Beiträge von Yurmala

    262. Welches Cover hat dir im August am wenigsten gefallen?

    Die erfolgreiche Geschichte des Engadiner Hirtenbubs Johann Josty zum Zuckerbäcker der Feinschmecker und der Könige iliest sich wie ein Märchen und ist sicher kein Heimatroman (auch wenn die gerade Konjunktur haben). Ein anderes Cover wäre angebracht.

    Nachdem ich endlich den so sehr vorhersehbaren Roman von Nino Haratischwili beendet habe, wollte ich ein kurzes Buch einschieben. Burghart Klaußner gehört zur derzeit schnell anwachsenden Zunft der schreibenden Schauspieler. Sein Erstling war genau richtig und deckt sich mit den Erzählungen von den vielen Zeitzeugen, die mir ihre Erfahrungen im Berlin der letzten Kriegstage des 2. WKs anvertrauten. Durchweg lesenswert!

    Dem Roman vorangestellt ist ein bekanntes – vielleicht das bekannteste – russische Wiegenlied. Hier habe ich die von Marina Vlady russisch gesungene Version herausgesucht (1. Lied, geht von 0:00 bis 2:05).


    "Schlafe, schlaf mein schönes Kindchen,
    Bajuschki-baju.
    Schaut der Mond durch stille Wipfel
    Deinem Schlummer zu.
    Märchen will ich dir erzählen,
    Summ ein Lied dazu;
    Du, mein Lieb, magst Schäfchen strählen,
    Bajuschki-baju.


    Über Felsen braust der Terek,
    Schwappt der Wogenkamm;
    Ein Tschetschene schlüpft ans Ufer,
    Wetzt den Dolch am Klamm.
    Hart sind deines Vaters Narben,
    Die der Kampf ihm schlug:
    Schlafe, schlaf in deinem Nachen,
    Bajuschki-baju.


    Selber wirst du eines Tages
    In das Schlachten ziehn;
    Kühn besteigen deinen Rappen,
    Das Gewehr am Knie.
    Bald bereite ich dir einen
    Seidnen Sattel zu …
    Schlafe, schlaf mein liebes Kindchen,
    Bajuschki-baju."


    (Michail Lermontow, »Kosakisches Wiegenlied«, in Nino Haratischwili »Die Katze und der General«)

    259. Welches Buch hast Du in deinem letzten Urlaub gelesen?

    Mehrere, aber da ich das eine oder andere Buch hier schon genannt hatte, greife ich diesmal auf Michael Ondaatje zurück. Der Roman erscheint in diesen Tagen auch auf Deutsch. Hier geht es um die Geheimnisse, die die Mutter ihren beiden Kindern nie erzählt, und wie die beiden sehr unterschiedlich darauf reagieren.

    257. Ein Buch, das dich an etwas oder jemand besonderen erinnert

    Nachdem ich lesen gelernt hatte, versuchte meine Mutter mich von einigen ihrer Bücher fernzuhalten; 6 oder 7 Jahre fand sie noch zu jung. Eins welches sie mir wenige Wochen vorenthalten konnte, war Clochemerle von Gabriel Chevallier. Nachdem ich doch den Roman gelesen hatte und mir einige Worte von ihr erklären lies, gab sie die Geheimnistuerei auf. Aber leider hat sich ihr Büchergeschmack nie geändert, sie las mit ganz seltenen Ausnahmen eigentlich nur zeitgenössische Philosophen. Und ich bekam laufend zu hören: "Lies doch endlich etwas Vernünftiges! Du vergeudest Deine Zeit!"

    Entschuldigung, dass ich vorhin so schnell war und versehentlich Hörbuch anstelle von HÖRSPIEL schrieb. Aber bei der Fülle von Material, das Hilary Mantel in Brüder verarbeitet, ist das vielleicht kein Fehler.

    Hilary Mantel - Brüder

    Die Englische Schriftstellerin Hilary Mantel kennen viele seit ihrer (noch nicht abgeschlossenen) Cromwell-Serie, die schon zwei Brooker Preise gewonnen hat. Davor hatte sie einen Roman über die Französische Revolution geschrieben, Brüder, der in diesen Tagen in deutscher Übersetzung gratis als Hörbuch beim WDR gehört / herunter geladen werden kann (26 Teile, insg. ca. 13 Stunden). Sehr empfehlenswert!

    2,5 Stunden Wartezeit beim Augenarzt, da habe ich ganz gemütlich 65% meines Buches ausgelesen. Mehr schaffe ich heute nicht, jetzt fallen mir die Augen zu.


    "Le Guetteur" ist nett geschrieben von Christian Boltanski, die Perspektive wechselt von Kapitel zu Kapitel zwischen der Familiengeschichte seiner Mutter und seiner Analyse ihrer Roman-Noir-Fragmente, die Boltanski in ihrem Nachlas findet.

    terry ist mir schon mehrfach passiert bei copy + past seit der letzten Software-Umstellung. Zuerst habe ich mühsam alles Überflüssige gelöscht, aber dazu habe ich im 3. und 4. Quartal keine Zeit mehr. Gedulde Dich bitte bis zum 01.01.19, dann sollten meine Beiträge wieder sauber zu lesen sein.

    Österreichischer Buchpreis 2018

    Auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis 2018 stand nur ein (1 !) Österreichischer Autor (Arno Geiger mit "Unter der Drachenwand"), jetzt erschien die Longlist zum diesjährigen Österreichischen Buchpreis - und Arno Geiger ist selbstverständlich auch darunter. Die Shortlist wird am 09. Okotber veröffentlicht.




    Für mich bleibt "Unter der Drachenwand" von Arno Geiger der stärkste Roman unter den deutschsprachigen Neuerscheinungen, die ich bisher in diesem Jahr gelesen habe. Trotzdem freue ich mich auch die Namen von Robert Seethaler und insb. Josef Winkler auf der Longlist anzutreffen.

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