Beiträge von Mikaey

    Die Greifensaga 2 (Die Tränen der Wüste) - C. M. Spoerri


    Sternensand Verlag

    400 Seiten

    Fantasy

    Band 2

    03. April 2020


    Inhalt:


    Mica scheint die Chance erhalten zu haben, einer Gilde anzugehören und dadurch vielleicht einer besseren Zukunft entgegenzublicken.

    Aber dann passiert etwas, das all ihre Pläne durchkreuzt und sie abermals vor die Frage stellt:

    Was haben die Götter bloß mit ihr vor?

    Und welche Rolle spielt der Schurke Néthan, der sich nichts sehnlicher wünscht, als endlich mehr über seine Vergangenheit zu erfahren? Währenddessen keimt in Micas Bruder Faím Hoffnung auf:

    Er darf zurück nach Chakas zur Gilden-Aufnahmezeremonie der Sommersonnenwende.
    Ob er dort seine Schwester wiedersehen wird?


    Meinung:


    Es ist viel zu lange her, dass ich den ersten Teil der Greifensaga gelesen habe.

    Genau genommen etwas über drei Jahre. Normalerweise ist bei mir in dieser Zeit fast alles weg, was die Handlung der Vorgänger ausgemacht hat, aber in diesem Fall hatte ich Glück. Oder die Autorin das Talent nahtlos auf verborgene Erinnerungen zurückzugreifen. Oder es liegt daran, dass ihr neustes Werk ein bisschen was aufgefrischt hat. Vermutlich eine Mischung aus allem.

    Es hat zumindest eine Menge Spaß gemacht Chakas und Altra erneut, aber vor allem, aus verschiedenen Sichtweisen zu erkunden.


    Die Geschwister Mica und Faím gehen seit einiger Zeit getrennte Wege.

    Und auch wenn ich mich nicht mehr so gut an das Ende von Band 1 erinnere, die Personen mit denen Mica zu tun hat, sind mir doch gut im Gedächtnis geblieben. Zum Einen Cassiel, den ich zu Beginn von Band 2 erst mochte, wo aber nach und nach die Sympathie auf jemand anderen übergegangen ist.

    Ich meine, ich konnte sein Verhalten ein wenig nachvollziehen, aber seine Gefühle standen für mich nicht mit seinen Äußerungen im Einklang. Und das, obwohl Mica sich zu ihm hingezogen fühlt.


    In meiner Rezi zu Band 1 hatte ich bemängelt, dass ich einen weiteren Charakter, nämlich Néthan nicht ganz zuordnen konnte. Kann ich immer noch nicht, allerdings macht mir das jetzt nichts mehr aus. Weil er sich zu einem Lieblingsprotagonisten gemausert hat. Mit seiner scharfzüngigen Art und seinem Charme und seinen Geheimnissen.

    Ich bin gespannt, wie sich das in Band 3 entwickelt.


    Der Schreibstil der Autorin ist gleichbleibend gut. Flüssig. Angenehm zu lesen.

    Irgendwann versinkt man so tief in der Welt von Chakas und Micas Abenteurer, dass man nicht mehr auftauchen will, bis es vorbei ist. Mica, Néthan, Faím, Cilian, Cassiel und auch Aren erzählen in der personellen Perspektive von ihren unterschiedlichen Wegen durch die Straßen und Gassen der Hauptstadt. Und auch das Thema Greife wird zum ersten Mal tiefergehend erfasst.

    Man erfährt mehr über die Diebesgilde, den Greifenorden, den Magierzirkel.

    Die Schere zwischen arm und reich wird größer und vor allem Mica hat ihre Probleme damit, sich den neuen Umständen anzupassen.


    Doch auch ihr Bruder Faím steht vor neuen Herausforderungen.

    Ich kann mich ehrlich gesagt nicht entscheiden, welchen Handlungsstrang ich lieber verfolgt habe. Sobald sich die Waage zu einer Seite neigte, kamen auf der anderen größere Gefahren, Pläne, Situationen auf, die alles wieder ins Gleichgewicht brachten.

    Ob das nun Schifffahrtsprobleme, Meerjungfrauen, verwirrte Gefühle, Hoffnungslosigkeit oder Magiefortschritte waren.

    Die Atmosphäre war so schwankend wie das offene Meer bei Sturm.


    Fazit:


    In Band 2 der Greifensaga trifft die Wüste auf das wogende Meer.

    Diebe treffen auf Greifenreiter, Magier auf Schurken, die Liebe auf Mauern und Mica und Faím an ihre Grenzen und darüber hinaus. Obwohl mir einige Charaktere sympathischer waren als andere - ihre Beweggründe sind nachvollziehbar.
    Genau wie die Entwicklung, die sie alle durchmachen. Chakas ist eine Stadt voller Mythen und ich freue mich darauf noch den Rest zu ergründen. Ob gemeinsam mit Mica, Cilian oder Faím, spannend ist es allemal.


    Bewertung:


    ⭐️⭐️⭐️⭐️💫 (4,5/5)

    Kill the Queen (Die Splitterkrone 1) - Jennifer Estep


    Piper Verlag

    496 Seiten

    Fantasy

    Band 1

    16. März 2020


    Inhalt:


    Im Königreich Bellona bestimmen die magischen Fähigkeiten einer jeden Person über deren Ansehen und Rang.
    Da die junge Lady Everleigh anscheinend über keinerlei Magie verfügt, verbringt sie die meiste Zeit in den Schatten des königlichen Hofs. Üblicherweise wird sie vom restlichen Adel übersehen und vergessen. Doch dunkle Mächte arbeiten innerhalb des Palasts.

    Als Everleighs Cousine, die Kronprinzessin Vasilia, ihre Mutter ermordet und den Thron besteigt, verändert sich alles.

    Evie selbst kann Vasilias Anschlag nur dank ihrer geheimen Fähigkeit entkommen – sie ist immun gegen Magie, die auf sie gerichtet wird. Auf ihrer Flucht stößt Evie auf den berüchtigten Gladiator Lucas Sullivan, einen mächtigen Magier, den ein Geheimnis umgibt ...


    Meinung:


    „Kill the Queen“ wird hoch gelobt.

    Dementsprechend skeptisch war ich natürlich als ich mit dem Lesen anfing.

    Es stellte sich jedoch schnell heraus, dass meine Zweifel fast gänzlich unbegründet waren. Ich liebe den Stil der Autorin.

    Und gerade weil die Protagonistin Evie in meinem Alter ist, nämlich 28, fand ich das Ganze umso interessanter.
    Auch, wenn ich leichte Einstiegsschwierigkeiten hatte.


    Das Königreich Bellona war für mich nämlich nicht richtig greifbar.

    Der Palast der sieben Türme wurde zwar detailliert vorgestellt, aber mir erschloss sich der Sinn der Aufteilung nicht.

    Die Beschreibung kam auch nicht direkt in meinem Kopf an, sondern ich hatte echt Probleme mir Evies Lebensraum und die Begebenheiten unter denen sie leidet, vorzustellen.

    Das währte allerdings nicht sonderlich lange, denn die Handlung zog schnell an.
    Leider ahnte ich schon beim ersten Hinweis, was passieren würde.

    War auch nicht sehr schwer. Das was danach kam, verleiht „Kill the Queen“ allerdings einen besonderen Glanz.


    Evie überlebt nur knapp den Mordanschlag auf die Königin.

    Aufgeteilt ist das Buch in drei Akte, wobei sich die Spannung von Part zu Part steigert. In der Ich-Perspektive erzählt Lady Everleigh nun also, wie sie sich einer Gladiatorentruppe anschließt und dadurch in einen Strudel aus Lügen, Intrigen und Machtkämpfen gerät. Und während Evie sich körperlich stärkt, spitzt sich die Lage in Bellona unter der Leitung von Königin Vasilia zu.


    Die gesamte Atmosphäre des Buches ist irgendwie leicht düster, kämpferisch und magisch angehaut. Für Gefühle war da nicht viel Platz, wobei die Autorin zumindest für ein gewisses Knistern gesorgt und den Rest der Fantasie überlassen hat.

    Evie ist ein selbstbewusster, intelligenter Charakter und gewinnt im Laufe der Handlung noch an Weisheit dazu, auch wenn ich ein Fünkchen Durchtriebenheit in ihr entdeckt habe. Sie lernt und ist ständig in Bewegung. Genau wie die anderen Protagonisten hat sie enorm viele Ecken und Kanten, auch wenn die bei ihr am deutlichsten sind.


    Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wo genau ich die Geschichte gefühlsmäßig eingruppieren soll, aber die Verbindung zu Evie hätte gern noch ein wenig tiefer reichen können. Ich habe die Handlung erlebt, habe magisches Talent bestaunt, mich von Boshaftigkeit blenden lassen, habe Gladiatorenkämpfen zugeschaut und mit der Protagonistin Geheimnisse bewahrt.

    Aber nach Beendigung des Buches muss ich sagen, da fehlt irgendwas.

    Ein Mü, irgendwas, das dem Ganzen noch einen besonderen Touch gibt.


    Fazit:


    Trotz eines leicht holprigen Starts, konnte mich die Stimmung von „Kill the Queen“ voll für sich einnehmen.
    Der grandiose Schreibstil lässt die 500 Seiten nur so dahinfliegen - unterstützt von einer Protagonistin hinter der so viel mehr steckt, als sie oder alle anderen auch nur ahnen.

    Die Geschichte entführt in eine magische Welt, regiert von Königinnen und Königen nach altem Recht, mit Arena- und Showkämpfen, in raue Schneeberge und ein Macht- und Lügenkonstrukt, das mit jedem Wort an Spannung gewinnt.


    Bewertung:


    ⭐️⭐️⭐️⭐️ (4/5)

    Alison Belsham - Der Tattoosammler


    Penguin Verlag

    496 Seiten

    Thriller

    Einzelband

    10. Februar 2020


    Inhalt:


    Als die Tattoo-Künstlerin Marni Mullins in Brighton eine blutige Leiche entdeckt, ist ihr erster Impuls, den schrecklichen Anblick so schnell wie möglich zu vergessen.
    Doch das ist unmöglich, denn nach einem zweiten grausamen Mord bittet Detective Francis Sullivan sie dringend um Hilfe:

    Der Serienkiller schneidet seinen Opfern Tattoos vom Leib, und Marnis Kenntnis der Szene ist Francis‘ beste Chance, den brutalen Mörder zu identifizieren. Doch Marni möchte seit einem schlimmen Vorfall in ihrer Vergangenheit nie wieder mit der Polizei zu tun haben – und beschließt, den Tattoo-Sammler selbst zu jagen, bevor ein weiterer Unschuldiger Opfer seiner scharfen Messer wird …


    Meinung:


    Endlich mal wieder ein Thriller, dessen Seiten nur so dahin geflogen sind.

    Gut möglich, dass es am Tattoothema lag, aber auch ohne mein Faible für die Farbe unter der Haut hätte ich es vermutlich aufgesaugt. Denn die Autorin schreibt enorm packend und die Leidenschaft für diverse Bereiche über die sie berichtet, konnte man förmlich spüren. Außerdem spielt fast die gesamte Handlung in einer Stadt die ich kenne.

    Brighton, England. Ein wundervolles Küstenstädtchen, das vor allem für seine Jahrmärkte auf den Piers und seine Geschichte bekannt ist. Und nun zum Schauplatz blutiger Morde wird.


    Die Handlung ist in der personellen Perspektive erzählt und gegliedert in drei Sichten.
    Die von Marni Mullins, der Tattoo-Künstlerin sowie die von Francis und Rory, zwei Detectives, die die Fälle bearbeiten.
    Und dann kommt noch eine vierte Perspektive hinzu, die mich gleich zu Beginn ein wenig euphorisch gestimmt hat: Die des Killers.

    Der Leser bekommt in der Ich-Form direkten Einblick in die kranken Gedanken des Tattoosammlers.

    Das hat der Geschichte nicht nur Pepp gegeben, sondern sie auch in die richtigen Bahnen gelenkt.


    Der Killer liebt das Abziehen von Haut. Es bereitet dem Mörder perverse Freude. Und das kommt genauso beim Leser an.

    In all seinen blutigen Details. Leider waren die Emotionen des Täters die Einzigen, die so starke Wellen schlugen.
    Das tut dem Rest der Geschichte zwar keinen Abbruch, aber ich hätte mir eine innigere Verbindung zu Francis oder Marni gewünscht.
    Rory spielt zwar auch eine Rolle, aber irgendwie war er ein wenig nebensächlich. Francis und Marni hingegen waren allgegenwärtig und tragend für den Verlauf der Handlung. Jung, auffällig gegensätzlich und blitzgescheit.


    Neben Brighton als grandiosem Setting, schafft es die Autorin, der Umgebung ebenfalls Leben einzuhauchen.
    Ich konnte mir nicht alles bildlich vorstellen, aber bei manchen Begebenheiten war das vielleicht ganz gut.

    Man spürt die kriminelle Energie durch die Seiten pulsieren. In Kombination mit der Atmosphäre von Tattoostudios, Messen und dem Tätowieren an sich, ergab das ein packendes Gesamtbild. Aber nicht nur das.

    Der gesamte Schreibstil trug zum Aufsaugen der Geschichte bei.

    Das Lesen fühlte sich an wie eine Folge Criminal Minds im Kopf.

    Und das will bei mir schon was heißen!


    Zu guter Letzt will gesagt sein, dass sich ab circa der Hälfte bei mir eine vage Ahnung entwickelt hat, wer für die Gräultaten verantwortlich sein könnte. Manches hat sich bestätigt. Anderes nicht.

    Trotzdem würde ich sagen, dass der Großteil der Handlung undurchschaubar ist und das war für mich enorm wichtig.
    Dass die Story überraschen kann.

    Was das angeht wurde ich nicht enttäuscht.


    Fazit:


    Auf knapp 500 Seiten erzählt die Autorin zwar keinen komplett atemberaubenden Thriller, der einem die Luft aus den Lungen bläst und Gänsehaut verursacht, aber sie kreiert eine Atmosphäre, die einem einige schreckliche Dinge vor Augen führt.

    Gerade Menschen mit Tattoos werden sich dieser Geschichte vermutlich näher fühlen als diejenigen ohne.

    Sowohl Schreibstil als auch Setting überzeugen auf ganzer Linie und die Sicht des Killers sorgt für Abwechslung.
    Für mich war das ein Lesegenuss mit überraschenden Wendungen und einer „angenehmen“ Dosis Blutigkeit.


    Bewertung:


    ⭐️⭐️⭐️⭐️ (4/5)

    Der Zyklop - Jeff Strand


    Festa Verlag

    416 Seiten

    Thriller

    Einzelband

    08. Mai 2020


    Inhalt:


    Nach dem Tod seiner Frau verliert Evan komplett den Halt.

    Als er auf einem seiner langen, ziellosen Spaziergänge den Überfall auf eine junge Frau beobachtet, will er eingreifen.
    Doch die Frau braucht seine Hilfe gar nicht. Im Gegenteil: Sie ist sehr, sehr gut darin, sich selbst zu verteidigen.

    Harriett umgibt ein Geheimnis. Sie hat noch nie ein Handy gesehen.

    Sie saß noch nie in einem Auto. Und sie sagt, sie reist durch das Land, um in Arizona einen Zyklopen zu töten.

    Normalerweise hängt Evan nicht mit gestörten Frauen ab, die er gerade erst kennengelernt hat. Aber wäre so ein verrückter Roadtrip nicht genau der Kick, den er jetzt braucht?


    Meinung:


    Diese Geschichte war vielleicht eine ungewöhnliche Reise.

    Mein erstes Buch von diesem Autor und ich glaube, das es nicht mein Letztes gewesen sein wird.

    Denn mal abgesehen davon, dass bei der verwendeten Ich-Perspektive keine großartige Verbindung mit dem Protagonisten zustande kam, fand ich den Schreibstil doch sehr angenehm und irgendwie auch abwechslungsreich.
    Ganz besonders der unterschwellige Humor, der leichte Zynismus, konnte mich für sich einnehmen.

    Und das obwohl dieses Buch ein Thriller sein soll.

    Aber wer sagt denn, dass Thriller nicht auch witzig sein können?


    Gut, für mein Empfinden war das kein klassischer Thriller, aber ein gewisser Spannungsaufbau ist schon vorhanden.

    Ich würde eher sagen, dass diese Zyklopenjagd ein solider Genremix aus Funtasy und Selbstfindungs- bzw. Fluchttrip ist.
    Das macht es nicht automatisch schlecht. Nur anders.

    Gut anders. Interessant anders. Und obwohl mich die Grundstory wirklich begeistert hat, hätte ich mir doch ein bisschen mehr Informationen gewünscht.

    Aber von vorn.


    Evan Portins Leben ist ein Scherbenhaufen.

    Frau tot, Job weg, er fühlt sich zu nichts mehr verpflichtet.

    Außer vielleicht, jungen Frauen zu helfen, die gerade überfallen werden und seine Hilfe eigentlich nicht brauchen.

    Und trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen, zieht ihn das Unbekannte an.

    Einfach drauf los. Ohne Ziel. Oder zumindest ohne den Glauben an dieses Ziel.

    Denn Harriett Lancaster folgt einer Prophezeiung. Und Evan folgt ihr.


    Ich bin ganz ehrlich. Auch, wenn ich kaum eine emotionale Brücke zu Evan, aus dessen Sicht das Ganze erzählt ist, aufbauen konnte, seine Skepsis und Zweifel waren von Beginn an nachvollziehbar. Ich meine, heutzutage gibt es jede Menge verrückte Menschen, die sich Dinge einbilden, halluzinieren und für den normalen Bürger unerklärliche Sachen tun.

    Für die Verrückten ergibt das auf erschreckende Weise Sinn und ich wollte sehen wohin das führt.

    Es war für mich, wie auch für Evan, nicht gerade leicht die Zügel aus der Hand zu geben und auf das Bauchgefühl einer Fremden zu vertrauen, aber es war unterhaltsam. Aufschlussreich.


    Und so führt die Suche nach dem Zyklopen quer durch Amerika.

    Durch unzählige Staaten, vorbei an Problemen und mitten hinein in gefährliche Situationen, die oftmals abstrus endeten.
    Als Leser begegnet man zwar nicht oft dem Tod, aber gewaltig ist es schon.

    Man lernt Helden kennen, versucht einen roten Faden in deren Auswahl zu sehen und scheitert.

    Aber das ist okay, denn gerade dieses „Nicht 0-8-15 - Sein“ peppt die Handlung enorm auf. Ein paar mehr Infos zu Harrietts Durchgeknalltsein - wo kommt sie her, warum weiß sie, was sie weiß und was hat es mit all dem auf sich - wären schön gewesen, aber es tut dem Leseerlebnis keinen Abbruch.


    Fazit:


    „Der Zyklop“ ist ein ungewöhnliches, leicht manisches Abenteuer.

    Eine Reise, die das Urteilsvermögen der Leser auf den Kopf stellen will.

    Es ist ein Roadtrip mit hohem Unterhaltungswert, mit ein bisschen Blut und Gewalt hier und da und viel Zynismus.
    Es macht Spaß Evan und Harriett zu begleiten und zu sehen, wohin ihre Wahnvorstellungen sie führen.

    Falls es Wahnvorstellungen sind. Vielleicht wird man am Ende ja doch überrascht? Wer weiß?


    Bewertung:


    ⭐️⭐️⭐️⭐️ (4/5)

    Zum schwarzen Mond - Nicole Schuhmacher


    Sternensand Verlag

    360 Seiten

    New Adult Fantasy

    Einzelband

    22. Mai 2020


    Inhalt:


    Für Mädchen wie mich gab es im Laufe der Geschichte viele Bezeichnungen.
    Einige sind schmeichelnd, andere derb und herablassend.

    Man nennt uns Dirne, Liebesdame, Freudenmädchen, Hure ...

    Doch egal, welche Namen man uns gibt, im ältesten Gewerbe der Welt zu arbeiten, bedeutet nichts Geringeres, als seinen Körper an jeden zu verkaufen, der bereit ist, einen angemessenen Preis zu zahlen.

    Das Wiener Etablissement 'Zum schwarzen Mond', in dem ich meine Dienste anbiete, ist auf die Bedürfnisse der vampirischen Schicht der Bevölkerung spezialisiert. Das Geschäft der käuflichen Liebe boomt auch unter Blutsaugern.

    Ich war immer der Annahme, dass meine Anstellung in dieser Branche durch nichts gefährdet sein könnte.
    Doch ich werde eines Besseren belehrt, als ein Freier meinen Weg kreuzt, der komplett anders ist als alle bisherigen. Schließlich trägt auch die schicksalhafte Begegnung mit einem Vampirgrafen maßgeblich dazu bei, dass mein Leben komplett über den Haufen geworfen wird. Obwohl wir aus unterschiedlichen Welten stammen und uns nicht einmal sonderlich gut leiden können, erkenne ich schnell, dass sogar ein versnobter Aristokrat ein gutes Herz haben kann, selbst wenn dieses schon seit Jahrhunderten nicht mehr schlägt ...


    Meinung:


    Ich hatte mich so sehr auf „Zum schwarzen Mond“ gefreut.

    Zum Einen, weil ich den Humor der Autorin, sowie sie als Person, sehr zu schätzen weiß.

    Zum Anderen, weil ich neugierig war, wie sie sich als Schreiberling bei New Adult-Elementen so macht.

    Leider muss ich gestehen, dass ich ein klein wenig enttäuscht bin.

    Allerdings nicht von den oben genannten Dingen, sondern an anderer Stelle.


    In einer Welt, in der Vampire und Menschen mehr oder weniger friedlich nebeneinander leben, arbeitet Lisa als Freudenmädchen in einem Bordell für die Geschöpfe der Nacht. Sobald die Sonne untergeht, geht es dort im wahrsten Sinne des Wortes drunter und drüber. Direkt zu Beginn wird man als Leser angeheizt, mit Leidenschaft und vampirischen Bedürfnissen überflutet.
    Lisa liebt ihren Job, allerdings herrscht bei ihr striktes Beißverbot. Generell steht sie dem Vampirdasein skeptisch gegenüber.

    Ganz anders als viele ihrer Kolleginnen, schließlich verspricht es einige Vorteile.


    Der Schreibstil der Autorin ist locker, scharfzüngig und flüssig zu lesen.

    Anhand dessen fliegen die Seiten nur so dahin. Und auch die gewählte Ich-Perspektive konnte mich anfangs noch begeistern.
    Ich muss aber gestehen, dass ich mir hiervon mehr erhofft hatte. Lisa ist eine relativ unbedarfte, chaotische und sympathische Protagonistin, aber was Emotionen angeht, kam fast gar nichts bei mir an. Und ich kann nicht mal genau sagen, woran das lag.

    Ich wollte gepackt und gefangen genommen werden, eine intensive Verbindung zu ihr spüren.

    Leider konnte mich die Autorin nur mit Sarkasmus, Situationskomik und der erotischen Darstellung richtig tiefgreifend berühren.


    Letzteres hatte ich jedoch gar nicht erwartet und das bleibt deshalb positiv in Erinnerung. Frau Schuhmacher sollte mehr New Adult schreiben, denn sexuell gesehen hat sie, schreibtechnisch natürlich, einiges auf dem Kasten.

    Nichtsdestotrotz kann sich auch der Rest der Geschichte sehen lassen.

    Vor allem, weil ich mich ab der Hälfte ein wenig gefühlt habe, wie im Film „Interview mit einem Vampir“.
    Setting und Atmosphäre, sowie einige Charaktere haben hier größtenteils dazu beigetragen.


    Obwohl ich emotional nicht ganz bei der Sache war, haben es mir die Charaktere trotzdem angetan.

    Ob der verschmitzte, zurückhaltende Henry, der hochgestochen redende Graf, dessen Nachnamen ich mir irgendwie nicht merken konnte, trotz dessen er dauernd benutzt wurde, oder gar Luise, Albert oder Lynn. Sie hatten alle einen gewissen Charme.

    Wer keine Vampire mit ihren ursprünglichen Charakterzügen mag, der sollte wohl die Finger von dieser Geschichte lassen.


    Und auch wenn mich die Autorin mit einigen Situationen nicht ganz überraschen konnte, fand ich es doch durchaus spannend Lisas Werdegang und ihre Gefühlswelt zu begleiten. Es gibt Vampirjäger, alte Liebschaften, eifersüchtige Wesen und generell mit Dummheit gestrafte Menschen. Dazu gesellt sich noch eine Prise Action vermischt mit Angst.


    Fazit:


    „Zum schwarzen Mond“ hat meine Erwartungen bezüglich einiger Punkte zwar nicht ganz erfüllt, aber an anderen Stellen wiederum übertroffen, also hält sich das in Waage. Es war eine aufregende Reise, die mich in Zeiten meiner exzessiven Vampirliebe zurückversetzt hat. Mit einer großen Portion Leidenschaft, Humor und dem Charme von Aristokraten der Vergangenheit, erzählt die Autorin eine Liebesgeschichte, die auf mehrere Arten aneckt.

    Mit modernen Elementen gelang ein Mix, der mich emotional nicht berührt, aber doch wunderbar unterhalten hat.


    Bewertung:


    ⭐️⭐️⭐️⭐️ (4/5)

    Limea (Innerer Sturm) - Lin Rina


    Drachenmond Verlag

    380 Seiten

    Urban Fantasy

    Einzelband

    26. November 2019


    Inhalt:


    Limea strebt danach, die beste Jägerin ihres Inselstammes zu werden.

    Als sie einen verletzten Fremdling am Strand findet, bringt sie es nicht über sich, ihn dem sicheren Tod auszuliefern.

    Stattdessen versteckt sie den Mann mit den silbernen Augen, der ihr das Gefühl gibt, den engen Regeln ihrer Kaste entfliehen zu können. Doch kann sie ihm auch trauen?
    Oder ist er die Ruhe vor dem Sturm, der sich bereits drohend am Horizont zusammenbraut?

    In einem Kampf auf Leben und Tod wird ihre Entscheidung Rettung oder Untergang bedeuten.


    Meinung:


    Ich wollte schon so lange Limea lesen. Jetzt bin ich endlich dazu gekommen und was soll ich sagen?

    Es war binnen eines Tages verschlungen.

    Das liegt nicht nur an dem fantastischen Sprachstil der Autorin, sondern auch an dem besonderen Setting, sowie dem Ambiente, der Atmosphäre, den Emotionen und meiner Liebe zu Amazonen und den Traditionen von Urvölkern.

    Denn genau das erwartet einen in Limea.


    Limea ist eine starke, junge Frau, die kurz vor dem Erwachsenenalter steht.

    Sie lebt mit ihrem Volk auf einer abschiedenen Insel, ist eine exzellente Jägerin und gehört trotzdem den unteren Kasten an.

    Ihr größtes Ziel ist es, sich zu beweisen, aufzusteigen und den Respekt der oberen Kasten zu verdienen.

    Dafür trainiert sich jeden Tag verbissen. Bis sie eines Morgens einen fremden, verletzten Mann am Strand findet.
    Mit fremder Kleidung, fremden Gebärden, fremdem Aussehen. Binnen eines Wimpernschlages wird ihr gesamtes naturbelassenes Leben auf den Kopf gestellt.


    Ich war direkt zu Beginn von Limea, aber auch von ihrer Umgebung fasziniert.

    Sie bewegt sich so anmutig, so frei und wild, dass ich dauerhaft das Gefühl von Unberechenbarkeit hatte.
    Obwohl sie alles andere als unberechenbar ist und auch die Handlung nicht viele große Überraschungen vorweisen kann.

    Aber das, womit die Autorin hier spielt, sind Worte und Emotionen.

    Da bedarf es keinerlei hochtrabenden Knalleffekten. Da reicht es, wenn ich völlig in den Buchstaben und im Setting und dem Fühlen der Protagonistin versinke. Ich bin fast gänzlich in Limea aufgegangen. Es war so schön!

    Was allerdings nicht heißt, dass es nicht durchaus einige Gefahren zu bewältigen gab.


    Den Schreibstil der Autorin kannte ich schon aus ihren anderen Geschichten.

    Und auch hier, auf dieser scheinbar verlassenen Insel, sorgte er dafür, dass ich alles fließend in mich aufsaugte.

    Der Stil ist locker, fluffig, angenehm zu lesen und lässt der eigenen Fantasie genügend Spielraum.

    Neben Limea, die im Gegensatz zu ihrem restlichen Stamm, einigermaßen aufgeschlossen ist, gibt es auch noch andere Charaktere, die mich begeistern konnten. Ihre kleine Schwester Milla zum Beispiel. Ihr bester Freund.

    Die Zicken vom Dienst, die auch in einem Naturvolk nicht ausbleiben.

    Und natürlich der schöne Fremde. Der heiße, schöne Fremde.


    Limeas Rettung löst eine Kette gefährlicher Ereignisse aus: Machtverschiebungen zwischen den Bäumen, Fallenstellen im Moor, hartnäckiges, gemeines Strandgut, Feuer, verbotene Schriften, alte Legenden und einiges mehr spielt eine Rolle.
    Und ich war mittendrin.

    Trotz fehlender überraschender Paukenschläge habe ich jede Seite Adrenalin genossen.


    Fazit:


    Limea ist kein überdimensionales Highlight, so wie damals Animant Crumbs Staubchronik und doch ist es emotional schon ganz großes Kino. Mitten im tiefsten Dschungel habe ich mich gefühlt wie bei Pocahontas meets Thor.
    Zwei Welten, die unterschiedlicher nicht sein könnten und sich doch scheinbar perfekt ergänzen.

    Die Reibungspunkte dieser Welten erzeugen knisternde Spannungsfunken und auch die Handlung selbst birgt einige Momente zum Luftanhalten.


    Bewertung:


    ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (5/5)

    Kronox (Vom Feind gesteuert) - R. T. Acron


    Dtv Verlagsgesellschaft

    256 Seiten

    Scifi-Kinderbuch

    Einzelband

    13. März 2020


    Inhalt:


    Seit Tagen wacht Paul exakt um 4:07 Uhr völlig gerädert auf.

    Eines Morgens geht er zu dem Boot, an dem er seit Monaten mit Hingabe arbeitet, – und steckt es in Brand.
    Er selbst kann in letzter Sekunde gerettet werden. Ihm fehlt aber jede Erinnerung. Doch dann tauchen Snoop, Yeşim und Anh auf, die zum exakt gleichen Zeitpunkt ähnlich verstörende Erfahrungen gemacht haben.
    Alle vier tun plötzlich Dinge, die sie eigentlich nie tun würden, und sie nutzen Fähigkeiten, die sie eigentlich nicht haben.

    Sie folgen dabei einer Art inneren Stimme, gegen die sich keiner von ihnen wehren kann.


    Meinung:


    Also, ich weiß nicht, was ich zu diesem Buch großartig sagen soll.

    Auf der Rückseite steht „renommierter Actionthriller“ - aber bei Action kann ich mich absolut nicht anschließen.
    Thriller, okay. Vom Aufbau her vielleicht.

    Fast alles andere gehört für mich ins Genre Kinderbuch.

    Bis auf die Nanobots vielleicht. Und dass viel über Technologie geredet wird.

    Es ist unter Scifi-Kinderbuch eingruppiert, aber der Klappentext hat mich so neugierig gemacht, dass ich es trotzdem lesen wollte.

    Hätte ich bloß auf mein Bauchgefühl gehört.


    Es tut mir wirklich leid, das sagen zu müssen, aber diese 250 Seiten waren für mich eine Qual.

    Mal abgesehen davon, dass die Charaktere von jetzt auf gleich einfach da waren, sich nicht mal ansatzweise angenähert oder naja, ein wenig menschlich verhalten haben, davon mal abgesehen waren sie für die paar Seiten flacher als flach.
    Alles, was ich über die Protagonisten weiß, sind Fakten.

    Es war, als hätten sie gar keine Gefühlslage über die Dauer der gesamten Handlung.

    Entweder das oder es kam einfach nichts bei mir an.

    Keinerlei Verbindung, keine Sympathie für einen der vier Charaktere und schon gar nicht für die Story.
    Was schade ist, denn die hätte Potenzial gehabt.


    Der Schreibstil des Autorenduos ist leider auch nicht fesselnd gewesen.

    Er war einfach, aber zeitgleich sehr technisch gehalten.

    Die einzige Atmosphäre, die in der Handlung aufgebaut wurde, war die eines politischen Dramas, da die Geschichte im Jahr 2033 spielt. Warum also habe ich das Buch beendet?
    Weil ich die Idee mochte und Hoffnung hatte, dass noch etwas passiert. Aber das Tempo, das das Autorenduo vorlegt, ist viel zu rasant für irgendwelche Gefühle, Verbindungen oder auch nur Verständnis für die Szenen.

    Es reiht sich Situation an Situation, ohne großartig Übergänge geschaffen zu haben.


    Tilda Blomberg ist die jüngste Bundeskanzlerin Deutschlands.

    Mit ihrer Nanotechnologie will sie die Stromversorgung und die Klimapolitik revolutionieren. Das System namens Kronox sollte vor langer Zeit ausgehebelt worden sein. Was sie aber nicht weiß, ist, dass es in den Köpfen von vier Jugendlichen noch existiert.
    Paul, Snoop, Anh und Yesmin sind ein zusammengewürfelter Trupp, die von der Regierung und anderen hinters Licht geführt und ausgenutzt werden. So genau möchte ich das gar nicht beschreiben, weil es leider absolut nicht bemerkenswert war.

    Die Nanotechnologie an sich schon. Aber das Zusammenspiel der Protagonisten lies mehr als zu wünschen übrig.


    Daraus ergibt sich auch, dass überhaupt keine Spannung aufkam.

    Die Idee war durchaus gut, aber das ganze Konzept fühlt sich an, als hätte man Brainstorming gemacht und die Punkte nur irgendwie aneinander gereiht.

    Dazwischen gibt es hin und wieder Zeitungsartikel, die die Notlage Berlins, wo die Jugendlichen agieren, beschreiben.

    Nein, das rettet leider nicht viel.


    Fazit:


    Ich hatte bei Kronox auf eine geniale Dystopie gehofft, irgendwie.

    Zumindest ansatzweise willenlose Monster, die auf die Menschheit losgelassen werden und irgendetwas Nennenswertes können.

    Leider habe ich absolut flache Charaktere und kaum Zusammenhänge bekommen, sowie eine Handlung, die zwar einen roten Faden hat, aber null Zeitgefühl. Hinzu kommt eine Emotionslosigkeit, die man noch versucht hat zu kaschieren.
    Einzig die Idee der Nanotechnologie und deren Verlauf fand ich ansprechend.


    Bewertung:


    ⭐️⭐️ (2/5)

    The Wedding Project (Ehe auf den ersten Blick) - Johanna Danninger & Greta Milán


    Montlake Romance

    350 Seiten

    Lovestory

    Band 1 (einzeln lesbar)

    13. März 2018


    Inhalt:


    Niemals hätte Claire gedacht, eines Tages einen Wildfremden vor laufender Kamera zu heiraten.
    Ebenso wenig hätte John es je für möglich gehalten, für eine simple Wette so weit zu gehen.

    Und dennoch finden sich die beiden unversehens vor dem Traualtar wieder.
    Bei einer Fernsehshow, in der zwei Paare herausfinden sollen, ob eine Ehe auf den ersten Blick funktionieren kann.

    Claire und John sind sich einig – sie wollen diese Show unbedingt gewinnen.

    Dumm nur, dass sie sich absolut nicht ausstehen können.

    In ihrem Ehealltag fliegen von Anfang an die Fetzen.

    Oder sind es vielleicht doch eher die Funken?


    Meinung:


    Seit einiger Zeit gibt es im Fernsehen ja die Sendung „Hochzeit auf den ersten Blick“ und ganz ehrlich?
    Ich liebe dieses Format sehr.

    Ich finde es super interessant zu verfolgen wie aus Wissenschaft Liebe werden kann.

    Wie Personen, Fremde aufgrund von Charaktereigenschaften gematched werden und sich nach und nach kennenlernen.

    Das war auch der Hauptgrund warum „The Wedding Project“, sozusagen diese TV Show in Buchform, auf meinem Reader gelandet ist. Das und gewisse hartnäckige Beteuerungen wie witzig die Geschichte doch sei.

    Dementsprechend erwartungsvoll bin ich auch an die Handlung herangegangen.


    Das Konzept ist einfach: Vier Menschen, zwei Hochzeiten - einmal Zufall, einmal Wissenschaft - und eine groß inszenierte Fernsehshow. Claire und John, sowie Justin und Sandy, sind die Spielfiguren.

    Das Setting? Ein Mehrfamilienhaus. Die Zeitspanne? Ein paar Wochen.

    Der Preis? Viel viel Geld oder die große Liebe UND viel Geld.

    Der Clou? Keinerlei Selbstbestimmung bei der Partnerwahl.

    Ist es Zufall oder doch Wissenschaft, welcher Partner nun an seiner Seite ist?


    Mit dem Autorinnenduo habe ich vorher keinerlei Erfahrung gehabt.

    Aber ich muss sagen, sie schreiben wirklich wunderbar leicht, ein bisschen Lesestoff fürs Seelenheil.
    Mit hier und da gestreutem situativen Humor und bissigem Sarkasmus, sowie Gefühlen, die ich nicht erwartet habe, weil die Geschichte in der personellen Perspektive erzählt wird.

    Abwechselnd wird der Ehe- und Showalltag aus Johns und Claires Sicht beschrieben.

    Es hat mich nicht wirklich stark berührt und mitgerissen, aber ich konnte dennoch herrlich locker abtauchen und vor allem Johns Sicht der Dinge hat mich neugierig gemacht und gefesselt.


    Claire und John scheinen sich auf den Tod nicht ausstehen zu können.

    John ist Vegetarier. Claire liebt Fleisch. John ist Sportfreak, Claire faulenzt auch ganz gerne mal.
    Die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein und gerade diese Tatsache verpasste der Handlung den oben erwähnten amüsanten Unterton. Ich bin zwar nicht vor Lachen von der Couch gefallen, aber ich fand es wirklich unterhaltsam, was beide Ehepaare da teilweise von sich gaben.

    Wobei mir Claire und John von Beginn an sympathischer waren als Justin und Sandy.

    Mag auch daran liegen, dass deren Ehe einfach viel zu drüber war.

    Was ein Großteil der Fernsehzuschauer natürlich nicht beurteilen konnte.


    Und so ergab es sich, dass die Atmosphäre während der Lektüre zwischen Manie, Geldgier, Wut- und Leidenschaftsfunken hin und her sprang. Ich hatte die ganze Zeit über das Gefühl, dass ich eine solche Situation niemals aushalten würde.
    Ein Fernsehsender, der jederzeit das Haus stürmen kann.

    Immer auf der Hut sein zu müssen. Das wäre nichts für mich, aber umso spannender hat es sich gelesen.

    Vor allem als das Autorinnenduo auch noch eine überraschende Wendung auspackte.

    Ein bisschen was hatte ich geahnt. Aber nichtsdestotrotz war ich fasziniert.


    Fazit:


    „The Wedding Project“ liest sich unheimlich schnell.

    Es ist eine wunderbar leichte, Herzflattern verursachende Geschichte, gespickt mit ein wenig Humor und einer guten Dynamik. Und obwohl ich das Konzept der Show schon einigermaßen voraus geahnt habe, fühlte ich mich doch super gut unterhalten. Vor allem von Claires und Johns Kabbeleien und der Entwicklung der Charaktere an sich.
    Liebe, Leidenschaft, Showeinlagen und ein gewisser Kick des Unbekannten - das ist The Wedding Project.


    Bewertung:


    ⭐️⭐️⭐️⭐️💫 (4,5/5)

    Stoneheart 2 (Befreites Feuer) - Asuka Lionera


    Carlsen/Impress

    387 Seiten

    Romantasy

    Band 2

    14. Mai 2020


    Inhalt:


    **Eine Liebe aus Feuer und Blut**


    Schon ihr ganzes Leben lang sagen die Leute Ezlain ein Herz aus Stein nach.

    Doch seit sie auf einer verlassenen Insel dem ebenso temperamentvollen wie mysteriösen Drayce begegnet ist, scheint eben dieses kalte Herz schier zu zerspringen. Um ihn und ihre beste Freundin Cressa vor dem sicheren Tod zu bewahren, begibt sich Ezlain in die Hände ihrer Feinde und damit an einen magischen Ort voller Geheimnisse und Gefahren.

    Ezlain bleibt nur eine Hoffnung: Drayce. Doch wenn er sie retten will, muss er sich mit der Frau verbünden, die ihn einst zur Einsamkeit verbannt hat …


    Meinung:


    Manchmal liebe und verfluche ich meine Vergesslichkeit.

    Ich liebe sie, weil sie mir bei dem Finale von Stoneheart nochmal ein ganz anderes Lesegefühl beschert hat.

    Ich verfluche sie, weil ich dachte, da kommt noch ein Band.

    Und dabei ist es nur eine Dilogie. Doch ich hätte Ezlain und Drayce Geschichte noch viel länger verfolgen können.
    Denn dieser Band, dieses Finale war episch.

    So emotional. So schön. So schrecklich zugleich.


    Drayce und Ezlain verbindet eine ganz besondere Beziehung.

    Und nachdem diese in Band 1 so abrupt mit einem Cliffhanger endet, wollte ich unbedingt wissen, wie es weiter geht.

    Das Glück wieder mit ihrer besten Freundin Cressa vereint zu sein, ist nur von kurzer Dauer.

    Ezlain muss für ihre Sicherheit an einen verborgenen, aber sehr magischen Ort reisen und sobald ich die erste Beschreibung dieses Gefängnisses las, wollte ich, so blöd es klingt, mit Ezlain tauschen.

    Der Schreibstil der Autorin überlässt fast nichts dem Zufall.


    Der Ort, an dem sich der Großteil von Band 2 abspielt wirkte zu perfekt um wahr zu sein.
    Sowohl in seiner Schönheit als auch in der Sicherheit, die er trügerisch versprach. Und die Atmosphäre, die dort herrscht, stammt wie aus einer anderen Zeit. Die Seiten flogen nur so dahin. Was ebenfalls an dem Perspektivwechsel lag, denn nicht nur Ezlain und Drayce kommen zu Wort, sondern auch Cressa darf ihre Gedanken mit uns teilen.


    Dieses Finale fühlte sich, trotz der vorherrschenden Umstände, wie „Nach-Hause-kommen“ an.

    Die flammende Leidenschaft zwischen den beiden Protagonisten hat mir ein ums andere Mal den Boden unter den Füßen weggezogen, genau wie die Traditionen des unwirklichen Ortes, an dem sich das Ganze abspielt.
    Emotional hat die Autorin voll ins Schwarze getroffen.

    Die Charaktere sind so wunderbar tiefgreifend ausgearbeitet.

    Ich liebe Ezlains Stolz. Ihren Dickkopf. Ihren Kampfgeist. Ihre Neckereien mit Drayce. Seine Denkweise.

    Sein Vorgehen. Seine Vorsicht. Die Stellung der Frau dort im Allgemeinen. Ihre Hingabe und ihren Willen.

    Und für das einschneidende Erlebnis kurz vor Schluss hätte ich die Autorin erwürgen können.
    Auch wenn genau das der Geschichte den Zusatz „episch“ verschafft hat.


    Dadurch, dass ich anfangs dachte, Band 2 sei noch nicht alles, hat sich die gesamte Handlung nochmal packender angefühlt. Ich dachte: „Was soll da jetzt noch kommen?“ und „Irgendwie genial, einen zweiten Teil so spannungsgeladen zu gestalten.“ Aber im Endeffekt ist alles egal. Weil man, ob Band 1 oder 2, Stoneheart einfach gelesen haben muss.


    Fazit:


    Ein Herz aus Stein. Ein heißer, mysteriöser Kerl. Ein Ort, der einen die Luft anhalten lässt. Vermeintlicher Frieden.
    Und die spitze Zunge von Ezlain, sowie ihr feurig, wildes Wesen.

    Wenn das nicht die Zutaten für eine perfekte, geniale, abenteuerliche Reise sind, dann weiß ich auch nicht weiter.

    Der Stil der Autorin lässt auch im Finale die Buchstaben vor den Augen verschwimmen. Seite um Seite um Seite. Überraschungen vorprogrammiert.

    Das war ein Ende mit Knalleffekt und Herzschmerzgarantie.


    Bewertung:


    ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (5/5)

    Stoneheart (Geraubte Flamme) - Asuka Lionera


    Impress

    506 Seiten

    Romantasy

    Band 1

    30. April 2020


    Inhalt:


    **Ein Herz aus Stein und Glut**


    Ezlain lebt in einer Welt, in der Männer das Sagen haben.

    Doch das hält sie nicht davon ab, gegen alle Regeln aufzubegehren.

    Als Strafe für ihren Ungehorsam soll sie den einzigen Menschen verlieren, der ihr jemals nahestand – ihre Sklavin Cressa.

    Um dem zu entgehen, beschließen die zwei Frauen ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.
    Als Männer getarnt heuern sie auf einem Schiff an und fliehen vor den Zwängen ihrer alten Heimat.

    Doch das Meer trennt die beiden und trägt Ezlain an den einsamen Strand einer geheimnisvollen Insel.

    Hier begegnet sie einem Fremden, der ebenso rätselhaft ist, wie sie sich ihr ganzes Leben lang gefühlt hat …


    Meinung:


    Und während die Emotionen sich das gesamte Buch über gemächlich und genussvoll steigern, beenden tut man es trotzdem meistens mit einer Gefühlsexplosion. Das ist es, was die meisten Autoren ausmacht. Cliffhanger.

    Diese verdammten, bösen, aber trotzdem notwendigen - weil abhängig machenden - Cliffhanger.
    Und jedes Mal, wenn man einen solchen ins Gesicht geklatscht bekommt, denke ich mir: „DEIN SCHEISS ERNST?!?!?!?!“

    Dann muss man sich erstmal selbst wieder beruhigen, bevor man die Story ansatzweise feiern kann.

    Und genau das ist „Stoneheart“.

    Feiernswert.


    Ilgaron. Eine Welt mit Heiratsgesetzen, Sklavenhaltung und Kriegsprahlerei.

    Mit Piraten und Mördern, Sagen und Legenden und theoretisch nur gebeutelten Frauen.
    Feminismus ist hierzulande ein Fremdwort.

    Sofern ein Mann im Haushalt ist, muss frau sich unterordnen.

    Im Grunde absolut nicht der perfekte Ort für die zwanzigjährige Ezlain, die eigentlich nichts weiter möchte, als auf eigenen Beinen zu stehen. Allein. Allerhöchstens noch mit Freundin Cressa an ihrer Seite.

    Doch das gestaltet sich mit einem losen Mundwerk schwieriger als gedacht.

    Und nachdem die beiden Frauen auf ihrer Flucht voneinander getrennt werden, geht es mit dem Abenteuer erst richtig los. Sowohl für Ezlain als vermutlich auch für Cressa, wobei man hier nur von einer Seite etwas erfährt.


    Asukas Schreibstil ist einnehmend. Allein schon durch ihre Wortwahl schickt sie beim Lesen Schauer für Schauer über den Körper. Freudenschauer. Schockschauer. Angstschauer. Erregungsschauer. Dadurch, dass sich die Geschichte so unheimlich flüssig und geschmeidig lesen lässt, ist das wie eine permanente Wellenbewegung. Die Gefühle werden, auch aufgrund der Ich-Perspektive, wunderbar aus dem Buch herausgefiltert und gehen direkt auf den Leser über.

    Und Ezlain fühlt, obwohl sie ein Herz aus Stein haben soll, erstaunlich viel. Vermutlich war es aufgrund der obigen Annahme auch so intensiv. Ich meine, wenn man nichts erwartet, weil das schlagende Element fehlt, und man dann von Leidenschaft über Sturheit, Naivität und Neugier eine ganze Emotionspalette geboten bekommt, ist das schon überraschend.


    Mal abgesehen von der gefühlvollen Seite, die die Autorin definitiv beherrscht, hatte ich fast keine Erwartungen an diese Geschichte. Und dafür liebe ich sie schon sehr. Ezlain ist so herrlich aufmüpfig und hat von Natur aus ein fragendes Wesen. Und fast überhaupt keine Erfahrung in Sachen Liebe, was der Handlung nicht nur einen gewissen Charme verpasst, sondern mir auch hin und wieder ein Schmunzeln entlockt hat.

    Auf der anderen Seite wäre da dann noch der geheimnisvolle Fremde, von dem im Klappentext die Rede ist. Drayce.
    Er ist anders. Nicht nur äußerlich eine Erscheinung. Normalerweise haben die männlichen Parts der Autorin einen übertriebenen Beschützerinstinkt, den sie auch oft zur Schau stellen.

    Aber Drayce und Ezlain standen von Beginn an auf einer Ebene.

    Und das fand ich herrlich erfrischend.


    Genauso wie das Setting, das sich nicht nur auf die Insel beschränkt, auf der Ezlain strandet, sondern sich über die ganze Welt zu erstrecken scheint, in der sie lebt. Andere Inseln, Schifffahrt, verborgene Höhlen und Co stehen auf dem Plan. Gefahren und auch ein klein wenig Magie halten sich die Waage.

    Die Atmosphäre, die die Autorin geschaffen hat, schwankt von leidenschaftlich-erotischem Prickeln bis hin zu adrenalingesteuerten Kämpfen und aussichtslosen Situationen. Die Umstände, unter denen sich Drayce und Ezlain kennenlernen, sind definitiv aufregend. Und dann kam das Ende.

    Womit wir wieder beim Anfang dieser Rezension wären.


    Fazit:


    Ich meine, im Grunde kann ich gar nicht anders, als „Stoneheart“ zu feiern.

    Ich liebe die Protagonisten, das Setting, die Atmosphäre und vor allem, wie die Autorin es immer wieder schafft, solche überraschenden Wendungen einzubauen oder essentielle Dinge geheim zu halten.

    Wie sie einen beim Lesen damit überrumpelt, positiv schockt und dann eigentlich nur noch mehr fasziniert.

    Ezlain und Drayce haben mein Herz im Sturm erobert.
    Fans von Romantasy dürfen sich diese Geschichte keinesfalls entgehen lassen!


    Bewertung:


    ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (5/5)

    Nur mal so aus Neugier: Ich kenne Black Venom nicht so richtig, außer den Klappentext, aber was hat dieses Buch mit der Rubrik Erotik zu tun?

    Bei Amazon findet man es unter Dramatik und Action.

    Da ist ja mehr Erotik bei Rosamunde Pilcher.:lol:

    Und Evig Roses ist auch Erotik à la Rosamunde Pilcher?

    Es gibt leider keine Kategorie New Adult oder Dark Romance, deshalb findet es hier sein Zuhause, auch wenn ich dich verstehen kann. Wenn’s nach mir ging, hätte ich das auch woanders eingruppiert, aber Erotik kommt dem noch am nächsten.

    Es hat nun mal erotische Szenen. Und Action und Drama auch, klar.

    Penny L. Chapman - Black Venom


    Selfpublishing

    392 Seiten

    New Adult Drama

    Einzelband

    03. April 2020


    Inhalt:


    "Er hat mir meine Familie genommen, jetzt nehme ich ihm seine ganze Welt."


    GRAVITY


    Vier Jahre lang habe ich mir vorgestellt, wie es ist, in die Augen des Mörders meiner Eltern zu blicken.

    Jetzt arbeite ich in deinem Club und du hast keine Ahnung, was auf dich zukommt.
    Sie sagen, du bist gefährlich.

    Sie sagen, ich soll vorsichtig sein.

    Sie wissen nicht, dass ich Gift für dich bin …


    HAVOC


    Ich weiß nicht, was du planst, oder warum du mich hasst.

    Du versteckst dich hinter deiner großen Klappe und provozierst mich.

    Unser Spiel gefällt mir. Aber vergiss nicht, mit wem du es zu tun hast.

    Du willst mich herausfordern?

    Versuch es, aber wundere dich nicht, wenn du dabei mehr verlierst, als du gewinnst.

    Denn ich will deine Wahrheit und ich werde sie finden.


    Meinung:


    Pennys Bücher kann man nur verschlingen.

    Inhalieren, weil sie unter die Haut gehen.

    Weil sie dieses tiefe Seufzen im Herzen auslösen.

    Oder das Feuer unbändiger Leidenschaft.

    Ihre Geschichten sind echt. So echt, wie Fiktion sein kann.

    Sie sind emotional, mitreißend und ein sprachliches Gesamtkunstwerk.

    Bei ihr muss ich mir nie Gedanken um Charaktere oder ein authentisches Setting machen.
    Nie über den Fluss der Handlung nachdenken, oder dass es mir an Tiefe fehlt.

    Kein einziges Mal darüber philosophieren wie spannend oder logisch eine Geschichte ist.
    Ihre Bücher kann ich einfach genießen, weil ich weiß, dass sie gut sein werden. Ich kann versinken und die Zeit vergessen.

    Eine seltene Eigenschaft, die dafür umso kostbarer ist.


    Und genauso verhielt es sich auch mit Black Venom.

    Mal davon abgesehen, dass ich den Skulls sowieso verfallen bin und Gefahr selten widerstehen kann, ist es auch so, dass Penny eine der wenigen Autorinnen ist, die richtig gute, hocherotische Szenen fabrizieren können.

    Nichts wirkt billig oder ausgeleiert. Es gibt kein Augenverdrehen über anzügliche Sprüche oder peinliche Situationen.

    Egal wie abgedreht oder unangenehm die leidenschaftlichen Momente auch sein mögen, die Autorin schafft es immer, das Adrenalin, den Rausch der Erotik auf den Leser zu übertragen. Es hat Stil. Und es hat Kraft.

    Es schwingt immer ein Hauch Härte und Gefahr darin mit.

    Etwas, das ich absolut vergöttere.


    Außerdem liebe ich ihr Wort/Namensfindungstalent. Ihre Bücher sind unheimlich passend tituliert.

    Black Venom, schwarzes Gift.

    Genau das, was diese Geschichte ausdrücken soll.

    Es geht um Hass, der durch die Adern fließt.

    Um unendliche Wut und Trauer. Ein schwarzes Loch, das sich in der Magengegend auftut und alle positiven Gefühle zu verschlingen droht. Gift für den Körper. Havoc und Gravity sind Gift füreinander.

    Wie das sprichwörtliche Salz, das man immer wieder in eine Wunde streut.


    Die Autorin schafft es in jedem ihrer Bücher, Anziehung greifbar zu machen.

    Man verschmilzt mit den Charakteren und schmeckt, fühlt, spürt alles bis ins kleinste Nervenende.
    Gravity Verzweiflung. Ihre Wut und ihren Rachewunsch.

    Havocs bedrohliche Aura, auch wenn er im Gegensatz zu manchem Skull ein bisschen sanft wirkt.
    Erwachsener in seinem Tun. Wie ein gestandener Mann, dem nichts gefährlich werden kann.

    Bisher mag ich ihn am liebsten, auch wenn er nicht direkt etwas mit den Skulls zu tun hat.

    Aber das sage ich fast immer über jeden neuen Charakter.

    Allerdings gab es diesmal jemanden, den ich nicht direkt zu Beginn leiden konnte. Und das war Meg, Gravitys Schwester. Manchmal... manchmal hätte ihr ihr am liebsten das Gesicht zerkratzt vor lauter Undankbarkeit.

    Auch wenn ich mich in ihr Denken ebenso hineinversetzen konnte, wie in Gravitys.


    Zur Spannung in Black Venom lässt sich so viel sagen:

    Überraschung, Adrenalin, atmosphärenbedingte Anspannung und natürlich das Hoch nach heißen Szenen.
    Gravity lässt sich nichts gefallen und Havoc giert nach ihrer Wahrheit.

    Ob es ihm gelingt, ihr das Geheimnis zu entlocken?

    Und ist er wirklich der Mörder ihrer Eltern?


    Fazit:


    Seid ihr bereit für eine erneute Achterbahnfahrt der Gefühle?

    Für Adrenalinkicks der anderen Art und den Kampf zwischen Tag und Nacht?

    Für gefährliche Pläne, Machtdemonstrationen und Geheimnisse?

    Für Lügen, Liebe, Leidenschaft und eine coole Speakeasy Bar?

    Für Drohungen, Interessenskonflikte und wahnsinnige Erotik?

    Mit genialen Wendungen und unglaublichem Sprachtalent zieht die Autorin jeden tief in die hintersten Ecken von Black Venom. Gravity und Havoc warten auf euch.


    Bewertung:


    ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (5/5)

    Dorn der Finsternis (The Scars Chronicles 1) - Ebru Adin


    Piper Verlag

    480 Seiten

    Urban Fantasy

    Band 1

    13. Januar 2020


    Inhalt:


    »Und wenn es eine Sache gibt, die stärker als Liebe ist, dann ist es die Furcht«


    Irland, 1921: Olivya Whitethrone muss ihr Erbe als Geisterkriegerin an der Pirestale Akademie antreten.

    Gemeinsam mit ihrem Team kämpft sie gegen die Gefahren der Geisterwelt.

    Doch tief in der Finsternis lauert das Böse und wartet nur auf sie ...


    Meinung:


    Geister, Jäger, eine Akademie und das Böse, das irgendwo auf der Welt auf seinen Auftritt lauert - das klang genau nach meinem Geschmack. Allerdings lässt mich dieses Buch sehr zwiegespalten zurück, denn einerseits finde ich die Idee grandios, die Umsetzung allerdings eher mau.

    Und, weil es - für ein Verlagsbuch - einfach noch zu viele Fehler drin hat, die aber keinesfalls in die Bewertung einfließen, sondern den Lesefluss ein wenig unterbrochen haben. Natürlich kann sich mal der ein oder andere Rechtschreibfehler einschleichen, keine Frage. Aber zusammen mit dem Schreibstil war das schon nicht so gut zu verdauen.


    Dabei ist der Schreibstil der Autorin gar nicht schlecht. Was mich allerdings gestört hat, waren die fehlenden Übergänge. Der Stil selbst ließ sich einigermaßen locker lesen, aber die Protagonisten springen manchmal von einer Szene zur anderen und ich hatte Mühe, dem zu folgen. Zuerst kämpfen sie noch gegen Geistwesen und im nächsten Moment sind sie alle in der Akademie im Krankenzimmer. Und das kam leider nicht nur einmal vor. Das abrupte Cutten von Szenen mag vielleicht den ein oder anderen neugierig machen, mich hat es allerdings mehr genervt und verwirrt.

    Ganz allgemein gesagt, gab es auch einige Situationen, denen eine gewisse Tiefe fehlte. Da wird von Angriffen auf die Akademie gesprochen, es wird gekämpft, aber die Details fallen einfach mal hinten runter.
    Die Leute werden wie aus dem Nichts überrannt und anstatt auf die Hintergründe einzugehen oder zumindest ein paar Kampfgelage zu beschreiben, ist im nächsten Abschnitt direkt wieder alles vorbei.


    Da hinzu kommt, dass die eigentliche Geschichte, auf der dieses Buch aufbaut, nämlich der Krieg zwischen Himmel und Hölle, die Liebe zwischen den Kriegern und warum es Wesen gibt, die das alles stürzen wollen, viel zu kurz kommt und dadurch etwas chaotisch wirkt. Auf knapp 500 Seiten streut die Autorin einiges an Informationen, sodass man zumindest ein Grundgerüst hat, aber - es kann natürlich auch sein, dass es an mir liegt - ich hatte das Gefühl, dass zumindest bei den Artefakten, dem Geschichtsverlauf etc pp nicht wirklich ein roter Faden erkennbar war und die geballte Ladung Engel-Hass-Himmel-Hölle-Power ein bisschen seine Wirkung verliert.


    I mean, es gab vieles, dass mich an diesem Buch gestört hat. Aber es gibt Geschichten, die diese Störfaktoren irgendwie zeitgleich aufheben, sodass man die Handlung trotzdem gebannt verfolgt. Obwohl ich nicht wirklich eine emotionale Verbindung zu Camila, Hugo, Raven, Gideon oder Olyvia aufbauen konnte.

    Die Autorin schreibt abwechselnd aus deren Sicht in der Ich Perspektive, was mich per se schon mal begeisert hat, selbst wenn bei den Charakteren ebenfalls wieder das Tiefenproblem aufgetaucht ist.

    Sie waren mir teilweise sympathisch, wenn auch nicht authentisch genug.

    Ich habe ihnen ihre Handlungen nicht ganz abgekauft, weil sie in ihren Entscheidungen unstet waren.


    Die Idee, eine Akademie voller Krieger aufzubauen, die Geister zum Licht führen oder in die Hölle, fand ich großartig.
    Das gesamte Setting bezieht sich auf das altehrwürdige Akademiegebäude in Irland und umliegende Dörfer oder Spukhäuser. Die Missionen, die jeweils in Teams ausgeführt werden, brachten Ablenkung in den schulischen Akademiealltag, der aus Dingen wie Exorzismologie und Pflanzenkunde besteht.

    Mobbing und Hänseleien stellen die andere Seite der Schule dar.
    Eigentlich gab es unheimlich viel zu entdecken, aber irgendwie kam es nicht wirklich richtig dazu.


    Was dazu führte, dass auch kein durchgängiger Spannungsfaden gegeben war.

    Man wird immer nur häppchenweise mit Adrenalin angefüttert, das aber so schnell verpufft, wie es gekommen ist.

    Der einzige Faktor, der mich so halbwegs gepackt hat, war der Wandel der beiden männlichen Asmera-Krieger.
    Da kamen endlich mal Gefühle durch.

    Ansonsten war die Atmosphäre irgendwie zwar angespannt, aber nicht ausgefeilt genug, um mich dauerhaft zu fesseln.


    Fazit:


    „Dorn der Finsternis“ ist schwer zu beurteilen. Obwohl ich so viele negative Kritikpunkte hatte, mochte ich das Buch irgendwie. Band 2 werde ich zwar nicht mehr lesen, aber die Idee rund um die Geisterkriegerakademie, das bisschen Liebe, das noch zum Vorschein kam und die Missionen verursachten ein wenig Supernaturalfeeling.

    Natürlich mit viel viel weniger Details und leider auch sehr flachen Charakteren, aber eingenommen hat es mich schon.

    Oberflächlich. Für eine Weile. Ohne dauerhaft spannend zu sein.

    Dennoch gibt’s hier nur eine Leseempfehlung für zwischendurch und ohne große Erwartungshaltung.


    Bewertung:


    ⭐️⭐️⭐️ (3/5)

    Der Store - Rob Hart


    Heyne Verlag

    592 Seiten

    Dystopie

    Einzelband

    02. September 2019


    Inhalt:


    Du bekommst alles im Store.

    Aber es hat seinen Preis.


    Der Store liefert alles. Überallhin. Der Store ist Familie.

    Der Store schafft Arbeit und weiß, was wir zum Leben brauchen. Aber alles hat seinen Preis.


    Paxton und Zinnia lernen sich bei Cloud kennen, dem weltgrößten Onlinestore. Paxton hat dort eine Anstellung als Security-Mann gefunden, nachdem sein Unternehmen ausgerechnet von Cloud zerstört wurde.
    Zinnia arbeitet in den Lagerhallen und sammelt Waren für den Versand ein.
    Das Leben im Cloud-System ist perfekt geregelt, aber unter der Oberfläche brodelt es.

    Die beiden kommen sich näher, obwohl sie ganz unterschiedliche Ziele verfolgen.

    Bis eine schreckliche Entdeckung alles ändert.


    Meinung:


    Das Konzept? Genial.

    Die Umsetzung? Eher mangelhaft.

    Puh. Ich weiß ehrlich gesagt nicht genau, wo ich anfangen soll.

    Die Idee des Stores ist nichts Neues, existiert er doch bereits in etwas abgeschwächterer Form in unserer Welt.

    Alles liefern lassen. Immer. Zu jeder Zeit. So schnell wie möglich.

    Damit man fast nicht mehr das Haus verlassen muss.

    Hohe Warenverfügbarkeit. Hohe Qualität. Mitarbeiter, die in einer Unternehmensstadt arbeiten.
    Und doch hatte ich irgendwie die Erwartung, dass das eine grandiose Dystopie wird. Leider lag ich falsch.


    Gleich vorweg: Die 600 Seiten sind eindeutig zu viel für diese Geschichte.

    Da werden Dinge aufgebauscht, die für den Verlauf der Handlung mitnichten interessant waren. Eine Liebesgeschichte angedeutet, die eigentlich gar keine ist und der Versuch den Charakteren Leben einzuhauchen gelang nur minimal.

    Dabei ging die Story echt gut los. Mit Paxton, Zinnia, Gibson Wells und den CloudStore, um den sich alles dreht.

    Die Welt hat sich weitergedreht. Die Kluft zwischen arm und reich ist brutal. Die Sonne allerdings noch brutaler.

    Die Natur rächt sich für jahrelange Vernachlässigung, sodass man nicht einmal mehr raus gehen kann, ohne sich die Haut zu verbrennen. Inmitten dieses Chaos steht ein junger Mann mit dem Wunsch sein und das Leben aller anderen zu verbessern. Mit der Cloud fängt alles an.


    So weit, so schön. Aufgeteilt in drei Perspektiven, von denen sich zwei regelmäßig abwechseln, erzählen Paxton, Zinnia und Wells ihre Geschichten. Paxton, der zu Beginn etwas unbeholfen wirkte, sich aber immer mehr zum Vorzeigekandidaten mausert. Und Zinnia, die eiskalte, berechnende Frau, von der ich dachte, dass sie zumindest Feuer unterm Hintern hat.

    Man kann dem Autor zugute halten, dass beide zumindest eine kleine Entwicklung durchmachen, sodass kein Stillstand herrscht. Ich wünschte, ich könnte sagen, dass mich die Emotionen in der Story mitgerissen, dass sie mich an die Charaktere gefesselt haben, aber dem ist nicht so. Gefühlsmäßig war das alles sehr flach, obwohl ich es teilweise genossen habe, von Zinnias Plänen oder Paxtons Zielen zu lesen.

    Das lag aber mehr am lockeren, einfachen Schreibstil als an irgendetwas anderem.


    Das Problem an der Sache ist, dass ich nun rückblickend nicht wirklich sagen kann, worauf die Geschichte hinauslaufen sollte. Es wird so viel über das Leben innerhalb der Cloud erzählt - und das System ist durchaus interessant - aber bis auf ein paar Drogendelikte, Pöbeleien und Widerstandskämpfern passiert einfach nichts. Zinnia verfolgt ihren Auftrag, der spannend hätte sein können, wenn bis zum Schluss nicht alles so glatt verlaufen wäre.

    Paxton trägt zwar Wut in sich, ist aber im Grunde genommen ein Weichei, das sich ein bequemliches Leben wünscht.
    Bis zu Seite 400 passiert fast nichts, was auch nur ansatzweise den Vermerk „aufwühlend“ verdient.

    Natürlich hatte ich die ganze Zeit im Hinterkopf, was denn das Geheimnis von Cloud sein könnte.

    Und im Endeffekt ist es sogar ziemlich ähhmmm... überraschend gewesen. Aber der Weg dorthin war einfach nur zäh.


    Fazit:


    Zum ersten Mal fehlen mir zu einem Buch fast die zusammenfassenden Worte.

    Deshalb wiederhole ich mich einfach. Zäh. Flach. Unausgereift.

    Keine Spannung vorhanden. Einzig der lockere Stil und meine Neugier trieben mich voran.
    Was macht Cloud als System so mächtig?

    Ich kann leider weder die Antwort, noch das Buch empfehlen.


    Bewertung:


    ⭐️⭐️ (2/5)