Beiträge von Melgarion14

    269. Ein Buch, in dem der Hauptprotagonist an einer Krankheit leidet


    Inhalt:

    Stockholm im Jahr 1793: Ein verstümmeltes Bündel treibt in der schlammigen Stadtkloake. Es sind die Überreste eines Menschen, fast bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Der Ruf nach Gerechtigkeit spornt zwei Ermittler an, diesen grausamen Fund aufzuklären: den Juristen Cecil Winge, genialer als Sherlock Holmes und bei der Stockholmer Polizei für »besondere Verbrechen« zuständig, und Jean Michael Cardell, einen traumatisierten Veteranen mit einem Holzarm. Schon bald finden sie heraus, dass das Opfer mit chirurgischer Präzision gefoltert wurde, doch das ist nur einer von vielen Abgründen, die auf sie warten...


    Cecil Winge hat Tuberkulose.

    Der Autor


    Johann Wolfgang Goethe (ab 1782 von Goethe) wurde am 28.8.1749 in Weimar geboren und gilt als einer der bedeutendsten Schöpfer deutscher Dichtung.
    Er erhielt eine aufwendige Ausbildung, lernte mehrere Sprachen, darunter Latein und italienisch, sowie Zeichnen, Klavier- und Cellospiel, Reiten, Fechten und Tanzen. Außerdem bekam er Unterricht in den Naturwissenschaften und der Religion.
    Dank seines wohlhabenden Vaters plagten ihn während seines Studiums und späteren Lebens keine finanziellen Zwänge.
    Bis 1775 veröffentlichte er mehrere Stücke, darunter Die Leiden des jungen Werther und wurde zum europaweit berühmten Autor.
    Im selben Jahr lud ihn der 18-jährige Herzog Carl August nach Weimar ein, um sich einen großen Geist an die Seite zu stellen (wie es sein Großonkel Friedrich II. mit Voltaire getan hatte).


    Wie kam es zur Italienischen Reise?


    Während seines elfjährigen Weimaraufenthaltes arbeitete Goethe so viel und hart, dass sein künstlerisches Wirken auf der Strecke blieb und er in eine Krise geriet. Die Arbeitsbelastung, seine Ämter, die gesellschaftlichen Zwänge, das alles empfand er als lästig, und seine Doppelexistenz als Künstler und Amtsmensch wurde ihm zu viel.
    Schließlich bat er den Herzog um unbefristeten Urlaub und brach am 3. September 1786 heimlich, ohne Abschied, von Karlsbad, wo er gerade zur Kur weilte, nach Italien auf. Nur sein Sekretär war eingeweiht.

    Früh drei Uhr stahl ich mich aus Karlsbad, weil man mich sonst nicht fortgelassen hätte. So beginnt die Italienische Reise - eine Auszeit, wie man heute so schön sagt - die sich der zu dieser Zeit 37-jährige Goethe für gut anderthalb Jahre gönnte.


    Man könnte fast neidisch werden, denn wer von uns hat nicht schon mal davon geträumt, einfach abzuhauen und nur noch das zu tun, worauf man gerade Lust hat?

    Seine Eindrücke und Erlebnisse hielt er in Tagebüchern fest, die er zwischen 1813 und 1817 überarbeitete und unter dem Titel ‚Italienische Reise‘ herausbrachte.


    Text auf dem Buchrücken


    "Wie sie uns empfangen hat, habe ich keine Worte auszudrücken: mit frischgrünenden Maulbeerbäumen, immergrünendem Oleander, Zitronenhecken etc. In einem öffentlichen Garten stehn weite Beete von Ranunkeln und Anemonen. Die Luft ist mild, warm und wohlriechend, der Wind lau."


    Meine Meinung


    Man kann die It. Reise durchaus als Reiseführer betrachten. Goethe beschreibt Städte, Landschaften und Aussichtspunkte, die man auch heutzutage problemlos wiederfindet. Seine schwärmerische Begeisterung für das Land, das Klima und die Sehenswürdigkeiten machen Lust, seinen Spuren zu folgen und Italien mit seinen Augen zu sehen.

    Vor allem jedoch gibt das Buch einen Einblick in Goethes Persönlichkeit, es verrät vieles über seine Vorlieben und Abneigungen, seine Ansichten und Interessen.


    Der Leser muss sich allerdings damit abfinden, dass Goethe die Tagebücher nicht für den sogenannten Mainstream verfasste, sondern dass sie seine ureigenen Eindrücke und Erinnerungen beinhalten. So schreibt er z.B. seitenweise über Steine, Wolken oder Theateraufführungen. Ob das den Leser interessiert, war ihm sicherlich egal.

    Wie nebenbei erfährt man, wie wissbegierig Goethe war. Wie ein Schwamm scheint er sämtliche Eindrücke aufzusaugen. Ob nun Geologie, Geographie, Kunst oder Kultur, er muss alles sehen, sich mit Gleichgesinnten austauschen und vor allem selbst ausprobieren. Unumwunden gibt er zu, dass er vieles nicht weiß, was für eine gewisse Bescheidenheit spricht.


    Andererseits scheint er ein ziemlicher Egoist gewesen zu sein, der die Leute, die ihm begegnen - ob nun Einheimische oder Fremde - gern als ihm nützlich bezeichnet.
    Goethe beanspruchte die dauerhafte Aufmerksamkeit seiner Begleiter und war der Ansicht, was ihn interessierte, musste auch alle anderen interessieren. Das macht ihn menschlich, auch wenn ich nicht sagen könnte, ob ich ihn nun sympathisch oder eher nervig gefunden hätte.

    Etliche Briefe, die in dem Buch enthalten sind, spiegeln gleichfalls Goethes Egozentrik wider. Zu gern und seitenweise schreibt er, wie sehr ihm der Italienaufenthalt bekommt und wie er allmählich lernt, die reine Kunst (gemeint ist antike Architektur, Malerei und Bildhauerei) zu sehen und zu begreifen. Zwar vermisst er seine Lieben daheim, der Tenor der Briefe ist jedoch ich, ich, ich.

    Fast zum Schluss des Buches kann man sich an Goethes treffenden und witzigen Beschreibungen des Karnevals erfreuen, den er im zweiten Jahr seines Aufenthaltes miterlebte. An dieser Stelle bekommt man einen guten Einblick in das Leben und Treiben der Einheimischen, worüber ansonsten in den Tagebüchern wenig zu lesen ist.


    Fazit:

    Die it. Reise ist kein Buch, das man mal eben so weg liest. Dafür ist es mit seinen 896 Seiten auch ein ziemlicher Backstein. Besser ist es, es sich in kleinen Häppchen vorzunehmen, um den Text zu genießen. Aber Vorsicht: Schachtelsatzalarm!


    Wenn man sich an der - nach heutigem Ermessen - ausufernden, stellenweise geschraubten und verschwurbelten Ausdrucksweise nicht stört, ist die It. Reise ein Werk, das sich zu lesen lohnt.
    Das Buch gibt Einblicke in Goethes Persönlichkeit und verrät einiges über das damalige Italien sowie antike Kunst und Kultur.

    Insgesamt hat mir die It. Reise sehr gut gefallen. Ich empfehle das Buch allen Lesern, die klassische Literatur schätzen und vergebe vier Sterne. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    224. Ein Roman, dessen Schauplatz eine Insel ist


    Inhalt (Amazon):

    14 Jungen aus dem neuseeländischen Internat Chairman bekommen von ihren wohlhabenden Eltern eine Schifffahrt rund um Neuseeland geschenkt. Statt zusammen mit dem Kapitän und seiner Crew zu starten, reißt sich das Schiffsseil vorzeitig los und die Jungen treiben, ohne Begleitung, in einen Sturm.

    Nach einigen Wochen Fahrt über den Pazifik werden sie zu einer einsamen Insel getrieben, auf der sie sich vorerst einrichten. Nachdem eine skrupellose Räuberbande ebenfalls auf der Insel strandet, beginnt ein Kampf ums Überleben.

    Alle drei gelesen?

    Alle drei, und sie lesen sich wirklich gut. Allein die authentischen Begriffe, die der Autor verwendet, haben mir richtig gut gefallen. Auch die Tagesabläufe, die Mahlzeiten usw. werden sehr detailgetreu und - nach meinem Empfinden - historisch korrekt geschildert. Dazu kommt, dass die Bände nicht zu kindlich geschrieben sind. (Ich würde sagen: für Leser ab 12 J.)

    Ich kann die Bücher nur empfehlen. Viel Spaß, wenn du dich irgendwann ranwagst. :winken:

    - 1794 (fesselnder Einstieg, kam insgesamt jedoch nicht an Teil 1 heran) :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:


    - Maigrets Nacht an der Kreuzung ( zu actionlastig, die besondere Atmosphäre der Maigret - Bücher kommt nicht wirklich rüber):bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:


    - Nik auf der Wasserburg ( 1. Teil der 'Nik' - Reihe; Abenteuer eines Jungen im 13. Jh. - interessant, spannend und authentisch) :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    - Nik in dunklen Gängen (2. Teil; sprachlich und historisch ansprechend und lehrreich) :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    - Nik auf gefährlichen Wegen (3. Teil; sehr anspruchsvoll für Kinder, zu abruptes Ende) :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Dank Urlaub Zuhause und teilweise schlechtem Wetter hatte ich im Mai viel Zeit zum Lesen. Vom Abbruch bis zu Fünf Sternen ist alles vertreten.


    Dieter Wellershoff - Der Himmel ist kein Ort  (interessanter Einblick in eine mir unbekannte Gedankenwelt, leider vermochte der nüchterne Schreibstil kaum zu fesseln) :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:


    Steffen Kopetzky - Grand Tour oder die Nacht der großen Complication (witzig und abwechslungsreich, ein Stern Abzug für einige Längen)  :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:


    Günther Bentele - Blutiges Pergament (durch zwei Zeitebenen gibt es hier gleich zwei spannende Abenteuer) :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:


    Paul Torday - Bordeaux (toller erster Abschnitt, doch dann wurde die Story leider immer schwächer) :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:


    Dan Brown - Illuminati (Re-read nach zig Jahren, damals fand ich es toll, heute nur noch so lala, dazu kam der hektische Schreibstil, der mir überhaupt nicht zugesagt hat) :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:


    Mike Joslin - Im Tempel der bösen Geister (Bericht über das Leben und Wirken eines Straßenbauers in Westafrika in den 1930er Jahre; politisch nicht mehr korrekt, aber interessant) :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:


    Dietlof Reiche - Keltenfeuer (spannendes Abenteuer + interessante Geschichtsstunde = lesenswert für Jung und Alt) :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:


    Wolfgang Hohlbein - Hagen von Tronje (überwältigend gut erzählt - mein Highlight des Monats) :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: :thumleft:


    Barbara Wood - Spiel des Schicksals (ein Buch auf Groschenromanniveau - simpler Schreibstil, banale Story, oberflächliche Charaktere) Abbruch :bewertungHalb:


    Wolfgang Hohlbein - Anubis (mieses Lektorat und zähes, langatmiges Geschreibsel, das schon nach kurzer Zeit nur noch nervt) Abbruch :bewertungHalb:


    David Lambkin - Dunkler Jasmin (zu viel Geschwätz, zu wenig Handlung - auf ganzer Linie enttäuschend) :bewertung1von5::bewertungHalb:


    Dan Brown - Sakrileg (siehe 'Illuminati', nur etwas 'ruhiger' erzählt) :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    82. Ein Titel, der mit dem gleichen Buchstaben beginnt wie dein Nickname


    Fast drei Seiten mit 'M' (allein Maigret füllt schon eine Seite) - heute fällt die Auswahl schwer.

    Diesen Zweiteiler habe ich bestimmt schon zehn Mal gelesen, er ist und bleibt mein Lieblingsbuch von Robert Merle. :love: