Beiträge von Smartie

    Wenn Autoren Fantasy schreiben, weil sie denken, dort gibt es keine Regeln....

    Man kann sich in einer Fantasywelt vieles ausdenken, dennoch muss es in sich logisch sein. Auch in einer Fantasywelt muss die Magie Regeln unterliegen.


    So ist es hier der Fall, dass die Zwerge ihre Magie und ihre Kraft aus der Erde beziehen. Logisch. Allerdings können sie auch die Luft bezwingen. Inwiefern hat die Luft etwas mit der Erdmagie zu tun? Eben, gar nichts.


    Mir hat das Buch überhaupt nicht gefallen. Es ist an so vielen Stellen überhaupt nicht stimmig.

    So lebt der 13-jährige Greg alleine mit seinem Vater zusammen. Der Vater ist nur immer wochenlang nicht da. Lebt Greg halt alleine. Total logisch. /*ironie off

    Die Mutter wird mit keinem Wort erwähnt.


    Was ich auch pädagogisch ganz schlimm fand: Jungs (Zwerge) weinen nicht. Das größte Tabu in Gregs Familie ist zu weinen. Egal was passiert, Greg darf nicht weinen.

    Als im Laufe der Geschichte der Vater eines Jungen stirbt, darf er selbst in der Situation nicht weinen.

    Sicher, es gibt auch Zwergenmädchen und die dürfen auch nicht weinen, weil Zwerge halt nicht weinen. Aber immer wenn es um das Thema weinen geht, betrifft es eben Jungs.

    Was ist denn das für eine pädagogische Botschaft? Das hat mich echt wütend gemacht.


    Es gab noch mehr solcher denkwürdigen Stellen, die ich pädagogisch für nicht gut heiße. .


    Fazit:

    Das Buch wird mit „Percy Jackson“ beworben. Den Anspruch, dass das Buch so gut wie Percy Jackson ist, hatte ich gar nicht. Aber es ist so weit von Percy Jackson entfernt, dass mir gerade gar kein Vergleich einfällt. Die einzige Gemeinsamkeit ist, dass beide Jungs nicht wussten, dass sie einem nicht-menschlichem Volk angehören.


    2:bewertung1von5::bewertung1von5:

    Herz aus Stein

    Schwert und Krone Teil 4

    Autorin: Sabine Ebert

    Verlag: Knaur (November.'19)

    ISBN-10: 3426226626

    Seiten: 528


    Herz aus Stein“ erzählt die deutsche Geschichte von 1157-1167.

    Kaiser Friedrich I., bekannt unter dem Namen Barbarossa (italienisch für Rotbart) regierte am Höhepunkt seiner Macht. Doch nicht alle Königreiche und Städte wollen sich ihm unterwerfen. Gerade in Italien widersetzen sich ihm viele standhaft. Ganz voran das reiche Mailand.

    So ist er immer wieder genötigt über die Alpen zu reisen und zwingt seine Soldaten zu grausamen Schlachten.


    Sein Freund und Vetter Heinrich der Löwe nutzt es weiterhin aus, dass Friedrich ihm alles durchgehen lässt. Er zerstört eine bedeutende Zollstation in Freising und baut sie in seiner Stadt, dem damals noch ganz unbedeutendem München wieder auf. Auch zieht er mit neuen Waffen aus Italien gegen die Slawen.


    Was beide Herrschern dringen brauchen, ist einen Erben.


    Doch Sabine Ebert erzählt nicht nur von den Männern. Sie lässt auf wunderbare Weise die Frauen lebendig werden.



    Meine Meinung:

    Das Buch, die ganze Reihe, ist überdurchschnittlich gut.


    Sabine Ebert hat wirklich eine Begabung dafür, die Personen und generell die Vergangenheit lebendig werden zu lassen. So müsste der Geschichtsunterricht in der Schule sein!


    Fast alle Personen in der Saga sind historisch verbürgt. Es gab sie wirklich. Und das macht alleine für sich schon einen Zauber aus. Man fühlt sich den Protagonisten einfach näher. Man leidet nochmal anders mit denen, die man lieb gewonnen hat.


    Eine Stärke von Sabine Eberts Büchern ist- auch, dass die Frauen eine bedeutende Rolle spielen. Geschichte wird fast immer von Männern geschrieben und so erfahren wir eben in der Regel auch nur von den historischen Männern. Doch was war mit Beatrix, der 12 jährigen Braut von Kaiser Friedrich? Oder mit Königin Adele von Dänemark, deren Mann bei einem Friedensmahl seine beiden Mitregenten hinterrücks ermorden wollte? Ebert erzählt uns, wie es gewesen sein könnte. Und das so nahe an der Realität, dass es einfach viel Spaß macht.


    Ich habe mich sehr gefreut, all die lieb gewonnen Figuren wieder zu treffen. Ganz vorne weg habe ich mich über Hedwig gefreut, die nun eine erwachsene Frau geworden ist.

    Natürlich blieb es nicht aus, dass auch manche ans Herz gewachsene Persönlichkeit gestorben ist.


    Was an diesem Buch anderes war als an den Vorgängen, dass man mehr vom Alltag der Ritter und der einfachen Leute mitbekommen hat. Wie schwer muss die Ritterrüstung gewesen sein, wenn der Knappe sie kaum zum Turnierplatz getragen bekommt? Was müssen die einfachen Bauern erdulden, wenn der Markgraf gerade nicht da ist und andere Ritter das ausnutzen? Oder wenn der Herr über das Dorf ein mieser Tyrann ist?

    Damit rundet Sabine Ebert in meinen Augen ihre Erzählungen weiter ab, ging es in den vorherigen Bänden doch fast ausschließlich um den Alltag der Adligen.


    Im Nachwort erklärt Sabine Ebert übrigens, dass das hiesige Ende mit Christian nahtlos an ihre Romanreihe „Das Geheimnis der Hebamme“ anknüpft.


    Zusätzliches:

    Es gibt ausführliche Landkarten, Zeittafeln, Stammbäume. Ebenso ein Glossar und eine weiter führende Literaturliste. Im Nachwort beschreibt Sabine Ebert noch, welche Gegebenheiten wirklich passiert sind und welche sie sich ausgedacht hat. Das hat mir nochmal einen Schauer über den Rücken gejagt, das ein sehr berührendes Ereignis wirklich passiert ist.


    Fazit:

    Ein außergewöhnliches und ausgezeichnetes Buch!

    Ich lese normal keine Romane, die im Mittelalter spielen. Doch hier konnte ich nicht aufhören und bin jetzt schon traurig, dass dies der vorletzte Band ist.


    Die Figuren, besonders die Frauen, sind wunderbar gezeichnet und es macht großen Spaß sich mit einem Teil der Geschichte auseinander zu setzen, der einen sonst nicht interessieren würde.


    Danke, liebe Sabine Ebert, für diese abenteuerliche und verständlich erklärte Reise in die deutsche Vergangenheit. Ich hoffe und wünsche mir, dass auch nach dem letzten Teil der Barbarossa-Saga noch viele Bücher in diesem Stil folgen werden.


    5 :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Absolute Leseempfehlung!

    Der Fall Jane Eyre:

    Thursday Next 1

    Autor: Jasper Fforde

    Sprecherin: Elisabeth Günther

    Verlag: Audible Studios

    Zeit: 12 Std. 25 Min

    ASIN: B00IGDV72I



    In der Welt, in der Thursday Next lebt, wird Literatur so wichtig genommen, dass es eine eigene Spezialeinheit gibt, die gefälschte Werke aufspürt. Als eine solche LitAg arbeitet die Protagonistin Thursday.

    Eines Tages wird sie von einer Sondereinheit um Hilfe gebeten. Der Superschurke dieser Welt hat ein Originalmanuskript gestohlen. Und er wäre nicht der Superschurke, wenn es ihm einfach nur ums Geld gehen würde.


    Achtung! Der Klappentext spoilert wesentliche Inhalte des Buches!

    Fantasy, Magie, Zeitreisen, Steampunk und Krimi

    Was für ein skurriler Roman. Eine Mischung aus Fantasy/Magie, Zeitreisen, Steampunk und Krimi.


    Der Weltenaufbau

    Der Roman spielt in den 1980ziger Jahren in England. Doch es ist wenig so, wie wir es kennen. Die Realität ist völlig verdreht, was mir im Großen und Ganzen viel Spaß gemacht hat.

    Tiere können aus altem Erbgut geklont werden. So ist es normal, dass die Menschen sich Dodos, oder andere ausgestorbene Tiere, als Haustiere halten. Auch Neandertaler können geklont werden.

    Es gibt Luftschiffe, die als Beförderungsmittel dienen. Auch Vampire und Werwölfe sind mit dabei, auch wenn sie nur am Rande eine Rolle spielen.

    Thursdays Onkel ist ein genialer Erfinder und hat unter anderem eine Maschine gebaut, mit der man in Bücher rein hüpfen kann bez. Protagonisten heraus holen kann.


    Wales ist von England unabhängig und beide sind eine Republik.

    Des weiteren liegt England mit Russland im Krieg. Beide streiten um die Krim.


    SpecOps


    Kontrolliert wird England von der Organisation Special Operations Network, kurz SpecOps, bei der auch die Protagonistin Thursday arbeitet.

    Thursday arbeitet bei den LitAgs, deren Aufgabe es ist, gefälschte Bücher oder illegal gedruckte Ausgaben aufzuspüren.


    Eine andere SpecOps Einheit, die ChronoGarde, ist dafür zuständig, Zeitreisen zu überwachen, ebenso wie die Stabilität der Zeitabläufe.

    Thursdays Vater hat bei der ChronoGarde gearbeitet und wird wegen einem Vergehen, das nicht erwähnt wird, nun von den selben gesucht. So reist er durch die Zeit, um nicht gefunden zu werden und kommt nur ab und zu bei Thursday für ein paar Minuten vorbei. Dabei kann er die zeit stoppen.


    Goliath Corporation


    Die Goliath Corporation half England nach dem zweiten Weltkrieg beim Wiederaufbau. Noch immer mischt sie heimlich in allen politischen Bereichen mit und hat das Recht, jede polizeiliche Untersuchung zu übernehmen.

    Meine Meinung:

    Ich fand es schwer, einigen Abläufen zu folgen. Vielleicht lag es am Hörbuch. Es ist beim Hören natürlich schwieriger, so Wörter wie „Special Operations Network“ oder „Goliath Corporation“

    richtig einzuordnen.


    Dann gab es ein paar Handlungen, die ich einfach nicht verstanden habe. Warum ist England mit Russland im Krieg? Was soll der Unsinn?

    Jetzt im Nachhinein habe ich den Text auf Wikipedia zu der Reihe gelesen. Dort steht, dass es von 1853-1856 einen realen Krimkrieg gab. Der Krimkrieg im Buch fing zeitgleich mit dem realem Krieg an und dauert bis heute fort.

    Mir ist trotzdem nicht klar, für was diese Handlung im Buch wichtig ist. Ja, der Krieg wird zwar mit in den zu lösenden Fall eingezogen, aber das fand ich nicht überzeugend. Mich hat das ziemlich genervt.

    Ebenso wie das Wales nun eine Republik ist. Da erfährt man, wenn man nicht walisisch spricht, kann man nicht durch das Land reisen. Aber warum das so ist, erfährt man nicht.


    Doch der Rest, der auch nicht immer logisch war, hat mir ausgesprochen gut gefallen.

    So viele verrückte Ideen!


    Acheron Hades, hinter dem Thursday her ist, hat auch ausgesprochen einzigartige Eigenschaften, die es auch so enorm schwer machen, ihn zu fassen. Ich fand es direkt schade, dass wir ihn nicht näher kennen lernen konnten. Das wäre sicher sehr spannend gewesen.


    Thursday Next mochte ich, auch wenn es Situationen gab, gerade die Liebe betreffend, wo ich mir die Haare gerauft habe. Doch so Unzulänglichkeiten machen eine Figur ja oft erst rund.

    Generell sind die Figuren alle nicht besonders tief gezeichnet waren. Doch es machte mir nichts, da es in dieser Parallelwelt einfach so viel zu erleben gab.

    Literatur:

    Wie der Titel schon sagt, geht es um das Buch „Jane Eyre“ von Charlotte Brontes.

    Wer „Jane Eyre“ noch lesen will, dem empfehle ich, das auf jeden Fall vor diesem Buch hier zu machen. Denn hier wird das Ende gespoilert.

    Ich selbst kenne „Jane Eyre“ nicht, bin aber trotzdem gut mitgekommen.


    Auch Martin Chuzzlewit von Charles Dickens spielt hier eine Rolle.

    Sprecherin:

    Elisabeth Günther gehört definitiv zu meinen Lieblingssprecherinnen. Neben den Büchern von Charlotte Roth spricht sie weitere Bücher mit Parallelwelten („Die unsichtbare Bibliothek) und Zeitreisethemen, wie z.B. „Der Aufstieg und Fall des D.O.D.O“.


    Ganz sicher ist meine Zuneigung zu Thursday Next auch Elisabeth Günther geschuldet.

    Fazit:

    Sehr skurril und crazy, mit einer bunten Mischung durch alle Genre durch. Bis auf wenige Ausnahmen hat mir das Buch großen Spaß gemacht und es gab immer wieder Situationen, wo ich laut auflachen musste.

    4 :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Wir befinden uns in Ravka und erleben einige der Folgen des großen Bürgerkrieges (→ Die Grisha-Verse).


    Seit der Krieg beendet ist und „der Dunkle“ besiegt wurde, spürt Zar Nikolai eine dunkle Macht in sich, die immer wieder die Kontrolle über ihn übernimmt. Nur seine engsten Vertrauten wissen Bescheid und versuchen ihn zu schützen.


    Leider sind die Grenzen zu den anderen Ländern um Ravka herum nicht sicher und Nikolai kann sich keine Schwäche erlauben.

    So beschließt er, ein hohes Risiko einzugehen, um diese Dunkelheit in ihm loszuwerden. Doch wie hoch dieses Risiko wirklich ist, ahnt er und seine Vertrauten nicht im Ansatz.


    Des weiteren ist Nina, die wir aus „Das Lied der Krähen“ kennen, mit zwei anderen Gishas in Fjerda, dem Land neben Ravka, das die Gishas hasst und versucht, sie zu eliminieren. Nina und ihre beiden Begleiter versuchen Grishas aufzuspüren und sie nach Ravka zu bringen.

    Dabei entdecken sie, dass Grisha-Mädchen und -Frauen spurlos verschwinden.


    Meine Meinung:

    Mein erstes Gefühl war ein „nach Hause kommen“. So, so schön, wieder in der Welt der Grishas zu sein, Nina zu begegnen und der Magie der Grishas.


    Doch meine Freude hielt leider nicht lange an.


    Man muss ganz klar die „Grisha-Verse“ vorher gelesen haben. In ganz vielen Rezensionen habe ich gelesen: Wäre vielleicht ganz gut sie vorher zu lesen, aber es ist kein Muss. Doch, es ist ein Muss. Jedenfalls, wenn man nicht die komplette Trilogie gespoilert haben möchte. Sicher, verstehen kann man den vorliegenden Band schon „irgendwie“ ohne die Trilogie gelesen zu haben. Auch wenn nicht alles glasklar war, konnte ich mir das meiste schon zusammen reimen. Aber im Prinzip muss ich nun die Grisha-Verse nicht mehr lesen, weil besonders auch das Ende des Krieges explizit erzählt (gespoilert) wurde. Das hat mich wirklich sehr gefrustet. Auch weil es für mich im Vorfeld nicht ersichtlich war, dass die Grisha-Verse Voraussetzungen sind.


    Dann gab es auch Handlungen, da musste ich in der Buchcommunity nachfragen, weil ich es nicht verstanden habe. So gibt es ein Ödland, über das Schiffe fahren. Sandschiffe sozusagen. Nur da mir noch nie Sandschiffe begegnet sind, war mir nicht klar, ob ich mit dem Ödland etwas falsch verstanden habe.


    Die Dilogie „Das Lied der Krähen“ ist Voraussetzung, um das Buch zu verstehen. Sonst weiß man nicht, was Nina macht und was es mit ihren Fähigkeiten auf sich hat.


    Leider hat es mir auch sehr an Spannung gefehlt.

    Immer wenn die Erzählperspektive zu Nina wechselte, gewann die Geschichte für mich an Fahrt. Ebenso wie auf den letzten 60 Seiten. Da konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.


    Kennt man die „Grisha-Verse“, liest sich das Buch sicher flüssiger. So bin ich halt immer wieder über Feinheiten gestolpert, die mir nichts sagten und mich so aus dem Lesefluss heraus brachten.


    Die Protagonisten mochte ich allesamt, auch wenn Nina mir durch „Das Lied der Krähen“ wesentlich näher war.


    Was ich an Bardugo unglaublich schätze und was sich auch hier wieder finden lässt, dass sie einen auch die dunklen Seiten einer Figur nahe bringt. Das, was eine Figur unsympathisch macht. Diese Anteile haben wir schließlich alle und es gibt Gründe, warum wir so Eigenschaften entwickelt haben. Bardugo lässt uns das verstehen.


    Fazit:

    Es war wunderschön, wieder in der Welt der Grishas zu sein. Aber das Buch reicht leider nicht an die Dilogie oder den Erzählband von Bardugo.

    Und das mit den vielen Spoilern hat mich natürlich sehr gefrustet. Es war einfach total schade.


    Es tut mir im Herzen weh, aber ich kann nicht mehr als 3,5 :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:vergeben.

    Im Bann der Eiswölfe

    Beast Changers 1 (von 3)

    Autorin: Amie Kaufman

    Übersetzerin: Britta Keil

    Verlag: Ravensburger ( August. 2019)

    ISBN-10: 3473408379

    Seiten: 352

    Alter: ab 10 Jahren



    In der Welt der 12-jährigen Zwillinge Rayna und Anders gibt es Gestaltenwandler. Menschen, die sich in Tiere verwandeln können.

    In Holbard, die Stadt in der beide leben, regieren und wachen die Eiswölfe. Die Eiswölfe bewachen die Stadt in erster Linie vor den Drachen, ihren Erzfeinden.

    10 Jahre zuvor gab es einen großen Krieg mit den Drachen, bei dem die Zwillinge ihre Eltern verloren haben. Wie viele andere Kinder schlagen sie sich als Straßenkinder durch.


    Bis zu dem verhängnisvollem Tag, als sich Rayna in Mitten von Eiswölfen in einen Feuerdrachen verwandelt und fliehen muss. Anders verwandelt sich an diesem Tag ebenfalls, allerdings in einen Eiswolf. Er ist fassungslos, denn es ist unmöglich, dass in einer Familie so wohl Drachen als auch Wölfe vorkommen.

    Während er in großer Sorge ist, wo sich seine Schwester befindet, muss er selbst in die „Ulfa“, eine Art Akademie, in der alle Wölfe im Rudel leben und zu Kriegern ausgebildet werden.


    Meine Meinung:


    Was für ein tolles Jugendbuch! Ich konnte es gar nicht aus der Hand legen. Es hatte richtig Tempo und Spannung!


    Schon die Beschreibung, wie die Straßenkinder sich durchschlagen und wie es über den Dächern von Holbard aussieht, da wo die Kinder leben, hat mir enorm gut gefallen.

    Rayna ist die Taffe, die, die sagt wo es lang geht. Anders ist eher schüchtern und verlässt sich auf seine Schwester. Das ist auch mein einziger Kritikpunkt, dass Amie Kaufman nach meinem Geschmack zu oft betont hat, dass Anders nun nicht weiter weiß, weil er es doch gewohnt ist, dass Rayna für ihn antwortet. Aber diesen Punkt kann man wirklich vernachlässigen.


    Anders hat niemandem erzählt, dass Rayna seine Schwester ist. In der Akademie freundet sich Anders mit Lisabet an, die ihre eigenen Geheimnisse hat.


    Die Figuren sind toll beschrieben und ich mochte alle Kinder.


    Dazu geht es um wichtige Werte wie Freundschaft und Zusammenhalt. Aber auch um die Anregung, seinen eigenen Kopf zum Denken zu benutzen und nicht alles zu glauben, was andere einem sagen.


    Fazit:

    Ein großartiger Auftakt zu der Trilogie, die viel Spannung und Aufregung verspricht und dazu wichtige Werte vermittelt. Von mir eine absolute Leseempfehlung!

    5:bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Das Buch „Als wir unsterblich waren“ spielt in zwei Zeitebenen.


    Die eine fängt 1912 an und handelt von der jungen Paula und ihren Freunden. Von Liebe und der Lust auf Leben. Von tiefster Freundschaft und verletzten Seelen.

    Aber auch von den Anfängen der SPD, dem ersten Weltkrieg und den Schützengräben. Von der Revolution und dem Abdanken des Kaisers. Es erzählt von der linken Abspaltung der SPD, dem Spartakusbund, dem auch Rosa Luxemburg angehörte. Von Hunger und Wirtschaftskrise bis hin zur Wahl Hitlers als Reichskanzler.


    Die zweite Zeitebene spielt 1989. Paula ist nun über 90 und lebt mit ihrer Enkelin Alexandra in Ost-Berlin. Am Tag des Mauerfalls lernt Alexandra den gleichaltrigen Oliver kennen und verliebt sich sehr in ihn. Doch als Alex Oliver ihrer Großmutter vorstellen will, bekommt diese einen Nervenzusammenbruch und landet mit einem Herzinfarkt in der Klinik. Olivers Aussehen und sein Name haben in Paula gut zugemauerte Türen aufgebrochen und sie wird von altem Schmerz überrollt. Nun ist es an Alex, ihrer Großmutter zu helfen und damit auch sich selber.


    Reflexion :


    Mich hat das Buch unglaublich berührt.


    Da war einmal diese Hoffnung und Lebenslust von Paula und ihren Freunden. Die auf die Straße gingen und dagegen demonstrierten, das Deutschland in den Krieg ziehen sollte.

    „Wir sind so viele! Uns kann keiner mehr niederwalzen und gegen unseren Willen kann auch kein Kaiser einen Krieg beginnen.“


    Und beim Lesen zu wissen, was den jungen Menschen noch bevor stand, war sehr schmerzlich. Sicher auch, weil ich dabei immer wieder an meine eigene Oma denken musste.


    Sehr spannend fand ich die Anfänge der SPD mitzuerleben. Der Spagat zwischen den Idealen, die man sich wünscht und der machtpolitischen Realität, wenn man denn dann wirklich in der Regierung sitzt.

    Von der linken Abspaltung, dem Spartakusbund und auch von der Revolution, die den Krieg beendet hat, wusste ich nichts.


    Charlotte Roth schreibt das alles in einer Intensität, so dass ich mich vor dem kaiserlichem Schloss in Berlin wähnte und mit Paula litt und mich freute.

    Paula setzte sich auch für die Rechte der Frauen ein und schuf quasi die ersten Frauenhäuser.


    „Als wir unsterblich waren“ ist das Zeugnis eines Jahrhunderts. Von diesem weltoffenen Berlin in den 20zigern, wo es keinem etwas ausmachte, wenn Frauen unverheiratet waren oder sich gleichgeschlechtliche Paare liebten. Bis die Nazis kamen.

    Ich finde es bitter, wenn ich daran denke, wie dann die Rolle der Frau in den 50zigern aussah.



    „Und ich glaube, in dieser kurzen Zeit sah die Welt auf Berlin und beneidete uns. Wir waren die Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten. Wir hatten Brecht und die Dietrich, Einstein und das 6-Tage Rennen. Fritz Langs Filme, den Wintergarten und die Weltbühne, Nacktbadestrände, Kleider ohne Taillen und verrauchte Nächte im romanischen Café.“


    Es ist aber auch die Geschichte der unterschiedlichsten Charaktere. In der Vergangenheit finde ich alle Personen durchgehend gut gezeichnet. Ich mochte sie fast alle sehr gern und es fiel mir schwer, sie am Ende los zulassen.


    Alex in der Gegenwart blieb für mich blass, aber das störte nicht weiter, denn sie war nur ein kleiner Spielball in der Geschichte, um das Große und Ganze zu begreifen. Das, was man erst erfassen kann, wenn jemand fast ein Jahrhundert alt ist. Wenn man betrachtet, was all die Erlebnisse nicht nur mit der ersten Generation (Paula und ihre Freunde) machten, sondern wie sich ihr Leid aus zwei Kriegen und vielen Krisen auf ihre Kinder und deren Kindeskinder auswirkte.


    Wenn man erfasst, dass es ein Teil der eigenen Geschichte ist.



    Fazit:


    Eine äußerst berührende Geschichte über junge Menschen, denen es nicht vergönnt war, einfach nur ihr Leben zu leben. Eine Geschichte, die auch ein Teil unserer Geschichte ist.


    5 :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Friedrich ist nun König und will nicht lange warten, um auch endlich Kaiser zu werden. Doch dazu muss er erst dem Papst Rom zurück geben.

    Auch sein großes Land muss er einen. Um an seine Ziele zu gelangen, wählt er junge Gefolgsleute als Verbündete aus. Alleine schon, weil er alles anders, besser machen will. Die Alten dagegen fürchten, nicht ganz zu Unrecht, um ihre Macht.


    Der dritte Teil ist in seiner Komplexität und Intensität ebenso brillant wie seine Vorgänger. Doch ich fand ihn auf eine bestimmte Art grausamer.

    Der Titel „Zeit des Verrats“ ist Programm und es fiel mir schwer, das auszuhalten.


    Fast alle Figuren sind historisch verbürgt und das hat mich absolut fasziniert. Ich erlebe die Geschichte dadurch intensiver.


    Die Frauen, die Sabine Ebert zeichnet, mag ich fast allesamt sehr. Auf ihre Weise und in ihren Möglichkeiten sind es starke Figuren, die die Welt der Grausamkeiten weicher erscheinen lassen.


    Viele der Männer dagegen habe ich in diesem Buch echt gehasst. Der Friedrich war ein ganz arroganter Schnösel. Doch in seiner Arroganz war er mir einfach nur unsympathisch. Andere Männer dagegen hatten eine nicht so nach außen hin getragene Arroganz (vielleicht, weil sie nicht die Stellung dazu hatten). Doch gerade deren Handeln hat mich fassungslos gemacht. Vielleicht, weil ich nicht damit gerechnet habe.



    Es gibt eine Situation, die mich sehr beeindruckt hat. Sie findet eigentlich schon in Band 2 statt, aber dort wollte ich nicht spoilern.

    Friedrich heiratete Adela von Vohburg. Er trat kaum mit ihr öffentlich auf und auch bei seiner Krönung zum König und seiner Feier zum Kaiser war sie nicht anwesend. Nach 7 Jahren ließ er sich scheiden.


    Liest man nun auf Wikipedia nach, steht dort, der vermutet Grund der Scheidung war a) Unfruchtbarkeit (obwohl der Verfasser gleich weiter unten schreibt, Adela hatte in zweiter Ehe zwei Kinder) und b) Untreue, da sie kurz nach der Scheidung erneut heiratete.


    In Sabine Eberts Roman ereignet es sich so, dass Friedrich gegen seinen Willen mit Adela verheiratet wurde. In der meisten Zeit war er nicht da. (Reise in den Orient und andere Eroberungsfeldzüge). Er teilte nur einmal ihr Bett (direkt nach der Hochzeit), danach nie wieder. Eben um sich so bald wie möglich von ihr scheiden lassen zu können. Er behandelt sie wie Luft und erzählt ihr gar nicht erst von seiner Krönung zum Kaiser.


    Es hat mich so sehr beeindruckt, weil man hier den Unterschied sieht, wenn Männer oder Frauen die Geschichte erzählen.

    Ich habe auch kurz mit Sabine Ebert auf FB darüber geschrieben und ihr davon erzählt, was auf Wikipedia steht. Sie meinte, das sei Unsinn, denn hätte sie Ehebruch begangen, wäre sie hart bestraft worden. Ich finde das sehr einleuchtend. Jemand der dem Kaiser quasi Hörner aufgesetzt hätte, wäre nicht einfach mit einer Scheidung und einer raschen Heirat des Geliebten belohnt worden.


    Die Bewertung finde ich schwer. Objektiv gesehen sind es ganz klar 5 ♥ ♥ ♥ ♥ ♥.

    Schreibstil, Handlung, Recherche – alles top!


    Aber mit persönlich hängen einige der gewaltvollen Szenen immer noch total nach! Gerade gegen Ende gibt es eine Szene, da packt mich immer noch das kalte Entsetzen, wenn ich daran denke und es ist nun schon über einen Monat her, dass ich das Buch gelesen habe.

    Die Situation passt in die Zeit, keine Frage! Aber es hat ein negatives Gefühl hinterlassen. Eine hilflose Ohnmacht. Und von diesem Gefühl her kann ich keine „Herzensbuch“- Bewertung (5 ♥) abgeben.


    4,5 ♥ ♥ ♥ ♥

    Das Problem mit den Frauen

    Autorin: Jacky Flaming

    Verlag: KiWi-Taschenbuch (Feb.’17)

    ISBN-10: 9783462050240

    Seiten: 128


    Warum haben wir im Geschichtsunterricht eigentlich nichts von Frauen gelernt? Jacky Flaming klärt uns auf und es fiel mir wie Schuppen von den Augen. Früher gab es keine Frauen. Es gab nur Männer und die waren alle samt Genies. Und die wenigen Frauen, die es gab, hatten viel zu kleine Köpfe, als das sie auch nur irgendeine Bedeutung hätten haben können.


    Was für ein Buch! Bissig, witzig und doch auch bitter erzählt uns Jacky Flaming wie Frauen in den letzten Jahrhunderten dargestellt wurden und wie wenig Chancen sie hatten, von der Gesellschaft gesehen zu werden.


    Es ist jeweils nur eine halbe Seite Text und dazu ein Bild. Diese Bilder treffen es wirklich sehr und bei dem Text wusste ich nie, ob ich lachen oder heulen sollte.


    Ich hatte sehr viel Spaß mit dem Buch, dazu ist es durchaus lehrreich.

    Ein absoluter Buchtipp von mir. Ich werde dieses Buch sicher oft verschenken. Auch Leute, die nicht so gerne lesen sind hier schnell durch und werden ihren Spaß dabei haben. Und manchen wird es hoffentlich auch die Augen öffnen.


    5 :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Die Abenteuer des Alexander von Humboldt:

    Eine Entdeckungsreise

    Autorin: Andrea Wulf

    Illustratorin: Lillian Melcher

    Verlag: C. Bertelsmann (März.’19)

    ISBN-10: 3570103501

    Seiten: 272


    Alexander von Humboldts Geburtstag jährt sich zum 14. September. das 250 mal.

    Humboldt ist als großer Naturforscher bekannt, doch er war eigentlich ein Universalgenie. Er hatte die Gabe, die Welt als Ganzes zu begreifen und die Zusammenhänge zu verstehen. Er war der Erste, der Klima- und Vegetationszonen aufzeigte. Vor allem erkannte er schon damals, was für Auswirkungen das Handeln der Menschen auf das Klima hat, so wie durch Rodung oder künstliche Bewässerung.


    Diese wunderbare Graphic Novel zeigt den Werdegang und Humboldts Reisen mit seinem Gefährten Aimé Bonpland.


    Humboldts Tagebuchaufzeichnungen wurden erst kürzlich öffentlich zugänglich gemacht. Die Autorin Andrea Wulf nutzt diese Aufzeichnungen, ebenso wie Skizzen von Humboldt, seine Kupferstiche, Landkarten und präparierten Pflanzen, um uns auf leichte und auch humorvolle Art seine Geschichte zu erzählen.


    Was mich am meisten an Humboldts Geschichte beeindruckt hat, war seine Weitsicht, sein Gerechtigkeitssinn und seine Toleranz anderen Kulturen gegenüber. Für seine Zeit sehr außergewöhnlich.

    Während Kolumbus Ende des 15. Jahrhunderts die indigenen Völker überrannte und ausbeutete, begegnete Humboldt ihnen mit Respekt und nahm sie ernst. Er war auch gegen den Sklavenhandel.

    Diese Einstellungen machten ihn mir sehr sympathisch.


    Jahrtausendelang hielten sich Menschen für den Mittelpunkt der Natur. Mit meinen Warnungen vor den Folgen der Abholzung wurde diese Auffassung radikal in Frage gestellt.


    Da war ich echt sprachlos, dass Humboldt im 18. Jahrhundert schon diese Aussage traf.


    Die Zeichnungen der New Yorker Illustratorin Lillian Melcher sind vielfältig in ihrer Darstellung. Es ist eine lebendige Mischung aus Collagen, Zeichnungen, Sprechblasen. Manche Seiten sind schwarz-weiß, die meisten jedoch bunt.


    Der Text bringt uns auf leichte und auch humorvolle Art Alexander von Humboldt näher. Man bekommt den Eindruck, dass er kein abgehobener Wissenschaftler war, sondern dem Menschen nah und zugewandt war.

    Dabei erzählt die Autorin auch von all den Schwierigkeiten, auf die Humboldt und Bonpland gestoßen sind.


    Fazit:

    Es ist eine großartige Graphic Novel, die einem den tollen Menschen Humboldt näher bringt. Sie ist auf eine lockere Art geschrieben, so dass auch Jugendliche ihren Spaß daran haben werden.

    Die Illustrationen mit der Mischung von Humboldts Briefen, Skizzen und Zeichnungen machen das Buch außergewöhnlich schön.


    5 ♥ ♥ ♥ ♥ ♥

    Alexander von Humboldt: Botanische Illustrationen.

    Posterbuch mit 22 Postern

    Autor: Prof. Dr. Otfried Baume

    Verlag: Prestel Verlag (1. April 2019)

    ISBN-10: 3791385402



    Alexander von Humboldt (* 14.09.1769; † 06.05.1859 ) war ein deutscher Naturforscher. Er reiste nach Süd- und Nordamerika und nach Zentralasien. Er sammelte Erkenntnisse auf vielen Gebieten der einzelnen Wissenschaften. So erkannte er den Aufbau von Gebirge und fand die Ursache von bestimmte Wetter-Phänomenen.

    Er sammelte und benannte auch unbekannte Pflanzen. Seine Forschungen gehen aber weit über das Sammeln und Beschreiben hinaus.


    „Er will das Zusammenwirken aller Naturkräfte verstehen. Humboldt erkannte die Notwendigkeit, Natur nicht nur zu beschreiben, sondern auch quantitativ zu untersuchen, Messungen durchzuführen. „Die Natur muss gefühlt werden, wer sie nur sieht und abstrahiert, ...wird die Natur zu beschreiben wissen, ihr aber selbst ewig fremd sein“, schrieb er 1810 an Goethe. […] Er wollte die Natur und Gesellschaft als Ganzes betrachten (nicht nur einzelne Komponenten) und theoretische Überlegungen mit ihrer praktischen Anwendung verknüpfen.“


    Von 1799 bis 1804 reiste Humboldt mit seinem Partner Aimé Bonpland durch Süd- und Mittelamerika. Dort sammelte und benannte er eine Großzahl an Pflanzen.


    Das vorliegende Posterbuch enthält 22 botansiche Illustrationen, die auf genaue Beschreibungen und Zeichnungen Humboldts zurück gehen.


    Neben der Pflanze in ihrer Ganzheit werden auch makroskopische Merkmale abgebildet. Die meisten der Bilder wurde von P.J.F.Turpin († 1840 ) gezeichnet. Der Hintergrund ist beige, mit jeweils einem weißen Rand.

    Das Papier ist stabil. Es ist ungefähr so dick wie Tonpapier und auf der Vorderseite beschichtet.


    Ich finde die Gestaltung und den Druck ausgesprochen edel.


    5 :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Tagebuch eines Buchhändlers

    Autor: Shaun Bythell

    Verlag: btb (August.’19)

    ISBN-10: 3442718651

    Seiten: 448


    Inhalt:

    Tagebuch eines Buchhändlers“ von Shaun Bythell ist ein autobiografisches Buch. Ein Jahr lang führt er Tagebuch über seine antiquarische Buchhandlung in Wigtown, Schottland, mit 100.000 Büchern. Er listet seine Verkäufe auf, Kundengespräche oder Vorkommnisse mit seinen Angestellten.


    Donnerstag, 24. April

    Online-Bestellungen: 3

    Gefundene Bücher: 3

    Eine ältere Kundin erzählte mir, dass das nächste Buch ihres Buchclubs Dracula sei, aber sie konnte sich nicht daran erinnern, was er geschrieben hatte.

    Kasse insgesamt £160,70

    14 Kunden


    Reflexion:

    Ich fand es sehr spannend, die Interna eines Antiquariates zu erfahren.

    Wie notwendig es zum Beispiel ist, mit Amazon zusammen zu arbeiten. Man kann einen Teil seiner Bücher zu Amazon schicken, wo sie gelistet und gelagert werden. Kauft ein Kunde das Buch, wird es von einem Amazon-Mitarbeiter verpackt und versendet.


    „Kaum ein Buchhändler kann Amazon leiden, aber traurigerweise ist das der einzige Buchhändler weit und breit, der im Internet tatsächlich etwas verkauft.“

    Man muss sich allerdings auch ständig mit seinem Ranking bei Amazon beschäftigen. Den sinkt es, weil man zum Beispiel erst Montag auf eine Anfragen von Samstag reagiert, kann es passieren, dass man von Amazon gesperrt wird.


    Bythell beschreibt auch seine Bucheinkäufe, die zum großen Teil durch Haushaltsauflösungen entstehen. Oft beharren die Leute darauf, dass er alle Bücher mitnimmt, also auch den Schund.


    Sehr spannend fand ich seine Erzählung, wie es in Großbritannien dazu kam, dass die Preisbindung bei Büchern aufgehoben wurde und die daraus entstandenen Folgen.


    „Einer der Vorteile der Buchpreisbindung war, dass sie es den Verlagen mittels der dadurch entstanden finanziellen Stabilität des Marktes ermöglichte, Bücher zu veröffentlichen, die vielleicht eher einen kulturellen und weniger einen ökonomischen Wert hatten. Ohne das NBA [Net Book Agreement] können die Verlage solche Risiken nicht mehr eingehen, was zur Folge hat, dass die Anzahl der jährlich gedruckten Bücher in Großbritannien zwar zugenommen, die Anzahl der Titel aber abgenommen hat. Es gibt also höherer Auflagen von weniger Büchern.Der Buchmarkt wird nicht mehr von den Verlagen, sondern von den Vertretern von Watersones oder Tesco oder anderen „Kombinationen“ bestimmt, wie Orwell sie genannt hätte.“


    Da können wir nur hoffen, dass bei uns in Deutschland die Preisbindung bestehen bleibt.



    Nicky ist seine Angestellte und sie ging mir tierisch auf die Nerven. Sie kommt immer zu spät, macht nie, um was Bythell sie bittet. Ist scheinbar ungepflegt und bringt immer irgendwelche Nahrung aus dem Müllcontainer mit.

    Im Laufe des Buches schreibt er, dass er sie behält, weil sie auf ihre Weise den Laden sehr liebt und auch eine Bereicherung für den Laden ist.

    Aber seine ständig negative Beschreibung über Nicky lässt sie einfach nur sehr unsympathisch wirken.


    Und es stellt sich die Frage, ob er hier seinen Frust, auch auf die Kunden, etwas hätte zügeln können.

    An vielen Stellen ist das Buch total witzig. Ein richtig trockener Humor. Aber an vielen Stellen war ich auch erstaunt, wie negativ seine Gedanken sind. Bythell ist mir generell sympathisch und ich würde ihn gerne mal begleiten, wenn er zu einer Haushaltsauflösung geht. Aber ich habe mir immer wieder die Frage gestellt, ist er so zynisch oder ist es ein Schutzmechanismus von ihm? Den eine weiche Seite spürt man kaum.


    Manche Kunden sind schon wirklich selten dämlich und ich weiß, warum ich nicht im Kundeservice arbeiten könnte. Ich verstehe, wenn man da auch einfach zynisch wird.


    Leider fand ich das Buch auch etwas langatmig. Es gibt halt nicht jeden Tag etwas zu erzählen und das irgendeine fremde Katze immer wieder in seine Wohnung und den Laden gepinkelt hat, ist völlig uninteressant. Hier wäre es vielleicht besser gewesen, nicht jeden Tag im Jahr zu beschreiben.


    Fazit:

    Witzig, humorvoll, zynisch, aber leider auch langatmig.

    Man erfährt viel über die Interna eines Antiquariats und das fand ich ausgesprochen spannend.

    Es wäre aber schöner gewesen, wenn das Buch etwas geraffter gedruckt worden wäre.


    4 ♥ ♥ ♥ ♥

    Silberdrache

    Band 1 von ?

    Autorin: Angie Sage

    Verlag: arsEdition (08.2019)

    ISBN-10: 3845833971

    Seiten: 320

    Alter: 11 – 13 Jahre

    Das Buch erscheint am 23. August. 2019

    Inhalt

    Die Geschichte „Silberdrache“ von Angie Sage spielt in zwei Welten und diese beiden Welten sind durch die Legende der Drachen verbunden.


    Sirin lebt in unsere Welt. Ihre Mutter ist totkrank und Sirin kommt zu Pflegeeltern. Sie ist sehr verzweifelt und das einzige was sie aufrecht hält, sind die Geschichten um die Drachen, welche ihre Mutter ihr immer erzählt hat. Angeblich soll es in unsere Welt früher Drachen gegeben haben, woran Sirin fest glaubt.


    Joss und seine Schwester Allie leben in der anderen Welt. Sie hat den Charakter vom Mittelalter, wenn auch nicht durchgehend.

    Hier leben Drachen, doch nicht alle davon sind friedlich. Die Familie Lennix mit ihren vier Kindern verkörpert das Böse. Sie stehlen mit ihren Drachen fremde Dracheneier und ziehen diese jungen Drachen zu Raptoren heran. Raptoren sind bösartige Drachen, die sich von Menschen ernähren. Doch in dieser Welt gibt es kaum noch Menschen. Daher will Demara Lennix, eine ehrgeizige und böse Frau, ein silbernes Drachenei. Denn ein silberner Drache soll der Legende nach beide Welten verbinden können.

    Als Joss ein silbernes Drachenei in die Hände fällt, gerät er in den Fokus von Demara Lennix.

    Reflexion

    Die Geschichte ist in ihrer Darstellung einfach.

    Es gibt einige Ungereimtheiten. Z.B. warum die Raptoren nicht selber schwanger werde und Drachenbabys bekommen, an statt sie zu rauben. Man erfährt auch nichts über die Erziehung der Raptoren und weiß so nicht, warum sie so viel stärker sind, als die normalen Drachen, die in dieser Welt leben.

    An manchen Stellen passieren Dinge, die gleichzeitig geschehen müssten, hintereinander. Zum Beispiel gibt es einen Kampf. Da wird dann das Erleben von Drache A geschildert. Für Drache B hält dagegen scheinbar die Zeit an. Denn obwohl er mit dabei ist, spielt er keine Rolle. Als würde er die ganze Zeit neben Drache A umherfliegen und nicht in den Kampf eingreifen. Erst als Drache A seinen Szene beendet hat, taucht wieder Drache B auf.


    Von den Charakteren her hat Joss mich manchmal in seiner Naivität sehr genervt. Er ist ungefähr 11 Jahre, verhält sich manchmal aber wie 8 Jahre.

    Allie mochte ich sehr. Sie war authentisch.

    Sirin spielt kaum eine Rolle. Es ist klar, dass sie nur erwähnt werden muss, weil irgendwann die Fäden zusammen laufen. Das war ein bisschen schade.


    Trotz all dieser Kritik habe ich mich gut unterhalten gefühlt.

    Lysander, der silberne Drache, ist einfach eine richtig coole Socke. Er hat mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht.

    Gewalt

    In vielen anderen Rezensionen wird die Gewalt bemängelt. Das hat mich ehrlich überrascht. Denn sonst bin ich immer die, die solche Punkte bemängelt, während andere sagen, es sei nicht so schlimm.

    Ich habe jetzt wirklich lange darüber nachgedacht und muss diesen kritischen Stimmen zum Teil recht geben. Zum Teil, weil ich denke, dass die meisten Kinder das schon aushalten können. Aber bei sensiblen Kindern sollte man vorsichtig sein.


    Um zwei Beispiele zu nennen:

    Kinder werden auf der Burg von der Familie Lennix als Sklaven gehalten. Die Kinder müssen sich um die Fütterung und Pflege der Drachen kümmern. Von der Atmosphäre her erinnert es etwas an Oliver Twist.

    Einem Mädchen wird bei der Fütterung der Finger abgebissen.

    Das wird nicht als Szene dargestellt, sondern man schlussfolgert es durch den Verband an der Hand des Kindes, nachdem es bei dem gefährlichsten Drachen zur Fütterung eingeteilt war. Das war schon eine Stelle, bei der ich dachte: Für was war das jetzt nötig?


    Des weiteren hat Familie Lennix zwei Töchter, Zwillinge. Tamra und Mirra. Besonders Tamra quält andere Kinder sehr gerne und haut ihn auch mal den Kopf gegen die Wand. Sie ist noch brutaler als ihre Mutter.

    Das waren Situationen, in denen ich mich auch immer fragte, warum das jetzt sein muss.

    Das Ende:

    Am Ende kommt es zu zwei wichtigen Szenarien. Szene 1 fand ich nicht wirklich authentisch, aber noch im Rahmen dessen, was man hinnehmen kann. Szene 2 allerdings fand ich völlig aus der Luft gegriffen.

    Fazit:

    Ich habe mich gut unterhalten gefühlt und es war flüssig zu lesen. Die vielen Kritikpunkte sind mir in ihrer Ganzheit erst bei dieser Reflexion bewusst geworden.

    Es fällt mir schwer, das Buch nun gerecht zu bewerten. Gehe ich nach den ganzen Kritikpunkten, können es nicht mehr als 3,5 ♥ ♥ ♥ sein. Gehe ich nach meinem Gefühl beim Lesen, sind es auf jeden Fall 4 ♥ ♥ ♥ ♥.



    Durch die anderen Rezensionen setze ich den Inhalt als bekannt voraus.


    Wäre es mir als Erwachsenen-Roman über die Franco-Herrschaft verkauft worden – in Ordnung.

    Doch als „märchenhaftes“ Jugendbuch ab 14 Jahren?!? Ich bin entsetzt und empört. Es macht mich wirklich wütend.


    Im Folgenden kommt es zu Spoiler bezüglich den Gewaltdarstellungen im Roman.

    Sprache:


    Ja, die Sprache ist gut. Schreiben kann Frau Funke. Und dies ist der einzige Grund, warum ich dem Buch 2 Sterne gebe und nicht 1.

    Fazit:

    Nur weil Cornelia Funke drauf steht, ist noch lange keine Cornelia Funke drin.

    Ich finde es fahrlässig, dass dieses Buch ab 14 Jahren freigegeben ist!

    Durch den Namen Funke und der märchenhaften Aufmachung und Ankündigung denkt man an ein schönes Märchen in einer schlimmen Welt. Doch man bekommt hier weder Funke noch ein schönes Märchen.


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