Beiträge von basco09

    Im Prolog ist die angeschossene Elena Meyer auf der Flucht vor Verfolgern. Mit letzter Kraft wirft sie sich auf die Straße, wo sie mit einem Auto kollidiert und schnell von einer Menschenmenge umringt wird.


    Dann lernen wir die eigentliche Musiktherapeutin Kendra Michaels beim Kampftraining mit ihrem langjährigen Freund Adam Lynch kennen. Sie will nicht nur Selbstverteidigung lernen, sondern auch wie man den Gegner ernsthaft verletzen oder ganz ausschalten kann. Die Interessen ihres Trainers gehen weiter, was er recht offen zu verstehen gibt. Die beiden haben wohl schon manch brenzlige Situation zusammen durchgestanden. Kendra wurde blind geboren und hat erst nach 26 Jahren durch einen chirurgischen Eingriff die Sehkraft erlangt. Daher sind ihre restlichen Sinne besonders geschärft. Das macht sie zu einer überragenden Ermittlerin, um die sich Polizei und FBI reißen.


    Lynch war selber mal FBI Agent und arbeitet jetzt aber freiberuflich für die Regierungsagenturen. Obwohl Kendra schon in unzähligen lebensgefährlichen Situationen war, will sie lieber keine Waffe tragen. Dann tauchen während des Trainings Griffin und Metcalf vom FBI mit dem neuen Fall auf und sie beweist direkt mal, ihre unglaubliche Beobachtungsgabe und ihr Deduktionsvermögen, in dem sie die Details zur Sache errät. Auf Bitten der Agenten erläutert sie später sehr unterhaltsam, wie sie auf die vorherigen Schlussfolgerungen gekommen ist. Das erinnert sehr an die neue Sherlock Serie oder Folgen von The Mentalist.


    Die Tote hatte einen Umschlag mit Kendras Anschrift in der Tasche, daher sind die Agenten direkt zu ihr gekommen. Aber sie kennt die junge Frau nicht. Im Umschlag war ein USB-Stick mit einem Video darauf. Es scheint eine harmlose unverdächtige Amateuraufnahme von einer Hochzeitsfeier zu sein. Keiner kann erkennen, warum sie für diese Bilder ihr Leben geben musste. Aber Kendra kann ihnen immerhin einige Tipps geben. Schon ist sie widerwillig mit dem Fall verbunden...


    Die Ermittler haben gerade den Ort der Feierlichkeiten gefunden, als sie auch schon entdecken müssen, dass die Braut aus dem Video entführt wurde...


    Im Laufe der folgenden Geschichte werden die Ermittler mehrfach attackiert und in Lebensgefahr gebracht. Das Buch nimmt Tempo auf. Es kommen weitere Unterstützer an Bord. Die Autorin führt sehr sympathische Nebenfiguren wie Kendras blinde beste Freundin Olivia oder den durch und durch toughen Lynch ein, der sich einfach nie abschütteln lässt. Neben dem Plot dreht sich viel um das Zwischenmenschliche, was ich in Thrillern sehr schätze. Zwischen Kendra und Lynch kommt es zu witzigen Flirtereien, cleveren Andeutung und Wortwechseln.


    Auch wenn man es nicht für möglich hält, wird der Fall noch persönliche für Kendra. Die Spannung steigert sich weiter. Der Bösewicht manövriert sie in eine unmögliche und ausweglose Situation. Das Ganze wird sehr emotional. Dann kommt es zu einem ideenreichen gewaltigen Showdown, zur finalen Konfrontation. Abschließend wird der Fall zum Teil gelöst. Das Buch schließt dann mit einem spannenden Ausblick auf eine mögliche Zukunft.


    Die Serie werde ich definitiv im Auge behalten. Man konnte diesen Teil aber auch prima lesen, ohne die vorherigen Bücher zu kennen.


    4,5 von 5 Punkten

    Erzählt wird dieses Buch, mit einer außergewöhnliche Grundidee, aus der wechselnden Sicht von Hanna und Suzette. Man ist sofort in der Geschichte drin.

    Die 7-jährige Hanna will oder kann nicht sprechen. Alle kindlichen Versuche konnten sie nicht zufrieden stellen. Zudem gefällt es ihr, dass es ihre Mutter ärgert. Das genießt sie. Ihre Mutter Suzette jedoch lässt nicht locker und sie wird mal wieder von Ärzten gründlich untersucht. Hanna vergöttert ihren Vater Alex. Dabei fordert er in Wirklichkeit die gehassten Untersuchungen. Alex ist Schwede und seit 19 Jahren in USA . Suzette hat gerade eine OP wegen ihres Crohn hinter sich und ist noch recht angeschlagen. Hanna wird von ihr zu Hause unterrichtet. Sie kann schreiben und rechnen, aber nicht sprechen. Daher lebt sie sehr isoliert. Da von den Ärzten wieder keine körperlichen Ursachen gefunden werden, wird diesmal der Besuch eines Kinderpsychologen empfohlen.


    In den nächsten Kapiteln lernt man Hanna und ihre bösartigen Streiche besser kennen. Sie führt einen regelrechten Kampf mit ihrer Mutter aus. Fühlt sich immer zu von ihr verlassen oder vernachlässigt und ungeliebt. Sie fordert ungeteilte Aufmerksamkeit und hat ohne Ende Tricks um sich durchzusetzen. Sie versucht ständig Suzette zu bestrafen.


    Durch ihr schrecklich unartiges und teilweise schon gefährliches Verhalten wurde sie schon aus zwei Kindergärten und drei Vorschulen ausgeschlossen. Suzette ist nun so verzweifelt, dass sie ihre Tochter auf eine Schule wegschicken möchte, aber davon muss sie ihren Mann Alex erst überzeugen. Zu ihm ist sie immer ganz lieb, engelsgleich. Suzette vermutet, dass Hanna unterfordert ist und will das klarstellen, damit sie nicht weiter ihr Leben und ihre Ehe zerstören kann. Der ewige Kampf ist ganz schlecht für Suzettes Crohn und sie fürchtet sich, dass sie bald einen künstlichen Darmausgang brauchen wird. Eine Horrorvorstellung. Dabei wollte sie unbedingt besser, als die eigene Mutter sein, die sie damals ihrer Krankheit überlassen hat. Aber schon die Schwangerschaft hat sie fasst umgebracht. Sie fühlt sich von Hanna sadistisch manipuliert. Zur Krönung überrascht ihre diabolische Tochter sie eines Tages plötzlich mit zurückgerollten Augen und dem Spruch: Ich Bin nicht Hanna! Damit konfrontiert, verleugnet sie vor Alex pantomimisch wieder alles. Daraufhin glaubt er nun irrwitziger weise, dass seine Frau ein psychisches Problem hat. Dann reift bei Hanna der Gedanke, dass sie ihre Mutter für immer loswerden will...


    Man wird immer weiter in dieses perfide Spiel hinein gesogen. Kann gar nicht aufhören zu lesen, fliegt über die Seiten. Die Auseinandersetzungen werden gefährlicher. Die Spannung steigert sich kontinuierlich. Man wird tief in Hannas surreale, kranke und perverse Gedankenwelt hinein gezogen. Es kommt zu einem überraschenden offenen Ende, das einen mit einem unguten Gefühl und einem üblen Verdacht zurück lässt.


    Man hat Mitleid mit Suzette und fühlt mit ihr. Alex dagegen ist ein schwieriger Charakter. Er ist mir zu anhnugslos. Hanna wird so super clever dargestellt, kann aber wohl doch nicht ganz die Auswirkungen überblicken, die der Wunsch nach dem Verschwinden ihrer Mutter, haben wird. Unglaubhaft und nicht nachvollziehbar ist für mich der völlig freie Zugang, den die Eltern Hanna trotz allem auf das Internet gewähren.


    Das Buch ist unglaublich fesselnd. Ich habe es in rekordverdächtigen 2 Tagen gelesen. Aber der Grad an Grausamkeit und Grusel lassen mich gespalten zurück.


    4 von 5 Punkten

    Der Prolog beginnt im Jahr 1879 in Texas, Fannin County. Nach dem Tod ihrer Eltern begeben sich die beiden Waisen Evangeline (4) Hamilton Pearson (9) mit ihren Betreuerinnen auf dem Weg in den Westen, um eine neue Familie zu finden. Evie hat große Sorgen, dass sie wegen ihrer verschiedenfarbigen Augen nicht genommen werden, aber ihr großer Bruder schafft es wie immer sie zu trösten und sie aufzumuntern. Mit einem Trick können sie es gerade eben noch verhindern, dass sie getrennt werden. Auf dem Rückweg nach New York kommt es zu einem schrecklichen Bahnunglück und Hamilton wird tödlich verletzt, als er dem 13-jährigen Zach das Leben rettet. Er nimmt aber diesem Waisen noch das Versprechen ab, sich um Evie zu kümmern. Der clevere, aufmüpfige und ebenfalls unvermittelbare Junge beschließt mit ihr und Seth, einem weiteren Waisenjungen, der seit Kindesbeinen an Asthma leidet, zu flüchten. In New York würde sie nur ein Leben in Armut erwarten.


    Die eigentliche Geschichte beginnt dann in Texas, Pecan Gap im Juli 1894.

    Logan Fowler will sich für seine Mutter an Zach Hamilton rächen. Vor sieben Jahren verlor seinetwegen seinen Vater und die Farm. Er sucht den bekannten Spieler, Betrüger und Revolverhelden namens Zach, aber so ein Mann ist den Einheimischen unter diesem Namen nicht bekannt, was ihm schon seltsam vorkommt... Man berichtet ihm von den drei Hamilton Geschwistern, die sich kein bisschen ähnlich sehen. Die junge Frau halten sie wegen ihrer Augen für eine Hexe. Er beschließt sich weiter umzuhören und die Farm auszuspionieren, um seine Rache genau planen zu können.


    Zach hat die drei Waisen nach dem Unglück mit allen möglichen Jobs durchgebracht während Seth auf Evie aufgepasst hat. Sie leben mit einem zahmen Wildschwein auf einer abgelegenen Farm. Evie hat in den letzten Tagen Spuren eines Camps an den Grenzen ihrer Ländereien entdeckt und möchte mehr herausfinden, da sie Rätsel und Geheimnisse liebt. Logan wiederum spioniert ihr hinterher, um mehr über ihre Familie herauszufinden. Spontan rettet er sie dabei vor dem Angriff eines vermeintlichen Wildschweins, obwohl sie die Schwester seines Feindes Zach ist.


    Es kommt zu einem witzigen ersten Zusammentreffen und einem spritzigen Schlagabtausch zwischen den beiden. Die Autorin schafft es definitiv mit ihrer Darstellung den Leser zum Lächeln zu bringen. Logan findet Evie widerwillig spontan sympathisch und anziehend, freundlich und positiv eingestellt. Wogegen sie bemerkt, dass er dem zurückhaltenden, sturen und misstrauischen Zach sehr ähnelt. Sie versucht ihn auszufragen, stuft ihn dabei schnell als vertrauenswürdig ein, obwohl ihm ja klar ist, dass er selber nichts Gutes im Schilde führt und sie mit seiner Rache an Zach sicher auch verletzten wird.


    Er hat den benachbarten Grund gekauft und sie beschließt ihn näher kennenzulernen, da er vor ihren Augen gar nicht zurückschreckt. Sie erkennt, dass er mit seiner Narbe wohl auch Vorurteile, Anfeindungen und Ausgrenzung kennt. Sie bekommt das Gefühl, dass er sie lieber abschrecken und vor sich selber warnen möchte. Auch wenn Logan von ihr verzaubert ist, plant er über sie an seine Rache zu kommen. Er denkt sogar, dass seine traurige Geschichte sie gegen ihren Bruder einnehmen könnte und sie Logans Seite beziehen würde. Ihre Flirterei ist erfrischend und überzeugend.


    Auch wenn sie ein ähnliches Schicksal teilen hat sie sich im Gegensatz zu Logan nicht unterkriegen lassen und ist ganz anders als er frohgemut und positiv geblieben. Durch einige Zufälle und dramatisch Ereignisse verstrickt sich Logan immer mehr mit Evie und ihren Brüdern, statt mit seinen Racheplänen weiter zu kommen. Es folgt ein sehr spannendes letzten Drittel, kriminelle Aktivitäten werden aufgedeckt. Es kommt zu einer fesselnden Verfolgungsjagd und einem packenden Showdown, gefolgt von einem überzeugenden Ende.


    Man kann der fesselnden Erzählung gut folgen. Das Buch brilliert auch durch eine schöne zweite Romanze und starke sympathische Frauenfiguren. Logans Meinungsumschwung ist nachvollziehbar, geht aber vielleicht etwas schnell, obwohl manchmal hat man ja auch plötzlich Erkenntnisse...


    Wie jeder christliche Liebesroman, enthält auch „More than meets the Eye“ eine Moral, die aber nicht übermächtig daher kommt. Das Thema Glaube kommt hier nicht aufdringlich, sondern ganz normal und alltäglich vor. Die Romanze steht definitiv im Vordergrund dieses tollen Romans.


    4,5 von 5 Punkten

    Nach der Meldung von Verwesungsgeruch finden zwei Polizisten in einem verlassenen Haus eine tote junge Frau. Beim Betreten des Kellers geraten sie in eine Falle, es wird automatisch ein Gewehr ausgelöst. Beide werden zum Teil schwer verletzt. Das Opfer liegt verdurstet in einem Käfig mit einem jungen Hund, der knapp überlebt hat. Bei weiteren Untersuchungen tappen zwei Spurensicherer in eine Sprengfalle. Eine Ermittlerin wird getötet, dem zweiten die Beine abgerissen.


    Der Fall wird der FBI Special Agent und Neurowissenschaftlerin Sayer Altair übertragen. An die Seite wird ihr Vic gestellt. Eigentlich beschäftigt sie sich zur Zeit mit den Hirnscans verurteilter Serienkiller, aber sie lässt sich mit dem Versprechen einer Beförderung locken. Schnell kommen Sayer Erinnerungen an den Verlust ihres Mannes Jake, der vor drei Jahren in Ausübung eines Undercover Einsatzes getötet wurde. Weitere Bilder im Keller deuten darauf hin, dass es mindestens noch ein weiteres Opfer gibt, das eventuell zur Zeit eingesperrt und dem Tod ausgeliefert ist. Der Täter hat auch ein düsteres Video mit verstörenden Inhalten hinterlassen. Die erste gefundene tote junge Frau wird als die schon länger vermisste Tochter des Senators van Hurst identifiziert. Entsprechend hoch ist das Interesse der Medien.


    Unter hohem Zeitdruck starten die Ermittlungen und das Rennen gegen die Zeit, der Versuch ein weiteres Opfer vor dem grausamen Cage Killer zu retten beginnt...


    Man kommt gut in die Geschichte rein. Sie ist von Anfang an recht geradlinig erzählt, man kann gut folgen. Die Untersuchungen zeigen nach dem ersten Drittel Fortschritte und es kommt zu überraschende Entwicklungen. Man fiebert mit. Auch Kommissar Zufall spielt eine gehörige Rolle. Die detailliert und spannend beschriebene Ermittlungsarbeit in diesem absonderlichen Fall steht im Vordergrund der Geschichte.


    Zur Mitte steigert sich die Spannung nochmals, es gibt einige unerwarteter Wendungen und auch Fehlschläge. Es entfaltet sich ein unglaublich massiver, vielschichtiger Fall. Mit gruseligen Motiv, Modus Operandi und drastischen Taten.


    Es kommt am Ende der Geschichte zu einem packenden Showdown, alles wird aufgeklärt. Die Entlarvung des Übeltäters kann überraschen, meine Vermutung lief ins Leere.


    Das Buch punktet mit nachvollziehbaren Protagonisten, mit Ecken und Kanten, die aber nicht so überzeichnet sind, wie in manch anderem Thrillern. Ergänzt wird dies mit einer ganzen Reihe sympathischer Nebenfiguren, auch in tierischer Gestalt. Die toughe Sayer und ihr Partner Vic wachsen einem ans Herz, man würde sicher gerne mal wieder von ihnen lesen.


    4,5 von 5 Punkten

    Inmitten einer verheerenden Epidemie, dem Großen Vergessen, leben Ory und Max seit zwei Jahren in einem abgeschiedenen Hotel. Sie verstecken sich dort und schaffen gerade so das Überleben. Es beginnt damit, dass die Menschen ihre Schatten und dann nach und nach ihre Erinnerungen verlieren. Aber es geht nicht darum, dass man nur seinen Einkaufszettel oder die Schlüssel nicht mehr finden kann, sondern schnell werden daraus existenzielle Probleme. Die Menschen verlassen das Haus und finden den Rückweg nicht mehr, sie vergessen das Essen oder Trinken, erkennen sich nicht mehr, verlieren die Sprache, vergessen das Atmen.


    Je mehr Menschen betroffen sind, desto zerstörerischer wird das „Großen Vergessen“. Ory und Max sind schon fast alleine, leben in einem verlassenen Umfeld, müssen für Nahrung verlassene Geschäfte und leerstehende Häuser plündern. Doch dann verliert auch Max ihren Schatten. Verzweifelt versuchen sie dem fortschreitenden Prozess ein Schnippchen zu schlagen, doch Ory muss dringend ausziehen, um neue Lebensmittel zu besorgen.


    Überraschenderweise trifft er auf eine Gruppe von Menschen in Arlington. Sie berichten, dass es viele Gerüchte gibt, dass es in New Orleans Hoffnung geben soll. Alle pilgern nun dorthin. Wogegen in Washington DC etwas Schlimmes vor sich gehen soll, das sich ausbreitet. Aber Ory bleibt skeptisch und will lieber bleiben. Auf dem Heimweg wird er niedergeschlagen und völlig ausgeraubt. Mit einer schweren Kopfwunde schafft er es kaum in den Unterschlupf. Dort muss er geschockt erkennen, dass Max verschwunden ist. Ory macht sich verzweifelt auf die Suche nach ihr. Er ist sich sicher, dass sie nach DC, zu ihrem früheren Appartement aufgebrochen ist.


    Dann wechselt die Perspektive von Ory zu Naz aus Boston. Sie berichtet von den Anfängen. Zunächst hielt man das erste Verschwinden eines Schattens für ein Wunder, aber nach vier Tagen fiel dann das Vergessen auf. Das erste Opfer wurde orientierungslos und aufgeregt gefunden. Er erkannte schon seine Brüder nicht mehr. Das Vergessen weitete sich dann schnell ohne jedes Muster aus. Unabhängig von Alter, Geschlecht, oder Abstammung. Die Wissenschaftler übernahmen das Thema mit Erklärungsversuchen, Tests und Experimenten. Dann griff es auch auf andere Länder und Kontinente über. Man sperrte Betroffene zunächst in Quarantäne. Aber das half auch nicht. Nur vier Wochen nach dem ersten Fall erreicht es auch Amerika. Ory und Max wurden damit am Ende einer Hochzeitsfeier konfrontiert.


    Das Buch springt direkt ins Geschehen, fesselt gleich von Beginn. Die Erzählung wechselt zwischen diesen verschiedenen Sichten und immer wieder Aufnahmestücken von Max, die sie auf einen mitgenommenen Rekorder spricht, den ihr Ory gegen das Vergessen gegeben hat. Ory und Max sind spontan sympathisch. Man spürt sofort die große Liebe, die zwischen den beiden existiert. Gleich zu Anfang hatte ich aber schon Schwierigkeiten zu verstehen, wie das Ganze auf magische Weise auch die Realität verändert.


    Mit ihren Sprüngen und Perspektivenwechseln ist es keine geradlinige Erzählung, aber die Autorin baut sie so geschickt auf, dass die Geschichte schnell dahin fließt, mitreißt. Man will unbedingt wissen, wie es weitergeht und wie das alles passieren konnte. Man klebt an den Seiten, inhaliert die Worte.


    In der Mitte entwickelt die Geschichte jedoch Längen. Immer mehr Kämpfe, immer mehr Vergessen, immer mehr scheinbar magische Entwicklungen. Eine dystopische, trübe, verzweifelte Welt. Das Ende kann dann schließlich überraschen. Mich hat das Buch nachdenklich zurückgelassen. Irgendwie eine Mischung aus Zombie Apokalypse und dem Buch „Der Anschlag“ von Stephen King. Definitiv außergewöhnlich.


    4 von 5 Punkten.

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