Beiträge von Rita

    Wie ich schon in dem "Ich lese gerade- Thread" schrieb, habe ich das Buch auch gelesen. Ich war geneigt, es frühzeitig in die Ecke zu pfeffern, weil auch ich die Handlung als zu seicht und unrealistisch empfunden habe, dass ich es fast für Zeitverschwendung hielt, es zu lesen.
    Hiyanhas Kritikpunkte decken sich weitgehend mit meinen. Hinzufügen auf der "Liste der nervigen Dinge" möchte ich noch die Treffen der Trauergruppe. Dort drehte es sich teilweise um Themen, von denen ich mir nicht vorstellen kann, dass sie in einer solchen Gruppe auf den Tisch kommen. Die Handlung war absolut vorhersehbar.
    Lediglich der ansprechende Schreibstil und die wenigen Stellen, an denen ich schmunzeln musste, ließen mich das Buch zu Ende lesen. Und vielleicht die Hoffnung, dass es Frau Moyes gelingt, das Niveau doch noch zu heben.
    Das Buch gehört für mich in die Kategorie "Kann man lesen, muss man aber nicht".


    Ach ja- New York ist schon eine faszinierende Stadt. Ich würde nicht dort wohnen wollen, aber es hat schon was- diese Kombination aus alten und neuen Gebäuden zu sehen, den riesigen Central-Park quasi mitten in die Stadt, die Hochhäuser, von deren Dach man eine atemberaubende Aussicht hat, das bunte Gewusel auf den Straßen und die imposante Freiheitsstatue mal in Natura vor sich zu haben.

    Ich habe es ausgelesen und bin sehr enttäuscht. Obwohl ich nicht ernsthaft damit gerechnet habe, dass die Geschichte ansatzweise an "Ein ganzes halbes Jahr" heranreicht, habe ich doch ein wenig mehr Tiefsinn erwartet. Absolut seichte Unterhaltung. Gehört für mich ganz klar in die Schublade "Kann man lesen, muss man aber nicht".

    Marceline Loridan-Ivens schreibt ihrem Vater 70 Jahre nach dessen Deportierung nach Auschwitz einen bewegenden Brief. Die damals15-Jährige die, nur drei Kilometer von ihrem Vater entfernt in Birkenau
    untergebracht wurde, berichtet über die letzte, kurze Begegnung mit ihrem Vater, über einen Zettel, den er ihr zugesteckt und dessen Inhalt sie weitgehend vergessen hat. Dafür hat sie eine schlüssige Erklärung:
    "Es war notwendig, dass das Gedächtnis zerbrach, sonst hätte ich nicht leben können" (S. 29).


    Marceline erzählt über das unmenschliche Leben in Birkenau, über Dinge,die dem Leser eine Gänsehaut über den Rücken laufen lassen. Sie musste Gruben ausheben, von denen sie annahm, dass darin ihre
    Verwandten verbrannt werden. Ihre Arbeit tat sie mechanisch, sie trug Kleidung von Verstorbenen und gab ihre Identität auf. In den Lagern gab es keine Frauen, keine Männer und keine Kinder, sondern nur "dreckiges
    Judenpack". Marceline funktionierte, zu mehr war man in dieser Situation nicht in der Lage.


    Nach der Befreiung fühlt sie sich von der Mutter unverstanden. Marceline wollte auf dem Boden schlafen, die Bequemlichkeit eines Bettes konnte sie nicht ertragen. Die Sehnsucht, sich mit dem Vater auszutauschen der
    gleiches erlebt hat, ist deutlich spürbar. Aber auch der Wunsch, mit ihm das Erlebte aufzuarbeiten. Bewegend berichtet die Autorin über das Leben nach der Befreiung und der Leser bekommt das Gefühl, sie habe sich
    bis heute nicht zurecht gefunden, zu tief sitzen die Wunden.
    Verwandte sterben, begehen teilweise Suicid- auch sie hatten Probleme, mit dem Leben klarzukommen und mir wird klar, dass diese schlimme Zeit das Leben vieler Menschen nicht nur vorübergehend, sondern dauerhaft
    verändert und beeinflusst hat. "Sie sind an den Lagern gestorben, ohne je dort gewesen zu sein" (S. 76).


    Die Autorin versucht, ihrem Leben Normalität zu geben. Noch immer ist die Sehnsucht nach dem Vater da, voller Bedauern sagt sie: "Ich habe so wenig Zeit gehabt, mir einen Vorrat von dir anzulegen" (S. 20).
    Mich hat diese Biografie sehr berührt und eine andere Sicht auf die Zeit eröffnet, die ich zum Glück nicht erleben musste. Und ich wünsche Marceline Loridan-Ivens, dass ihr das Schreiben dieses Buches ein klein
    wenig von der Last der Vergangenheit genommen hat.


    Ein unbedingt lesenswertes Buch!

    Hm, vielleicht basiert die Abneigung junger Leute gegen einen eReader darauf, dass man mit so einem Gerät nicht sieht, was man gerade für ein Buch liest.
    Ich meine, es handelt sich da ja um die selbe Generation, die derart mitteilungsbedüftig ist, dass sie ihr Mittagessen gleich (inclusive Foto) bei Facebook einstellen oder bei Twitter posten.
    Vielleicht wollen sie einfach nach außenhin zeigen, was sie grad lesen.


    Ist nur so eine Vermutung, ich kann mich da natürlich auch irren. :)



    Interessante Hypothese :D


    Ich hätte nicht nur keine Lust, ich könnte es augentechnisch gar nicht. [-( Unsere Büchereileiterin liest gelegentlich E-Books auf ihrem Smartphone, dabei ist sie ebenfalls Brillenträgerin und könnte in ihrem Alter vielleicht auch schon von Altersweitsichtigkeit betroffen sein. Das geht ja schon mit Anfang Vierzig los.


    @Gaymax
    Wenn das Lesen von E-Books auf dem Handy Deine Alternative zum Lesen gedruckter Bücher ist, wundert es mich nicht, dass Du keine Freude daran hast. Seltsam, dass Ihr jungen Leute (unsere Söhne sind auch so drauf, obwohl sie sonst sehr technik-affin sind) im Hinblick auf Reader so "konservativ" seid. :P


    Augentechnisch hätte ich damit kein Problem, aber das blendet und man muss ja ständig blättern und scrollen.


    Die Feststellung habe ich auch gemacht, €nigma :D Ich wollte die Wartezeit auf einen Flug mit Lesen überbrücken, zog meinen Reader aus der Handtasche, während neben mir eine junge Frau kniete, die ihren Handgepäck-Trolly öffnete, der ausschließlich und bis oben hin vollgepackt mit Büchern war. Irre! :roll:

    Liebe Brigitte,


    auch wir kennen uns schon aus "Bonprix-Zeiten" und haben sogar eine Weile zusammen gearbeitet. Ich war nicht ansatzweise so lange dabei wie du und hatte auch nicht so vielfältige Aufgaben zu erledigen. Aber ich glaube, dennoch einen kleinen Einblick erhalten zu haben und kann verstehen, dass du deine Freizeit nach der langen Zeit mal wieder anders gestalten möchtest. Es ist schön, dass du dem Forum als Mitglied erhalten bleibst.


    Danke für deine Arbeit im BT, den du mit den anderen Moderatoren zu dem gemacht hast, was er ist :friends:

    Rita schrieb:
    Danke für dir Antwort, E-krimi. Und woher weiß ich, ob ein Ebook DRM-geschützt ist? Merkt das erst der Empfänger, wenn er die Datei nicht öffnen kann?



    Wenn dur dir ein DRM freies Buch holst, ist die Datei ein .epup
    Zum einen ist bei einem DRM geschützten Buch auf der Seite ein Hinweis und die Datei ist eine .acsm - um diese zu öffnen und auf deinen Reader spielen zu können benötigst du "Adobe Digital Editions" (ADE) wo du dich und dein Gerät autorisieren musst.


    Ah so, dann sehe ich das also an der Art der Datei, gut zu wissen! Danke!

    Also, ich habe das Buch auch als eBook und habe keine Probleme damit die Zusammenhänge zu vetstehen.


    Was hast Du denn für einen Reader?
    Wenn Du einen Kindle hast, kannst Du doch mit der Pageflip-Funktion jederzeit durchs Bich blättern, ohne Deine aktuelle Seite zu verlassen.


    Das beruhigt moch doch etwas :roll: Ich habe den Tolino Vision, ob der auch so eine Funktion hat, muss ich mal herausfinden. Müsste doch aber auch über ein Lesezeichen gehen, denke ich. Gute Idee!


    Ich weiß nicht, wie gut Du Dich mit der Situation in Europa im Jahr 1940 auskennst. Ich hätte dieses Buch nicht als E-Book lesen wollen, da ich nicht gerade ein Spezialist für diese Zeit bin. Falls auch Du da nicht bewandert bist, rate ich Dir zum Besuch dieser Homepage zum Buch, da kannst Du einige Zusatzinformationen bekommen.


    Vermutlich weiß ich noch weniger darüber als du :wink: Ich werde mir die HP mal anschauen, danke für den Tipp :winken: