Beiträge von claudi-1963

    "Nach wie vor werden Homosexuelle verfolgt, inhaftiert, sogar hingerichtet. Diskriminierung, Ausgrenzung, Gewalt: Trotz Einführung der „Homo-Ehe“ ist eine breite gesellschaftliche Akzeptanz gegenüber Homosexuellen in vielen Ländern keineswegs selbstverständlich." (Maneo)
    Die jährliche Pride Parade in San Francisco hat sich fürs Wochenende angekündigt. Ganz klar das Tessa unbedingt mit Sylvie dort hingehen möchte. Selbst Libby möchte sich mit Kieran diese farbenprächtige Parade anschauen. Als die beiden dort Schüsse vernehmen bekommen sie es mit der Angst zu tun. Schnell versuchen sie sich zu verstecken, ehe die fanatischen Täter sie verletzen können. Zum Glück geht das ganze für die vier glimpflich aus, doch diese Schießerei fordert viele unschuldige Tote und Verletzte. Nur weil eine Organisation die sich "White Front" nennt, Hass gegen Schwule, Homosexuelle und Menschen verschiedener Rassen schürt. Als ihr Anführer Wiley Turner festgenommen wird, darf er auf keinerlei Gnade hoffen ihm und seinen anderen Kollegen droht die Todesstrafe. Doch weitere Mitglieder konnten fliehen und dringen wenige Wochen später in den Campus der Universität in San José ein. Dort nehmen sie sich mehrere Studenten als Geiseln und verlangen ausdrücklich Ex-FBI-Agentin Sadie Whitman als Unterhändlerin. Sie soll dafür sorgen das Wiley und die anderen freigelassen werden, sonst drohen sie mit dem Tod der Studenten.


    Meine Meinung:
    Als ich den Klappentext las, war ich schon recht gespannt, wie die Sadie als Zivilistin und Unterhändlerin von Entführern und Fanatikern dienen würde. Drei Jahre ist sie inzwischen vom FBI weg und arbeitet als Dozentin und dann wollen irgendwelche fremden Täter, das sie ihnen zu ihrem Recht verhilft? Der Schreibstil war wieder einmal flüssig, informativ, sehr unterhaltsam, extrem fesselnd und emotional. Nicht nur das Sadie mit sich zu kämpfen hat, als sie von Libbys die Nachricht der Schüsse auf der Pride Parade bekam. Sadie steht zudem Todesängste aus, bis Libby, Kieran, Tessa und Sylvie gesund nach Hause kommen. Dazu muss sie noch im TV mitansehen, das ein SWAT Beamter tot am Boden liegt und sie nicht weiß, ob es Phil ist der da getroffen wurde. Doch das dieses Ereignis sie nach Wochen erneut herausfordern würde, ahnt sie da noch nicht. Den einer der Täter hat Libby im Visier, weil sie einem verletzten schwulen Mann auf der Parade geholfen hat. Wer hätte den auch gedacht, dass dieser ausgerechnet in Libbys Universität und zu dem auch noch ihre Kommilitonen als Geisel nehmen würde! Doch die Täter scheinen sich inzwischen über die Familie Whitman bestens informiert zu haben und wissen das Sadie sich mit Verhandlungen bei Geiselnahmen gut auskennt. Das ganze entwickelt sich zusehends als Spießrutenlauf zwischen Geiselnehmer, Unterhändlerin, SWAT Team und FBI. Was für ein Glück das sich Sadie an Nick Dormer und seine Freundin Sheila wenden konnte, der sie dann auch tatkräftig unterstützt. Wieder einmal war die Autorin fleißig gewesen und hat sehr viel über solche Anschläge gegen Minderheiten herausgesucht, so das selbst ich überrascht und entsetzt war, wie viele Menschen schon solchen fantastischen Anschlägen zum Opfer fielen. Zudem erwartet den Leser wieder mal ein hochemotionaler Showdown im letzten Drittel, der selbst mich sprachlos machte. Natürlich hatte ich erwartet das noch etwas passiert, doch selbst mit so einer Härte hätte ich nicht gerechnet. Für Sadie wird diese Zeit ein wahrer Alptraum und eine Zerreißprobe zwischen gut und böse. Man spürte in jeder Faser des Buchs das alle nervös, verzweifelt und sogar manchmal ratlos sind. Ich selbst wüsste nicht, wie ich in Sadies Haut reagieren würde, wenn man mir das angetan hätte. Das dabei Libby in vielen Situationen über sich hinauswächst und sogar zu Sadies Halt wird, hat mir gut gefallen. So konnte ich mir das erste Mal vorstellen, das sie eine gute Nachfolgerin Sadies werden würde. Für mich war dies einer der besten und emotionalsten Teile dieser Reihe, den ich nur empfehlen kann und 5 von 5 Sterne gebe. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::thumleft::applause:

    "Ich finde wenn dir das Leben Zitronen gibt, solltest du Limonade daraus machen und versuchen jemanden zu finden, dem das Leben Wodka gegeben hat und eine Party schmeißen." (Ron White)

    Louisa Manu feiert zusammen mit Trudi im Kölner Nachtleben Emilys Junggesellenabschied. Als sie verkatert am nächsten Morgen aufwacht, ist Lou geschockt das sie eine Leiche in ihrem Wohnzimmer vorfindet. Keiner der drei weiß was letzte Nacht passiert und wie diese unbekannte Frau in Lous Wohnung gekommen ist. Deshalb fällt es Lou so schwer abzustreiten, das sie die Frau getötet hat und gerät dadurch ins Visier der Polizei. Eine Blutuntersuchung jedoch bestätigt, das Lou zum Todeszeitpunkt voller Drogen und nicht die Täterin war. Doch wer hat ihnen diese Drogen verpasst? Wollte jemand das Lou ins Gefängnis muss? Nach Lous Anruf eilt Rispo sofort zum Tatort, wo ihm sofort klar ist, dies gibt neuen Ärger. Zudem kennt er die Frau von einem Fall, bei dem es um Drogenhandel geht. Zur Sicherheit muss nun Lou vorübergehend bei Rispo einziehen. Doch dann gerät Rispo selbst unter Verdacht und ist auf einmal, ohne das er es möchte auf Lou detektivisches Gespür angewiesen.

    Meine Meinung:
    Eine wunderschöne blutende, gelbrote Canna ziert das Cover zum fünften Cosy Crime Krimi um Louisa Manu. Wieder einmal geht es um die Blumeninhaberin Louisa Manu und Kommissar Rispo und deren beider Familien. Der Schreibstil ist flüssig, locker, unterhaltsam, doch mitunter diesmal fast ein bisschen zu viel Klamauk. Gerade deshalb bleibt auch in diesem Band kaum ein Auge trocken, den fast jeder Satz enthält einen Witz. Darum sollte man die Cosy Crime Krimis um Louisa Manu nicht allzu ernst nehmen. Auch diesmal gerät Lou wieder in eine äußerst prekäre Lage. Besonders da sie durch den Abend unter Drogen gesetzt wurde und einen totalen Filmriss hat. Doch zum Glück verliert Lou ja nicht so schnell die Nerven oder selbst wenn, dann macht sie es mit einem Scherz wieder gut. Doch dazu kommt das Rispo auch mit seinen Brüdern gefeiert hat, da ja Emily und Finn heiraten werden und er dadurch ebenfalls kein wirkliches Alibi hat. Dazu kommt noch das Rispo befangen ist und er vom Fall abgezogen wird. Gleichzeitig ist dies die einmalige Gelegenheit, das die beiden zusammen auf Tätersuche gehen. Ob im Privatleben oder auf der Suche nach dem Täter habe ich im Grunde das ganze Buch über nur geschmunzelt. Dabei tragen insbesondere Emily und Trudi wieder ihr Bestes dazu bei, in dem sie auf ihre irrwitzige Art alles locker sehen. Das dann zur Tätersuche jedoch noch diverse Probleme im Privatleben den Manus dazukommen und Lou eifersüchtig auf Rispos Ex-Verlobte ist, spitze die Lage zu. Den besonders die Probleme von Louisas Mutter brachten ein wenig neue Seite in das ganze, den bei ihr läuft ja sonst immer alles so glatt. Nur wie schon erwähnt waren mir manchmal dieser übertriebene Klamauk ein bisschen zu viel des guten. Ich persönlich fände es besser, wenn zwischen Ernsthaftigkeit und Humor eine gute Mischung herrscht. Vor allem Trudi bekam wieder eine adäquate Rolle, in der man sie nicht allzu ernst nehmen konnte. Doch diesmal empfand ich auch Lou ein wenig zu flapsig dargestellt. Außerdem gaben Lou und Rispo ein wirklich sympathisches Paar ab, das sich die beiden endlich etwas angenähert haben, finde ich eine gute Entscheidung der Autorin. Trotz allem habe ich mich wieder köstlich amüsiert und gebe deshalb 4 von 5 Sterne für dieses Buch. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::applause::thumleft:

    "Das Geheimnis des Glücks liegt nicht im Besitz, sondern im Geben. Wer andere glücklich macht, wird glücklich." (André Gide)
    Allie und Des Hudson sind schockiert als sie unerwartet vom Tod ihres Vaters erfahren. Zudem staunen sie nicht schlecht als bei der Testamentseröffnung ihnen offenbart wird das sie eine weitere Schwester haben. Den Fritz Hudson hatte eine Affäre, mit einer Frau die seine weitere Tochter Cara zur Welt brachte. Dass, er dabei mit zwei Frauen zur selben Zeit verheiratet war, störte ihn gar nicht. Doch obwohl Fritz seine beiden Familien über alles geliebt hatte, schaffte er es nie, ihnen die Wahrheit zu sagen. Deshalb möchte er nun nach seinem Tod, dass seine Töchter sich besser kennenlernen. Und darum bekommen sie ihr Erbe erst, wenn sie alle drei ihr Leben umkrempeln und zusammenarbeiten um das alte Theater Sugarhouse in Hidden Falls, das ihrem Vater sehr viel bedeutet hat, neu zu eröffnen. Würde einer von ihnen vorzeitig abreisen, beim Projekt nicht mitmachen oder gar vorher aussteigen, würde keiner von ihnen das Erbe erhalten. Da jedoch jeder der drei das Erbe gut gebrauchen könnte, werden sie diese Aufgabe wohl oder übel erfüllen müssen.


    Meine Meinung:
    Das bunte, warme Bild auf dem Cover mit einem Blick auf das Städtchen Hidden Falls und der Klappentext haben mich eingestimmt auf diese Familiengeschichte. Der Schreibstil der Autorin ist dabei locker, flüssig und unterhaltsam, so das ich recht schnell mehr oder weniger die drei Schwestern sympathisch fand.
    Besonders die bildhafte Sprache der Autorin brachte mein Kopfkino zum arbeiten und so konnte ich mir alles recht gut vorstellen. Dabei erfahre ich im Laufe dieser Geschichte einiges über die Familie Hudson und im Besonderen über die drei Schwestern Allie, Des, und Cara. Nach dem Schock bei der Testamentseröffnung spürte man sofort die große Unterschiedlichkeit der Schwestern. Während Des und Cara fast keine Probleme haben sich kennenzulernen und anzunähern, geht Allie eher auf Distanzhaltung. Den auch mit ihrer Schwester Des hatte sie schon zuvor kein gutes Verhältnis, was sicher auch an Allies Dickkopf liegt. Natürlich ist es für Allie doppelt schwer alles hinter sich zu lassen und für ungewisse Zeit nach Hidden Falls zu reisen. Dadurch muss sie für längere Zeit ihre Tochter Nicki bei ihrem Exmann lassen und sieht sie zu wenig. Dabei kommt Eifersucht und Wut bei ihr hoch, außerdem kämpft sie extrem mit ihrer Alkoholsucht, die auch schon ihre Mutter hatte. Auch Cara die ein gutgehendes Yoga Studio hat, muss diese in die Hände ihre Kollegin geben. Außerdem weint sie noch immer ihrem Exmann nach, der sie mit ihrer besten Freundin betrogen hat und die nun ein Kind erwarten und heiraten werden. Des hingegen hat es noch am einfachsten, da sie sowieso pleite ist, kommt ihr diese Chance gelegen, lediglich die Arbeit mit den Tieren im Tierheim trauert sie nach. Die größte Überraschung hingegen erleben sie als sie im alte Hudson Haus auf Fritz Schwester Bonnie auch Barney genannt treffen. Keiner der drei Schwestern wusste zuvor das sie eine Tante, bzw. Fritz eine Schwester hatte. Doch Barney entwickelt sich als wahrer Glücksgriff, sie umsorgt die drei hilft ihnen, so gut sie kann beim Theater und erzählt ihnen ein wenig aus der Vergangenheit der Hudsons. Immer tiefer tauchen die Schwestern in die Vergangenheit ihres Vaters und der Familie und immer mehr Ungereimtheiten und Geheimnisse entdecken sie. Dabei berührt mich die Geschichte immer mehr. Den nach und nach werden Schicksale und Verwunderliches ausgegraben, bei denen ich auch am Ende noch Fragen hatte, die hoffentlich in den weiteren Folgen beantwortet werden. Erfreulich ist, dass die drei Freunde Joe, Seth und Ben ein Auge auf die Schwestern geworfen haben und ich gespannt bin, inwieweit die Liebe Einzug bei ihnen findet. Und auch Tochter Nicki die einen kurzes Gastspiel hat, bringt durch ihre herzliche Art neuen Wind in die Geschichte. Für mich war es eine wundervolle, warmherzige Familiengeschichte, die mich in den Bann gezogen hat und bei der ich auf die Fortsetzung hin fiebere. Deshalb von mir 5 von 5 Sterne. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::applause::thumleft:

    "Wenn die Tür halb offen steht, ein Flüstern zu dir rüberweht. Spielst du draußen ganz allein, findest du bald nicht mehr heim. Bleibt dein Fenster unverschlossen, hörst du ihn gleich daran klopfen. Denn jedes Kind, das einsam ist, holt der Flüsterer gewiss." (Buchauszug)
    Nach dem unerwarteten, frühen Tod seiner Ehefrau Rebekka, hält Tom und sein Sohn Jake nichts mehr in ihrem Haus. Besonders, da Jake nachdem er seine Mutter gefunden hat, traumatisiert ist. Ein neuer Start und ein anderes Haus in Featherbank soll ihnen den Neuanfang ermöglichen. Doch der Ort birgt eine schreckliche Vergangenheit, den vor 20 Jahren wurden hier fünf Kinder entführt und getötet. Lediglich die Leiche eines Jungen blieb bis zum heutigen Tag unauffindbar. Unter der Bevölkerung war der Täter, der schon länger im Gefängnis sitzt, als Kinderflüsterer bekannt. Und auf DI Pete Willis schien der Fall schon seit Jahren zu lasten. Als eines Tages wieder ein kleiner Junge verschwindet, kommt erneut die Vermutung hoch, dass der Täter von damals doch einen Komplizen hatte. Und auch Jake äußert, dass er am Fenster ein Flüstern vernommen hat. Ist Jake das nächste Opfer und was hat es mit dem Päckchen für besondere Sachen auf sich?


    Meine Meinung:
    Der halbe, tote Schmetterling auf dem Cover steht inhaltlich für das Debüt von Alex North. Dabei hat mich weniger der Hinweis "Bestseller des Jahres" sondern eher der Klappentext neugierig auf das Buch gemacht. Der Schreibstil ist flüssig, locker, unterhaltsam und in kurze Kapitel eingeteilt. Durch die verschiedenen Handlungsstränge bekommt man Einblicke in das Leben von Tom, Jake, den Ermittlungen und ein klein wenig über den Täter. Mir persönlich hätte es allerdings etwas besser gefallen, wenn man noch ein wenig mehr über diesen Täter erfahren hätte. Im Buch selbst geht es hauptsächlich um das Verhältnis Vater-Sohn zwischen Tom und Jake und die Morde von Featherbank. Durch den plötzlichen Tod seiner Mutter, die der kleine Junge zudem an der Treppe gefunden hat, schien Jake regelrecht traumatisiert zu sein. Das Verhältnis zwischen Vater und Sohn war schon immer nicht gerade innig gewesen und so war der Verlust der Mutter für Jake noch schlimmer. Auch ein Gespräch Toms mit seinem Sohn fielen ihm unheimlich schwer. Manchmal haderte er regelrecht mit sich selbst, ob er ein guter Vater ist. Was sicher an Toms Vergangenheit liegt, von der man nach und nach mehr erfährt. Stattdessen beginnt Jake sich mit imaginären Freunden zu unterhalten und Tom machte sich Sorgen, weil er selbst nicht richtig zu Jake durchdringt. Erst nach dem Umzug scheint es besser zu werden, bis Tom einen merkwürdigen Fremden auf seinem Grundstück und vor seiner Garage entdeckt. Doch auch in Featherbank tut sich Jake schwer Freunde zu finden. Das dann Tom dort in seine unschöne Vergangenheit eintaucht und sie in den Fall um den verschwundenen Jungen verwickelt werden hatten sie erst recht nicht erwartet. Dabei blieb die Geschichte spannungsmäßig kontinuierlich hoch, so das ich gefesselt bis zum Ende war. Ich hatte am Anfang die Befürchtung, dass dieses Buch ins Mystische abdriftet, doch dies löste sich zum Glück im Laufe des Buchs plausibel auf. Die Charaktere selbst waren sehr gut ausgewählt, wurden jedoch nicht allzu sehr vertieft, was sie mitunter etwas blass erscheinen ließ. Besonders der Täter von dem man ab und zu zwar einen Einblick bekam, jedoch nur recht oberflächlich. Ich hätte da sehr gerne ein bisschen mehr von ihm erfahren. Selbst von den Hauptprotagonisten Tom und Jake erfuhr ich als Leser nur das allerwichtigste. Tom als überforderter Vater, der mit der Situation allein gelassen zu werden nicht klar kam. Jake der sich immer mehr in sein Schneckenhaus zurückzog, aus Angst er würde es dem Vater nichts recht machen. Trotz allem konnte mich dieses Buch überzeugen, gerade weil der Autor einen fesselnden Schreibstil hat und ich Potenzial in ihm sehe. Deshalb freue ich mich auf ein weiteres Buch von diesem Autor und gebe 4 1/2 von 5 Sterne.
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    "Die es gut meinen, das sind die schlimmsten." (Paracelsus)
    Was tut man, wenn einem die Freundin mit den besten Ratschlägen ihres neusten Erziehungsbuchs überhäuft, während man gestresst am Telefon kaum zuhören kann. Umgib dich nicht mit Menschen die dir deine letzte Energie rauben und meinen es selbst alles besser zu wissen. Pfeife auf Perfektion, es lebe das Chaos.


    Meine Meinung:
    Das Cover einer gestressten Mutter ist genau passend für diesen Booksnack. Ich hatte mich schon auf diese Story gefreut, da ich selbst Mutter zweier inzwischen erwachsenen Söhne bin. Leider war ich dann ein wenig enttäuscht über die Kürze dieser Geschichte. Den kaum richtig angefangen war diese auch schon wieder zu Ende.
    Zwar hat die Autorin dabei alles gut dargestellt und einigermaßen auf den Punkt gebracht, jedoch meiner Ansicht nach hätte es gut ein bisschen länger sein dürfen. Man spürt zwar den Stress der Mutter und wie genervt sie von ihrer Freundin und den Kindern war, doch leider wurde alles sehr minimalistisch und mit zu wenig Humor abgehandelt. Man hätte den Stress und die Ratschläge der Freundin ruhig noch etwas ausweiten können. Dabei bin ich mir auch nicht sicher, ob ich den Titel Nächstenliebe für diese Story ausgewählt hätte. Den ich sehe die Ratschläge der Freundin nicht unbedingt als Nächstenliebe an. Man spürt jedoch mal wieder sehr gut in dieser Geschichte, das ausgerechnet die Menschen die selbst keine Kinder haben immer meinen die besseren Tipps zu haben. Ich denke, ich würde dasselbe tun, dass die Mutter hier in dieser Story macht. Ein Booksnack dem meiner Ansicht nach ein bisschen mehr Inhalt und Humor gutgetan hätte und darum von mir nur 3 von 5 Sterne bekommt. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    "Das Erste, Nächste, Verbreitetste, Unausweichliche, womit man zu tun hat, ist die menschliche Gemeinheit." (Richard von Schaukal) Rosi Bauer hatte nie ein einfaches Leben, schon als Kind bekam sie viel auferlegt. Unter ärmlichen Verhältnissen wuchs sie auf und musste schon früh helfen ihre Familie zu unterstützen. Das auch nach dem Selbstmord von Ehemann Heinz am Heiligabend nicht besser wurde. Den als Bürgin sollte sie nun auch noch diese Schulden abbezahlen. Da sie nie was Anständiges gelernt hatte, blieb ihr nichts anderes übrig als mehrere Stellen als Putzfrau anzunehmen. Doch das ihr ausgerechnet eine von den drei Chefinnen, das Leben zur Hölle machen würde, ahnte Rosi bis dahin nicht. Dabei ließ sich Rosi sehr viel von Frau Zwanziger gefallen, jedoch eines Tages war es selbst für Rosi zu viel und sie schlug zurück.


    Meine Meinung:
    Das Cover mit dem Treppenhaus hat mich nicht unbedingt neugierig auf diese Geschichte gemacht, eher da ich schon Bücher von der Autorin zuvor gelesen hatte. Der Schreibstil ist flüssig, locker, unterhaltsam und auf den Punkt gebracht, wie es bei einer Short Story sein sollte. Dabei erzählt Frau Rosi in Ich-Form aus ihrem Leben, das mir von Anfang an hart und sehr traurig vorkommt. Erst danach erfolgt die eigentliche Geschichte, bei der es um den Kriminalfall geht. Wobei ich dieses Buch jetzt nur indirekt als spannend bezeichnen kann. Für mich hat diese Kurzgeschichte eher was Dramatisches, als etwas Spannendes. Das Rosi nicht nur ein hartes Leben in ihrer Kindheit hatte, sondern zudem auch noch in ihrem späteren Leben ist mehr als tragisch. Dass sie dabei ausgerechnet ihre Chefin Frau Zwanziger am meisten drangsaliert, schikaniert und ausbeutet, ist schon heftig. Frau Zwanziger scheint wirklich alle Gemeinheiten zu kennen um nicht nur ihren Ehemann, sondern auch die Bediensteten zu drangsalieren. Ich konnte mich da gut in Rosi hineinversetzen, jedoch nicht nachvollziehen, warum sie diese Schikanen so lange hat mit sich machen lassen. Zwar hat manches was Rosi dort erlebt, sicher Bezug zur heutigen Zeit, doch so drastisch denke ich, wird man es wohl selten erleben. Ein wenig hatte mich das ganze an die Geschichte " Fähner " von Ferdinand von Schirach erinnert, wo ein Ehemann jahrelang unter den Schikanen seiner Ehefrau leiden musste, ehe er zuschlägt. Das dann am Ende Rosi doch noch irgendwie ihr Glück fand, empfand ich als eine schöne Idee und hat diese ganze Story abgerundet. Für mich war es eine gelungene Geschichte die teils mit Humor, Drama, jedoch ohne Spannung auskam und der ich gerne 4 von 5 Sterne gebe. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::thumleft::applause:

    "Liebe ist nicht vom ersten Tag an da. Sie wächst mit jedem Kuss, jeder Berührung, mit jedem Streit und mit jeder Versöhnung." (visualstatements)
    Eigentlich hätte es der ganz normale Wahnsinn für Merle Krüger werden sollen, hätte sie nicht am Abend zuvor Streit mit ihrem Freund Jannes gehabt. Nun wartet Merle schon seit Stunden sehnsüchtig auf eine Nachricht von ihm, doch nichts kommt. Kurz muss sie an ihren damaligen Abend denken, als sie beiden schwer verliebt im Meer schwammen. Damals waren sie so glücklich gewesen und nun hat sie vielleicht aus lauter Eifersucht alles kaputt gemacht. Nur gut das sie ihre Großmutter und die Freundinnen Conny, Agata und ihre Arbeit in der Backstube im eigenen Café von den Sorgen ablenkt. Als sich dann Jannes am Abend beim Schwimmen und dem unheimlichen Meeresleuchten entschuldigt scheint alles wieder in bester Ordnung zu sein. Doch dann erwacht Merle am nächsten Morgen und schon wieder ist Jannes spurlos verschwunden. Lediglich eine kleines Kistchen aus Holz und ein Brief auf seinem Kopfkissen, erinnert sie das er gestern Abend neben ihr lag.

    Meine Meinung:
    Das wunderschöne Cover wie ich es von Anne Barns Büchern bisher kenne, macht mich total neugierig, was sich hinter dieser Geschichte verbirgt. Der Schreibstil ist flüssig, locker, unterhaltsam und ehe ich zu lesen angefangen habe, bin ich schon wieder mit der Story durch. Dabei geht es diesmal wieder um Konflikte, Streit, Versöhnung, Freundschaft, Meeresleuchten, Inselfeeling und natürlich um Liebe. Dabei werde ich schon von Beginn an in dieses einmalige Inselflair hineinmanövriert. Sofort habe ich Bilder von Strand, Meer, Möwen, Kutschen, Fahrräder, Kutter vor meinen Augen und den Salzgeschmack des Meeres in der Nase. Dabei hilft mir besonders Anne Barns herrliche bildhafte Schreibweise, die spontan Träume von Urlaub in mir entfachen. Dazu kommen noch die sympathischen Protagonisten, mit denen ich gleich warm wurde und über die ich sehr gerne noch viel mehr erfahren hätte. Besonders begeistert war ich von Merles warmherziger und fürsorglichen Großmutter, die ihre Enkelin betüdelt, aber auch gerne in Merles Backstube zu Hilfe eilt. Merle ist ebenfalls eine sympathische junge Frau, der es lediglich ein bisschen an mehr Selbstwertgefühl fehlt. Deshalb wirkt sie ab und zu ein wenig verunsichert auf mich. Und so zweifelt sie des Öfteren, ob ihre Beziehung zu Jannes wirklich noch so ist wie zu Beginn. Derweil ist Jannes ein wirklich ehrlicher, netter Mann, der nur gutes mit Merle im Sinn hat, die beiden sind in der Tat ein tolles Paar. Ihre Freundin Conny dagegen ist da eher geradeheraus und viel offener. Sie ist mit Jannes Bruder Ole zusammen und sofort hab ich bei den beiden das Gefühl, das sie zu jeder Schandtat bereit sind. Bei Polin Agata dagegen bleibt kaum ein Auge trocken. Mit all den Sprüchen, die sie allein über ihren Freund Adam aufwartet, konnte ich kaum mehr innehalten vor Lachen. Die mitunter etwas derben, trockenen Sprüche kommen immer auf den Punkt genau und brachten dem ganzen die nötige Prise Humor. Das am Ende dann noch eine Überraschung für Merle und für die Leser in Form von zwei Rezepten aufwartet, macht diese Geschichte perfekt. Natürlich kann man bei nicht mal 70 Seiten keine tiefgreifende Geschichte erwarten, wie man sie sonst von der Autorin kennt. Doch es war genau das richtige zum Unterhalten und neugierig machen auf ihr Herbstbuch. Außerdem hat sie mich nun erst recht auf das Buch "Apfelkuchen am Meer" neugierig gemacht, das ich immer noch nicht gelesen habe und das von den Protagonisten handelt. Am liebsten würde ich nach diesem Buch meine Koffer packen und ab auf die Insel Juist reisen. Deshalb von mir 5 von 5 Sterne für diese Short Story. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::applause::thumleft:

    "Die Manipulationsmöglichkeiten haben sich natürlich im Zeitalter des Massenmedien erheblich erhöht." (Arthur Miller)
    Kriminalhauptkommissar Richard Störmer und die Krimiautorin Magdalena scheinen nun endlich zueinander gefunden zu haben. Damit sich Magdalena und Richards Tochter Verena besser kennenlernen, besuchen sie gemeinsam die Buchmesse in Frankfurt. Dort erleben die beiden nach dem Vortrag der jungen Staranalystin Mary Tomm, wie diese und ihre Begleiterin gekidnappt werden. Als Magdalena und Verena zu Hilfe eilen, werden sie selbst verschleppt. Zur selben Zeit versuchen eine Gilde von betrügerischen Investmentbankern Kurse zu manipulieren, die den Euro beeinflussen. Und als wäre das noch nicht alles versuchen sie außerdem noch den Goldschatz der ehemaligen DDR Seilschaften zu finden, den sie in einem ehemaligen Bergwerksschacht im Mansfelder Land vermuten. Doch für Störmer selbst geht es um viel mehr nämlich um die beiden Menschen, die er am liebsten hat.

    Meine Meinung:
    Das Cover mit den vielen Diagrammen die man von Börsen und Investmentgeschäften her kennt, passt hervorragend zu dem Inhalt dieses Krimis. Der Schreibstil gut, war nur leider für mich diesmal etwas mühsam und so bin ich hin- und hergerissen, wie ich dieses Buch beurteilen soll. Der Ökonom und Banker Ralf Gebhardt geht diesmal in seinem Metier sichtlich auf. Den der größte Raum des Buchs nahmen vor allem die Machenschaften der Täter ein. Hier spürt man das sich der Autor sehr viel Gedanken und Wissen angeeignet hat um mit einer wirklich brutalen, heftigen Geschichte aufzuwarten. Leider kamen dadurch wieder einmal die Ermittlungen etwas zu knapp. Außerdem mangelte es für mich an Emotionen, ob es bei Störmer ist oder Magdalena. Entweder waren die Emotionen zu extrem dargestellt oder sie waren gar nicht vorhanden. Dabei empfand ich besonders eine Szene Störmers total unrealistisch, weil er sich da emotional wie ein trotziges Kleinkind benimmt. Wie ein kleiner Kindergartenjunge, der trotzig in der Ecke steht und sich wehrt, dass er das nicht möchte. Der Plot selbst jedoch lebt hauptsächlich von Brutalität, Bankgeschäften, die teilweise für mich einfach zu komplex waren und ich dadurch die Lust am Lesen verlor. So habe ich deshalb gegen Ende einige dieser Szenen nur noch überflogen. Größtenteils fehlten mir Situationen, bei denen nur die Opfer zu Wort kommen. Mit all ihren Ängsten und Emotionen, die sie während ihrer Gefangenschaft haben, doch leider fehlten diese Szenen völlig. Die Charaktere waren oft sehr undurchschaubar besonders was die Täter anbelangte. Am Ende wurde es für mich sogar so verwirrend, sodass ich gar nicht mehr wusste, wer nun tot und wer lebendig war. Dadurch das die Charaktere nur recht oberflächlich gehalten wurden, konnte mich keiner von ihnen berühren. Für mich waren die Täter nur brutal und ich war oft fassungslos wie sich Akademiker bzw. diese Gilde benahmen. Selbst Störmer, Magdalena und sogar Staatsanwalt Nagel waren diesmal so blass, sodass sie für mich nicht greifbar warnen. Zwar zeigte Störmer in dieser Folge endlich mal ein bisschen Emotionen, doch diese waren mir wie oben beschrieben zu unrealistisch dargestellt. Magdalena hingegen empfand ich eher als emotionslos, mitunter sogar als recht kühl und abweisend, genau das Gegenteil wie sie sonst immer war. Und von Verena hörte man im Grunde gar nichts, sie lief nur so am Rande mit. Meiner Ansicht nach ist dieser Krimi eher etwas für Leser die sich gerne mit Banken, Investments, Börsen beschäftigen oder sich darin auskennen. Für meinen Mann wäre dieser Krimi sicher das richtige gewesen, doch mich konnte dieses Buch sogar nicht fesseln. Im Gegenteil am Ende war ich froh, dass ich es beendet hatte. Von daher kann ich diesem Buch nur 2 1/2 von 5 Sterne geben und hoffe, dass der nächste Band wieder eher, was für mich ist. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:[-(

    "Vertrauen findest du nur bei Menschen, die mit deiner Seele umgehen, als wäre es ihre eigene." (VISUAL STATEMENTS)
    Laurie und Jake habe sich in Phönix inzwischen gut eingelebt. Auch wenn der letzte Fall ihr noch immer Alpträume beschert, weiß sie nun das Jake ganz nah an ihrer Seite ist. Den endlich hat Jake Laurie seine Liebe gestanden, doch diese wird sofort auf eine harte Probe gestellt. Den das FBI konnte David Lester im Beisein von Samantha überwältigen und festnehmen. Leider laufen die Befragungen gar nicht gut, den die Frau streitet vehement ab Samantha Walsh zu sein, sondern sie behauptet Meghan zu heißen. Nun ist dringen Lauries Anwesenheit gefragt und sofort reist sie mit Jakes Unterstützung nach Minnesota. Sie muss Sam identifizieren und dazu bringen gegen Lester auszusagen, ansonsten muss das FBI sie wieder freilassen. Wird es Laurie gelingen Sam in ihr altes Leben zurückzuholen? Und wen kann Sam dann helfen Lester zu belasten? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt oder wird Laurie Sam wieder verlieren?


    Meine Meinung:
    In Teil 4 der Dranbleiber Reihe um Laurie Walsh dreht sich diesmal alles um Lauries Schwester Samantha (Sam). Nachdem Laurie schon vor geraumer Zeit ein Lebenszeichen Sams auf einem Video entdeckt hat, wurde die Suche nach ihr erneut fokussiert. Nun endlich scheint es soweit zu sein, das sie Sam wieder in ihre Arme schließen kann. Doch wird Sam die alte sein, wird Laurie sie überhaupt wiedererkennen? Was wenn sie sich in all den Jahren so verändert hat, das Laurie nicht mehr zu ihr durchdringt? Wenn ihre Psyche so vom Täter geschädigt wurde, das sie kein normales Leben mehr führen wird? Alle diese Fragen und Ängste gehen Laurie durch den Kopf, als sie erfährt, dass Sam gefunden wurde. Autorin Dania Dicken nimmt mich hier den Leser wieder in ein abgrundtiefes, traumatisches Schicksal, das ich niemanden wünschen würde. Dass diese Schicksale nicht nur fiktiv sind, sondern ebenso im realen Leben passieren erfahre wir auch in dieser Geschichte. Das Beispiel der junge Colleen Stan die von ihrem Peiniger Cameron Hooker und seiner Frau 7 Jahre in einer Holzkiste eingesperrt, misshandelt, vergewaltigt und missbraucht wurde, macht mich sprachlos. Doch auch Sams Schicksal und das, was sie erleben musste, geht mir unter die Haut. Ich frage mich, wie können Menschen so grausam sein und jemand anderem so etwas antun. Kann man 11 Jahre seines Lebens bei so einem psychopathischen Täter überleben, ohne Schaden davon zu tragen? Mit Blicke in Sams Vergangenheit wird mir klar, das dies nur geht, wenn man eine Schutzmauer für sich aufbaut. Oder man kooperiert mit dem Täter, wie man es vom Stockholm Syndrom kennt. Besonders hier spürt man wieder das ganze Können vom Psychologiestudium, das die Autorin hier zurate, zieht. Wie in bisher allen Folgen dieser Reihe bin ich erstaunt, wie man es in dieser knappen Länge schafft, alles in eine Geschichte zu packen. Geschockt bin ich vor allem durch Sams Erlebnisse und Martyrien die sie über sich ergehen lassen musste. Sam fällt hier besonders durch ihre ruhige, distanzierte, lethargische Art auf, bei der man schnell das Gefühl hatte, das der Täter sie inzwischen gebrochen habe. Zum Glück hatten die Ermittler noch etwas in der Hinterhand, die letzte Hoffnung um Sams Erinnerungen zurückzuholen. Ob es ihnen gelingen wird, verrate ich natürlich hier nicht. Auch wenn dem Band, diesmal die blutige Spannung fehlt, so ist er trotz allem äußerst fesselnd und informativ und hat mich wieder mal in den Bann gezogen. Besonders gespannt bin ich, wie es in Sams Leben weitergeht. Ungeachtet dessen werde ich einen kleinen Punkt abziehen und nur 4 1/2 von 5 Sterne geben.

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb::thumleft::applause:

    "Es gibt nichts Schöneres, als geliebt zu werden, geliebt um seiner selbst willen oder vielmehr; trotz seiner selbst." (Victor Hugo)
    England 1821: In Ivy Hill einem idyllischen kleinen Dorf in England gibt es viele Neuerungen. Mercy Grove muss ihre Schule schließen, da nun ihr Bruder George und seine Frau Helena das Haus für sich benötigen. Nun steht sie vor einer weiteren Entscheidung, ob sie die Gouvernante von Alice werden möchte und damit ihre Zukunft alleine bestreiten wird. Auch Jane Bell kann sich immer noch nicht entscheiden, ob sie Gabriel Locke heiraten möchte. Den das hieße, dass sie in naher Zukunft das Gasthaus Bell an jemanden verpachten muss. Hingegen sind Rachel und Timothy Brockwell nach ihrer Hochzeit und den Flitterwochen sehr glücklich. Doch dann taucht eines Tages eine neue geheimnisvolle Schneiderin in Ivy Hill auf. Ist sie die Person, für die sie sich ausgibt? Eine jede Menge an Geheimnisvollem, Hoffnungen, Liebe und Träume die, die Bewohner von Ivy Hill erwartet.


    Meine Meinung:
    Das schöne Cover mit einer Braut und der Anglikanischen Kirche im Hintergrund, passt sehr gut zur Historie und besonders zur Trilogie. Der Schreibstil ist flüssig, unterhaltsam und in kurze Kapitel mit verschiedenen Handlungssträngen eingeteilt. In der Hauptsache geht es diesmal um die Freundinnen Mercy Grove und Jane Bell, die noch nicht verheiratet waren. Nachdem Mercy die arrangierte Ehe mit einem Gentleman abgelehnt hat, muss sie nun das elterliche Haus an ihren Bruder abtreten. Keine leichte Sache für sie, damit ist es auch das aus ihrer Schule, die bisher im Ivy Cottage stattfand. Da sie sich bei ihrer Schwägerin Helena nicht gerade wohlfühlt, trifft Mercy dann doch die Entscheidung Ivy Cottage zu verlassen. Schwer hingegen ist, das sie dadurch ihre Tante Matilda alleine lassen muss. Jane Bell ist sich ebenfalls nicht sicher wie es in ihrem Leben weitergehen soll. Erst ein Unglück macht ihr klar, das Gabriel Locke die Liebe ihres Lebens ist und sie einen Schritt wagen muss. Zudem stehen im Hause Brockwell weitere Entscheidungen an, die Justinas Leben verändern wird. Doch wird sie mit diesen glücklich werden? Am geheimnisvollsten ist da noch die neue Schneiderin, die sich als Französin darstellt. Irgendetwas Merkwürdiges umgibt sie, selbst Jane ist sich das sie die junge Frau schon mal gesehen hat. Wieder einmal verzaubert und nimmt mich die Autorin mit nach England in die Anfänge des 19. Jahrhunderts. Man spürt sofort, wie man in der Vergangenheit ankommt. Anhand der Lebensweise der Frauen wird mir wieder einmal klar wie gut wir es heute haben. Wir werden nicht mehr von den Eltern zur Ehe gezwungen, haben keine Probleme, wenn ein Mann eine Frau im Nachtgewand sieht und vieles andere. Das alles stellt Julie Klassen wieder sehr gut dar, so das ich sofort Bilder von irgendwelchen historischen Filmen im Kopf hatte. Doch auch bei den Männern war es nicht einfach, merkt man doch insbesondere die Distanziertheit der Geschlechter, die für diese Zeit typisch war. Die Charaktere kannte ich ja größtenteils vom letzten Teil, sodass ich recht schnell wieder eine Sympathie für sie hatte. Lediglich Helena die Schwägerin von Mercy war mir sofort unsympathisch. Ihre kühle, dominante und hinterhältige Art wie sie Mercy und Matilda von oben herab behandelt, empfand ich nicht schön. Sehr gut hingegen gefiel mir wieder Mercys Art, insbesondere wie sie ihren tiefen Glauben an Gott weitergibt. Gerade ihre Gespräche zwischen James Drake fand ich sehr bereichernd und aufschlussreich und belebte die Geschichte. Natürlich findet besonders die Liebe wieder viel Raum, ob um Vaterliebe, Liebe einer Tochter zum Vater oder Liebe zwischen Mann und Frau ging, alles war vertreten. Für mich war es ein gelungener Abschluss der Trilogie, die man jedoch auch gut einzeln lesen kann. Ich jedenfalls werde die Frauen von Ivy Hill vermissen und gebe 5 von 5 Sterne für dieses Buch.
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::applause::thumleft:

    "Das Ohr ist stumm, der Mund ist taub, aber das Auge vernimmt und spricht. In ihm spiegelt sich von außen die Welt, von innen der Menschen." (Johann Wolfgang von Goethe)
    Virginia Sommer 1890:
    Nachdem plötzlichen, unerwarteten Tod ihres Ehemanns wird dir junge Ava zu ihrer norwegischen Verwandtschaft nach Virginia eingeladen. Benns Tante Dorothee hat sie ermutigt zu ihr und den drei Cousins von Benn zu kommen, um bei ihnen eine neue Heimat zu finden. Doch in Virginia angekommen findet sie nur die drei Brüder Jorgan, Thor und Haakon vor, den Dorothee ist kurz zuvor verstorben. Völlig ohne Geld weiß Ava nun nicht wie es mit ihrer Zukunft weitergeht. Zwar wird sie liebevoll von den drei Brüdern aufgenommen, doch Ava möchte auch sie keine Last für ihre unbekannte Verwandtschaft sein. Zudem fürchtet sie sich vor dem wilden, ungestümen, gehörlosen Thor mit, dem sie sich nicht verständigen kann. Außerdem erinnert er sie zu sehr an ihren Mann Benn, da er ebenfalls dem Alkohol verfallen ist. Doch als sich Thor verändert entdeckt Ava nach und nach Zuneigung für ihn, den Liebe braucht keine Worte.


    Meine Meinung:
    Das verträumtes Cover mit der Frau und dem Nebel im Hintergrund und der schöne Klappentext haben mich neugierig auf dieses Buch gemacht. Besonders da ich die Autorin schon von ihrem letzten Buch kannte. Der Schreibstil war locker, unterhaltsam und gut recherchiert was das Thema Gehörlosigkeit anbelangt. Man merkt an der Einfachheit und dem Umgang der Protagonisten das diese Geschichte Ende 19. Jahrhundert spielt. Besonders das Thema Gehörlosigkeit hatte es der Autorin angetan, nachdem sie in einem Sommerlager ein Geschwisterpaar bei der Gebärdensprache beobachtet hatte. Dass daraus dann später Freundschaft entsteht und die Autorin sogar Gebärdensprache lernt, hat mich sehr erstaunt. Zudem entstand so langsam diese Geschichte in ihr, bei der diese Thematik einen großen Raum einnehmen sollte. Anhand der Sprache merkt man sofort das die Autorin Ahnung zu diesem Thema hat und weiß wie man Buchstaben darstellen muss. Erschüttert hat mich dagegen das Gehörlosenlehrer Graham Bell, der Erfinder des Telefons ein starker Verfechter der Gebärdensprache war. Stattdessen hat er teils mit unschönen Methoden, versucht den Kindern den Oralismus an der Schule beizubringen. Ich hingegen kann mich sofort in Thor hineinversetzen in seine Wut, wenn er das nicht aussprechen kann, was ihm auf dem Herzen liegt. Wie furchtbar muss es für gehörlose Menschen sein, wenn man spürt, das man nicht so ist wie alle anderen. Dies muss in dieser Zeit noch schlimmer gewesen sein. Dazu noch bei einem Mann der doch eigentlich der Starke, der Ernährer, Kämpfer sein möchte und dann mit einem Makel eingeschränkt ist. Genauso stellt dies die Autorin hier mit Thor da, einem kräftigen Norweger, dessen Familie in den USA eine neue Heimat gefunden hatte. Mir machte er eigentlich wenig Angst, da ich sofort spürte, das er im Inneren ein liebevoller, herzlicher Mensch ist. Ebenso habe ich Jorgan und Ava sofort in mein Herz geschlossen, während ich dagegen bei Haakon spüre, das er noch ein richtiger Kindskopf ist. Seine oft unüberlegte Art bringt ihn öfters in Schwierigkeiten. Doch auch sonst geht es sehr herzlich und liebevoll auf dieser Farm zu, besonders durch Ida der Haushälterin, die nach dem Tod Dorothees alles zusammenhält. Jedoch ist es nicht nur ein friedvolles Leben, den mit den Sorrels ihren Nachbarn haben die Brüder seit Jahren erbitterte Feinde. Deshalb spielt auch Rassendiskriminierung eine kleinere Rolle in diesem Buch und mir scheint, dass die Geschichte dieser Brüder noch nicht zu Ende ist. Zwischen Dramatik, Gebärdensprache, Alkoholismus und Liebe ist hier eine wunderschöne Geschichte entstanden, der ich gerne 5 von 5 Sterne gebe. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::thumleft::applause:

    "Der erstrebenswerteste Zustand, meinte der Sündige, wäre der Tod, denn dann könnte man keine Sünden mehr begeh(r)en." (Wolfgang J. Reus)
    Enge Gassen, Wäsche die von den Häusern im Wind flattern, der Geruch nach gebratenem Fleisch oder Brot und Stimmengewirr. Dies ist die Welt von Borgo Vecchio in der Mimmo, Cristofaro und Celeste zu Hause sind. Hier leben eine Vielzahl von Menschen in Armut oder von der Hand in den Mund. So auch Celestes Mutter Carmela, die sich mit Prostitution ihren Unterhalt verdient. Da ihre Wohnung jedoch zu klein ist, muss sie ihre Tochter jedes Mal auf den Balkon schicken, wenn ein Freier kommt. Mimmos Vater ist der Fleischer des Viertels, er betrügt gerne seine Kundschaft, in dem er seine Waage manipuliert. Cristofaros Vater hingegen ist ein Trinker, der regelmäßig jeden Abend seinen Sohn verprügelt. Alle wissen davon, doch keiner tut etwas dagegen. Doch alle drei haben etwas gemeinsam, sie himmeln Totó an einen Ganoven, der so schnell rennt, dass ihn die Polizei nicht schnappen kann. Und er kann besser mit der Pistole umgehen als manch anderer.


    Meine Meinung:
    Das blasse braune Cover mit dem Mann und den zwei Jungen, die wie ich vermute, Spaghetti tragen, passt hervorragend zu dieser Geschichte. Bisher hatte ich noch nie etwas von diesem italienischen Autor aus Palermo gelesen. Er erhielt jedoch für dieses Buch den Premio Volponi, den italienischen, nationalen Literaturpreis für bürgerschaftlichen Engagements. Der Schreibstil ist nicht immer einfach gewesen. Wo ich anfänglich recht schnell gefangen von seinen Schilderung war, wurde dies im Laufe der Geschichte immer schwieriger. Giosuè Calaciura hat eine sehr eigenwillige, bildhafte, fantasievolle Schreibweise, bei der die Dramaturgie bis ins Bodenlose fiel und die mich bei einigen Szenen fraglich zurückließ. Im Nachhinein kann ich hier nur meinem Verständnis zu dieser Geschichte hier berichten, also was ich aus diesem Buch herauslesen konnte. Mit der Geschichte um das Dorf Borgo Vecchio, das es in Wirklichkeit nicht gibt, stellt der Autor eine Art Sündhaftigkeit der Menschen, Religiosität und Erlösung dar. Dabei spielt und wirft er teils mit Worten um sich, wo ich danach regelrecht sprachlos war und ich sofort einige Bilder vor Augen hatte. Dagegen gab es dann jedoch Szenen, die ich überhaupt nicht nachvollziehen konnte. Zum Beispiel redet Mimmo mit seinem Pferd Naná, das der Vater vor dem Tod der Schlachtbank gerettet hat. Das wäre ja noch gar nicht so grotesk, doch das dieses Pferd auch noch antwortet, bzw. es so dargestellt wird, fand ich dann doch ein wenig skurril. Die Sündhaftigkeit des Dorfes hingegen stellt der Autor hier allerdings sehr gut dar. Dabei ging es um die Todsünden, wie Betrug, Lüge, Ehebruch, Mord, Prostitution, Diebstahl, Ausschweifung (Alkohol), Neid bis hin zum Verrat wie wir es schon von Judas her kennen. Kaum jemand aus diesem Dorf erschien mir, ohne Sünden zu sein. Wie es ja auch schon in der Bibel steht, das niemand ohne Sünde sein werde. Und so erkannte ich in diesem Buch anhand dieser Andeutungen schon einen gewissen roten Faden, den der Autor hier dem Leser mit der Sündhaftigkeit der Menschheit nahebringen wollte. Leider jedoch muss man vieles selbst aus diesem Text heraus interpretieren, da es durch den Autor selbst, lediglich bei Andeutungen und Metaphern blieb. Und so wurde diese anfänglich schöne Geschichte mit der Geburt von Mimmo für mich zu einer wahrlich schweren Geburt. Den dieses Buch liest man nicht ebenso mal nebenher. Nein man muss hierbei schon wirklich ganz bei der Sache sein, damit man auch versteht, was der Autor hier dem Leser mitteilen möchte. Zu guter Letzt blieben wegen der Kürze des Buches auch noch die Charaktere recht oberflächlich. Den bei gerade mal 160 Seiten kann man die Vielzahl der Personen, die diese Geschichte ausmachen, nicht ausführlich darstellen. Das hingegen war natürlich sehr schade, da ich gerade dadurch auch vieles nicht nachvollziehen konnte. Alles in allem sicher eine literarische Besonderheit, die mich jedoch nicht so ergreifen konnte, wie ich gehofft hatte. Deshalb von mir nur 3 von 5 Sterne.
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    "Mißgunst und Neid sind keine guten Ratgeber, sie sind Merkmale des Bösen." (Horst-Joachim Rahn)
    Bei ihrer Wanderung auf der Schwäbischen Alb verschwinden die beiden Freundinnen Tessa und Jasmin spurlos. Selbst die Suche der Polizei bringt keine weiteren Erkenntnisse und so bleiben die beiden verschwunden. Erst über ein Jahr später, als ein Ehepaar bei einer Wanderung in ein Unwetter gerät, werden die beiden Frauen in einem verlassenen Haus entdeckt. Sie finden sie unter in einem verwahrlosten Zustand in einem Käfig eingesperrt vor. Dabei kommt es wenig später zu einem Schusswechsel bei dem darauf Jasmin, die Ehefrau und der Täter sterben. Tessa überlebt traumatisiert und gezeichnet durch dieses Martyrium die Rettungsaktion nur knapp. Ebenso der Ehemann, den man zuvor niedergeschlagen hatte. Einige Wochen später jedoch erhält Tessa ein mysteriöses Paket, das ein mit Nadeln gespicktes menschliches Herz beinhaltet. Sofort ahnt sie, das ihr Alptraum wohl noch immer nicht zu Ende scheint. Hatte der Täter womöglich doch einen Partner, der nun Tessa erneut in seine Gewalt bringen möchte? Alexis und ihr Team stehen vor einem Rätsel, besonders da Tessa nicht erzählen möchte was sie in ihrer Gefangenschaft alles erlebt hat. Als kurz darauf die Leiche gefunden wird, eröffnet sich erst die wirkliche grausame Tat. Dazu gibt sie weitere Rätsel auf, die Alexis nur mithilfe von Karen lösen kann.


    Meine Meinung:
    Das bizarre Cover verbindet Inhalt und Titel auf spielerischer Weise miteinander. Erneut habe ich mich auf den dritten Band der Hall/Hellstern Reihe gefreut und wieder einmal fing das Buch sofort spannend an. Der Schreibstil war wieder unterhaltsam, spannend bzw. geradezu fesselnd, so das mir einige Szenen eine wahre Gänsehaut bescherten. Besonders der Handlungsstrang, bei dem ich mehr von Tessa und Jasmins Gefangenschaft erfuhr, hatte mich regelrecht geschockt. Ich bin nahezu fassungslos wie ein Täter so herzlos, grausam und brutal die beiden Frauen insbesondere Tessa folterte. Dabei stand ich lange vor einem Rätsel, was der Täter für ein Motiv haben könnte, sowohl in der Vergangenheit als auch durch die neue Attacke in der Gegenwart. Ich war erstaunt, das ein Mensch solche Martyrien über ein Jahr aushalten kann, ohne überhaupt durchzudrehen. Dass man danach nicht mehr derselbe sein kann, war mir sofort klar. Von daher beschäftigte sich der Plot in der Hauptsache mit Tessa und Jasmins Vergangenheit, so wie der Gegenwart bei der Tessa erneut attackiert wurde. Dabei ging die Autorin nicht gerade zimperlich um mit den Opfern und beschrieb das Aussehen von diesen wieder einmal recht detailliert. Zudem spürte ich wieder einmal den Einfluss von Julia Corbins biologischem Wissen durch ihr Studium. Dies ist für mich auch maßgeblich der Grund warum mir diese Reihe so gut gefällt. Den selbst ich als Laie bekomme dadurch einen Bezug zur kriminalbiologischen Materie. Ebenso erlebte ich die Kriminalbiologin Karen Hellstern wieder beim Einsatz. Eigentlich wollte Alexis sie diesmal aus ihrem Fall heraushalten, da Karen mit ihrer Adoptivtochter Merle genug zu tun hat. Das deren Privatleben von Hall und Hellstern, so wie die Biologie eine maßgebende Rolle in den Thrillern von Julia spielen, empfinde ich selbst als eine durchaus gelungene Mischung. Dabei schafft sie es außerdem jeden Ermittler charakterlich speziell zu formen. Da ist die ehrgeizige, disziplinierte Kommissarin Alexis Hall, deren Eltern Serienmörder waren und an deren Vergangenheit sie noch immer zu knabbern hat, besonders da sie nach wie vor auf viele Fragen keine Antworten hat. Karen Hellstern dagegen ist eher die zarte und feinfühligere der beiden, für sie ist es immer besonders schlimm, wen die Opfer brutal getötet wurden und sie spürt das diese sehr leiden mussten. Sie hat sich im Besonderen um Merle angenommen, die selbst ein Opfer war aus einem der vergangenen Fälle. Karen möchte ihr nun eine Chance auf ein neues und besseres zu Hause bieten. Zuletzt ist noch Oliver, ein Ermittler der nicht nur ein Herz für seine Tochter, sondern ebenfalls für Tiere in Not hat. Ein Thriller mit schaurigen und schönen Momenten aufwartet, bekommt von mir 5 von 5 Sterne und eine Leseempfehlung. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::applause::thumleft:

    "Tötet jemand den Körper, wird er zum Tode verurteilt; wer aber die Seele tötet, entkommt unerkannt." (Khalil Gibran)
    Helena Faber ist am Ende, nicht nur das ihre Ehe auseinanderging und sie ihren Job als Staatsanwältin und die Freiheit verloren hat, wurden noch ihre beiden Kinder entführt. Zwar konnte sie ihre älteste Tochter Katharina (Kata) aus den Fängen befreien, doch Sophie die jüngste der beiden ist nach wie vor verschwunden. Man vermutet, dass sie nach Saudi-Arabien verkauft wurde, doch bisher fehlt jede Spur. Robert Faber dagegen hat nach langer Suche kein Geld und Kraft mehr um weiter nach seiner Tochter zu suchen. Er hat inzwischen ein Leben mit einer neuen Familie begonnen. Doch wird er das wirklich übers Herz bringen, die Suche nach Sophie aufzugeben? Nach Psychiatrie und einige andere Abstürzen möchte Kata die Reise nach Saudi-Arabien wo sie Sophie vermutet aufnehmen. Doch Helena verhindert um jeden Preis, das Kata alleine auf diese Suche geht. Eine gefährliche Reise beginnt, bei der sie nicht wissen, ob sie Sophie finden oder sie diese sogar mit ihrem Leben bezahlen werden. Doch Helena weiß, will sie nicht beide Kinder erneut verlieren muss sie Kata bei ihrer Suche helfen.


    Meine Meinung:
    Nachdem ich den ersten Band dieser Trilogie schon gekannt hatte, war ich neugierig, was aus den beiden Töchter von Helena Faber geworden ist. Das Cover wirkte wie schon bei Band eins eher unscheinbar, passte jedoch zu den anderen Bücher. Der Schreibstil war unterhaltsam, spannend und sehr informativ. Besonders hervorheben möchte ich die Recherche über den Islam, den Wert der Frau in dieser Religion und das Leben in Saudi-Arabien. Ich hatte mir über dieses Land zuvor nie richtig Gedanken gemacht, wahrscheinlich weil wir hier im Westen viel zu wenig von ihren Traditionen, Geboten und Verbote wissen. Der Autor jedoch schrieb: "Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass Saudi-Arabien eine menschenverachtende Diktatur und in der Unterdrückung der Frau ohne jedes Beispiel ist." Auch ich hatte diesen Eindruck nach diesem Buch gewonnen und vermute, dass es heute noch größtenteils so dort ist. Reiche Männer halten sich mehrere Frauen, die sie auch gerne kaufen egal wo. Was sie mit ihren Frauen anstellen bleibt größtenteils verborgen, doch es reicht von vergewaltigen bis schlagen und vielleicht sogar töten, wer weiß. Das Buch ist in verschiedene Handlungsstränge eingeteilt, wobei mich der von Sophie am meisten berührt und gleichzeitig auch entsetzt hat. Dabei habe ich mit ihr mitgelitten, den welch erwachsener Mann tut so etwas einem Mädchen mit 12 Jahren an? Ihr Leben im Palast war wirklich nicht gerade einfach und man merkte, wie sie durch die lange Zeit eine regelrechte Gehirnwäsche erhielt und sich veränderte. Um so schwieriger wurde das Unterfangen von Helena und Kata, Sophie zu befreien, bzw. sie zu bewegen nach Hause mitzukommen. Dabei hat hier Uwe Wilhelm wahrlich alles aufgefahren was wir an Klischees und Grausamkeiten über den Islam kennen. Inwieweit die wirklich auf das Land Saudi-Arabien zutreffen, kann ich nur erahnen, doch ich vermute, das vieles sogar noch schlimmer sein könnte. Und so ging es im Plot nicht nur um Kindeshandel, Vergewaltigung, Zwangsehe, Gewalt, Unterdrückung, sondern insbesondere um ganz überraschende Ausgänge, die selbst mich sprachlos machten. Ebenso waren die Charaktere sehr gut ausgearbeitet allen voran natürlich die Familie Faber. Besonders Kata hat mich berührt, ihre aufmüpfige, aggressive Art, besonders gegen ihre Eltern empfand ich irgendwie als Hilfeschrei. Genauso wie ihre Art sich optisch mit Tattoos, Piercing und Glatze zu verändern. Man merkte einfach, wie traumatisiert dieses Mädchen noch immer war. Für mich ein bemerkenswertes Buch, das ich förmlich an einem Tag verschlungen habe, den einmal begonnen, kann man es nicht mehr weglegen. Deshalb von mir eine Leseempfehlung und 5 von 5 Sterne für diesen 3 Teil der Trilogie.
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::applause::thumleft:

    "Der Würfel nimmt eine bedeutende Rolle in der Geschichte der Menschheit ein. Er war sozusagen der erste Zufallsgenerator, den der Mensch erfand." (Welt der Würfel.de)
    Seine Opfer wählt er nicht unscheinbar aus, der neuste Serientäter der den Ermittlern des Helsingborger Kommissariat das Leben schwer macht. Sondern er hat sein ganz eigenes Prinzip, wie er seine Opfer auswählt. Mit ausgeklügelten Würfeln erwählt er sich seine Opfer, den Tatort, die Mordwaffe und vieles andere mehr. Den dieser bizarre Mörder überlässt nichts dem Zufall. So ist Helsingborg auch nicht mehr die idyllische Küstenstadt Schwedens, die sie mal war, sondern die Menschen haben plötzlich Angst der nächste zu sein. Fabian Risk derweil muss sich mit ganz anderen Kämpfen abplagen. Froh ist er, das endlich seine Tochter Matilda aus dem Koma erwacht ist, doch in der Familie liegt nach diesem Zwischenfall vieles in Scherben. Trotzdem er eigentlich um diese kämpfen wollte, widmet sich Fabian um den Selbstmord eines Kollegen, der ihm Rätsel aufgibt. Doch auch Matilda hat sich seit dem Vorfall verändert, Fabian kommt einfach nicht mehr an sie heran. Werden sie den Täter finden, bevor er sein nächstes Opfer erwürfelt hat? Und wird Fabian seine Familie retten können?


    Meine Meinung:
    Ein düsteres Bild überstrahlte das Cover zum vierten Fabian Risk Fall. Nachdem ich "Minus 18" gelesen hatte, musste ich unbedingt wissen, wie es weitergeht. Der Schreibstil war unterhaltsam, spannend und sehr interessant, auch wenn es zwischendrin ein paar Szenen gab, die etwas ausladend waren. Doch der Plot konnte mich mehr als überzeugen. Einen Täter der seine Opfer auswürfelt und dazu noch alles drumherum, fand ich schon sehr skurril und wahnsinnig interessant. Ich hatte förmlich Gänsehaut allein von der Vorstellung, dass es bei dem Täter jeden treffen könnte, ob Kind, Frau oder Mann und dies zu jeder Zeit und an jedem Ort. Besonders der kleine Flüchtlingsjunge der zum Opfer wurde, musste ich schon schwer schlucken. Ich fragte mich, wie soll man da als Ermittler ein Profil erstellen, wenn man erst einmal den Zusammenhang suchen muss, wieso die Menschen getötet wurden? Leider dauerte es immer recht lange, bis der Täter erneut zuschlug. Den es wurde immer wieder unterbrochen durch den zweiten Handlungsstrang bei dem es um Fabian Risk und seine Familie ging. Natürlich beschäftigte sich Fabian auch dieses Mal mit einem Fall, den ganz ohne Arbeit kann dieser Mann einfach nicht. Jedoch gerade hier empfand ich einige Passagen schon recht langatmig, sodass deshalb bei mir öfters die Spannung wieder abflachte. Hier kam für mich wieder der das typische bei skandinavischen Krimis zum Tragen, die oft recht detailliert und ausschweifend beschreiben. Dennoch war es gut mitzuerleben, wie es mit Matilda und Familie Risk weiterging. Doch ein bisschen war ich verwirrt über ihre Reaktion gegenüber ihrer Familie und im Speziellen ihrem Vater Fabian gegenüber. Sie wirkte da auf mich manchmal ein bisschen schon zu erwachsen. Besonders wurde mir hier wieder einmal bewusst, wie schwierig es für Ermittler ist Beruf und Privates unter einen Hut zu bekommen, ohne das eines auf der Strecke blieb. Ich muss ehrlich sagen dies beschrieb der Autor hier sehr gut. Die Charaktere, die ich schon vom Vorband kannte, konnten mich auch hier erneut überzeugen. Insbesondere Fabian Risk der seinen eigenen inneren Kampf ausfocht, konnte ich mitunter gut verstehen. Ebenso gefiel mir die sehr engagierte Irene Lilja sehr gut. Trotz den unnötigen Längen konnte mich das Buch größtenteils wieder überzeugen. Lediglich das abrupte und offene Ende hat mich mal wieder fragend zurückgelassen. So warte ich nun auf den nächsten Band, um hoffentlich Klarheit zu bekommen und gebe diesem Buch wegen der famosen Idee des Täters 4 von 5 Sterne. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::thumleft::applause:

    "Nicht nur Frauen wollen spüren, dass sie geliebt werden. Mangelnde Zuneigung des Partners kann einen Mann in die Arme einer Affäre treiben."
    Seit 3 Jahren ist nun die Hannoveranerin Michaela Cordes (Michi) als Kriminaloberkommissarin bei der Kripo in Schwetzingen. An jenem Abend hätte Michi eigentlich dienstfrei gehabt, doch sie sprang für ihren Kollegen Ackermann ein. Da kam die Meldung von einem Mord im Swingerclub "Cosi fan tutte", wo man eine junge Frau erdrosselt hatte. Doch erst am Tatort werden die ganzen Ausmaße sichtbar, die der Mörder hinterlassen hatte. Das Opfer wurde nicht nur erdrosselt, sondern auch die Schamgegend grotesk wie eine Korsage zusammengenäht. Schnell haben sie mit Victor Merx den ersten Verdächtigen gefunden, doch trotzdem er die Tote bedrängt hatte, schien er unschuldig zu sein. Heimlich meldet sich Michi dann bei dem Portal "bodysharing" an, um näheres über die Mitglieder des Swingerclubs zu erfahren. Dass sie sich damit in größere Schwierigkeiten bringt, konnte sie nicht ahnen. Aber auch ihr Vorgesetzter Guido Ruck kommt in große Bedrängnis, den ausgerechnet seine Liebesaffäre arbeitet beim Swingerclub "Cosi fan tutte".


    Meine Meinung:
    Mit Mordslust kommt hier Klaus Maria Dechants Kriminalroman auf den Buchmarkt. Das extravagante Cover mit der Abbildung eines Korsetts zeigt eindrucksvoll, das es hier inhaltlich nicht nur Mord und Humor ging. Sondern auch Themen wie Erotik, Sex, Swingerclubs, Affären und Beziehungen spielten in dem Regionalkrimi aus der Kurpfalz eine größere Rolle. Der Schreibstil war locker, unterhaltsam und durchsetzt mit einigen Szenen in unterschiedlichen Dialekten. Am meisten störten mich des öfteren die vielen französischen Begriffe und Fremdwörter mit denen der Autor hier aufwartet. Sicher als Journalist mögen sie ihm geläufig sein, doch ich fand in einem Regionalkrimi haben sie nicht unbedingt was verloren. Zudem spielte der Humor und die Erotik eine größere Rolle, kein Wunder, wenn ein Mord in einem Swingerclub geschieht. Leider plätscherte der Krimi größtenteils so dahin, sodass es für mich nicht nur zu wenig Spannung gab, sondern auch manche Charaktere ein wenig blass blieben. So gefiel mir z. B. sehr gut der korpulente Kriminaltechniker Bernhard Leistritz, der von seinen Kollegen Buddha genannt wird, weil er in seinem weißen Schutzanzug so aussieht. Seine humorvolle, flapsige Art und der Dialekt dazu war einfach nur zum Schreien und so hätte ich gerne viel mehr von ihm erfahren. Michi die für mich auf der Arbeit sehr diszipliniert und engagiert wirkte, jedoch zu Hause das krasse Gegenteil davon war, empfand ich in manchem etwas weit hergeholt. Da blieb der Kühlschrank oft leer, die Wäsche wurde nicht gewaschen und auch in Sachen Liebe waren so einiges vonnöten. Ihr Kollege Guido Ruck hatte ebenfalls so seine Not im Privatleben. Seine kranke Frau unterstellte ihm eine Affäre und war besonders was die Aussprache anbelangte nicht gerade zimperlich mit ihm. Da war es dann nicht weiter verwunderlich, das er eines Tages wirklich gefrustet durch das ausbleibende Sexleben sich eine Affäre suchte. Das dies ihm jedoch nicht nur Ärger zu Hause bringen würde, damit konnte er nicht rechnen. Alles in allem war es zwar eine gut durchdachte Geschichte, der jedoch mit mehr Humor und Erotik auftrat, dafür jedoch die Spannung eines Krimis fehlte. Selbst das Ende konnte mich dann so gar nicht überzeugen, den es ließ mich mit einigen Fragen zurück, die hoffentlich im nächsten Band beantwortet werden. Hier hoffe ich dann auch, dass der Autor mehr Ermittlungsarbeit, weniger Drumherum und bedeutend mehr Spannung in sein Buch mit einbringt. Und ich wünsche mir, das ich dann etwas mehr von den einzelnen Ermittlern erfahren werden, die hier so oberflächlich abgehandelt wurden. Trotzdem für ein Debüt war es ein gelungenes Buch, dem ich 4 von 5 Sterne gebe. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::applause::thumleft: