Beiträge von wiechmann8052

    Köln, 1942. Lene Meister ist 16 Jahre alt und Auszubildende in einem Friseursalon. Doch der Zweite Weltkrieg raubt ihr viel von dem, was sich ein Mädchen in ihrem Alter erträumt. Ihre Heimatstadt wird seit einem Jahr regelmäßig von Bombenangriffen erschüttert. Lene lässt sich aber nicht unterkriegen und versucht tapfer, die Familie zusammenzuhalten. Mit jeder neuen Todesnachricht von der Front und mit dem allmählichen Verschwinden ihrer jüdischen Freunde beginnt sie mehr am NS-Regime zu zweifeln.


    In dieser Zeit zwischen Furcht, Verzweiflung und Hoffnung lernt sie Erich kennen und verliebt sich. Bald entdeckt Lene, dass Erich ein gefährliches Spiel spielt. Er gehört zu den Jugendlichen, die nicht in Reih und Glied marschieren wollen: zu den Edelweißpiraten. Sie tragen keine Uniformen und singen ihre eigenen Lieder. Sie beschmieren die Wände mit Anti-Nazi-Parolen und teilen regimekritische Flugblätter aus. Und das alles ist der Gestapo ein großer Dorn im Auge


    die Briefe und darin die Gedanken von Lene, Rosemarie und dem Bruder spiegeln einerseits den Zeitgeist und auf der anderen Seite den Widerstand wieder. Die Beschreibungen des unbedingten Gehorsams und dann der leise Spott für die HJ oder andere Braune.


    Die Entwicklung die Lene nimmt in einem Jahr geht von Skepsis zum Widerstand und wird sehr behutsam und detailliert vermittelt. Es zeigt vor allem das niemand das Geschehen übersehen konnte. z. B.: Einer Jüdin eine Perücke aus dem eigenen Haar anzufertigen das sie vorher durch all das Leid verloren hatte. Die Chefin von Lene beweist damit, das auch sie genau weiß was vor sich geht denn sie verlangt keinen Lohn für ihre Arbeit.

    Es ist ein Buch für junge Leser geschrieben aber jeder Erwachsene kann und sollte es lesen in der Absicht das der Satz "sowas wird nicht wieder geschehen" nicht nur ein bloßer Ausdruck der Hoffnung ist.


    .Ein wichtiges Buch mit genügend Spannung um alle zu fesseln und beeindruckt zurück zu lassen.

    Eine Frau wird ermordet, ein Streifenpolizist erschlagen. In einem Netz von falschen Geständnissen und zwischen Zeugen, die nichts gesehen haben wollen, suchen »die Vier« nach der Wahrheit: Der ehemalige Mönch Polonius Fischer, der pensionierte Kommissar Jakob Franck, Polizeibeamtin Fariza Nasri und Tabor Süden, der Experte für Vermisstenfälle, übernehmen die Fahndung. Trotz vereinter Kräfte stoßen sie an ihre Grenzen. Aber die Zeit drängt – es kommt zu Nachfolgeverbrechen, und die Todesfälle erregen große mediale Aufmerksamkeit.

    Dieses Buch ist mehr als ein Krimi oder Thriller denn der Autor lässt sehr viele aktuelle gesellschaftliche Fragen einfließen. Er liefert keine Antworten aber allein die Fragen untergebracht in einem spannenden Krimi sind herausfordernd.

    Es ist mein erstes Buch von Ani und ich habe daher absolutes Neuland betreten. So eine Art des Schreibens ist mir bisher nicht begegnet. Die Handlungen sind wie in anderen Krimis auch, die Ermittler sind ungewöhnlicher als sonst aber das macht immer noch nicht das Eigenartige an diesem Schreibstil aus. Es ist als ob die Personen laut denken aber keiner kann es hören, sie schreien ihre Ängste, ihre Wut oder Verzweiflung heraus aber niemand reagiert weil es keinen Ton gibt. Nur ich als Leser erfahre davon und kann nicht reagieren daran habe ich fast verzweifelt. Ich wollte antworten und niemand hat mich gehört. Diese Interaktion mit dem Buch, die keine war hat mich zweifelnd zurück gelassen. Ich habe meine Meinung zu den angeschnittenen Themen. Aber habe ich auch alle Facetten bedacht, oder ist sie oberflächlich weil sie von der allgemeinen Meinung oder weil ich gegen diese bin, zu stark geprägt?

    Konrad ist Bewertungsprofi. Er schreibt Rezensionen fürs Internet. Auch privat versieht er alles mit Sternen: die flinke Kassiererin, den lauwarmen Kaffee ...und Pia, die neue Lehrerin seiner Tochter Mathilda. Zu hübsch, zu unsicher, nicht die hellste Kerze auf der Torte, so sein harsches Urteil. Gerade mal ein halber Stern.

    Durch Zufall bekommt Pia Wind davon - und schwört Rache. Dass Konrad der neue Elternvertreter wird, passt ihr da bestens ins Konzept. Immer neue Aufgaben denkt sie sich aus, um ihn ins Schwitzen zu bringen. Und stellt mit der Zeit fest, dass ihr das mehr Spaß macht, als es sollte ..

    Die Autorin stellt manche Personen und Ereignisse überspitzt dar, so das man beim Lesen einerseits in Erinnerungen (Elternabend) schwelgen kann und dann wieder schmunzeln muss. Das Buch ist keine reine Liebesgeschichte sondern erzählt auch viel aus dem Schulalltag der Kinder, hier wird auch ein sehr ernstes Thema angesprochen.

    Für mich blieben Konrad und Pia etwas blass, aber dafür mochte ich die Kinder um so mehr die wirklich clever, trotzdem glaubhaft dargestellt wurden.

    Der "Bösewicht" kam etwas zu kurz war aber eine echte Bereicherung.

    Alles in allem ein unterhaltsamer Roman

    Gina Angelucci, Spezialistin für Cold Cases bei der Münchner Kripo, ist aus der Elternzeit in den Dienst zurückgekehrt. Ihr Ehemann und Kollege Tino Dühnfort betreut die kleine Tochter. Als in dem idyllischen Dorf Altbruck zwei Leichen gefunden werden, die mehrere Jahrzehnte verscharrt gewesen waren, übernimmt Gina die Ermittlungen. Die Identität der Toten nach so langer Zeit zu klären, erscheint zunächst als unlösbare Aufgabe. Dann wird klar, dass das weibliche Opfer aus dem Baltikum stammt. War sie eine Zwangsarbeiterin? Während Gina einen Mörder sucht, der vielleicht selbst nicht mehr am Leben ist, bemerken sie und Tino nicht, dass ihnen jemand ihr privates Glück missgönnt und es zerstören will.

    Ein ungewöhnlicher spannender Krimi. Cold Cases tauchen mittlerweile öfter in Romanen auf meistens aber in Verbindung mit aktuellen Fällen. Hier steht der Fall fast für sich allein denn das Privatleben von Gina wird bedroht.

    Der Krimi spielt auf verschiedenen Ebenen die zwar miteinander zutun aber auch unabhängig sind. Es ist als ob man in einem Haus verschiedene Räume betritt. Man geht aus dem Flur ins Wohnzimmer und dann ins Schlafzimmer.

    Die Vergangenheit, 1944, in der die Morde geschehen. Die Gegenwart ist zum einem die Ermittlung und die betroffenen Familien die in einem Zwist leben. Zur einen gehört eines der Opfer, zur anderen der mutmaßliche Täter.

    Die Geschicke Aelands werden von den adligen Sturmsängern bestimmt. Ihre legitimierte Magie hat dem Land unvorstellbaren Fortschritt gebracht, es aber auch in einen fürchterlichen Krieg gestürzt. Die Soldaten kommen völlig verändert aus dem Krieg zurück. Miles Singer ist Arzt. Um den zurückkehrenden Soldaten zu helfen, kann er seine magischen Fähigkeiten nur heimlich einsetzen. Kämen sie ans Licht, würde er in einem Asylum eingesperrt. Als Miles zu einem Sterbenden gerufen wird, der wohl vergiftet wurde, bleibt ihm keine Wahl: Zusammen mit einem schönen Amartine, der zwischen der Welt und dem Totenreich wechseln kann, versucht er den Mordfall aufzuklären. Hinter all dem verbirgt sich aber ein Geheimnis, dessen Abgründigkeit kaum abzusehen ist: Wohin sind die Seelen der Gefallenen verschwunden?

    Als Leser wird man mitten in das Geschehen gestoßen und muss sich zurecht finden, das für mich etwas schwierig war, die vielen verschiedenen Geheimnisse die eine große Rolle im Leben der wichtigen Personen spielen, dazu die sehr eigenwilligen Bezeichnungen. Das Ganze erinnerte mich von der Atmosphäre her an Jules Verne mit etwas Sherlock Holmes gemischt, dargestellt in einem Schwarz-Weiß Film von Hitchcock.

    im Großen und Ganzen hat mir die Mischung aus Krimi und Fantasy gefallen, gestört hat mich allerdings das es zu wenig Erklärungen zu den einzelnen Völkern oder Personengruppen gab. Es war alles etwas oberflächlich etwas mehr in die Tiefe und nicht so sehr in die Breite hätte dem Buch gut getan.

    Die Ruhe im friedlichen Kloster wird jäh gestört, als Lady Ermentrude, die reiche Protektorin, plötzlich auf rätselhafte Weise stirbt. Eine junge Novizin wird verdächtigt, doch da greift Schwester Frevisse ein, die unerschrockendste Detektivin des Mittelalters.

    dieses Buch ist nett zu lesen, ein eigenartiger Ausdruck aber passt gut. Denn fast alle Personen sind bis auf eine freundlich, zuvorkommend und hilfsbereit. Sie werden mit ihren Handlungen bis ins kleinste Detail in allen Einzelheiten beschrieben. Das hat mich beim Lesen gestört denn einiges möchte ich auch meiner Phantasie überlassen. Ich muss z. B.: nicht genau wissen wie er seine Kleidung faltet so das ich das nachmachen kann. Durch die meist sympathischen Personen habe ich das Buch dann doch zu Ende gelesen. Im anderen Fall hätte ich es in die Ecke gelegt.

    Die wahre Geschichte einer jüdischen Familie, die auf der Flucht vor den Nazis in alle Winde zerstreut wurde, und deren Kinder und Enkel zurückfinden nach Berlin, in die Heimat ihrer Vorfahren.

    Nach Israel gingen Irmgard und Hans, zwei Berliner Jura-Studenten, die 1934 ins gelobte Land auswanderten und in einem Kibbuz unweit der Golan-Höhen ihre Kinder großzogen. In England trifft Maxim Leo die Familie von Hilde, die als Schauspielerin in kleinen Theatern arbeitete und in jungen Jahren Fritz Fränkel heiratete, Gründer der KPD, Freund Walter Benjamins, mit dem sie nach Frankreich emigrierte. Später floh Hilde mit ihrem Sohn nach London, wo sie es bis zur Millionärin brachte.

    In Frankreich wohnt Leos Tante Susi, deren Mutter Ilse im Internierungslager Gurs ihre große Liebe kennenlernte und bis zum Kriegsende im Untergrund lebte. Auf der Suche nach der Vergangenheit seiner Familie entdeckt Maxim Leo eine Zusammengehörigkeit, die keine Grenzen kennt. Und auch seine Cousins und Cousinen, die Enkel von Irmgard, Hilde und Ilse, spüren eine seltsame Verbindung zu ihrer verlorenen Heimat. Es zieht sie zurück nach Berlin, in die Stadt ihrer Vorfahren, die sie neu entdecken und erfahren.

    Maxim Leo schreibt über seine große Familie die in alle Welt verstreut ist aber trotzdem auch in den nachfolgenden Generationen Heimweh nach Berlin hat. Es mutet etwas eigentümlich an wenn man das liest. Eine Familie die vor den Nazis geflohen ist und in verschiedenen Staaten unter anderem in Israel eine neue Existenz aufgebaut.Trotzdem haben die Kinder und Kindeskinder eine Beziehung zu Berlin als Heimatstadt. Dieses Gefühl in den Genen beschreibt der Autor so das man es sich vorstellen kann. Ein Cousin aus Israel sagt es sei die Leichtigkeit der Stadt, der Frieden der sie heimelig macht.

    Es ist mehr ein spannendes Sachbuch Leo beschreibt eine Biografie seiner Familie und er denkt an alle verschiedenen Zweige. Dadurch kommen die Menschen dem Leser näher nicht die Verfolgung ist Hauptthema sondern was die einzelnen Personen aus ihrem Leben danach gemacht haben.

    Lesenswert

    EIN TELEFONANRUF – UND EINE STIMME, DIE DAS GANZE LEBEN VERÄNDERT

    Gottliebs Tage sind nicht gerade von Leidenschaft erfüllt. Als Krankenpfleger im Hospiz ist er täglich mit dem Tod konfrontiert, ROMANTIK im Privatleben: Fehlanzeige. Zu lange schon ist er Single, lebte bis vor Kurzem mit seiner Mutter zusammen. Von Einsamkeit getrieben ruft Gottlieb eines Nachts bei einer Sexhotline an. Zum ersten Mal hört er Maries Stimme – und mit einem Schlag verändert sich sein ganzes Leben.

    Auf den ersten Blick ein Liebesroman. Dann der zweite Blick, viele Telefongespräche, alle in einer Nacht,

    Eine ungewöhnliche Art eine Geschichte zu erzählen.

    Nur zwei Charaktere die sich gegenseitig etwas erzählen, harmlos denkt man aber dann kommt es.

    Mit viel Charme, Humor und sehr liebevoll lässt Bernhard Aichner die beiden einander wunderbare Lügen erzählen.

    So etwas habe ich noch nie in der Hand gehabt, ich konnte das Buch nicht weglegen und habe es in einem Rutsch durch gelesen.

    Ich weiß das es zu meinen Lese Highlights 2019 gehören wird.

    Für mich gehört das Buch auf die Vorschlagsliste für den deutschen Buchpreis.

    Deutschland, im November 1972: Niemand kennt das Bonner Polittheater besser als Hilde Kessel, legendäre Wirtin des Rheinblicks. Bei ihr treffen sich Hinterbänkler und Minister, Sekretärinnen und Taxifahrer. Als der Koalitionspoker nach der Bundestagswahl härter wird, wird Hilde in das politische Ränkespiel verwickelt. Verrat ist die gültige Währung.

    Gleichzeitig kämpft in der Abgeschiedenheit einer Klinik auf dem Venusberg die junge Logopädin Sonja Engel mit Willy Brandt um seine Stimme, die ihm noch in der Wahlnacht versagte. Doch auch sie gerät unter Druck. Beide Frauen sind erpressbar. Für Hilde steht ihre Existenz auf dem Spiel, Sonja will ihre kleine Schwester beschützen. Wie werden sie sich entscheiden?

    Für mich sind es zu viele Personen die wichtig für die Handlung sind. Die historischen Persönlichkeiten okay, aber die fiktiven da verliert man eher den Überblick. Mit jedem Kapitel ändert sich die tonangebende Person. Einmal eine Wirtin, dann ein Taxifahrer oder eine Logopädin. Das Privatleben der drei spielt eine große Rolle und passt nicht so gut zum eigentlichen Thema. Es ist zwar die Zeit des großen Umbruch und an diesen Personen werden Beispiele gezeigt ( Selbstständigkeit der Frauen, Wahlrecht ab 18, Studentische Proteste). Aber es entsteht ein großes Durcheinander und kein Miteinander. Nach "Bühlerhöhe" von der Autorin hatte ich mehr erwartet.

    Rom, 94 nach Christus: Mitten in der Nacht stürmen Soldaten die Villa von Jubas Familie. Kaiser Domitian beschuldigt Jubas Eltern des Verrats: ein sicheres Todesurteil für die ganze Familie. Juba und seinen Geschwistern gelingt in letzter Sekunde die Flucht aus der Villa, während die Eltern zurückbleiben. Eine furiose Verfolgungsjagd beginnt. Die Geschwister wollen sich zu ihrem Onkel nach Britannien durchschlagen, am Ende der den Römern bekannten Welt. Auf der weiten Reise drohen todbringende Gefahren: Mörder, Banditen, skrupellose Sklavenhändler und heftige Stürme. Wem können die Geschwister trauen? Und die Häscher des Kaisers sind ihnen auf ihrer atemlosen Odyssee stets auf den Fersen …

    Diese Geschichte ist ungeheuer fesselnd und spannend geschrieben. Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Die Art und Weise wie die Autorin diese Flucht beschreibt ist bewundernswert. Sie beschreibt die Erlebnisse der Geschwister in jedem Kapitel für sich abgeschlossen. So das für Kinder es ein Leichtes ist das Buch zu unterbrechen und dann weiter zu lesen. Einige der Entscheidungen die Juba für sich und seine Geschwister trifft sind für junge Leser nicht leicht zu verstehen aber die Autorin gibt sich große Mühe das zu erklären und durch andere Figuren oder Ereignisse verständlich zu machen. Die Zweifel mache ich alles richtig und dann in Bezug auf die Geschichte von seine Entscheidungen zu treffen fand ich eine interessante Idee der Autorin. Die Helden machen eine positive Entwicklung durch so das der Leser lernt man wächst mit seinen Aufgaben. Gut gefallen hat mir auch die Erklärungen der Begriffe und lateinischen Ausdrücke am Ende des Buches.

    Fünf Jahre lang hatte er geglaubt, er wäre diesem perfiden Killer endgültig entkommen. "Rumpelstilzchen" hatte sich der Mann genannt, den er bei einer Schießerei auf Leben und Tod schließlich erledigt hatte. Vermeintlich.

    Denn wie aus dem Nichts taucht in der Praxis des Psychiaters Dr. Frederick Starks in Miami auf einmal genau dieser Killer auf. Und seine Drohung ist unmissverständlich: Wenn Starks ihm nicht helfe, den Unbekannten aufzuspüren und zu töten, der seit einiger Zeit ihn und seinen Bruder, einen erfolgreichen Anwalt, mit Morddrohungen überziehe, werde er ihn umbringen. Dem Psychiater bleibt keine Wahl. Unversehens findet er sich in ein albtraumhaftes Katz-und-Maus-Spiel verstrickt, in dem alle Beteiligten, auch er selbst, nur die Auslöschung ihres Widersachers im Sinn haben. Nichts ist, wie es scheint, bei dieser mörderischen Verfolgungsjagd, Starks' Leben steht auf Messers Schneide ...

    Nach dem Klappentext kann man erraten das es sich um eine Fortsetzung handelt. Aber der lange Zeitraum dazwischen ist wenig hilfreich (2006 Der Patient ) denn entweder muss man das Buch wieder hervorkramen, neu kaufen, ausleihen, oder sich damit abfinden das einem zu mindestens im ersten Drittel der Bezug fehlt.

    Ansonsten ist es ein typischer Katzenbach: das Cover schwarz - weiß und etwas mysteriös, die Opfer wachsen über sich selbst hinaus im Guten wie im Bösen, die Täter sind sehr intelligent und perfide. Die Bilder die Katzenbach mit seiner Sprache dem Leser in den Kopf zaubert sind sehr detailliert und authentisch.

    Das Buch hatte für mich einige Längen weil ich vorher den Patienten noch einmal gelesen habe aber nach der Hälfte war es spannend wie immer.

    Vor zehn Jahren verschwand Jennas Zwillingsschwester an einem Strand in Südkorea spurlos. Jenna weiß das sie noch lebt aber wie und wo ist für die ganze Welt ein Rätsel.

    Die Bäuerin Moon versucht in Nordkorea zu überleben ohne ihre Menschlichkeit oder Integrität auf zu geben.

    Der Diplomat Cho will seinen Land dienen aber nicht um jeden Preis.

    In allem mischt die CIA mit, in der Hoffnung einen Hebel gegen den Diktator Kim Il Sung zu finden der die USA und die restliche westliche Welt bedroht.

    Anhand der drei Personen hat der Autor einen Thriller gewoben der Realität, Tatsachenberichte von Augenzeugen und Fiktion mit einander vermischt. Dem Leser werden politische Ränkespiele, Grausamkeiten, menschen verachtendes Kalkül und das Gegenteil wie Ehrlichkeit, Liebe und Glaube, Vertrauen und Menschlichkeit sehr eindringlich vor Augen geführt.

    Die drei Hauptfiguren agieren erst nebeneinander und dann teilweise miteinander im Widerstand gegen die nord koreanische Führung.

    Diese für uns fremde Land mit seinen Menschen, das wir nur aus den Nachrichten kennen, wird durch den Autor der mehrmals dort gewesen ist eindringlich beschrieben. Er fordert Verständnis für die Bevölkerung die am Rande des Verhungerns leben während ihre Führer in Saus und Braus leben.

    Dadurch das er seinen Appell in einen Thriller der unterhalten soll verpackt hat, ist ihm der Spagat gelungen beides miteinander zu verbinden.

    Wie in einem Roman üblich ist die Fiktion etwas übertrieben beziehungsweise strebt sehr schnell einen fulminanten Höhepunkt zu der doch etwas zu schnell in heile Welt endet.

    Durch den Anhang werden die Tatsachen die in diesem Buch eingeflossen sind erklärt und durch weiterführende Literatur untermauert.

    Zu Weihnachten trifft sich die Familie Birch seit langer Zeit alle wieder. Tochter Olivia kommt von einem Auslandseinsatz als Ärztin zurück. Sie muss in Quarantäne wegen einer schweren ansteckenden Krankheit. Gemeinsam ist die Familie auf dem Besitz in Norfolk. Aber sieben Tage sind sehr lang, wenn es nur noch wenig Gemeinsamkeiten gibt. Und jeder Geheimnisse vor den anderen hat. Überraschungsgäste sind dann das Tüpfelchen auf dem i.

    Überwiegend spielt sich die ganze Geschichte im Landhaus der Familie ab. Jede Person hat ihre eigenen Befindlichkeiten die sie gerne hegt und pflegt. Zum Beispiel der Vater, Journalist, schreibt eine Kolumne über Restaurants und pflegt einen sehr zynischen abwertenden Schreibstil. Jede Figur ist sehr detailliert und auch überspitzt beschrieben, so das man sie sehen, hören und und fühlen kann. Als Leser muss man über Zickigkeiten lächeln, Verständnis empfinden für das Unwohlsein in unserer Wohlstandsgesellschaft wenn man aus Afrika zurück kommt und über die Verschwiegenheit zu alten Fehlern und neue Krankheiten sich wundern.

    Die Geschichte liest sich in einigen Bereichen sehr intensiv und dann wieder ist es sehr oberflächlich passend zu den Protagonisten. Diese Mischung macht das Buch menschlich und lesenswert.

    Dieses Buch hat ein wunderschönes Cover, viele verschiedene teils sehr seltene Pflanzen sind rund um den Titel angeordnet.

    Der Klappentext sagt dazu, das Peter in einem Buch einen alten Liebesbrief entdeckt in dem sechs seltene Blumen gelistet sind. Er reist um die Welt um sie einmal in Wirklichkeit gesehen zu haben.

    Aber das ist längst nicht alles, als Leser wird man sehr stark gefordert. Zum einem fängt das Buch mit einem Ozeanforscher an der kurz vor dem Tod durch Sauerstoffmangel am Meeresboden steht. Nirgendwo eine Blume.

    Dann lernen wir Dove kennen der in einer Rettungszentrale arbeitet und plötzlich unter starken Kopfschmerzen leidet die mit fremden Erinnerungen einher gehen.

    Dann Peter ein Sauberkeitsfanatiker dessen Firma besondere Reinigungsaufgaben erledigt.

    Um Grunde wird das Buch von hinten nach vorne erzählt. Ein Kreis entsteht der sich erst auf den letzten Seiten schließt und eine wunderschöne Überraschung enthält.

    Die Suche nach den Blumen ist eher zweitrangig, diese drei Menschen stehen im Mittelpunkt zusammen mit denen die ihnen nahe stehen oder nur begegnen.

    Es sind viele Nebenschauplätze die nur angerissen werden wie ein unvollständiges Bild das der Leser dann zu Ende malen muss.

    Für mich erforderte das beim Lesen, das ich das Buch weglegen und dann das gerade entdeckte Bild "zu Ende zu malen", um dann weiter lesen zu können.

    Es war berührend dieses Buch zu lesen obwohl es anders als erwartet war.

    Es ist die Zeit vor der Wirtschaftskrise in den USA. Dem Süden geht es schon länger nicht gut. Die Ernten sind schlecht, Arbeit gibt es wenig, und die Schwarzen sind gerade erst eine Generation frei von der Sklaverei.

    Drei Frauen kämpfen für sich und ihre Kinder ums Überleben, Freiheit und gesellschaftliche Anerkennung.

    Gertrude eine arme Weiße deren vier Töchter schon lange hungern, der Vater vertrinkt das bisschen Geld und schlägt seine Familie halb tot.

    Annie, Frau des mächtigen Plantagenbesitzers hat noch vier überlebende erwachsende Kinder, erfährt das ihr Mann Schuld am Tod eines Sohnes ist.

    Retta die schwarze Hausangestellte, ist fast eine Freundin für Annie und kümmert sich um Gertrudes jüngste Tochter, sie weiß viel und versucht das Schlimmste zu verhindern.

    Die Mütter tun einfach alles für ihre Kinder, aus Gründen die eins zu eins nachvollziehbar sind. Die schwere Zeit ist eine Sache, die Art und Weise wie sich die Väter verhalten eine andere.

    Der Schreibstil und die Sprache ist etwas sperrig aber wenn man sich daran gewöhnt hat steht die Geschichte im Vordergrund.Im Nachwort erklärt die Autorin warum sie so und nicht anders ihr Buch geschrieben hat. Klare Worte flüssiger Text, spätestens dann erkennt man das der Schreibstil zum Buch gehört so und nicht anders, es ist die Sprache und Ausdrucksweise jener Zeit.

    Eine Zeit die keiner erleben möchte, so bitter, so wenig Freude und die wenigen Lichtblicke sind selten und schwer zu finden.

    Die Autorin hat es sehr gut vermittelt, nachdem ich mit dem Buch warm geworden bin konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen, es war nicht die Spannung sondern der Wunsch den Müttern durch das Lesen ihres Schicksals etwas Unterstützung zu vermitteln. Eigenartig ich weiß aber wenn ein Buch solche Gefühle hervor ruft ist es für mich ein gutes Buch.

    Maeve hat eine kleine Pension von ihren Eltern geerbt und führt sie auch noch über 80jährig mit etwas Hilfe allein weiter. Ihre Gäste sind alle Menschen mit einem geistigen Behinderung. Als eines Tages Vince als Gast auftaucht, bricht ihre Fassade zusammen, er ist der Mann der alles aus ihrer Jugend weiß und auch die Gründe kennt warum sie die Pension so führt. Er ist alt aber gesund, genau wie Maeve und sie haben sich lange Jahre nicht gesehen.

    Sehr liebevoll wird hier das Leben von Menschen mit Trisomie 21 ( Down Syndrom, Mongolismus) geschildert. Maeve mag den Ausdruck Mongolismus am liebsten er erinnert an galoppierende Pferde in der Steppe, die Behinderung nach einem Arzt zu nennen hat für sie keinen Sinn und das diese Menschen ein Gen mehr haben macht sie so sehr besonders und liebenswert.

    Genau das beinhaltet dieses Buch ein großes Verständnis und viel Liebe und Bewunderung für die besonderen Fähigkeiten der Betroffenen.

    Der Schreibstil ist eher schwierig, die Autorin wechselt mitten im Satz vom Erzählen in direkter Rede und man hat als Leser Schwierigkeiten zu erkennen mit wem Maeve redet. Dazu der Wechsel von Vergangenheit und Gegenwart auch das geschieht manchmal in einem Satz.

    Nach einigen Seiten lernt man diesen Gegenüber kennen und erkennt die Richtung in der das Buch geht.

    Es ist kein Buch für mal eben lesen, sondern man muss als Leser sich für längere Abschnitte darauf einlassen sonst ist der Schreibstil zu verwirrend. Auch das Thema ist nicht ganz einfach, denn es beschreibt den Umgang mit den Behinderten in einem Zeitraum von 1933 bis jetzt. Die Figuren sind alle interessant und liebenswert, wobei man mit Maeve erst warm werden muss sie ist eine Person mit vielen Ecken und Kanten die durch das Leben so geworden ist und nicht aus eigenem Charakter.

    Trotz des anspruchsvollen Lesens war es ein wunderbares Buch das ich mit Sicherheit noch einmal lesen werde. M

    Beeindruckende Frauen

    In einem Schneesturm hat Richard einen harmlosen Auffahrunfall, kurze Zeit später steht die Fahrerin des anderen Autos vor seiner Tür und will Hilfe. Denn im Kofferraum ihres Wagens liegt eine Leiche. Sie kann nicht zur Polizei weil sie illegal im Land ist. Mit Hilfe seiner Mieterin Lucia will er der jungen Frau zur Seite stehen aber wie.

    Bei der sehr abenteuerlichen Aktion lernen die drei sich näher kennen. Er Amerikaner mit einer portugiesischen Mutter, Evelyn Flüchtling aus Guatemala sowie Lucia aus Chile zur Zeit als Gast Professorin an Richards College.

    In Rückblenden wird das Leben der drei erzählt, die politischen und gesellschaftlichen Situationen der beiden Frauen nehmen viel Text in Anspruch es ist die richtige Mischung aus Erklärungen zu den politisch Verfolgten in Chile den Verbrecherbanden in Guatemala und das Leben der Intellektuellen und Armen in beiden Ländern. Die Probleme durch unterschiedliche Kulturen kommen zur Sprache obwohl dieser Unterschied am Ende zu einem wunderschönen Happy End führt.

    Der Roman ist eine eigenartige Mischung aus Krimi, Liebesgeschichte und politischen Drama. Frau Allende schafft mit ihrer ruhigen Art zu erzählen eine dichte Atmosphäre die kein Unbehagen aufkommen lässt. Die Greuel des Pinochet Regimes und die Verbrechen der Gangs sind gegenwärtig aber da die Frauen es überlebt und trotzdem wieder Mut zum Leben gefunden haben, hatte ich als Leser nur großen Respekt für diese Frauen empfunden und das Mitleid in eine andere Schublade gesteckt, als würde ich realen Personen gegenüber stehen und die nichts anderes verdient haben.

    man tut alles für die beste Freundin, so auch Klara, aus dem Stegreif heraus fährt sie mit Jessi an die Ostsee um dort die Hochzeit zu planen und zu organisieren. Zu diesem Stress kommt noch Jessis Geheimnis, ihre schlechten Erinnerungen an das Meer und ein interessanter Fremder.

    Die Geschichte ist leicht und stimmig erzählt, alles was geschieht ist nachvollziehbar und ich konnte mir gut meine eigene Meinung zu den Handlungen von Klara und Jessi bilden. Jessi ist etwas egoistisch aber trotzdem ganz nett bis auf ihr Geheimnis, Klara ist bodenständiger, rücksichtsvoller und dadurch sympathischer. Ein guter Ausgangspunkt für eine Urlaubslektüre.

    Es ist zwar die Ostsee im November aber man kann sich an den Beschreibungen der Gegend das Ganze auch gut im Sommer vorstellen. Die Menschen die die beiden treffen sind freundlich, wie ich aus eigener Erfahrung vom Urlaub in dieser Gegend weiß, die Offenheit und Ruhe sind wohltuend und wirken sich auch auf Klara und Jessi aus. Am Ende treffen beide Entscheidungen von großer Tragweite die aber in meinen Augen richtig sind. Ich habe das Buch ohne es aus der Hand zu legen durchgelesen und mir vorgestellt ich wäre an der Ostsee und würde unmittelbar am Geschehen teilnehmen.

    Leni kommt nach Hamburg, um dort ein Praktikum zu machen. Über eine Zimmervermittlung mietet sie sich in einer Villa am Kanal ein. Schnell freundet sie sich mit ihrer Zimmernachbarin an - aber die ist am nächsten Morgen spurlos verschwunden. Weil ihr das merkwürdig vorkommt, sucht sie nach ihr.

    Freddy Förster, früher erfolgreicher Geschäftsmann, ist inzwischen auf der Straße gelandet. Zufällig beobachtet er, wie jemand einen Mann am Steuer seines Autos erschießt. Um nicht zum nächsten Opfer zu werden, sucht er den Mörder.

    Bis er auf Leni trifft, die das Verschwinden ihrer neuen Freundin nicht hinnehmen will. Bald begreifen die beiden, dass ihre beiden Fälle mehr miteinander zu tun haben, als ihnen lieb ist - und dass sie in großer Gefahr schweben...

    Dieser Thriller fängt ganz harmlos an, dann steigert er sich bis ins Unendliche.

    Das Grauen wechselt sich ab mit zwei Ermittlerteams 1. Der Polizist Jens mit seiner Partnerin Rebecca die im Rollstuhl sitzt und dadurch wie es heißt eine andere Sichtweise auf die Ermittlungen hat. 2. Leni Landei die ihre Freundin sucht und Freddy Förster ein Obdachloser. Dazwischen lesen wir die Geschichte aus Sicht des Täters oder Täter.

    Das Buch vermittelt das Grauen und Gefühle hautnah. Es wird nichts über-trieben brutal dargestellt aber die Sprache, die kurzen Sätze, die Aufteilung in Kapitel und Unterkapitel machen den besonderen Reiz aus.

    Ein Buch das schlaflose Nächte verursacht ( im positiven Sinn ) , ich werden ganz gewiss mehr Bücher dieses Autors lesen.