Die Ergebnisse der Leserlieblinge-Wahl im BücherTreff

Beiträge von wampy

    Buchmeinung zu Belinda Pollard – Verschollen in der Poison Bay


    „Verschollen in der Poison Bay“ ist ein Kriminalroman von Belinda Pollard, der 2017 bei Small Blue Dog Publishing in der Übersetzung von Maren Feller erschienen ist. Der Titel der australischen Originalausgabe lautet „Poison Bay“ und ist 2014 erschienen. Die ist der Auftakt der Wild Crimes Serie.


    Zum Autor:
    Belinda Pollard ist eine preisgekrönte ehemalige Journalistin mit einer Schwäche fürs Bergwandern – trotz Höhenangst und kaputter Knie. Sie arbeitet seit Jahrzehnten als Autorin und Lektorin. Sie lebt in Brisbane in Australien.


    Klappentext:
    „Die Maori nennen diesen Ort Ata Whenua – das Land der Schatten.“Fernsehreporterin Callie Brown ist ein Stadtmensch mit einer Vorliebe für guten Kaffee. Dennoch lässt sie sich darauf ein, mit einer Gruppe alter Freunde durch die unwirtliche Wildnis von Neuseeland zu wandern, in der Hoffnung, über eine zerbrochene Beziehung hinwegzukommen.Was sie nicht weiß: Jemand hat es auf sie alle abgesehen.Verloren in einer der entlegensten und rauesten Gegenden Neuseelands und nicht nur den Elementen ausgeliefert, setzt der Überlebenstrieb bei den Wanderern ein. Jeder von ihnen trägt seit zehn Jahren sein eigenes Geheimnis mit sich. Callie muss sich entscheiden, wem sie vertrauen kann, damit sie nicht die Nächste ist, die stirbt …


    Meine Meinung:
    Dieses Buch hat mich in vielerlei Hinsicht positiv überrascht. Eine Gruppe von acht jungen Leuten begibt sich auf eine Bergwanderung in einem abgelegenen Naturschutzgebiet. Als sie nicht planmäßig zurückkehren, reist Callies Mutter zur Startstation der Wanderung, weil sie ein schlechtes Gefühl hat und Druck ausüben will, um eine Suche in Gang zu setzen. Abwechselnd werden Szenen aus der Wandergruppe und aus der Bergstation beschrieben. In der Wandergruppe geschehen seltsame Dinge und der Wanderführer stirbt. Dann kommt es zu einer Schlechtwetterlage und zu einer weiteren Toten. Die Lage spitzt sich dramatisch zu und es entsteht der Eindruck, dass ein oder mehrere Gruppenmitglieder involviert sein könnten. Auf der Station geht es erst eher ruhiger zu, denn verspätete Heimkehrer gibt es immer wieder. Aber dann zeitigt der Einsatz von Callies Mutter Früchte und es werden Ermittlungen aufgenommen, die zu beunruhigenden Ergebnissen führen.
    Die Figuren sind mit Ecken und Kanten gestaltet und die Beschreibung der Natur und der Naturgewalten ist sehr eindringlich. Man fiebert mit Callie mit, die sich in ungewohnter Umgebung in einer Ausnahmesituation zurechtfinden muss. Sie erkennt, dass eine Tote ermordet wurde und muss nun entscheiden, wie sie damit umgeht. Einerseits wird jedes Gruppenmitglied gebraucht, aber andererseits gibt es diese Toten. Man fühlt die Schwere der Entscheidungen, die Callie treffen muss. Die Atmosphäre in der Wandergruppe ist bedrohlich und es geht um das nackte Überleben. Währenddessen nimmt auch die Unruhe auf der Station zu, auch weil es weiterhin keinerlei Informationen über den Verbleib der Gruppe gibt. Dann passieren auch hier seltsame Dinge.
    Die Roman zeichnet sich durch grandiose Naturschilderungen und extrem große Spannung aus. Und als es Hoffnung auf eines glückliches Ende gibt, hat die Autorin noch einen Pfeil im Köcher.


    Fazit:
    Dieser Roman hat mich durch die grandiose Naturbeschreibung, einer komplexen Handlungsgestaltung und durch extreme Spannung mirgerissen. Nach einem ruhigen Beginn wurde es immer dramatischer. So kann ich nur fünf von fünf Sternen (95 von 100 Punkten) vergeben und eine klare Leseempfehlung aussprechen.

    Buchmeinung zu Eva Almstädt – Ostseeangst


    „Ostseeangst“ ist ein Kriminalroman von Eva Almstädt, der 2019 bei Bastei Lübbe erschienen ist. Dies ist der vierzehnte Fall für die Kieler Kommissarin Pia Korittki.


    Zum Autor:
    Eva Almstädt absolvierte eine Ausbildung in den Fernsehproduktionsanstalten der Studio Hamburg GmbH und studierte Innenarchitektur in Hannover. Ihr erster Roman Kalter Grund wurde zum Auftakt der erfolgreichen Serie um die Lübecker Kommissarin Pia Korittki. Die Autorin lebt mit Mann und zwei Kindern in Schleswig-Holstein.


    Klappentext:
    Während eines Ausflugs finden Jugendliche eine menschliche Hand. Die Lübecker Mordkommission ermittelt. In der folgenden Nacht verschwindet die Gruppenleiterin aus der Jugendherberge spurlos. Bei der Suche wird in einem nahe gelegenen Stall ein abgetrennter Unterarm gefunden, doch er gehört nicht zu der verbrannten Hand. Zur gleichen Zeit gerät Kommissarin Pia Korittkis Leben nach dem Tod ihres Freundes immer mehr aus den Fugen. Als ein Konflikt mit Kollegen eskaliert, rät Pias Vorgesetzter ihr zu einer Auszeit. Aber dann bergen Taucher in einem See weitere Leichenteile …


    Meine Meinung:
    Nach den tragischen Ereignissen im Vorgängerband geht es diesmal etwas ruhiger zu. Pia hat den Tod ihres Lebenspartners noch nicht ganz überwunden und sie stürzt sich in die Ermittlungen des neuen Falls. Wie gewohnt wechseln sich private und berufliche Passagen ab. Hierbei gelingt es der Autorin ein ausgewogenes Verhältnis zu halten. Ihr Verhältnis zum Chef ist abgekühlt, nachdem sie die Leitungsfunktion ausgeschlagen hat. Er empfiehlt Pia, eine Auszeit zu nehmen. Pia kämpft aber mit der Unterstützung ihrer Kollegen um ihre Beteiligung am Fall. Pia ist keine Superpolizistin, der alles zufliegt, aber sie ist eine akribische Arbeiterin, die auch nachdenkt. Sie kann gut zuhören und entwickelt dann ihre eigenen Ideen, manchmal auch etwas außerhalb der Regeln.
    Die Figuren haben Ecken und Kanten und sind gerade deshalb glaubwürdig. Dann betreten auch noch Kollegen des LKA die Bühne, die zuerst recht überheblich wirken. Aber dann raufen sich beide Einheiten zusammen und bringen es zu einer vernünftigen Zusammenarbeit. Gerade dies gefällt mir, weil es einfach normal ist. Die Grundstimmung ist wieder recht trübe, weil viele der beteiligten Personen mit mehr oder weniger vielen Problemen zu kämpfen haben, die sie recht unglücklich erscheinen lassen. Der Fall selber ist kompliziert und es gibt eine Reihe falscher Fährten. Die sympathische Ermittlerin bleibt aber am Ball. Auch im privaten Umfeld gibt es kleine Fortschritte, aber auch den ein oder anderen Rückschlag.
    Die Autorin reißt viele Themen an, die nicht alle zu Ende diskutiert werden. Die heile Welt ist nicht das Thema der Autorin, eher zerrüttete Familien und Menschen mit Beziehungsproblemen. Trotzdem habe ich mich mit dem Buch gut unterhalten gefühlt. Der weitgehende Verzicht auf spektakuläre Szenen passt sehr gut zum Stil des Buches. Dafür punktet das Buch mit viel Atmosphäre und einer Hauptfigur, die allen Widrigkeiten zum Trotz ihren eigenen Weg geht. Auch bleibt es durchgehend spannend, weil man wissen möchte, wie es weitergeht.


    Fazit:
    Ein atmosphärisch dichter Krimi mit einer sympathischen Hauptfigur und einer interessanten Geschichte. Im Mittelpunkt stehen die kleinen Dinge und das Beziehungsgeflecht der beteiligten Personen. Mir hat das Buch gut gefallen und ich vergebe vier von fünf Sternen (85 von 100 Punkten). Wer ruhige und atmosphärisch dichte Krimis mag, wird mit diesem Buch gut bedient.

    Buchmeinung zu Alexander Oetker – Zara und Zoe: Rache in Marseille


    „Zara und Zoe: Rache in Marseille“ ist ein Kriminalroman von Alexander Oetker, der 2019 bei Droemer TB erschienen ist.


    Zum Autor:

    Alexander Oetker wurde 1982 in Berlin geboren. Er ist Fernsehjournalist und Autor. Vier Jahre leitete er das Pariser Korrespondentenbüro für die Fernsehsender RTL und n-tv, ist profunder Kenner von Politik und Gesellschaft in Frankreich und berichtete von dort über alle Terroranschläge der vergangenen Jahre. Seit 2012 berichtet er für RTL als politischer Korrespondent aus Berlin. Alexander Oetker lebt in Berlin und verbringt viel Zeit des Jahres in Frankreich.


    Klappentext:

    Kommissarin Zara von Hardenberg ist die beste Profilerin bei Europol. Weil sie sich alles merkt, alles entdeckt und alles voraussieht. Das Dumme ist nur: Sie kann keine Regeln brechen. Als sie ein junges Mädchen bestialisch ermordet in der Felsenlandschaft Marseilles finden, spürt sie, dass das Verbrechen auf eine drohende Katastrophe hinweist. Sie kennt nur eine, die diese noch aufhalten kann: ihre Zwillingsschwester Zoë – eine Killerin der korsischen Mafia, deren einzige Grenze sie selbst ist. Das Aufeinandertreffen der verfeindeten Schwestern wird zum Kampf um Leben und Tod. Und dann erst beginnt der eigentliche Showdown im nächtlichen Marseille.


    Meine Meinung:

    Bei diesem Buch hat mich das fulminante Tempo überzeugt, während die Charaktere eher klischeehaft gestaltet waren. Die so unterschiedlichen Zwillinge Zara und Zoe hassen sich, finden dann aber doch zusammen und keiner merkt es. In diesem Buch wird ein Marseille geschildert, das so gar nicht den Tourismusinformationen entspricht. Die agierenden Figuren sind knallhart und konsequent. Es wird deutlich, wie das Leben in den einzelnen Stadtbezirken funktioniert, in denen der Staat so gut wie keinen Einfluss hat. Zara und Zoe sind hier aufgewachsen, aber als Jugendliche haben sich die Wege getrennt. Beide können das Leben des jeweils anderen eigentlich nicht akzeptieren. Dann erkennt Zara, dass es mit ihren Methoden nicht funktioniert, ein großes Unglück zu verhindern und sie sucht Kontakt zu Zoe, die ziemlich skrupellos auf der dunklen Seite agiert. Hier kommt der als politische Journalist tätige Autor in gefährliches Fahrwasser. Wo rechtstaatliche Methoden versagen, wird halt Gewalt angewendet, denn der Zweck heiligt hier die Mittel. Das Dumme daran ist, dass ich fürchte, dass der Autor recht haben könnte. Eine Verknüpfung der Themen Gewalt in den Vorstädten, zwielichtige Politiker und Investoren, korrupte Polizisten, hoffnungslose Jugendliche, organisierte Kriminalität und Terrorismus bringt die Probleme einiger südfranzösischer Städte auf den Punkt.

    Diese Dystopie wird in einem atemberaubenden Tempo serviert, das nur selten von ruhigeren Passagen unterbrochen wird. Diese explosive Mischung läßt auch die Beteiligten nicht unverändert zurück. Zoe und Zara mischen das Ganze auf sehr unterhaltsame Weise auf, aber Profil gewinnen sie dabei nur selten.

    Die Kapitel werden jeweils aus der Sicht einer Person geschildert, und die Sprache wechselt genauso. Bei Zara ist es eine ruhige gediegene Sprache, während in den Abschnitten aus Zoes Perspektive eine raue Gangart dominiert. Der Stil erinnert mich an viele Romaneaus dem hardboiled Bereich, aber die Figuren sind nur zum Teil typisch für dieses Genre. Zoe passt ohne Zweifel, aber Zara ist ungewöhnlich. Seltsamerweise war Zoe für mich der sympathischere Teil dieses Duos.

    Es gibt mehrere Handlungsstränge, die scheinbar wenig miteinander zu tun haben, aber der Autor führt sie dann doch überzeugend zusammen.


    Fazit:

    Eigentlich gibt es einige Gründe keine Topwertung zu vergeben, aber das fulminante Tempo und die mitreißenden Figuren der Zwillinge lassen mich zu fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) greifen. Für die Freunde von hardboiled Krimis kann ich eine klare Leseempfehlung aussprechen.

    Buchmeinung zu Rolf Uliczka – Campermord in Bensersiel


    „Campermord in Bensersiel“ ist ein Kriminalroman von Rolf Uliczka, der 2019 im Klarant Verlag erschienen ist. Dies ist der sechste Band um die Kommissare Bert Linnig und Nina Jürgens.


    Zum Autor:
    Rolf Uliczka ist geboren und aufgewachsen am Rande der romantischen Holsteinischen Schweiz und lebt mit seiner Frau seit einigen Jahren im Saterland. Menschen in all ihren Facetten und ihre Geschichten haben ihn schon immer fasziniert. Auch das Schreiben war und ist eine seiner größten Leidenschaften. Ostfriesland, das Land der Leuchttürme, des Wattenmeeres, der grünen Landschaften mit seinen geheimnisvollen Mooren und Inseln, wo jährlich Millionen ihren Urlaub verbringen, bietet ihm viel Stoff für das Unerwartete. Genau das macht auch die Spannung seiner Ostfrieslandkrimis aus.


    Klappentext:
    Tödliche Schatten liegen über dem ostfriesischen Küstenort Bensersiel. Im Yachthafen schwimmt die Leiche des ermordeten Saisonkellners Gernot Kaldenbach, der auf dem nahe gelegenen Campingplatz wohnte. Fast zeitgleich verschwindet die verführerisch attraktive Saisoncamperin Anna, viel deutet auf eine Entführung hin. Die Kommissare Bert Linnig und Nina Jürgens von der Kripo Wittmund stoßen auf ein Geflecht aus Eifersucht, Leidenschaft und Gier. Der Campingplatz offenbart sich als ein Ort der Geheimnisse, und mehrere der Bewohner geraten unter Verdacht. Hat Annas Mann Manuel womöglich ein Verhältnis seiner Frau mit dem selbstbewussten Kellner nicht ertragen? Doch es gibt auch Spuren, die auf ganz andere Zusammenhänge schließen lassen. Je mehr die Ermittler über das Mordopfer erfahren, desto zwielichtiger erscheint der Mann. Hat er das organisierte Verbrechen an die ostfriesische Küste gebracht? Die Kommissare ermitteln in alle Richtungen, als plötzlich eine unerwartete Nachricht eintrifft …


    Meine Meinung:
    Gut und leicht bin ich in das Buch hereingekommen, die Atmosphäre auf dem Campingplatz war gut getroffen. Die meisten Figuren waren mir sympathisch, aber sie waren alle recht oberflächlich gestaltet. Eindeutig zu kurz kamen mir die Kommissare Bert Linnig und Nina Jürgens, die beide leider blass blieben. Die Hauptrolle übernimmt die verschwundene Camperin Anna, deren Weg hauptsächlich geschildert wurde. Gerade die Beschreibung ihres Schicksals hat mich sehr enttäuscht. Ihr Leidensweg wurde mir viel zu positiv geschildert. Fast konnte man den Eindruck gewinnen, dass sie auf einer Urlaubsreise unterwegs sei, obwohl sie sich doch in den Händen von Kriminellen befand. Die Schilderung der Geschehnisse auf dem Campingplatz war durchaus spannend, auch weil das ein oder andere Geheimnis aufgedeckt wurde. Überraschungen gab es bei der Lösung der Kriminalfälle, die logisch erklärt wurden. Aber der dominierende Eindruck war die unsägliche Beschreibung des Schicksals Annas. Dies führt zu einer klaren Abwertung.


    Fazit:
    Der Genuss eines in Teilen durchaus lesenswerten Krimis wird durch die unpassende Beschreibung eines Frauenschicksals massiv gestört. So kann ich nur zwei von fünf Sternen (40 von 100 Punkten) vergeben und keine Leseempfehlung aussprechen.

    Buchmeinung zu Hanna Caspian – Gut Greifenau. Morgenröte


    „Gut Greifenau. Morgenröte“ ist ein Roman von Hanna Caspian, der 2019 bei Knaur
    TB erschienen ist. Dies ist der dritte und abschließende Band einer Trilogie um
    die Bewohner des fiktiven Gutes Greifenau, die von 1913 bis 1919 spielt.


    Zum Autor:

    Hinter Hanna Caspian verbirgt sich eine erfolgreiche deutsche Autorin, die ihr
    Herz ans Rheinland verloren hat. Ihre historischen Liebesromane behandeln
    spannende Themen der vergessenen deutschen Geschichte. Dabei verwebt sie
    akribisch tatsächliche historische Begebenheiten mit dem Leben fiktiver
    Figuren. Hanna Caspian studierte Literaturwissenschaften und Sprachen.

    Mit ihrem Mann wohnt und arbeitet in unmittelbarer Nähe zum Rhein.


    Klappentext:

    1918 ist der Frieden mit Russland in greifbarer Nähe.

    Nach einem Mordanschlag ist es fraglich, ob Konstantin das noch erleben wird.
    Immerhin pflegte die Dorflehrerin Rebecca ihn aufopferungsvoll. Graf Adolphis
    indes ist verzweifelt. Durch den Kauf von Kriegsanleihen ist das Gut hoch
    verschuldet.

    Gräfin Feodora drängt Katharina zur Hochzeit mit dem Scheusal Ludwig, einem
    Neffen des Kaisers. Diese Verbindung wird zur Überlebensfrage für Gut
    Greifenau. Doch Katharinas Herz schlägt für den Industriellensohn Julius. Kurz
    vor der Hochzeit flieht sie. In Berlin gerät sie mitten in die Wirren der
    Novemberrevolution.

    Der Krieg ist zu Ende und der Kaiser selbst geflohen.


    Meine Meinung:

    Vieles, was ich zu den ersten beiden Teilen geschrieben habe, kann ich nur
    wiederholen. Ich habe mich in und mit diesem Buch wohlgefühlt. Die Figuren sind
    erfrischend und zum Teil in erstaunlicher Tiefe mit Ecken und Kanten
    beschrieben. Wieder geht es um die Liebesgeschichten der beiden Grafenkinder, Themen
    aus der Welt der Bediensteten, aber auch Entwicklungen, die sich aus dem Kriegsende ergaben. Politische
    Ereignisse spielen weiterhin im Leben der Bewohner kaum eine Rolle, wohl aber
    der allgegenwärtige Standesunterschied und immer noch Versorgungsengpässe, die
    nach Kriegsende verstärkt auftreten. Es gibt immer noch viele Geheimnisse um
    die Bewohner des Gutes, die nach und nach an die Oberfläche gebracht werden und
    auch die ein oder andere Figur taucht wieder auf, die das Gut zwischenzeitlich verlassen
    hatte. Albert Sonntag bleibt meine Lieblingsfigur, auch wenn sich seine Rolle wieder
    etwas wandelt. Er hat eine Frau gefunden, die er liebt, und einen Vater, der
    ihn nicht als Sohn kennt. Und dann ist da noch das Ziel seiner Rachegedanken, Pastor
    Wittekindt.

    Katharina, die schon im letzten Band von einem jungen
    Mädchen zu einer selbstbewußten jungen Dame geworden ist, arbeitet weiter an
    der Realisierung ihrer Träume. Viele in ihrem Umfeld sind von der
    Hartnäckigkeit und der Kompromisslosigkeit der jungen Frau beeindruckt.
    Überhaupt sind es weiterhin die kleinen Dramen und Erfolge, die dem Roman Würze
    verleihen. Manche Figuren sind etwas einseitig gestaltet, aber sie passen
    dennoch in die Geschichte. Das Leben auf dem Gut wird glaubhaft und realistisch
    beschrieben und von Zeit zu Zeit passiert etwas aufregendes. Und diesmal werden
    alle wesentlichen Erzählstränge zu einem gemeinsamen Ende verwebt. Nach vielen
    dramatischen Ereignissen endet die Geschichte mit der ersten freien Wahl, bei
    der auch Frauen abstimmen durften. Dies ist ein überaus passender Abschluss der
    Geschichte.

    Der Schreibstil der Autorin ist fesselnd und bei der
    Vielzahl der Figuren findet sich für jeden Leser etwas. Mit einigen Figuren
    fiebert man mit, anderen wünscht man weniger Erfolg. Der Leser lernt die
    Auswirkungen des Krieges auf die Bewohner des Gutes kennen und die kleinen
    Dramen wirken präsenter als die auch vorhandenen Glücksmomente. Viele der
    Figuren entwickeln sich weiter und überraschen mit neuen Eigenschaften.
    Nikolaus und Anastasia, die beiden anderen Grafenkinder, spielen eine größere
    Rolle als bisher, aber auch für die bekannten Figuren stehen Entwicklungen an, die diese fordern und
    manchmal auch überfordern. Es gibt viel Leid, aber auch für die ein oder andere
    Figur eine Portion Glück.


    Fazit:

    Die Autorin hat sich noch einmal gesteigert und die Geschichte
    hat mich mitgenommen, wie ich es kaum erwartet hatte. Fast immer war die Entwicklung
    der Ereignisse glaubhaft und es war durchgehend spannend und mitreißend. So
    vergebe ich fünf von fünf Sternen (95 von 100 Punkten) und spreche eine klare
    Leseempfehlung für diese faszinierende Familiensaga aus.

    Buchmeinung zu Mac P. Lorne – Das Banner des Löwen


    „Das Banner des Löwen“ ist ein historischer Roman von Mac P. Lorne, der 2019 bei Knaur TB erschienen ist. Dies ist der vierte Band der Robin-Hood-Reihe.


    Zum Autor:
    Mac P. Lorne ist Jahrgang 1957.
    Aufgewachsen in der ehemaligen DDR studierte er aus politischen Gründen statt Geschichte und Literatur Veterinärmedizin.
    Im Frühjahr 1988 gelang ihm die Flucht in die Bundesrepublik.
    Gemeinsam mit seiner Familie baute er einen Reit-und Zuchtbetrieb in Bayern auf, aus dem sich auch Olympiareiter ihren Nachwuchs sicherten.
    Heute lebt er zu Füßen einer mittelalterlichen Burg in einem der größten Waldgebiete Europas.
    Er ist Co-Autor mehrerer Fach- und Sachbücher aus den Gebieten Veterinärmedizin und Pferdezucht.
    Englische Geschichte ist die große Leidenschaft des Autors und seine Romanreihe rund um Robin Hood begeistert zahlreiche Leserinnen und Leser.

    Klappentext:
    Dem ehemaligen König der Diebe ist auch im Jahre 1218 kein beschauliches Leben vergönnt: Kaum aus England zurückgekehrt auf sein Landgut in der Gascogne, wird Robin Hood Zeuge, wie die Schergen Simon de Montforts ein Dorf niederbrennen. Im Auftrag des Papstes befehligt de Montfort den Kreuzzug gegen die Katharer, der mit äußerster Brutalität geführt wird – und mehr als ein politisches Ziel verfolgt. Gemeinsam mit seiner Frau Marian, seinem Freund Charles d’Artagnan und den alten Gefährten aus dem Sherwood Forest stellt Robin Hood sich erneut auf die Seite der Verfolgten

    Meine Meinung:
    In diesem Buch wird der Kreuzzug gegen die Katharer thematisiert. Da Marian ihr Landgut in der Gascogne nicht mehr missen mag, bleibt auch Robin dort und plant ein ruhiges Leben. Robin muss miterleben, wie Kreuzfahrer in einem Dorf, in dem auch Katharer gewohnt haben, gehaust haben. Robin greift ein und bestraft einige der Übeltäter und schon ist es mit dem ruhigen Leben vorbei. Zeitweilig wird sogar sein Landgut besetzt. Diesmal nimmt auch Marian an den Kampfhandlungen teil.
    Wie gewohnt geht es sehr spannend zu und Robin muss mit seinen Getreuen etliche Gefahren überstehen. Unterstützt wird er diesmal wieder von einigen alten Bekannten aus dem Sherwood Forest und von seinem Ziehsohn Falke. Auch wenn Robin etwas ruhiger agiert als in den Vorgängerbänden, so bleibt doch Raum für die ein oder andere Tat, die seine Fähigkeiten erstrahlen lassen. Mit einer gehörigen Portion Humor mildert der Autor die Grausamkeiten der Geschichte nachhaltig. Er bleibt der, zwar in die Jahre gekommene, sympathische Held, der unerschrocken für die Unterdrückten eintritt. Fast im Vorübergehen wird geschichtliches Wissen vermittelt. Man lernt einige Zeitgenossen, teils auch in Nebenrollen agierend, kennen. So zum Beispiel den Gründer des Dominikanerordens, der recht positiv geschildert wird, auch wenn der Orden später maßgeblich an der Inquisition beteiligt war. Die meisten Figuren sind vielschichtig gestaltet und leider gibt es auch Verluste im direkten Umfeld Robins. Es gibt mehr ruhige Momente als in den Vorgängern, und das tut dem Roman gut. Wie gewohnt gibt es als Beiwerk Karten, Zeittafeln, ein Personenverzeichnis und aufklärende Worte des Autors zur Geschichte. Er erläutert, was historisch belegt und was fiktiv ist, und auch, wann er korrigierend eingegriffen hat. Mich hat dieses Werk noch mehr als die Vorgänger überzeugt.


    Fazit:
    Wieder eine aufregend gestaltete Abenteuergeschichte mit sympathischen Helden und unglücklich agierenden Bösen. Die Mischung aus Historie und Fiktion ist erneut gelungen. Der etwas ruhigere Grundton hat mich vollends überzeugt. Deshalb vergebe ich fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und spreche eine klare Leseempfehlung aus.

    Buchmeinung zu Robert Fabbri – Vespasian: Der falsche Gott

    „Vespasian: Der falsche Gott“ ist ein Historischer Roman von Robert Fabbri, der 2019 bei Rowohlt Taschenbuch in der Übersetzung von Anja Schünemann erschienen ist. Der Titel der englischen Originalausgabe lautet „False God of Rome“ und ist 2013 erschienen. Dies ist der dritte Band um Vespasian. Ich bin der ungekürzten Lesung von Erich Wittenberg gefolgt, die im Audiobuch Verlag erschienen ist.

    Zum Autor:
    Robert Fabbri, geboren 1961, lebt in London und Berlin. Er arbeitete nach seinem Studium an der University of London 25 Jahre lang als Regieassistent und war an so unterschiedlichen Filmen beteiligt wie «Die Stunde der Patrioten», «Hellraiser», «Hornblower» und «Billy Elliot – I Will Dance». Aus Leidenschaft für antike Geschichte bemalte er 3 500 mazedonische, thrakische, galatische, römische und viele andere Zinnsoldaten – und begann schließlich zu schreiben. Mit seiner epischen historischen Romanserie «Vespasian» über das Leben des römischen Kaisers wurde Robert Fabbri in Großbritannien Bestsellerautor.

    Klappentext:
    Das Jahr 34 n. Chr.: Vespasian dient am Rande des Imperiums, bis er endlich nach Rom zurückkehren darf. Unerwartet ereilt Kaiser Tiberius der Tod, und Caligula ergreift die Macht – doch die leuchtende Hoffnung Roms verkommt zu einem unkontrollierbaren Despoten, der sich als Gott huldigen lässt. Verschwenderische Bauten, endlose Spiele, ein verängstigter Senat verblassen neben Caligulas gewagtestem Plan: eine Brücke über die Bucht von Neapel, über die er dekoriert mit dem Brustpanzer Alexanders des Großen reiten will. Kein anderer als Vespasian soll die legendäre Rüstung rauben …

    Meine Meinung:
    Selten habe ich von einer Hauptfigur gelesen, der so viele schlechte Eigenschaften zugeordnet wurden. Vespasian ist Offizier in der römischen Armee und ist im Osten des Reiches unterwegs. Der Autor serviert einen sehr eigenen Blick auf die ersten Christen und Paulus wird als hasserfüllter Prediger gegen das Christentum dargestellt. Vespasian bremst ihn aus, auch um die Ruhe in den Städten wiederherzustellen. Vespasian wird vom Krieger Magnus unterstützt, der das Verhalten seines Chefs immer wieder erklären darf. Vespasian dehnt seine Möglichkeiten immer weiter aus, muss dabei aber feststellen, dass er immer wieder über de Tisch gezogen wird. Politisch vertritt er das Lager Antonias und wenn ein Mord zur Erreichung der Ziele notwendig ist, dann wird es halt gemacht. Noch hat Vespasian Gewissensbisse, aber die vergehen mit der Zeit. Als dann auch noch Caligula die Macht übernimmt, lernen wir einen ängstlichen, ja furchtsamen Vespasian kennen, der zu allem ja sagt, um seine Haut zu retten. Und doch hat mich diese Figur fasziniert. Auch wenn Vespasian viele Mängel hat, so sind die herrschenden Politiker doch noch um ein gutes Stück übler. Die Sprache ist recht derb und die Schilderung der Taten ist oft mehr als deutlich. Am Anfang ist es vor allem ein Abenteuerroman mit vielen auch grausamen Kampfszenen. Aber gerade dies verdeutlicht die glaubhafte Einstellung der Krieger. Als es nach Rom geht, wird es etwas ruhiger, aber die Welt der politischen Intrigen ist noch weitaus gefährlicher als ein Schlachtfeld. Wir lernen in Rom auch einen in eine Sklavin verliebten Mann kennen, der aber nach einer angemessenen Partnerin für eine Familiengründung sucht. Die Schilderung der Ausschweifungen unter Caligula lässt an Deutlichkeit keine Zweifel aufkommen und Caligula findet Gefallen daran, andere Leute zu demütigen. Beachtlich ist, dass Fabbri dabei im Rahmen der historischen Fakten bleibt. Manchmal ist es mir aber zu laut und zu sehr auf Außenwirkung ausgerichtet.

    Sprecher:
    Mein erster Eindruck war, dass es der Vorleser etwas theatralisch angeht. Dies führt oft im Auto zu Verständnisproblemen. Doch meine Befürchtungen erwiesen sich als grundlos und der Vortrag war nicht nur gut zu verstehen, sondern er war auch noch pointiert. Chapeau für Herrn Wittenberg.

    Fazit:
    Eine spannende auf Abenteuer ausgerichtete Geschichte, die doch sehr auf Effekte ausgerichtet war. Der Autor präsentierte auch eine ungewöhnliche Sicht auf die Geschichte des Christentums. Die oft derbe Sprache passt aber zur Handlung. Die Hauptfigur Vespasian erfüllt kaum ein Klischee eines Helden und doch hat sie mich überzeugt. Auch der Vortrag Erich Wittenbergs führt zu einer positiven Bewertung mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten).

    Buchmeinung zu Kirsten Wilczek – Ist, werde, würde unantastbar sein


    „Ist, werde, würde unantastbar sein“ ist eine Kurzgeschichte von Kirsten Wilczek, die 2019 bei booksnacks.de erschienen ist.


    Zum Autor:

    Kirsten Martha Wilczek, Autor/in/um, lebt und schreibt im niederrheinischen Nebel, macht beruflich irgendwas mit Recht, damit andere es behalten dürfen.


    Klappentext:

    Was wäre, wenn Sie gerichtlich bestellter Gutachter mit dem Auftrag wären, die Verhandlungsfähigkeit eines ehemaligen SS-Mannes festzustellen, der inzwischen hochbetagt ist und in einem Pflegeheim lebt? Wie begegnen Sie diesem Greis, gegen den die Indizienlage erdrückend ist, der Ihnen nun ebenso zerbrechlich und hilflos wie offen und freundlich gegenübersitzt? Spüren Sie die Blicke seiner Opfer im Nacken? Geraten Sie in Versuchung, Ihren Auftrag tendenziös auszuüben, damit eine lange zurückliegende Schuld endlich gerichtlich geahndet werden kann? Werden Sie die Würde jemandes wahren, der die Würde anderer hundertfach und mehr mit Füßen getreten hat? Kurzum: Werden Sie es schaffen, Ihren Auftrag korrekt zu erledigen? Das sind die Fragen, vor denen der Psychologe Auer steht, der Ernst Escher, ehemaligen Scharführer der Waffen-SS, zu begutachten hat.

    Meine Meinung:

    Im Klappentext wird die Situation des Sachverständigen beschrieben. Mit einem Foto gefundener Leichen macht er sich auf in das Gespräch mit dem ehemaligen Unteroffizier der Waffen-SS. Dieser leugnet seine Taten nicht, ist sogar stolz, seinen Auftrag wie befohlen ausgeführt zu haben. Aber darum geht es gar nicht. Ist er verhandlungsfähig oder nicht. Diese Frage bewegt den Gutachter und dann auch mich als Leser. Damit ist ein wesentliches Merkmal einer guten Kurzgeschichte erfüllt. Sie hat mich zum Nachdenken gebracht. Es ist schwierig, wenn nicht unmöglich, die Frage der Verhandlungsfähigkeit unabhängig zu klären. Kann der Gutachter überhaupt die richtige Entscheidung treffen? Das Wissen um die Tat ist eher belastend und dem Gutachter schwant, dass die richtige Entscheidung auch immer die falsche sein kann. Ich möchte nicht mit ihm tauschen.

    Fazit:

    Diese Kurzgeschichte spricht ein heikles Thema an und hat mich zum Nachdenken angeregt. Von mir gibt es vier von fünf Sternen (8o von 100 Punkten) und eine klare Leseempfehlung.

    Buchmeinung zu Anthony Horowitz – Ein perfider Plan


    „Ein perfider Plan“ ist ein Kriminalroman von Anthony Horowitz, der 2019 im Insel Verlag in der Übersetzung von Lutz-W. Wolff erschienen ist. Der Titel der englischen Originalausgabe lautet „The Word is Murder“ und ist 2017 erschienen.


    Zum Autor:

    Anthony Horowitz, geboren 1956 in Stanmore, gehört zu den erfolgreichsten Autoren der englischsprachigen Welt, in Deutschland ist er vor allem durch seine Jugendbuchreihe um Alex Rider bekannt. Neben zahlreichen Büchern hat Anthony Horowitz Theaterstücke und Drehbücher zu verschiedenen Filmen und Fernsehserien (unter anderem Inspector Barnaby) verfasst. Seit seiner Jugend ist er Sherlock-Holmes-Fan. Anthony Horowitz lebt mit seiner Familie in London.


    Klappentext:

    Keine sechs Stunden, nachdem die wohlhabende alleinstehende Diana Cowper ihre eigene Beerdigung geplant hat, wird sie in ihrem Haus erdrosselt aufgefunden. Ahnte sie etwas? Kannte sie ihren Mörder?

    Daniel Hawthorne, ehemaliger Polizeioffizier und inzwischen Privatdetektiv im Dienst der Polizei, nimmt die Spur auf. Aber nicht nur den Fall will er lösen, es soll auch ein Buch daraus werden, und dafür wird Bestsellerautor Anthony Horowitz gebraucht. Der wiederum sträubt sich zunächst, ist jedoch schon bald unrettbar in den Fall verstrickt. Fasziniert von der Welt des Verbrechens ebenso wie von dem undurchsichtigen Detektiv und dessen messerscharfem Verstand.

    Ganz im Stil von Holmes und Watson begeben sich Hawthorne und Horowitz auf die Suche nach dem Mörder einer scheinbar harmlosen älteren Frau, in deren Vergangenheit allerdings schon bald dunkle Geheimnisse auftauchen. Eine atemberaubende Jagd beginnt …


    Meine Meinung:

    Der erste Eindruck und der Klappentext waren vielversprechend. Ganz im Stil von Holmes und Watson wird der Fall aus der Sicht eines bekannten Autors geschildert, nämlich aus der von Anthony Horowitz. Daniel Hawthorne ist der geniale Detektiv, der den Schriftsteller gewählt hat, um zum Fall ein Buch zu schreiben. Der Autor war einverstanden und so kommt es zur Zusammenarbeit. Allerdings ist es in der Praxis schwerer als in der Theorie, gemeinsam zu agieren. Grund dafür sind vor allem fehlende Kommunikation und eine gewisse Antipathie der beiden Hauptfiguren. Die Erzählperspektive ist die Sicht des Schriftstellers auf die Dinge, Hawthorne gibt eher rätselhafte Andeutungen von sich und rügt gerne seinen Partner. Gerade auch Informationen über Hawthorne sind von geringer Aussagekraft, da dieser gerne im Hintergrund agiert. Es werden äußere Merkmale beschrieben, der Charakter bleibt im Verborgenen. So agiert der Detektiv mal freundlich, mal aggressiv und Horowitz kann nicht erklären, warum dies so ist. Die Gedanken des Detektivs bleiben unbekannt. Dafür erfährt man etwas mehr über den erfolgreichen Schriftsteller und seine Arbeitsweise. Er ist wie im richtigen Leben auch als Drehbuchautor tätig und trifft bekannte Persönlichkeiten. Man erfährt einiges über seine Wünsche und beruflichen Hoffnungen. Auch er merkt, dass die Zusammenarbeit mit Hawthorne besser sein könnte, erwägt sogar die Zusammenarbeit zu beenden, aber ihn hat der Fall dann doch gefangen genommen.

    Der Fall selber ist durchaus interessant und die Auflösung plausibel. Und doch war ich enttäuscht, weil mir die Figuren nicht nahe gekommen sind. Sie agierten als ob sie auf einer Bühne auftreten würden. Sie wirkten einfach nicht lebendig. Dafür entschädigen auch die zahlreichen Informationen aus dem Medienbereich nicht.


    Fazit:

    Trotz eines interessanten Kriminalfalles war ich enttäuscht, weil mir die Figuren fern blieben. Meine Erwartungen wurden nicht erfüllt. So vergebe ich nur zwei von fünf Sternen (50 von 100 Punkten) und spreche keine Leseempfehlung aus.

    Buchmeinung zu Ralf H. Dorweiler – Der Gesang der Bienen


    „Der Gesang der Bienen“ ist ein Historischer Roman von Ralf H. Dorweiler, der 2019 im Bastei Lübbe Verlag erschienen ist.


    Zum Autor:
    Ralf H. Dorweiler, geboren 1973 in der Nähe von Frankfurt am Main, hat in Köln Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft studiert. Danach ging er, seinen breitgestreuten Interessen und Talenten entsprechend, verschiedensten Tätigkeiten vom Schauspieler bis hin zum Manager von Callcentern nach. Mittlerweile lebt Ralf H. Dorweiler im Südschwarzwald, wo er als Redakteur bei einer großen regionalen Tageszeitung arbeitet. Außerdem hat er mehrere Regionalkrimis veröffentlicht. Er ist mit einer Opernsängerin verheiratet und Vater eines Sohnes.


    Klappentext:
    A.D. 1152: Als Zeidler streift Seyfried durch den Schwarzwald und erntet Honig und Wachs von wilden Bienenvölkern. Als seine Frau zum Tode verurteilt wird, bricht er auf der Suche nach Beistand zum Kloster Bingen auf. Er findet es in heller Aufregung vor, denn die gelehrte Äbtissin Hildegard hat sich mit ihrer direkten Art Feinde innerhalb und außerhalb der Klostermauern geschaffen. Sie knüpft ihre Hilfe an schier unerfüllbare Bedingungen, die Seyfried bis vor den frisch gekrönten König Friedrich I. führen.


    Meine Meinung:
    Mein erster Eindruck war sehr positiv – eine interessante Handlung und Figuren mit Ecken und Kanten. Ich lernte viel über die Zeidlerei. Wie die Imkerei mit Wildbienen genannt wird. Zeidler Seyfried trägt ein dunkles Geheimnis mit sich und steht mit Gott auf Kriegsfuß. Hildegard von Bingen ist mit dem Aufbau eines neuen Klosters beschäftigt. Sie ist nicht die nette Nonne sondern eine erfahrene Frau, die sich selbstbewußt den Problemen stellt. Sie korrespondiert mit vielen mächtigen Männern, aber nicht aus der Rolle einer Unterstellten heraus. Im Laufe des Buches wird klar, dass auch sie mit persönlichen Problemen zu kämpfen hat. Dann gibt es die Novizin Adelheyd, die Hildegard bei den Schreibarbeiten unterstützt. Eher die klassische Frauenrolle hat Seyfrieds vierzehnjährige Tochter Anne inne, die mühsam versucht, sich und ihren jungen Bruder am Leben zu erhalten. Ihr werden die Sympathien der Leser zufliegen, zumal sie es mit dem Bösewicht des Buches zu tun bekommt. Die Handlung ist in vielen Fällen nachvollziehbar und hat mich überzeugt. Bis hierhin ein Fünfsternewerk. Dann kam für mich die große Ernüchterung – ein Ende, das so gar nicht zum bisherigen Ablauf passt.


    Fazit:
    Über weite Teile ein wunderbares Buch, das mir sehr gefallen hat. Für mich ist das Ende so unpassend, dass ich dem Gesamtwerk nur drei von fünf Sternen (60 von 100 Punkten) gebe. Es lohnt sich aber auf jeden Fall, die Geschichte zu verfolgen. Vielleicht kommen andere Leser mit dem Ende besser klar.

    Buchmeinung zu Hanna Caspian – Gut Greifenau. Nachtfeuer


    „Gut Greifenau. Nachtfeuer“ ist ein Roman von Hanna Caspian, der 2018 bei Knaur TB erschienen ist. Dies ist der zweite Band einer Trilogie um die Bewohner des fiktiven Gutes Greifenau, die von 1913 bis 1919 spielt.


    Zum Autor:
    Hinter Hanna Caspian verbirgt sich eine erfolgreiche deutsche Autorin, die ihr Herz ans Rheinland verloren hat. Ihre historischen Liebesromane behandeln spannende Themen der vergessenen deutschen Geschichte. Dabei verwebt sie akribisch tatsächliche historische Begebenheiten mit dem Leben fiktiver Figuren. Hanna Caspian studierte Literaturwissenschaften und Sprachen.
    Mit ihrem Mann wohnt und arbeitet in unmittelbarer Nähe zum Rhein.


    Klappentext:
    August 1914: Der Erste Weltkrieg beginnt, und Konstantin muss an die Front. Sein Vater ist unfähig, das Gut zu führen, das bald hochverschuldet ist. Die Verbindung von Katharina mit dem Kaiserneffen Ludwig von Preußen wird nun zur Überlebensfrage. Doch Ludwig tritt nicht nur seiner Verlobten Katharina zu nahe … Es droht ein Skandal! Katharina setzt ihre ganze Hoffnung auf eine Rettung durch den Industriellensohn Julius. Doch soll eine Ehe mit ihr ihm nur den Eintritt in den Adelsstand ermöglichen? Und dann ist da noch der Kutscher Albert, der sein Geheimnis nur im Dorf Greifenau klären kann.


    Meine Meinung:
    Vieles, was ich zum ersten Teil geschrieben habe, kann ich nur wiederholen.Ich habe mich in und mit diesem Buch wohlgefühlt. Die Figuren sind erfrischend und zum Teil in erstaunlicher Tiefe mit Ecken und Kanten beschrieben. Neben den Liebesgeschichten der beiden Grafenkinder werden Themen aus der Welt der Bediensteten erzählt. Dazu kommen kriegsbezogene Episoden um Deserteure und Flüchtlinge sowie ein Geheimprojekt, an dem Konstantin beteiligt ist. Politische Ereignisse spielen weiterhin im Leben der Bewohner kaum eine Rolle, wohl aber der allgegenwärtige Standesunterschied und kriegsbedingte Versorgungsengpässe. Es gibt immer noch viele Geheimnisse um die Bewohner des Gutes, die nach und nach an die Oberfläche gebracht werden. Albert Sonntag bleibt meine Lieblingsfigur, auch wenn sich seine Rolle etwas wandelt. Er kann seine Herkunft klären, weiß aber nicht, wie er damit umgehen soll. Er schwankt zwischen Rachefantasien und Glücksgefühlen, die ihm bisher fremd waren.
    Einen großen Wandel erfährt Katharina, die von einem jungen Mädchen zu einer selbstbewußten jungen Dame wird, die sehr konkrete Vorstellungen von ihre Zukunft hat, die aber nicht mit den Plänen ihrer Eltern übereinstimmen. Überhaupt sind es weiterhin die kleinen Dramen und Erfolge, die dem Roman Würze verleihen. Manche Figuren sind etwas einseitig gestaltet, aber sie passen dennoch in die Geschichte. Das Leben auf dem Gut wird glaubhaft und realistisch beschrieben und von Zeit zu Zeit passiert etwas aufregendes. Auch diesmal bleiben viele Erzählstränge offen, ja es gibt zwei wesentliche Cliffhänger, die mir nicht gefallen haben, zumindest nicht am Ende eines Buches.
    Der Schreibstil der Autorin ist fesselnd und bei der Vielzahl der Figuren findet sich für jeden Leser etwas. Mit einigen Figuren fiebert man mit, anderen wünscht man weniger Erfolg. Der Leser lernt die Auswirkungen des Krieges auf die Bewohner des Gutes kennen und die kleinen Dramen wirken präsenter als die auch vorhandenen Glücksmomente. Viele der Figuren entwickeln sich weiter und überraschen mit neuen Eigenschaften.


    Fazit:
    Mir hat dieser Band in weiten Teilen besser gefallen als der erste Teil, aber das Ende mit den beiden großen Cliffhangern fand ich überzogen und so bleibt es bei vier von fünf Sternen (85 von 100 Punkten). Ich spreche eine klare Leseempfehlung für diese gut erzählte Familiensaga aus und bin auf den Abschluss der Trilogie gespannt.

    Buchmeinung zu Ian Hamilton – Der schottische Bankier von Surabaya


    „Der schottische Bankier von Surabaya“ ist ein Kriminalroman von Ian Hamilton, der 2018 bei Krug und Schadenberg in der Übersetzung von Andrea Krug erschienen ist. Der Titel der kanadischen Originalausgabe lautet „The Scottish Banker of Surabaya“ und ist 2013 erschienen. Dies ist bereits der fünfte Band der Serie um Ava Lee.


    Zum Autor:
    Ian Hamilton, 1946 in Toronto geboren, hat als Journalist für verschiedene Zeitungen gearbeitet, bevor er für die kanadische Regierung und als Geschäftsmann in verschiedenen Branchen tätig war. Über zwanzig Jahre lang bereiste er beruflich die ganze Welt, vor allem den asiatischen Raum, und diese internationalen Erfahrungen und Einblicke in andere Kulturen verleihen den Schilderungen seiner Romanschauplätze ihr überzeugendes Flair. Heute lebt Ian Hamilton mit seiner Frau in Burlington, Ontario, und schreibt weiter an seiner erfolgreichen, mehrfach preisgekrönten Reihe, in der die faszinierende Ava Lee im Mittelpunkt steht.


    Klappentext:
    Eine faszinierende Heldin: Ava Lee, die kanadische Wirtschaftsprüferin mit chinesischen Wurzeln, ist so schön wie scharfsinnig und verfügt über ein Charisma, das Frauen wie Männer in Bann schlägt. Sie ist in der Welt des großen Geldes zu Hause und darauf spezialisiert, veruntreutes Vermögen wiederzubeschaffen. Der anfangs wenig lukrativ erscheinende Auftrag einiger Geschäftsleute aus der vietnamesischen Community in Toronto führt die toughe Ermittlerin nach Surabaya und entwickelt sich dort rasant zu ihrem bislang persönlichsten Fall …


    Meine Meinung:
    Dieses Buch hat mich in eine Welt chinesischer Moral und Verhaltensweisen geführt, die mir weitgehend fremd war. Vieles fand ich auf den ersten Blick seltsam, wie zum Beispiel die permanente Nennung der Markennamen der Kleidung, die Ava Lee anlegt. Es geht dabei um angemessene Kleidung für den Menschen, mit dem man sich trifft. Vieles war für mich als Westeuropäer befremdlich, wenn nicht gar unverständlich. Bei den im Raum stehenden Summen wurde mir schnell klar, dass es kein normaler Kriminalroman sein kann. Es sind etliche Elemente zu finden, die man in Spionageromanen findet. Ava Lee arbeitet an der Wiederbeschaffung von Geldern, die sie sich mit 30 Prozent vergüten lässt. Somit ist es ein knallhartes Geschäft und Ava Lee ist eine Figur mit vielen Eigenschaften eines hardboiled Ermittlers. Faszinierend ist der Unterschied zwischen der beruflichen und der privaten Frau. Ihre Methoden sind manchmal kriminell aber doch kommt sie als Gute bei mir an. Sie muss eine Menge einstecken, es verdauen und dann weitermachen. Sie wirkt sympathisch, weil ihre Gegenspieler noch eine gute Portion böser sind. Auch ihr privates Auftreten weckt Sympathien. Sie sorgt sich um ihren langjährigen Geschäftspartner Onkel, einem Triadenchef, der im Alter mit großen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat. Zu den Pluspunkten zählt der gelungene und fundierte Plot, die zurückhaltende Schilderung von Gewalt und die Beschreibung chinesisch geprägten Lebens, welches dem Leser aber nahe gebracht werden muss. Onkel verfügt über jede Menge verlässlicher Kontakte und bei Bedarf stehen qualifizierte Mitarbeiter zur Verfügung. Als Leser hat man den Eindruck, einem Titanenkampf beizuwohnen.
    Die Geschichte wird aus der Perspektive der Hauptfigur erzählt und so erlebt man auch ihr Gefühlsleben. Es ist jederzeit spannend, auch wenn es mal nicht um den Fall geht. Für Ava stehen Veränderungen an, die sie beunruhigen und man nimmt eng an ihrem Entscheidungsprozess teil. Ava Lee ist eine Hauptfigur mit vielen Ecken und Kanten, die sich zudem noch weiterentwickelt.


    Fazit:
    Ein jederzeit spannender Kriminalroman mit Elementen aus Spionagethrillern, der manchmal etwas überzogen wirkt, aber mit ausgefeiltem Plot und einer eindrucksvollen Hauptfigur punktet. Gerne vergebe ich gute vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine klare Leseempfehlung aus.

    Buchmeinung zu Hanna Caspian – Gut Greifenau. Abendglanz


    „Gut Greifenau. Abendglanz“ ist ein Roman von Hanna Caspian, der 2018 bei Knaur TB erschienen ist. Dies ist der Auftaktband einer Trilogie um die Bewohner des fiktiven Gutes Greifenau, die von 1913 bis 1919 spielt.


    Zum Autor:
    Hinter Hanna Caspian verbirgt sich eine erfolgreiche deutsche Autorin, die ihr Herz ans Rheinland verloren hat. Ihre historischen Liebesromane behandeln spannende Themen der vergessenen deutschen Geschichte. Dabei verwebt sie akribisch tatsächliche historische Begebenheiten mit dem Leben fiktiver Figuren. Hanna Caspian studierte Literaturwissenschaften und Sprachen.
    Mit ihrem Mann wohnt und arbeitet in unmittelbarer Nähe zum Rhein.


    Klappentext:
    Mai 1913: Konstantin, ältester Grafensohn und Erbe von Gut Greifenau, wagt das Unerhörte: Er verliebt sich in eine Bürgerliche, schlimmer noch – in die Dorflehrerin Rebecca Kurscheidt, eine überzeugte Sozialdemokratin. Die beiden trennen Welten: nicht nur der Standesunterschied, sondern auch die Weltanschauung. Für Katharina dagegen, die jüngste Tochter, plant die Grafenmutter eine Traumhochzeit mit einem Neffen des deutschen Kaisers – obwohl bald klar ist, welch ein Scheusal sich hinter der aristokratischen Fassade verbirgt. Aber auch ihr Herz ist anderweitig vergeben.
    Beide Grafenkinder spielen ein Versteckspiel mit ihren Eltern und der Gesellschaft. So gut sie ihre heimlichen Liebschaften auch verbergen, steuern doch beide unweigerlich auf eine Katastrophe zu...


    Meine Meinung:
    Von Beginn an habe ich mich in und mit diesem Buch wohlgefühlt. Die Figuren sind erfrischend und zum Teil in erstaunlicher Tiefe mit Ecken und Kanten beschrieben. Neben den Liebesgeschichten der beiden Grafenkinder werden Themen aus der Welt der Bediensteten erzählt. Zusätzlich bringt der Wechsel an der Spitze des Gutes durch den Unfalltod des alten Grafen viel Unruhe auf das Gut. Politische Ereignisse spielen noch im Leben der Bewohner kaum eine Rolle, wohl aber der allgegenwärtige Standesunterschied. Es gibt viele Geheimnisse um die Bewohner des Gutes, die nach und nach an die Oberfläche gebracht werden. Meine Lieblingsfigur wurde Albert Sonntag, der als Waisenkind aufwuchs und nun als Kutscher seinen Dienst versieht. Nebenbei möchte er seine Herkunft klären. Er ermittelt in eigener Sache und unterstützt auch schwächere Bedienstete, wenn er glaubt, dass ihnen unrecht geschehen ist.
    Deutlich wird auch der Unterschied zwischen den Söhnen und den Töchtern der Grafenfamilie. Während die Söhne relativ frei aufwachsen, werden die Töchter an der kurzen Leine gehalten. Etwas unglücklich ist das Alter Katharinas gewählt, die mit ihren zwölf Jahren zu jung wirkt. Ihre Mutter behandelt sie wie eine Ware, die sie möglichst günstig auf dem Heiratsmarkt unterbringen will. Überhaupt sind es die kleinen Dramen und Erfolge, die dem Roman Würze verleihen. Manche Figuren sind etwas einseitig gestaltet, aber sie passen dennoch in die Geschichte. Das Leben auf dem Gut wird glaubhaft und realistisch beschrieben und von Zeit zu Zeit passiert etwas aufregendes. Etwas bedauerlich finde ich, das zum Ende des Buches kaum ein Erzählstrang abgeschlossen ist.
    Der Schreibstil der Autorin ist fesselnd und bei der Vielzahl der Figuren findet sich für jeden Leser etwas. Mit einigen Figuren fiebert man mit, anderen wünscht man weniger Erfolg. Der Leser weiß von kommenden Weltkrieg, auf den das Gut nicht wirklich vorbereitet ist. So ziehen düstere Wolken am Horizont auf und ich bin auf die Folgebände gespannt.


    Fazit:
    Mich hat dieser Roman positiv überrascht und vor allem hat er mich gut unterhalten. Es gibt aber auch Punkte, bei denen Luft nach oben ist. So vergebe ich gute vier von fünf Sternen (85 von 100 Punkten) und spreche eine klare Leseempfehlung für diese gut erzählte Familiensaga aus.

    Buchmeinung zu Anke Dietrich – Ramses: Geliebt von Amun


    „Ramses: Geliebt von Amun“ ist ein Historischer Roman von Anke Dietrich, der 2018 im Selbstverlag erschienen ist. Dies ist der abschließende sechste Band der Serie um Ramses II.


    Zum Autor:
    Schon in jungen Jahren war Anke Dietrich von alten Kulturen fasziniert. Seit 2001 gehört ihre Liebe dem alten Land am Nil mit seiner unglaublichen 3000-jährigen Geschichte, seinen Pharaonen und Göttern, den grandiosen Bauwerken und der Mystik, die dieses Land umgibt und der sie sich einfach nicht entziehen kann.


    Klappentext:
    Regierungsjahr 33 – Ramses begeht sein zweites Mysterium der Wiedergeburt.
    Seit mehr als drei Jahrzehnten sitzt Ramses unangefochten auf dem Thron der Beiden Länder. Ägypten geht es gut, die Götter lieben ihn, sein Volk ist zufrieden. Es hat ihm den Beinamen der Große gegeben, was nicht nur seiner hochgewachsenen Gestalt geschuldet ist. Einzig Teschup, der oberste Gott der Hethiter, zürnt, weil er sich weigert, die Tochter Hattusilis zu seiner Königin zu ernennen. Als Ramses einlenkt, ahnt er nicht, was für eine machthungrige Frau in seinem Harim Einzug halten wird. Urhi-Teschup holt derweil zum entscheidenden Schlag gegen seinen Onkel aus, um endlich den Thron Hattis zurückzuerobern.


    Meine Meinung:
    Wie schon in den Vorgängerbänden fühlt der Leser zu jeder Zeit die Begeisterung der Autorin für diese Zeit. Wieder gibt sie Ramses ein Gesicht und einen Charakter mit Ecken und Kanten. Die Autorin nutzt die Gelegenheit viele Bauwerke der alten Ägypter ausführlich zu beschreiben und es wird deutlich, welche große Leistung der Baumeister dahinter steckt. Viele der Figuren sind alte Bekannte, die den Zahn der Zeit spüren. Ramses verliert viele Vertraute und Familienmitglieder, für die die Zeit einfach abgelaufen ist. Die wesentliche neue Figur ist die hethitische Prinzessin, die Ramses nach einigem hin und her heiratet. Diese Figur war mir aber zu einseitig negativ gezeichnet. Überhaupt fallen die Nebenhandlungen außerhalb der Königsfamilie gegenüber den Vorgängerbänden etwas ab. So ist es ein interessanter Roman, bei dem ich das Gefühl hatte, das etwas verschenkt wurde.


    Fazit:
    Das Wiedersehen mit alten Bekannten hat mich wieder mitgenommen, aber doch fehlte etwas zum ganz großen Wurf. So vergebe ich vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine klare Leseempfehlung für die Freunde Historischer Romane aus.

    Buchmeinung zu Ingrid Davis – Aachener Gangster


    „Aachener Gangster“ ist ein Kriminalroman von Ingrid Davis, der 2018 bei KBV Verlags- & Medien GmbH erschienen ist. Dies ist der dritte Fall für die angestellte Privatdetektivin Britta Sander.


    Zum Autor:
    Ingrid Davis (Jahrgang 1969) ist gebürtige Aachenerin und begann bereits im Alter von zehn Jahren mit dem Schreiben von Kurzgeschichten, Novellen und Gedichten. Ihr Weg führte sie nach dem Studium Englischer Literatur und Geschichte jedoch zunächst nicht in die Schriftstellerei, sondern ins Marketing und Projektmanagement. Hauptberuflich ist sie auch heute noch als Marketingmanagerin tätig und lebt mit ihrem Partner in Aachen. Neben dem Krimischreiben verbringt sie ihre Freizeit gerne mit Reisen, Kino, Literatur und Strategiespielen.


    Klappentext:
    Leg dich nicht mit Sander an!
    In der Gerüchteküche brodelt es: Zieht sich Fritz Schniedewitz wirklich zurück und verkauft seine Aachener Detektei an den Meistbietenden? Während Britta Sander und ihre Kollegen versuchen, dieses höchst persönliche Rätsel zu lösen, tritt der geheimnisvolle Kunst- und Antiquitätenhändler Tom Hartwig mit einem Auftrag an sie heran. Einer seiner engsten Mitarbeiter wurde bestialisch ermordet, und Hartwig – ein Mann mit dunkler Vergangenheit – will keine Polizei.
    Britta schlägt alle Warnungen in den Wind und übernimmt den Fall, von dessen wahrer Natur ihr Partner, Kriminaloberkommissar Körber, keinesfalls erfahren darf. Auf der Suche nach dem brutalen Mörder wird sie immer tiefer in die gefährliche Welt des charismatischen Tom Hartwig hineingezogen, bis schließlich ihr eigenes Leben in höchster Gefahr ist.


    Meine Meinung:
    Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen, auch wenn es ab und zu ein wenig unrealistisch war. Manche Figuren waren recht klischeehaft, aber doch auch interessant gezeichnet. Britta Sander, die taffe Hauptfigur, ist eine selbstbewußte Frau, die ihren Job und ihre Freiheit mag. Ihr Hund Sammy ist ein Highlight in diesem Buch und für einige Überraschungen gut. Das Buch liest sich flott und angenehm. Es ist aus der Sicht Brittas geschrieben und wird mit etlichen Gedankenfetzen der Ermittlerin aufgelockert. Der Plot selbst ist überzogen, aber genau der richtige Einstieg füe meinen Romanhelden Tom. Diese Mischung aus hartem (Ex-)Gangster und sympathischen Menschen ist faszinierend und hat mir jede Menge Unterhaltung beschert. Stellenweise ist es auch recht brutal und grausam, aber die überzogene Darstellung der Szenen lockert das Geschehen dann wieder auf. Die übrigen Gangsterfiguren sind durch die Bank überzogen, klischeehaft und wenig glaubhaft, aber sie passen trotzdem in diesen Roman. Eine gehörige Portion Humor und viele nette und gute Ideen geben dem Roman etwas Besonderes.


    Fazit:
    Ein kurzweiliger und unterhaltsamer Roman, der vor allem mit der Figur des Tom Hartwig bei mir punktet. Trotz vorhandener Schwächen vergebe ich vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine klare Leseempfehlung aus.

    Buchmeinung zu Alex Wagner – Tod einer Schnüfflerin


    „Tod einer Schnüfflerin“ ist ein Kriminalroman von Alex Wagner, der 2018 im Eigenverlag erschienen ist. Dies ist der zweite Fall für Penny Küfer.


    Zum Autor:
    Alex Wagner, geb. 1972, lebt und arbeitet in Wien, ist aber ebenso gerne auf Reisen.
    Ursprünglich Betriebswirtin, experimentierte sie sich durch die Jobwelt – von Private Banking und Versicherungsvertrieb über Coaching und Hypnose bis zu Weltretten bei Greenpeace.
    Sie lebt gerne aus dem Koffer und erkundet den Kosmos, per Zug oder im Cyberspace, aber vor allem natürlich auf dem Papier.


    Klappentext:
    Statt an der Detektivakademie für ihren Abschluss zu pauken, verschlägt es die ambitionierte Jungschnüfflerin diesmal an einen Lost Place, in ein ehemaliges Grandhotel nahe dem Zauberberg Semmering.
    In den alten Mauern wohnt seit vielen Jahren nur noch die Erinnerung – und neuerdings ein besonders hinterhältiger Mörder. Und dann ist da noch dieses seltsame Gerücht über ein Geheimversteck voller Diamanten …


    Meine Meinung:
    Penny Küfer unterbricht ihre Ausbildung zur Privatdetektivin, um einer Freundin zu helfen. Das Setting ist gelungen. Es gibt nur eine handvoll Verdächtige und das heruntergekommene Grandhotel birgt einige Geheimnisse. So weit so gut, aber mit der Hauptfigur konnte ich nicht so recht warm werden. Sie agiert als Einzelkämpferin, geht ohne ersichtlichen Grund hohes Risiko und nimmt wenig Rücksicht auf die Gefühle ihrer Auftraggeberin. Die übrigen Figuren sind glaubhaft gezeichnet und bieten auch Ansätze für Verdächtigungen. Das Buch liest sich flüssig und die Geschichte ist spannend erzählt. Auch die Atmosphäre im und um das Hotel war gelungen. Man spürte den allzeit gegenwärtigen Verfall.


    Fazit:
    Ein spannender Kriminalroman mit interessanten Figuren, gutem Spannungsbogen und morbider Atmosphäre. Leider trübt das rücksichtslose Vorgehen der Hauptfigur mein Lesevergnügen erheblich. So vergebe ich trotz guter Ansätze nur drei von fünf Sternen (60 von 100 Punkten).

    Buchmeinung zu Un-Su Kim – Die Plotter


    „Die Plotter“ ist ein Thriller von Un-Su Kim, der 2018 im Europa Verlag in der Übersetzung von Rainer Schmidt aus dem Englischen erschienen ist. Die koreanische Originalausgabe ist 2010 erschienen.


    Zum Autor:

    Un-Su Kim, geboren 1972 in Busan, Korea, hat in seiner Heimat mehrere Literaturpreise gewonnen, darunter den renommierten Mumhakdongne Preis. Mit Die Plotter, seinem ersten Kriminalroman, ist ihm auf Anhieb ein Werk gelungen, das Zeichen setzt – nicht nur in Korea.


    Klappentext:

    Raeseng ist Killer von Beruf, seit ihn Old Raccoon als Kind bei sich aufnahm und ausbildete. Aufgewachsen an einem geheimen Rückzugsort in Seoul, einer Bibliothek voller alter Bücher, gehört er zur Killer-Elite Koreas. Denn Old Raccoon ist ein Plotter. Als Kopf der Organisation »Library of Dogs« hat er seit Jahrzehnten alle politisch gewollten Exekutionen in Korea geplant. Doch als die Macht der Diktatur schwindet, gerät auch der Einfluss der Plotter ins Wanken – und eine neue Generation beginnt, ihr eigenes tödliches Netzwerk aufzuziehen. Als Raeseng vom Plan der Plotter bei der Ausführung eines Auftrags abweicht, geraten die Dinge außer Kontrolle – und Raeseng rückt selbst an die erste Stelle der Todesliste …


    Meine Meinung:

    Der Beginn des Buches war außerordentlich gut, aber leider konnte dieses Niveau nicht annäherungsweise gehalten werden. Dieser erste Abschnitt mit der Begegnung wissendes Opfer und Killer war faszinierend. Man spürte die koreanische Tradition, die bei beiden Figuren im Vordergrund stand. Für einen westlich geprägten Menschen passierte Unfassbares und für beide Figuren war es angemessen. Nach diesem Einsatz ließ die Spannung stark nach und Raeseng hatte Zeit nachzudenken. Er nutzte diese Zeit zu alleilei eher philisophischen Gedanken und Exkursen über die arbeitsteilige Praxis im Killergeschäft. Dann tauchten immer mehr westlich geprägte Motive auf, eine Liebesgeschichte mit Spionageelementen, die in einem Finale ala Hollywood endeten. Zwischendurch fand sich Gelegenheit sehr detailliert und grausam Auseinandersetzungen im Milieu zu beschreiben. Mir hat diese Mischung asiatisch und westlich geprägter Vorgehensweise nicht zugesagt, zumal der Spannungsbogen verloren ging und die neu aufgebaute Spannung eher Thrillercharakter hatte. So sehr mir die ersten Abschnitte gefallen haben, so sehr war ich vom Rest enttäuscht.


    Fazit:

    Nach grandiosem Beginn wird das Buch zunehmend schwächer und das Ende passte eher zu einem 08/15 Hollywoodthriller. Insgesamt bewerte ich dieses Buch mit drei von fünf Sternen (60 von 100 Punkten). Eine Leseempfehlung kann ich nur für den Beginn aussprechen.

    Buchmeinung zu Volker Kutscher – Der stumme Tod

    „Der stumme Tod“ ist ein Kriminalroman von Volker Kutscher, der 2010 bei KiWi-Taschenbuch erschienen ist. Dies ist der zweite Band um den Kommissar Gereon Rath.


    Zum Autor:
    Volker Kutscher wurde 1962 in Lindlar geboren und ist in Wipperfürth aufgewachsen. Er studierte Germanistik, Geschichte und Philosophie in Wuppertal und Köln. Er arbeitete als Lokalredakteur in Wipperfürth. Seit 2004 lebt er als freier Autor und Journalist in Köln.


    Klappentext:
    März 1930: Der Tod einer Schauspielerin führt Gereon Rath in die Studios der Filmmetropole Berlin. Der junge Kommissar lernt die Schattenseiten des Glamours kennen und erlebt eine Branche im Umbruch. Der Tonfilm erobert die Leinwände, und dabei bleiben viele auf der Strecke: Produzenten, Kinobesitzer – und Stummfilmstars.


    Meine Meinung:
    Gereon Rath ist ein Protagonist mit Ecken und Kanten. Er ist jemand, mit dem man nicht unbedingt zusammen arbeiten möchte, aber auch jemand, dem man anmerkt, dass er die Mörder überführen will. Er ist immer noch mehr Einzelkämpfer als Teamplayer und sein Assistent muss das mehrfach ausbaden. Aus dem ersten Band hat er ein paar Schulden mitgebracht, die ihn wieder einmal einholen. Ein Höhepunkt ist seine Beziehung zu Marlow, dem Berliner Unterweltboss. Wieder steht er in dessen Schuld und es wird ihn irgendwann einholen. Natürlich hat er noch einen Nebenjob, den er für seinen Vater und den Kölner Bürgermeister Adenauer erledigen muss. Dazu ist sein Privatleben wieder in Unordnung und er kämpft mit einer ungewollt anhänglichen Freundin. Die politischen Ereignissen spielen diesmal eher eine untergeordnete Rolle und Gereon möchte davon nichts wissen. Er bleibt seinem Wesen treu und handelt manchmal nicht gesetzeskonform. Diesmal muss er sich vom Polizeichef persönlich die Ohren langziehen lassen. Gereon Rath suhlt sich manchmal in dem Schlamassel, das er selbst verursacht hat. Er verfolgt seine Ideen konsequent und vertraut auf sein Näschen. Dabei kommt er dem Täter näher als er selber ahnt. Aber noch hat er Freunde, die zu ihm stehen und ihn unterstützen. Beeindruckend ist wieder die Darstellung der historischen Fakten und des Lebens zu dieser Zeit. Der Aufstieg des Tonfilms wird thematisiert und damit die Auswirkungen auf Schauspieler und Produzenten.
    Der Plot ist gelungen und die Spannung ist jederzeit gegeben, auch wenn sie von vielen Faktoren lebt. Manchmal fragt man sich, ob Gereon Rath mit seinen Tricksereien durchkommt oder ob es ihn in den Abgrund stürzt. Das Szenario mit vielen Nebenhandlungen ist äußerst komplex und fordert die volle Aufmerksamkeit des Lesers. Überrascht war ich über die sehr kurze Betrachtung der Ereignisse um Horst Wessel, der einerseits zum Märtyrer und andererseits zum Kriminellen gemacht werden soll. Vielleicht ist es aber die angemessene Behandlung dieser Geschehnisse, gerade aus der Sicht der unpolitischen Hauptfigur.
    Es gibt Figuren, die uneingeschränkt sympathisch sind, Gereons Assistenten und Charlotte Ritter, die wieder einmal zeigt, was in ihr steckt. Selbst Gereon sammelt Sympathien, die er aber auch immer wieder wegwirft. Er ist kein strahlender Held aber doch jemand, der sein Leben leben will und dem es egal ist, was andere über ihn denken, von wenigen Ausnahmen abgesehen. Es ist ein Ritt auf der Rasierkante und Gereon muss seinen Preis zahlen.


    Fazit:
    Gereon Rath ist ein vielschichtiger Charakter mit Ecken und Kanten, der mir trotz oder gerade wegen diverser negativen Attribute sehr gut gefällt. Plot und Spannung sind überdurchschnittlich und deshalb vergebe ich fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und spreche eine klare Leseempfehlung aus.

    Buchmeinung zu Alex Wagner – Tödliche Freuden

    „Tödliche Freuden“ ist ein Kriminalroman von Alex Wagner, der 2018 im Eigenverlag erschienen ist.

    Zum Autor:
    Alex Wagner, geb. 1972, lebt und arbeitet in Wien, ist aber ebenso gerne auf Reisen.
    Ursprünglich Betriebswirtin, experimentierte sie sich durch die Jobwelt – von Private Banking und Versicherungsvertrieb über Coaching und Hypnose bis zu Weltretten bei Greenpeace.
    Sie lebt gerne aus dem Koffer und erkundet den Kosmos, per Zug oder im Cyberspace, aber vor allem natürlich auf dem Papier.

    Klappentext:
    Nach einem Theaterabend in der Kurstadt Baden, bei dem Sofie Winter die Bekanntschaft eines charismatischen Fremden macht, flattert ihr ein Erpresserbrief ins Haus: Dreißigtausend Euro, oder ein Video ihres nächtlichen Abenteuers landet im Internet. Der Briefschreiber will im Besitz erotischen Materials sein, das Sofie in aller Öffentlichkeit bloßstellen würde. Nur dass er sich das falsche Opfer ausgesucht hat. Denn Sofie ist keine gewöhnliche Frau und schon gar nicht wehrlos. Ihre Vergangenheit hat sie gelehrt, sich zu verteidigen, auch wenn sie dabei selbst zum Angriff übergehen muss. Wer aber ist dieser verführerische Fremde wirklich, den sie an jenem Abend in Baden traf, und der in Sofie längst verloren geglaubte Gefühle wiedererweckt? Ein Verbündeter, den sie dringend braucht? Oder ein skrupelloser Verbrecher, der selbst vor Mord nicht zurückschreckt? In einem luxuriösen Hoteldorf in den Alpen kommt es zur tödlichen Begegnung …

    Meine Meinung:
    Im Mittelpunkt dieses Thrillers steht mit Sofie Winter eine starke Frau, die sich sehr engagiert für misshandelte Frauen einsetzt. Sie agiert ganz im Stile eines hardboiled Detektivs und wirkt oftmals etwas engstirnig. Für sie scheinen alle Männer Schweine zu sein und die Frauen in deren Umfeld brauchen Sofies Unterstützung. Die Figur konnte meine Sympathien nur sehr bedingt gewinnen. In diesem Fall begegnet sie dem Gigolo Aslan, der auch Sofie nicht kalt läßt. Aslan entwickelt sich während der Erzählung weiter und hat durchaus meine Sympathie gefunden. Sofie scheint in einem starren Käfig in Bezug auf ihrem Verhältnis zu Männern erstarrt zu sein. Sowohl Aslan als auch Sofie haben ihre Quellen, um an Informationen über andere Personen zu gelangen. Beide hüten auch je ein Geheimnis aus ihrer Vergangenheit, welches Auswirkungen bis auf den heutigen Tag hat. Beide misstrauen einander sehr, arbeiten aber in einem gewissen Umfang zusammen. Die Geschichte ist geprägt durch eine dunkle Atmosphäre einerseits, einer durchaus spannenden Geschichte und den Anzeichen einer sich anbahnenden Liebesbeziehung. Gemeinsam lösen Sofie und Aslan die Rätsel um mehrere Toten und greifen dabei auch zu grenzwertigen Methoden. Leider findet der Roman nur schwer zu einem Ende, obwohl eigentlich keine Fragen mehr offen waren. Auf der Habenseite stehen einige gelungene Einfälle und die konsequente Vorgehensweise der Sofie Winter.

    Fazit:
    Ein spannender Kriminalroman mit viel düsterer Atmosphäre im Umfeld misshandelter Frauen, der mich aber mit einer wenig sympathischen Hauptfigur und einem zu langen Abschluss nicht fesseln konnte. So gibt es nur drei von fünf Sternen (60 von 100 Punkten).

    Buchmeinung zu Wolf Heichele – Mord am Gardasee

    „Mord am Gardasee“ ist ein Kriminalroman von Wolf Heichele, der 2018 im Selbstverlag erschienen ist. Dies ist der zweite Kurzkrimi um Commissario Montebello.

    Zum Autor:
    Wolf Heichele ist ein deutscher Schriftsteller, der im Süden Deutschlands aufgewachsen ist und dort auch lebt.

    Klappentext:
    Am idyllischen Gardasee wird eine ermordete Frau aufgefunden.
    Sie gilt zunächst als Vollwaise, doch Commissario Montebello will nicht daran glauben und
    recherchiert in eine ungewöhnliche Richtung.
    Vor der atemberaubenden Kulisse des Gardasees kommt es am Ende zu einem gewohnt spannenden Showdown.

    Meine Meinung:
    Dieses Buch hat mich zu keiner Zeit gefangen genommen, obwohl es sich leicht und flüssig lesen lässt. Mein Problem war, dass sowohl die Charaktere als auch die Handlung frei von Ecken und Kanten sind. Mauro und seine Kollegin sind hübsche Menschen fast ohne Sorgen, denen ihr Job als Ermittler kaum Stress bereitet. Der Fall hat eine persönliche Note und die Ermittler sind hoch motiviert. Alles läuft schnurgerade auf einen Showdown zu, in dem Mauro Montebello einen James Bond alt aussehen lässt. Danach gibt es noch ein Stück heile Familie und das war es dann. Spannung kam so gut wie gar nicht vor, dafür heile Italienwelt aus dem Urlaubskatalog. Für mich war es kein Kriminalroman.

    Fazit:
    Eine leicht zu lesende Geschichte mit glatten Figuren und kaum Spannung, die das Label Kriminalroman nicht verdient hat. Somit vergebe ich zwei von fünf Sternen (40 von 100 Punkten).