Wahl der besten Bücher im BücherTreff

Beiträge von anyways

    Der Lebensweg der 53-zig jährigen Rita ist traumatisch und beschwerlich, hat sie von einer aussichtsreichen Schauspielkarriere, über eine Tätigkeit als Krankenschwester bis zur Verkäuferin in einem Supermarkt geführt. Verbittert, jedoch mit noch so einigen verborgenen Lebenswünschen im Kopf packt sie Bananenkarton aus und findet Kokain. Der Anfang vom Ende von Ritas Leben? Denn sie behält den Karton mit 12,5 Kilogramm Heroin, wie sie später anhand ihrer Küchenwaage feststellt, und sie will ihn in Geld umwandeln, denn hier ist ihre letzte Chance auf ein bisschen Glück. Daran glaubt sie ganz fest.



    Eigenwillig in seiner Erzählweise, mehr Kriminalroman als Thriller und doch zieht Bernhard Aichner‘s „Der Fund“ in seinen Bann und lässt nicht mehr los. Geschickte Manipulationen des Autors, die Geschichte einer vom Schicksal gebeutelten Frau, die weder aufgesetzt noch allzu rührselig erzählt wird, machen die Verstorbene zur Sympathieträgerin. Als Leser begeht man ebenso wie die Protagonistin viele Fehler in der Grauzone der Legalität. Einfach weil man ihr ein wenig Glück wünscht.

    Der Aufbau des Romans, besteht zu großen Teilen aus Dialogen von Ermittler und Zeugen sowie Rückblenden und Konstruktionen der Geschehnisse, teils aus Ritas Sicht, teils aus Sicht des Ermittlers. Der stete Wechsel und die kurzen prägnanten Sätze und Kapitel trugen dazu bei, das ich das Buch nicht mehr aus den Händen legen konnte und wollte.

    Ich möchte nicht allzu viel verraten, jedoch ist dieser Thriller mit Abstand der Beste, den ich in den letzten Monaten lesen durfte.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Harry ist rückfällig geworden, wie schon so oft. Sein hart erkämpftes Familienleben mit Rakel und Oleg sind Geschichte, seine Dozentenrolle hat er nach dem Vampiristenfall ebenso verloren wie seinen Ermittlerstatus. Also greift er wieder zur Flasche. Nach einer durchzechten Nacht wacht er jedoch mit blutiger Kleidung auf, zu viel Blut um als kleine Kneipenschlägerei durchzugehen.


    Lieber Jo Nesbø was war das?

    Seit dem ersten Band verschlinge ich die Fälle von Harry Hole, immer in Sorge dass sein Alkoholismus ihn Krankheiten wie Leberzirrhose oder Ösophagusvarizen einbringt. Jedes Mal ist Harry jedoch aufgestanden und hat in einem spannenden, streckenweise komplizierten und actionreichen Fall ermittelt. Das ist hier absolut nicht der Fall. Vielleicht verabschiedet sich Nesbø so langsam von seinem Protagonisten, denn „Messer“ ist nichts weiter als ein schriftstellerisches Medley aus sämtlichen Harry-Hole-Bänden, untermalt von einer wirklich tragischen jedoch völlig unglaubwürdigen Story. Meine Befürchtungen das Harry Hole nach „Durst“ abstürzt haben sich leider vollkommen bestätigt, doch die Art und Weise wie der Autor seinen Helden zum Straucheln bringt ist einfach hanebüchen, denn von Harry’s Intelligenz und seinem brillantem Verstand ist nichts mehr übrig. Er ist ein trauriger Clown der von einer Flasche und von einem Bett ins nächste taumelt. Hier wäre ebenfalls anzumerken , dass die Frauen die Harry in der Zwischenzeit „beglückt“ (er muss sich ja schließlich trösten, nachdem ihn Rakel aus ihm unerfindlichen Gründen rausgeschmissen hat), ihren Verstand auch an den Nagel gehängt haben, denn sie verhalten sich allesamt wie Spätpubertierende die an einer Art Harry-Holle-Virus leiden und die keinerlei Anstalten machen die Konsequenzen ihres Handelns zu erfassen.

    Ich bin von diesem Buch schwer enttäuscht, ich habe die ganze Zeit auf eine spektakuläre Wendung gehofft, denn ansonsten ist schon ziemlich früh klar in welche Richtung die Auflösung geht, auch wenn Nesbø das hinter vielen Rückblenden und Verweisen auf frühere Fälle unnötig in die Länge zieht.


    Fazit: Ein Held strauchelt und sein Schöpfer ebenso.:bewertung1von5::bewertung1von5:

    Mitten am Tag wird die anerkannte Wissenschaftlerin Michelle Spivey auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums, im Beisein ihrer elfjährigen Tochter entführt. Zwei Wochen später fehlt von ihr immer noch jede Spur, bis sie ganz plötzlich in der Emory-Universitätsklinik auftaucht. Kurze Zeit später wird der Campus von mehreren Bombenanschlägen erschüttert. Unterdessen verbringen die Gerichtsmedizinerin Sara Linton und ihr Freund Special Agent Will Trent ein paar Tage bei Sarahs Eltern, die in unmittelbarer Nachbarschaft zum Campus leben. Ein Treffen das recht holprig ist, denn Sarahs Mutter ist mit der Lebensführung ihrer Tochter, in Bezug auf Will, nicht ganz einverstanden. Doch dann bebt die Erde, und Sarah und Will wollen als Erstretter vor Ort sein, doch soweit kommen sie gar nicht, eine Massenkarambolage direkt vor der Haustür, zwingt sie schon früh zum Handeln. Einiges an diesem Unfall ist jedoch nicht ganz plausibel. Die Überlebenden Verunfallten verhalten sich merkwürdig und noch ehe Will richtig reagieren kann wird Sarah vor seinen Augen entführt. Verzweifelt versucht er anschließend mit seiner Chefin Amanda und seiner Kollegin Faith, Sarahs Spur aufzunehmen.



    Normalerweise würde ich die Meinung von Kathy Reichs und Yrsa Sigurðardóttir sofort teilen, Karin Slaugther war bis zu diesem Buch immer ein Garant für extrem spannende Unterhaltung, gepaart mit einer gewissen erotischen Komponente. All dies fehlt völlig in diesem Buch.

    Dabei ist der Anfang recht vielversprechend, die Entführung der Wissenschaftlerin und das nachfolgende Attentat sind spannungstechnisch gut gelungen. Meine ersten Schwierigkeiten im Verständnis bekam ich, als Wills Kolleginnen die Szenerie betraten. Ich konnte deren Handlungsweise überhaupt nicht nachvollziehen, zumal ich auch Schwierigkeiten hatte sie überhaupt ins Bild zu setzen. Da wäre zum einen die Vorgesetzte Amanda, die dem vor allem physisch schwer traumatisierten Will, der nach der Entführung mit Verdacht auf innere Blutungen ins Krankenhaus kommt, einfach eine Aspirin gegen die Schmerzen gibt. Dies würde in der Regel tödlich enden. Faith, Kollegin Nummer 2, konnte ich lange Zeit gar nicht einschätzen, ist sie Agentin, Analystin, Freundin oder sogar Lebensgefährtin von Will? Und so setzt sich das die ganze Zeit fort, Terroristen, Familie, Sektenmitglieder- keiner konnte mich restlos überzeugen. Ich denke die Autorin hat sich diesmal zu viel vorgenommen, rechter Terrorismus, Sektenähnliche Gemeinschaften, Missbrauch jeglicher Art einschließlich Pädophilie, biologische Massenvernichtungswaffen und zwischendrin Romeo und Julia die nicht zu einander finden können. Neben diesem ganzen verwirrenden Plot hat mich die schier maßlose Gewalt, einhergehend mit der detaillierten Darstellung der Gräueltaten auf den menschlichen Körper zunehmend gestört.


    Fazit: Zuviel Gewalt in einem nicht ganz logischen Plot.:bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    In der südenglischen Stadt New Forest verschwand im Sommer 1983 die erst vierzehnjährige Aurora. bei einem Campingausflug im Wald. Keiner der sechs Jugendlichen aus ihrer Clique konnte sich das rätselhafte Verschwinden erklären. Sie alle waren abends zusammen, haben getrunken und gefeiert. Niemandem ist aufgefallen das die jüngste in der Runde nicht mehr in ihrem Schlafsack war. Eine sofortige großangelegte Suchaktion, die mehrere Wochen dauerte, brachte auch keine Erkenntnisse. Über dreißig Jahre später werden die Überreste einer Leiche in jenem Wald gefunden und Detective Chief Inspector Jonah Sheens ahnt sofort um wen es sich bei der Leiche handeln könnte. Er kennt die Clique noch aus seiner Schulzeit, er war nur ein paar Jahrgangstufen über ihnen und er hat aktiv an der Suche nach der Vermissten teilgenommen. Dieser Fall hat ihn nie ganz losgelassen und er ist sich sicher das ein Mitglied die Wahrheit über Auroras Verbleib kennt. Wer lügt, Brett, Connor, Topaz, Benners, Jojo oder Coralie?



    Das Krimidebüt der Schriftstellerin Cytha Lodge setzt sich aus zwei, teilweise parallel verlaufenden Erzählsträngen zusammen. Der Erste beinhaltet die eigentliche Ermittlungsarbeit der Polizei und im Anderen werden die letzten Stunden Auroras aus ihrer Sicht geschildert. Ein komplexer Ermittlungsansatz mit einer Vielzahl beteiligter Personen und hier liegt meines Erachtens auch die größte Schwäche des Krimis, es sind zu viele Personen, die Charakterzeichnung gelingt hier nur eher oberflächlich und wird keiner Figur so richtig gerecht. Der Hauptermittler wirkt daher eher ein wenig hilflos und fehl am Platz. Die „Neue“ im Team ist zu moralistisch und die weiteren Mitglieder eher blass. Ich mache mir gerne, anhand der Beschreibungen ein „ Bild“ von allen Beteiligten, im Fall der ermittelnden Beamten waren mir die Skizzierungen zu dürftig um mir die Person auch bildlich vorstellen zu können. Das gelang der Autorin bei den Jugendlichen schon besser, hier hatte ich jedoch das Problem die Jungen aus der Clique zu identifizieren. Mehrmals verwendet die Autorin mal Spitznamen und mal Klarnamen. Ich bin dadurch oft durcheinander gekommen und wusste nicht von wem eigentlich jetzt die Rede ist. Das größte Manko ist jedoch, dass es fast gar keine Spannungsbögen aus meiner Sicht gibt. Also würde ich, bei dem hier vorliegenden Buch, eher von einem Kriminalroman als einem Thriller ausgehen.


    Fazit: Ein interessanter Ansatz der noch nicht völlig ausreichend umgesetzt wurde und dennoch glaube ich, dass sich die Autorin steigern wird.:bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    „dann weißt du, dass es einen Gott gibt“…“Du hast mich gemacht. Und jetzt sieh, was euch erwartet.“

    Mit diesen Worten endet der wohl verstörendste Eröffnungsfilm der diesjährigen Berlinale. Die grausame Wahrheit jedoch ist, das dieser Film, in der ein junges Mädchen erst vergewaltigt und dann ermordet wird, kein Produkt eines Filmemachers ist sondern ein Snuff-Porno und das Opfer ist die Tochter des Bürgermeisters. Tom Babylon vom LKA soll unter der Mitarbeit der Psychologin Sita Johanns die Ermittlung übernehmen. Beide stoßen jedoch zu Beginn der Ermittlungen auf eine Mauer des Schweigens. Der Vater des Opfers weigert sich nähere Auskünfte zu geben, Tom’s Vorgesetzte sind diesbezüglich auch keine Hilfe und Sita hat immer wieder Flashbacks in ihre Jugendzeit, sie spürt instinktiv, dass dieser Fall auch mit ihrem eigenen Leben in Verbindung steht.


    Neben der Hauptstory verlaufen parallel zwei weitere Geschichten, die die Handlungen im Hauptteil wesentlich beeinflussen.

    Die Psychologin Sita steht im Fokus einer dieser Parallelgeschichten. Sitas Jungendzeit wird intensiv beleuchtet, dabei steht ein ganz besonders traumatisches Ereignis im Vordergrund. Auch das Verschwinden von Toms kleiner Schwester greift der Autor im 2. Fall der beiden Ermittler wieder auf. Er setzt sogar eine Doppelgängerin als Zeugin ein, was Tom zwischenzeitlich enorm ablenkt. Trotz dieser Fülle an Erzählsträngen und dem stetigen Wechsel zwischen allen, gelingt es Marc Raabe außerordentlich gut einen temporeichen, spannungsgeladenen und fesselnden Thriller zu kreieren. Ich habe förmlich an den Seiten geklebt.

    Eigentlich bin ich kein Fan von ewigen Wiederholungen traumatischer Ereignisse die der Protagonist durch unendlich viele Fortsetzungen schleift, da dies jedoch erst Band zwei einer Thrillerserie ist hoffe ich, dass der Autor spätestens im vierten Band die Wahrheit über den Verbleib von Toms Schwester aufklärt.

    Zum Wahrheitsgehalt über die Motivation des Täters bzw. die Hintergründe die zu dieser Tat geführt haben, befürchte ich dass dies nicht nur der Fantasie des Autors entspringt, sondern dass es tatsächlich solche Machen- und Seilschaften gab.


    Fazit: Spannungsgeladen und temporeich mit dem dazugehörigem Cliffhanger der neugierig auf Teil drei macht.:bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Zu einem wirklich makabren Fund in einem Museum werden Stina Forss und ihre Vorgesetzte Ingrid Nyström beordert. Die Glasinstallation „Schneewittchensarg“ enthält nicht das original angefertigte gläserne Skelett , wie vom Künstler vorgesehen, sondern ein menschliches, wahrscheinlich das einer jungen Frau, die vor 47 Jahren während ihrer eigenen Hochzeitsfeier bei einer Brautentführung verschwand, davon ist der Ausstellungsleiter und Mann der Verschwundenen überzeugt. Doch wer sollte ihn nach so vielen Jahren so einen üblen Streich spielen und wo war die Leiche all die Jahre? Auf das Team der beiden Ermittlerinnen kommt eine wahrliche Sisyphusarbeit zu, denn ein Verbrechen aufzuklären das vor so langer Zeit fast unbemerkt geschah ist fast aussichtslos.



    Verrat, Missgunst, unerfüllte Liebe und Eifersucht gepaart mit der unbedingten Einhaltung traditioneller Werte die kaum Raum für persönliche Entfaltung lässt… all dies machen diesen neuesten Fall von Nyström und Forss aus. Ich bin bei meiner Bewertung jedoch sehr gespalten. Einerseits ist der eigentliche Kriminalfall spannend und verstörend, dabei recht realistisch in der Ermittlungsarbeit dargestellt. Mit der Einblendung des Parallelfalles, den die beiden Ermittlerinnen schon aus den vorangegangenen Büchern mitschleppen, hadere ich. Trotzdem ich den vorherigen Teil gelesen habe, brauchte ich lange um zu verstehen worum es eigentlich geht, dabei taten sich unnötige Längen auf. Beide Protagonistinnen befanden sich in einer ewigen und aussichtslosen Endlosschleife der Vergangenheitsbewältigung die dann in einem für mich abstrusen Show down endete.



    Aktuelle Gesellschaftspolitischer Themen und verquere Moralvorstellungen werden durch die Akteure mittels Mono- und Dialoge gespiegelt, so gelingt dem Autorenduo eine wirklichkeitsnahe Darstellung der heutigen politischen Lage in Europa.:bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Leonard und Hap, eine etwas ungewöhnliche Freundschaft, der eine schwarz, schwul und Kriegsveteran, der Andere weiß, hetero, Kriegsdienstverweigerer und 60ziger Jahre Nostalgiker und trotzdem sind sie seit Jahren befreundet und schlagen sich mit dürftigen Nebenjobs durchs Leben. Die einzige Aufregung die die Beiden anscheinend erleben, sind die sporadischen Besuche von Trudy, Ex-Frau von Hap. Immer wenn sie auftaucht bedeutet das nichts als Ärger. So auch an diesem Nachmittag, Trudy erscheint, Hap‘s Verstand setzt aus und Leonard befürchtet das Schlimmste…zu Recht, denn diesmal möchte die Weltverbesserin nicht nur Hap‘s Hormone durcheinanderbringen sondern bittet ihn um einen verhängnisvollen Gefallen. Ein Auto soll aus dem Sabine River geborgen werden, da Hap die Gegend aus Kinderzeiten kennt, soll er bei der Auffindung und Bergung helfen. Fürstlich entlohnt werden soll Hap für seine Mühen, denn besagtes Auto war ein Fluchtwagen in einen schief gelaufenen Bankraub. Bestürzt muss Leonard mit ansehen wie Hap seiner Ex-Frau diese Bitte nicht abschlagen kann. Eine verhängnisvolle Liebschaft führt die Freunde in ein sehr gefährliches Abenteuer.


    Joe R. Landsdale’s „Wilder Winter“ ist eine Hommage an die wilden Sechziger und ein kleiner warnender Hinweis was passieren kann, wenn man immer nur in der Vergangenheit lebt. Einige Dinge lassen sich nicht wiederbeleben. Der Zauber wohnt seiner Zeit inne.

    Mit derben Sprüchen und einen großen Herzen sind beide Protagonisten ausgestattet. Ein bisschen nervend war nur der überbordene Gossan-Slang in einigen Dialogen, auch waren mir Beide viel zu passiv in ihren Rollen. Da es sich bei Hap & Leonard jedoch um eine Krimireihe handelt hoffe ich einfach das sich dies in den weiteren Büchern ändern wird. Kurzweilig war es allemal.

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Hannah Löwenström ist das erste Opfer einer Serie von Gewalttaten an Vertretern der schwedischen Presse. Schon seit einiger Zeit brodeln die sozialen Medien über vor üblen, zornigen Mails, Facebook- und Twitterkommentaren, gerichtet an die Journalisten, die sich allzu positiv über den Zustrom an Flüchtlingen aus der arabischen und afrikanischen Welt äußern. Sie wird nicht das einzige Opfer sein, eine Welle der Gewalt gegen die Presse setzt ein, und schnell wird klar, dass es kein Einzeltäter ist der hier so äußerst brutal agiert. Als die Gewalt in Stockholm eskaliert, betritt ein in seiner Jugend straffällig gewordene und aus dem chilenischen Exil kommende Schwede die Bühne und stellt sich eher zufällig den Tätern in den Weg.



    Pascal Engmann’s Thriller „ Der Patriot“ ist ein Debüt mit hochaktueller Thematik. Die Zunahme rechtspopulistischer Gruppierungen in ganz Europa steigt, auch Schweden bleibt hiervon nicht verschont. Als Journalist im „unfreiwilligen Ruhestand“ weiß er wovon und worüber er schreibt ganz genau. Die Reaktionen auf journalistische Beiträge in den sozialen Medien sind erschreckend, wahrscheinlich authentisch und können nicht mehr unter der Verharmlosung „von Netztroll geschrieben“ verstanden werden. Die Darstellung seines eigenen Berufstandes gelingt dem Autor ausgezeichnet. Es gibt jedoch einige Dinge die mich nicht ganz so überzeugen konnten. Beginnend mit einem Zitat aus dem Buch gehe ich darauf ein: „Terroristen meinen, dass die Sünden der Feinde auf die restliche Bevölkerung übergehen können, wenn sie nichts dagegen unternehmen. Aber das wichtigste ist, dass sie die Dinge nur schwarz oder weiß sehen. Alle Menschen sind entweder böse oder gut, es gibt keine Grauzonen“. Engmann spielt mir etwas zu sehr mit der sogenannten „Grauzone“- Gute werden unfreiwillig Böse, Böse oder zu mindestens „Zwielichtige“ werden zu Helden, das kam für mich leider nicht glaubhaft rüber. Ganz besonders habe ich die Aufklärungsarbeit durch staatliche Behörden vermisst, diese werden eher am Rande erwähnt und sind nicht aktiv beteiligt. Dadurch ergeben sich für mich eine Reihe von Ungereimtheiten die den Plot nicht schlüssig erscheinen lassen und den Leser etwas desillusioniert zurücklassen. Für einen Thriller baut sich die Geschichte zudem sehr träge auf, das Leben und die Beweggründe der Hauptakteure (und davon gibt es meiner Meinung nach zu viele) werden akribisch beleuchtet, für das Verständnis nicht schlecht, leider gibt im ersten und zweiten Drittel des Buches dadurch kaum Spannungsbögen. Trotz allem ein beachtenswertes Debüt und ich zolle dem Autor dahingegen Respekt, sich mit diesem Buch seiner Arbeit auf Umwegen, trotz der massiven Bedrohungen gegen ihn und seinen Berufsstand, zu widmen.:bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Auf der Suche nach ihrem ganz persönlichen „Lost Places“ durchstreift die Mittdreißigerin Milla den Thüringer Wald in der Nähe des so berühmten Rennsteigs. Bewaffnet mit Lärmspray (für neuangesiedelte Wölfe), Multiwerkzeug mit Messer, Vorhängeschloss, verschiedenen Schraubenziehern, Arbeitshandschuhen, Rettungsdecke und Notladegerät ist sie relativ gut ausgerüstet, denn im ehemaligen Grenzgebiet (Todesstreifen) sind immer noch über dreißigtausend Landminen versteckt. Abseits der Wege durchstreift sie den Wald. Auf einer Anhöhe, in der man weit ins Tal blicken kann, entdeckt sie ein überwuchertes Trümmerfeld. Dachschiefer, Holz und ein paar Ziegel die über die ganze Anhöhe verstreut daliegen. Unter all dem Schutt wird sie fündig. Ihr ganz persönlicher „verlorener Ort“ ist ein Keller, gefüllt mit graviertem Porzellan, Einweckgläsern und alten Schulheften. Beim Durchblättern eines Schulheftes, erfährt Milla, das der Keller zum Hotel Waldeshöh gehört, doch was ist aus dem Haus und seinen Bewohnern geworden? Das lässt Milla keine Ruhe und sie versucht die Verfasserin des Schulheftes ausfindig zu machen. Eine Reise die so einige Überraschungen für sie parat hält.


    Was uns erinnern lässt…und ich habe mich an vieles erinnern können und vieles wieder neu entdeckt und interpretiert. Die Autorin Kati Neumann hat einen unglaublich realitätsnahen Roman über das Leben im „Grenzstreifen“ geschrieben ohne anklagend, verurteilend oder pathetisch zu werden, sondern mit einem enormen Einfühlungsvermögen. Stellenweise sind die Schicksale der Zwangsumgesiedelten erschütternd, auf der einen Seite durch die Willkür des Staates des Eigentums beraubt zu werden und auf der anderen Seite durch den Versuch sich ja anzupassen, damit man das kleine Stück Heimat doch vielleicht noch behalten kann. Viele versteckte Schilderungen des Alltags in der DDR sind beim genauen lesen zu entdecken, sei es die Anmeldung auf einen Termin zur Fahrschule (was mitunter schon mal ein paar Jährchen dauern konnte), die Mitgliedschaft im Konsum (hier fehlte mir nur die Erwähnung des Einklebens der Konsummarken, ich sehe meine Oma noch heute am Küchentisch sitzen und das Heftchen ordentlich bekleben), warten auf die Zuteilung eines Autos (Trabbi und Co.) und das ewige Schlange stehen sei es bei Obst& Gemüse, Jeans aus Ungarn, Schokolade u.v.a.m.

    Dieses Buch kann ich jedem empfehlen der Interesse an der deutsch-deutschen Vergangenheit zwischen Ende des zweiten Weltkrieges und Wiedervereinigung hat. All diejenigen die diese Zeit bewusst miterlebt haben, werden sich nicht nur, und dafür bin ich der Autorin sehr dankbar, an die negativen Seiten erinnern. Vieles wird man kopfschüttelnd lesen, vergessen wir jedoch nicht, das wir die Dinge damals stellenweise einfach anders beurteilten als jetzt.:bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Das waren noch Zeiten als die SPD, allen Unkenrufe zum Trotz, mit ihrer geraden, schnörkellosen auf die arbeitende Bevölkerung ausgerichteten Politik, Wahlsiege einfahren konnte. 1972 war so ein glorreiches Jahr in dem Willy Brandt in seinem Amt bestätigt wurde. Die Autorin Brigitte Glaser nimmt eine Erkrankung Willy Brandts kurz nach dessen Wahlsieg zum Anlass, in die doch als recht bieder wirkende Hauptstadt der damaligen BRD, einen Schauplatz politischer Ränkespiele zu konstruieren. Mehrere Handlungsstränge die parallel zu einander laufen und sich nur an wenigen Punkten kreuzen machen diesen Roman aus. Da agiert die junge Krankenschwester Sonja Engel als Logopädin und wird dem erkrankten Brandt zur Seite gestellt. Die Wirtin eines Lokals in unmittelbarer Nähe des Bundestages verköstigt sie alle- Rote, Schwarze und Gelbe. Und der letzte Handlungsstrang beleuchtet die politische Jugend, kurz nach den 68zigern. Eine WG aus bunt zusammengewürfelten Individuen bestehend aus einem politischen Schwafler, einem Hallodri und Herzensbrecher, einer Esoterikerin, der biederen Krankenschwester Sonja und der kurzeitig einquartierten Journalistin Lotti. Dann wäre neben angedeuteten politischen Ränkespielen, noch ein Kriminalfall und die ein oder andere Liebesgeschichte zu nennen. Verwirrt? Ja, ich auch. Hinzukommt, das die eigentliche Person um die es augenscheinlich ging, Willy Brandt, so farblos und irgendwie als Randfigur auftaucht. Seine Therapeutin ist auf eine wartende, verunsicherte Person reduziert und die Wirtin Hilde und ihr Lokal, laut Klappentext, der Dreh- und Angelpunkt, des politischen Bonn‘s , tja mit der wurde ich auch nicht so recht warm. Irritiert war ich auch von den Überschriften der einzelnen Kapitel. Die Idee den Zeitgeist über die damals eingängigen Rocksongs in die Kapitelüberschriften zu packen an sich nicht schlecht, nur hätten die Interpreten gleich klein gedruckt darunter stehen sollen. Ich hatte mir ein wenig mehr erhofft, einzig die Person der Lotti ist in diesem Buch sympathisch und sehr agil. Sie ist die eigentliche Protagonistin.:bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Als Hauptkommissar Ingemar Granstam die Psychiaterin Nathalie Svensson erneut zu einer Zusammenarbeit mit der OFA-Einheit bittet, steckt diese gerade in einem Sorgerechtsstreit mit ihrem Ex-Mann Hakan. Doch die Vergewaltigung und Ermordung der Tochter ihrer Freundin zwingt Nathalie geradezu an den Ermittlungen teilzunehmen. In der Nacht zum 1. Mai ist in der Universitätsstadt Uppsala eine junge blonde Studentin im Hörsaal der Anatomie vergewaltigt und erwürgt worden.Erste Ermittlungen ergeben, das schon vorher Studentinnen mit ähnlichem Aussehen überfallen und vergewaltigt wurden.


    Dies ist nach „Dominotod“ der zweite Krimi von Jonas Moström, den ich gelesen habe. Um mein Fazit gleich vornean zu stellen: Es ist ein solider typischer Schwedenkrimi, der neben der eigentlichen Ermittlungsarbeit auch sehr ausführlich die Lebensumstände der beiden Hauptakteure Nathalie und Johan beleuchtet. In parallel verlaufenden Handlungsträngen wird die Aufklärung des Falles durch die Akteure der OFA- Einheit spannend und einigermaßen realistisch dargestellt. Im zweiten Erzählstrang kommt der Täter zu Wort und man bekommt Einblicke in seine diversen Kindheitstraumata. Ich empfand diesen Krimi durchaus spannend, nur leider ist die hier dargestellte Gewalt gegen Frauen, der Opfer- und Tätertypus und die Motivation des Täters zu oft schon Gegenstand von unzähligen Kriminalromanen gewesen, um wirklich viel Neues zu entdecken. Bleibt also der Fokus auf die beteiligten Ermittler, allen voran die Figur der Psychiaterin. Sie agiert in ihrem Beruf durchaus akkurat, verständlich und „erwachsen“, in ihrem Privatleben ist sie eher das Gegenteil und verwandelt sich dort unverständlicherweise in einen pubertären Backfisch. Das stiehlt der Figur so einiges an Glaubwürdigkeit. Ganz groß gehadert habe ich jedoch mit der Konstellation von Ermittlerin und gleichzeitig Freundin eines Opfers. Die Szenen der Tröstung sind für mich völlig unglaubwürdig dargestellt. Eine emotionale Tiefe, die dieses Themas eigentlich bedarf, stellt sich leider nicht ein.

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Der „Hamburger Keller“, eine zwielichtige Kneipe, in der die zum Tode Verurteilten den letzten Becher Alkohol vor der Hinrichtung bekommen, ist auch der bevorzugte Unterschlupf des Stadthäschers Jean Mickel Cardell. Der Einarmige versucht im Alkohol seine Schmerzen und seine Trauer zu ersäufen. Gelingen tut ihm das nicht. Als er wieder einmal stockbesoffen am Tisch einschläft wird er unsanft geweckt. Zwei Kinder hätten eine Leiche im Fatburen treiben sehen. Der Fatburen, eigentlich ein See, ist jetzt zu einer Kloake verkommen, aller Müll, Dreck und sämtliche Exkremente landen dort, nun also auch noch eine Leiche, der sämtliche Gliedmaßen sauber amputiert wurden. Dieses ungewöhnliche Verbrechen wird dem Juristen und schwer an Tuberkulose erkrankten Cecil Winge übergeben. Zusammen mit Cardell macht dieser sich daran den Fall aufzuklären.


    Vier Erzählstränge gliedern diesen historischen Kriminalroman auf. Der erste und letzte beinhalten den Anfang der Ermittlungen und die Aufklärung des Falles sowie die Interaktionen des so ungleichen Duos Cardell/ Winge. In den beiden mittleren Erzählsträngen kommen Akteure vor , die direkt oder indirekt am Verbrechen beteiligt waren oder von ihm beeinflusst wurden.

    1793 ist kein einfacher Krimi, ich habe entgegen meiner sonstigen Leseneigung ewig gebraucht es durchzulesen. Ich kann nicht behaupten dass es unspannend ist, nur die Mittelalterlichen Gepflogenheiten, die unzähligen Folterungen und deren genaueste Beschreibung, waren für mich irgendwann abstoßend. Es sind die unzähligen detaillierten Beschreibungen roher Gewalt, Alkoholexzesse, abartiger Neigungen und der zu bildhaft beschriebene Verlauf der Schwindsucht des Ermittlers, der mir doch eine gewisse Distanz zu diesem Roman verschaffte. Eine gewisse Trostlosigkeit durchzieht das Buch wie einen roten Faden, selbst die Einzige mir sympathische Figur einer jungen Frau, geschieht fürchterliches. War das gesellschaftliche Leben fernab von Reichtum wirklich so barbarisch?

    Dem Autor bescheinige ich eine wirklich akribische Recherche geschichtlicher Fakten, dem Hype um diesen Krimi kann ich mich jedoch nicht anschließen.


    Fazit: Ein historischer Krimi der jede Abscheulichkeit zwischenmenschlicher Gewalt viel zu bildhaft beschreibt.:bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    Sommer 1947 in und in der unmittelbaren Umgebung von Köln



    In Odenthal wird die Leiche der Gutsbesitzerin Ilse Röder gefunden. Der Tat war mit vier Schüssen ins Gesicht äußerst brutal, neben der Leiche wird eine junge Herumtreiberin mit der Mordwaffe aufgefunden. Friederike Matthée von der weiblichen Polizei wird von ihrer Vorgesetzten mit der Vernehmung der Mordverdächtigen betraut. Da sie selbst keine Fahrerlaubnis besitzt bringt sie ein Streifenwagen ins Bergische. Hauptkommissar Heimerzheim ist nicht sonderlich begeistert von der jungen Frau, erst recht nicht, als sie bei der Tatortbegehung schwächelt. Doch wider Erwarten findet Friederike Zugang zu der jungen Tatverdächtigen, die auch sofort ihre Unschuld beteuert, doch kann Friederike beweisen, dass sie ihr Baugefühl nicht trügt?

    Ungefähr zur selben Zeit werden drei Leichen einer englischen Jagdbomberbesatzung aufgefunden. Richard Davies von der Royal Military Police, der als Kind noch rechtzeitig nach England emigrieren konnte, wird wieder in sein verhasstes Heimatland geschickt, um die Vorfälle zu untersuchen. Er fordert Friederike wieder als Unterstützung an, obwohl er seine ehemaligen Landsleute hasst, hat es ihm die junge Frau angetan.


    „Der Hunger der Lebenden“ - eine ausgezeichnete Wahl für diesen Krimi. Beate Sauer zeigt nicht nur die (fast) verzweifelte Suche der Überlebenden des 2. Weltkrieges nach Nahrungsmitteln und Wohnraum, sondern auch den Hunger nach Normalität und Leben. Die Situation im Nachkriegsdeutschland beschreibt die Autorin in all ihren unterschiedlichen Fascetten. Das Zurechtfinden in einer „neuen“ Welt, obwohl man doch fast zwei Jahrzehnte die Ideologie der Nazis indoktriniert bekommen hat, der Hass der wenigen Überlebenden dieser Schreckensherrschaft, unzähligen Waisen für die kein Platz ist in einer Pflegfamilie ist und die deshalb zwischen den Trümmern einer Großstadt zu überleben versuchen. Diese wirklich realistische Darstellung hat mir sehr gefallen. Der eigentliche Kriminalfall ist ebenso vielschichtig und wartet mit vielen Wendungen auf. Spannung ist bis zum Ende garantiert.



    Ich habe die Serie um Friederike Matthée und Richard Davies mit diesem Buch begonnen, der Einstieg war jedoch problemlos. Die beiden Protagonisten sind sympathisch, obwohl die Figur der Friederike wesentlich nahbarer ist, als die des Richard.



    Fazit: Ein packender Krimi der in der Nachkriegszeit spielt und eine Fülle an historischen Details aufweist.:bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Der 2.Weltkrieg ist vorbei und die Überlebenden finden ihre Städte in Schutt und Asche vor. Berlin gleicht eher einer Steinwüste, als die junge Architektin Ilse mit ihrer Mappe vom kleinen beschaulichen Mühlhausen den Ostsektor betritt. Die Regierung in der DDR möchte eine riesige Prachtstraße in dieser Trümmerwüste entstehen lassen. Das Architekturbüro ihres Vaters ist auch eingeladen worden, nur ist Ilses Vater schwerkrank und sie vertritt ihn, auf eigene Faust aber mit vielen eigenen Ideen. Ihre Vorstellung vor der Obrigkeit läuft wider Erwarten gut, bis ein Mann die Bühne betritt, der ihr dunkles Geheimnis sofort enttarnen könnte.


    Mich hat der Klappentext neugierig gemacht. Eine Frau die sich in einer Männerdomäne durchsetzen möchte, noch dazu in Ostberlin kurz nach dem Krieg. So protzig und völlig überdimensioniert diese Bauten an der heutigen Karl-Marx-Allee heute auch wirken, bedeuteten sie damals einen Luxus für die Ostberliner Bevölkerung. Jedenfalls war ich gespannt wie das Autorenduo diese Szenerie einfangen wollte um einen interessanten Roman zu kreieren. Mir wurde schnell klar, dass Ulrike Gerold und Wolfram Hänel nicht aus Ostdeutschland kommen, denn es tauchen doch ziemlich viele Ungereimtheiten auf, die ich mir, da ich aus Ostdeutschland stamme, nur so erklären kann.

    Der Beginn ist unterhaltsam und flüssig geschrieben. Ilses Kindheit und Jugend, ihre innige Beziehung zu ihrem Vater und die ersten Schritte in Richtung des späteren Berufswunsches sind ansprechend zu lesen. Erst als Ilse die große Bühne in Berlin betritt und sich als „kleine“ Frau in einer Männerdomäne behaupten möchte wird die Geschichte unglaubwürdig. Ich will versuchen das zu erklären: In der noch jungen DDR galten Frauen von Anfang an als gleichberechtigt. Es wäre also überhaupt nichts Ungewöhnliches gewesen als vollwertige Architektin mitzuarbeiten. Übrigens ein fast vergessenes Phänomen, im Ostblock war es absolut normal (natürlich wenn man sich politisch „korrekt“ verhielt) wenn Frauen sogenannte Männerberufe erlernten. Aber nicht nur das war enervierend zu lesen, sondern ganz besonders haben mich die abrupt stattfindenden Zeitsprüngen mein Lesevergnügen gekostet und ebenso die an den Anfang gestellte Übersicht des Inhaltes des jeweiligen Kapitels. Damit wurde ein Teil der kommenden Geschichte ja schon vorweg genommen. Vielleicht hätte auch dies mich nicht so stark gestört, wäre mir die Protagonistin oder andere Mitwirkende sympathisch gewesen. Alle Figuren sind eher farblos und eher Randnotizen. Die Protagonistin selbst finde ich zu selbstbezogen und in jedem zweiten Satz geht es um „ihren Traum“. Ganz bezeichnend für den Charakter der Ilse ist ein Satz ziemlich zum Ende des Buches. Sie plant eine Reise mit ihrem Mann um sich bei ihm für all die Jahre zu bedanken. Sie überlegt hin und her: „Nein, Unsinn wir fahren nach Brügge! Wir sehen uns gemeinsam die Häuser an, mit denen alles begonnen hat.“- Nur war das nie der Traum ihres Mannes sich in Brügge die Architektur anzusehen, sondern der Traum von Ilse und ihrem Vater.

    Eine großartige Möglichkeit eine Geschichte über den Wiederaufbau nach dem zweiten Weltkrieg zu schreiben, die jedoch weder authentisch noch fesselnd umgesetzt wurde. Schade.:bewertung1von5::bewertungHalb:

    Paul Herzfeld, 36 und seit einem Jahr Assistenzarzt am Institut für Rechtsmedizin in Kiel, bekommt es fast jeden Tag mit ungewöhnlichen Todesfällen zu tun. Die Abgrenzung zwischen einer natürlichen Todesursache und einem Tötungsdelikt ist nicht immer klar und bedarf einer sehr genauen Untersuchung. Wie in jeder Branche üblich, gibt es auch hier ein Alpha-Tier, Prof. Dr. Schneider, als Oberarzt Herzfelds direkter Vorgesetzter. Mehr als einmal gibt es Auseinandersetzungen zwischen den beiden. Die Situation eskaliert als eine zerstückelte weibliche Leiche unter der Leitung von Schneider und Herzfeld obduziert werden soll. Im Beisein von Lucia Tattoli, einer italienischen Gastdozentin und dem ermittelnden Beamten Tomforde führt Schneider Herzfeld vor, in dem er ihn süffisant Todesursache und exaktes Tatwerkzeug voraussagt. Herzfeld findet diese Rückschlüsse mehr als merkwürdig, sind sie bezogen auf das Tatwerkzeug doch zu voreilig und würden bedeuten, dass ein Mörder sein Unwesen treibt, der schon vor einigen Jahren zugeschlagen hat. Ist dies möglich? Tattoli, Tomforde und Herzfeld bekommen es mit einem perfiden Mörder zu tun, der vor nichts und niemandem halt macht um sein Ziel zu erreichen.


    „Abgeschlagen“ spielt ca. 10 Jahre vor Sebastian Fitzek und Michael Tsokos „Abgeschnitten“. Paul Herzfeld, der Protagonist aus beiden Büchern ist noch ganz am Anfang seiner Karriere. Steht das erste Buch noch deutlich unter der Federführung von Fitzek ist das zweite Buch, das Tsokos allein veröffentlicht, fast genauso spannend. Als Insider plaudert Tsokos sehr gekonnt aus dem Nähkästchen, er verpackt die oft doch sehr unschönen Details seiner Arbeit so, dass der Leser sich nicht vor Ekel abwendet, sondern begierig weiterlesen möchte. Gestört hat mich lediglich, dass Täter und Motiv allzu schnell feststehen. Gekonnt gesetzte Spannungsbögen und ein finaler Show down entschädigen reichlich dafür, auch wenn der Protagonist öfter nicht mit seinem Verstand, sondern Herz agiert. Der Mix aus echten Fällen, Sachkenntnis des Autors und realistisch wirkender Ermittlungsarbeit ist perfekt und hat mich gut unterhalten.


    Fazit: Ein Experte der wahrlich spannend zu schreiben versteht.:bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Der Anruf, mitten in der Nacht, kommt für die junge forensische Psychiaterin Holly Wakefield überraschend. Detective Inspector Bishop von der Metropolitan Police, erinnert sie an die Bereitschaftsliste für Tatortbesichtigungen. Da der sonst zuständige Psychiater wegen der Erkrankung seiner Frau außer Dienst ist , muss nun Holly die Beratungsfunktion übernehmen. Es ist ihr erster Tatort und dementsprechend schokiert ist sie von dem Szenario. Ein im Ruhestand lebender Arzt und seine Frau wurden in ihrem Haus ermordet, auf ganz bestialische Art und Weise. Eins ist Holly sofort klar, dieser Mörder reiht sich mühelos in die Reihen der abartigsten Mörder der Geschichte ein. Und er treibt ein perfides Spiel sowohl mit Holly als auch mit DI Bishop.


    Von der ersten Seite an, hat mich dieser Thriller gefesselt. Ein wahres Katz und Maus Spiel zwischen Ermittlern und Täter. Genügend Geheimnisse auf Seiten von Holly und Bishop, die das Ganze zunehmend spannend gestaltet. Es gibt gekonnt gesetzte Spannungsbögen die in einem fulminanten Showdown gipfeln und beiden Hauptakteure sind charakterlich sehr sympathisch dargestellt. Ein paar kleine Kritikpunkte gibt es. Vielleicht liegt es aber auch daran, das Thriller mein Lieblingsgenre sind, und ich im Laufe der Jahre eigentlich schon (fast) alles gelesen habe. Da wird man dann schon stutzig warum die Ermittler immer auf eigene Faust und ohne Rückendeckung agieren, das ist immer schwer nachzuvollziehen. Der Tick von Holly sämtliche Serienkiller namenlich zu kennen mit ihrem Modus operandi und der Anzahl der Opfer faktisch jedem unter die Nase zu reiben, erinnert mich zu sehr an einen jungen Analytiker einer bekannten U.S. Serie. Hier wäre mir ein klein wenig Kreativität lieber gewesen. Aber das sind nur winzige Schönheitsflecken in diesem wirklich spannungsreichem Buch.


    Fazit: Zwar ein typischer Thriller, jedoch ungemein fesselnd und spannungsreich.

    In und um Colchester werden innerhalb kürzester Zeit drei Männerleichen gefunden. Die Auffindungsorte sind Schauplätze ehemaliger Mordermittlungen von DI Phil Brennan, die drei Opfer weisen durch Kleidung, Körperbau und Statue frappierende Ähnlichkeiten mit ihm auf und alle Opfer haben eine Tarotkarte mit Phils Namen darauf. Als Phil von seiner ehemaligen Dienststelle informiert wird, möchte er sofort seinen Kollegen helfen und macht sich auf den Weg nach Colchester, doch da kommt er nie an. Als Marina vom Verschwinden ihres Mannes erfährt macht sie sich umgehend auf den Weg und ermittelt auf eigenen Faust.



    Ein neuer Fall für Marina und Phil… der erste Wehrmutstropfen schlich sich sein, als ich kurz nachrechnete wieviel Zeit zwischen „Jetzt gehörst du mir“ und dem Vorgänger „Er will dein Herz“ vergangen sind. Es sind nur viereinhalb Monate. Bei einem so kurzen Abstand zwischen zwei Büchern einer Reihe habe ich oft die Erfahrung gemacht, dass vieles ganz arg zusammengeschustert wurde, um zu einem schnellen Ende zu kommen. Ich habe inständig gehofft das wäre bei dem Autorenduo Tania Carver nicht so, jedoch musste ich sehr enttäuscht feststellen, dass mein Gefühl mich nicht betrogen hatte. Ich muss dazu allerdings sagen, dass mir die Erzählstränge um die Figur der Fiona Welsch aus den anderen Büchern auch nie besonders zugesagt haben. In „Jetzt gehörst du mir“ agieren Marina und Phil mehr oder weniger als Randfiguren, die eigentliche Hauptperson ist die Killerin Fiona Welsch, deren ganze Vergangenheit ausführlich beleuchtet wird. Ich konnte einige Dinge jetzt besser verstehen, die in vorangegangenen Büchern um die Figur der Fiona thematisiert wurden, doch deren ganze Motivation sich ausgerechnet Phil als „Opfer“ zu ersuchen ist für mich nach wie vor unverständlich. In diesem, anscheinend letzten Band der Reihe, ist mir auch eine extreme Stümperhaftigkeit der ermittelnden Personen aufgefallen. Da wird ohne Rückendeckung agiert, offensichtliche Fehler leitender Beamter so gut wie nie hinterfragt, Marina überschreitet ihre Kompetenzen noch gewagter und Phil erkennt man überhaupt nicht wieder. Er wirkt wie ein Abziehbild seiner selbst. Ehrlicherweise, obwohl ich die Bücher der Autoren sonst sehr mag, war das hier mit Abstand schlechtestes Buch in der Reihe. Für mich ein Schnellschuss, leider ohne nennenswerte Spannungsbögen mit einem arg konstruiertem Plot. Irgendwie wurde ich die ganze Zeit das Gefühl nicht los, dass Tania Carver sich schnell von ihren Charakteren verabschieden wollten. Für immer.


    Anmerkung: Mir ist auf der Klappenseite aufgefallen, dass Tania Carver das Pseudonym von Martin Waites ist. Bisher haben unter dem Pseudonym jedoch Martin und Linda Waites geschrieben? Ist dem Verlag dort ein Fehler unterlaufen?


    Fazit: Leider kein Finale, dass man sich für so eine erfolgreiche Serie gewünscht hat.

    Fünf Jahre nach der Begegnung mit einem äußerst mörderischen Geschwistertrio, hat der Psychiater und Psychoanalytiker Dr. Ricky Starks in Miami wieder Fuß gefasst. Seine Odyssee ging über New York, Boston, New Orleans und schlussendlich Florida. Seine Praxis läuft gut, er hat sich ein neues Leben aufgebaut, und doch hat er mit der Vergangenheit nicht abgeschlossen, denn immer wieder suchen ihn Alpträume von seiner Begegnung mit Virgil, Merlin und Rumpelstilzchen heim. Diese Fantasienamen gab sich das Trio als sie Ricky das erste Mal heimsuchten und jetzt steht der tot geglaubte Mr. R (Rumpelstilzchen) in seiner Praxis und bedroht ihn mit einer Waffe. Doch diesmal will Mr. R Ricky nicht umbringen, sondern zur Mitarbeit zwingen. Die Geschwister von Mr. R werden bedroht, Ricky soll herausfinden wer der Aggressor ist, im Gegenzug für ein freies Leben.




    John Katzenbach konnte sich mit seinen bisherigen Büchern immer fesseln. Dieses gehört (hoffentlich ausnahmsweise) nicht dazu. Ich habe den Vorgänger, „Der Patient“ schon vor langer Zeit gelesen, deswegen kam mir zwar einiges bekannt vor, die Zusammenhänge waren mir jedoch überhaupt nicht klar. Der Autor ist hier auch keine große Hilfe, da er die Vorgeschichte nur in sehr gering dosierten Sätzen erwähnt. Die Story demzufolge für mich von Anfang an mehr als schleierhaft. Warum sollte sich der Psychiater auf den Vorschlag von Mr. R einlassen? Warum holt er sich keine Hilfe? Das war für mich nicht logisch und nachvollziehbar. Von da an wirkte der ganze Plot auf mich, wie unter großer Spannung zurechtgezimmert. Katzenbach richtet auch nicht wie sonst den Fokus auf die spannenden Elemente, sondern eher auf das Gefühlsleben (stellenweise Gefühlschaos) des Dr. Starks. Das führt zu ziemlich vielen sehr langatmigen Passagen. Für einen Psychothriller eher ungewöhnlich, da es nur recht sparsame Spannungsbögen gibt.



    Nein, diesmal konnte mich John Katzenbach überhaupt nicht fesseln. Schade.

    1968, ein Jahr nach dem Tod des geliebten Vaters, werden die beiden Schwestern Marie(13) und Lena(11), durch die staatlichen Behörden der Schweiz ihrer Mutter entrissen. Lina Flaucher, war nach dem Tod ihres Mannes in eine tiefe Depression gestürzt und konnte die Kinder nicht mehr versorgen. Das hat Marie übernommen. Doch es gibt immer Gerede in der Nachbarschaft, ein missgünstiges Tratschweib konnte ganz leicht die Behörden informieren, und ohne den Sachverhalt zu prüfen, geschweige denn Hilfe anzubieten, wurden die Mädchen unter die Obhut von Nonnen gesteckt. Ein „Kinderheim“ das gewalttätige erzieherische Maßnahmen pflegt und wo die Kinder hart arbeiten müssen. Schulausbildung wird nicht angeboten. Ein Jahr dauert es, die Mädchen können sich nur schwer an ihre neue Umgebung gewöhnen, träumen beide davon das die Mutter wiederkehrt und sie befreit, da greift der Staat erneut in das Schicksal der Mädchen ein. Sie werden „verdingt“, d.h. eine Familie die den geringsten Preis für Kost und Logie verlangt, bekommt ein Kind zum Arbeiten, im Geschäft und auf dem Hof. Sie sind schier verzweifelt als sie erfahren dass sie auseinander gerissen werden. Es sollen 39 Jahre vergehen bis sie sich wieder sehen.


    „Ein Verdingkind war schon verurteilt, bevor es etwas sagen konnte.“


    Lina Winterbergs Roman „Die verlorene Schwester“ greift das lange unterdrückte Thema der „Verdingkinder“ auf. Wie kann ein solches Verbrechen, nach dem 2. Weltkrieg, im Herzen Europas stattfinden? Es war normal in der Schweiz Kinder als Arbeitssklaven zu verkaufen! Hier muss ganz dringend eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte erfolgen! Bis zum Jahr 1981 war dieses Verbrechen in der Schweiz gang und gäbe. Der erfolgte Vergleich vor ein paar Jahren ist ein Witz für diese Menschen die solch ein Martyrium durchleben mussten. Es macht mich unfassbar traurig und wütend. Ich weiß auch, dass diese Praxis in Deutschland (vorwiegend Schwaben) stattgefunden hat, jedoch nur bis zum Jahr 1920. Nicht entschuldbar, aber vergleicht man die Verhältnisse Anfang des 20. Jahrhunderts mit denen zum Ende des 20. Jahrhunderts, doch ein riesengroßer Unterschied.


    Die Autorin erzählt in drei verschiedenen Strängen die Geschichte der beiden Geschwister und ihre Odyssee durch Kinder/Erziehungsheime. Ein wirklich unfassbar traurige Geschichte die mir sehr zu Herzen ging. Ich musste das Buch zwischendurch auch immer mal unterbrechen. Solch eine Art der Kindesmisshandlung war mir nur aus diktatorischen Staaten bekannt. Aber vielleicht ist nur die Berichterstattung dieser Länder einen gehörigen Aufschrei wert. Linda Winterberg gibt diesen Kindern mit ihrem Buch die kleine Möglichkeit dass ihre Geschichte nicht vergessen ist. Dafür danke ich der Autorin sehr.

    Kommissar Eschenbach kehrt nach einer dreimonatigen Auszeit auf Kommissariat zurück. Dass ihm deswegen rote Teppiche ausgerollt werden, hat er gar nicht erwartet, dass aber seine Vertretung Ivy Köhler jetzt auch noch seine Stellvertreterin wird geht ihm gehörig gegen den Strich. Erschwerend kommt hinzu, dass sie den Tod eines Wissenschaftlers sofort als Selbstmord einstuft und sämtliche Ermittlungen boykottieren will. Eschenbachs Neugier ist geweckt. Der Tote, Walter Habicht, hat keine Bekannten, Verwandten oder Freunde. Eine Assistenzprofessur an der Uni Zürich ist ein Hinweis, aber kaum will Eschenbach diesem Hinweis nachgehen, wird er ausgebremst. Die Bundesstaatsanwaltschaft hat sich eingeschaltet und verhindert die Herausgabe von Informationen seitens der Universität. Nur eins kann Eschenbach noch herausfinden, der Tote war wohl aktiver Teil eines Terrornetzwerkes. Das ist alles höchst mysteriös.

    Unterdessen erweist Edward Lenz, langjähriger Kollege und Freund Eschenbachs, einem anderen Freund einen großen Freundschaftsdienst. Lenz möchte doch bitte einer gemeinsamen Freundin, die Lenz jedoch vor über vierzig Jahren das letzte Mal sah, ein Päckchen nach Deutschland überbringen. Lenz soll sich dabei an einen bestimmten Zeitplan und eine bestimmte Reiseroute halten. Für eine lange Zeit verschwindet Lenz von der Bildfläche und Eschenbach kann ihn nicht erreichen. Dabei ist die Lage etwas heikel, denn Eschenbachs Nachforschungen haben ergeben, dass Lenz ein Kommilitone Habichts war. Standen sie eventuell noch in Verbindung? Für Ivy Köhler wird Lenz jetzt zum Hauptverdächtigen.



    „Die Wahrheit – sofern sie sehr unwahrscheinlich erscheint – glaubt einem niemand. Sie ist besser als jede Lüge.“


    Es ist mein erster Krimi von Michael Theurillat und so brauchte ich ein wenig Zeit, um mich mit seinem Schreibstil vertraut zu machen. Kurze prägnante Sätze, Dialoge denen zu folgen für mich nicht immer ganz einfach waren, unterbrochen von großzügigen Absätzen. Die Gewöhnungszeit nahm ungefähr ein Drittel des Buches ein, dann hatte ich mich mit allen Haupt- und Nebenakteuren bekannt gemacht. Erleichtert haben dies der stetige Spannungsaufbau und die ungemein interessante Entwicklung der Story.

    Lenz ist in meinen Augen kein klassischer Krimi, denn hier liegt der Fokus eindeutig auf einer politischen Abhandlung über den Bürgerkrieg in Syrien, seine Entstehung, die Rolle der westlichen, östlichen und nahöstlichen Staaten und seine Auswirkungen auf den weltweiten Terrorismus. Auch die mediale Manipulation wird thematisiert.

    Michael Theurillat ist nicht der erste Autor, der den Syrienkonflikt aktiv in seine Handlungen einbezieht. Für mein politisches Verständnis ist er jedoch der Erste der in seinen Aussagen der Wahrheit ziemlich nahe kommt.

    „Im Syrien-Krieg geht es weder um Religion noch um den eruptiven Aufstand eines Volkes gegen seinen Herrscher. Das ist alles Mumpitz. Demokratisierungsüberlegungen spielen dabei genauso wenig eine Rolle wie der Terrorismus per se…….Beim Konflikt in Syrien geht es im Wesentlichen um die Versorgung Europas mit Erdöl und Erdgas, um die Vormachtstellung Russlands in dieser Sache und um das Interesse einiger Golfmonarchien und der USA, hier ein Wörtchen mitreden zu wollen.“


    Fazit: Ein fast politischer Krimi mit einer sehr realistischen Abhandlung.