Beiträge von drawe

    Wieso sucht er seine Mutter im Tunnel?

    Edwin wollte zunächst den Tunnel nicht betreten, aber dann ging einer Veränderung mit ihm vor, er war wie verzaubert - und das war das Ergebnis des Drachenbisses, das ihn zum Drachen hinzieht.

    Dann wäre der Drachenbiss so etwas wie ein Muttermal...

    Da bin ich bei dir und denke je länger desto mehr dass die Drachendame seine Mutter ist. Das würde somit bedeuten dass sowohl Wistan wie auch Gawain seine Gegner sein werden, denn er müsste dann eigentlich diese beschützen.

    Es scheint mir tatsächlich nur eine Frage der Kombination zu sein, aber trotzdem kommt es mir verwegen vor.


    Und wieder erhebt sich die Frage: wem kann man trauen?


    Diese Frage hatten wir auch in der NLR "Damals in Nagasaki". Alle Personen inklusive Erzähler waren unzuverlässig durch die personale Erzählweise. Das ist hier aber anders: hier haben wir einen allwissenden Erzähler, der sein Wissen aber nicht mit uns teilt.

    Das ist ärgerlich, und deswegen würde man ihn hier in Niederbayern als "Hundskrippi, ausgschamter" bezeichnen oder, besonders schlimm, als "Saupreiß, japanischer".

    :lol: :lol: :lol:

    16.10. World Bread Day – Internationaler Tag des Brotes


    Hier liegt ein angeschnittenes Brot auf dem Tisch. Ich habe den Inhalt nur noch verschwommen in Erinnerung, aber ich weiß noch, dass mir der Roman gut gefallen hat.


    Der wohl bekannteste Roman Knut Hamsuns erzählt die Geschichte von Isak, einem einfachen Bauern, der das karge norwegische Land urbar macht. Mit "Segen der Erde" hat Knut Hamsun einen Klassiker geschaffen, der mit einer schlichten Sprache von fast biblischer Kraft einen Blick in eine vergangene Welt eröffnet und bis heute Norwegens Autoren beeinflusst.

    Kapitel 8

    Bitte bringt Licht ins Dunkle

    Ich brauche selber einen Erleuchter, aber zusammen werden wir das schon hinkriegen :thumleft: !

    Doch ein Hirngespinst von Edwin?

    Ich habe es für eine Erinnerung gehalten, so wie taliesin auch. Allerdings frage ich mich, wieso ihn diese Erinnerung ausgerechnet in dieser Situation überfällt...? Vermutlich wegen seiner Mutter?


    Die mehrfache Brechung der Chronologie macht das Verstehen wieder komplizierter, finde ich.

    Ordnet man die Ereignisse der Reihe nach, müsste sich folgendes ergeben:


    Die Erinnerung an das Mädchen. Wieso ist sie gefesselt? Die Täter bleiben anonym, sie werden nur als "sie" bezeichnet, es sind offenbar Männer, und bei der Fesselung spielt deutlich eine sexuelle Komponente mit. Die Bezeichnung "Teufelshorn" finde ich ja recht nett :lol: ! Auch Edwin reagiert entsprechend. Das Mädchen - ebenfalls anonym - schickt ihn zurück zu seiner Mutter.

    Edwin ist in diesem Zwischenalter, das wir jetzt Pubertät nennen, und das ihn ein Mädchen, das ihn sexuell erregt, zurück zu seiner Mutter schickt - ich weiß nicht, ob man diesen freudianischen Aspekt vertiefen soll. Ich denke, eher nicht.

    Jedenfalls lehnt sie seine Hilfe ab und verweist darauf, dass seine Mutter seine Hilfe braucht.


    Die nächste zeitliche Ebene betrifft das Kampfabenteuer mit Wistan im Turm. Das Holzhacken bekommt nun eine Erklärung. Offenbar wusste Wistan, was er von Gawain zu halten hatte und ahnte dessen Verrat.

    Mir hat es gefallen, wie Wistan Edwin und damit auch mir Schritt für Schritt die Funktion dieses Turmes erklärt.

    Die Kampfhandlung selber erzählt uns der junge Mönch, der Edwin begleitet.


    Damit sind wir mit Edwin auf dem Weg zur Hütte des Fassbinders. Dort ist der verletzte Wistan untergebracht.

    Wieder hört Edwin die Stimme seiner Mutter, die ihn ruft und ihn zu ihrer Rettung auffordert.


    Ich spekuliere:

    Edwin wird durch die Drachin gerufen, er wird auch von seiner Mutter gerufen, die um Rettung fleht, Gawain und Wistan bedrohen die Drachin, und wieso ist das überhaupt ein weiblicher Drachen - also: Ist die Drachin Edwins Mutter???

    Na, wenn Ihr das heute auch bisschen lockerer seht...


    Mir ist als erstes "Mary Poppins" eingefallen. Leider ist auf dem Cover (und auch auf anderen) kein Schornsteinfeger zu sehen, aber theoretisch könnte einer zu sehen sein!

    Wer soll denn sonst "Chim-Chim-Cheree" singen?

    288. Ein Roman, der in den Südstaaten der USA spielt

    Wie schön, dass ich diesen Roman nochmal zeigen darf - er hat mich sehr beeindruckt: archaisch und alttestamentarisch, wuchtig. Ja, es geht auch um Rassismus, aber in erster Linie geht es um ein menschliches verstörendes Schicksal.

    Ich fand das Buch einfach wunderbar.

    Ich hätte noch die Bücher von Vincent Klink im Regal stehen - vielleicht gilt eine Halbglatze auch?

    Ein ausgesprochen originelles und witziges Buch, in dem Vincent Klink mit leichter Hand und geschliffener Zunge erzählt.


    Ein einziger Genuss.
    Meisterkoch Vincent Klink geht gern auf kulinarische Entdeckungsreise. Nun durchstreift er mit uns die Welthauptstadt guten Essens – Paris. Dabei schildert er die Geschichte der französischen Küche von der Revolution bis heute. Er erzählt von Meisterköchen, Gourmets und der Alltagsküche und stößt dabei immer wieder auf die großen Dichter und Denker. So beobachtet er Balzacs Schlingern zwischen Fettleber und Fasten, begleitet die Brüder Goncourt bei ihren Restaurantbesuchen, sitzt mit Baudelaire und Flaubert zu Tisch. Er trifft berühmte deutsche Emigranten und erfährt etwa von Heinrich Heine, dass dieser sich von einer Art Pizza-Lieferdienst avant la lettre versorgen ließ.
    Doch der Connaisseur beklagt auch das Verschwinden des alten Paris. Für das «Ritz» an der Place Vendôme besaß einst Prousts Haushälterin einen Hintereingangsschlüssel, um des Nachts für den Wahnsinnigen Zungengekitzel zu holen; Hemingway soff, und Coco Chanel wohnte später hier. Mittlerweile wurde das Belle-Époque-Juwel durch eine kostspielige Modernisierung dem Geschmack der Scheichs und Oligarchen angepasst. In dem charmanten Plauderton, den seine Leser so lieben, flaniert Klink durch Gegenwart und Vergangenheit, durch Kulturgeschichte und Kulinaristik. Eine sinnenfrohe Bildungsreise für alle, die der Zauber der französischen Hauptstadt in den Bann schlägt.

    Das wäre eigentlich mein Tag, ich könnte hier leicht alles überschwemmen mit Glatzen

    Geht mir ähnlich, in meinen Biografie-Regal (dem echten) reiht sich ein Glatzerter an den anderen :-)

    Aber ich habe noch einen Roman, den ich seit Jahr und Tag lesen will. Na ja, ein bisschen Haare hat er noch.


    Seit 40 Jahren sind Simon und Annar befreundet. Sie arbeiten in ihrem kleinen Laden und verbringen die freie Zeit auf Wanderungen und in ihrer Berghütte fernab der Zivilisation. Simon ist siebzehn Jahre älter als sein Freund, und als die Erzählung einsetzt, erholt er sich von einem Schlaganfall. Annar kümmert sich um ihn und um das Geschäft. In seinen Erinnerungen blickt Simon auf ein gutes Leben zurück - im Einklang mit der Landschaft und der Geschichte seiner norwegischen Heimat.

    Der Autor schildert das alles so verlockend und anschaulich, dass man sich selbst hineinwünscht in diese Welt. Natürlich läuft längst nicht alles so, wie es soll. Auch wenn in seinen Gedanken manchmal andere Möglichkeiten kurz aufblitzen, kann Simon sich doch stets mit dem Lauf der Dinge arrangieren, er nimmt das Leben so unausweichlich wie die Natur. Der Roman gibt ein kraftvolles Statement ab zu der Frage, was wirklich wichtig ist im Leben.

    Bei Biografien wird man heute leicht fündig - da gibt es mehr als hinreichend alte Männer.


    Auch 200 Jahre nach seiner Geburt ist Otto von Bismarck eine hochgradig umstrittene, von Mythen umwobene Gestalt. Christoph Nonn schaut hinter die Legenden und entdeckt einen Mann, dessen Zeit unserer heutigen verblüffend ähnlich ist. Kriegstreiber oder Friedenspolitiker, Modernisierungsverhinderer oder weißer Revolutionär, Nationalheld oder Dämon der Deutschen: Die Liste der Beinamen, die Bismarck gegeben worden sind, ist lang. Doch der "Reichsgründer" war weder ein Übermensch noch ein Monster. Er feierte spektakuläre Erfolge und erlebte die größten Pannen, er war ein jähzorniger Choleriker und ein liebevoller Ehemann, ein treuer Freund Wilhelms I. ebenso wie ein rücksichtsloser Vollblutpolitiker. Aus solchen scheinbaren Widersprüchen setzt dieses Buch eine neue Sicht auf den "Eisernen Kanzler" jenseits der Mythen zusammen und zeichnet das Bild eines pragmatischen preußischen Konservativen. Dabei wird der Preuße Bismarck zum ersten Mal konsequent in die europäische Geschichte des 19. Jahrhunderts eingeordnet, die durch wachsende internationale und globale Vernetzung geprägt war - wie unsere heutige Welt auch.


    Zitat

    Wenn man doch nur konkrete Zahlen statt ungenauer Worte hätte, um den menschlichen Schmerz zu beschreiben. Wenn wir doch nur wüssten, wie sehr wir gelitten haben, und wenn der Schmerz doch nur begreifbar und messbar wäre.


    »Ein Erzähler, der bis ins Herz der Wahrheit gelangt.« ›El País‹

    »Wir sollten über unsere Familien schreiben, ohne jede Beschönigung, ohne dabei zu erfinden. Wir sollten nur von dem erzählen, was passiert ist, oder von dem wir glauben, dass es passiert sei.« Aus dieser Überzeugung heraus schrieb Manuel Vilas ein Buch über sich, seine Mutter, seine Kinder, vor allem aber über seinen Vater, den stets soignierten Handlungsreisenden, der vom sozialen Aufstieg träumte - und von Ferien in Ordesa ... Illusionslos und poetisch, in einer Sprache, die Realismus mit visionären Bildern verbindet, entsteht ein Lebensbild der letzten fünf Jahrzehnte Spaniens. Manuel Vilas, der als einer der großen Lyriker seiner Generation gefeiert wird, gelingt auch mit diesem kulturkritischen, feinfühligen ersten Roman ein wahrer Coup.

    Wie zum Beispiel das Untier. War es jetzt inszeniert? Ist alles ein wenig benebelt.

    Ja, da tappen wir im Nebel, den Ishiguro ausstößt und nicht die Drachin!


    Das Untier ist kein Untier: es legt freiwillig seinen Kopf vor unseren Reisenden nieder und sucht das Weite. Es wirft sich nicht gegen das Gatter, es droht nicht, es faucht mal nicht - wirklich eher ein zahmer "Hund", wie Gawain es nennt.

    Jedenfalls ist dieses Wesen nicht für die Skelette verantwortlich. Das Untier ist ein Alibi der Menschen.

    Das ist interessant, auch weil Parzival der Ritter ist, der den Heiligen Gral findet.

    Ja - die Vermischung religiöser und höfischer Themen ist interessant, und die Gawan-Kapitel sind nicht ohne Komik, weil das lockere Liebesleben persifliert wird.

    Mir selber gefällt besonders das Versagen Parzivals gegenüber dem leidenden Anfortas auf der Gralsburg: Parzival zeigt keine Empathie und wird deswegen verflucht - was wiederum zu seinem zwîvel führt. Empathielosigkeit als "Sünde" - das finde ich sehr modern.


    Übrigens wird Gawan - fällt mir jetzt erst ein - mit einem alten und schweren Schild ausgestattet; das würde zu unserem Roman passen.

    In dem Epos "Parzival" von Wolfram von Eschenbach ist Gawan neben Parzival eine Hauptfigur, die man auch als Gegenfigur zu Parzival sehen kann. Während Parzival sich im sog. zwîvel befindet, d. h. sich aus bestimmten Gründen von Gott losgesagt hat, wendet sich das Epos Gawan zu. Gawan ist als Gegenbild zu Parzival, der sich erst zum Artusritter entwickeln muss, gezeichnet: Gawan ist der perfekte Ritter.


    Gawan wird hier geschildert als ungewöhnlich großer und schon älterer Mann, der die ritterlichen Tugenden in sich vereinigt. Er ist zudem medizinisch gebildet. Er kennt sich auch in minne-Angelegenheiten recht gut aus. Schließlich besiegt er den Zauberer Klingsor in seinem Schloss (das als Gegenbild zur Gralsburg Munsalvaesche gezeichnet ist).

    Übrigens taucht im Gawan-Teil des Epos auch ein Fährmann auf, der die Artuswelt mit der Zauberwelt verbindet.

    286. Ein Roman aus einem südeuropäischen Land, den du mochtest


    Da gibt es aber einige...hoffentlich werden meine anderen Favoriten noch genannt...


    Ich nehme diesen Klassiker. Ich habs einfach mit Weltuntergangsromanen.


    In seinem Welterfolg schildert Giuseppe Tomasi di Lampedusa mit schöpferischer Sprachgewalt den Untergang eines sizilianischen Adelsgeschlechts zur Zeit Giuseppe Garibaldis und beschwört in dunkel glühenden Farben Schicksale und Zeiten herauf, die für das Ende des alten Europas stehen.

    Was Ihr alles so in Eurem Regal stehen habt...


    Ich habe ins Kinderbuch-Regal ausweichen müssen, und da wurde ich fündig. Ein Buch für Kinder im Grundschulalter.


    Mit Oskar und der Große Och ist Ralf Lilienthal eine Geschichte gelungen, die all die Eigenschaften hat, die ein gutes Kinderbuch auszeichnen - humorvoll, spannend und kurzweilig erzählt. Und sie macht dem jungen Leser Mut, Schwierigkeiten anzugehen, auch wenn nicht jeder so einen "Großen Och" im Keller hat. oder vielleicht doch?

    Eine echte Villa vererbt zu bekommen ist schon eine tolle Sache, und dann noch eine mit 66 Zimmern. Neugierig durchstreift Oskar, der mit seinen elf Jahren stolzer Besitzer der Villa Maroni geworden ist, alle Räume vom Dachboden bis zum Keller. Und da, im letzten Kellerraum, macht er eine unglaubliche Entdeckung: Als er mit einem stolzen gut seine Besichtigungstour beenden will, antwortet ihm ein unmissverständliches och. Mutig sucht er nach der Quelle der Stimme, die aus einem großen Überseekoffer kommt und sich als der Große Och vorstellt. Viel mehr erfährt er an diesem Tag aber auch nicht, denn der Große Och ist müde und will schlafen. Um so aufschlussreicher ist die nächste Begegnung. Da nämlich erfährt Oskar, wie der Kapitän Oskar Oskarson - sein verschollener Großonkel, der ihm das Haus vererbt hat - die Bekanntschaft des Großen Ochs machte und ihn kurzerhand mit nach Hause nahm. Seine außergewöhnlichen Fähigkeiten soll Oskar sehr bald kennen lernen.

    Internationaler Tag der Frustrationsschreie


    Dieser Cover ist zum Schreien. Da liest einer "Mädchen" und "Brücke", zudem ein isländischer Autor - und zack, wird irgendein Cover hingeknallt, wie es vermeintlich die Leser erwarten, onb es zum Inhalt passt oder nicht.