Beiträge von ele

    12 Minuten



    Todestreue, Krimi von Jörg Reiter und Peter Gallert, EBook 313 Seiten, erschienen im Ullstein-Verlag.


    Ein emotionaler Fall für einen außergewöhnlichen Ermittler: Polizeiseelsorger Martin Bauer.


    Martin Bauer Polizeiseelsorger in Elternzeit ist mit der aktuellen Situation zufrieden, er kümmert sich liebevoll um seine kleine Tochter Marie und hält sich vom Seelsorge-Dienst bei der Polizei fern. Da bittet ihn seine Frau, sich um Leon Berger zu kümmern. Er ist der Verlobte ihrer Bekannten, Yildiz. Drogenkriminalität, eine mysteriöse Motorradgang und eine brutal ermordete Frau, Berger steckt in großen Schwierigkeiten. Und schon bald wird klar: Bauer ist Leon Bergers letzte Hoffnung.
    52 absolut spannende Kapitel in idealer Leselänge, ein bildhafter flüssiger Schreibstil in auktorialer Erzählweise verfasst, haben mich wieder einmal hervorragend unterhalten. Schon zu Beginn gibt es eine kurze Zusammenfassung der wissenswerten Fakten aus den Vorgängerbänden, schon hat sich Lesefluss eingestellt und vorliegender Teil kann gut als Einzelband gelesen werden. Begriffe aus dem Polizeijargon und Eigennamen aus der Biker-Szene sind kursiv gedruckt und somit deutlich hervorgehoben. An den passenden Stellen, sind wiederum Bibelzitate mit Quellangaben eingefügt, das gefällt mir bei dieser Reihe ganz besonders. Der Plot ist zu jederzeit nachvollziehbar und glaubhaft. Die Spannung beginnt auf den ersten Seiten, steigert sich mit jedem Kapitel, deshalb habe ich die letzten 100 Seiten am Stück und die halbe Nacht hindurch, fertiggelesen. Keine Chance das Buch aus der Hand zu legen. In diesem Fall müssen die Beteiligten, vor allem Martin Bauer ordentlich was wegstecken. Die Geschichte ist nervenzerreißend spannend, aber weder unerträglich brutal noch abstoßend beschrieben.
    Alle Figuren handeln nachvollziehbar und authentisch. Die Personen aus den vorangegangenen Büchern haben sich charakterlich enorm weiterentwickelt. Die Protagonisten Martin Bauer und Verena Dohr, sind in ihrer Ermittlungsarbeit einfach unschlagbar, auch wenn sich die Zusammenarbeit manchmal schwierig erweist. Die Polizeiarbeit ist glaubhaft beschrieben, so als ob man den zuständigen Beamten bei ihrem Tun, stets über die Schulter blicken würde. Mein „Lieblingsunsympath“ Karman hat sich wieder einmal von seiner schlechtesten Seite gezeigt, aber auch das macht dem Leser viel Vergnügen. Die neuen Charaktere, die guten wie die bösen sind hervorragend gezeichnet, jede einzelne Figur konnte ich mir prima vorstellen. Besonders Leon Berger und seine Verlobte Yildiz habe ich richtig ins Herz geschlossen.
    Die Bücher des Autorenduos bestechen durch ihre ganz besondere Beschreibung des Settings. Wieder einmal konnte ich mir die „Schrottinsel, den Thronoi im Kantpark, oder die Rheinorange-Skulptur bildhaft vorstellen. Jedes Buch der Autoren handelt in einem eigenen Milieu, diesmal haben sie als Hintergrund die Biker-Szene und die Binnenschifffahrt gewählt. Chapeau!
    Ich hoffe, dass die Reihe fortgesetzt wird und freue mich schon auf einen weiteren Fall mit Polizeiseelsorger Martin Bauer.

    Für „Todestreue“ vergebe ich brillante 5 Sterne. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    145. Ein Buch über einen Fluss

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    Vor dem Hintergrund weltgeschichtlicher Verwerfungen erlebt Paris in den Jahren 1940 bis 1950 seine Wiedergeburt: Mit großer Erzählkunst lässt Agnès Poirier den Flair und das geistig-künstlerische Leben in einer der aufregendsten Metropolen der Welt lebendig werden. Ein unvergleichlich inspirierendes Porträt einer ganzen Epoche, deren Errungenschaften unser Dasein und Lebensgefühl bis heute revolutionieren.

    Ein Buch über Schäfer/Schafe

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    Leblos liegt der Schäfer George Glenn im irischen Gras, ein Spaten ragt aus seiner Brust. Seine Schafe sind entsetzt: Wer kann den alten Schäfer umgebracht haben? Und warum? Miss Maple, das klügste Schaf der Herde, beginnt sich für den Fall zu interessieren. Glücklicherweise hat George seinen Schafen vorgelesen, und so trifft sie das kriminalistische Problem nicht ganz unvorbereitet. Unerbittlich folgen sie der Spur des Täters und kommen den Geheimnissen der Menschenwelt dabei nach und nach auf die Schliche – bis es ihnen schließlich gelingt, Licht ins Dunkel zu bringen und den rätselhaften Tod ihres Schäfers aufzuklären.

    Ich muss erneut von meinem Berg (irgendwo in England) herunter :-?. Eine ältere Dame, die ich kennen lernen durfte, benötigt dringend Hilfe - sie versucht zwar nicht mehr den Esel aus dem Tierheim zu klauen, redet aber jetzt mit ihrem Sofa und das scheint gerade fiese Dinge zu antworten.

    (Ein sooo tolles Buch:thumleft:)

    Dann sollte ich es unbedingt mal vom SuB befreien:thumleft:

    Urga auf der Suche nach dem Glück


    Aufgetaut, Roman von David Safier, 336 Seiten, erschienen im Kindler-Verlag.


    Eine Frau aus der Steinzeit sucht das Glück.


    Urga, eine Steinzeitfrau war über dreiunddreißigtausend Jahre zusammen mit einem Babymammut in einem Eisblock eingefroren. Durch die Erderwärmung löst sich der Eisblock und wird an Bord des Kreuzfahrtschiffes Arctica 2 genommen. Nach dem Auftauen, begegnet sie Felix Sommer jr., seiner Tochter Maya und dem alten Seebären Kapitän Øyvind Lovskar. Sommer hat kein gutes Händchen in geschäftlichen Dingen und Lovskar ist auch nicht glücklich, denn seine Frau hat ihn verlassen. Schon bald kommt Cryogenics und Amanda Cole, die eine Kryotechnik-Firma leitet dahinter und wollen Urga für die Wissenschaft gewinnen. Auf der Suche nach dem Glück und auf der Flucht vor den Wissenschaftlern führt die Gefährten eine Irrfahrt aus der Arktis über Indien bis nach Italien.
    Das Buch hat mir sehr gut gefallen, dementsprechend schnell hatte ich es gelesen. Die Kapitel sind kurz und in angenehmer Leselänge, der Autor beschreibt im auktorialen Stil, das ist sehr hilfreich, denn der Leser hat dadurch Gelegenheit, die Gedanken und Innenansichten eines jeden Handelnden genau zu kennen. Zitate, Gedanken Eigennamen sind kursiv geschrieben und somit deutlich hervorgehoben. Safier schreibt sehr bildmalerisch, das Setting und auch die handelnden Personen konnte ich mir hervorragend vorstellen, oft verwendet er umgangssprachliche Begriffe z.B. ..,.das Dolle is…., die Zahnspange die an die Stacheldrähte von Verdun erinnert. Das lustige Kauderwelsch der Steinzeitfrau Urga gefiel mir, Sätze wie: „Verzeih mir, weil ich gefeigen Ohr dich“ oder die Worte Matschepampe und schnabbeln, ließen mich immer wieder schmunzeln. Ich habe alle Bücher aus der Feder Safiers gelesen und ich finde, vorliegender Roman gehört zu den besten. So kenne ich seine Bücher und so mag ich sie. Zwar nicht gerade realistisch, doch durchaus mit Tiefe. Witzig, herzlich und hier sogar mit einigen Lebensweisheiten. Auch die Figuren haben durchweg eine enorme Entwicklung durchgemacht. Besonders Felix, dessen Name ohnehin schon „der Glückliche“ bedeutet, auch Bruce der Wachmann oder Amanda, die durch ihre Krankheit ihr Päckchen zu tragen hat, sie alle sind bessere Menschen geworden, Urga und Lovskar sowieso. Am putzigsten und somit meine Lieblingsfigur war das Babymammut Trö. Seine Gedanken haben mich köstlich amüsiert. (Neue Mama hat so kuschelig haarige Beine).

    Nicht gut weggekommen bei mir ist allerdings Felix Sommer senior, einfach unsympathisch und der Bösewicht im Buch.


    Geeignet für Safier-Fans, als Geschenk und mit einem Augenzwinkern zu genießen. Zwei winzige Kritikpunkte von mir, wie schnell Urga unsere Sprache gelernt hat und die Szene im Hafenbecken fand ich ein wenig zu unglaubwürdig bzw. übertrieben, dafür möchte ich einen Punkt abziehen. Von mir deswegen 4 Sterne. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    142. Ein Buch über Bergleute/Bergwerke

    Ich mag die Krimis um den Polizeiseelsorger Martin Bauer sehr gerne. Hier der 2. Band

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    Polizeiseelsorger Martin Bauer ist auf alles vorbereitet, als er zu dem Einsatz in einem stillgelegten Bergwerk eilt. Dort wurde eine Leiche gefunden, übergossen mit Honig. Bei Ihrem Anblick ist Bauers Amtskollege, Polizeidekan Rüdiger Vaals, der die Beamten vor Ort betreuen sollte, mit einem Herzinfarkt zusammengebrochen. Darauf war Bauer nicht gefasst. Hat der Tote im Bergwerk etwas mit Vaals' Vergangenheit zu tun? Bauers Suche nach der Wahrheit führt ihn zu einem sterbenden Mann und tausend Meter unter die Erde...

    Wir spielen Gericht

    Marta schläft, Thriller von Romy Hausmann, EBook 331 Seiten, erschienen im dtv-Verlag


    Ein tief unter die Haut gehender Psychothriller über Schuld, Vergeltung und die Frage, ob ein Täter je wieder frei sein kann.


    Die 15jährige Nadja wird für ein grausames Verbrechen verurteilt. Nach ihrer Haftentlassung wünscht sie sich nichts sehnlicher, als wieder ein normales Leben zu führen. Eines Tages geschieht ein Mord. Und die wahre Begebenheit soll vertuscht werden. Ein abgelegenes Haus im Spreewald wird zum Schauplatz eines bizarren Spiels. Macht Nadjas Vergangenheit sie zum perfekten Opfer einer infamen Intrige?


    Das Buch gliedert sich in mehrere Erzählstränge und Zeitebenen, ein Teil, der mit dem Namen Nadja überschrieben ist und die Geschehnisse, doch leider ziemlich undurchsichtig und verworren, erzählt. Es ist die Geschichte Nadjas teils in der Gegenwart, aber auch in Rückblicken in die Vergangenheit. Ein weiterer Strang gekennzeichnet mit Zahlen, sind Ausschnitte aus Briefen, die niemals abgeschickt wurden, wobei anfänglich nicht klar ist an wen sie gerichtet und von wem sie geschrieben sind. Dann noch der Teil der mit Monat und Jahreszahl überschrieben ist und die eigentliche Mordgeschichte erzählt. Dazwischen noch der Mordfall an der jungen Nelly, der endgültig zur Verwirrung beigetragen hat.


    Dies ist das zweite Buch der Thrillerautorin Romy Hausmann, ihr Debütroman „Liebes Kind“ hat mir sehr gut gefallen, was beim ersten Buch, die besondere Spannung ausgemacht hat, fand ich in vorliegendem Buch des Guten zu viel, etwas mehr Ordnung hätte ich mir gewünscht. Ich hab mich gerade durch die verschiedenen Erzählstränge und diversen Zeitebenen unheimlich schwer getan ins Buch hineinzufinden, da war ich schlichtweg überfordert. Erst in der Hälfte des Buches haben sich die einzelnen Teile, langsam zu einem durchschaubaren Ganzen zusammengefügt und ich konnte, das Werk erst richtig genießen. Von da ab konnte sich auch ein Spannungsbogen aufbauen der bis zum Ende anhielt. Wie schon in ihrem Debütroman hat mich die Autorin mit überraschenden Wendungen und am Schluss mit einem fulminanten Ende überrascht. Immer wieder wenn ich dachte, ja so könnte die Story enden, haben sich die Fakten geändert und der Schluss lag wieder offen. Ich war des Öfteren drauf und dran, den Reader aus der Hand zu legen und das Buch abzubrechen, bin aber letztendlich froh, dass ich durchgehalten habe. Bei der Lektüre muss man sich unheimlich konzentrieren, nebenher hat mich sogar Musik abgelenkt. Die Story an sich ist interessant und auch raffiniert inszeniert, doch hier wäre etwas mehr Klarheit von Anfang an von Vorteil gewesen. Die unnötigen Erzählstränge und Zeitebenen hätte ich nicht gebraucht, einige Rückblicke oder auch zwei Erzählstränge hätten genügt, ständig hatte ich das Gefühl einige Seiten ausgelassen zu haben.

    Die Figuren waren durchweg gut charakterisiert. Gerade Nadja war mir sympathisch, gerade sie hat im Buch eine enorme Entwicklung durchgemacht, das hat mir gut gefallen. Auch der Charakter Gero van Hoven war trotz seiner intriganten Art, äußerst interessant angelegt. Seine Gattin Laura jedoch war mir von Anfang an suspekt, ein typisches Luxusfrauchen dazu oberflächlich und charakterschwach.

    Gerne würde ich ein weiteres Buch der Autorin lesen und hoffe, dass sie sich das nächste Mal auf einen übersichtlicheren Erzählstil festlegt. Geeignet ist dieser Thriller für Leser, die Geschichten mit mehreren Erzähl- und Zeitebenen und Plot-Twists schätzen. Von mir gutgemeinte 3 Sterne. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    wie schade, ich bin wie gesagt, bei 50 und war mir nicht sicher, ob ich noch nicht reingefunden habe, oder es bleibt so verworren. Im Moment kann ich nur hoffen, dass es anders wird. Mir macht, dieser Wechsel glaube ich zu schaffen, von einem Protagonisten zu dem anderen... Denn es scheint nicht so gut voranzukommen, aber es ist für mich noch verfrüht was dazu zu sagen. Bei 50 Seiten da warte ich immer, was noch kommt... Da bin ich gespannt, was du noch dazu sagst.

    Ich kann noch gar nicht so richtig sortieren, welche Figur erzählt, wer gemeint ist, ganz abgesehen davon in welcher Zeitebene es spielt (trotz Zeitangabe bei einem Strang). Da es sich aber um ein Rezensionsexemplar handelt, will ich es weiterlesen, eine Freundin hat mir Hoffnung gemacht, dass es sich noch im Verlauf der Lektüre klärt. :pale::cry:](*,)