Beiträge von drawe

    In North-Carolina, versteckt auf dem obersten Dachboden im Haus eines Mitarbeiters der Unterground Railwood.

    Ein Loch im Holzdach ist mein "Kontakt" zur Außenwelt. Ich schaue auf einen Park und beobachte dort das sog. Freitagsfest.


    Die Art der Belustigung der Stadtbevölkerung kann einem Angst machen... Als Leser schwer auszuhalten.

    223. Ein Roman, dessen Schauplatz eine Kolonie ist


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    Manchmal vergisst Betty, dass sie keine Chinesin ist, so selbstverständlich nah ist ihr das Land, dessen Sprache sie seit Kindertagen beherrscht. Diese elementare Liebe zum Fernen Osten verbindet sie tief mit ihrem künftigen Mann Edward Feathers, dem jungen Star unter den Richtern der Krone in Hongkong. Als Betty Edward ewige Treue verspricht, weiß sie intuitiv, dass ihre Ehe kaum auf wilder Leidenschaft gründen wird. Doch sie ahnt nicht, dass sie nur eine Stunde später der Liebe ihres Lebens begegnen wird, Edwards Erzrivalen Terry Veneering … Jane Gardams "Eine treue Frau" ist ein umwerfend kluger, zarter Roman über die Spielarten von Liebe und Begehren.

    dann ist diese Kapitelüberschrift doch nicht verkehrt ? Oder streikt mein Gehirn gerade wegen der Hitze ?

    Nein, meines. Entschuldige... Der Groschen ist gerutscht.


    Trotzdem:

    Ich habe mir das Inhaltsverzeichnis anhand der Fußnoten im Anhang angeschaut; das ist eine beruflich bedingte Marotte von mir. Und da werden die Personalpronomina verwechselt. Beispiel: "Wo sie Unterkunft finden" "Wie Sie sich kleiden". Und das hat mich natürlich irritiert.


    Danke für den Hinweis!

    Dieses Buch zog bei uns ein.


    Und schon im Inhaltsverzeichnis hat es mich gerissen. Ein Beispiel von vielen:


    "Wie Sie sich kleiden"


    Wie bitte? Ich wollte wissen, wie die Menschen der Shakespeare-Zeit sich kleiden und nicht

    wie ICH mich kleide? Das sehe ich doch selber!


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    Die Zeit von Shakespeare und Königin Elisabeth I. gilt als »goldenes Zeitalter«. Aber wie war es eigentlich wirklich, im England des 16. Jahrhunderts zu leben? Wir reisen mit Ian Mortimer zurück und spazieren durch die Straßen Londons. Ein Prediger brüllt seine Botschaft in die Menge aus Kaufleuten und Bettlern, als vor uns zwei Volltrunkene aus der Taverne stolpern und sich beinahe zu Tode prügeln. Denn die damalige Zeit war nicht bloß geprägt durch meisterhafte Lyrik und höfischen Überfluss, auch Krankheiten, Hungersnöte, Gewalt und Sexismus bestimmten den Alltag. In diesem Buch entschlüsselt Ian Mortimer auf seine gewohnt unterhaltsame Art ein Land im Widerspruch zwischen Glanz und Grauen und zeigt uns den Geburtsort der modernen Welt.

    Dieses Buch hat mich überrascht. Es beginnt mit der Verräumung einer Leiche, und ich war schon auf Abbruch programmiert. Es ging aber nicht so makaber weiter, sondern das Buch entfaltet Kapitel für Kapitel einen erstaunlichen psychologischen Tiefgang. Dabei lenkt die Autorin bzw. die Ich-Erzählerin die Gefühle des Lesers, der zwischen Unverständnis und Mitleid hin- und herschwankt.


    Was mir besonders gut gefallen hat und was mir immer wichtiger wird: hier wird nichts zerredet. Die Kapitel sind sehr kurz, immer wieder werden Rückblenden eingestreut, und ich als Leser baue mir nun selbst ein Bild zusammen aus dem, was mir die Ich-Erzählerin anbietet. Und so erkennt man allmählich die Traumatisierung der beiden so ungleichen Schwestern in einer streng patriarchalischen Kultur (Nigeria).

    Die indirekt zu erschließenden Informationen über das Leben in Lagos haben auch nicht geschadet.

    Und das alles in einer äußerst reduzierten Sprache, in der jedes Wort sitzt.


    Ich finde: ein erstaunliches Debut.

    Mein Lese-Juli


    Ich übe weiter das Abbrechen, bin aber immer noch zu zauderlich...


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    1. Bov Bjerg, Serpentinen.

    Mein Lese-Eindruck hier 

    :love:

    2. Ludwig Hüttl, Max Emanuel. Der Blaue Kurfürst.

    Kein Roman, sondern ein Fachbuch (mit über 1000 Fußnoten), aber spannend zu lesen. Mir hat gut gefallen, dass der Autor auch die Geschichte des kleinen Mannes in den Blick nimmt. Mein Bild vom Kurfürsten Max Emanuel hat sich verändert, ist er doch "von mäßigem Verstande", wie ein Zeitgenosse sagt. Durchdrungen und ohne jeden Zweifel an seiner Bedeutung hatte er nur eines im Sinn: Machterweiterung und Machterhöhung. Die Folge: ein bankrottes Land.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    3. Jon Kalman Stefansson, Astas Geschichte.

    Zeitsprünge, verschiedene Erzähler, nicht immer leicht zu lesen, aber eine dicht gewebte Geschichte.


    4. Jane Gardam, Bell und Harry.

    Die episodenhaft erzählte Geschichte einer Freundschaft, humorvoll und verhalten, still und heiter, etwas unterkühlt erzählt. Das Ende war mir allerdings zu idyllisierend. Trotzdem: ein wunderschönes Buch.


    5. Benjamin Myers, Offene See.

    Wunderbare Naturbeschreibungen (wer sowas mag), der Erzähler geht teilweise in der Natur auf. Aus der Rückschau erzählt.


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    6. Anne Griffin, Ein Leben und eine Nacht.

    Mein Leseeindruck :arrow: hier


    7. Leonhard Frank, Karl und Anna.

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    8. Sandor Marai, Die Nacht vor der Scheidung.

    Ein psychologisch durchgearbeiteter Roman, der am Vorabend des I. Weltkrieges spielt und noch einmal eine Welt heraufbeschwört, die untergehen wird.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    9. Andrea Camilleri, Das Bild der Pyramide.

    Baumafia und Preisabsprachen, Korruption wie immer, recht wirr.



    :bewertung1von5::bewertung1von5:

    10. Patricia Highsmith, Unbefleckte Empfängnis.

    11. diess., Der Schatz.

    12. diess., Verwunschene Fenster.

    13. diess., Blumen für Louisa.


    Sind das Übungen zum Kreativen Schreiben? Für Psychogramme, Personencharakteristiken, zu Bewegungsabläufen? Dann sind sie gut gelungen, aber als Erzählung bisschen fad.


    14. Mary Higgins Clark, Und niemand soll dich finden.

    Völlig unglaubwürdiges Motiv des Bösewichts, zu häufig unklar gezeichnete Figuren.


    :bewertung1von5::bewertungHalb:

    15. Martha Grimes, Mordserfolg.

    Ein Krimi im Verlagsgeschäft. Ich fand ihn nur langweilig, daher Abbruch.


    :bewertung1von5:

    16. Anne Gesthuysen, Mädelsabend.

    Das Dahingeplätschere gefiel mir nicht, kein Biss, kein eigentliches Thema.

    Abbruch


    17. Mary Higgins Clark, Ausgetrickst.

    18. dies., Lady Spürnase.

    19. dies., Einmal Millionär sein.

    Alberne Erzählungen, Personen teils widersprüchlich charakterisiert, aber dafür immer flach.


    :bewertungHalb:

    20. Renate Bergmann, Dann bleiben wir eben zu Hause.

    Abbruch nach der Hälfte.

    "Korrekturen" von Jonathan Franzen hatte mir sehr gut gefallen, und drum war ich gespannt auf "Unschuld", das ich mir als ungekürztes Hörbuch ausgeliehen habe.

    Das war kein schönes Hörerlebnis, und an den guten Sprechern liegt es wirklich nicht. Ich habe mir Dialoge über Hausbesetzer-Szenarien angehört, über neurotische Erben, merkwürdige Welt-Rettungs-Gesellschaften, dazu eine abstruse Persönlichkeit nach der anderen, unglaubwürdige Handlungselemente, immer bisschen garniert mit Sex. Na gut. Wenigstens bin ich da nicht eingeschlafen.

    Aber dauernd hatte ich das unangenehme Gefühl, dass das Buch einfach TOLL sein muss, ich aber leider zu blöde dafür bin.

    Nach der ersten CD habe ich beschlossen, mich zu meiner Blödheit zu bekennen und "OFF" gedrückt.