Die Ergebnisse der Leserlieblinge-Wahl im BücherTreff

Beiträge von Ecinev

    Seit Jahren wurde der Berg ausgehöhlt und alles wertvolle abgebaut. Jetzt droht der Berg zusammenzubrechen. Ganz langsam oder mit einem großen Schlag ? Am Fuße des Berges in einem kleine Dorf fragen sich das die letzten Bewohner.


    Was bleibt wenn nur noch die Ernennungsplakette zur Stadt im Boden bleibt während die Jungen das Dorf verlassen und nur die dableiben die nicht fort können. Einen hat es schon erwischt. Mit dem Auto hat Martin die Kontrolle verloren und aus einer Kurve geflogen.


    Merkwürdig distanziert werden die Erlebnisse in dem Debütroman von Marie Gamillscheg erzählt und lassen mich etwas ratlos zurück. Literarisch bestimmt toll beschrieben, aber leider nicht das richtige für mich.

    Bea und Irene lernen sich im Knast kennen. Irene hat vor 8 Jahren ihren Mann mit Genuß überfahren und Bea wurde von ihrem Chef reingelegt und landete ebenfalls im Knast. Beide sind Anfang 50 und stehen frisch entlassen ohne berufliche Perspektive da. Daher gründen sie eine WG und haben bald eine skurile Geschäftsidee. Auf Wunsch räumen sie ungeliebte Ehemänner aus dem Weg.


    Doch sie sind nicht alleine in dem Geschäftsfeld unterwegs und treffen auf ihre Mitbewerberinnen, 3 Frauen ebenfalls aus Lankwitz, haben eher politisch motivierte Pläne ungelegene Personen aus dem Weg zu räumen.


    Der Schreibstil ist locker leicht, selbst wenn nicht in Dialekt geschrieben, so doch mit Berliner Schnauze. Die Personen sind teilweise sehr überzeichnet aber das Buch erhebt keinen Anspruch auf Glaubhaftigkeit. Eine bitter böse Satire, gut zum mal eben schnell lesen.

    Der Journalist Jan Römer recherchiert gemeinsam mit seiner Kollegin, genannt Mütze, in einem neuen Fall unaufgeklärter Mordfälle für ein Magazin.

    Sie stoßen auf einen Todesfall bei dem vor 20 Jahren ein junges Mädchen auf einem gruseligen Berg im Sauerland tot aufgefunden wurde. Nur mit einem dünnen Kleid bekleidet wird sie aufgefunden, neben ihr eine Spieluhr die 'Hush little baby' spielt.


    Im Zuge der Recherchen werden die beiden vom Verfassungsschutz ausgebremst und sie ahnen, sie sind etwas größerem auf der Spur.

    Geschickt werden immer mehr Fäden aufgerollt und am Ende ist der Täter jemand den man so gar nicht auf dem Schirm hatte.


    Der Schreibstil ist lebendig und obwohl das Buch zwischendurch ein paar Längen hatte, hat mir das Buch gut gefallen und ich bin gespannt die beiden bei weiteren ungelösten Kriminalfällen zu begleiten.

    Wer einen historischen Roman erwartet ist sicherlich enttäuscht. Dennoch läßt sich die Lebensgeschichte von Allene Tew durch den lebendigen Schreibstil und trotz nüchterner historischer Fakten gut lesen.


    Geboren in eher einfachen Verhältnissen, aufgewachsen in einer kleinen Gemeinde im Osten der USA im Jahre 1872 schafft es Allene Tew mit ihrem Motto 'Courage all the time' später zu unermesslichem Reichtum. Ihre 3 Kinder hat sie früh verloren und auch ihre 5 Ehen waren nicht alle glücklich. Von den ersten beiden Männern wegen ihres guten Aussehens geheiratet, von zwei weiteren wegen ihres Geldes blieb nur eine Ehe der Liebe wegen.


    Das Buch gibt einen guten Einblick in die gilded age der USA . Auf der einen Seite ein unermesslicher Reichtum aber auch die Ankunft tausender einfacher Leute in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten wo man es noch vom Tellerwäscher zum Millionär schafft. Allene geht den umgekehrten Weg und geht nach Europa wo sie es durch ihre vielen Kontakte als Patentante der holländischen Königin schafft.


    Es ist wirklich ein bemerkenswertes Leben das Allene geführt hat und viele Kontakte die sie geknüpft hat. Eine Frau von der die meisten wohl noch nie gehört haben.

    6 Jugendliche die sich einander nicht kennen werden am letzten Schultag vor den Sommerferien entführt und 6 Tage später, allesamt gleich gekleidet, schweigsam und mit einer professionell versorgten Wunde an der rechten Hand tauchen sie wieder auf. So der kurze Klappentext zu diesem Jugendbuch von Patricia Schröder.


    Unter den Entführten ist Nara, iranischer Abstammung in Deutschland geboren aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird. Es geht schon mysteriös los. Eines Tages verschwindet der Hund ihres kleinen Bruders und Nara findet ihn ein paar Tage später im Garten wieder. In den frühen Morgenstunden vergräbt sie ihn. Dann erhält sie eine Nachricht mit einem Treffpunkt. Gemeinsam mit ihrem Freund Jamie macht sie sich auf den Weg in eine offensichtlich verlassene Gegend der Stadt und verschwindet.


    Sie erwacht in einem dunklen Verlies aus dem es kein Entfliehen gibt. Nach einiger Zeit erhält sie einen Apfel, später eine Flasche Wasser. Dann erhält sie Besuch von anderen Mädchen die mit ihr gefangen gehalten werden. Nach 6 Tagen erhält sie die Drohung 6 Tage kein Wort zu reden sonst würde ihrem Bruder etwas geschehen und sie taucht unvermittelt wieder zu Hause auf. Mit allen Mitteln versuchen die Eltern und die Polizei sie zum reden zu bringen, doch Nara und die anderen ebenfalls wieder aufgetauchten Mädchen schweigen beharrlich. Nur Jamie der mit Nara verschwunden ist bleibt weg. Auf eigene Faust beginnt Nara sich einen Reim aus den Vorkommnissen zu machen und stößt auf religiöse Beweggründe.


    Der Erzählstil ist durchaus für ein Jugendbuch geeignet, die Brisanz und Aktualität des Themas dagegen wäre höchstens für ältere Jugendliche geeignet.

    Emma Vaughan, alleinerziehende Mutter arbeitet bei der irischen Kriminalpolizei. Nach einem Unfall ist sie tablettensüchtig. Jetzt soll sie zu einem Drogentest ins Krankenhaus. Dort trifft sie auf den Ehemann ihrer Freundin der sie um Mithilfe bittet. Seit einiger Zeit sterben ältere Leute die eigentlich beste Chancen hätten wieder gesund zu werden.


    Sie überredet ihren Chef die Ermittlungen aufzunehmen. Bald kommt es unter den Augen der Polizei erneut zu einem Toten. Wer hat ein Interesse kranken Menschen etwas anzutun. Privat hat Emma es auch nicht leicht, ihr pupertärer Sohn hat eine Freundin die sich als Hackerin entpuppt. Ihr Exmann der beschuldigt wird Mitglied der IRA zu sein sitzt im Gefängnis.


    Der 2. Teil um Emma Vaughan nimmt viel Bezug auf die verpatzten Details des ersten ungelösten Falles. Damals hat Emma eine Verdächtige laufen gelassen da sie bereits mehr als genug Unheil erlitten hat. Jetzt kommt es wieder zu rätselhaften Todesfällen. Trotz ihrer Tablettensucht gelingt es Emma die Fäden zu entwirren und den ersten irischen Serienmörder der im Krankenhaus gemordet hat zu entlarven.


    Der Schreibstil ist ruhig, passend zur Beschreibung der irischen Landschaft, große Spannung kommt nicht auf, und doch hat mir das Buch sehr gut gefallen und ich freue mich auf eine Fortsetzung mit Emma und ihrem Partner James.

    Verena Hofer, die sich um ihre verwaiste 5 jährige Nichte kümmert, nimmt eine Auszeit von ihrem Beruf als Literaturdozentin und soll sich 3 Monate auf einem Gutshof im Havelland um jemanden kümmern. Angekommen in dem abgelegenen Gutshof stellt sie fest, das ihr Patient ein erwachsener Mann ist der sein Kurzzeitgedächtnis verloren hat. Was das heißt stellt sie bald selbst fest. Wenn Carl von Wuthenow sich nicht abends alles aufschreibt, ist jeder neue Tag Neuland für ihn.


    Da sie ihre Nichte in einem Kindergarten in guten Händen weiß, willigt sie ein den Profiler Carl zu seinen Terminen bei der Berliner Polizei zu begleiten. Dort wird sie das erste Mal mit dem Übel in der Welt konfrontiert. Durch ihre Unerfahrenheit und Carls trocknen Sachverstand gelingt es den beiden aber wirklich den Tod eines jungen Strichers am Ende zu lösen.


    Es ist ein interessantes Ermittlerduos das sich in diesem Roman auf Spurensuche begibt. Die beiden sind grundverschieden doch es knistert gewaltig zwischen den beiden. Ich bin gespannt ob man noch mehr von den beiden lesen wird.


    Der Schreibstil ist leicht und locker trotz des ernsten Themas der Morde im Stricher Milieu. Die Personen werden lebendig beschrieben und das Buch hat mir gut gefallen. Richtig spannend ist es nicht, eben ein Kriminalroman der gut die Mischung aus friedvollen Landleben und gefährlichem Großstadtleben rüber bringt.

    Nic, inzwischen mit einem Anwalt in Philadelphia verlobt, kehrt nach 10 Jahren zurück in ihr Elternhaus. Der Vater ist dement und die Pflege verschlingt viel Geld, jetzt soll das Haus verkauft werden. Die Begrüßung mit ihrem Bruder der nie aus dem kleinen Ort, in dem jeder jeden kennt, wegging ist fast feindselig.


    Sofort kehren ihre Erinnerungen zurück an den Tag vor 10 Jahren wo ihre damals beste Freundin Corinne spurlos verschwand. Sie trifft ihren alten Jugendfreund Tylor wieder und kurz darauf verschwindet wieder ein Mädchen, ausgerechnet die, die damals Nic und den anderen ein Alibi gegeben hat.


    Die Polizei ermittelt wieder in alle Richtungen und auch der demente Vater der inzwischen in einer Pflegeeinrichtung lebt, wird nicht verschont. Hängt das Verschwinden von Annaleise jetzt mit dem Verschwinden von Corinne vor 10 Jahren zusammen?


    Die Auflösung war eine Überraschung, gekonnt wurde man immer wieder auf eine falsche Fährte gelockt. Der Schreibstil ist lebendig, die Personen werden gut dargestellt obwohl ich manche Handlungen von Nic nicht nachvollziehen konnte.


    Merkwürdig bis zum Schluß fand ich die Tatsache das die Geschichte von hinten erzählt wird. Man startet mit dem 15 Tag und endet mit dem 1 Tag. Das würde für mich heißen, dass Nic gleich nach ihrer Ankunft mit den Geschehnisse von damals konfrontiert wird? Teilweise fehlt mir auch die Verbindung der einzelnen Kapitel was den Spannungsfluss unterbricht.
    Am Ende, bzw. an Tag 1 wird es dann nochmals richtig spannend und das Ende wird durch eine Zeit weit nach den Vorfällen gut abgerundet.


    Mit dem Titel Tick Tack habe ich leider so gar nichts anfangen können. Das Cover in Schwarz mit Schrift in Pink ist auffallend, sagt aber auch so gar nichts über den Inhalt aus.

    Die Psychiaterin Nathalie Svensson arbeitet bei der OFA, operative Fallanalyse, einer Spezialeinheit der schwedischen Polizei. Kurz nach dem tragischen Tod ihres Vaters und beladen mit privaten Problemen, wird sie mit ihren Kollegen zusammen nach Uppsala gerufen.


    In dem dortigen Krankenhaus verschwanden 2 Ärzte spurlos. Einer wurde kurz darauf tot mit einem Dominostein im Rachen aufgefunden, von dem anderen fehlt jede Spur allerdings wurde in einem Flur im Krankenhaus ebenfalls ein Dominostein gefunden.


    In dem gleichen Krankenhaus arbeitet auch Nathalies Schwester die sich vor Jahren von der Familie losgesagt hat. Hat sie etwas damit zu tun ? Jedenfalls sagt sie bei den Vernehmungen nicht ganz die Wahrheit.


    In dem Buch werden jede Menge Personen eingeführt. Ebenso wie die tragische Geschichte aus der Vergangenheit wo ein tollpatschiger Mann sich in eine Nachbarin verliebt.


    Wie das alles zusammenhängt wird auf gut 350 Seiten aufgelöst. Der Schreibstil ist durchaus spannend jedoch fühlte ich mich durch die vielen Personen doch etwas verwirrt. Die Auflösung ist gut gelöst und bringt einem zum Nachdenken über die Zustände in Krankenhäusern.


    Leider bleiben mir die Personen, allen voran Nathalie Svensson, etwas blass beschrieben und wirkten nicht wirklich lebendig. Den ersten Teil kenne ich nicht und es wird viel Bezug auf diesen Teil genommen, ich glaube jedoch nicht das ich ihn noch lesen werde.

    Vor 10 Jahren verschwindet Detective Sergeant Solomon ‚Sol‘ Gray’s Sohn spurlos auf einer Kirmes in der Geisterbahn. Inzwischen geschieden sucht er immer noch nach seinem Sohn, besonders wenn er zu einem Fall mit einem toten Kind gerufen wird.


    Ein solcher Fall erwartet ihn jetzt als ein toter Jugendlicher vor einem Wohnhaus in Margate gefunden wird. Eigentlich ein Selbstmord. Nur warum wurde Gray’s Telefonnummer in seinem Handy gefunden?


    Belastet durch die eigenen privaten Probleme kommt Gray als Ermittler nicht so gut rüber. Dazu kommt noch das er eigentlich mit allen Kollegen Schwierigkeiten hat und diese mit ihm. Am liebsten würdeer alles im Alleingang lösen.


    Der Schreibstil ist gut, das Ende überraschend und spannend. Die Personen sind mir persönlich allerdings allesamt etwas unsympatisch beschrieben. Einem weiteren Teil würde ich trotzdem noch eine Chance geben.

    Als die ehemalige Polizistin und heutige Friedhofsgärtnerin Gesine
    Cordes an einem nebligen Novembermorgen auf dem Ostfriedhof ankommt,
    hört sie merkwürdige Geräusche und trifft auf einen Fuchs. Wenig später
    trifft sie im Gebüsch auf ein Baby in einer Babyschale. Sie erinnert
    sich an ihren eigenen Sohn den sie nicht retten konnte als er von
    Giftpflanzen naschte. Sie nimmt das Kind an sich und fährt mit ihm ins
    Krankenhaus.


    Dort stellt sich heraus das das Kind mit dem Down Syndrom zur Welt
    gekommen ist. Die Polizei vernimmt Gesine als Zeugin. Wenig später
    trifft auch Marina Olbert, Kriminalkommissarin, im Krankenhaus auf. Die
    beiden kennen sich durch den ersten Fall. Marina erzählt, das an einer
    nahegelegenen Bushaltestelle eine Leiche entdeckt wurde.


    Gesine fühlt sich schuldig, das Baby zwar entdeckt zu haben, aber ansonsten achtlos an der Haltestelle vorbei gefahren zu sein.



    Daraus entwickelt sich wieder ein spannender Krimi der nach einigen
    Verwicklungen auf ein Geflecht von Kinderhandel aus Osteuropäischen
    Ländern ein dramatisches Ende findet.



    Der Schreibstil ist gut, sehr ruhig und dennoch lebendig wird die
    Spannung langsam aufgebaut und doch durch teilweise humorvolle Details
    unterbrochen. Die eingestreuten Eintragungen aus dem Notizbuch von
    Gesine Cordes über Giftpflanzen fand ich dieses Mal allerdings etwas
    fehl am Platz. Im ersten Teil in dem giftige Pflanzen eher eine Rolle
    spielten, passend fand ich sie dieses Mal überflüssig aber doch sehr
    interessant.



    Ich bin gespannt ob es eine Fortsetzung mit Gesine Cordes und Marina
    Olbert gibt. Die beiden gehören bei den Ermittlungen eindeutig zusammen
    während der Rest der Polizei eher im Schatten bleibt. Auch dieses Buch
    würde ich dann sehr gerne lesen wollen.

    Estelle Paradise erwacht im Krankenhaus, sie ist schwer verletzt und kann sich an nichts mehr erinnern. Sie hatte einen Autounfall weit weg
    von ihrer Wohnung in New York. Dann erinnert sie sich an ihre Tochter Mia. Wo ist sie ? War sie ebenfalls im Auto ? Langsam fällt ihr ein, das
    die kleine Mia vor einigen Tagen spurlos aus der Wohnung in New York
    verschwunden ist und mit ihr jeglicher Hinweis auf ihr Dasein. Auch ihr
    Mann Jack der an das Krankenbett eilt macht ihr eher Vorwürfe als
    hilfreich und besorgt zu sein.



    In Rückblicken erzählt Estelle ihre Geschichte, sie hat früh ihre
    Eltern verloren und wächst bei Verwandten auf, der Bruder schon
    volljährig geht auf eine Militärakademie. Dann lernt sie Jack kennen und
    sie heiratet. Das anfangs harmonische Eheleben kommt mit der Geburt von
    Mia in Unordnung da diese scheinbar an Koliken leidet und häufig
    schreit.


    Sie zieht in eine gerade renovierte Wohnung während Jack in einem anderen Bundesstaat arbeitet.



    Eines Tages als Estelle in der Wohnung erwacht ist Mia sowie ihre
    kompletten Sachen verschwunden. Hat Estelle dem ständig schreienden Kind
    etwas angetan ? Sie kann sich an nichts erinnern und der Besuch der
    Polizei bringt sie nicht weiter.


    In einer Psychiatrischen Klinik im Gespräch mit dem Arzt fallen ihr
    immer mehr Bruchstücke ein und so offenbart sich die grausame Wahrheit.



    Der Roman ist in Ich-Form geschrieben aus Sicht der psychich labilen
    Estelle Paradise. Der Schreibstil ist sehr lebendig, die Personen
    werden gut dargestellt. Wobei ich das Verhalten von Jack nicht
    nachvollziehen kann, er bringt sie in die psychiatrische Klinik und
    taucht dann nicht mehr auf. Die Erzählung hat jedoch einige Längen und
    häufige Wiederholungen, trotzdem ein rundum gelungenes Leseerlebnis.

    Jenny Aaron ist Agentin bei einer Eliteeinheit der Polizei, genannt die Abteilung. Ein Einsatz in Barcelona mit ihrem Partner geht schief, ihr Partner wird schwer verletzt, sie selbst verliert nach einer Verfolgungsjagd ihr Augenlicht. Jetzt 5 Jahre später arbeitet sie als Verhörspezialistin und Fallanalytikerin beim BKA in Wiesbaden als sie einen Anruf von den alten Kollegen der Abteilung erhält. Ein Verbrecher den Aaron ins Gefängnis gebracht hat, hat eine Gefängnispsychologin in seiner Zelle umgebracht und will nur mit Aaron sprechen. So wird sie wieder mit der Vergangenheit konfrontiert und erkennt, dass der Verbrecher nur eine Schachfigur ist. Bald darauf trifft sie auf den wahren hochgefährlichen Täter und liefert sich eine fast unwirkliche Verfolgungsjagd.
    Der Schreibstil mit den kurzen knappen, beinahe distanzierten Sätzen, selten länger als 10 Worte dennoch tiefsinnig und vielschichtig, die teilweise unerwarteten Sprünge machen es einem nicht leicht sich in den Roman einzufinden. Die Personen sind jedoch alle sehr gut und lebendig beschrieben und die Handlung entwickelt sich rasant bis hin zu einem unerwarteten Ende. Allerdings erscheint mir die Person von Jenny Aaron ein wenig übertrieben beschrieben, fast übermenschliche Fähigkeiten werden ihr zugesprochen.
    Es ist kein einfaches Buch das Andreas Pflüger da geschrieben hat, sehr komplex und durchaus anspruchsvoll. Nebenbei zur Entspannung nicht unbedingt geeignet aber rundum ein spannender Roman.
    Das Cover mit Braille Schrift und der gelbe Schnitt sind interessant und wecken in jeder Buchhandlung bestimmt Neugier. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Alberto, lebt glücklich und zufrieden in einem Dorf an der Küste Spaniens. Er kümmert sich um seinen Garten und erntet Zitronen. Als er nach Hause fährt trifft er dort auf seine Tochter und seinen Enkel Tino. Der Vater des Jungen hatte einen schweren Unfall und Tino soll einige Zeit bei seinem Opa, den er liebevoll Apu, nennt bleiben. Die beiden unterhalten sich und so erfährt Tino das sein Apu nicht weiß wann er Geburtstag hat. Geboren in den Wirren des spanischen Bürgerkrieges wuchs er in einem Kinderheim auf und hat keine Erinnerung an sein früheres Leben.
    Tino überredet Alberto eine Reise in Apus Vergangenheit zu unternehmen. Also fahren die beiden in das Herz Spaniens und suchen nach Zeitzeugen und verloren geglaubten Erinnerungen. Durch den kindlichen Optimismus von Tino geben die beiden auch trotz Rückschlägen nicht auf zu suchen und finden am Ende tatsächlich seine älteste Freundin und auch seinen Geburtstag und er kehrt in sein Dorf zurück.
    Daneben wird in Ich-Form die Zeit der 30er Jahre einiger Leute die mit Alberto Kontakt hatten die Zeit des spanischen Bürgerkrieges wieder lebendig und man erfährt von Albertos Schicksal und Vergangenheit.
    Das ist ein sehr warmherziger Familienroman der nebenbei noch versucht den spanischen Bürgerkrieg lebendig werden zu lassen. In einfachen klaren und ruhigen Sätzen wird die Geschichte sehr lebendig. Man erfährt einiges über den Faschismus. Das ganze verpackt in einer rührenden Opa-Enkel Beziehung. Die Personen sind sehr liebevoll und einfühlsam beschrieben. Das Buch ist sehr emotional und ich fand es sehr berührend durch seine ruhige Art und den recht einfachen Schreibstil. Ein tolles Buch über Liebe, Freundschaft und Abschied.

    Eine düstere Zukunft beschreibt Nana Rademacher in ihrem Debüt Dystopie Roman 'Wir waren hier'. Wollen wir hoffen, das das nicht eines Tages Wirklichkeit wird.
    Aus der Sicht der 15 jährigen Anna lernen wir das Leben in Berlin im Jahre 2039 kennen. Es herrscht Krieg, die Nahrung und Wasser ist begrenzt und wird von einer Militärregierung eingeteilt, die Erde ist verseucht, die Städte liegen in Trümmern. Am Himmel kreisen Drohnen und beherrschen das Internet. Einzig Anna traut sich einen Internetblog zu führen in dem sie über ihre Gefühle und die alltäglichen Probleme schreibt. Bekommt die Familie genug zu essen und Wasser von den zentralen Stellen. Im Sommer ist es sehr heiß, im Winter muss man Angst haben zu erfrieren. Die Jahreszeiten scheint es nicht mehr zu geben, ein Extrem führt zum nächsten.
    Über die Hintergründe die zum Zusammenbruch der Welt geführt hat, gibt es nur Andeutungen.
    Eines Tages lernt Anna im Internet Ben kennen der in Hamburg wohnt. Eines Tages macht er sich auf um Anna in Berlin zu besuchen. Dort sind Annas Eltern inzwischen tot und Anna schließt sich Ben an. Doch welches Geheimnis verbirgt Ben ? Kommt er wirklich aus Hamburg. Gemeinsam fliehen sie in die U-Bahnschächte wo eine Gruppe Widerständler haust.
    Der erste Teil des Buches ist in Form von Tagebuch und Blogeinträgen geschrieben, in teilweise kurzen knappen Kapiteln. Darunter auch kurze Chatprotokolle zwischen Anna und Ben. Der zweite Teil ist in 'normaler' Erzählform geschrieben. Anna landet in einem Mädchenheim aus dem sie später flieht und sie zu guter Letzt ein Happy End erlebt. Der dritte Teil besteht nur aus wenigen Sätzen die ich nicht einordnen kann.
    Ich habe mich etwas schwergetan in das Buch rein zu finden. Die Tagebuch und Blog Form haben mir den Einstieg nicht leicht gemacht. Der zweite Teil in Erzählform dagegen ist sehr spannen beschrieben.

    Vor 10 Jahre verschwand die kleine Marie Weber nachdem ihr Vater sie nach einem Ausflug nicht zurück zu ihrer Mutter gebracht hat. Wenig später wird die Leiche von Christian Weber gefunden dabei ein Abschiedsbrief. Die Leiche von Marie Weber blieb jedoch verschwunden, die Akte dennoch abgelegt.
    10 Jahre später, Gina Angelucci, die Verlobte von Tino Dühnfort arbeitet an sogenannten 'Cold Cases' bei der Münchner Polizei. Gerade hat sie nach 28 Jahren einen spektakulären Fall abgeschlossen.
    Petra Weber grämt sich immer noch was mit ihrer verschwundenen Tochter geschehen ist. Sie hat die Hoffnung nie aufgegeben und klammert sich an jeden Strohhalm bei Presse und Polizei und sogar Hellseher. Nachdem sie in der Zeitung von Gina und ihrer Abteilung gelesen hat, sucht sie sie auf.
    Gina ist schwanger und müsste somit eigentlich Innendienst schieben, wimmelt Petra Weber erst einmal ab, schließlich wurde der Tote damals in Landshut gefunden und gehört zu einer anderen Einheit. Dennoch fühlt sie sich gerührt über das verschwundene Kind und beschließt sich das einmal anzuschauen. Wenig später deckt sie mehrere Ermittlungsfehler der Kollegen auf und glaubt bald auch nicht mehr an den Mitnahme-Selbstmord.
    Tino arbeitet an einem Fall wo ein Säugling in einer Mülltonne gefunden wurde. Später wird auch noch eine unbekannte Tote in einem Wald gefunden. Wenig später steht fest, es ist die verschwundene Marie Weber. Mit einer riesigen SOKO kann am Ende der Täter gefasst werden.
    Der Schreibstil ist flüssig, der Spannungsbogen bleibt die ganze Zeit sehr hoch. Die einzelnen Kapitel und lose Fäden werden gut abgerundet, allerdings bleibt mir das Motiv des Täters irgendwie unklar und gerät etwas zu kurz.
    Auch im Privatleben von Gina und Tino geht es weiter, sie stehen kurz vor ihrer Hochzeit. Ich bin ganz gespannt auf weitere Fälle mit Tino Dühnfort und Gina Angelucci.

    Molly die in New York lebt fällt plötzlich ins Koma. Ihre Freundin, die Erzählerin dieser Geschichte lebt in Paris und die beiden verbindet der gemeinsame Anfangsbuchstabe des Vornamens und der gleiche Beruf. Da auf der Intensivstation nur nahe Angehörige erlaubt sind, schreibt sie Briefe an ihre im Koma liegende Freundin.
    In diesen Briefen schreibt sie über gemeinsam erlebtes und ihre gegenwärtigen Sorgen und Ängste auch ihre Angst das ihr Mann fremdgeht. Dieser Teil umfasst fast 2/3 dieses schmalen Buches was teilweise etwas zäh wird.
    Als Molly endlich aufwacht ist nichts mehr so wie vorher. Sie ist pflegebedürftig, sitzt um Rollstuhl und scheint sich aufgegeben zu haben. Auch ihr Charakter ist nicht mehr so wie er war. Sie zieht sich immer mehr zurück. Der französischen Freundin die sie immer wieder besucht gelingt es nicht die Stimmung ihrer Freundin aufzumuntern.
    Es ist ein berührender Roman über eine tiefe Freundschaft über 2 Kontinente und über den Verlust eines geliebten Menschen. Der Schreibstil ist leicht und und dennoch sehr tiefgründig. Das Buch läßt sich schnell lesen jedoch ist das Ende etwas abrupt und irgendwie zu kurz.

    Der dritte Teil der Reihe mit Emilia, genannt 'Em' Capelli und Mai Zhou beginnt sehr spannend. Eines Abends im November, ein kleiner Junge wählt den Notruf und kann recht genaue Angaben machen wie er heißt und wo er wohnt. Seine Mama weint und seine Schwester bewegt sich nicht mehr. Dann kommt jemand die Treppe hinauf und das Gespräch endet. Die wenig später eintreffende Polizei findet die ganze Familie, Vater, Mutter und beide Kinder ermordet vor.
    Dann geht es 8 Monate später im Sommer weiter. Die gesamte Abteilung für Kapitalverbrechen der Polizei Frankfurt ist bei der Beerdigung eines Kollegen der während einer Razzia erschossen wurde. Merkwürdigerweise hatte er kurz vorher die vorgeschriebene Schutzweste ausgezogen. Em und Zhou werden zu ihrem Chef gerufen und zu einer geheimnisvollen Besprechung gebracht. Der Innendienst vermutet einen Maulwurf in den Reihen der Sondereinsatzgruppe. Die beiden sollen gegen ihre eigenen Kollegen ermitteln.
    Auf Drängen einer Nachbarin des für den vierfachen Familienmordes verhafteten Mannes sucht Rechtsanwalt Karel Schubert Zhou auf und versucht die Ermittlungen wieder aufleben zu lassen und einen Freispruch für seinen Mandanten zu erzielen. Em und Zhou übernehmen auch diesen Fall und tragen nach und nach neue Erkenntnisse zusammen.
    Auch in dem Fall des Maulwurfs in den eigenen Reihen geht des dramatisch zu. Em übernimmt die Rolle eines Lockvogels um sich mit einem hochrangigen Verbrecher zu treffen da die eigens dafür angeheuerte Frau plötzlich verschwunden ist.
    Das Ende ist für mich dann etwas übertrieben.


    Währenddessen begibt sich Em alleine auf Suche nach der verschwundenen Holländerin auf ein leerstehendes Armeegelände wo es zum großen Showdown kommt und der Polizeiverräter schließlich entlarvt wird.
    Da die beiden Fälle so gar nichts miteinander zu tun haben und irgendwie nicht richtig abgerundet wirken kam für mich keine wirkliche Spannung auf. Die einzigen die sich in dem Buch etwas näherkommen sind Em und Zhou. Der Schreibstil ist flüssig, die Personen sehr lebendig beschrieben obwohl in diesem Buch viele Personen eingeführt werden gelingt es einem doch den Überblick zu wahren. Ich bin gespannt auf weitere Bücher mit Em und Zhou in Frankfurt am Main.

    Die zehnjährige Ella wartet nach der Schule frierend auf ihren Opa der sie abholen kommt. Doch er verspätet sich und Ella beschließt alleine zu gehen. Unterwegs trifft sie einen Mann dem gerade eine vollgepackte Einkaufstüte aufreißt. Als sie ihm helfen will, greift er sie und zerrt sie in einen Lieferwagen. Dort trifft sie auf ein weiteres verstörtes Mädchen.
    Der dritte Teil um Kriminalpsychologin Alice Quentin erinnert mich etwas an das Schweigen der Lämmer oder die Stille Bestie von Chris Carter. Alice will ein Buch schreiben und nimmt eine Auszeit von der ruhigen Arbeit in einer Klinik in London. In einem Hochsicherheitsgefängnis in Northwood in dem sie für 6 Monate arbeiten will, sitzt der Kindsmörder Louis Kinsella der vor 20 Jahren sein Unwesen trieb. Als in London immer mehr Mädchen verschwinden wird sie gebeten bei den Ermittlungen mitzuhelfen. Sie soll über Kinsella versuchen den Täter zu fassen. Doch Kinsella spielt ein fieses Psychospiel mit Alice. Antworten erhält sie nur wenn sie selber etwas von sich preis gibt. Das bringt Alice in eine schwierige Situation. Vor allem als in dem winzigen Cottage in dem sie sich eingemietet hat eingebrochen wird ist sie mit den Nerven am Ende.
    Das Buch ist kompakt und dicht. Der Spannungsbogen wird die ganze Zeit hoch gehalten und man kann förmlich die Eiseskälte spüren wenn zwischenzeitlich die Geschichte von Ella fortgeführt wird. Bis zum Ende hin die Puzzleteile alle an ihren Platz finden ist das Buch gut durchdacht und hochspannend. Nebenbei erfährt man auch einiges über die forensische Psychologie.

    Seit 11 Jahren hat die 38-jährige Bestseller Autorin Linda Conrads ihr Haus nicht mehr verlassen. Seit dem Mord an ihrer Schwester leidet sie unter extremen Ängsten. Ihr Haus ist ihre Welt, ihre Assistentin besorgt ihr Lebensmittel, ihr Verleger, der sie Extremophile nennt, kommt hin und wieder zu Besuch.
    Ihr Leben besteht aus Büchern und Musik seit ihre Schwester Anna vor 11 Jahren ermordet wurde. Linda hat sie gefunden und den Mörder im Augenwinkel fliehen sehen. Der Mord ist bis heute ungelöst.
    Eines Tages sieht sie im Fernsehen den Journalisten Victor Lenzen in dem sie den Mörder wieder zu erkennen scheint. Die Polizei hat sie damals selbst als Verdächtige gesehen und wird ihr wohl nicht helfen den Mord an ihrer Schwester zu sühnen. Also beschließt sie das zu tun was sie am besten kann, sie schreibt ein Buch, ihren ersten Kriminalroman in dem sie den Mord an Anna thematisiert.
    Obwohl sie seit Jahren kein Interview gegeben hat, lädt sie den Journalisten zu sich nach Hause ein. Vorher hat sie sich akribisch auf dieses Interview vorbereitet. Sie lässt Kameras installieren um ein mögliches Geständnis aufzunehmen, erkundigt sich über DNA Proben und übt sich in psychologischer Gesprächsführung. Das Interview misslingt jedoch und sie ist zutiefst verunsichert, hat sie am Ende doch selbst ihre Schwester umgebracht ?
    Am Ende gelingt es ihr doch das Haus zu verlassen und sie besucht ihre Eltern die ihr berichten das Victor Lenzen bei ihnen war. Am Ende sucht sie ihn zu Hause auf und hört seine Geschichte der Ereignisse von vor 11 Jahren. Rechtzeitig taucht auch noch der damalige Kommissar auf, und der Journalist ergreift Lindas Waffe und richtet sie gegen sich selbst.
    Das Buch hat mir gut gefallen, es ist kein leichter Stoff und anfangs war ich etwas verwirrt, was jetzt in Wirklichkeit passiert und was Lindas Phantasie Träumen entspringt. Durch den Schreibstil in Ich-Form kann man sich gut in die Protagonistin hineinversetzen in ihre Ängste und Sorgen. Obwohl keine Spannung aufkommt ist das Buch ein raffinierter Psycho-Thriller.