Die Ergebnisse der Leserlieblinge-Wahl im BücherTreff

Beiträge von Shay

    In "The Fill-In Boyfriend" geht es um Gia, deren Freund Bradley mit ihr am Abend ihres Abschlussballs - dem Abend, an dem er endlich ihre besten Freundinnen Claire und Laney kennen lernen sollte - Schluss macht. An sich tut ihr die Trennung gar nicht so weh, immerhin waren die beiden nur wenige Monate zusammen, was sie viel mehr wurmt, ist die Tatsache, dass sie nun alleine auf das Fest gehen muss. Das mag jetzt etwas oberflächlich klingen, aber ihre Gedanken haben einen ganz einfachen Grund: Jules.


    Die hat sich vor einigen Monaten in das BFF-Trio eingeschlichen und lässt seitdem keine Gelegenheit aus, um Gia bloßzustellen. So hat sie auch die Theorie aufgestellt, dass Bradley gar nicht existiert - immerhin haben die anderen drei Mädchen ihn noch nie zu Gesicht bekommen. Heute Abend wollte Gia also beweisen, dass es ihren Freund wirklich gibt und sie ihn sich nicht ausgedacht hat.


    Tja, das hat sich mit Bradleys Abgang dann erledigt - und Gia ist am Boden zerstört. Nun könnte sie natürlich zu ihren Freundinnen gehen und die Wahrheit sagen, aber diese klingt in ihren Ohren viel zu unrealistisch. Also spricht sie einen Jungen an, der den Chauffeur für seine Schwester spielt, ob er nicht für einen Abend ihr Freund sein könnte. Ohne Verpflichtungen und am Ende des Abends darf er vor versammelter Mannschaft mit ihr Schluss machen. Problem gelöst! Denkt zumindest Gia...



    Denn damit fängt das Chaos erst so richtig an. Denn während sie sich in eine Lüge nach der anderen rein reitet, geht Fill-In Bradley ihr einfach nicht aus dem Kopf. Sie redet sich ein, dass sie erst mit der Sache abschließen kann, wenn sie noch einmal mit ihm gesprochen hat, aber das ist gar nicht so einfach, wenn sie nicht einmal seinen Namen weiß. Und die einzige Person, die als Vermittlerin zwischen den beiden fungieren könnte, stellt sich quer - zumindest so lange, bis sie Gia gebrauchen kann. Diese schuldet Fill-In-Bradley nämlich noch einen Gefallen und seine Schwester fordert diesen ein - ohne sein Wissen.



    Gia und Hayden treffen also erneut aufeinander und danach lässt sich nicht mehr leugnen, dass sie sich mögen. Man verbringt immer mehr Zeit miteinander und wir alle können uns denken, was passiert ;) Natürlich ist das aber alles nicht so einfach. Gia ist fest davon überzeugt, dass Hayden eigentlich seine Ex zurück haben will und denkt bei jeder freundlichen Geste seinerseits, dass sie sowieso nur gespielt. Und dann sind da ja auch noch ihre Freundinnen, die nicht heraus finden dürfen, dass sie Kontakt zu Hayden hat, immerhin kennen die ihn ja nur als Bradley, mit dem Gia ganz offiziell Schluss gemacht hat. Wie gesagt: alles nicht so einfach.


    Aber unterhaltsam und charmant. Es ist eine kurzweilige Geschichte, die sich problemlos in ein paar Stunden weg lesen lässt und damit so ziemlich genau das, was ich erwartet habe. Sympathische Charaktere, ein bisschen Humor, ganz einfach ein Feelgood-Buch. Kasie Wests angenehmer, lockerer Schreibstil, der absolut zur Story passt, tut sein Übriges dazu.


    Auch wenn ich sagen muss, dass es einen Punkt gab, der mich ein wenig wahnsinnig aggressiv gemacht hat. Und das sind Gias so genannte Freundinnen. Zum einen wäre da Jules, die alles tut, um Gia zu schaden und vor Laney und Claire schlecht zu machen bzw. unglaubwürdig dastehen zu lassen. Sie ist erst vor wenigen Monaten zu der Clique gestoßen, sorgt seitdem aber für schlechte Laune. Am schlimmsten fand ich aber, dass die beiden Mädchen, mit denen Gia schon jahrelang befreundet ist, ihr gnadenlos in den Rücken fallen. Die arme Jules hat(te) ja kein leichtes Leben und Gia solle sich doch mal ein bisschen Mühe geben, so verkehrt ist Jules gar nicht. Buhu. Ich meine: HALLO? Ihr seid seid JAHREN mit ihr befreundet und glaubt dennoch so einer daher gelaufenen Ische, die von Anfang an Stimmung gegen eure BESTE Freundin gemacht hat, MEHR? SERIOUSLY?


    Oh ja, diese Weiber haben mich von vorne bis hinten aufgeregt. Vor allem nimmt Gia sich die Sache dann zu Herzen und versucht tatsächlich, ein bisschen auf Jules einzugehen und die lügt den anderen kackdreist ins Gesicht, mehrfach. ALTER!


    Irgendwann kurz vor Ende kommt dann so eine Heart-to-Heart-Szene zwischen den beiden, aber selbst die fühlte sich extrem falsch und unglaubwürdig an. Ich glaube, Kasie West wollte damit ein bisschen Tiefe in Jules' Charakter bringen, bei mir ist das allerdings absolut nicht angekommen. Für mich bleibt sie ein Miststück. Und Laney und Claire sind nicht besser. Da bin ich ja fast froh, dass ich früher keine besten Freundinnen hatte - so blieb mir einiges an Drama erspart.


    *tief durchatme*



    Gut, aber das ist auch eigentlich alles, was ich kritisieren kann. Der Rest von "The Fill-In Boyfriend" macht einfach Spaß. Und genau deswegen kann ich es euch, als Fans gediegener YA-Romanzen und Coming-of-Age-Romanen, nur ans Herz legen. Es ist für mich die perfekte Sommer-Lektüre :)


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Autor: Becky Albertalli
    Titel: The Upside of Unrequited
    Genres: Liebe und Romantik, LGBTQ+, Young Adult


    Format: eBook, Taschenbuch ⋆ Seiten: 352
    Erschienen 04.2017
    Verlag: Penguin Books
    ISBN: 978-0062660480



    // Was passiert //

    Seventeen-year-old Molly Peskin-Suso knows all about unrequited love-she's lived through it twenty-six times. She crushes hard and crushes often, but always in secret. Because no matter how many times her twin sister, Cassie, tells her to woman up, Molly can't stomach the idea of rejection. So she's careful. Fat girls always have to be careful.

    Then a cute new girl enters Cassie's orbit, and for the first time ever, Molly's cynical twin is a lovesick mess. Meanwhile, Molly's totally not dying of loneliness-except for the part where she is.
    Luckily, Cassie's new girlfriend comes with a cute hipster-boy sidekick. Will is funny, flirtatious, and just might be perfect crush material. Maybe more than crush material. And if Molly can win him over, she'll get her first kiss and she'll get her twin back.

    There's only one problem: Molly's coworker, Reid. He's an awkward Tolkien superfan, and there's absolutely no way Molly could fall for him. Right?



    // Was ich denke //


    Zitat von Becky Albertalli - The Upside of Unrequited

    "Okay, I just gotta say it". The guy touches my arm. "You are fucking gorgeous for a big girl."
    I stop short.
    "It's a compliment!"
    I look at him. "Fuck you."
    I've never said that before. At least not out loud. It feels kind of amazing.


    Ich glaube, ich habe eine neue Lieblingsautorin: Becky Albertalli. Letztes Jahr habe ich ihr Debüt "Simon vs. the Homo Sapiens Agenda" als Hörbuch gehört, was mir von vorne bis hinten gefallen hat - entsprechend riesig war also meine Begeisterung, als ich (eher zufällig) erfuhr, dass sie ein zweites Buch geschrieben hat. Und nach dem Lesen der Inhaltsangabe von "The Upside of Unrequited" gab es die Option, das Buch nicht zu lesen, eigentlich gar nicht mehr. Also: gesagt, getan ;)


    Tja, und wie man sich anhand meiner Einleitung schon denken kann, hat es mir gefallen. Okay, das ist untertrieben - I loved it Abolutely, utterly and entirely. Becky Albertalli hat es geschafft, mich von der ersten Seite an in ihren Bann zu ziehen. Das mag jetzt ein bisschen übertrieben klingen, aber ich finde, dass man in ihren Büchern das Herzblut lesen kann, das sie hinein gesteckt hat. Vielleicht schafft sie es aber auch einfach, meinen Geschmack dermaßen zu treffen, dass es mir so vorkommt, aber Tatsache ist, ich sofort darin versunken bin.



    "The Upside of Unrequited" ist eine Geschichte über die erste Liebe, über die Familie und ja, auch ein wenig über das Erwachsenwerden.



    Im Mittelpunkt steht die siebzehnjährige Molly, die zwar noch nie einen Freund hatte, dafür aber sechsundzwanzig Crushes. Angesprochen hat sie jedoch nie einen der Jungs, zu groß war und ist ihre Angst vor Zurückweisung. Denn auch wenn sie keine Erfahrung mit der Liebe hat, so weiß sie eines doch ganz genau: dicke Mädchen werden immer zurück gewiesen.


    Und damit wären wir genau an dem Punkt, der mein Herz an das Buch gefesselt hat: Becky Albertallis Darstellung des Mädchens. Denn sie hat den Nagel dermaßen auf den Kopf getroffen, dass ich beim Lesen nicht aufhören konnte, zustimmend zu nicken. Ich war selber ein dicker Teenager und habe genau das durchgemacht, was Molly erlebt. Selbstzweifel, Einsamkeit, Unsicherheit. Ich musste mir sogar den gleichen Scheiß anhören, den sie von ihrer Oma immer wieder um die Ohren gehauen bekommt: "Du hast so ein schönes Gesicht, wenn du nur schlanker wärst, dann würden dir die Jungs scharenweise hinterher laufen".
    Ich kann mir vorstellen, dass Mollys Gedanken und Gefühle für viele übertrieben erscheinen, ihr Selbstmitleid nervt, aber ich kann euch versichern, dass sie definitiv realistisch dargestellt sind. Vermutlich ist das auch der Grund, warum mich die Geschichte emotional so sehr angesprochen hat: ich habe mich in Molly zu 100% wieder erkannt. Dadurch ist eine gewissen Leidenschaft für sie entstanden, ich habe durchgehend mit ihr gefühlt.


    Zitat von Becky Albertalli - The Upside of Unrequited

    I hate hating my body. Acutally, I don't even hate my body. I just worry that everyone else might.
    Because chubby girls don't get boyfriends, and they definitely don't have sex. Not in movies - not really - unless it's supposed to be a joke. And I don't want to be a joke.


    Die zweite Protagonistin ist Cassie, Mollys Zwillingsschwester. Die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein, halten aber zusammen wie Pech und Schwefel. Genau aus diesem Grund hat Molly auch so ihre Probleme, als Cassie sich das erste Mal verliebt. Bisher hat das Mädchen einen sehr lockeren Lifestyle gepflegt und nichts auf große Gefühle gegeben, doch dann begegnet sie Mina. Und je mehr Zeit sie mit ihrer neuen Freundin verbringt, desto einsamer wird Molly. Und da hilft es auch nicht besonders, dass ihre Schwester sie verkuppeln will.
    Allerdings findet sie Will doch ganz gut, vor allem aber die Tatsache, dass er Interesse an ihr zu haben scheint. Ich hatte das Gefühl, dass Molly viel mehr die Idee von Will als potenzieller Freund gefällt, als der Junge selber. Und auch das empfand ich als absolut nachvollziehbar, gerade vor ihrem emotionalen Hintergrund.


    Und dann tritt ein weiterer Junge in ihr Leben - Reed. Molly lernt ihn während ihres Ferienjobs kennen und versteht sich auf Anhieb mit ihm. Natürlich ist er kein Boyfriend-Material - immerhin ist er ein Nerd, der auf verstorbene britische Monarchinnen steht und jeden Tag ein anderes Serien-Shirt trägt -, aber er ist eigentlich ganz nett und man kann mit ihm reden... *hüstel* Wir können uns ja denken, wie das endet... *hüstel*


    Aber selbst wenn "The Upside von Unrequited" ein bisschen vorhersehbar und cheesy ist, so büßt es dadurch nichts von seinem Charme ein. It's funny, it's cute, it's heartwarming. Und noch so viel mehr. Es fühlt sich von vorne bis hinten echt an. Real. Ob nun Mollys Obsession mit Pinterest, Smileys in Messenger-Nachrichten, die gesellschaftlichen Themen oder das Verhältnis von Molly und Cassie, das zwischendurch ordentlich durcheinander gewirbelt wird. Einfach alles.
    Das Buch macht einfach tierisch Spaß und ist für mich jetzt schon Anwärter auf den Titel "Highlight des Jahres". Ich kann gar nicht in Worte fassen, was mich daran so ergriffen hat, but I fell in love - completely. Ich konnte es nicht aus der Hand legen und habe für alle Charaktere meine Pompoms geschwungen. Es passt einfach alles zusammen, von Charaktere über Story bis hin zum Schreibstil - es unterhält, berührt und lässt einen lächeln. Yeah, it's kind of perfect ♥


    Zitat von Becky Albertalli - The Upside of Unrequited

    That's the thing. I get into this weird place sometimes where I worry about that. I've never told anyone this - not my moms, not even Cassie - but that's the thing I'm most afraid of. Not mattering. Exisiting in a world that doesn't care who I am.
    It's this whole other lovel of aloneness. And maybe it's a twin thing. I have never truly been alone in the world. I think that's why I fear it.


    Wer "Simon vs. the Homo Sapiens Agenda" mochte, sollte sich auf jeden Fall auch das zweite Werk von Becky Albertalli besorgen. Es hat genau den selben Vibe, die selbe Stimme - und sogar die gleichen Charaktere :D Denn Cousine und enge Vertraue der Zwillinge ist keine Geringere als Abby, Simons beste Freundin. Ich bin da zuerst gar nicht drüber gestolpert, habe mich aber umso mehr gefreut, als ich es endlich gecheckt habe. Und auch Simon hat einen kleinen Auftritt, was ich noch cooler fand.


    Einen riesigen Pluspunkt möchte ich zu guter Letzt noch für die Diversity der Charaktere geben. Denn wir haben hier nicht nur eine übergewichtige und eine queere Protagonistin, nein, die beiden haben zudem auch zwei Mütter - von denen eine schwarz ist. Molly und Cassie sind, genau wie ihr kleiner Bruder Xaver, durch eine Samenspende entstanden - und zwar vom gleichen Spender, sie haben also den selben Vater. Sie sind dadurch echte Halbgeschwister, denn während Patty die Zwillinge auf die Welt gebracht hat, ist Nadine die leibliche Mutter ihres Baby-Bruders. Ach, und jüdisch sind sie auch noch. Ich glaube, viel mehr geht da nicht ;)



    Ich finde, Becky Albertalli hat mit "The Upside of Unrequited" alles richtig gemacht.


    Es ist ein tolles Jugendbuch über die erste Liebe mit authentischen Charakteren und viel Herz. LESEN, KINNSERS, LESEN!


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Hallo ihr Lieben,


    auch diese Woche sucht auf meinem Blog ein Buch ein neues Zuhause.
    Dieses Mal handelt es sich um "Du bist das Gegenteil vom Allem" von Carmen Rodrigues, einem Jugendbuch um die Hinterlassenschaft eines jungen Mädchen, das drei Menschen die Frage nach dem "Warum" beantworten soll :)


    http://www.sasverse.de/gewinnspiel-carmen-rodrigues/


    Das Gewinnspiel läuft bis zum 21.02,. 24h.
    Teilnehmen darf jeder mit Wohnsitz in der EU.


    Viel Glück! :D

    So, ich habe nun auch endlich geschafft, meine Rezension hier im Forum zu posten, auf meinen Blog ist sie bereits letzte Woche erschienen :)
    Alles in Allem finde ich, dass "Black Memory" wirklich super gelungen ist. Es ist spannend, lädt zum Mitraten ein und treibt einen nur so durch die Seiten. Daher gibt es von mir :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb: !


    Die komplette Rezension ist hier zu finden:
    Janet Clark - Black Memory


    Noch einmal vielen Dank an alle für die tolle Leserunde. Allen voran natürlich @Mario für die Organisation und @Janet für die wirklich tolle Begleitung. Es hat unheimlichen Spaß gemacht, auch einen Blick hinter die Kulissen zu bekommen. Ich hoffe wirklich, dass dein Verlag grünes Licht für einen zweiten Teil gibt, da wäre ich sofort dabei :love:

    Eine Zusammenfassung des Inhalt spare ich mir aufgrund der vielen Rezensionen jetzt einfach mal... kommen wir also direkt zu meiner Meinung zu Black Memory von Janet Clark.
    Die Rezension ist ursprünglich auf meinem Blog sas.verse erschienen, ich übernehme sie 1:1 von dort...



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    Ich muss zugeben, dass ich bisher dachte, Janet Clark würde nur Jugendbücher schreiben. Ich selber habe von ihr vor zwei Jahren "Singe, Fliege, Vöglein Stirb" gelesen und kannte bis vor Kurzem nur die Romane aus dem Loewe-Verlag. Aber dann habe ich erfahren, dass Mrs. Clark auch die Erwachsenen mit Thrillern bedient. Und ihren neusten - "Black Memory" - durfte ich im Rahmen einer autorenbegleiteten Leserunde im Büchertreff jetzt lesen.


    Zu allererste möchte ich loswerden, dass Janet Clark ein sehr sympathischer Mensch ist. Sie hat sich während der Leserunde immer wieder in die Diskussionen der Leser/innen eingebracht, von ihren Recherchen zu diesem doch sehr speziellen Thema erzählt und jede Frage freundlich beantwortet. Irgendwie macht das das Lesen noch ein wenig intensiver, weil man sozusagen ganz nah an der Quelle sitzt.


    Aber nicht nur die tolle Begleitung ist für den Spaß an "Black Memory" verantwortlich, nein, das Buch selber ist einfach gut. Allen voran hat mir gefallen, dass der Leser immer nur genauso viel weiß, wie die Protagonistin Clare selbst. Und dank ihres Gedächtnisverlusts ist das nicht sonderlich viel. Genau genommen muss sie sich komplett auf die Aussagen anderer Menschen verlassen, denn ihr gesamtes Leben ist ein großes, schwarzes Loch. Nur auf ihr angeeignetes Wissen, vorrangig aus ihrem Medizin-Studium, hat sie noch Zugriff.



    Zitat von Janet Clark - Black Memory - Seite 21

    Ich brauche unbedingt mehr Flecken aus meinem leeren Lebensblatt. Bunte, positive Flecken, die mir einen Grund geben, an mich selbst zu glauben und für mich kämpfen zu wollen. Aber dazu brauche ich Informationen. Nur woher?


    Allerdings ist es gar nicht so einfach, sich selber zu finden, wenn man durchgehend das Gefühl hat, dass einem etwas verschwiegen wird und jede Person, mit der man in Kontakt kommt, eine andere Version der Geschichte erzählt. War ihre Ehe wirklich am Ende? Hat sie England aus Angst vor ihrem Ehemann verlassen? Fragen und über Fragen, auf die Clare keine klaren Antworten bekommt.
    Ich finde, dass Janet Clark die völlige Verwirrung der Protagonistin sehr gut dargestellt hat. Man kann ihre Verzweiflung spüren, den Wunsch nach Vertrauen und Geborgenheit. Es muss unheimlich schwer sein, wenn man sich an so gar nichts aus seinem Leben erinnern kann, keine Menschen, keine Erfahrungen, keine Gefühle.



    Und dann ist da auch noch Bonnie, ihre kleine Tochter, die spurlos verschwunden ist. Angeblich ist sie mit Clare zusammen nach Indonesien gereist, doch niemand weiß, warum. Am allerwenigsten die Ärztin selber, doch so sehr sie sich auch bemüht, sie kommt nicht an ihre Erinnerungen ran - dabei sind genau diese der Schlüssel zum Auffinden des Mädchens.


    Und damit beginnt eine monatelange Tortour. Clare weiß, dass sie sich erinnern muss, wenn sie wissen will, was mit ihrer Tochter passiert ist. Doch wie soll sie das tun, wenn sie nicht weiß, wem sie trauen soll? Und ganz ehrlich: mir ging es genauso. Mein erster Verdacht fiel direkt auf Clare Ehemann, Paul. Nachdem er sie aus Indonesien zurück nach England geholt hat, versucht er, jeglichen Kontakt nach außen abzuschirmen, nach eigenen Aussagen, um seiner Frau Zeit zu geben und keinem unnötigen Stress auszusetzen. Auf der einen Seite mag das ja auch logisch klingen, aber er ist für meinen Geschmack ein bisschen zu nervös, um als unbescholten gelten zu können. Gut, er hat ebenfalls seine Tochter verloren und will Clare vielleicht wirklich einfach Zeit geben, sich an ihn zu gewöhnen, aber irgendwie... *kopfschüttel*



    Zitat von Janet Clark - Black Memory - Seite 148

    Und wenn alles ganz anders ist? Wenn ich die Fakten aufgrund meiner fehlenden Erfahrungswerte falsch interpretiere?


    Aber auch die anderen Charaktere, die im Laufe der Geschichte dazu kommen, waren mir nicht ganz koscher. Wichtige Bezugspersonen für Clare werden zum einen der Portier Raphael, der einen Kontakt zur Trauma-Therapeutin Teresa Torenzo herstellt, und eben diese. Clare reist sogar nach Italien, um sich von ihr behandeln zu lassen. Aber ich habe der Frau von Anfang an nicht so ganz über den Weg getraut, es gibt einfach zu viele kleine Details, die mir merkwürdig vorkamen.



    Und genau hier für mich liegt die Stärke von "Black Memory": der Leser kann nicht nur mitfiebern, sondern auch miträtseln. Man stellt beim Lesen automatisch Theorien und Verdächtigungen auf, die dann aber zwei Seiten später wieder durch neue Informationen zerworfen werden. Man weiß nie so genau, wer welche Hintergedanken hat und auf welche Weise in die Geschichte verwickelt ist. Kurzum: man kann das Buch kaum zur Seite legen, weil man einfach wissen will, wie es weiter geht!


    Das ist auch der Grund, warum ich regelrecht durch die Seiten geflogen bin. Und es hat einfach Spaß gemacht. Ich liebe Bücher, die einen gefangen nehmen, den Detektiv in einem wecken und dem dann immer wieder überraschende Wendungen vor den Latz hauen. Und genau so eines ist "Black Memory".



    Fazit
    "Black Memory" von Janet Clark ist ein durchweg guter Thriller, der fesselt und einen kaum loslässt. Die Geschichte ist spannend, innovativ und gut durchdacht. Vielleicht könnte die Auflösung ein wenig unrealistisch erscheinen, basiert aber auf wissenschaftlichen Untersuchungen. Ich kann das Buch nur weiter empfehlen.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    Bis zum Ende

    Ich muss gestehen, dass ich Paul sehr lange für einen Schuldigen gehalten habe. Zu viel sprach gegen ihn. Bin zwar eine routinierte Thriller Leserin aber eher einer gutgläubige O:-) So dass ich zunächst das glaube, was die Autoren mir weismachen wollen. Finde ich spannender


    Jaaa, ich ja auch! :D
    Ich hatte ihn in Verdacht und da ist er auch geblieben... auch wenn mein Verstand mir immer wieder gesagt hat, dass das einfach viel zu simpel wäre ;)

    Ich muss zugeben, dass ich das Buch bereits am Wochenende zu Ende gelesen habe. Irgendwie fällt es mir schwer, nach "Zeitplan" zu lesen, ich höre ungern auf, nur weil ein Abschnitt zu Ende ist - ich aber noch ne halbe Stunde Arbeitsweg vor mir habe :wink: Und wie vielen anderen fiel es mir besonders schwer, in den letzten Kapitel das Buch einfach zur Seite zu legen.


    Ich kann nur noch einmal betonen, wie spannend ich das ganze Buch fand. Es fesselt einen dermaßen und lässt einen so richtig mitfiebern. Wirklich super gemacht, @Janet :love:


    Aber nun noch ein paar Worte zu den letzten Kapiteln...

    Wenn ich etwas in den letzten Jahren gelernt habe, ist es, dass in guten Thrillern nichts so ist, wie es aussieht. Und das ist auch hier der Fall...
    Ich traue mittlerweile weder Paul (mein Erstverdacht und daher bestimmt unschuldig), noch Raphael (irgendwie zu freundlich), noch Torenzo (das kann ich nicht mal richtig benennen, sie ist mir einfach nicht ganz koscher). Aber ich finde es toll, dass der Leser so an der Nase herum geführt wird bzw. einen Verdacht nach dem anderen aufgetischt bekommt, nur um ihn dann widerlegt zu bekommen.


    So mach das Lesen einfach unheimlich viel Spaß, weil man miträtseln kann und der Lösung genauso weniger näher kommt wie Clare selbst.

