Wahl der besten Bücher im BücherTreff

Beiträge von basco09

    Die Spannung ergreift einen sofort. Man ist direkt in der Geschichte drin, das ist der Autorin gelungen. Man erwacht mit Tess nach einem Messerangriff im Krankenhaus. Sie fürchtet um ihren Sohn Jamie, aber sie kann sich nicht verständlich machen.


    Dann beginnt die eigentliche Erzählung 55 Tage vor Jamies Geburtstag. Vor 4 Wochen ist Tess Mann Mark bei einem Flugzeugabsturz zu Tode gekommen. Sie ist ganz gefangen in der Trauer, auch ihr 7 jähriger Sohn leidet sehr darunter, der Tagesablauf kommt schon morgens kaum in Schwung. Immerzu hadert sie mit sich, ob sie die verschriebenen Antidepressiva einnehmen soll. Oft ist sie ungeduldig und harsch mit Jamie. Man erfährt, dass Mark sich wohl von seinem älteren Bruder Ian für die Hausrenovierung 100.000 geliehen hat. Er taucht bei Tess auf und verlangt das Geld zurück, doch sie sieht sich noch nicht in der Lage, sich mit dem Erbe und den Finanzen auseinander zu setzen. Aber wieso bietet ihr die Fluggesellschaft eine Kompensation für 2 Passagiere an?


    Plötzlich und unerwartet steht dann Shelley Lange vor ihrer Tür. Sie ist Trauerbegleiterin und Tess Mutter hat für sie einen Termin mit ihr gemacht, da sie sehr besorgt um ihre Tochter ist.

    Die Erzählung der vergangene Ereignisse wird immer wieder von kurzen Auszügen aus den Vernehmungen nach dem Messerangriff unterbrochen. Das macht die Geschichte spannend und abwechslungsreich. Der Leser fragt sich, was da los ist, was das alles bedeutet. Man wird zu Spekulationen angeregt. Je näher man dem Geburstag kommt, desto gespannter ist man.

    Einige der Ereignisse klären sich auf, Tess sieht manchmal etwas klarer, doch das Buch strebt ungebremst dem Höhepunkt entgegen. Der Roman findet ein überraschendes sehr realitätsnahes Ende und lässt einen mit nicht ganz einfachen Gefühl zurück.

    Die Autorin weiß anscheinend sehr gut, wie Trauer und Depression sich anfühlen und auswirken. Sie kann das sehr realistisch und ergreifend vermitteln. Das zermürbende Schwanken zwischen trüber Realität und beklemmendem Verfolgungswahn kann den Leser nicht kalt lassen.


    5 von 5 Punkten

    Die Erzählung beginnt im August 1881 in Texas. Die 27-jährige Hebamme Thea Michener verlässt ihren geliebten Wohnort Ladreville, da sie dringend eine Veränderung braucht und hofft, ihr Geheimnis hinter sich lassen zu können. Sie macht sich mit großer Vorfreude auf den Weg und wird auch ihre Trauerkleidung hinter sich lassen, die sie seit dem Tod ihres Mannes und ihres totgeborenen Sohnes getragen hat. Ihre französichstämmige Freundin Aimee Jarre begleitet sie, auf der Suche nach ihrer leiblichen Mutter.


    Der 30-jährige Texas Ranger Jackson Guthrie verpasst Thea so knapp. Er glaubt dass sie zu einer vierköpfigen Räuberbande gehört. Er hat sie im Verdacht mit dem Mord an seinem jüngeren Bruder zu tun zu haben. Er folgt ihr weiter. Sein Plan ist, sie mit einem Nachtritt zu überholen. So hofft er, sie unverdächtig beobachten zu können, um sie ihrer Schuld mit weiteren Beweisen überführen zu können. Doch auf seinem Ritt hört er plötzlich ein Baby schreien. Er nimmt den verlassenen Jungen mit und will später untersuchen, von wem er einfach ausgesetzt wurde. So hat er auch den perfekten unschuldigen Grund gefunden, um Kontakt zu Thea zu suchen.


    Man folgt Theas und Jacksons Geschichte von der ersten Begegnung an gespannt. Wie ihre Liebe langsam und stetig wächst ist nachvollziehbar und herzerwärmend dargestellt. Beide sind sehr sympathische und überzeugende Protagonisten. Der Weg von den ersten zarten Gefühlen bis zum Heiratsantrag ist nicht einfach für Thea und Jackson. Es tauchen auch viele interessante Nebenfiguren auf, von denen einige weitere schöne Romanzen erleben. Dieser dritte Teil schließt gut an den vorherigen Band an und erzählt Graces Geschichte fesselnd weiter. Die Entwicklungen um Jacksons Suche nach der Räuberbande sorgen für Dramatik und Nervenkitzel.


    Das Buch findet ein überzeugendes romantisches Ende, mit guten Hoffnungen für die Zukunft. Sehr gut umgesetzt sind die zentralen Themen um die Kraft des Gebetes und der Bedeutung von Ehrlichkeit.


    5 von 5 Punkten

    Der Prolog ist einfach überwältigend. Die Weite, Einsamkeit, Dürre und Trostlosigkeit trifft den Leser und schafft sofort Atmosphäre.


    Cameron, der mittlere Bruder der Bright Brüder wird kurz vor Weihnachten, nach der Vermisstenmeldung, von einem Piloten tot in der Wüste aufgefunden. An der Landmarke stockman's grave. Die Umstände sind zunächst allen Beteiligten unklar. Während sie auf den Polizisten und den Mediziner warten müssen, suchen die beiden Brüder nach seinem Wagen und finden ihn 8 Kilometer entfernt intakt mit Wasser und Nahrungsmitteln für eine Woche. Es ist ein Rätsel. Zunächst übernimmt ein ganz junger Polizist die Aufnahme, da Sergeant McKenna bei einem anderen Fall nicht wegkann. Die unglaubliche Größe Australiens wird fühlbar. Für Arbeiten sind die Farmer stunden- und tagelang unterwegs.


    Nach den Ereignissen kehren alle auf der Farm der Großmutter ein. Auf der elterlichen Farm findet die trauernde Familie so zusammen. Der Tote lässt seine Frau Ilse und zwei junge Töchter zurück. Auf Nachfragen stellt sich heraus, dass er in den letzten Wochen nicht er selbst war. Oft erlebte die Familie Cameron übernächtigt, unaufmerksam und reizbar. Doch keiner weiß den Grund. Im Raum steht ein möglicher Selbstmord. Allerdings erscheint die Methode allen doch reichlich bizarr. Die Gruppe der Charaktere wird von zwei Backpackern, die im Haus helfen, ergänzt. Es wird klar, dass es in Nathans Vergangenheit dunkle Geheimnisse gibt, die ihn unbeliebt gemacht haben. Die Andeutungen lassen den Leser mit rätseln.


    Es kommt nicht wirklich zu Ermittlungen. Die Geschichte bleibt hauptsächlich durch Nathans Fragen in Bewegung. Die Autorin nimmt sich Zeit, die Protagonisten zu beleuchten. Nathan kann einem ans Herz wachsen. Die vergangenen Ereignisse klären sich nach und nach auf, bis der Anruf von Glenn alle aufwühlt und noch mehr Geheimnisse der Vergangenheit auftauchen. Das Ende kann überraschen und lässt einen nachdenklich, aber auch hoffnungsvoll zurück.


    Bei diesem Roman handelt es sich weniger um einen mitreißenden Thriller, sondern um ein sehr spannendes Familiendrama. Ich habe hierfür schon die Bezeichnung Outback Noir gelesen. Die Autorin bringt dem Leser die Härte und die Einsamkeit dieses Lebens sehr gut nahe. Das geht unter die Haut. Diese Geschichte macht neugierig. So habe ich einiges zu Australien recherchiert und gelernt, das mir im Gedächtnis bleiben wird. Bislang das beste Buch der Autorin.


    Für mich ein ganz großer Australien Roman!


    5 von 5 Punkten

    Nachdem ich in den letzten Tagen drei Thriller abgebrochen habe, hab ich mich nun endlich an diesem hier festgelesen.


    Gleich muss ich leider länger zum Zahnarzt, neue Krone, mal schauen, wie es mir danach geht und ob ich Zeit und Lust für das Buch finde...

    Ich wundere mich gerade über die Bewertungen des Krimis. Bisher habe ich ca. 100 Seiten gelesen und abgesehen vom spektakulären Prolog passiert nichts. Jedenfalls nichts, was man von einem Krimi erwartet: Spannung, ein Ermittlungspuzzle, Personen, mit denen man sich anfreundet, ... Dass die Autorin bei der Polizei war und weiß, wovon sie schreibt, merkt man: Wie im richtigen Leben besteht die Polizeiarbeit hier aus Bürozeit, Aktenstudium und Besprechungen. Aber will ich davon 400 Seiten lesen? Krimi und Wirklichkeit sind zwei Paar Schuh. :|

    Wenn ich mich recht erinnere kommt da noch ein heftiger Twist... Vielleicht also noch etwas durchhalten...

    Gestern habe ich zwei eBook Thriller angelesen und abgebrochen, aber dann habe ich mich an "Nur wenn ich fliehe" von Terri Blackstock festgelesen. Damit geht es gleich auch weiter...


    Heute Nachmittag gehen wir dann mit meiner Schwester+Mann, meinem Bruder+Frau und den 3 Neffen zusammen in die Oper Bonn in Die Schneekönigin. Ich bin schon ganz gespannt! Anschließend dann noch irgendwo Essen fassen...

    Das freut mich sehr! Das Buch wartet schon im Regal auf mich. :)

    Ich habe gerade in der Mittagspause "Die Charité" beendet und bin sehr sehr zufrieden mit dem Buch. Zwar das ein oder andere Klischee und die ein oder andere vorhersehbare Entwicklung, aber insgesamt war das einfach schön und vor allem interessant zu lesen, mit lebendigen Figuren und mich mit der Gier auf den zweiten Band und auf der Suche nach Sekundärliteratur zurücklassend.

    Danke für Deine Einschätzung! Das klingt doch gut!

    Das Buch spielt zunächst in Schottland, auf der Isle of Kerrera im Mai des Jahres 1752. Larks Mutter, die frühere Kräuterfrau des Schlosses, war in ihrer Kindheit auch die Amme des Laird Magnus. Damals wuchsen sie ungeachtet des Standesunterschiedes, dessen sie sich auch nicht bewusst waren, zusammen auf. Sein Vater zwang ihn dann aber, gegen die Gefühle seines Sohnes, vor Jahren eine Frau von Stand zu heiraten.


    Lady Isla hatte seit dem schon sechs Fehlgeburten und Magnus hat kaum noch Hoffnung auf einen Erben. Lark soll für die Herrin, die sich nun auf dem Castle erholen soll, ein Tonikum anfertigen, das bei der Kinderlosigkeit helfen soll. Doch die junge Heilerin hat bereits manches ausprobiert und glaubt selber, dass nur noch Beten hilft. Dennoch versucht sie sich auf Magnus Drängen hin an weiteren Tränken. Lady Isla lebt nur widerwillig auf Kerrera. Sie hält die Gegend für unzivilisiert und abgelegen und hält sich lieber in Edinburgh auf.


    Lark und der Laird sind auch mit den örtlichen Schmugglern verbandelt, die unter hohem Risiko notwendiges für das verarmte Volk beschaffen. Salz, Tee, Melasse und Hafer. Seit einiger Zeit interessiert sich Lark für deren Captain Rory.


    Doch dann führen tragische Ereignisse um den Tod der Herrin Isla und dem Auffliegen der Schmuggler dazu, dass alle drei sich als Strafgefangene auf einem Schiff in die Kolonien Amerikas wiederfinden. Auf der Reise und vor Ort erwarten sie manche Irrungen und Wirrungen.


    Dieser Roman ist sehr atmosphärisch, man ist schnell in Ort, Handlung, Zeit und Menschen drin. Dabei helfen die Fantasie beflügelnden detaillierten Beschreibungen von Land, Leuten und Lebensumständen. Die Autorin bedient sich einer der Zeit sehr schön entsprechenden Schreib- und Ausdrucksweise. Laura Frantz hat hier nachvollziehbare und sympathisch Protagonisten erschaffen. Mit Spannung verfolgt man ihr Schicksal.


    Religiöse Themen sind hier die Kraft des Gebetes und der Hoffnung. Die Geschichte kommt zu einem gefühlvollen und glaubhaften Ende.


    5 von 5 Punkten

    Gestern habe ich für Netgalley mit dem neuen Thriller von Jane Harper "The lost Man" begonnen. WOW, war das mal ein Prolog. Es spielt wieder in der Dürre und Einsamkeit Mittelaustraliens und die Autorin bringt es hier noch besser rüber, als in ihrem ersten Buch, finde ich. Bin jetzt bei 12% und nachher geht es weiter...


    Heute sind wir bei Schwägers zum traditionellen Heringssalat eingeladen. Schwager hatte 79. Geburtstag. Wir brechen schon am Nachmittag auf, da mein Mann bei ihnen auch noch am Compi nach dem Rechten schauen muss...