Beiträge von K.-G. Beck-Ewe

    Eigenzitat aus amazon.de:


    In naher Zukunft haben die Algorithmen und ihre Schöpfer so ziemlich die Alleinherrschaft in Zentraleuropa übernommen, das nun Qualityland heißt, weil es einfach positiver ist und nicht die historische Last eines andersnamigen Nationalstaaats trägt. Nun steht bald eine Wahl ins Haus, bei der erstmals ein Androide mit auf den Wahlzetteln auftaucht, der mit seiner emotionslosen Betrachtung Qualitylands einige Verbesserungsmöglichkeiten sieht - wie auch Peter Arbeitsloser, der in diesem System ganz unten lebende AI-Verschrotter, der mit seiner errechneten Stellung in der Gesellschaft in keinster Weise zufrieden ist. Als er von the Shop, dem mittlerweile einzigen Online-Händler, einen rosafarbenen Delphinvibrator bekommt ist für ihn das Maß voll und er beginnt sich aufzulehnen - unterstützt von einer rebellischen jungen Frau und einem älteren Herrn - Frahrenheit lässt grüßen - uund einigen defekten AIs, die er vor der Schrottpresse gerettet hat - eine davon erinnert fatal an eine andere wichitge Figur in Klings Komödienrepertoire.


    Echokammern, Fake News, ein Hitlermusical und viele andere Dingen lassen einem beim Hören dieser Geschichte immer wieder stutzen – und es taucht auch ein alter Bekannter aus den Känguru-Chroniken wieder auf, der aber nun eine ganz neue Gestalt angenommen hat – aber beileibe keinen neuen Charakter.


    Wenn man der aktuellen Diskussion über neue Medien und ihre Auswirkungen folgt – und zwar sowohl dem Inhalt dieser Diskussion, wie auch ihrem Verlauf, dann hört man hier sehr viele Dinge die erschreckend plausibel erscheinen, einfach, weil sie nur ziemlich wahrscheinliche Extrapolationen aktueller Trends sind. Anspielungsreich, voller Popkulturzitaten und mit einigen einprägsamen Running Gags demonstriert uns Marc-Uwe Kling hier eine mögliche Zukunft, die überaus erschreckend ist – auch wenn er dies in einer Art und Weise tut, die einen vor Lachen laut brüllen lässt.


    Zumindest ist das bei den Zuhörerinnen und Zuhörern dieser Hörbuchversion so - und damit meine ich genauso sein Live-Publikum bei der Aufnahme, wie auch die beiden Reisenden, die diese spezielle Ausgabe beim Autofahren gehört haben.

    Nochmals (3):

    Ich habe mal in dem obigen Beitrag die ISBN in die Maske eingegeben und das dadurch überflüssig gewordene Link gelöscht. Insgesamt ist dieser Beitrag ziemlich dünn. Hier kannst Du sehen, wie man ihn ein wenig weniger nichtssagend gestalten könnte.

    Nochmals (2):

    Ich habe mal in dem obigen Beitrag die ISBN in die Maske eingegeben und das dadurch überflüssig gewordene Link gelöscht. Insgesamt ist dieser Beitrag ziemlich dünn. Hier kannst Du sehen, wie man ihn ein wenig weniger nichtssagend gestalten könnte.

    Eigenzitat aus amazon.de:


    Nun ist es also so weit. Loki hat seine Kräfte und seine Verbündeten aus verschiedenen Pantheons versammelt um nicht nur ein räumliche begrenztes Ragnarök im skandinavischen Raum einzuläuten, sondern um die gesamte Welt mit Feuer zu überziehen. Durch die Morrigan in einem Traum in einer der Kurzgeschichten in „Besieged“ gewarnt hat Atticus Oberon in seinem Haus in Oregon in Sicherheit gebracht, wo der Irische Wolfshund zusammen mit dem kleinen Starbucks auf die Geburt seiner Welpen warten soll, während sein Herr alleine in den Kampf zieht.


    Doch zunächst muss er Flidias und Brighid miteinander versöhnen, damit die Fae mit vereinten Kräften unter einer Fahne zusammen mit den Kräften des Guten in die Schlacht ziehen können – was von beiden Frauen gewisse Opfer verlangt.


    In Warschau hat Granuaile mittlerweile das „Vampirproblem“ nachhaltig gelöst und stünde eigentlich frei um Atticus zur entscheidenden Schlacht nach Schweden zu begleiten, doch da erhält sie einen Ruf des Elementars von Taiwan, der sie dringend um Hilfe bittet. Zügig bricht die junge Druidin auf um in einer kleinen Teeküche Sun Wukong, den Affenkönig zu treffen, der ihre Hilfe im Kampf gegen die acht Höllenfürsten benötigt, die durch einen nahegelegenen Berg mit ihren Heerscharen in die Welt der Menschen einfallen. Doch bevor sie in diesen Kampf eingreifen kann muss Granuaile in den Augen des „Siegreichen Buddhas“ noch eine Menge lernen – unter anderem in Bezug auf den Umgang mit dem Stock im Kampf.


    Der Erzdruide Owen wird ebenfalls durch Elementare von seiner humanitären Arbeit auf Tasmanien abgezogen um erst in Peru und dann in Polen zusammen mit dem dort lebenden Hexenkonvent gegen die jeweiligen Mächte der Unterwelt zu kämpfen, die dort ihren Weg in die Welt gefunden haben um Lokis Ziele entweder zu unterstützen oder sich das von ihm geschaffene Chaos zunutze zu machen. Auf dieser Reise lernt er in Peru ein Wesen kennen, das dem alten Druiden aus der Vergangenheit zunächst Rätsel aufgibt und dann eine Menge Freude bereitet – ein Drei-Finger-Faultier namens Slomo. Diese Begegnung lässt ihn die Größe und Vielfältigkeit der Welt in einer Art und Weise erkennen, die ihm bis dahin nicht möglich gewesen ist.


    Aber alles – alles – steuert natürlich auf die große Auseinandersetzung in Schweden zu und dafür muss Atticus erst noch einige Vorbereitungen treffen, bevor er sich dann auf ein Schlachtfeld begibt, auf dem er sich sehr isoliert fühlt, denn viele seiner Mitstreiter – die Fae, die Asen, die römischen und die griechischen Götterwelten – haben noch offene Rechnungen mit ihm. Und sie scheinen entschlossen zu sein, diese nach der Schlacht einzutreiben.


    Noch mal bietet Hearne eine Erzählung mit Komplexität, Spannung und philosophischen Tiefgang – und voller Humor – um die Erzählungen um den Erzdruiden abzuschließen. Und es fühlt sich wie ein richtiger Abschluss an – mit der Option von Spin-Offs um Granuaile und Owen, aus deren Perspektiven auch wieder Teile dieses Romans erzählt werden. Ein gelungenes Ende einer wunderbaren Erzählung. :thumleft:

    Im Herbst oder nächstes Jahr möchte ich aber auf alle Fälle in den Park von Werner Freund in Merzig. Warst Du dort schon mal ?

    Bin da schon ein paar mal gewesen - und habe den Park auch eine Zeit lang gefördert, wodurch ich ein paar mal mit Werner Freund Kontakt gehabt habe. Es ist KEIN Forschungspark - jedenfalls nicht nach heutigen Begriffen der Forschung, aber Werner war ja auch nicht wirklich ein Wissenschafler, sondern eben ein Mensch mit einer gewissen Leidenschaft.


    Seit meinem ersten Besuch hat vor nun auch bald 30 Jahren sich das Gelände sehr vergrößert und ist viel stärker in die Infrastruktur der Stadt eingbunden.


    Mmh, ich müsste auf jeden Fall mal wieder da hin. Bad Mergentheim merke ich mir mal vor.

    Eigenzitat aus amazon.de:


    Ähnlich wie das Hogarth-Shakespeare-Projekt hat auch die BBC sich vor Kurzem daran gemacht, Klassiker der Literatur in modernisierte Fassungen zu setzen – mit Hilfe gut etablierter Autorinnen und Autoren. H.G. Wells hat den zugrunde liegenden Roman im Jahr 1933 geschrieben um damit mögliche Entwicklungen von dem Zeitpunkt an der er schrieb bis in das Jahr 2106 zu extrapolieren. Philip Raven, ein Diplomat träumt von einem Geschichtsbuch aus der Zukunft und schreibt diese Träume in einer sehr trockenen, schulbuchartigen Art und Weise auf.


    2016 ist ein ziemlich großer Teil der hier vorhergesagten Zeit bereits verstrichen und so ist eine Um-setzung als eine Art „Geschichte der Zukunft“ heutzutage eher unpassend. Und biete sich für ein Hörbuch auch nicht wirklich an. Guy Adams lässt den UN-Diplomaten am Vorabend einer Konferenz zu Syrien und anderen brennenden Problemen auf eine junge Frau treffen, die ihn auf eine irrsinnige Reise mitnimmt – zunächst in eine Vergangenheit, in der auf einem polnischen Bahnhof im Jahr 1940 wegen eines Missverständnisses der Zweite Weltkrieg beginnt. Und dieser entwickelt sich deutlich anders, als ihn Dr. Raven aus seinen eigenen Geschichtsbüchern kennt. Was ihn immer wieder verwirrt.


    Jane, wie sich die junge Frau nennt, kommt aus einer parallelen Zeitlinie, von der sie behauptet, dass sie die „richtige“ Zeitlinie ist und Ravens – und damit unsere – ist eine Abweichung davon, die sich in der Hierarchie der konkurrierenden Zeitlinien immer mehr in eine dominante Stellung schiebt. Sie möchte Dr. Raven dazu bringen, auf der kommenden Konferenz etwas drastisches zu tun, um „unsere“ Zeitlinie so zu „korrigieren“, dass die ihr bekannte utopische Zukunft, in der wirklich jeder glücklich zu sein scheint, zustande kommen kann. Dafür führt sie ihn durch den Weg, den ihre Zivilisation durch 100 Jahre genommen hat, der voller Grauen und Schrecken gewesen ist, bevor die von ihr gelebte Utopie erreicht worden ist.

    Die Darstellung der alternativen Geschichte bis zu einer religionsfreien und friedlichen Zukunft ohne Nationen und ohne Hunger ist interessant und von erfreulicher Komplexität. Leider hängt die Geschichte – wie so viele Dimensions- und Zeitreisegeschichten – in Bezug der Logik der temporalen Dynamik und damit speziell in Bezug auf Janes Motivation. Und es ist erstaunlich, dass Dr. Raven dies nicht durchschaut.


    Doch das ist erst in den letzten zehn Minuten der zwei Stunden problematisch – die bis dahin gezeigte alternative Geschichte und der daraus entstehenden utopischen Zukunftsgesellschaft ist auf jeden Fall das Hören wert. :musik:

    EIgenzitat aus amazon.de


    “Das schottische Spiel“, das angeblich mit einem Fluch belegt ist, ist vielen ehemaligen Schülerinnen und Schülern bekannt, weil es das kürzeste der Shakespeare-Stücke ist und es darum gerne von Lehrkräften für den Unterricht verwendet wird. Die Geschichte um den schottischen Adligen, der auf Grund einer Prophezeiung dreier Hexen plötzlich Ambitionen entwickelt und – auch angestachelt von seiner Frau – alle tötet, die in der Herrschaftsfolge vor ihm stehen um König zu werden hat viele Generationen mit Shakespeare vertraut gemacht.


    Jo Nesbo hat nun diesen kürzeste Drama genommen und die bisher längste Adaption an moderne Zeiten geschrieben, die bisher im Hogarth-Shakespeare-Projekt veröffentlicht worden ist. In ihr ist Macbeth – kurz Mac für seine Freunde – der Kommandant einer SWAT-Einheit in einer herunterge-kommenen Industriestadt, die lange von einer korrupten Stadtregierung gesteuert worden ist – in Zusammenarbeit mit der „unsichtbaren Hand“ von Hecate, einem überaus gerissenen Gangsterboss. Polizeichef Duncan, sehr geschätzt von Macbeth, hat sich entschlossen nachdem er von seinem korrupten Vorgänger übernommen hat, die Stadt – und die Polizei – von Korruption zu reinigen.


    Nach einer missglückten Razzia von Duff, Macs alten Freund aus dem Waisenhaus, kann Macbeth mit seinen Leuten den ambitionierten Polizisten und seine wenigen Begleiter retten und eine große Ladung Drogen landet in einem Fluss. Als Reaktion darauf bekommt Macbeth die Leitung einer wichtigen neuen Abteilung auf die eigentlich Duff mit seiner Aktion gesetzt hatte. Bevor er selbst von dieser Position hören kann, wird sie ihm allerdings durch Mitarbeiter Hecates vorhergesagt – was ihn empfänglich für andere Vorhersagen des Verbrecherbosses macht. Und Lady, die Kasinobesitzerin, mit der Macbeth zusammenlebt – in einem Kasino namens Inverness – treibt ihn immer weiter an, da auch sie die Vorzüge der Macht allzu gut kennt. Und die Gefahr der Machtlosigkeit.


    Anders als in Shakespeares Stück bekommen wir hier zu allen Charakteren eine Menge biographi-schen Hintergrund und stellen fest, dass jeder und jede von ihnen ihren eigenen Ambitionen folgen und sehr gut darin sind, ihre Handlungen immer wieder vor sich selbst und vor anderen zu rationalisieren. Anders als im Stück gibt es in diesem überaus düsteren und mystisch durchsetzten Thriller keinen „weißen“ Ritter. Selbst die „Heldinnen und Helden“ haben überaus dunkle Punkt ein ihren respektiven Vergangenheiten oder in ihren Motivationen – und sie benötigen zum Teil ziemlich lange, um dies vor sich selbst zuzugeben. Was sie zu genauso diskutierbaren Charakteren macht, wie sie für Schülerinnen und Schüler Macbeth und seine Lady schon seit Generationen gewesen sind.


    Ein anspielungsreicher, spannender und überaus düsterer Thriller voller sprachlicher Schönheit und Wucht, den ich bestimmt noch einmal irgendwann genießen werde. Dringende Leseempfehlung. :study::study::thumleft:

    Klappentext:


    Deutschtürken unterstützen Erdogan, in Europa geborene Muslime verüben Terroranschläge. Hamed Abdel-Samad prangert fie integrationsverhindernden Elemente der islamischen Kultur an.


    Er rechnet aber auch mit europäischen Integrationslügen ab. Denn wer jahrzehntelang von 'Gastarbeitern' spricht, der verweigert Integrationsangebote - und darf sich nicht über Parallelgesellschaften wundern. Wer allerdings die Augen verschließt vor kulturellen und religiösen Unterschieden, der muss in seinem gut gemeinten Bemühen scheitern, Migranten in die Gesellschaft einzugliedern.


    Hamed Abdel-Samad formuliert einen Forderungskatalog an Politik und Gesellschaft, denn am Thema Integration wird sich die Zukunft Deutschlands entscheiden.


    Eigene Beurteilung/Eigenzitat aus amazon.de:


    "Er rechnet ab"..., das trifft es über weite Teile dieses Buchs. Es handelt sich hierbei nicht um ein Sachbuch im strengsten Sinne, auch wenn es allerlei Informationen zur Immigrationgeschichte Deutschlands seit Mitte des 20. Jahrhunderts enthält. Aber viele Beobachtungen sind durchaus aus persönlichem Erleben gefärbt, denn Abdel-Samad hat seine eigenen Immigrations- und Integrationserfahrungen in Deutschland und in Japan gemacht und kann von da ausgehend zumindest für die 90er Jahre in dem Gebiet, in dem er hätte integriert werden sollen auf eigene Erfahrungen zurückgreifen.


    Es gibt eine Menge Studien und Statistiken zum Thema Migration und Integration und sehr oft sind diese interessengeleitet, was Abdel-Samad ganz richtig kritisiert und weswegen er sich bei seinen Ausführungen in erster Linie auf eigenen Interviews mit Experten und Betroffenen stützt - und auf seine eigenen Überlegungen.


    Nach einer sehr negativen Betrachtung des Status Quo und des Wegs dahin zu Beginn des BUchs geht er auf verschiedene Schwerpunktbereiche ein, wie No-go-Areas in verschiedenen europäischen Ländern, die Kopftuchdebatte, die Einstellung verschiedener Migrantengruppen zur Bildung, die "Generation Allah" und ihre Ursprünge, die Unterschiede zwischen Orient und Okzident und dann noch einmal sehr spezifisch auf die Flüchtlinge, die seit 2015 nach Deutschland gekommen sind.


    Bei all diesen Bereichen werden durchaus interessante Fälle und Anekdoten dargestellt und einige der gegebenen Informationen sind teils überraschend und sicherlich wichtige Beiträge und Ergänzungen zu den laufenden Debatten.


    Am Ende stellt Abdel-Samad eine Art Marshallplan für Deutschland vor und zwei mögliche Zukünfte - positiv und negativ.


    Ich bin nicht mit allen Interpretationen der Wahrnehmungen des Autoren einverstanden - z.B. zur Integrationsleistung der USA - aber es finden sich allerlei Dinge in diesem Buch, die ein weiteres Nachdenken lohnen. Also wieder ein Beitrag zur laufenden Diskussion, der aber für mich ein wenig systematischer hätte ausfallen können (Außerdem wäre ein Index zur besseren Zitierbarkeit angenehm gewesen).

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