    [spoiler]
    Ich wusste doch, dass die Torenzo nicht ganz echt ist! HA!
    Hat die doch tatsächlich Bonnie in ihrer Gewalt bzw. in ihrem Institut!
    Ich traue der kein Stück mehr über den Weg, auch wenn es so aussieht, als würde sie Clare helfen können, sich zu erinnern. Und mittlerweile bin ich mir auch sicher, dass Raphael mit ihr unter einer Decke steckt...
    Auch wenn ich noch nicht so ganz sehen kann, was sie genau wollen. Warum hatten die Bonnie? Um sie zu schützen? Und was hat Paul jetzt mit seiner Tochter vor?


    Ich traue vorerst niemanden mehr!
    [spoiler]

    Da ich nicht genau weiß, welches Kapitel das ist: ich habe bis Seite 192 gelesen!



    Liebe @Janet, ich muss dir mal ein großes Kompliment machen:
    du schaffst es wirklich, Misstrauen gegen einen Charakter zu wecken und das dann ein paar Seiten wieder in Frage zu stellen. Und das finde ich genial!
    Denn genau das ist es, was einen festhält und weiter lesen lässt. Ich hatte wirklich Schwierigkeiten, das Buch aus der Hand zu legen... aber hätte ich es nicht getan, wäre ich vermutlich bis zur End-Haltestelle der Bahn sitzen geblieben :wink: Nun muss ich also bis morgen warten, bis es weiter geht...


    Aber zur Story:
    ich hege immer noch einen heftigen Verdacht gegen Paul. Er wirkt zwar zwischendurch liebevoll und ernsthaft um Clare (und Bonnie) besorgt, aber irgendwie lässt mich der Gedanke nicht los, dass er richtig viel Dreck am Stecken hat. Und auch Raphael ist mir mittlerweile etwas suspekt. Am Anfang habe ich einfach für einen netten Menschen gehalten, der helfen möchte, aber irgendwie... der verbirgt doch auch etwas! :-k


    Ich bin mir auch noch nicht ganz sicher, ob ich der italienischen Ärztin (deren Name mir gerade entfallen ist), wirklich trauen soll. Ich bin sehr gespannt, ob sie Clare wirklich helfen kann... Clare würde ich es wünschen, aber vielleicht wäre es für sie am sichersten, wenn sie sich nicht erinnern würde. Zumal jetzt der Verdacht aufkam, dass vielleicht die Mörder von Bonnies Familie hinter ihrer Entführung stecken.


    Und was hat es bitte mit der Gabe des Mädchens auf sich? Kann sie wirklich Erinnerungen von anderen Menschen aufnehmen? Ich bin ja ein wenig hin und her gerissen, was dahinter steckt.
    Und umso gespannter, wie sich die Sache aufklärt. Grundsätzlich kommt das Buch ja eher wie ein "normaler" Thriller daher und nicht wie etwas, das mit dem Übernatürlichen zu tun hat...

    Hallo und guten Abend, ihr Lieben
    und natürlich @Janet :D


    Ich habe natürlich auch heute mit dem Lesen angefangen und bin bisher schon mal begeistert. Ich finde, dass Clares Verwirrung sehr gut rüber kommt und vor allem nachvollziehbar ist. Ich möchte gar nicht wissen, wie es sich anfühlt, wenn man plötzlich nicht mehr weiß, wer man ist... und dann auch noch in einem Knast landet, in dem es den Ratten besser geht als den Insassen *schauder*


    Ich muss ja nach den ersten 100 Seiten sagen, dass mir Paul nicht ganz koscher ist. Der hat doch etwas zu verbergen, oder?!
    Wobei das vermutlich zu naheliegend wäre... so, wie die Zeichen auf ihn deuten. Ich lasse mich gerne überraschen, ob sich mein Verdacht noch erhärtet :wink:


    Genauso gespannt bin ich darauf, was hinter der Entführung steckt... ich finde die Argumentation von Clares Besucherin ja gar nicht so schlecht... we will see.

    Hallo ihr Lieben,


    im Rahmen einer großen Aufräumaktion sind bei mir einige Bücher zusammen gekommen, die ein neues Zuhause suchen. Einen Teil davon werde ich im Laufe der nächsten Wochen auf meinem Blog verloren... vielleicht ist ja auch etwas für euch dabei?


    Den Anfang macht Killerjagd von Christine Drews.
    Das Gewinnspiel läuft noch bis zum 10. Januar und ist offen für jeden, solange er/sie denn eine Postadresse in Europa hat. Die Teilnahme ist auch ganz einfach, ihr müsst nur eine kleine Frage beantworten.


    Bitte einmal hier entlang: http://www.sasverse.de/das-faengt-ja-gut-an-1/


    Viele Grüße
    Sas

    So, da ich heute Morgen beim Frühstück mein aktuelles Buch beendet habe und wohl keins mehr folgen wird :wink: , gibt es hier meine Punkte für den Dezember.


    Mein Dezember


    Gelesene Bücher: 4
    Gelesene Seiten: 1.601
    Gesammelte Punkte: 40,01


    Neue Bücher: 5 (4 Geschenke, ein Gewinn)
    Gekauft: 0
    Pluspunkte: +5


    SUB Monatsende: 48


    Punkte Dezember: 350,01
    Gesamtpunkte 31.12.: 516,8


    Liste nach pinucchia



    Danke für eine schöne Challenge! Ich hatte viel Spaß dabei, auch wenn ich auf dem undankbaren Vierten Platz gelandet bin :wink:
    Nein, eigentlich bin ich ganz stolz, dass ich es geschafft habe, mich so zusammen zu reißen und einen großen Teil meines SuBs abzubauen. Ich dachte mir, ich poste zum Abschluss nochmal meine Jahrestatistik:


    Stand 01.01.2016: 108
    Unterjährig aussortiert: 10


    Start: 98

    Gekauft: 1
    Geschenkt: 9
    Gewonnen: 1


    Gelesen: 55
    Abgebrochen: 6


    Stand 31.12.2016: 48


    Ich finde, das kann sich doch ganz gut sehen lassen ;)
    Und tatsächlich war das Kaufverbot wesentlich einfacher durchzuhalten, als ich am Anfang gedacht hätte. Mal sehen, wie sich das nächstes Jahr entwickelt.


    Viele Grüße
    Sas

    Ohh, hier, ich auch! *hüpf*
    Ich habe von Janet Clark bereits etwas gelesen und fand es gut. Außerdem wäre es doch schön, wenn ich meine gezwungene Abstinenz in diesem Jahr (aufgrund einer SuB-Abbau-Challenge, die weder Käufe noch sonstige Zugänge erlaubt hat) mit einer Leserunde zu beenden :D und die Leserunden, die ich hier bisher mitgemacht habe, haben viel Spaß gemacht.


    Ich würde also gerne auf die Liste :uups:

    So, dann will ich auch mal...
    Für mich war der November ein extrem mieser Lese-Monat. An Büchern oder Zeit hat es nicht gemangelt, aber es waren einfach kaum gute Bücher dabei :(
    Von den sechs Büchern, die ich angefangen habe, habe ich gerade einmal zwei zu Ende gelesen... ZWEI! Und die waren auch nur okay, nicht gut *seufz* Das ist echt deprimierend und demotivierend...

    Hier aber meine Statistik:


    Gelesene Bücher: 6 (4 abgebrochen)
    Gelesene Seiten: 1.78
    Gesammelte Punkte: 23,78


    Neue Bücher: 0
    Gekauft: 0
    Pluspunkte: +5



    SUB Monatsende: 47



    Punkte September: 28,78
    Gesamtpunkte 30.11.: 481,80


    Liste nach Sympathie-Dixer


    Ich hoffe sehr, dass der Dezember ein wenig erfolgreicher wird. Immerhin habe ich mein aktuelles Buch noch nicht in die Ecke geschmissen, das sehe ich einfach mal als gutes Omen.
    Tschakka! Und toi, toi toi :wink:

    Und hier meine Punkte für den Oktober:


    Gelesene Bücher: 4
    Gelesene Seiten: 1.190
    Gesammelte Punkte: 31,9


    Gekauft: 0
    Pluspunkte: +5


    SUB Monatsende: 44



    Punkte Oktober: 36,9
    Gesamtpunkte 31.10.: 453,05


    Liste nach sunny-girl


    @Shay Wow, du hast deinen SUB bisher ja beachtlich abgebaut. Was ist dein Trick? :uups:

    Danke :D
    Mein Trick heißt wohl Enthaltsamkeit :wink: Ich habe dieses Jahr nur zwei Bücher gekauft und davon abgesehen wirklich nur vom SUB gelesen. Und es ist tatsächlicher als gedacht :wink: