Die Ergebnisse der Leserlieblinge-Wahl im BücherTreff

Beiträge von Smoke

    Und wie bitte schön kommen mehrere Petroleumlampen ausgerechnet an Bord einer Ölplattform, auf der offenes Feuer auf jeden Fall verboten war? Das ist einfach nicht durchdacht und stört mich schlicht bei einer Geschichte, die so intensiv und einprägsam beginnt.

    Du bist ein aufmerksamer Leser :thumleft:. Das hab ich mir garnicht bewusst gemacht.

    Und die eventuelle Einflussnahme des Verlages/Lektorats auf die Gestaltung des Romanabschlusses klingt plausibel.


    Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, ist dieser Eltern-Sohn-Konflikt aber schon vor dem Dienst vorhanden

    Das habe ich auch so in Erinnerung. Eine bittere Sache für alle Beteiligten.

    Beim Lesen habe ich mich mit unguten Gefühlen dieser Eltern- oder Großelterngeneration irgendwie zugehörig gefühlt. Wir sehen wie sich die Dinge zuspitzen und stehen dem mehr oder weniger hilflos gegenüber. Ich kann die jungen Leute mit ihren "Friday for Future" Protesten nur zu gut verstehen und hoffe inständig, dass sie etwas bewegen können bei der unbeweglichen Politik.

    Oh ja, das wären "Enden" gewesen, die deutlich mehr unter die Haut gegangen wären.


    Zu deinem Spoiler Squirrel , am besten auch in Spoiler :)


    Aber ich bin insofern deiner Meinung, als das Ende sich anders anfühlt als der Beginn, deutlich weniger originell und eindringlich.

    Ich kann nicht sagen, welches Ende ich an Lanchesters Stelle schreiben würde, aber so passt es für mich gar nicht.

    Vielleicht wusste Lanchester es auch nicht (besser zu Ende zu bringen) :geek:.

    Aber ich bin immer noch der Ansicht, dass gerade diese isolierte Betrachtung durch die Augen der Hauptfigug zusammen mit den wenigen Informationen zur Gesamtsituation die besondere Intensität dieses Romans ausmachen. Auch wenn ich selbst neugierig gewesen bin - manchmal ist weniger eben doch mehr :).

    113. Ein Buch zum Welttag des Buches

    Das ist wirklich eine Frage, die viel Spielraum lässt und gerade deshalb zu intensivem Nachdenken anregt. Für mich ein bisschen so, als stünde ich mit einem dicken Gutschein in einer Buchhandlung und dürfte mir aussuchen was ich möchte. Ich fühle mich da stets total überfordert und kann mich nur sehr schwer entscheiden :-?.


    Einer meiner Dauerlieblinge wurde bereits genannt, zwar in der englischen Originalausgabe (to kill a mockingbird), aber ich kann ja schlecht einfach den deutschen Titel verlinken :geek:.


    Mir gefällt der Gedanke, am Welttag des Buches die Kinder anszusprechen, in der Hoffnung ihre Leselust zu wecken, deshalb habe ich diesen Kinderbuchklassiker ausgewählt - aktuell eines der Lieblingsbücher meiner Enkeltochter.

    Ich liebe es, ihr die in Reimen erzählte Geschichte von Henriette Bimmelbahn vorzulesen, wie ich es auch schon bei meinem Sohn getan habe und möglicherweise auch schon meine Eltern bei mir, nur kann ich mich da nicht mehr dran erinnern.

    111. Eine Geschichte, die kein Fantasy-Buch ist, in der aber trotzdem ein Fabelwesen vorkommt


    Ein atemberaubender Thriller: Gibt es den Yeti doch? Jack Furness, ein kalifornischer Bergsteiger, will einen der höchsten Gipfel Nepals bezwingen. In einer tückischen Eiswand stürzen er und seine Begleiter ab. Doch in einer Gletscherspalte macht Jack einen aufsehenerregenden Fund ...


    Heute wollte ich schon passen, weil mir nur ein Buch mit Engel und Teufel eingefallen ist und das vielleicht nicht so ganz unter Fabelwesen fällt. Für manch einen ja, für andere aber nicht, außerdem ist heute Ostersonntag :geek:.

    Aber als ich deinen "Yeti" gelesen habe, ist mir sofort dieser Thriller von Kerr eingefallen, danke Gonozal :flower:!


    Das Buch gab es schon als

    Zu schön, um tot zu sein


    Garvie Smith ist sechzehn, sieht gut aus, hat einen wahnsinnig hohen IQ – und die miesesten Noten. Denn er ist einfach stinkfaul und vom Leben gelangweilt. Doch dann wird das hübscheste Mädchen seiner Schule tot aus einem Teich gefischt. Garvie kannte die schöne Tote, und da die Polizei sich bei ihren Ermittlungen nicht besonders klug anstellt, versucht Garvie zu helfen – mit ungeahnten Folgen. Denn schon bald steckt er mittendrin in diesem Fall und ist einem gefährlichen Mörder auf der Spur.


    Oh, gibt es dazu hier schon einen Rezensionsthread?

    Wenn ja, sollten die beiden dann zusammengelegt werden?

    Ich seh mal nach, ob ich einen finde.


    Edit: Nee, gibt keinen, glaub ich :).

    Kurzbeschreibung (Amazon):

    Geh chillen, Sherlock – hier kommt Garvie Smith

    Garvie Smith ist 16, sieht hammer aus, hat ein fotografisches Gedächtnis und den höchsten IQ, den es je an der Schule gegeben hat - plus die miesesten Noten. Wozu auch der Stress? Das Leben nervt total. Nie passiert irgendwas Spannendes … Bis eines Tages die Leiche von Garvies Ex-Freundin Chloe aus dem Teich gefischt wird. Und der junge Kommissar Singh sich bei seinen Ermittlungen einfach zu dämlich anstellt. Jetzt muss Garvie wohl oder übel eingreifen. Langeweile? Endlich mal keine. Schule? Muss halt warten.


    Über den Autor (Amazon):

    Simon Mason, 1962 in Sheffield geboren, ist sowohl Autor als auch Verlagsleiter bei David Fickling Books in Oxford, wo er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern lebt. In Deutschland wurde er durch seine Kinderbuchreihe «Die Quigleys» bekannt.


    Meine Meinung:

    Die junge, überaus attraktive Schülerin Chloe Dow wird ermordet aufgefunden und während die Polizei in alle Richtungen ermittelt, kommt sie doch keinen Schritt weiter. Eine Herausforderung für Garvie Smith, ihren Mitschüler und Exfreund. Er ist 16 Jahre alt und schon ein echt cooler Typ, hochintelligent, dazu noch gutaussehend – und megagelangweilt, kaum etwas weckt sein Interesse, schon gar nicht die Schule. Das bzw. die Rätsel um ihren Tod zu lösen ist eine Aufgabe, die ihn aus seiner Lethargie reißt. Endlich kann er seine außerordentlichen Fähigkeiten auf ein Ziel fokussieren, und die Hintergründe des Mordes erweisen sich als erstaunlich vielschichtig. Immer wieder gerät er in Konflikt mit der Polizei, speziell mit dem ebenfalls ziemlich eigenwilligen Inspector Singh. Aber er kann und will sich nicht aus den Ermittlungen raushalten und bringt dabei sein Leben mehr als einmal in Gefahr. Sehr zum Leidwesen seiner ohnehin schon geplagten Mutter.


    Über weite Strecken, gerade zu Beginn der Geschichte fand ich es vergnüglich, zu lesen wie Garvie tickt. Genial seine Beobachtungs- und Kombinationsgabe, wie er seine Mitmenschen charakterisiert war für mich als Leser höchst amüsant, für sein jeweiliges Gegenüber vermutlich weniger *g*. Nur als ein Beispiel sein erster Eindruck von Inspector Singh: „Verkrampft. Ehrgeizig. Der Fleck auf seinem Turban ließ Überstunden und Arbeitswut vermuten. Ein Prüfungsbesteher, dachte Garvie. Ein Disziplinfanatiker. Einer, der bei seinen Kollegen unbeliebt war.“ Gefallen hat mir auch seine Selbstironie, aber mit der Zeit hat sich dieses Stilmittel durch übermäßigen Gebrauch abgenutzt, wie auch einige andere Besonderheiten im Erzählstil.


    Wie gesagt, mir hat vieles gefallen, aber insgesamt war es keine runde Sache für mich. Der Krimiplot kam lange nicht recht voran, drehte sich im Kreis und wirkte auf mich zunehmend überfrachtet. Ab und an wurden Lösungsbrocken irgendwie künstlich eingeworfen und eröffneten eine neue Perspektive auf die Geschehnisse. Aber die Geschichte verlor sich zu oft in Einzelheiten und Dialogszenen, die für sich genommen toll geschrieben sind, aber nicht rund und flüssig ineinandergreifen, so dass die Spannung für mich die meiste Zeit auf der Strecke geblieben ist, trotz einiger überraschender Wendungen am Ende. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:


    Ein Kriminalroman für junge Leser, der mit sprachlicher Eloquenz und originellen Figuren punktet, aber auch einige Längen und Schwächen im Krimiplot hat.


    Running Girl bildet den Auftakt einer Krimireihe, der zweite Teil "Kids got shot" ist auch bereits erschienen.

    110. Eine Geschichte, in der es um Zeit geht

    Die 17-jährige Anna verbringt ihre Sommerferien in Venedig. Bei einem Stadtbummel erweckt eine rote Gondel ihre Aufmerksamkeit. Seltsam. Sind in Venedig nicht alle Gondeln schwarz? Als Anna kurz darauf mit ihren Eltern eine historische Bootsparade besucht, wird sie im Gedränge ins Wasser gestoßen - und von einem unglaublich gut aussehenden jungen Mann in die rote Gondel gezogen. Bevor sie wieder auf den Bootssteg klettern kann, beginnt die Luft plötzlich zu flimmern und die Welt verschwimmt vor Annas Augen ...

    108. Ein Buch, in dem jemand oder etwas eine große Entfernung zurücklegt


    Ein terranisches Raumschiff wird von einem verheerenden Gravitätssturm erfasst und Tausende von Lichtjahre weit in einen unerforschten Teil der Galaxie geschleudert. Bei der Notlandung wird das Schiff so schwer beschädigt, dass der Besatzung nur eine Möglichkeit bleibt: Sie müssen den Kampf ums Überleben auf diesem geheimnisvollen Planeten unter der blutroten Sonne aufnehmen - einem Planeten, den ihre Nachfahren eines Tages Darkover nennen werden! Amazon

    Das könnte ich auch mal wieder lesen. Ob es mich genauso fasziniert wie beim ersten Mal :-k?.

    Du meinst sicher dieses Buch, oder ? Hatte ich letztens auch noch mal als re-read genossen, hatte mir noch genauso gut gefallen wie beim ersten Mal.:)

    Jaaaa, natürlich.

    Wieder mal die ISBN vergessen einzufügen :uups:. Meistens merke ich es noch zeitnah, aber vorhin musste ich weg und hab mir nicht die Zeit zum kontrollieren genommen.

    Herzlichen Dank für deine Aufmerksamkeit liebe Jessy1963 :friends::kiss:!

    108. Ein Buch, in dem jemand oder etwas eine große Entfernung zurücklegt


    Ein terranisches Raumschiff wird von einem verheerenden Gravitätssturm erfasst und Tausende von Lichtjahre weit in einen unerforschten Teil der Galaxie geschleudert. Bei der Notlandung wird das Schiff so schwer beschädigt, dass der Besatzung nur eine Möglichkeit bleibt: Sie müssen den Kampf ums Überleben auf diesem geheimnisvollen Planeten unter der blutroten Sonne aufnehmen - einem Planeten, den ihre Nachfahren eines Tages Darkover nennen werden! Amazon

    Das könnte ich auch mal wieder lesen. Ob es mich genauso fasziniert wie beim ersten Mal :-k?.

    107. Welches Cover hat dir im März am wenigsten gefallen?

    Ein passenderes Cover für dieses Buch ist kaum denkbar, aber mir rotierte es vor Augen, wenn ich den Umschlag ansah. Wer Kaa aus dem Dschungelbuch-Film kennt, weiß, was ich meine. :lol:


    Darum gehts:

    Endlich wird der aufstrebende wissenschaftliche Assistent Fitz auf eine der LSD-Partys seines Professors Leary in Harvard eingeladen. Er erhofft sich davon einen wichtigen Karriereschritt, merkt aber bald, dass Learys Ziele weniger medizinischer Natur sind; es geht dem Psychologen um eine Revolution des Bewusstseins und eine von sozialen Zwängen losgelöste Lebensform. Fitz wird mitgerissen von dieser Vision, mit Frau und Sohn schließt er sich der Leary-Truppe an: Sie leben in Mexiko, später in der berühmten Kommune in Millbrook, mit Drogen und sexuellen Ausschweifungen ohne Ende. Ein kreischend greller Trip an die Grenzen des Bewusstseins und darüber hinaus. - Amazon

    Ich habe diesen Dschungelbuchfilm geliebt und weiß ganz genau welche Szene du meinst :).

    Die Tochter meiner Freundin würde zu diesem Cover sagen:" Igitt, davon kriegt man ja Augenkrebs" :geek:.

    105. Ein Buch, dessen Titel dir besonders gefällt


    Landshut im Sommer 2009. Während in der Stadt Hunderttausende die „Landshuter Hochzeit“ feiern, wird die 82-jährige Irma Schwand mit einer niederschmetternden Diagnose konfrontiert: Alzheimer-Demenz.

    Irma, die um ihre Erinnerungen fürchtet, beauftragt die Münchner Ghostwriterin Kea Laverde, ihre Autobiografie zu schreiben. Diese soll für ihre Enkelin Julika sein. Doch kurz nachdem Kea alle Informationen für das schmale Buch über Irmas Lebensgeschichte beisammen hat, wird das Mädchen ermordet aufgefunden.

    Die Kriminalbeamten finden bei Julika, die als Spielfrau an der „Landshuter Hochzeit“ teilnahm, eine verdächtige CD mit einer unbekannten Computersoftware. Aber auch Kea macht ein verstörende Entdeckung: Irma deckt seit Jahrzehnten einen Mord - eine Tat, die in den letzten Wochen des 2. Weltkriegs geschah. Und der Kokon des Vergessens schließt sich immer enger um die alte Dame … Amazon


    Heute ist eine der Aufgaben, bei denen ich jede Menge Titel hätte nehmen können :).

    104. Ein Buch mit sehr vielen Zitaten

    Eine Verbindung von Mensch und Maschine: ein perfekter Soldat? Oder ein schwacher Invalide?

    In einem kleinen irischen Fischerdorf lebt ein Mann, der ein Geheimnis hütet. Nein, mehr als das, er ist das Geheimnis ...

    Sie hatten ihm übermenschliche Kräfte versprochen. Stattdessen wurde er zum Invaliden. Er hatte gehofft, ein Held zu werden. Stattdessen muss er sich vor aller Welt verbergen. Denn Duane Fitzgerald ist das Ergebnis eines geheimen militärischen Experiments, eines Versuchs, der auf tragische Weise fehlgeschlagen ist. Für seinen Opfermut erhielt er die Freiheit, den Rest seines Lebens dort zu verbringen, wo er es sich wünschte. Im Gegenzug musste er sich verpflichten zu schweigen.

    Doch es gibt da jemanden, der sein Geheimnis kennt - und er ist ihm bereits auf der Spur.

    Mit seinem Roman Der Letzte seiner Art hat Bestsellerautor Andreas Eschbach eine Mischung aus Science Fiction- und Wissenschaftsthriller geschrieben, der bis zur letzten Minute fesselt! Amazon


    Ich hoffe es passt für die Aufgabe.

    Das Buch hab ich nicht mehr, weiß aber noch, dass es mich damals total fasziniert und berührt hat, nicht zuletzt wegen der Bezüge zu Seneca. In meiner Erinnerung gab es viele Zitate des römischen Philosophen. Danach musste ich mir umgehend ein Buch mit Senecas Schriften zulegen (was ich bis heute im Regal stehen habe, mehr oder weniger ungelesen :pale:, aber Hauptsache ich hab`s und könnte jederzeit drin lesen :D).



    101. Ein Buch, in dem es um eine schwere Krankheit geht

    Erst sind es Kleinigkeiten: Konrad Lang legt aus Versehen seine Brieftasche in den Kühlschrank. Bald vergisst er den Namen der Frau, die er heiraten will. Je mehr Neugedächtnis ihm die Krankheit – Alzheimer – raubt, desto stärker kommen früheste Erinnerungen auf. Und das beunruhigt eine millionenschwere alte Dame, mit der Konrad seit seiner Kindheit auf die ungewöhnlichste Art verbunden ist.


    Meinen Favoriten zur heutigen Frage hat Bücherhuhn genannt.

    Aber dieses passt auch und gefiel mir gut.

    Warum wird in einem Buch, in dem es um das Räumen des Elternhauses gehen sollte, angeprangert, dass unsere überflüssige Ware in Kigali auf einem Kimironko- Markt landet? Solche abschweifenden Gedanken nehmen in dem 188 Seiten dünnen Büchlein Platz weg. Platz, den die Autorin lieber dem Thema gewidmet hätte.

    Gerade diese Abschweifungen haben mir gefallen. Gut möglich, dass mich die ausschließliche Beschäftigung mit dem "Ursprungsthema" weniger gefesselt hätten :-k.

    Ursula Ott greift hier ein Thema auf, das auf die ein oder andere Weise viele Menschen beschäftigt oder irgendwann beschäftigen wird, nicht nur die „Babyboomer“, zu denen sich die Autorin selbst zählt und die sich zum großen Teil vor ähnliche Probleme bzw. Aufgaben gestellt sehen.


    In ihrem Fall hat die Mutter im Alter von über 80 Jahren gemeinsam mit ihren Töchtern entschieden, das Elternhaus aufzugeben und mit allen Konsequenzen - „Was muss weg und was kann bleiben“. Leicht ist so etwas nie, aber wenn es so laufen kann wie hier beschrieben, dann scheint es mir für alle Beteiligten trotz der Mühen und Abschiede wie ein Geschenk. Und dass die Mutter es schafft, mit 88 Jahren neue Wege zu gehen, trotz aller Schwierigkeiten ihr Leben auszufüllen – chapeau.


    Was und wie die Autorin berichtet, liest sich sehr angenehm, mal heiter, mal ernst, in manchen Situationen findet man sich wieder, bei anderen denkt man vielleicht, gut, dass es gerade das bei uns nicht gibt. Indessen geht es nicht nur um persönliche Erfahrungen in Bezug auf das Ausräumen des Hauses, den Umzug usw. So interessant die Berichte und Tipps auch sind, haben mir doch gerade die vermeintlichen „Abschweifungen“ vom eigentlichen Thema ausnehmend gut gefallen. Ursula Ott schreibt u. a. über die psychologische Aufarbeitung „dunkler Ecken“, wenn die Familie z.B. entdeckt, dass der Opa wohl doch ein Nazi gewesen ist. Für mich glücklicherweise einer der Momente, in denen ich mich nicht wiederfinden konnte bzw. musste. Aber auch statistische Fakten und wissenschaftliche Aspekte kommen zur Sprache, wie z.B. die Auswirkungen von Kriegstraumata auf die Folgegeneration. „Transgenerational“, ein Begriff, von dem ich bislang noch nicht gehört hatte. Hirnforscher konnten inzwischen erstmals beweisen, „dass traumatische Erfahrungen den Stoffwechsel beeinträchtigen und diese Veränderungen erblich sind.“


    Auch wird so manche gesellschaftliche Entwicklung aus Vergangenheit und Gegenwart aufgegriffen. Für mich kaum zu glauben, dass noch bis 1977 tatsächlich der Ehemann zustimmen musste, wenn seine Frau arbeiten gehen wollte – krass. Durchaus nachvollziehbar, dass sich in der Folgegeneration eine Art „Hausfrauenallergie“ ausgebreitet hat, viele Frauen mit kochen, backen, handarbeiten… erst mal nix mehr zu tun haben wollten.


    Für mich war dieses Buch eine gute Mischung aus persönlichem Erleben, weiterführenden Information und konkreten Tipps. Gelangweilt habe ich mich zu keinem Zeitpunkt, und das ist bei einem eher sporadischen Sachbuchleser wie mir durchaus als Kompliment zu verstehen :). :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: