Beiträge von Tandres

    Inhalt:
    Elegant und kenntnisreich führt David Gilmour seine Leser durch die Geschichte der Halbinsel. Er reichert seine Darstellung an mit prächtigen Anekdoten, sinnlichen Eindrücken und interessanten Gesprächen. Ein kluges und inspiriertes Buch.
    Gilmour zeigt, dass die Pracht Italiens immer in seinen Regionen mit ihrer je eigenen Kunst, städtischen Kultur, Identität und Küche gelegen hat. Die Regionen brachten die mittelalterlichen Städte und die Renaissance, die Republik Venedig und das Großherzogtum Toskana hervor, die beiden kultiviertesten Staaten der europäischen Geschichte. Dieses fesselnde Buch erklärt die italienische Geschichte so klug und stimmig, dass jeder Italienliebhaber seine Freude daran haben muss. Ein wahres Lesevergnügen, voll ausgewählter Geschichten und Beobachtungen aus persönlicher Erfahrung und bevölkert mit großen Gestalten der Vergangenheit: von Cicero und Vergil bis zu Dante und den Medici, von Cavour und Verdi bis zu den umstrittenen politischen Figuren des 20. Jahrhunderts. Das Buch wirft einen klarsichtigen Blick auf das Risorgimento. Es entzaubert die Mythen, die sich darum ranken. (Quelle: Amazon.de)


    Außergewöhnliches Buch
    Wenn man Sachbücher innerhalb von zwei Wochen durchliest, ist das ein gutes Zeichen. Manche sind trocken geschrieben, aber das Buch von David Gilmour war kurzweilig und so interessant, dass ich es im Urlaub in jeder freien Minute gelesen habe. So ein Buch habe ich schon seit Jahren gesucht, ein Buch, das die komplette Geschichte Italiens abdeckt. Und dieses Buch ist ein wahres Kleinod.


    David Gilmour fängt in der Antike an und arbeitet sich bis in die Neuzeit vor. Er schreibt nicht nur über die Geschichte, sondern auch viel über die Kultur und die Menschen. Faszinierend fand ich die Geschichte der kleinen Staaten im Mittelalter. Der Schwerpunkt liegt aber auf der Zeit nach den napoleonischen Kriegen, als der Wunsch nach einem Nationalstaat bei vielen Einwohnern auf der Halbinsel immer ausgeprägter wird. Allerdings stellt Gilmour immer wieder fest, dass die Einwohner dieses Staates nicht wirklich Italiener sind, sondern dieses Land nie richtig zusammengewachsen ist.


    Man merkt, dass der Autor dieses Land sehr viel bereist hat und sein Herz daran hängt. Er schreibt aber dennoch sehr objektiv, lässt aber auch seinen menschlichen Eindruck einfließen. Er entzaubert die Mythen der Italiener, wie den Risorgimento und die Resistenza, erläutert die Gründe, warum der Süden abgehängt ist und warum der Staat so schwach ist.


    Ich gebe dem Buch 5 Sterne und eine klare Kaufempfehlung. Wer etwas über Italiens Geschichte wissen möchte, sollte dieses Buch lesen.

    Packender Krimi


    Eigentlich lese ich ungerne Bücher über den Zweiten Weltkrieg, weil es mich meistens wütend und traurig macht. Doch bei dem Buch habe ich eine Ausnahme gemacht, da es sich gut anhörte. Und ich wurde nicht enttäuscht.
    Im Sommer 1944 muss der Jude Oppenheimer der SS bei der Aufklärung einer Mordserie helfen. Als ehemaliger Kommissar bringt er das Fachwissen mit und wäre als Jude auch entbehrlich.


    Der Autor beschreibt die Atmosphäre in Berlin sehr gut. Die ständigen Luftangriffe, die Angst des Juden vor der Gestapo, die Angst seiner arischen Frau, das Leben im Judenhaus und der Druck des SS-Mannes Ergebnisse zu liefern zeichnen ein düsteres Bild. Es gibt kaum Lichtblicke im Leben und selbst die Freundschaft zu einer weiteren deutschen Frau Hilde steht unter keinem guten Stern. Die Situation in Berlin zur damaligen Zeit ist sehr gut beschrieben, da hat der Autor gründlich recherchiert. Man taucht regelrecht in das Leben ein.


    Der Protagonist wirkt auf mich sehr sympathisch und wird sehr gut beschrieben. Die anderen Nebenfiguren wirken dagegen blasser. Nur zum Ende hin wird der SS-Mann Vogler facettenreicher. Selbst der Täter und seine Motivation müssen zurückstecken.


    Insgesamt ist das Buch sehr gut geschrieben und da es mich richtig gepackt hatte, habe ich es sehr schnell durchgelesen. Dennoch vergebe ich nur 4 Sterne, da die Nebenfiguren detaillierter hätten ausgearbeitet werden müssen.

    Guter Überblick über die noch kurze Geschichte der AfD


    Die Autorin Melanie Amann begleitet die AfD seit ihrer Gründung und kann daher auf einen großen Fundus von Einblicken zurückgreifen, um diese Partei zu analysieren. Vieles worüber sie schreibt, habe ich schon in verschiedenen Medien gelesen, doch in dem Buch ist alles sehr gutzusammengefasst.


    Das Buch beginnt in der Zeit vor der AfD, als Thilo Sarrazin mit seinem Buch über Migration die Grundlage für den aufkommenden Rechtspopulismus bildete. In den weiteren Kapiteln werden wichtige Persönlichkeiten der AfD vorgestellt, unter anderem die Gründer Heendorf, von Storch und Gauland und natürlich Lucke, Petry, Höcke und Meuthen. Ein wichtiges Kapitel in der Geschichte der Partei ist der Essener Parteitag, über dem im Buch detailliert beschrieben wird. Weitere Kapitel betreffen die Beziehungen von Petry, die momentane Stimmung in Deutschland, die dem Aufstieg der Partei sehr förderlich war, und dem möglichen Umgang mit der AfD. Den Abschluss bildet ein Ausblick über die Zukunft der Partei.


    Vieles war mir schon bekannt, aber es gibt auch viel Neues. Insgesamt ist bietet das Buch einen sehr guten Überblick über die AfD. Wer sich näher mit der Partei auseinandersetzen möchte, sollte dieses Buch lesen. Es ist objektiv geschrieben und die Autorin versucht, so weit es möglich ist, neutral zu schreiben.


    Ich gebe dem Buch 5 Sterne, da ich es uneingeschränkt weiterempfehlen kann.

    Richtig spannendes Buch


    Das Buch habe ich verschlungen und innerhalb von 2 Tagen durchgelesen. Es fängt gemütlich mit der Einführung der Protagonistin Kerra und der Welt von „Unstern“ an. Schon da taucht man leicht in die Stadt Alat ab. Im Laufe der Zeit lernt man weitere Figuren kennen und die Geschichte nimmt einige überraschende Wendungen. Man weiß auch später nicht mehr genau auf welcher Seite wer steht. Am Anfang denkt man, der eine gehört zu den Bösen, ist aber doch ein guter. Bei einem anderen ist es genau umgekehrt. Auch wenn es keine wirklich Guten und Bösen gibt.


    Kerra wirkt sympathisch und ich habe mit ihr mitgefiebert, auf ihren Wegen durch das Nest oder die Henkersgasse. Die Spannung steigt zum Schluss immer mehr an und man wartet die ganze Zeit auf die Befreiung ihres Freundes. Auch der Stadt will man die Geheimnisse entreißen und so ist das sehr gute Buch viel zu früh zu Ende. Es riecht aber nach einer Fortsetzung.


    Katrin Ils hat einen wunderbaren Schreibstil und ich konnte dank der fesselnden Geschichte das Buch kaum aus den Händen legen.


    Ich vergebe 5 Sterne, da mir das Buch sehr gut gefallen hat. Die Autorin bleibt bei mir auf dem Merkzettel und ich warte auf weitere Bücher von ihr.

    Guter Krimimit Schwächen


    Das Buchwurde mir vom Buchhändler meines Vertrauens empfohlen und ich habe es innerhalbweniger Tage durchgelesen. Ich habe schon länger keinen Krimi gelesen, was einVor- oder ein Nachteil sein kann.


    Weder imKlappentext noch in der Frontispizseite war ersichtlich, dass es schon ein Buchmit der Ermittlerin gab. Im Text wurde dann immer wieder Bezug auf dieGeschichte dieses Romanes genommen, was mich häufig störte. Hätte ich gewusst,dass es schon ein Band gibt, hätte ich dieses wohl vorher gelesen. So bliebleider manches unklar. Gerade am Anfang wird man als „Quereinsteiger“ von denInfos erschlagen, die im Vorgängerbuch erläutert worden waren.


    Mit derErmittlerin selbst konnte ich mich auch nicht anfreunden. Sie war keine Person,mit der ich mich identifizieren konnte. Ihre Vorgeschichte wurde zwar deutlicherklärt und auch immer wieder direkten Bezug darauf genommen, dennoch kam siemir nicht super sympathisch rüber. Auch von ihrem Beruf als Kaufhausdetektivinerfuhr man gar nichts. Er wurde zwar ab und zu erwähnt, aber nur nebenbei.Teilweise fand ich es auch unrealistisch, wie die Protagonistin in diePolizeiarbeit eingreifen konnte.


    Auch dieAnzahl der Nebenfiguren war verwirrend. Teilweise hielten sich so viele Figurenin der Wohnung von Carlotta Fiore, der Protagonistin, auf, dass ich nichtwusste, wer jetzt genau wer war. Nach dem Durchlesen des Buches bin ich derMeinung, dass man 1-2 Personen hätte streichen können.


    DerSchreibstil ist dagegen sehr gut. Ich konnte das Buch flüssig lesen, es gabnichts, was meinen Lesefluss behinderte. Ich hätte mir nur gewünscht, dassetwas mehr „Wienerisch“ durchgekommen wäre. Der Dialekt eines Amerikaners wirdversucht darzustellen, die anderen sprechen aber alle hochdeutsch. Da hätte ichlieber etwas mehr „Schmäh“ gehabt.


    DieGeschichte des Buches ist sehr spannend, sehr gut gelungen fand ich dieEinschübe zu den Morden. Das Ende hat mich überrascht, aber es passte zu derGeschichte.


    Ich habe beider Bewertung lange geschwankt, vergebe jetzt nur 3 Sterne. Für 4 Sterne gab eseinfach zu viele Negativpunkte, die gestört haben.

    Sehr umfangreicher Schreibratgeber


    Das Buch von Fritz Gesing war mein dritter Schreibratgeber und der Ausführlichste. Auf 449 Seiten schreibt er alles, was man in der Theorie zum Schreiben benötigt. Es gibt einen kleinen Überblick über die Arten von Literatur. Und natürlich Kapitel unter anderem über Figuren, Plots, Erzähler und Erzählperspektiven, Setting und Sprache. Den Abschluss bilden Kapitel über das Überarbeiten, Bestseller und verschiedene Übungen.


    Das Buch ist sehr gut geschrieben und lässt sich flüssig lesen. Man merkt, dass der Autor einer älteren Generation angehört, als die beiden Autoren, von denen ich Schreibratgeber gelesen habe. Er hat viele Beispiele von Büchern, die heute wohl nicht mehr so viel gelesen werden. Welcher junge Mensch liest Thomas Mann oder Max Frisch? Allerdings sind auch einige „moderne“ Autoren dabei, wie Dan Brown, Stephen King oder Joanne K. Rowling. Man muss die Bücher allerdings nicht gelesen haben, da Fritz Gesing die Beispiele sehr gut erläutert.


    Fritz Gesing gibt in dem Buch keine konkreten Ratschläge, wie man ein Buch schreiben sollte, da jeder Autor unterschiedlich ist. Die einen schreiben 3 Stunden am Tag, die anderen 10. Einige in der Früh, andere am Abend. Die Themen von Büchern sind auch zu verschieden, um konkrete Ratschläge zu geben. Daher verzichtet Fritz Gesing auf solche direkten Tipps.


    Ich habe schon zwei Bücher geschrieben und sitze derzeit über zwei weitere Manuskripte. Während ich den Ratgeber gelesen habe, sind mir immer wieder Dinge eingefallen, die ich bei meinen Büchern verbessern kann. Ob das Buch jemandem hilft, der noch nichts geschrieben hat, bin ich mir nicht sicher. Ich bin der Meinung, mansollte plotten und anfangen zu schreiben und erst dann den Ratgeber lesen. Dadurch wird manches klarer.


    Wer noch kein Vollblutautor ist, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Von mir gibt es daher 5 Sterne, da ich kein Negativpunkt feststellen konnte.

    Viele kurze, knackige Tipps


    Als Einstieg ins Schreiben ist dieser Ratgeber gut geeignet. Auf 248 Seiten gibt es vieleTipps mit Beispielen und Übungen. Sehr angetan war ich von den kurzen Zusammenfassungen hinter vielen Tipps. Soweit ich es beurteilen kann, wird jedes Thema angesprochen. Der Autor schweift nicht um die Themen herum, sondern kommt direkt zum Punkt und schreibt nur das notwendigste. Durch seinen angenehmen Schreibstil ist das Buch sehr gut zu lesen.


    Beim Lesen vom Buch kamen mir dann einige Ideen, die ich für meine beiden aktuellen Bücher nutzen kann. Ich fand das Buch sehr gut strukturiert, die Kapitel waren gut aufeinander abgestimmt. Einige Punkte, die speziell Drehbuchautoren betrafen, habe ich nur übersprungen.


    Eine Sachehabe ich als sehr negativ empfunden. Es gibt keine Infos über den Autor. Im Vorwort schreibt er kurz, warum er diesen Schreibratgeber geschrieben hat. Im Nachwort steht seine E-Mail-Adresse. Mehr Informationen gibt es nicht. Wer ist der Autor? Hat er andere Bücher geschrieben? Was hat er für Erfahrungen? Erfährt man alles nicht und das ist sehr schade.


    Ich vergebe 4 Sterne für das Buch. Es ist sehr gut zu lesen, beinhaltet alle wichtigenThemen, aber beim Negativpunkt wollte ich schon fast zwei Sterne abziehen.

    Viele nützliche Punkte und sehr gut zu lesen


    Wer mit dem Schreiben anfangen möchte oder schon die ersten kleinen Schritte gemacht hat, sollte sich dieses Buch zu Gemüte führen. Es ist sehr gut zu lesen, da der Autor in einer sehr lockeren Art schreibt. Es beinhaltet viele Themen, die man vor dem Schreiben unbedingt beachten sollte, wie die Charaktere, Wendepunkte, Fallhöhe und Strukturen. Die meisten Themen sind auch mit kurzen, leicht verständlichen Beispielen erklärt.


    Das Buch motiviert zum Schreiben und regt extrem zum Nachdenken an. Schon beim Lesen sind mir viele Punkte für mein aktuelles Manuskript und für das Kommende eingefallen, die ich mir sofort notiert habe. Daher hat mir das Buch schon beim ersten Lesen geholfen und ich habe nur wenige Stunden gebraucht, bis ich es durchgelesen hatte. Die Art des Autors hat es mir auch leicht gemacht.


    Allerdings gibt es auch einige negative Dinge, die mir aufgefallen sind. Der Autor schreibt viel von Verlagen und auch wenn das Buch von 2012 ist, gab es schon damals Autoren, die sich bewusst für Self-Publishing entschieden haben. Dieses Thema kommt in diesem Buch aber nicht vor. Die Themen sind insgesamt kurzgehalten, zu einigen hätte man sicherlich noch mehr schreiben können. Die Aufmachung vom Buch selbst ist nicht professionell. Beim Lesen ist mir ein Unterschied der Seiten (Schriftart und ähnliches) zu anderen Büchern aufgefallen, der mich zwischendurch immer wieder irritiert hat.


    Von mir bekommt das Buch 4 Sterne, da ich es für den Einstieg sehr empfehlen kann. Allerdings gibt es sicherlich auch ausführlichere Schreibratgeber.

    Sehr gutes Buch, außer wenn es um die USA geht


    Das neue Buch von Henry Kissinger ist klar strukturiert. Es beginnt im Europa des 17.Jahrhunderts, beim Westfälischen Frieden, der den 30jährigen Krieg beendet und eine neue Ordnung in Europa begründete. Dieses Europa wird bis zur Gegenwart beleuchtet. Auch die Islamische Weltordnung, die im 7. Jahrhundert beginnt undnatürlich immer noch aktuell ist, erhält ein eigenes Kapitel, genauso wie derKonflikt zwischen den USA und dem Iran. Die asiatischen Ordnungen mit ihren großen Staaten Japan, China und Indien werden erläutert und man erhält einen schnellen Überblick, warum die Staatsoberhäupter so gehandelt haben und handeln. Diese Kapitel nehmen circa 2/3 des Buches ein, das letzte Drittel beschreibt dann die Weltordnung der Vereinigten Staaten von Amerika. Und ab hier lässt die Qualität nach.


    Über die anderen Staaten schreibt Henry Kissinger halbwegs objektiv, auch wenn es einige kleinere Bewertungen gibt. Dennoch sind diese Kapitel sehr gut geschrieben, leicht zu lesen und interessant. Wenn der Autor allerdings über die USA schreibt, muss man häufiger den Kopf schütteln und ihn fragen, ob er das ernst meint. Für ihn sind die USA das Nonplusultra der Weltgeschichte und God‘s Own Country. Dies merkt man leider im letzten Drittel ständig und er lässt leider jede Objektivität vermissen.


    Ein Zitat zu George W. Bush möchte ich erwähnen:


    „Aber bevor ich meine Bedenken vortrage, möchte ich hier meinen unveränderten Respekt und meine persönliche Wertschätzung für Präsident George W. Bush zum Ausdruck bringen, der Amerika mit Mut, Würde und Überzeugung durch eine unruhige Zeit führte.“


    Da gibt es wahrscheinlich Millionen Menschen, die anders über diesen Präsidenten urteilen. Aber an diesem Zitat erkennt man sehr gut, dass Henry Kissinger noch immer nicht seine Politik und sein Leben ernsthaft reflektiert hat.


    Das Buch bekommt von mir 4 Sterne, da es angenehm zu lesen ist. Die ersten zwei Drittel sind sehr interessant und beim letzten Drittel sollte man im Hinterkopf behalten, was Henry Kissinger für ein Politiker war und ist.

    Wer die USA und ihr spezifisches Sendungsbewusstsein verstehen will, muss zu ihrem Ursprungsmythos zurückgehen: zur Amerikanischen Revolution. Auf dem neuesten Stand der Forschung erzählt Michael Hochgeschwender, wie sich die nordamerikanischen Kolonien vom britischen Mutterland lösten und zeichnet dabei ein Bild der Revolution, das die gängigen Vorstellungen von Gut und Böse hinterfragt. Geschichte wird meist aus der Perspektive der Sieger geschrieben. Wer etwa Mel Gibson in dem Monumentalepos "Der Patriot“ britische Soldaten hinschlachten sieht, für den ist klar, dass freiheitsliebende Helden despotischen Besatzern gegenüberstanden. Doch tatsächlich war die Geschichte komplizierter. Nicht wenige der späteren Amerikaner hielten zu den Briten. Auch ging es den Aufständischen nicht nur um universalistische Ideale, sondern auch um ganz handfeste wirtschaftliche Interessen, wie etwa den Schmuggel oder den Raub von Indianerland. Schon bei ihrer Geburt hat die amerikanische Nation der Welt ein Janusgesicht gezeigt, das ihre Politik bis heute prägt. (Quelle:amazon.de)


    Außergewöhnliches Buch über die amerikanische Revolution


    4. Juni 1776. Dieses Datum sagt wohl jedem etwas. Washington und Jefferson sind auch noch bekannt und seit dem Film „Der Patriot“ mit Mel Gibson weiß man, dass die Briten die Bösen waren und die Amerikaner die Guten. Doch dann hört es auch schon auf. Das Buch von Michael Hochgeschwender ist hervorragend geeignet jede Wissenslücke über die amerikanische Revolution zu schließen.


    Sehr erfreulich ist, dass das Buch schon im Jahr 1754 beginnt und die Situation der Kolonien seitdem aufzeigt. Im ersten Kapitel werden auch der sieben-, beziehungsweise neun-, jährige Krieg beschrieben, die Expansionsgelüste der Siedler und die politische Umgebung der Whigs und Tories sowohl in Großbritannien als auch in den Kolonien.


    Im zweiten Kapitel wird Boston, ein Unruheherd seit 1700, näher beleuchtet, ebenso wie der Stamp Act und dessen Aufhebung. Das gesamte Kapitel beschreibt die Geldsorgen vom Mutterland und den Zwiespalt der Amerikaner zwischen der Loyalität zum Königshaus und dem Gefühl britisch zu sein und dem Willen nach Gleichberechtigung. Stichwort: No Taxation without Representation.


    Das dritte Kapitel behandelt den Unabhängigkeitskrieg selbst, von der Unabhängigkeitserklärung, über einen Überblick über die Armeen der Siedler, Tories und der Briten und natürlich dem Kriegsverlauf bis zum Frieden von Paris 1783.


    Im vierten Kapitel schreibt der Autor über die Nebenschauplätze des Krieges. Dies beinhaltet einen Überblick über die Situation der Frauen, Indianer und Schwarze, aber auch über den Tross der Armeen, Verwundungen und Krankheiten und einen Überblick über die Situation der Tories, der Kriegsverlierer, nach dem Krieg.


    Das letzte Kapitel handelt von den Nachwirkungen der Revolution, wie die Ausbreitung des Alkoholismus, der zweiten evangelikalen Erweckungsbewegung und der Schuldendauerkrise. Zusätzlich wird der Verfassungskonvent 1787 in Philadelphia beschrieben, die beiden Parteien „Federalist“ und „Anti-Federalist“, der Kauf Louisianas 1803 und der Krieg gegen Großbritannien 1812.


    Das Buch ist sehr gut geschrieben. Der Autor hat einen angenehmen Schreibstil, der sich flüssig lesen lässt. Das Buch ist leicht zu verstehen, umständlich ist, dass fast durchgängig die englischen Begriffe wie „Wild Geese“, „philosophe“, „frontier“ oder „commonlaw“ genutzt werden, wobei dies wohl eher der Übersetzung geschuldet ist. Es ist nur wenig Vorwissen nötig, Michael Hochgeschwender schreibt detailliert über jedes Thema, das interessant für dieses Buch ist.


    Von mir bekommt das Buch 5 Sterne, da es sehr detailliert die amerikanische Revolution mit jedem Aspekt beschreibt. Für jemanden, der sich über die Geburt der Vereinigten Staaten von Amerika informieren möchte, ein absolutes Muss.

    Was soll dieses Buch?


    Das ist mal wieder ein Buch, das ich abgebrochen habe. Als ich es angefangen habe zu lesen, habe ich gehofft, zumindest ein wenig wissenswertes über das Schreiben eines Romans zu bekommen, wurde aber dabei arg enttäuscht. Das „Anti-Ratgeber“ auf dem Cover hätte mich gleich abschrecken sollen, denn genau so ein Buch ist es.


    Das Buch ist in viele einzelne Kapitel aufgeteilt, die meisten 1-2 Seiten lang und leider nichtaufeinander aufgebaut sind. In diesen Kapiteln geht es zum Beispiel um Ironie (S.67), Fremdwörter (auch S. 67) oder den ersten Satz (S. 95). Am Anfang steht ein Zitat, dann ein kurzer Text, ein Merksatz, manchmal dann noch ein kurzer Text und wieder ein Merksatz.


    Der Autor hat versucht einen Ratgeber einfach umzudrehen und das ganze auch noch humoristisch zu verpacken. Ich persönlich finde, dabei ist er komplett gescheitert. Am Anfang, also die ersten maximal 10 Seiten, konnte ich noch darüber schmunzeln, danach fand ich es nur noch anstrengend und später lächerlich. Ich habe dennoch probiert, das Buch durchzulesen, um vielleicht etwas Interessantes zu entdecken, musste aber nach 105 Seiten abbrechen.


    Für wen wäre das Buch etwas? Für Anfänger, die ihren ersten Roman schreiben wollen, sicherlich nicht. Dieser Anti-Ratgeber wird nicht weiterhelfen. Für Autoren, die schon länger schreiben, eigentlich nur, wenn sie einen ähnlichen Humor wie Waldscheidt haben. Für Leser, die etwas humoristisches Lesen wollen, wohl auch nicht, denn als Nicht-Autor versteht man wahrscheinlich nicht alles. Daher frage ich mich, für wen dieses Buch gedacht war und kann die Frage nicht beantworten.


    Auch das Cover finde ich misslungen. Schon 2006 sollte klar gewesen sein, dass Rauchen nicht cool ist und als Coverbild ohne Bezug zum Thema finde ich es daher komplett ungeeignet.


    Das Buch bekommt von mir daher nur 1 Stern und ich kann es nicht weiterempfehlen.

    Ein einseitiges Buch über die Meinung der Autorin


    Ich habe mir zuerst „Putins kalter Krieg“ von Markus Wehner gekauft, einen Tag später aber auch dieses Buch, um beide Seiten näher kennenzulernen. Allerdings muss ich zugeben, dass ich nicht ganz ohne Vorurteile an dieses Buch herangegangen bin, da mir bewusst war, dass Gabriele Krone-Schmalz eher Putin zugewandt ist. Dennoch wollte ich mehr über ihre Ansichten lesen.


    Das Buch habe ich innerhalb von drei Tagen durchgelesen, es ist gut geschrieben und daher leicht zu lesen. Was mir aber nach wenigen Seiten schon aufgefallen ist, ist das die Autorin sehr häufig die Wörter „ich“ und „mir“ gebraucht. Ich habe schon viele Sachbücher gelesen, aber nur ganz wenige, die so „ich-bezogen“ geschrieben waren. Es macht auf mich den Eindruck, als suche die Autorin damit eine Bestätigung, dass sie wirklich eine Russland-Expertin sei und daher Ahnung hat, von dem, was sie schreibt. Ich empfand dies aber eher als störend.


    Fachlich habe ich einige neue Dinge erfahren, die ich vorher nicht wusste, wie zum Beispiel zu den Krisen 1991 und 1993 in Russland und warum Putin 1991 den Dienst quittiert hatte. Allerdings lässt die Autorin einige Dinge auch weg und lässt mich als Leser mit Fragen zurück. Als Beispiel nenne ich mal die Abstimmung auf der Krim. Gabriele Krone-Schmalz schreibt dazu, dass russische Soldaten dafür sorgten, dass ukrainische Soldaten das Referendum nicht verhindern konnten, da sich nicht aus ihren Kasernen konnten. Meine Fragen: Darf ein Staat dies bei einem anderen souveränen Staat machen? Dürfte Österreich also in Südtirol einmarschieren und somit eine Volksbefragung durchführen? Ist die Abstimmung noch frei, wenn Soldaten aus einem anderen Land mit Waffen vor den Wahlkabinen stehen?


    Störend ist auch, dass die Autorin häufig „Separatisten und Armee“ zitiert und immer wieder fragt, warum „ukrainische“ vor „Armee“ weggelassen wird. Warum sollte man es auch jedes mal schreiben? Es sollte doch eigentlich klar sein, da es bei diesen Kämpfen nur die ukrainische Armee gibt beziehungsweise gab. Oder gab es noch eine andere Armee, von der die Autorin weiß? Etwa die russische? War die russische Armee an Kämpfen in der Ostukraine beteiligt oder warum sollte man immer wieder „ukrainisch“ schreiben?


    Das Buch ist sehr einseitig geschrieben, es gibt kaum negatives über Russland oder Putin. Die Fakten stimmen zwar, so weit ich es nachprüfen konnte, aber andere Dinge werden weggelassen, wenn sich diese negativ auf Russland auswirken würden. Der Ausblick liest sich für mich wie eine Selbstbeweihräucherung der Autorin und es zieht sich wie ein roter Faden durchs Buch, dass sie eigentlich immer nur sich selbst zitiert.


    Von mir bekommt das Buch daher nur 2 Sterne.

    Sehr interessantes Buch


    Es gibt Themen, bei denen sich Meinungen von Journalisten, Blogger und politisch Interessierten extrem gegenüberstehen und sich stark verfestigt haben. Und diese Meinung vertritt man auch lautstark und lässt Argumente der Gegenseite kaum oder gar nicht zu. Russland ist so ein Beispiel. Entweder man steht Russland positiv gegenüber oder negativ. Der Untertitel von diesem Buch gibt natürlich schon die Richtung vor: Wie Russland den Westen vor sichhertreibt.


    Das Buch beginnt mit einer Beschreibung von Putins Umfeld, der „Auslandsrussen“ und den farbigen Revolutionen in ehemaligen Sowjetrepubliken wie zum Beispiel 2004 die „Orangene“ Revolution in der Ukraine. Der zweite große Abschnitt geht über mehrere Kapitel. Schwerpunkt ist der Krieg in der Ukraine und dem Eingreifen Russlands. An diesem Beispiel werden weitere Themen aufgezeigt, wie die neue Militärmacht, der Informationskrieg, die Spionagetätigkeiten, die politischen Freunde in europäischen Ländern, wie Front National oder Die Linke, und den sogenannten „Russland-Verstehern“, die laut Autor teilweise aus Naivität so handeln. Es folgen Kapitel über den Krieg in Syriens und die Fehleinschätzungen von Putin. Den Abschluss bilden 10 Thesen des Autors, wie der Westen mit Russland umgehen sollte.


    Das Buch ist sehr gut geschrieben und lässt sich flüssig lesen. Es zeigt die Fakten auf, erklärt Zusammenhänge und die Ursachen von Russlands Politik, verteufelt dabei aber nicht Russland. Es werden keine Verschwörungstheorien ausgebreitet, sondern Informationen genannt, die größtenteils anerkannt sind. Beim Abschuss von MH-17 über der Ukraine verweist er nur kurz auf die Info vom Rebellen Strelkow, dass ein Flugzeug abgeschossen worden war. Auf Theorien, dass Russland dahintersteckt, verzichtet der Autor. Das Buch kommt ohne jede Polemik aus, was bei Büchern über Russland nicht selbstverständlich ist.


    Von mir bekommt es 5 Sterne und eine klare Kaufempfehlung.

    Kurzweiliger Überblick derGeschichte des Homo Sapiens


    Im Gegensatz zu manch anderenBüchern, die einen Überblick über die Geschichte der Menschheit bieten, fängtdas Buch von Yuval Noah Harari schon vor den Homo Sapies an. Der ersteSchwerpunkt liegt bei der kognitiven Revolution, die sich vor etwa 70.000Jahren ereignete. Um diese Revolution geht es im ersten Teil des Buches, um dieEntdeckung der Sprache, die auch die fiktive Sprache beinhaltet.


    Der zweite Teil handelt von derlandwirtschaftlichen Revolution, die vor etwa 10.000 Jahren begann. Es wirderklärt, warum der Homo Sapies seßhaft wurde, Tiere domestizierte, Siedlungenvergrößerte, Schrift und Zahlen erfand und warum Männer einen höherenStellenwert als Frauen in den Gesellschaften hatten.


    Im dritten Teil wird dieEntwicklung der Kulturen beschrieben, die Entwicklung der drei universellenOrdnungen, der wirtschaftlichen, der politischen und der religiösen Ordnung,Detailliert geht es um den Geruch des Geldes, dem Traum vom Weltreich und dasGesetz der Religion.


    Der vierte Teil des Buches handeltvon der wissenschaftlichen Revolution, die um das Jahr 1500 begann. EinSchwerpunkt ist die Entdeckung der Wissenschaften und die daraus folgendeExpansion Europas. Des Weiteren geht es um die verschiedenen Religionen, zudenen der Autor auch den Kapitalismus und den Kommunismus zählt, und um unsereErnährung, die Massentierhaltung und die neuen Gemeinschaften als Ersatz fürdie Familie und die Dorfgemeinschaft. Den Abschluss bildet ein Ausblick überdie Zukunft des Homo Sapiens.


    Mein Fazit: Ich bin bei dem Buchetwas zwiegespalten. Es ist gut geschrieben und lässt sich gut lesen. DerTonfall ist sehr locker, am Anfang musste ich an einigen Stellen sogar schmunzeln.Später stört dieser lockere Ton etwas. Das Buch ist interessant und bieteteinen schnellen Überblick über die Geschichte des Homo Sapiens. Allerdings gibtes auch einen größeren Kritikpunkt. Der Autor Yuval Noah Harari fragt immerwieder, ob die Jäger und Sammler vor der landwirtschaftlichen Revolution nichtglücklicher waren, als alle anderen Menschen seitdem. Er meint, dass der Menscheigentlich als Jäger und Sammler geboren wurde und die Sesshaftigkeit eigentlichnicht unserem Typ entspricht und wir nicht mehr so glücklich sind, wie dieMenschen damals. Nun, beurteilen kann man dies nicht wirklich, aber ich bin mirnicht sicher, dass die Menschen damals glücklicher waren als wir heute. Ichkann mir nicht vorstellen, dass das Leben damals aus Friede, Freude, Eierkuchenbestand. War es so einfach zu jagen? Und was haben sie sonst gemacht?Umhergewandert? Oder den Himmel angeschaut? War es angenehm bei Regen und Kälteohne festem Dach über den Kopf? Warumsieht der Autor das heutige Leben so negativ? Diese immer wiederkehrende Frageempfand ich als sehr negativ und sie zerstört meiner Meinung nach viel von demBuch. Das ist der größte Kritikpunkt. Kleinigkeiten gab es auch noch, die mirüberwiegend beim Lesen aufgefallen sind.


    Daher gibt es von mir nur 3 Sterne.Das Buch ist sehr interessant, aber diese immer wiederkehrende Frage zieht dieBewertung herunter.

    Wie finden Eltern die richtige Schule für ihr Kind? Oder Jobsuchende den richtigen Arbeitgeber – und umgekehrt? Wie finden Nierenkranke den richtigen Organspender? Und Singles den richtigen Partner? Nobelpreisträger Alvin Roth, einer der weltweit führenden Wirtschaftswissenschaftler, zeigt, was geschieht, wenn wir etwas wollen, das für Geld allein nicht zu kriegen ist – und wie wir unsere Ziele erreichen können.
    Alvin E. Roth, Spieltheoretiker, Miterfinder des »Market Designs« und Nobelpreisträger für Wirtschaft 2012, widmet sich in seinem Buch einem Thema,das uns täglich begegnet, ohne dass wir uns dessen bewusst sind: den Märkten,die sich kaum oder gar nicht über Preise regeln lassen – sondern über den Abgleich von Interessen, das optimale Verkuppeln von Wünschen zur Zufriedenheit aller. An vielen konkreten Beispielen aus Beruf und Alltag, von der Berufswahl bis zur Parkplatzsuche, vom Hauskauf über die Online-Partnervermittlung bis zur Organspende zeigt er, wie die verschiedenen Märkte funktionieren, die unser Leben bestimmen (ob wir wollen oder nicht) – und wie wir lernen können, sie zu unseren Gunsten zu nutzen. (Quelle: amazon.de)


    Gutes wirtschaftstheoretisches Buch über Märkte


    Als ich das Buch gekauft und angefangen habe zu lesen, hatte ich eine falsche Vorstellung vom Buch. Vom Untertitel „Bildung, Jobs und Partnerwahl: Wie Märkte funktionieren“ habe ich nur den ersten Teil bewusst aufgenommen und bin daher falsch an das Buch herangegangen und war daher am Anfang enttäuscht. Erst im Laufe des zweitens Kapitels wurde mir das Thema des Buches wirklich klar und ich habe mich darauf eingestellt.


    In dem Buch „Wer kriegt was und warum?“ geht es um Märkte, die nicht auf Geld basieren. Am Anfang werden kurz Märkte erläutert, die auf verschiedene Dinge basieren, zum Beispiel sind dies beim Smartphonemarkt die Apps oder beim Kreditkartenmarkt die Anzahl der Händler, bei denen man zahlen kann. Am Ende des ersten Kapitels erklärt der Autor den Markt für Nierentausch und geht detailliert auf verschiedene Lösungen durch Marktdesign ein.


    Im zweiten Kapitel werden verschiedene Arten von Marktversagen beschrieben und näher erläutert. Zum einen das Problem, wenn sich Teilnehmer des Marktes zu frühzeitig Angebote unterbreiten, wie zum Beispiel bei den Juristen, die Nachwuchs suchen oder bei Oberärzten, die neue Fachärzte suchen. Des weiteren die Probleme, wenn der Markt zu schnell wird, zum Beispiel beim Finanzmarkt, oder zu langsam wie beim Highschool-Zulassungssystem in New York. Zum anderen das Problem, wenn Märkte nicht Sicher oder Zuverlässig sind, wie zum Beispiel bei Internetmärkten.


    Im dritten Kapitel geht es dann um die Lösungen, um die Marktdesign-Probleme zu beheben. Das erste Beispiel ist das Problem bei der Anstellung von amerikanischen Ärzten nach Abschluss ihres Medizinstudiums. Dieser Markt funktionierte aufgrund des Konkurrenzkampfes nicht, da die Angebote zu früh oder explodierend abgegeben wurden und daher das Matching selten passte. Die Lösung dazu wird vom Autor detailliert beschrieben. Das zweite Beispiel ist das Schulwahlsystem in New York. Auch hier funktionierte der Markt nicht und auch hier beschreibt der Autor detailliert die Lösung. Das Schulwahlsystem in Boston wird als drittes Beispiel nur kurz aufgeführt.
    Zum Abschluss des dritten Kapitels geht es um Signale, also um Kommunikation, um die Chancen bei den Märkten zu erhöhen, sei es bei Bildung, Partnersuche oder Auktionen.


    Das vierte Kapitel handelt von verbotenen und freien Märkten. Es werden Beispiele bei Märkten mit abstoßenden Transaktionen aufgeführt, bei denen Marktdesign helfen könnte, diese legal zu nutzen. Eine kurze Zusammenfassung vom Buch bildet dann den Abschluss.
    Ich habe einige Zeit gebraucht, bis ich mit dem Buch warm geworden bin, aber dann wurde es interessant. Wer einen Ratgeber erwartet oder erwartet zu erfahren, warum eine bestimmte Person eine bestimmte Stelle oder einen bestimmten Partner erhält, ist bei diesem Buch falsch. In diesem Buch geht es um Märkte, die ohne Geld funktionieren, also um Wirtschaftstheorie. Ein Nachteil vom Buch ist, dass es natürlich um Märkte in den USA handelt und so für mich etwas das Hintergrundwissen fehlt.


    Von mir bekommt das Buch 4 Sterne.

    Das Lied von Eis und Feuer 10


    englischer Originaltitel: A Dance with Dragons


    Daenerys Targaryen, die Königin der Drachen, muss sich entscheiden, welchen ihrer adligen Freier sie heiraten wird. Wer wird der mächtigste Verbündete für die Eroberung von Westeros sein? Es ist eine rein politische Entscheidung, denn Daenerys' wahre Liebe gilt einem einfachen, aber machtlosen Söldner. Leider haben in diesem Fall die Wünsche einer Königin keine Bedeutung.
    Über das Schicksal von Westeros entscheiden jedoch nicht die Intrigen der Adligen. Denn die Anderen jenseits der Mauer bereiten den entscheidenen Schlag vor. Jon Schnee und die Nachtwache könnten sie aufhalten. Aber kann der junge Kommandant noch auf die Loyalität seiner Männer vertrauen? (Quelle: amazon.de)


    Die Luft ist raus


    Nach dem furiosen Band 6 kam es irgendwie zu einem Bruch. Die nächsten zwei Bände führten weitere Charaktere ein und obwohl Band 9 und 10 wieder die ursprünglichen Hauptfiguren beinhalten, mag der Funke bei mir nicht mehr überspringen. Es passiert kaum etwas, von dem man denken könnte, dass es die Geschichte groß beeinflussen wird. Sie dümpelt vor sich und ich hatte das Gefühl, dass sie sich wiederholt.


    Einige interessante Stellen gibt es und das Buch ist zweifellos gut geschrieben, aber momentan wirkt es auf mich, als wollte der Autor die Geschichte viel ausschweifender erzählen als es eigentlich nötig wäre. Allerdings treibt er die Handlung dabei kaum voran. Was ist mit den Anderen, die seit Ewigkeiten erwähnt werden? Was ist mit Daenerys? Wann geht ihre Geschichte wirklich weiter? Band 10 konnte mich kaum fesseln und auch zum Schluss bei Jon Schnee wollte sich bei mir keine Spannung mehr einstellen und ich habe die Geschehnisse etwas teilnahmslos aufgenommen.


    Die ersten sechs Bände waren sehr gut, aber dann hat es der Autor leider verpasst so weiterzuschreiben. Auch dieser Band bekommt nur 4 Sterne von mir.

    Die Geschichte zieht sich


    Nach den zwei Bänden 7 und 8 sindnun wieder die bekannten Charaktere aus den ersten sechs Bänden mit dabei undsofort wird die Geschichte wieder etwas interessanter. Allerdings liegt dieBetonung auf „etwas“, denn mittlerweile zieht sich die Geschichte ganz schön.


    Wieder werden einige neueCharaktere eingeführt, bei denen man sich fragt, ob sie wirklich eine wichtigeRolle spielen werden. Auch fehlt mir in diesem Band die Action. Vielleicht wirdauch wieder alles für die zweite Hälfte des fünften Bandes des englischenOriginals, also Band 10 im Deutschen, vorbereitet. Aber im Gegensatz zu Band1-6 baut sich bei mir keine Spannung auf.


    Etwas besser als Band 5 und 6 istdieser Band, daher bekommt er von mir 4 Sterne.

    Es bleibt die Hoffnung auch wieder bessere Bände


    Im englischen Orignal gehört dieser achte Band zum siebten Band dazu und daher beinhaltet er auch die gleichen Charaktere. Das bedeutet, dass die bekannten Protagonisten fehlen und die Neueingeführten dominieren.


    Spannend ist das Geschehen um Cersei, der Rest ist für mich nur Geplänkel. Ob es für die spätere Geschichte von Bedeutung ist, kann ich noch nicht beurteilen. Einen Minuspunkt gibt es für die Geschichte von Brienne. Warum wurde sie in Band sieben und acht so hervorgehoben? Und warum wird die Reise von Samwell so breitgetreten? Das gleiche lässt sich auch von Arya\Katz sagen. Wirklich spannend finde ich es nicht.


    Nach dem Durchlesen dieser beiden Bände bin ich der Meinung, man hätte das meiste auch weglassen können oder über 100-200 Seiten an einen anderen Band anhängen können. Für mich sind Band sieben und acht definiv bis jetzt die schlechtesten Bände. Ob man sie allerdings auslassen kann, wage ich zu bezweifeln.


    „Die dunkle Königin“ bekommt von mir auch nur 3 Sterne.

    Deutlicher Spannungsabfall


    Nach dem furiosen sechsten Band war zu erwarten, dass die Spannungskurve nach unten gehen würde. Dennoch ist der siebte Band eine kleine Enttäuschung. Viele Protagonisten aus den vorherigen Bänden tauchen nicht auf. Kein Jon Schnee, Tyrion, Bran Stark, Dawos Seeschwert oder Daenerys mehr. Stattdessen wird der Fokus auf Brienne, Cersei und viele neue Charaktere gelegt. Als wenn es nicht schon genug Figuren gäbe, tauchen in diesem Band wieder viele neue auf. Das macht das ganze etwas unübersichtlich.
    Da ich nicht weiß, was in den nachfolgenden Bänden passiert, muss ich annehmen, dass die neuen Figuren stärker in der Geschichte mitspielen werden. Momentan ist es enttäuschend und auch wenn George R.R. Martin zum Schluss schreibt, dass die liebgewonnenen Charaktere später wieder auftauchen werden, fehlen sich doch.
    Momentan frage ich mich, warum über interessante Geschehnisse wie die Rote Hochzeit größtenteils indirekt geschrieben wird, wären in diesem Band Dinge geschehen, die man auch indirekt hätte beschreiben können.


    Das Buch bekommt von mir nur 3 Sterne. Es bleibt die Hoffnung, dass sich später alles noch zusammenfügen wird.

    Der bisher spannendste Band der Reihe


    Die Protagonisten in den Kapiteln sind die gleichen wie in Band 5, da diese beiden Bände im englischen Original in einem Band zusammengefasst sind. Samwell Tarlys Rolle wurde aber weiter ausgebaut. Die Charaktere wurden noch interessanter, gerade bei Tyrion und Jaime weiß man nicht mehr, was man von ihnen denken soll.


    An Spannung und Action ist das bisher der Beste Band. Die Hochzeiten der beiden Könige, Jon Schnees Abenteuer im hohen Norden und Daenerys, deren Weg von Verrat begleitet scheint und Stannis Eingreifen gewähren kaum eine Atempause. Man mag das Buch nicht aus der Hand legen. Die Geschichte hält einige überraschende Wendungen bereit und im Gegensatz zu Band fünf ist das Buch von den Personen her etwas übersichtlicher geworden.


    Der einzige Negativpunkt aus meiner Sicht ist, dass manche Ereignisse, wie zum Beispiel die Rote Hochzeit, teilweise indirekt einige Kapitel später erzählt werden. Dies wirkt manchmal etwas befremdlich. Das kam auch schon in den vorherigen Bänden vor, aber gerade die Rote Hochzeit hätte man auch anders erzählen können.


    Dennoch bekommt auch dieser Band 5 Punkte von mir und ich halte ihn bis jetzt für den spannendsten Band der Reihe.