Werte, mit den Wirren der Moderne.

    Während nämlich im Norden um die alte Krone gerungen wird, breitet sich in der Union bereits die industrielle Revolution aus. Moderne Maschinen sorgen dafür, dass Waren viel schneller und kostengünstiger produziert werden können und bald für größere Bevölkerungsgruppen zur Verfügung stehen.

    Doch dieser Wandel hat natürlich auch Schattenseiten, denn plötzlich kann ein einziger Arbeiter die Tätigkeiten von neun anderen verrichten. Während der Adel seine Gewinne gnadenlos maximiert und auch vor Kinderarbeit nicht zurückschreckt, wird den einfachen Leuten ihre Existenzgrundlage entzogen.

    Immer mehr Menschen sind arbeitslos und vom Lande her strömen ehemalige Bauern, Weber, Spinner und Kriegsversehrte in die Städte, um in den neuen Fabriken eine Arbeit zu finden.

    Die Bedingungen verschlechtern sich dabei zusehends. Schon bald weht auch der Geist der Revolution durch die Straßen und die Arbeiter formieren sich zu immer radikaleren Gruppen.

    Es kommt zu Aufständen, Anschläge werden verübt und die Herrschenden haben bald alle Hände voll zu tun, um die gewohnte Ordnung aufrecht zu erhalten.

    Beim Lesen habe ich mich oft an Geschichtsstunden erinnert und an Erzählungen aus London oder anderen Großstädten. Dieser Wandel findet im Buch aber auch auf einer größeren Ebene statt, denn während im Norden noch die alten Riten, Hellseherei und Magie von Bedeutung sind, schlägt man sich in der Union bereits mit den Problemen der Neuzeit herum.

    Das erinnerte mich dann unweigerlich an die jahrtausende alte Kultur der Samurai, die sich plötzlich ganzen Regimentern mit modernen Schusswaffen gegenüber sahen und bis zuletzt an der alten Weltordnung festhielten. Großartig, vor allem wenn man unerwartet, in einem Fantasy Roman, auf solche Themen stößt, die zum Nachdenken und recherchieren einladen.


    Fazit:


    Das hätte auch gehörig schief gehen können, ist es aber nicht. Die neuen Protagonisten wirken frisch und die alten Bezüge zu keiner Zeit, wie ein billiger Fan Service.

    Joe Abercrombie ist es gelungen, seiner berühmten Romanreihe einen gekonnten Neustart zu verpassen und dabei die alten Stärken auszuspielen.

    Die Welt fühlt sich immer noch vertraut genug an und bekommt durch ein paar alte Kämpen genau die richtige Würze, um mir als Leserin die Neuerungen schmackhaft zu machen.

    Gleichzeitig gibt es aber auch genügend neue Elemente, sodass sich "Zauberklingen" wie ein Aufbruch anfühlt und nicht nach Geldmacherei. Hallo George R.R. Martin...

    Deshalb kann ich nur eine Empfehlung aussprechen und freue mich bereits auf die Fortsetzung. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb: