Beiträge von drawe

    Wer weiss, was Du da für einen Blick aufsetzt wenn Du da rein gehst

    Hihi, da brauch ich keinen Blick für, ich bin auch ohne strengen Blick furchterregend :twisted: !

    Übrigens: nix mit Pfarrersfrau! Das ist eine städtische Bücherei, betrieben von der katholischen Kirche, und zwar ausschließlich von Ehrenamtlichen. Sehr preisgünstig für die Stadt.


    Und unser katholischer Pfarrer hat keine Frau -hätte er bloß eine, dann ginge es ihm besser. Vielleicht.

    Hier in Berlin zahlt man 10 Euro im Jahr.

    Für unsere Mini-Stadt-Pfarrbücherei muss ich auch pro Jahr bezahlen. Ist aber immer noch billiger, als wenn ich die Bücher selber kaufe. Vor allem die, die ich dann abbreche.


    Und wenn ich überziehe, müsste ich eigentlich getadelt werden, aber das trauen sie sich nicht.

    :)

    Mein Bruder hat mir heute im Auto eine Frage gestellt und die will ich an alle weitergeben. O:-)

    Wenn du alle Bücher die du schon besitzt und gelesen hast (also nicht der SuB) abgeben müsstest und nur eines davon behalten darfst, welches wäre das?

    Das ist so ähnlich wie die Frage: welches würdest du auf eine einsame Insel mitnehmen?


    Ich würde dieses Buch mitnehmen.

    Nicht, weil ich so religiös bin, sondern weil ich kein anderes Buch kenne, in dem so viele Geschichten erzählt werden und dass so viele Denkanstöße gibt.

    Und wenn dann noch die Stiche von Doré drin sind, hat man auch etwas fürs Auge.

    :)

    Auf jedenfall wahnsinnig informativ, lehrreich und interessant, mit vielen Zahlen und Informationen

    Das hört sich doch sehr gut an. Ich habe hier aus der Sammlung meines Vaters einige Freimaurergläser mit Symbolen; das Winkeldreieck kennt man ja, aber die Bedeutung der anderen Symbole würde mich interessieren. Meinen Vater, der sich hervorragend auskannte, kann ich leider nicht mehr fragen.

    Kapitel 16 Die Zeit der leeren Seiten


    Ganz regelmäßig wechselt der Erzähler das Personal: jetzt sind wir wieder bei Mazzini im September 1981.


    Seine Geschichte verschwindet wie im Nebel. Er beendet sein Reisetagebuch. "Wer seinen Ort gefunden hat, der führt keine Reisetagebücher mehr" (S. 312). Longyearbyen ist also seine neue Heimat, er sucht sogar Arbeit, findet aber keine. Vermutlich war der Kohlebergbau damals schon im Rückgang.


    Hundeschlitten - das ist 1981 nicht mehr üblich.. Die Menschen bewegen sich mit Scootern, und die Fahrt mit Hundeschlitten hat etwas Nostalgisches. Der Einsiedler am Kap Tabor benutzt sie noch als einziger und braucht sie, aber der ist ja auch aus der Zeit gefallen - aber bei den anderen scheint es mir eher ein Hobby zu sein, und man trifft sich im lockeren Club, um sich auszutauschen.


    Mazzini will also stilecht unterwegs sein.


    Und dann ist er weg, mit ihm die Hunde des Ozeanographen. Bei seiner Wirtin in Wien ist er ein Gesprächsthema (der Erzähler beteiligt sich nicht an den Spekulationen - sagt er...) und auch in Longyearbyen wird er zum Gesprächsthema. Er verschwindet einfach. Mehrere Suchen starten, ohne Erfolg.

    Hätte er nicht Bescheid sagen müssen?

    Ist er ein solcher Egomane, dass er nur an sich denkt?


    Übrig bleiben weiße leere Seiten, und er selber ist auch im Eis irgendwo unterwegs oder selber zu Eis geworden - diese Farbsymbolik hat mir gefallen.

    Dieses Buch habe ich angefangen zu lesen in der Erwartung, vieles über das Verhältnis der "Einwanderer" und der indigenen Völker Kanadas zu erfahren. Dieses Thema kocht in Kanada momentan hoch, und zwar zu Recht, aktuell wieder befeuert durch die schrecklichen Funde der vielen vielen Kinderleichen bei Kamloops - ausgerechnet der Stadt, in der der Autor lebt. Ein Autor, der diese Umerziehungsmaßnahmen am eigenen Leibe erlebt und durchlitten hat.


    Dieses Buch ist aber viel viel breiter gelagert. Sicher, die Protagonisten sind indigen, aber das Thema ist ein zutiefst menschliches: Schuld, Verständnis und Verzeihung über die Generationen hinweg.

    Das erzählt Wagamese in einer sehr ruhigen, eher einfach gehaltenen Sprache, mit direkt funkelnden und emotional eindringlichen Beschreibungen (z. B. der Kriegserlebnisse), und wie nebenbei entstehen schöne Beschreibungen der herben und weiten Landschaft British Columbias.

    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

    172. Ein Buch, in dem der Protagonist (m/w/d) über 65 bzw. in Rente ist


    Herr Kato wird in Pension geschickt und "spielt Familie", d. h. er kann gemietet werden und spielt den Liebhaber, den Opa und dergleichen. Ein in Japan übliches Vorgehen :shock: .

    Schließlich gerät Herr Kato ins Grübeln, die Parallelwelten verschieben sich mit seiner Realität - mir hat der kleine Roman sehr gut gefallen!