Beiträge von wiechmann8052

    Rom, 94 nach Christus: Mitten in der Nacht stürmen Soldaten die Villa von Jubas Familie. Kaiser Domitian beschuldigt Jubas Eltern des Verrats: ein sicheres Todesurteil für die ganze Familie. Juba und seinen Geschwistern gelingt in letzter Sekunde die Flucht aus der Villa, während die Eltern zurückbleiben. Eine furiose Verfolgungsjagd beginnt. Die Geschwister wollen sich zu ihrem Onkel nach Britannien durchschlagen, am Ende der den Römern bekannten Welt. Auf der weiten Reise drohen todbringende Gefahren: Mörder, Banditen, skrupellose Sklavenhändler und heftige Stürme. Wem können die Geschwister trauen? Und die Häscher des Kaisers sind ihnen auf ihrer atemlosen Odyssee stets auf den Fersen …

    Diese Geschichte ist ungeheuer fesselnd und spannend geschrieben. Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Die Art und Weise wie die Autorin diese Flucht beschreibt ist bewundernswert. Sie beschreibt die Erlebnisse der Geschwister in jedem Kapitel für sich abgeschlossen. So das für Kinder es ein Leichtes ist das Buch zu unterbrechen und dann weiter zu lesen. Einige der Entscheidungen die Juba für sich und seine Geschwister trifft sind für junge Leser nicht leicht zu verstehen aber die Autorin gibt sich große Mühe das zu erklären und durch andere Figuren oder Ereignisse verständlich zu machen. Die Zweifel mache ich alles richtig und dann in Bezug auf die Geschichte von seine Entscheidungen zu treffen fand ich eine interessante Idee der Autorin. Die Helden machen eine positive Entwicklung durch so das der Leser lernt man wächst mit seinen Aufgaben. Gut gefallen hat mir auch die Erklärungen der Begriffe und lateinischen Ausdrücke am Ende des Buches.

    Fünf Jahre lang hatte er geglaubt, er wäre diesem perfiden Killer endgültig entkommen. "Rumpelstilzchen" hatte sich der Mann genannt, den er bei einer Schießerei auf Leben und Tod schließlich erledigt hatte. Vermeintlich.

    Denn wie aus dem Nichts taucht in der Praxis des Psychiaters Dr. Frederick Starks in Miami auf einmal genau dieser Killer auf. Und seine Drohung ist unmissverständlich: Wenn Starks ihm nicht helfe, den Unbekannten aufzuspüren und zu töten, der seit einiger Zeit ihn und seinen Bruder, einen erfolgreichen Anwalt, mit Morddrohungen überziehe, werde er ihn umbringen. Dem Psychiater bleibt keine Wahl. Unversehens findet er sich in ein albtraumhaftes Katz-und-Maus-Spiel verstrickt, in dem alle Beteiligten, auch er selbst, nur die Auslöschung ihres Widersachers im Sinn haben. Nichts ist, wie es scheint, bei dieser mörderischen Verfolgungsjagd, Starks' Leben steht auf Messers Schneide ...

    Nach dem Klappentext kann man erraten das es sich um eine Fortsetzung handelt. Aber der lange Zeitraum dazwischen ist wenig hilfreich (2006 Der Patient ) denn entweder muss man das Buch wieder hervorkramen, neu kaufen, ausleihen, oder sich damit abfinden das einem zu mindestens im ersten Drittel der Bezug fehlt.

    Ansonsten ist es ein typischer Katzenbach: das Cover schwarz - weiß und etwas mysteriös, die Opfer wachsen über sich selbst hinaus im Guten wie im Bösen, die Täter sind sehr intelligent und perfide. Die Bilder die Katzenbach mit seiner Sprache dem Leser in den Kopf zaubert sind sehr detailliert und authentisch.

    Das Buch hatte für mich einige Längen weil ich vorher den Patienten noch einmal gelesen habe aber nach der Hälfte war es spannend wie immer.

    Vor zehn Jahren verschwand Jennas Zwillingsschwester an einem Strand in Südkorea spurlos. Jenna weiß das sie noch lebt aber wie und wo ist für die ganze Welt ein Rätsel.

    Die Bäuerin Moon versucht in Nordkorea zu überleben ohne ihre Menschlichkeit oder Integrität auf zu geben.

    Der Diplomat Cho will seinen Land dienen aber nicht um jeden Preis.

    In allem mischt die CIA mit, in der Hoffnung einen Hebel gegen den Diktator Kim Il Sung zu finden der die USA und die restliche westliche Welt bedroht.

    Anhand der drei Personen hat der Autor einen Thriller gewoben der Realität, Tatsachenberichte von Augenzeugen und Fiktion mit einander vermischt. Dem Leser werden politische Ränkespiele, Grausamkeiten, menschen verachtendes Kalkül und das Gegenteil wie Ehrlichkeit, Liebe und Glaube, Vertrauen und Menschlichkeit sehr eindringlich vor Augen geführt.

    Die drei Hauptfiguren agieren erst nebeneinander und dann teilweise miteinander im Widerstand gegen die nord koreanische Führung.

    Diese für uns fremde Land mit seinen Menschen, das wir nur aus den Nachrichten kennen, wird durch den Autor der mehrmals dort gewesen ist eindringlich beschrieben. Er fordert Verständnis für die Bevölkerung die am Rande des Verhungerns leben während ihre Führer in Saus und Braus leben.

    Dadurch das er seinen Appell in einen Thriller der unterhalten soll verpackt hat, ist ihm der Spagat gelungen beides miteinander zu verbinden.

    Wie in einem Roman üblich ist die Fiktion etwas übertrieben beziehungsweise strebt sehr schnell einen fulminanten Höhepunkt zu der doch etwas zu schnell in heile Welt endet.

    Durch den Anhang werden die Tatsachen die in diesem Buch eingeflossen sind erklärt und durch weiterführende Literatur untermauert.

    Zu Weihnachten trifft sich die Familie Birch seit langer Zeit alle wieder. Tochter Olivia kommt von einem Auslandseinsatz als Ärztin zurück. Sie muss in Quarantäne wegen einer schweren ansteckenden Krankheit. Gemeinsam ist die Familie auf dem Besitz in Norfolk. Aber sieben Tage sind sehr lang, wenn es nur noch wenig Gemeinsamkeiten gibt. Und jeder Geheimnisse vor den anderen hat. Überraschungsgäste sind dann das Tüpfelchen auf dem i.

    Überwiegend spielt sich die ganze Geschichte im Landhaus der Familie ab. Jede Person hat ihre eigenen Befindlichkeiten die sie gerne hegt und pflegt. Zum Beispiel der Vater, Journalist, schreibt eine Kolumne über Restaurants und pflegt einen sehr zynischen abwertenden Schreibstil. Jede Figur ist sehr detailliert und auch überspitzt beschrieben, so das man sie sehen, hören und und fühlen kann. Als Leser muss man über Zickigkeiten lächeln, Verständnis empfinden für das Unwohlsein in unserer Wohlstandsgesellschaft wenn man aus Afrika zurück kommt und über die Verschwiegenheit zu alten Fehlern und neue Krankheiten sich wundern.

    Die Geschichte liest sich in einigen Bereichen sehr intensiv und dann wieder ist es sehr oberflächlich passend zu den Protagonisten. Diese Mischung macht das Buch menschlich und lesenswert.

    Dieses Buch hat ein wunderschönes Cover, viele verschiedene teils sehr seltene Pflanzen sind rund um den Titel angeordnet.

    Der Klappentext sagt dazu, das Peter in einem Buch einen alten Liebesbrief entdeckt in dem sechs seltene Blumen gelistet sind. Er reist um die Welt um sie einmal in Wirklichkeit gesehen zu haben.

    Aber das ist längst nicht alles, als Leser wird man sehr stark gefordert. Zum einem fängt das Buch mit einem Ozeanforscher an der kurz vor dem Tod durch Sauerstoffmangel am Meeresboden steht. Nirgendwo eine Blume.

    Dann lernen wir Dove kennen der in einer Rettungszentrale arbeitet und plötzlich unter starken Kopfschmerzen leidet die mit fremden Erinnerungen einher gehen.

    Dann Peter ein Sauberkeitsfanatiker dessen Firma besondere Reinigungsaufgaben erledigt.

    Um Grunde wird das Buch von hinten nach vorne erzählt. Ein Kreis entsteht der sich erst auf den letzten Seiten schließt und eine wunderschöne Überraschung enthält.

    Die Suche nach den Blumen ist eher zweitrangig, diese drei Menschen stehen im Mittelpunkt zusammen mit denen die ihnen nahe stehen oder nur begegnen.

    Es sind viele Nebenschauplätze die nur angerissen werden wie ein unvollständiges Bild das der Leser dann zu Ende malen muss.

    Für mich erforderte das beim Lesen, das ich das Buch weglegen und dann das gerade entdeckte Bild "zu Ende zu malen", um dann weiter lesen zu können.

    Es war berührend dieses Buch zu lesen obwohl es anders als erwartet war.

    Es ist die Zeit vor der Wirtschaftskrise in den USA. Dem Süden geht es schon länger nicht gut. Die Ernten sind schlecht, Arbeit gibt es wenig, und die Schwarzen sind gerade erst eine Generation frei von der Sklaverei.

    Drei Frauen kämpfen für sich und ihre Kinder ums Überleben, Freiheit und gesellschaftliche Anerkennung.

    Gertrude eine arme Weiße deren vier Töchter schon lange hungern, der Vater vertrinkt das bisschen Geld und schlägt seine Familie halb tot.

    Annie, Frau des mächtigen Plantagenbesitzers hat noch vier überlebende erwachsende Kinder, erfährt das ihr Mann Schuld am Tod eines Sohnes ist.

    Retta die schwarze Hausangestellte, ist fast eine Freundin für Annie und kümmert sich um Gertrudes jüngste Tochter, sie weiß viel und versucht das Schlimmste zu verhindern.

    Die Mütter tun einfach alles für ihre Kinder, aus Gründen die eins zu eins nachvollziehbar sind. Die schwere Zeit ist eine Sache, die Art und Weise wie sich die Väter verhalten eine andere.

    Der Schreibstil und die Sprache ist etwas sperrig aber wenn man sich daran gewöhnt hat steht die Geschichte im Vordergrund.Im Nachwort erklärt die Autorin warum sie so und nicht anders ihr Buch geschrieben hat. Klare Worte flüssiger Text, spätestens dann erkennt man das der Schreibstil zum Buch gehört so und nicht anders, es ist die Sprache und Ausdrucksweise jener Zeit.

    Eine Zeit die keiner erleben möchte, so bitter, so wenig Freude und die wenigen Lichtblicke sind selten und schwer zu finden.

    Die Autorin hat es sehr gut vermittelt, nachdem ich mit dem Buch warm geworden bin konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen, es war nicht die Spannung sondern der Wunsch den Müttern durch das Lesen ihres Schicksals etwas Unterstützung zu vermitteln. Eigenartig ich weiß aber wenn ein Buch solche Gefühle hervor ruft ist es für mich ein gutes Buch.

    Maeve hat eine kleine Pension von ihren Eltern geerbt und führt sie auch noch über 80jährig mit etwas Hilfe allein weiter. Ihre Gäste sind alle Menschen mit einem geistigen Behinderung. Als eines Tages Vince als Gast auftaucht, bricht ihre Fassade zusammen, er ist der Mann der alles aus ihrer Jugend weiß und auch die Gründe kennt warum sie die Pension so führt. Er ist alt aber gesund, genau wie Maeve und sie haben sich lange Jahre nicht gesehen.

    Sehr liebevoll wird hier das Leben von Menschen mit Trisomie 21 ( Down Syndrom, Mongolismus) geschildert. Maeve mag den Ausdruck Mongolismus am liebsten er erinnert an galoppierende Pferde in der Steppe, die Behinderung nach einem Arzt zu nennen hat für sie keinen Sinn und das diese Menschen ein Gen mehr haben macht sie so sehr besonders und liebenswert.

    Genau das beinhaltet dieses Buch ein großes Verständnis und viel Liebe und Bewunderung für die besonderen Fähigkeiten der Betroffenen.

    Der Schreibstil ist eher schwierig, die Autorin wechselt mitten im Satz vom Erzählen in direkter Rede und man hat als Leser Schwierigkeiten zu erkennen mit wem Maeve redet. Dazu der Wechsel von Vergangenheit und Gegenwart auch das geschieht manchmal in einem Satz.

    Nach einigen Seiten lernt man diesen Gegenüber kennen und erkennt die Richtung in der das Buch geht.

    Es ist kein Buch für mal eben lesen, sondern man muss als Leser sich für längere Abschnitte darauf einlassen sonst ist der Schreibstil zu verwirrend. Auch das Thema ist nicht ganz einfach, denn es beschreibt den Umgang mit den Behinderten in einem Zeitraum von 1933 bis jetzt. Die Figuren sind alle interessant und liebenswert, wobei man mit Maeve erst warm werden muss sie ist eine Person mit vielen Ecken und Kanten die durch das Leben so geworden ist und nicht aus eigenem Charakter.

    Trotz des anspruchsvollen Lesens war es ein wunderbares Buch das ich mit Sicherheit noch einmal lesen werde. M

    Beeindruckende Frauen

    In einem Schneesturm hat Richard einen harmlosen Auffahrunfall, kurze Zeit später steht die Fahrerin des anderen Autos vor seiner Tür und will Hilfe. Denn im Kofferraum ihres Wagens liegt eine Leiche. Sie kann nicht zur Polizei weil sie illegal im Land ist. Mit Hilfe seiner Mieterin Lucia will er der jungen Frau zur Seite stehen aber wie.

    Bei der sehr abenteuerlichen Aktion lernen die drei sich näher kennen. Er Amerikaner mit einer portugiesischen Mutter, Evelyn Flüchtling aus Guatemala sowie Lucia aus Chile zur Zeit als Gast Professorin an Richards College.

    In Rückblenden wird das Leben der drei erzählt, die politischen und gesellschaftlichen Situationen der beiden Frauen nehmen viel Text in Anspruch es ist die richtige Mischung aus Erklärungen zu den politisch Verfolgten in Chile den Verbrecherbanden in Guatemala und das Leben der Intellektuellen und Armen in beiden Ländern. Die Probleme durch unterschiedliche Kulturen kommen zur Sprache obwohl dieser Unterschied am Ende zu einem wunderschönen Happy End führt.

    Der Roman ist eine eigenartige Mischung aus Krimi, Liebesgeschichte und politischen Drama. Frau Allende schafft mit ihrer ruhigen Art zu erzählen eine dichte Atmosphäre die kein Unbehagen aufkommen lässt. Die Greuel des Pinochet Regimes und die Verbrechen der Gangs sind gegenwärtig aber da die Frauen es überlebt und trotzdem wieder Mut zum Leben gefunden haben, hatte ich als Leser nur großen Respekt für diese Frauen empfunden und das Mitleid in eine andere Schublade gesteckt, als würde ich realen Personen gegenüber stehen und die nichts anderes verdient haben.

    man tut alles für die beste Freundin, so auch Klara, aus dem Stegreif heraus fährt sie mit Jessi an die Ostsee um dort die Hochzeit zu planen und zu organisieren. Zu diesem Stress kommt noch Jessis Geheimnis, ihre schlechten Erinnerungen an das Meer und ein interessanter Fremder.

    Die Geschichte ist leicht und stimmig erzählt, alles was geschieht ist nachvollziehbar und ich konnte mir gut meine eigene Meinung zu den Handlungen von Klara und Jessi bilden. Jessi ist etwas egoistisch aber trotzdem ganz nett bis auf ihr Geheimnis, Klara ist bodenständiger, rücksichtsvoller und dadurch sympathischer. Ein guter Ausgangspunkt für eine Urlaubslektüre.

    Es ist zwar die Ostsee im November aber man kann sich an den Beschreibungen der Gegend das Ganze auch gut im Sommer vorstellen. Die Menschen die die beiden treffen sind freundlich, wie ich aus eigener Erfahrung vom Urlaub in dieser Gegend weiß, die Offenheit und Ruhe sind wohltuend und wirken sich auch auf Klara und Jessi aus. Am Ende treffen beide Entscheidungen von großer Tragweite die aber in meinen Augen richtig sind. Ich habe das Buch ohne es aus der Hand zu legen durchgelesen und mir vorgestellt ich wäre an der Ostsee und würde unmittelbar am Geschehen teilnehmen.

    Leni kommt nach Hamburg, um dort ein Praktikum zu machen. Über eine Zimmervermittlung mietet sie sich in einer Villa am Kanal ein. Schnell freundet sie sich mit ihrer Zimmernachbarin an - aber die ist am nächsten Morgen spurlos verschwunden. Weil ihr das merkwürdig vorkommt, sucht sie nach ihr.

    Freddy Förster, früher erfolgreicher Geschäftsmann, ist inzwischen auf der Straße gelandet. Zufällig beobachtet er, wie jemand einen Mann am Steuer seines Autos erschießt. Um nicht zum nächsten Opfer zu werden, sucht er den Mörder.

    Bis er auf Leni trifft, die das Verschwinden ihrer neuen Freundin nicht hinnehmen will. Bald begreifen die beiden, dass ihre beiden Fälle mehr miteinander zu tun haben, als ihnen lieb ist - und dass sie in großer Gefahr schweben...

    Dieser Thriller fängt ganz harmlos an, dann steigert er sich bis ins Unendliche.

    Das Grauen wechselt sich ab mit zwei Ermittlerteams 1. Der Polizist Jens mit seiner Partnerin Rebecca die im Rollstuhl sitzt und dadurch wie es heißt eine andere Sichtweise auf die Ermittlungen hat. 2. Leni Landei die ihre Freundin sucht und Freddy Förster ein Obdachloser. Dazwischen lesen wir die Geschichte aus Sicht des Täters oder Täter.

    Das Buch vermittelt das Grauen und Gefühle hautnah. Es wird nichts über-trieben brutal dargestellt aber die Sprache, die kurzen Sätze, die Aufteilung in Kapitel und Unterkapitel machen den besonderen Reiz aus.

    Ein Buch das schlaflose Nächte verursacht ( im positiven Sinn ) , ich werden ganz gewiss mehr Bücher dieses Autors lesen.

    Hamburg 2004, Sara weiß nicht welche Entscheidungen sie für ihre Zukunft treffen soll, alle Möglichkeiten scheinen irgendwie nicht das Richtige zu sein.

    England in den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts, der erste Weltkrieg ist gerade zu Ende und große gesellschaftliche Umwälzungen geschehen. Emma arm aber intelligent sitzt zwischen allen Stühlen.

    Emma ist die Großmutter von Sara. Sie ist auch mit Hundert geistig rege und lebt umständehalber in einem Pflegeheim in Kiel. Bei Saras Besuch erzählt sie ihre Lebensgeschichte und für Sara öffnen sich Türen die sie nicht für möglich gehalten hat.

    Das Buch wird in zwei Zeitebenen erzählt. Die Geschichte der jungen Emma und das Heute, mit dem was Sara aus dem Erzählten macht.

    Ich habe schon einige Bücher die in der Zeit während und nach dem ersten Weltkrieg spielen gelesen, die bekanntesten sind wohl die von "Judith Lennox". Mir hat dieses Buch deshalb so gut gefallen weil es die Zeit und Umstände so schnörkellos und ohne Dramatik erzählt, das machte mein Kopf nach dem Weglegen des Buchs von allein. Diese Nachhaltigkeit ist eher die Seltenheit.

    Der Mut von Emma und Saras Verständnis für sie berührte mich als Leser.

    Alle Möglichkeiten die wir Frauen heute haben gab es damals noch nicht, aber das kann auch überfordern. Und beide Situationen werden in diesen Buch angesprochen, es werden keine allgemein gültigen Lösungen angeboten sondern es wird nur aufgezeigt wie Emma es damals getan hat und wie Sara heute damit umgeht.

    Nell leidet seit frühester Kindheit unter einer schlimmen Narbe im Gesicht.

    Sie vertraut dadurch nur den wenigsten Menschen.

    Sam ist ein bekannter Modefotograf und hat seine Inspiration verloren für ihn ist alles nur noch Arbeit und keine Berufung mehr.

    Zwei Menschen treffen aufeinander die in ihren Erwartungen an das Leben enttäuscht wurden und daher auch sehr verletzt sind.

    Ein zufällig entdeckter alter Liebesbrief führt die beiden zueinander. Er löst eine Schnitzeljagd nach einer längst vergangenen Liebe aus.

    Im ersten Moment habe ich gedacht es ist ein Abklatsch von "P.S. ich liebe dich, aber dann je mehr ich gelesen habe musste ich feststellen es ist ein wunderschöner berührender Liebesroman der mich so gefesselt hat das ich das Buch in einen Rutsch durch gelesen habe.

    Die Suche und die Orte an denen die beiden durch die sehr romantischen Briefe geführt werden haben etwas Magisches. Für mich unvorstellbar wo man soviel Phantasie her nimmt ohne das es albern oder übertrieben wirkt.

    Alles überzeugt, die Hauptpersonen, die Orte, die Briefe, die Menschen die zur Familie gehören, Arbeitskollegen , Freunde und Fremde. Es ist nicht nur heile Welt auch viele Ängste spielen eine große Rolle und natürlich die Herkunft der Narbe die bis zuletzt ihr wahres Gesicht verbirgt.

    Ich habe schon einige Bücher dieser Autorin gelesen und habe festgestellt sie schafft es einen modernen Roman zu schreiben ohne viele Bettgeschichten bei ihr steht das Kennenlernen, das sich mit einander vertraut machen und das Vertrauen auf eine gemeinsame Zukunft im Vordergrund. Ihr Erzählstil ist immer passend zu den Protagonisten, hier also eher zurückhaltend und sanft. In anderen Romanen war er schon mal etwas flippiger.

    Drei Jahre nach der Trennung soll Cameron ihrem Ex Verlobten heile Welt vorspielen, weil er nach einem schweren Autounfall an einem Gedächtnisverlust leidet und die letzten drei Jahre für ihn gar nicht existieren z.B.: die Wahl von Donald Trump als US-Präsident. Trotz des Schmerzes den er ihr zugefügt hat und die Pflege einer krebskranken Großmutter neben dem Job in einem Café willigt sie auf Bitten ihrer garstigen Ex-Schwiegermutter in spe ein. Der reiche Blake kann endlich gesunden denn seine Cammy ist bei ihm.

    Ich mag zwischendurch Liebesromane sehr gern egal zu welcher Zeit sie spielen. Aber dieser war zuviel des Guten. Auf 270 Seiten schmachten sich die beiden an als ob es kein Morgen gibt. Ausführlich wird die Situation und Gefühle aus ihrer Sicht beschrieben dann aus seiner. Diese unendliche Liebe ist natürlich ungewöhnlich weil sie immer noch voller Trauer und Wut ist, weil er sie nach eigener Aussage wegen einer anderen verlassen hat. Bei ihm passt es nicht, denn er muss ja schwerwiegende Gründe gehabt haben und die lagen bei ihm denn sie ist sich keiner Schuld bewusst. Die Erklärung erfolgt nach und nach so wie das Gedächtnis zurück kehrt, damit ist dann endlich das Fass übergelaufen denn das war denn zuviel des Guten so einen hanebüchenen Unsinn weil es so nicht nachvollziehbar ist habe ich selten gelesen, nur als Erklärung die böse Schwiegermutter hat nur teilweise Schuld.

    Der Roman ist genauso kitschig wie das Cover, von mir keine Leseempfehlung da ist jeder Julia Roman besser.