Beiträge von K.-G. Beck-Ewe

    Eigenzitat aus amazon.de:


    Ein Schnellboot rast über die Themse. An Bord zwei junge, etwas unbedarfte Nerds, die einen lohnenden Nebenjob gefunden haben. Sie verteilen an verschiedenen Abholpunkten am Fluss entlang Päckchen mit einer sehr potenten Form von Gras. Bis sie eines Tages zwei jungen Flußgöttinnen auffallen, die gerne von dem Produkt etwas für den Eigenbedarf abzweigen möchten. Nur leider fällt dies ihrer Tante Bev auf, die noch dazu mit einem Polizisten zusammen ist. Und dem bietet sie etwas davon auf einer ihrer eigenen Parties an.


    Und auf Detective Peter Grant hat dieser Stoff eine ganz eigene Wirkung. Anscheinend ist er mit einem Zauber behaftet, der bei Peter eine Art Übertragungsreaktion auslöst – und ein großes Interesse im Folly daran hervorruft, wo dieses Gras hergekommen sein könnte – und wie es so „zauberhaft“ geworden ist.


    Und so wird – mit Hilfe einer jungen Koboldfrau – in der Drogenwelt zwischen der Demi-Monde und der Welt der „normalen“ Menschen ermittelt, wobei die Sache größtenteils sehr unaufgeregt, aber trotzdem immer interessant abläuft.


    Auch hier gibt es wieder ein paar nette Abschluss-Kürzstgeschichten. Wie immer lohnend.

    Klappentext:


    Eine Frage der Gerechtigkeit


    Zwei Eheleute verunglücken - zur selben Zeit, doch auf unterschiedliche Weise: Sie stürzt von der Leiter, er rammt mit seinem Auto einen Baum. Das kann kein Zufall sein! Die Ermittlungen führen das Weseler K1 um Chefin Karin Krafft vom Niederrhein bis ins Steuerparadies Niederlande. Doch damit nicht genug: Das Team steht vor einer Zerreißprobe, denn Gero von Aha verliebt sich. In eine Mörderin. Oder ist sie auch ein Opfer?


    Eigene Beurteilung(Eigenzitat aus amazon.de:


    Ein Mann hört auf der Freisprechanlage seines Autos, dass seine Frau nach einem häuslichen Unfall schwer verletzt im Krankenhaus liegt – und verliert fast im gleichen Moment die Kontrolle über seinen Wagen und rast ungebremst gegen einen am Straßenrand stehenden Baum. Der Wagen ist kein Totalschaden, sondern nachgerade vernichtet und der Fahrer ist tot.


    Schnell stellen die Feuerwehr und der Rettungsdienst fest, dass es sich bei dem Unglück nicht um einen Unfall gehandelt haben kann. Der Wagen ist absolut ungebremst, schnurgerade auf den Baum zugefahren und die aktiven Sicherheitssysteme, wie etwa die Airbags haben nicht funktioniert. Es sieht so aus, als ob jemand den Bordcomputer des Wagens gehackt hat. Deswegen wird die gerade in ihre neuen Räume gezogene K1 der Weseler Polizei von der Einweihungsfeier abgerufen um sich die Sache anzusehen. Und da es sich bei dem Getöteten um Dieter Pahlen, einem der größten Möbelmogule Nordrhein-Westfalens gehandelt hat, ist auch die Staatsanwaltschaft sofort sehr interessiert.


    Schnell stellt sich heraus, dass nicht nur die Tötung Dieter Pahlens kein Unfall gewesen ist, sondern auch das häusliche Missgeschick seiner Frau scheint auf Fremdeinwirken zurückzugehen. Fieberhaft stürzt sich die K1 in die Ermittlungen. Doch das erweist sich zunächst als sehr schwierig, denn die sehr vermögenden Pahlens lebten nicht nur vergleichsweise bescheiden, nein, sie galten auch als das ideale Ehepaar und Dieter Pahlen in der Geschäftswelt und bei seinen Angestellten geradezu als Heiliger. Motive sind nicht zu erkennen. Das einzige Ungewöhnliche ist, dass ein Versicherungsfall nach einem Einbruch vor etwa einem halben Jahr sehr schnell zur Auszahlung geführt hatte – was bei Kunstdiebstählen sonst eher nicht üblich ist.


    Während dieser Fall schon Karin Kraffts Aufmerksamkeit bindet taucht auf einmal eine sehr attraktive und aufgelöste Frau im Revier auf und verlangt Polizeischutz – ohne allerdings zu erläutern, weswegen sie den benötigt. Als sie empört über Karins fehlende Kooperation das Büro verlässt, stößt sie mit Gero von Aha zusammen – und für den Kommissar beginnt eine emotionale Berg-und-Talfahrt, die seinen momentanen Beziehungsstatus – und auch seinen Job – in Gefahr bringt.


    Familiendramen, Steuermauscheleien und andere spannende Dinge unterhalten uns in diesem Roman, der uns nicht nur durch den schönen Niederrhein, sondern auch in die Niederlande führt. Hat wieder einmal Spaß gemacht.

    Klappentext:


    Geister, Voodoo und Magie


    Eigentlich hatte Kommissar Busboom einen ruhigen Familienurlaub auf seiner Lieblingsinsel geplant. Doch das Verbrechen schläft nie - eine blutverschmierte Mauer und entführtes Federvieh geben ihm Rätsel auf. Und die Gerüchteküche brodelt: Hat Madame Jasmion, die geheimnisvolle Besitzerin des neu eröffneten Fachgeschäfts für Magie, ihre Finger im Spiel? Als Busbooms Tochter Hanni in den Bann des Okkulten gerät, muss Busboom eingreifen. Kann er Hanni vor den dunklen Mächten retten?


    Eigene Beurteilung(Eigenzitat aus amazon.de):


    Der durchschnittliche regelmäßige Borkumurlauber kennt die meisten Läden im Hauptdorf ziemlich gut und er weiß nach einiger Zeit auch, dass manche Geschäfte nur eine Lebensdauer von ein oder zwei Saisons haben können. Das ist ein Schicksal, das viele Besucher und Insulaner auch dem „Fachgeschäft für Magie“ vorhersagen, das nicht nur allerlei Hexerei- und Wahrsageartikel verkauft, sondern auch Handlesen, Kartenlegen und andere Formen der Vorhersagen anbietet – und sogar Seminare dafür abhält. Madame Jasmin, die Inhaberin des Geschäfts hat sich den sehr zigeunerhaft aussehenden Vittorio Garanca in den Laden geholt, wohl wissend, dass sein hessischer Akzent eher auf eine etwas weniger geheimnisumwitterte Herkunft schließen lässt.


    Neben der Arbeit im „Hokuspokusladen“, wie ihn einige Leute despektierlich nennen, arbeitet Vittorio auch noch an den Geisterführungen Olaf Kerns mit. Mit allerlei Bühnentricks reichert er die Führungen durch die dunklen Straßen und Ecken Borkums mit einigen Special Effects an.


    Auch Hanni Busboom, die Tochter des Kommissars Focko Busmoom ist dieses Jahr mit der Familie auf der Insel und nimmt an einer dieser Geisterwanderungen teil, wobei ihre scharfen Augen den „Mann im Hintergrund“ durchaus bemerken und das bringt sie dazu, ihm nachzuspüren – wodurch sie schließlich selbst im „Fachgeschäft für Magie“ landet. Und das übt dann einen ganz eigenen Zauber auf sie aus.


    Focko, der in diesem neuen Interesse eine ungesunde Kompensation für Hannis frisch zerbrochene Beziehung sieht, beginnt – obwohl im Urlaub – gleichfalls den Laden näher unter die Lupe zu nehmen. Und auch die Inselpolizei beginnt sich langsam für das neue Gewerbe zu interessieren, denn nicht nur erhält ein Insulaner einen blutverschmierten „Medizinbeutel“, wie er im Voodoo gebräuchlich sein soll, sondern es verschwinden auch noch einige Hühner und ein Hahn, was für Borkum nun nicht wirklich ein allzu typisches Verbrechen ist. Zumindest nicht zu dieser Zeit des Jahres.


    Der Inselpolizist Bernhard Kutschbauer wird auch noch persönlich mit dem Geschäft konfrontiert, denn seine exzentrische 75 Jahre alte Tante Dini und ihre Mitbewohnerin Maria beginne sich auch für das neuen Geschäft zu interessieren und bringen Vittorio sogar auf eine ganz neue Geschäftsidee. Und kurz danach wird bei den beiden alten Damen eingebrochen.


    Werden bei Voodoo-Ritualen die gestohlenen Federträger ihr Ende finden? Werden die Geister verstorbener Seemänner anfangen die Menschen – insbesondere die wertvollen Touristen – heimzusuchen und so den Ruf Borkums nachträglich schädigen.


    Eine personaldichte, amüsante – und eher harmlose – Erzählung, so wie ein ‚normaler‘ Urlaub auf Borkum sich gerne mal gestalten mag. Eine gemütliche Winterkrimi-Erzählung für die Wartezeiten vor Familienfesten und die Zeit zwischen den Jahren. :)

    Eigenzitat aus amazon.de:


    Und wieder hat BigFinish drei Kapitel der Gallifrey-Saga in eine Box gepackt.


    Extermination (Scott Hancock)


    Durch die Zeitachse ist eine neue Bedrohung in das andersdimensionäre Gallifrey gekommen. Die Daleks haben sich dieser Kreuzung zwischen den Dimensionen bemächtigt und sind nun auf dem Gallifrey gelandet, das bisher noch nicht die Möglichkeit der Zeitreise entwickelt hat. Romana, Leela und Narvin haben alle Hände voll zu tun, sich gegen die neuerliche Bedrohung zur Wehr zu setzen – und diese überhaupt erst den anderen Gallifreyern bewusst zu machen, denn die halten die Daleks zunächst für wesentlich harmloser, als diese tatsächlich sind. Und so kommt es zu einer entscheidenden Auseinandersetzung zwischen der weniger mächtigen Regeneratoren, den drei Besuchern und dem Vorauskommando der Daleks, die sich freuen gleich mehrere Universen zur Eroberung zur Verfügung zu haben.


    Dalekfolgen sind natürlich immer spannend und mal eine Dalekgeschichte ohn den Doctor zu haben ist auch eine interessante Abwechslung. Natürlich liest Nicolas Briggs wieder die Daleks, so dass man sich da nicht umgewöhnen muss und auch die anderen Sprecherinnen und Sprecher werden ihrer Sache mehr als gerecht.


    Renaissance (James Goss)


    Das Zuhause, zu dem man nach längerer Abwesenheit zurückkehrt ist nicht notwendigerweise das, das man zuvor verlassen hat. Und so findet sich Romana, die aus irgendeinem Grund beim Übergang von ihren beiden Begleitern getrennt worden ist, auf der Oberfläche eines verwüsteten Gallifreys wieder, wo sie jemand ganz überraschendes erwartet. Und zusammen mit dieser Person muss sie nicht nur Gallifrey retten, sondern die Zeit selbst. Doch das fordert ihr einige Kompromisse zu grundsätzlichen Regeln der Zeitreise ab, die sie ihren Freunden dann relativ schwer schmackhaft machen kann.


    Doch zwei Ramonas sind wohl eine zu viel und die Loyalitäten Leelas und Narvins werden mal wieder auf die Probe gestellt, denn die „neuere“ Ramona verfolgt ihre ganz eigenen Ziele, die nicht unbedingt das Wohlgefallen ihres jüngeren Selbsts finden.


    Eine ziemlich dichte Erzählung, bei der man genau aufpassen muss um die Nuancen nicht zu verpassen.


    Ascension (Justin Richards)


    Mit diesem Kapitel endet die lange Erzählung über Gallifeys Kämpfe und Streitigkeiten in mehreren Dimensionen und dabei wird Einiges aus den Beginnen, das vielleicht in Vergessenheit geraten war wieder aufgerufen. Denn auf Gallifrey ist bei Weitem nicht alles so, wie es sich bisher dargestellt hat und so findet sich Romana in einer Welt wieder, deren Existenz sie noch nicht einmal hat vorher ahnen können – und deren Existenz für die weitere Existenz der Gallifreyer essentiell ist.


    Das scheint zunächst nach einer sehr gradlinigen Lösung zu rufen – bis sich herausstellt, das alle Schwierigkeiten, wie die Free-Timer, die unterschiedlichen Virenepidemien, die Unruhen und Aufstände letztendlich. Sehr überraschend – und eventuell für die Gegner bestimmter klassischer Erzählkniffe eher enttäuschend.


    Damit ist die Gallifrey-Erzählung in ihrem (vorläufigen) Abschluss ein wenig zwiespältig zu betrachten, auch wenn das Vorhergehende und auch die aktuelle sprecherische und aurale Umsetzung wieder einmal überzeugen kann.


    Die Extras erzählen von der Produktionsgeschichte der gesamten Erzählung und rufen so noch einmal die gesamte Vorgeschichte dieser letzten drei Kapitel auf, was sicherlich für den ein oder anderen Zuhörer vorteilhaft sein mag.

    Insgesamt großes Ohrenkino mit viel Aktualitätsbezug. :musik:

    Eigenzitat aus amazon.de:


    Auf Pyrrus geht der Kampf der wenigen verbleibenden Stadtbewohner gegen die Flora und Fauna erbittert weiter und selbst Panzerglasscheiben können die Insekten nicht mehr draußen halten. Da die Pyrraner in ihrer Sturheit nicht davon zu überzeugen sind, die Stadt zu verlassen und ihren Hass auf die Angreifer zu kontrollieren, beschließt Jason dinAlt einen anderen Ausweg zu finden. Und der scheint auf dem Planeten Felicity zu liegen, wo seit einigen Generationen Menschen hausen, die wie verfeindete mongolische Horden durch die Gegend ziehen, sich gegenseitig massakrieren und/oder unterwerfen und jeden Besucher von anderen Planeten in Grund und Boden stampfen. Eigentlich genau die richtige Herausforderung für die ständig kampfbereiten, stoischen Pyrraner. Zumal es auf Felicity wichtige Bodenschätze geben soll, die man sich zu Eigen machen könnte.


    Eine kleine Expeditionsgruppe – unter anderem mit Kerk und un Meta – macht sich auf den Weg nach Felicity und nach einigem Hin und Her schaffen sie es sich als in einen der größten Heerverbände einzuschleusen. Dieser ist aus mehreren Stämmen zusammengesetzt, denn ihr Anführer - Temuchi – versucht alle Stämme unter seinem Banner zu vereinen – genau wie sein historischer Namenspatron, der später unter dem Namen Dschingis Khan bekannt werden sollte.


    Wie eine Art Marco Polo gelingt es Jason, sich in die misstrauische Gunst Temuchis einzuschmeicheln – besonders, als dieser feststellt, dass sich Jason unter anderem mit Schießpulver und Bombenbau auskennt. Doch der eigentliche Plan Jasons reicht viel weiter und so verleitet er die Pyrraner zu einem überaus gefährlichen Spiel, bei dem es im wahrsten Sinne des Wortes um Alles oder Nichts geht. Und gerade ihm scheint das Nichts immer näher zu rücken.


    Nach dem Kampf gegen die Natur in Band 1 und gegen die Sklaverei in Band 2 geht es hier also um den Kampf gegen kriegerische Traditionen, die ein Volk in einer Dauerauseinandersetzung halten und so eine Weiterentwicklung verhindern – ja, sogar zu einer Regression führen, wie man sie zuvor schon auf den anderen beiden „Todeswelten“ hatte beobachten können.


    Im Zusammenhang mit der Kampffähigkeit der Felicitier musste ich an einer Stelle stutzen. Die zuvor mit Lanzen zu Fuß und vom Pferd aus kämpfenden Krieger treffen auf einen Mann mit einem Langstock und kommen damit nicht zurecht. Und das, wo der Langstock in den meisten System die Eingangswaffe für den Speer- bzw. Lanzenkampf ist. Das erscheint schon ein wenig seltsam – doch man erwartet von SF-Schriftstellern nicht unbedingt allzuviel Wissen über historische Kampfausbildungen.


    Daneben könnte man auch noch die etwas flache Zeichnung der begleitenden Pyrraner kritisieren. Insbesondere Jasons ‚Love Interest‘ Meta ist nur sehr grob und oberflächlich gezeichnet. Aber hey, es ist ein frühes Werk des Autoren und als solches ziemlich beeindruckend. :thumleft::study:

    Klappentext:


    >Da gehen Menschen zugrunde, und

    niemand will es sehen oder hören. Aber

    alle wollen billiges Fleisch auf dem Teller

    haben. Wie der Preis zustande kommt ...

    das interessiert keine Sau. <


    In Braunschweig werden zwei Männer erschossen. Mitglieder eines Familienclans, der über ein Imperium von Leiharbeitsfirmen herrscht. Über dubiose Scheinfirmen werden Sinti und Roma als Arbeiter an Schlachthöfe, Gebäudereinigungen und als Hilfen auf dem Bau vermietet. Haben die ausgebeuteten Menschen das Recht in die eigene Hand genommen?, oder sucht eine konkurrierende Familie nach neuen Geschäftsfeldern? Frauke Dobermann und ihr Team vom LKA Hannover stoßen in ein Wespennest ...


    Eigene Beurteilung:


    Tja, Putensenf ist in Rente und so benötigt Frauke Dobermanns Team einen neuen "Mitspieler" und dieser kommt in der Gestalt der mächtigen, kettenrauchenden und männermordenden Beate Boss von der Sitte - auch als Titten-Barbie bekannt. Und ist Frauke auf Anhieb unsympathisch.


    Doch eigentlich ist für einen Zickenkrieg nicht sonderlich viel Zeit, denn ein Doppelmord auf einer offenen - wenn auch sehr regnerischen - Straße setzt das Hannover Team in Gang, denn der designierte "Thronfolger" eines Familieclans, der sein Geld in erster Linie mit fragwürdigen - und teils menschenunwürdigen - Leiharbeitsverhältnissen verdient, ist eines der Opfer. Das andere ist sein Cousin.


    Der rumänienstämmige Clanchef zeigt sich bei den Ermittlungen vergleichsweise unkooperativ, wohl auch, um seine verschiedenen halblegalen Geschäfte zu schützen - und dann mischt sich auch noch eine libanesische Bande aus dem Braunschweiger Rotlichtmilieu ein.


    Wieder ein interessantes und bewegendes Thema, wobei diesmal die gewohnten Exkurse in der Regel story-relevant bleiben und an der gegebenen Stelle auch zur Szene beitragen. Der Subplot über den Konflikt Boss-Dobermann wirkt allerdings ein wenig gekünstelt. Insgesamt gut lesbar.