Die Ergebnisse der Leserlieblinge-Wahl im BücherTreff

Beiträge von nirak

    Spannende Einblicke in die Kunst des Buchdrucks


    Magdalena Morhart ist die Frau des Buchdruckers zu Württemberg. Sie leben und arbeiten im Tübingen des Jahres 1554. Leider wird Magdalena früh Witwe. Nun steht sie allein da mit einer Druckerei und einem Stiefsohn, der nicht davon angetan ist, dass nun eine Frau die Druckerei leiten soll. Getrieben von der Angst um ihre Zukunft macht die junge Witwe Fehler und bringt nicht nur den Stiefsohn gegen sich auf, sondern auch die Bürger der Stadt. Sie hat keinen leichten Stand und kämpft um das Überleben ihrer Familie und ihr eigenes.


    Mit dem Roman „Die Herrin der Lettern“ über die Buchdruckerin Magdalena Morhart legt die Autorin Sophia Langner ihr Debüt vor. Sie hat es verstanden, von dieser Frau und ihrer Familie zu erzählen. Das Leben in einer Druckerei wird ausführlich geschildert, aber auch das Leben in Tübingen im 16. Jahrhundert hat sie wunderbar wiedergegeben. Die Zusammenhänge von Buchdruck und Handel wurden schlüssig erläutert.


    Mir hat die Art und Weise, wie Sophia Langner ihre Geschichte erzählt gut gefallen. Sie hat ihren Protagonisten Leben eingehaucht und sie so agieren lassen, wie es ihrer Zeit wohl entsprochen hat.

    Das Leben in der Mitte des 16. Jahrhunderts war nicht gerade einfach und sich zu behaupten auch so schon schwierig genug. Die Autorin hat es gut verstanden, die geschichtlichen Ereignisse dieser Zeit in ihre fiktive Handlung einzubinden. Nicht nur die Tatsache, dass eine Frau eine Druckerei führen will, ist schwierig, die Umstände der Zeit sorgen dafür, dass Magdalena noch so manch andere Hürde zu meistern hatte. Allem voran die Pest, die auch in dieser Zeit kurz aufflackerte und Tübingen überrollte.


    Zwischendurch hatte ich zwar schon das Gefühl, dass die Autorin ihren Faden verloren hatte, und die Geschichte drohte abzuflachen, aber nur ganz kurz. Schnell nahm die Handlung wieder fahrt auf und wurde schlüssig beendet.


    Überrascht war ich von dem Nachwort, in dem die Autorin Wahrheit und Fiktion voneinander trennte. Wirklich sehr interessant. Leser sollten aber beachten, dass Nachwort erst am Ende zu lesen, da es kleine Spoiler enthält und einiges verraten würde.


    Fazit:


    „Die Herrin der Letter“ ist ein spannender, farbenprächtiger historischer Roman über die Kunst des Buchdruckens. Es erzählt von dem Leben und arbeiten dieser Berufsgruppe, von persönlichen Schicksalsschlägen und auch ein wenig von der Liebe. Ich habe mich wunderbar unterhalten gefühlt.


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    Neue großartige Familiensaga


    Jann Wilken hat nur einen Wunsch, er will Schiffe bauen. Schiffe die größer und schneller sind als alles, was sie je gebaut haben. Er verbringt seine Zeit auf der Baustelle in Warfstede. Sein Vater aber legt ihm Steine in den Weg, denn Jann ist nur der Bastard von Wilke Tammen Osinga. Dieser regiert sein Kirchspiel mit harter Hand und schreckt auch nicht davor zurück, die eigene Familie zu erniedrigen. Zudem treibt der Jähzorn den Mann in eine blutige Fehde gegen Enne Rycken, der schon seit jeher als Feind betrachtet wird. Als Jann gerade seine wahren Gefühle für Jorien, die Tochter des Schiffsbauers entdeckt, geschieht eine Katastrophe und nichts ist mehr, wie es einmal war.


    „Im Zeichen des Löwen“ ist der Start einer neuen Reihe des Autors Daniel Wolf. Erzählt wird die Geschichte der Friesen im 14. Jahrhundert. Im Mittelpunkt steht die fiktive Familie Osinga aus Warfstede. Ihr Leben und wirken wird glaubhaft geschildert. Das Leben geht seinen Weg oft auf ungewöhnlichen Weise, gerade Jann bekommt dies deutlich zu spüren. Der junge Mann wird auf eine harte Probe gestellt.


    Eine Vielzahl von Protagonisten prägen das Bild und lassen ein längst vergangenes Friesland auferstehen. Ich habe sehr gern von Jann und seiner Familie gelesen. Nicht nur die grausame Fehde ist Bestandteil dieser Geschichte, auch die Entstehung der Hanse und ihre Zusammenhänge werden erläutert. Der Schiffsbau dieser Zeit nimmt einen großen Teil dieser Handlung ein und der Handel wird auch nicht außer Acht gelassen. Der Autor hat seine fiktiven Charaktere wunderbar mit den historischen Fakten verwoben und eine vergangene Epoche lebendig werden lassen. Friesland erscheint einem fast, wie ein fernes Land, dabei liegt es ja quasi vor der Haustür.


    Der Erzählstil von Daniel Wolf ist nicht nur leicht und flüssig zu lesen, sondern bildhaft und facettenreich. Ich konnte das Buch nur schwer aus der Hand legen, so sehr war ich gefesselt von der Geschichte rund um Jann und seiner Familie. Der Autor hat es verstanden, ein aussagekräftiges Bild dieser Epoche zu beschreiben. Dabei hat er nicht nur grausame Schlachten beschrieben, sondern auch davon erzählt, wie sich das Leben gestaltet hat. Über Liebe und Krieg und auch Umweltsünden ist alles vorhanden, was es braucht um gut zu unterhalten.


    Fazit:


    „Im Zeichen des Löwen“ ist ein aufregender historischer Roman, der mich nicht losgelassen hat. Dieser Roman umfasst ca. 900 Seiten, die sich aber weg gelesen haben, wie nichts. Viel zu schnell war das Buch zu Ende. Jetzt heißt es wieder warten, bis der nächste Teil erscheint.


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    Krimi mit Tiefgang


    Der Hauptkommissar Hinnerk Matthiesen steht vor einem Rätsel. Es gab gleich mehrere Leichenfunde rund um Eckernförde und Kiel. Dass diese Toten etwas verbinden muss, ist schnell klar, so viele Leichen in einem so kurzen Zeitraum kann kein Zufall sein, aber was steckt dahinter? Als wäre dies nicht schon genug, taucht ein pensionierter Polizeibeamter auf und erzählt von einem Mord der schon einige Jahre zurückliegt. Dieser Tote wiederum, war auf der Suche nach Goldbarren, die in den letzten Wochen des Krieges 1945 geraubt und versteckt wurden. Wie hängt das alles zusammen, wer steckt hinter all dem und sind noch mehr Menschen in Gefahr? Diese Fragen und noch so einige mehr, stellt sich Matthiesen.


    Jörg Rönnau erzählt einen spannenden Krimi, der im Herzen Schleswig-Holsteins spielt. Auf zwei Zeitebenen erfährt der Leser von dem Gold und wie die Morde zustande kamen, aber immer schön langsam dosiert.


    Die Spuren der Goldbarren unterbrechen immer wieder die Handlung und geben Einblicke in die Zeit nach dem Krieg. Durch diese kleinen Zeitenwechsel bleibt die Suche nach den Tätern spannend. Ich fand es interessant.


    Ebenso gewährt Jörg Rönnau private Einblicke in das Leben des Hauptkommissars. Man lernt den Kommissar und sein Leben so langsam kennen. Ich hoffe doch, es wird noch weitere Fälle mit Hinnerk Matthiesen geben. Er ist ein sympathischer Ermittler mit trockenem Humor und einer Familie, die nicht nur Hinnerk auf Trab halten.


    Der Erzählstil ist dabei locker gehalten und weist einen feinsinnigen Humor auf, den ich sehr mag. Einzelne plattdeutsche Worte und Redewendungen haben ebenfalls den Weg in diesen Krimi gefunden und machen die Handlung glaubwürdig. Die einzelnen Charaktere fügen sich gut in die Handlung ein und wirken authentisch. Es passt nicht nur alles zusammen, auch fügt sich langsam ein Teil zum anderen und lassen logische Schlussfolgerungen zu. Am Ende passt alles zusammen.


    Ein kurzes Nachwort klärt zum Schluss noch schnell Fiktion und Wahrheit. Es war i nformativ. Ich lese immer ganz gern am Schluss, warum und wieso etwas so geschrieben wurde und nicht anders.


    Fazit:


    „Kriegsgold“ ist ein schöner Holstein-Krimi, der mich wunderbar unterhalten hat. Er war spannend, informativ und kurzweilig zu lesen. Gerne mehr davon.


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    So einfach ist das Leben einer Begine nicht


    Anna Ehinger hat sich dazu entschlossen, ihr Leben als Begine zu leben. Zurzeit ist sie für den Dienst im Spital der Stadt Ulm eingeteilt. Das Leben als Begine ist am Anfang des 15. Jahrhunderts aber nicht so leicht, wie erwartet. Die eigentlich freien Frauen sind der Kirche ein Dorn im Auge und so stehen sie unter besonderer Überwachung. Im Spital ist Anna dabei, als ein schwer verwundeter Mann eingeliefert wird. Er verstirbt und es stellt sich heraus, es war kein natürlicher Tod. Anna stellt sich die Frage, was ist hier passiert? Ihre Neugier treibt sie dazu, der Sache auf den Grund gehen zu wollen. Einzig der Sichenmeister Lazarus steht ihr zur Seite. Gemeinsam gehen sie auf Spurensuche und geraten dabei selbst in Gefahr für Leib und Leben.


    „Die Begine von Ulm“ ist der Auftakt einer neuen historischen Reihe von Silvia Stolzenburg. Die Handlung hat die Autorin in das Jahr 1412 gelegt. Anna ist eine Begine, die sich eigentlich sicher ist, diesen Weg gehen zu wollen, bis sie auf den Mönch Lazarus trifft. Dieser ist der Sichenmeister im Spital zu Ulm. Auch er ist davon überzeugt den richtigen Weg gewählt zu haben, bis er auf Anna trifft. Die gemeinsame Spurensuche und die darauf erfolgenden Ereignisse bringend die beiden einander näher.


    Die Handlung ist gut aufgebaut, die Spannung steigt langsam und hält sich bis auf die letzten Seiten. Gleichzeitig bekommt man einen schönen Einblick in das Leben dieser Epoche. Vor allem, da es gerade für die Beginen nicht immer einfach war. Mir hat gut gefallen, wie Anna in Szene gesetzt wurde. Ihre Gedanken und Handlungen waren durchaus nachvollziehbar, wenn auch nicht immer logisch. Zudem ist es der Autorin gelungen, nicht nur einen Einblick in das Gerichtswesen dieser Zeit zu gewähren, sondern auch von der Struktur der Stadt zu erzählen. Entstanden ist ein schönes Gesamtbild der Zeit.


    Der lockere und flüssige Erzählstil von Silvia Stolzenburg trägt zudem dazu bei, dass sich das Buch schnell lesen ließ. Die Charaktere hat sie dabei glaubhaft gezeichnet. Mir hat es Spaß gemacht, von Anna und Lazarus zu lesen.


    Fazit:


    Mit der Begine Anna Ehinger und dem Mönch Lazarus hat Silvia Stolzenburg ein Ermittlerteam erschaffen, welches Freude bereitet, man darf gespannt sein, was diese Zwei noch erleben werden und wie stark ihr Glaube sein wird. Ich freue mich auf weitere Ereignisse aus dem Leben dieser beiden.


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    HINWEIS - Bitte immer mit kopieren - UND AUCH LESEN!!!



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    1. Gonozal - 51
    2. Dreamworx - 48
    3. Buchcafe24 - 42
    4. Ruhrpottmädchen - 39
    5. Divina - 38
    6. Nimrod Kelev-rah - 35
    7. buechereule - 33
    8. Skippycat - 28
    9. cbee, Svanvithe - 26
    10. freddoho - 24
    11. Emili - 22
    12. Bücherjägerin, Affenkaelte - 20
    13. Hiyanha - 18
    14. Tanni - 17
    15. *Bücherwürmchen* - 16
    16. Scalymausi, Thomson - 15
    17. tom Leo - 14
    18. Leen, Tiniii - 13
    19. Kermit, Frawina, the-black-one - 12
    20. Heuschneider, JessLittrell, Susannah, Fridoline, nirak - 11
    21. DarkMaron, flohmaus, Studentine - 10
    22. rhapsody2, lio - 9
    23. *sophie, Bast, Kittelbiene - 8
    24. liesma, E-Krimi, Gaymax - 7
    25. Motte, Lilias, Annett, pescador - 6
    26. Melanie512, countrymel, Valrike, Narenda _ - 5
    27. xxmarie91xx, Mellojello - 4
    28. Struppi, Break Free - 3
    29. Carojenny - 2
    30. Yvonne80, aleXi.s - 1

    Wenn Fantsay und Historie aufeinander treffen


    Hannah und ihr Mann, der Templer Gero von Breydenbach, ist die Flucht in das Jahr 2015 gelungen. Im abgelegenen Norwegen bereiten sie sich auf die Geburt ihres ersten Kindes vor. Aber Ruhe finden die zwei dennoch nicht. Der Agent Jack Tanner sucht sie immer noch und wird auch fündig. Eine rechtzeitige Warnung sorgt dafür, dass Hannah und Gero, sowie ihre Freunde ins Jahr 1315 fliehen können. Hier hoffen sie auf eine glücklichere Zukunft, aber da ist noch der ältere Bruder von Gero. Er ist nicht gut auf ihn zu sprechen und macht gemeinsame Sache mit der Inquisition. Gero und Hannah sehen sich alten und neuen Feinden gegenüber. Kann ihr Leben in der Vergangenheit noch eine Zukunft haben?


    Der vorliegende Roman „Das Erbe der Templer“ ist nun schon der fünfte Band um den Templer Gero von Breydenbach und seine Kameraden. Ich habe mich schon sehr auf diese Fortsetzung gefreut und ich wurde auch nicht enttäuscht. Ich mag die Fantasygeschichte rund um den Templer aus dem 14. Jahrhundert sehr gern. Dadurch, dass er und seine Frau ständig durch die Zeit springen, ist es für mich eher Fantasy, als historischer Roman. Der Gedanke des Timeservers gefällt mir sogar sehr gut. Auch gefällt mir die Idee, dass es die Templer sind, die so ein brisantes Geheimnis gehütet haben. Allerdings war mir in diesem Teil dann doch zu wenig Historisches vorhanden. Es ging immer wieder um die Zeitsprünge und wenn es gerade mal schwierig wurde, kam die Rettung aus der Zukunft. Auch hatte ich das Gefühl, die Geschichte in sich wird immer brutaler. Wer nicht mehr ins Bild passte, wurde kurzerhand umgebracht. Martina André schildert diese Szene detailreich und anschaulich. Ihre Kampfszenen lassen nichts aus.


    Noch zu Beginn gab es zwei Handlungsstränge, die Parallel zueinander gelaufen sind. Zum einen natürlich der Erzählstrang von Gero und Hannah. Von ihrer erneuten Flucht in die Vergangenheit und ihrem Leben dort, oder davon, wie es hätte aussehen können. Der zweite Handlungsstrang erzählt von Paul Colbach, der in Luxemburg lebt und sich eigentlich mit seiner Frau zur Ruhe gesetzt hat. Jack Tanner stellt auch ihm nach, aber je weiter die Handlung voranschritt, umso weniger erfährt man noch von Paul. Nur zum Ende hat er noch mal einen kleinen Auftritt, genauso erging es auch noch einem anderen Protagonisten-paar. Ich fand es fast ein bisschen schade, dass diese Charaktere so aus den Augen verloren wurden oder einfach nicht mehr genug Platz für sie im Buch vorhanden war. Der Roman hat ja schon stolze 874 Seiten und ist damit der Teil mit der höchsten Seitenzahl. Aber für Liebhaber dieser Reihe kann es wohl nicht genug Seiten geben. Ich hätte gern gelesen, wie es den anderen ergangen ist und was sie am Ende bewegt hat.


    Fazit:


    „Das Erbe der Templer“ ist durchaus eine gelungene Fortsetzung der Reihe. Dieser Teil schließt direkt an seinen Vorgänger an und ich kann nur empfehlen alle Bücher dieser Reihe zu lesen, da man sonst vielleicht nicht alle Vorgänge versteht. Allerdings habe ich ihn ein weniger schwächer empfunden, was vermutlich daran lag, dass mir zu wenig historische Handlungen geliefert wurden. Aber trotz allem warte ich nun wieder sehnsüchtig darauf, dass es irgendwann mit Gero und Hanna weitergeht.


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    Steht dem Vorgänger in nichts nach


    Aleydis de Bruinker ist früh Witwe geworden. Ihr Mann Nicolai Golatti, der eine erfolgreiche Wechselstube führte, ist viel zu früh verstorben und hat die junge Frau, mit einem Berg voller Sorgen, allein gelassen. Im Köln des Jahres 1423 stellen sich die Feinde der Familie Golatti die Frage, kann eine Frau allein so ein Geschäft überhaupt führen? Aleydis stellt sich dieser Aufgabe und muss bald erkennen, ihr Mann hat nicht nur diese Wechselstube betrieben, sondern sich eine Schattenwelt aufgebaut. Intrigen und Erpressung waren sein Geschäft und die Witwe muss nun sehen, wie sie aus dieser Bedrohung heil herauskommt. Dann wird auch noch ein Brandanschlag auf die Mörderin von Nicolai verübt. Aleydis kann nicht anders, sie will unbedingt herausfinden, was dahinter steckt. Zu ihrem Leidwesen muss sie ausgerechnet den Gewaltrichter Vinzenz van Cleve um Hilfe bitten. Gemeinsam versuchen sie das Leben von Nicolai zu ergründen.


    „Der Ring des Lombarden“ ist der zweite Band der Lombarden-Reihe, dies ist nun der langersehnte Nachfolgeband zu „Das Gold des Lombarden“. Die Bücher sind aber durchaus unabhängig voneinander lesbar. Es gibt einige Rückblenden, die dafür sorgen, dass man keine wichtigen Informationen verpasst und die Handlung um ein weiteres Verbrechen wird aufgeklärt. Allerdings wäre es sicherlich nur der halbe Spaß, liest man den Vorgänger nicht.


    Im Mittelpunkt steht auch hier wieder Aleydis de Bruinker. Ihre Heimat ist Köln im Jahre 1423. Sie ist früh Witwe geworden und muss nun irgendwie mit ihrem Erbe fertig werden. Das allein ist schon schwierig genug, doch zu allem Übel kommt auch noch dazu, dass jeder sie wieder verheiraten will oder nur schlechtes von ihr denkt. Die Idee eine Handlung über die Art und Weise, wie im 15. Jahrhundert Verbrechen, die man heute wohl als Kapitalverbrechen bezeichnet, zu schreiben, hat mir gut gefallen. Aleydis wird unverhofft mit dieser sogenannten Schattenwelt konfrontiert und muss zu sehen, wie sie damit fertig wird. Der Autorin ist es gut gelungen, diese Geschäfte darzustellen und erzählt glaubwürdig, wie eine junge Witwe mit diesem Erbe umgehen muss. Die weitreichenden Auswirkungen der Handlungen des verstorbenen Ehemannes werden glaubhaft erläutert und auch, was dies alles für Aleydis de Bruinker bedeuten könnte.


    Ich fand es spannend, zu lesen, wie Aleydis sich ihrem Schicksal stellt und was sie daraus macht. Ihr Umfeld schildert die Autorin detailgetreu und die Dialoge der Protagonisten sind zwischendurch immer wieder amüsant zu lesen, vor allem in Bezug auf Vinzenz van Cleve. Hier spürt man schon, wie es knistert und eigentlich ist nicht die Frage, ob die zwei ein Paar werden, sondern eher wann die zwei ein Paar werden. Auch hat Petra Schier die Beweggründe, wie ihre Charaktere handeln, wunderbar ausgearbeitet. Vor allem bei Vinzenz wird gut vermittelt, was ihn antreibt. Sein Vorleben erschließt sich so nach und nach und macht neugierig auf mehr.


    Fazit:


    „Der Ring des Lombarden“ ist eine gelungene Fortsetzung von „Das Gold des Lombarden“. Er setzt nicht nur dort an, wo Teil 1 endet, sondern führt die Handlung weiter. Einige Fragen werden geklärt aber auch neue tun sich auf und so darf man durchaus gespannt sein, was noch alles auf die junge Witwe zu kommen wird. Ich freue mich schon jetzt auf Band 3, der leider erst im nächsten Jahr erscheint.


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    1. Dreamworx - 34
    2. Divina - 24
    3. Gonozal, cbee - 23
    4. Ruhrpottmädchen - 20
    5. Skippycat - 18
    6. Svanvithe, buechereule - 16
    7. Scalymausi, freddoho - 15
    8. Emili - 14
    9. Bücherjägerin, Affenkaelte, Leen - 13
    10. Kermit, *Bücherwürmchen* - 12
    11. Thomson - 11
    12. Tanni, Nimrod Kelev-rah, tom leo - 10
    13. Hiyanha - 9
    14. *sophie, Tiniii, Fridoline, nirak - 8
    15. DarkMaron, liesma, Heuschneider - 7
    16. Frawina, rhapsody2, Kittelbiene, Motte, Susannah, the-black-one, Lilias, Bast, lio - 6
    17. Melanie512, JessLittrell, Studentine, Annett, flohmaus, countrymel, Gaymax, E-Krimi, Valrike - 5
    18. xxmarie91xx, Narenda_- 4
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    Eine Familie zwischen Recht und Gesetz


    Binz, ein kleiner Ort auf Rügen. Ruhig, verschlafen und romantisch liegt es direkt an der Ostsee. Hier steht das Grandhotel. Es ist elegant und neu und birgt so manches Geheimnis. Hier ist Bernadette von Plesow zu Hause. Sie hat alles getan, damit dieses Hotel in vollem Glanz erstrahlen kann. Ihre Kinder hat sie hier aufgezogen und auf ihr Erbe vorbereitet. Ihr Sohn Constantin scheint ganz in ihre Fußstapfen zu treten, er hat bereits sein eigenes Hotel in Berlin. Alexander, der eher ruhig und mit bedacht agiert, steht Bernadette im Grandhotel zur Seite. Josephine, ihre Tochter ist die Künstlerin in der Familie. Sie will anderes sein, will Leben und ihren eigenen Weg gehen. Alles scheint so zu laufen, wie geplant, aber dann ist da noch das große Geheimnis, welches allen Wohlstand mit einem Schlag beenden könnte und auch Constantin in Berlin scheint Geheimnisse zu haben.


    „Die nach den Sternen greifen“ wird als Beginn einer Familiensaga angekündigt, ich gebe zu, ich dachte zunächst schon wieder eine? Und auch wieder in den 20 iger Jahren. Auf den ersten Seiten lies es sich dann auch, wie nette Unterhaltung. Ein Hotel, eine Patriarchin und Kinder, die sich auflehnen. Alles dies ist vorhanden, aber dann gab es eben doch Wendungen, die so nicht vorhersehbar waren.


    Der Erzählstil ist leicht und flüssig zu lesen und vor allem abwechslungsreich. Mal ging es im rasanten Tempo voran, das Berlin der 20 iger Jahre wird geschildert und nimmt mit dem Varieté, welches zum Astor-Hotel von Constantin gehört, Gestalt an. Dann geht es wieder ruhig und beschaulich in Binz weiter. Hier hat man Zeit, Luft zu holen.


    Die Protagonisten sind so verschieden, wie nur möglich. Constantin ist der moderne Mann, dem alles gelingt. Josephine die verträumte Künstlerin und Alexander der ruhige Mann, der alles richtig machen möchte. Sie alle gehören als Geschwister zusammen, aber gehen doch ihre eigenen Wege. Vor allem Josephine macht die größte Entwicklung durch. Auf den ersten Seiten ist sie noch die verwöhnte Tochter, der alles zufliegt. Erst im Laufe der Handlung wird sie zu einer selbstbewussten Frau, die ihren Weg gehen kann. Am Anfang bin ich mit ihr nicht recht warm geworden. Ihre Art war mir zu zickig und verwöhnt. Aber je mehr ich von ihr las und von ihren Sorgen erfuhr, umso sympathischer wurde sie mir. Bei Constantin war es genau umgekehrt. Er hat mir von der ersten Seite an gefallen. Erst später änderte sich dieses, warum? Kann ich leider nicht erzählen, sonst müsste ich spoilern und das mag ich nicht. Alexander war wohl der einzige Charakter, der so ein bisschen nebenher lief und den ich nicht wirklich einschätzen konnte. Und natürlich Bernadette selbst, sie hat alle Fäden in der Hand und will ihre Familie zusammen halten. Ihr Leben schien so einfach und glatt zu laufen, aber auch sie hat mich überrascht.


    Neben der Familie wird aber auch von dem Dienstpersonal erzählt. Vor allem die Geschichte von Marie, dem ersten Zimmermädchen des Grandhotels. Ihr Leben wird facettenreich geschildert und hat mir gut gefallen. Die Entwicklung, die sie durchmachen musste, ist schlüssig. Mit ihr wird eben auch klar, dass ein großes Hotel nicht von allein läuft und das Personal aus Menschen mit Fehlern besteht. Marie steht für diese Menschen.


    Mir hat gut gefallen, dass nicht nur die Handlung spannend und gleichzeitig unterhaltsam war, sondern vor allem das die Charaktere nicht gleich auf den ersten Blick zu durchschauen waren. Die Wendungen, die die Geschichte nimmt, waren so nicht zu erwarten. Die Geschichte ist rasant und nicht so vorhersehbar, ich fand sie überraschend anders.

    Fazit:


    Ich habe schon einige Bücher von Caren Benedikt gelesen, sie schreibt ja unter einigen anderen Namen ebenfalls historische Romane, aber für mich war „Das Grandhotel“ bis jetzt ihr bester Roman und ich bin gespannt, wie die Geschichte um das Grand, wie es immer wieder liebevoll genannt wird, weitergeht. Ich hoffe, dass wir auf Band 2 nicht zu lange warten müssen.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Der Krähe vierter Fall


    Und schon wieder gibt es einen Toten in Frankfurt. Ein Journalist wurde Tod aufgefunden. Er war an einer großen Story dran, aber leider hat er keine Hinweise hinterlassen, an was er gearbeitet hat. Mara Billinsky steht wieder einmal vor einem Rätsel. Aber nicht nur der tote Journalist macht ihr Sorgen, ein Einbruch ohne Grund und ohne Beute und eine Mordserie ohne Spuren, beschäftigen Mara und ihr Team. Und als wenn die Kommissarin damit nicht schon genug zu tun hätte, bekommt sie auch noch Besuch aus ihrer Vergangenheit. Dabei übersieht sie wichtige Details, bis es fast schon zu spät ist.


    Mara Billinsky ermittelt in ihrem vierten Fall. Vorab die Frage kann man die Thriller einzeln lesen? Ja, man kann, aber sollte man es auch? Nein, eher nicht. Mara ist eine ganz spezielle Kommissarin und man kann ihr Handeln besser nachvollziehen, kennt man sie von Anfang an. Sie ist dickköpfig, eigenwillig und knallhart. Die einzelnen Fälle werden natürlich aufgeklärt, genau wie in diesem vorliegenden Fall.


    Mara und ihr Team gehen wie gewohnt vor. Mara, ohne lange Fragen zu stellen, immer vorneweg und ihr Partner Rosen etwas zögerlicher hinterher. Auch wenn die junge Frau auf ihrer Dienststelle inzwischen angekommen ist, gibt es doch auch immer noch einige Spannung zwischen ihr und ihrem Chef. Diese Gespräche erlauben auch mal ein kleines Schmunzeln und geben einen Einblick in Maras Umfeld und ihren Umgang mit dem Vorgesetzten.


    Allerdings waren die Hintergründe in diesem vorliegenden Fall doch ziemlich offensichtlich. Ich hatte sehr schnell einen Verdacht, um was es ging und wer mit involviert war. Auch wenn ich am Ende recht Behalten habe, war auch dieser Band wieder Lesegenuss pur, obwohl ich nicht unbedingt Wurstbrötchen dabei hätte essen wollen. Warum? Das müsst ihr schon selbst herausfinden.


    Der Erzählstil war, wie gewohnt leicht und flüssig zu lesen. Es gefällt mir gut, dass die Kommissarin nicht so als Überflieger dargestellt wird. Sie hat Ecken und Kanten und Probleme und darf diese den Lesern auch zeigen. Nicht nur der Kriminalfall wird gelöst, auch gibt es einige Einblicke in das Privatleben von Mara.


    Fazit:


    „Blutige Gnade“ ist ein Thriller, der einen nicht loslässt. Ich hatte diesen Roman wieder in nur wenigen Stunden gelesen. Allerdings gab es in diesem Fall auch etwas zum Nachdenken und überdenken des eigenen Verhaltens. Die Schicksale dieser Menschen waren erschütternd und beängstigend zugleich, bedenkt man, dass es so eine Geschichte genauso gegeben haben könnte oder sich gerade irgendwo auf der Welt abspielt. Wieder ein Thriller, der von der ersten bis zur letzten Seite spannend war und blieb.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    3 Frauen, 3 Schicksale, eine Stadt


    Es ist Weihnachten 1918, der Krieg ist beendet, aber in Berlin tobt das Chaos. Alle hoffen darauf, endlich wieder ein normales Leben aufnehmen zu können, aber immer wieder sorgen Straßenschlachten dafür, dass keine Ruhe eingekehrt. Als Vera sich auf den Weg, zu einem Arzt macht, um Arzneien für die Mutter zu holen, bekommt sie deutlich zu spüren, wie gefährlich die Straßen noch immer sind. Sie begegnet dem charismatischen Matrosen Benno und kann seine Bitte um eine Unterkunft nicht abschlagen. Allerdings gibt es da noch Fritzi, Bennos Freundin aus Zeiten vor dem Krieg. Die junge Frau ist ebenfalls in der Stadt, um ihren Benno zu suchen. Auch Hanna kehrt in dieser Zeit nach Hause zurück. Sie hat als Krankenschwester an der Front gedient und soll nun in ihr altes Leben zurückkehren, aber geht das so einfach? Die Fabrikantentochter will mehr vom Leben. Sie will ihre Zukunft selbst bestimmen, genau wie Vera und Fritzi. Träume auf eine selbstbestimmte Zukunft verbindet die drei Frauen und die Stadt in der sie leben. Berlin!


    In drei unterschiedlichen Handlungssträngen erzählt Elke Schneefuss aus der Stadt Berlin. Die Stadt hat einen großen Krieg hinter sich, die Menschen hoffen auf eine bessere Zukunft, aber die Politik gibt keine Ruhe. In den Straßen kämpfen die einzelnen Gruppierungen gegeneinander. Bis innerhalb der Familien zieht sich dieser Streit. Die Autorin hat die schwierige Lage in der Stadt gut gezeichnet. Ich hatte durchaus Bilder vor Augen. Sie stellt ihre Protagonisten so nach und nach vor und erzählt von deren Schicksalen. Schneefuss schildert ausführlich, wie sich alles entwickelt und wie es weitergehen soll. Von den Träumen und von der harten Realität.


    Mir hat gut gefallen, wie die Autorin aus dem Leben dieser Charaktere erzählt hat. Ihre Protagonisten entstammen unterschiedlichen Gesellschaftsschichten und haben doch gemeinsam, dass sie um ihr Überleben und vor allem um ihr weiterleben kämpfen müssen. Die Dramatik dieser Jahre hat die Autorin dabei gut eingefangen. Allerdings laufen diese drei Handlungsstränge fast nur nebeneinander her und verbinden sich nicht richtig. Als es dann endlich richtig losgehen könnte, ist der Roman auch schon zu Ende. Ich hätte sehr gern mehr davon gelesen, wie Vera ihre Träume verwirklicht, was für Hürden Hanna zu überwinden hatte und wie Fritzi ihr Leben in den Griff bekommen hat. Sicherlich klären sich diese Dinge auf den letzten Seiten ein wenig, aber selbst mit dabei zu sein, wäre schöner gewesen. Ich hoffe auf einen zweiten Band, der noch mehr auf diese dramatische Zeit eingeht und mehr aus dem Leben dieser Charaktere erzählt.


    Fazit:


    „Die Frauen vom Alexanderplatz“ ist ein schöner historischer Roman aus dem Nachkriegsberlin des Jahres 1918. Die drei Frauen sind starke Persönlichkeiten und geraten trotz allem an ihre Grenzen. Es macht Spaß sie dabei zu beobachten, wie sie ihre Probleme meistern. Sicherlich ist nicht alles perfekt, aber der angenehme Erzählstil der Autorin ermöglicht ein zügiges Lesen und vermittelt das Gefühl mitten dabei zu sein. Dies war mein erster Roman dieser Autorin, aber ich werde die Augen offen halten und hoffe auf einen zweiten Band. Zugern würde ich weiterlesen.

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Interessante Fortsetzung


    Im Jahre 1794 erhält Jean Michael Cardell Besuch von einer Frau. Ihr ist anzusehen, dass sie nicht vermögend ist. Sie erzählt ihm von ihrer Tochter, die in ihrer Hochzeitsnacht getötet wurde. Als Schuldiger wird der Bräutigam verhaftet. Dieser ist von Adel und wird statt in den Kerker in ein Irrenhaus eingewiesen. Die Mutter ist davon überzeugt, dass der Täter ihr Schwiegersohn nicht gewesen ist, aber man glaubt ihr nicht und so bittet sie Cardell um Hilfe. Dieser nimmt die Sache in die Hand und stößt auf gefährliche Wahrheiten. Immer in der Hoffnung, der Frau zu helfen macht er weiter und gerät selbst an seine Grenzen.


    „1794“ ist die direkte Fortsetzung von „1793“ und auch wenn die Handlung kurz nach Ende des ersten Teils beginnt, ist es nicht unbedingt erforderlich, den ersten Teil gelesen zu haben. Die Tat ist eine andere, auch wenn die Stadt die gleiche ist. Zudem gibt es immer mal wieder kleine eingestreute Rückblenden, die das Grauen erahnen lassen, welches die Protagonisten durchlebt haben. Allerdings hat mich dieser Teil nicht ganz so überzeugt, wie der Vorgänger. Der Einstieg war mir zu verworren, die beschriebene Handlung schien zunächst nichts mit der Geschichte zu tun zu haben und war zudem recht lang, obwohl dieser erste Handlungsstrang für sich allein wiederum spannend war und einiges über die Kolonialpolitik Schwedens zu erzählen hatte.


    Wie schon beim Vorgänger ist auch hier das Jahr in vier Handlungsabläufe unterteilt und erzählt die Ereignisse des Jahres. Der Erzählstil ist dabei erwartungsgemäß düster und zeitweise recht grausam und direkt.

    Die Schilderungen hingegen was Land und Leute betrifft, waren wieder gut, aber auch brutal. Der Autor scheut nicht dafür zurück, ins Detail zu gehen. Auch hier fliegen die Fäuste, was zu Zahnverlust und Knochenbrüchen führt. Schonungslos berichtet er, wie gerade die Menschen der Unterschicht leben mussten. Wer nichts hatte, hatte nichts zu lachen. Der tägliche Kampf ums Überleben, war immer mit dabei. Niklas Natt och Dag hat es verstanden, die politische Situation und das Leben der einfachen Leute, miteinander zu verbinden. Entstanden ist ein Roman über das Leben im ausgehenden 18. Jahrhundert in Stockholm.


    Das Ende allerdings kam dann ziemlich überraschend und abrupt und war für mich kein Ende. Ich vermute mal, im nächsten Jahr wird es einen weiteren Band geben, vermutlich mit dem Titel 1795? Ich würde ihn lesen, da ich unbedingt wissen möchte, wie die Handlung weitergeht, auch wenn ich 1794 nicht so eindrucksvoll fand wie den Vorgänger. Einige Handlungsabläufe waren mir zu langwierig, ohne direkt auf die eigentliche Handlung Bezug zu nehmen. Anderes schon fast zu brutal. Dafür war es aber spannend, zu sehen, wie sich die Charaktere weiterentwickelt haben, oder auch nicht. Jean Michael Cardell bei seiner Arbeit zusehen, kann man vermutlich nicht als Vergnügen betrachten, aber gefesselt hat er mich dann letztendlich doch.


    Fazit:


    „1794“ schildert schonungslos das Leben in Stockholm im Jahre 1794. Im Ganzen gesehen hat mir die Fortsetzung gut gefallen, obwohl ich zu Beginn einige Probleme hatte. Der Einstieg war mir nicht so leicht gefallen. Die ersten 100 Seiten erzählen eine Geschichte, die ich nicht mit dem Handlungsort Stockholm verbinden konnte, nichtsdestotrotz ich das Geschehen auf diesen Seiten durchaus spannend fand. Erst als es dann später mit dem Jean Michael Cardell weiterging, war ich von der Geschichte angetan. Ich bin jetzt mal gespannt, ob die Vermutung mit einem weiteren Band eintreffen wird.


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    Unterhaltsamer 5. Teil


    Eine junge Frau ist gewaltsam zu Tode gekommen. Sie wird erschlagen in der Henkersgasse aufgefunden. Alles an dieser Frau ist seltsam, nicht nur, dass sie nicht in diese Straße passt, auch ist sie eigenartig geschminkt und ihre Kleidung weist darauf hin, dass sie keine arme Frau war. Serafina kann nicht widerstehen und beginnt ihre Fragen zu stellen. Es dauert auch nicht lange, bis sie Verdächtige hat. Eigentlich hat sie selbst aber auch genug zu tun, der Stadtapotheker Joans will mal wieder ihre Armenapotheke schließen lassen und dann bekommt sie auch noch Besuch von ihrem Bruder. Die Lage könnte nicht verzwickter sein.


    Dies ist bereits der fünfte Fall für Serafina und es wird nicht langweilig, im Gegenteil. Ich mag diese Reihe, sie ist nicht nur leicht und locker zu lesen, sondern auch unterhaltsam. Das Leben von Serafina hat immer wieder Überraschungen parat, so natürlich auch in diesem Fall. Nicht nur der Mord hält die junge Heilerin in Atem, auch der Besuch ihres Bruders hat einiges zu bieten. So erfährt man doch noch mal ein paar Details aus dem Leben von Serafina und ihrer Familie. Es schließen sich damit ein paar Wissenslücken.


    Auch wenn es sich um eine Reihe handelt, man könnte die Bücher durchaus einzeln lesen. Astrid Fritz streut immer wieder kleine Hinweise auf die vergangen Ereignisse ein, damit dies möglich ist, allerdings fehlt einem dann sicherlich der Lesespaß. Ich lese sehr gern, wie Serafina und ihr Ehemann Adalbert Achaz sich immer wieder Streitgefechte liefern und sich dabei liebevoll necken. Auch fehlt es Serafina nicht an Witz. Außerdem ist sie immer dazu bereit zu ihren Worten zu stehen und Taten folgen zu lassen.


    In diesem Fall ist die Aufklärung nicht unbedingt der kriminalistischen Kunst Serafinas zu verdanken. Die Tat klärt sich eigentlich mehr zufällig und nicht, weil jemand gezielte Fragen stellt und dann zum richtigen Ergebnis kommt, trotzdem hatte ich kurzweilige Lesestunden.


    Ich finde es immer wieder spannend, zu lesen, wie es in dieser Epoche (15. Jahrhundert) zugegangen ist. Der leichte und lockere Erzählstil von Fritz erlaubt zudem ein zügiges Lesen. Ein Nachwort klärt am Ende Fiktion und Wahrheit, ein Glossar hilft bei eventuellen fremden Begriffen und ein Personenregister zu Beginn sorgt für den nötigen Überblick der Protagonisten.


    Fazit:


    „Die Tote in der Henkersgasse“ ist ein unterhaltsamer Roman aus der Feder von Astrid Fritz. Der gewaltsame Tod der Kaufmannsgatte wird detailliert aufgeklärt, nicht ohne Serafina durchaus in die Irre zu führen. Sie löst ihn auf ihre eigene Art und hat mich dabei gut unterhalten.


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    Liebe zwischen Pest und Tod


    Adelheid lebt bei ihrer Mutter Gertrudis am Rande von Straßburg. Einst wollte sie Nonne werden, aber jetzt ist sie mit Martin verlobt. Martin ist der Sohn des Henkers. Die beiden fiebern dem Tag entgegen, an dem sie endlich heiraten dürfen. Doch dann bricht die Pest über Straßburg herein und alles scheint vergebens zu sein. Die Fähigkeiten der Heilerin Gertrudis und ihrer Tochter sind gefragt wie nie. Selbst vor dem Kloster macht das Unglück nicht halt, hier ist es nicht unbedingt die Pest, die die Nonnen bedroht, sondern eine Nonne hat sich erhängt. Die Frage warum hat sie dies getan? Stellt sich den Schwestern und auch Adelheid. Gemeinsam mit Martin lässt sie nichts unversucht, um der Pest zu entkommen und auch den Todesfall zu klären.


    Der vorliegende Roman „Die Pestheilerin von Straßburg“ ist der zweite Teil, der aus dem Leben von Adelheid und Martin, dem Henkerssohn, erzählt. Die beiden Bücher lassen sich aber problemlos einzeln lesen, es gibt genügend Hinweise darauf, was in „Der Teufel von Straßburg“ geschehen ist, um die Zusammenhänge zu verstehen. Allerdings entgeht einem schon ein wenig Lesespaß, wenn man den ersten Teil nicht liest einfach, weil er gut und kurzweilig ist.


    Heidrun Hurst erzählt von dem Leben in Straßburg im Jahre 1349. Martin soll erst noch seine Prüfung zum Henker bestehen, bevor er und Adelheid heiraten dürfen. Das Leben als Henker findet am Rande der Gesellschaft statt, und auch Adelheid wird dies zu spüren bekommen. Die junge Frau muss einen Weg finden, damit zu leben. Hurst schildert, wie sie diesen Weg findet, aber ob sie damit am Ende zurechtkommen wird, bleibt abzuwarten.


    Die junge Frau verkürzt sich die Wartezeit auf Martin, indem sie sich von ihrer Mutter Gertrudis in die Kunst des Heilens mit der Hilfe von Kräutern einweihen lässt. Aber dann bricht die Pest aus und alles scheint verloren zu sein. Der Autorin ist es gelungen diese Ereignisse glaubhaft zu schildern. Die Angst der Menschen ist förmlich greifbar. Mit allem Möglichen wird versucht, diese Krankheit zu heilen, ohne Aussicht auf Erfolg. Allerdings gibt es wohl doch etwas, dass man tun kann. Gertrudis experimentiert mit einigen Kräuter und altem Brot und scheint auch gute Ergebnisse zu erzielen. Ich war doch etwas erstaunt darüber, was sie da zustande gebracht hat. Einmal mehr zeigt sich, die Medizin im 14. Jahrhundert und früher konnte doch so einiges bewirken und ist vielleicht doch besser, als ihr Ruf vermuten lässt. Es war in jedem Fall spannend zu lesen.


    Der Erzählstil ist überhaupt leicht und locker zu lesen. Die Charaktere aus Band 1 haben sich weiterentwickelt und sind bereit, ihr Schicksal und ihr Leben anzunehmen. Gut möglich, dass es mit Adelheid und Martin ein Wiedersehen geben wird. Sie sind ja noch jung und könnten bestimmt noch so manche Untat in Straßburg aufklären.


    Allerdings habe ich auch einen kleinen Kritikpunkt, für den die Autorin so nicht verantwortlich ist. Im Klappentext steht, dass Adelheid und Martin einmal mehr Verbrechen aufklären sollen. Liest man diesen Text, geht man von einem Krimi mit historischem Hintergrund aus. Die Ermittlung um die zu Tode gekommene Nonne steht aber gar nicht im Fokus der Handlung. Es geht hier vielmehr um die Pest und ihre Auswirkungen. Um den Krankheitsverlauf und was man dagegen tun kann. Die Aufklärung warum die Nonne sich selbst vom Leben zum Tode beförderte, findet nur am Rande statt und eigentlich erst richtig im letzten Drittel des Buches. Dann aber richtig und nachvollziehbar.


    Fazit:


    „Die Pestheilerin von Straßburg“ ist ein schöner historischer Roman der einmal mehr davon erzählt, wie die Pest im 14. Jahrhundert gewütet hat. Heidrun Hurst hat es gut verstanden, dass Kräuterwissen und einige Heilmethoden dieser Epoche wieder zugeben. Gleichzeitig ist er aber auch ein Liebesroman, der von Liebe und Vertrauen erzählt. Sollte es von Adelheid und Martin noch einen weiteren Band geben, ich würde ihn lesen.


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    Liebe findet immer einen Weg


    Fionn und Riona sind ein Liebespaar, schon seit Kindertagen. Erst müssen sie um diese Liebe kämpfen, denn eigentlich soll die junge Frau einen anderen heiraten, dann fallen Nordmänner in das Land ein und die jungen Leute sehen sich plötzlich als Sklaven wieder. „Wir ertragen alles, solange wir zusammen sind“, ist ihr Motto, aber leider ist es ihnen nicht vergönnt über ihr eigenes Schicksal zu bestimmen. Sie werden getrennt. Fionn wird nach Andalusien verkauft und Riona in das eiskalte Island. Für beide beginnt ein Leben in Einsamkeit oder können sie es schaffen ihr Leben neu zu gestalten? Vielleicht sogar irgendwann zueinander zurückfinden?


    Die Geschichte von Riona und Fionn liest sich, wie ein Märchen aus längst vergangener Zeit, was es ja auch irgendwie ist. Die Handlung startet im Jahre 992 in Irland. Kiera Brennan hat ihre ganz eigene Art diese Geschichte zu erzählen. Poetisch und atmosphärisch dicht erzählt sie von Irland, von dem Glauben der Götter und von der Liebe. Ich war von den ersten Seiten an gefangen und konnte mich nur schwer von der Handlung lösen. Obwohl diese auf zwei Handlungsstränge aufgeteilt ist und es manchmal nicht so leicht war, wenn man zum Beispiel von Fionn gelesen hat und es spannend war, zu Riona zu wechseln. Beim nächsten Wechsel war es dann wieder genauso. Allerdings wurde es durch diese Wechsel auch wirklich nie langweilig. Das Leben von Fionn in Andalusien war farbenprächtig und einsam zugleich. Sein Schicksal und alles, was er erlebt hat, war schon fast atemberaubend.


    Dann Riona im kalten Norden. Auf den ersten Blick gesehen, habe ich gedacht, sie hätte das schwerere Los gezogen. Jeder Tag war für sie ein Kampf ums Überleben. Darum überhaupt gesehen und wahrgenommen zu werden. Vor allem auch ihr Kampf darum nicht aufzugeben und das eigene Schicksal anzunehmen. Ihr Leben war geprägt von Kälte und Eis und das nicht nur, weil sie auf Island leben musste. Auch Fionn hatte natürlich damit zu kämpfen, aber fast fühlte es sich so an, als wenn so ein Schicksal unter der Sonne Córdobas leichter zu ertragen ist, als unter Eis und Schnee, aber auch nur fast.


    Mir hat gut gefallen, wie die Autorin aus dem Leben dieser Menschen erzählt hat. Über einen Zeitraum von fast 30 Jahren konnte ich Fionn und Riona begleiten. Ich habe mit ihnen gelitten und an ihre Zukunft geglaubt. Dabei zugesehen, wie sie ihr Leben gemeistert haben, Freundschaften knüpften und wieder verloren, ich habe geweint, um einen Raben und von einer alten Königin gelesen, die zweimal Königin war, aber die wahre Liebe wohl nie erlebt hat. Gleichzeitig hat Kiera Brennan ihre fiktive Liebesgeschichte gekonnt mit der historischen Geschichte Irlands verbunden. Der Kampf um die Krone, um Land und Macht war allgegenwärtig und gleichzeitig nur am Rande. Mir hat die Mischung aus Historie, fiktiver Handlung und Liebe gut gefallen.


    Ein Nachwort klärt Fiktion und Wahrheit, eine Zeittafel gibt Aufschluss über die Ereignisse dieser Epoche in dem jeweiligen Handlungsorten und ein Personenregister sorgt für den nötigen Überblick über die zahlreichen Protagonisten. Allerdings sollte man gern vor dem Lesen ein Blick in diesen Anhang werfen und sich das Personenregister anschauen. Dort wird ein wenig erklärt, wie die jeweiligen nordischen Namen ausgesprochen werden. Kartenmaterial ist ebenso vorhanden und ein Lesebändchen rundet dieses schöne Buch perfekt ab.


    Fazit:


    „Der Schwur des Raben“ ist ein fantasievoller historischer Roman über das Schicksal nicht nur von zwei Menschen, sondern einer ganzen Insel. Er ist berührend, mitreisend, spannend und manchmal auch etwas düster und brutal. Ich hätte gern mehr von diesen Charakteren und ihren Leben gelesen, die 700 Seiten waren mir nicht genug, obwohl diese Geschichte zu Ende erzählt ist und mich etwas wehmütig zurückgelassen hat.


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    Spannender Bericht über das Attentat von Sarajevo


    1914 ist das Jahr, das alles veränderte. Der 1. Weltkrieg hat begonnen und die Welt in Trümmer zurückgelassen. Im Juni dieses Jahres geschah in Sarajevo das Attentat auf den Thronfolger Österreich-Ungarn, welches der endgültige Auslöser war. Gavrilo Princip und seine Gefährten haben sich einer Organisation angeschlossen, die beschlossen hat, es der K. und K. Monarchie zu zeigen. Sie bereiten sich auf ihren großen Auftritt vor. Gleichzeitig versucht der Major Rudolf Markovic, der beim Geheimdienst arbeitet, alles um seine Vorgesetzten und die Österreicher vor diesem Attentat zu warnen. Warnungen, die achtlos ignoriert werden.


    Ulf Schiewe schildert die Ereignisse beginnend eine Woche vor dem 14. Juni. In unterschiedlichen Handlungssträngen rekonstruiert er die Ereignisse. Er schildert von den jungen Männern, die ihren Idealen folgen, von dem Thronfolger Franz Ferdinand und seiner Frau und lässt auch die Angehörigen der Attentäter nicht außen vor.


    Ich fand es interessant, zu lesen, wie die Tage damals abgelaufen sein könnten. Allerdings hat mir ein wenig die Spannung gefehlt, da das Ende nun mal unweigerlich bekannt ist. Damit fehlt natürlich ein wesentlicher Aspekt, um den Roman als Thriller zu bezeichnen. Nichtsdestotrotz hat mir das Buch gut gefallen. Es war nachvollziehbar, warum Gavrilo und seine Freunde, so gehandelt haben, wie sie es getan haben. Mein Mitgefühl für diese Männer hält sich allerdings in Grenzen.


    Die Frau von Franz Ferdinand fand ich im Besonderen interessant. Sophie hatte im Grunde nur Pech zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein. Als sie starb, musste ich dann doch mit den Tränen kämpfen. Wie grausam das Leben doch manchmal spielt. Das Bild, welches der Autor von ihr gezeichnet hat, hat mir gut gefallen. Ihre Gedanken und Gespräche mit Franz Ferdinand haben sich gekonnt in die Geschichte gefügt.


    Gelungen fand ich die Schilderung wie und warum es zu diesem Attentat kam und wie verzweifelt dieser Major versucht hat das schlimmste zu verhindern. Hier zeigt sich, wie machtbesessen manche Vorgesetzten einfach sind. Ob es wirklich so gewesen ist, wie der Autor es hier schildert, bleibt mal dahingestellt, ich fand die Schilderung aber durchaus glaubwürdig und nachvollziehbar.


    Der Erzählstil war dabei leicht und locker zu lesen. Am Ende befindet sich ein Personenregister, welches Aufschluss darüber gibt, wer von den Protagonisten historisch belegt und wer fiktiv war. Ein Nachwort klärt Fiktion und Wahrheit und ein Glossar der fremden Begriffe rundet das Buch ab.


    Fazit:


    „Der Attentäter“ ist ein Roman über ein schreckliches Attentat im 20. Jahrhundert. Ulf Schiewe hat dieses historische Ereignis ausführlich geschildert und es von mehren Seiten beleuchtet. Mir haben der Roman und die Art und Weise, wie der Autor vorgegangen ist, gut gefallen. Die Handlung war spannend und vor allem glaubwürdig bis zum bitteren Ende.


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    Das berührende Schicksal eines ganzen Volkes


    Nordamerika in der Mitte des 16. Jahrhunderts: Maisblüte ist eine junge Frau, die dem Stamm der Choctaw-Indianer angehört. Ihr Volk lebt im Einklang mit der Natur. Ihr Leben ist vorherbestimmt, ihr Vater ein mächtiger Häuptling. Der Stamm lebt am Alabama-Fluss.


    Machwao ist ein Indianer vom Stamm der Menominee hoch im Norden. Er hat vor eine Handelsreise anzutreten und mit den Stämmen im Süden, Handel zu treiben. Keiner der beiden ahnt, welches Schicksal auf sie beide zukommt. Niemand sieht die Bedrohung kommen. Männer aus einem fremden Land haben den Kontinent betreten. Sie sind seltsam gekleidet, haben merkwürdige Kopfbedeckungen und reiten auf vierbeinigen Hunden durchs Land. Aber viel schlimmer noch ist, das sie mordend und brennend durch das Gebiet der Menschen ziehen. Sie töten wahllos und sie bringen Krankheiten mit. In dieses Chaos hinein gerät Maisblüte und nichts in ihrem Leben ist mehr so, wie es mal war. Jetzt muss sie als Sklavin ihr Leben fristen. Ohne eine Chance auf ein neues Leben. Sie wird mitgeschleppt Richtung Norden, einer ungewissen Zukunft entgegen.


    Dieser Roman ist nicht einfach nur ein weiterer Roman über die Ureinwohner Nordamerikas, sondern erzählt von dem Schicksal einer jungen Frau. Maisblüte erlebt am eigenen Leib, was das Betreten der Spanier Nordamerikas für ihr Volk bedeutete. Dabei lässt die Autorin Kerstin Groeper nichts aus. Sie beschönigt nichts und scheut auch nicht dafür zurück, genau zu schildern, was die Conquistadores mit der Bevölkerung gemacht haben. Nicht alle Szene lassen sich einfach lesen, manche sind brutal und schonungslos, aber trotz aller Härte hat es die Autorin verstanden, auch die Hoffnung auf ein besseres Leben für ihre Protagonisten nicht sterben zu lassen.


    Mir hat dieser Roman gut gefallen, er hebt sich deutlich hervor aus dem Genre der historischen Romane, und zwar nicht nur, weil er detailgetreu erzählt, wie es im 16. Jahrhundert gewesen sein könnte, sondern weil er von einem Schicksal erzählt, welches oft verherrlicht wird. Die Autorin schildert die Eroberung Nordamerikas mit bewegenden Worten und lässt dabei nichts aus. Sie hat es verstanden ihre fiktive Geschichte um Maisblüte und Machwao mit den historischen Tatsachen zu verbinden. Entstanden ist ein berührendes Schicksal von Menschen, die in ein neues Leben gezwungen wurden.


    Zunächst wird die Geschichte der beiden Protagonisten einzeln erzählt. In zwei Handlungssträngen wechselt die Autorin zwischen ihnen hin und her. Der Leser erlebt so beide Schicksale gleichzeitig. Man sieht dabei schön, wie die beiden Handlungsstränge langsam zusammen laufen und sich dann verbinden. Der Erzählstil ist dabei detailgetreu und flüssig zu lesen. Groeper erzählt aber nicht nur von den Menschen, sondern viel mehr noch von der Landschaft, von der Umgebung, durch welche ihre Protagonisten ziehen. Die Schönheit und Weite des Landes wird deutlich.


    Schon das Cover lässt erahnen, um welches Leben es hier geht. Es passt wunderbar zu der Geschichte im Buch. Die Aufmachung ist überhaupt gut gelungen. Es gibt eine Karte, mit welcher man gut den Weg nachverfolgen kann, den Maisblüte, Machwao und die Spanier genommen haben. Ein Nachwort am Ende klärt Fiktion und Wahrheit.


    „Donnergrollen im Land der grünen Wasser“ ist ein berührender historischer Roman über das Leben im 16. Jahrhundert Nordamerikas. Das Leben und Sterben dieser Protagonisten geht einem unter die Haut. Kerstin Groeper hat es verstanden fesselnd zu erzählen. Ich konnte mich nur schwer von der Geschichte um Maisblüte und ihrer Familie trennen. Für mich war es das erste Buch dieser Autorin, aber sicher nicht mein letztes.


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    Aus einem Leben im 30.-jährigen Krieg


    Der 30.-jährige Krieg tobt durch Europa. In dieser Zeit lebt Magdalena. Sie ist eine mutige junge Frau, die sich nicht in ihre Rolle als Frau pressen lassen will. Sie ist handwerklich sehr geschickt, hat früh ihrem Vater bei seinem Schmiedehandwerk zugesehen und so gelernt, Pferde zu beschlagen. Magdalena verhält sich nicht, wie ein junges Mädchen es tun sollte, und wird so immer wieder misstrauisch betrachtet. Auch die Eltern können und wollen ihr nicht beistehen. So muss sie die elterliche Schmiede verlassen und sich selbst versorgen. Sie gerät durch einen Zufall in den Krieg und von nun an bestimmt dieser ihr Leben. Magdalena zieht mit und verdient sich ihr Geld als Marketenderin. Sie erlebt aber nicht nur die Schrecken dieses Krieges, sondern auch Liebe und Freundschaft.


    Carmen Meyer schildert das Leben in dieser Epoche ausführlich. Magdalena lebt ein Schicksal, welches wohl viele Frauen in dieser Zeit führten. Sie ist als Frau auf sich allein gestellt, noch dazu mit Fähigkeiten ausgestattet, die man einfach nicht haben durfte. Sie sagt, was sie denkt und das ist nicht immer gut. Die Folgen bekommt sie dabei schnell zu spüren. Zum einen musste sie die Heimat verlassen, zum anderen hatte sie auch im Tross zu gehorchen. Es fiel ihr nicht immer leicht. Die Autorin hat ihr Leben aber glaubhaft in Szene gesetzt. Sie hat nicht nur das Leben in den Versorgungszügen der Armeen geschildert, sondern viel mehr von dem Leben dieser Menschen.

    Es war anstrengend und gefährlich, aber eben auch das einzige Leben, dass Frauen wie Magdalena hatten. Carmen Meyer gibt ihnen ein Gesicht, macht sie lebendig.


    Mit ihrem leichten Erzählstil hat sie mich schnell in den Bann gezogen. Allerdings hatte ich zu Beginn ein paar kleine Schwierigkeiten. Mir kam die Geschichte etwas bekannt vor, bis ich dann festgestellt habe, „Die Trossfrau“ ist eine lockere Fortsetzung zu dem Roman „Das Awaren-Amulett“. Als mir das dann bewusst war, wurde das Buch noch besser. Ich fand es interessant, zu lesen, was aus den Protagonisten geworden ist, die in dem Vorgänger nur am Rande erwähnt wurden.


    Man kann die beiden Bücher unabhängig voneinander lesen. Es sind Geschichten, die für sich allein stehen, auch wenn sie zusammen gehören. Ein Nachwort klärt kurz Fiktion und Wahrheit, ein Glossar klärt einige fremde Begriffe und ein Personenregister gibt Aufschluss über historisch belegte Protagonisten.


    Fazit:


    „Die Trossfrau“ ist ein historischer Roman über Frauen, die im 30.-jährigen Krieg leben mussten. Magdalenas Schicksal steht für diese Frauen. Ihre Geschichte ist unterhaltsam und informativ. Das Buch war in nur wenigen Stunden gelesen, weil ich es einfach nicht aus der Hand legen konnte. Spannende und gute Unterhaltung.


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    Das Leben geht manchmal seltsame Wege


    Mona Lang lebt in Berlin und ist eigentlich der Meinung, glücklich zu sein. Doch dann erreicht sie der Brief eines Anwaltes aus München. Ihre Großtante Klara ist verstorben und hat ihr ein Haus vererbt. Mona hat die Tante nur einmal kurz gesehen und das ist Jahre her. Warum sie ausgerechnet ihr so ein großes Erbe hinterlassen hat, versteht sie nicht. Einmal in München angekommen und sich mit dem Erbe befasst, kommt die junge Frau einer Intrige aus der Vergangenheit auf die Spur. Das Haus hat eine Geschichte, die nicht so ganz einfach zu entschlüsseln ist.


    Ellen Sandberg erzählt die Geschichte eines Hauses in München-Schwabing. Mona erbt dieses Haus und damit auch ein gewisses Vermögen, allerdings ist es nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint. Mona ist eine Frau, die es nach Möglichkeit allen recht machen möchte. Sie hat die Veranlagung, auch den ärmsten der Armen zu helfen, und so wandert schon mal schnell der eine oder andere Euro in die Dosen der Bettler. Für Mona ist es selbstverständlich anderen Menschen zu helfen. Dies ist wohl auch mit einer der Gründe, warum die Großtante ausgerechnet ihr das Haus mit seiner Vergangenheit vererbt hat. Ein Satz der Tante begleitet die junge Frau: „Mona wird das richtige tun“, was aber genau die alte Dame damit gemeint hat, bleibt lange im Unklaren.


    Die Geschichte um Mona und das Haus und vor allem um die Bewohner dieses Haus, spielt sich auf zwei Zeitebenen ab. Zum einen in der Gegenwart und erzählt von Mona und ihren Problemen im Jahre 2018. Der zweite Handlungsstrang setzt im Jahre 1938 an. Hier beginnt die Geschichte der Großtante Klara und ihrer Freundin Mirjam Roth. Die Familie Roth plant ihre Auswanderung, denn die Zeiten sind schlecht für jüdische Familien. Auch die Freundinnen müssen sich trennen.


    Ellen Sandberg schildert gelungen davon, wie das Haus den Besitzer wechselte und was alles in diesen Jahren geschehen ist. Immer wieder kehrt sie aber zu Mona Lang in die Gegenwart zurück. Nicht nur für die junge Frau ist es eine Reise in die Vergangenheit, sie lernt auch die Nachfahren der Familie Roth kennen. Die Schilderung dieser zweiten Familie, ist vielleicht ein wenig zu überspitzt. Sie werden als Menschen geschildert, die nur aufs Geld aus sind. Der Traum vom Reichtum begleitet sie, die Hoffnung, Hartz IV hinter sich lassen zu können, ist immer dabei. Diese Szenen fand ich schon etwas zu klischeehaft und überzogen. Auch die Handlungsweise von Mona war nicht immer nachvollziehbar oder glaubwürdig, obwohl ich den Gedanken gut finde, dass es Menschen gibt, die so selbstlos handeln. Mona wird als Frau geschildert, die eben alles richtig machen möchte und vor allem es anderen recht machen will. Dies bringt sie schon mal an ihre Grenzen und sie gerät schnell unter den Einfluss falscher Leute. Es dauert ein wenig, bis sie ihre Fehler erkennt und ihre Schlüsse daraus zieht. Aber im Ganzen gesehen hat mir ihre Art gut gefallen. Gemeinsam mit Mona erfährt der Leser die tragischen Ereignisse ab den Jahren um 1938. Sie entschlüsseln sich so nach und nach mithilfe von Briefen und Dokumenten, die die junge Frau bei der Durchsicht der persönlichen Hinterlassenschaft der Tante findet. So entsteht eine spannende Geschichte aus der Vergangenheit und verbindet sich gekonnt mit der Gegenwart.



    Der Erzählstil ist dabei leicht und flüssig zu lesen, einmal begonnen konnte ich das Buch eigentlich nicht mehr aus der Hand legen. Mir hat die Geschichte von Mona und Klara gut gefallen. Zwei Freundinnen, zwei Leben und Schicksale und am Ende bekommt jeder was er verdient, den das Leben geht manchmal seltsame Wege.


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    Eine Heldensaga aus dem hohen Norden


    Limgard ist ein kleiner Ort irgendwo im Norden. Hier leben Krieger, deren einziges Bestreben es ist, auf Raubzug zu gehen, um mit ihren Taten von den Skalden besungen zu werden. Truid ist die Tochter des Jarls von Dorsteinn. Die Jarls von Limgard und Dorsrstein sind befreundet und um diese Freundschaft zu festigen, soll Truid nun in Limgard leben. Zunächst ist es ihr gar nicht recht. Sie würde lieber in der Heimat bleiben, auch wenn der Ort, der Geburtsort ihrer Mutter ist. Allerdings lebt sich die junge Frau dann doch gut ein und findet nicht nur Freunde. Gleich zwei Krieger lockt sie an. Rorik und Svein sind Freunde bis in den Tod, doch die Liebe zur gleichen Frau könnte zu Problemen führen. Doch dann gehen sie auf Raubzug in ein entferntes Land und alles scheint sich zu ändern.


    „Wellensang“ ist der Debütroman von Anna Eichenbach. Sie hat ihre Geschichte über die Nordmänner im 8. Jahrhundert angesiedelt. Die Handlung beginnt mit der Jarlstochter, die einen Weg gehen soll, den sie eigentlich nicht gehen will. Zunächst fließt die Geschichte leicht dahin und scheint sich zu einem Liebesroman, vor historischer Kulisse, zu entwickeln. Nichts was einen bleibenden Eindruck hinterlassen würde, so dachte ich jedenfalls. Aber dann nahm die Geschichte eine Wendung, die mir gut gefallen hat. Rorik wurde vor eine fast unlösbare Aufgabe gestellt und Svein hat einen Weg eingeschlagen, der ihm selbst nicht gefallen hat. Mir hingegen hat gut gefallen, wie die Autorin jetzt von dem Leben dieser Männer und Frauen erzählt hat. Am Ende habe ich einen historischen Roman gelesen, der mich nicht nur gut unterhalten hat, sondern vor allem eine spannende Geschichte zu erzählen hatte.


    Der Erzählstil ist dabei leicht und flüssig zu lesen. Die Autorin hat es verstanden, den Lebensstil dieser Menschen lebendig werden zu lassen und gleichzeitig die Schönheiten der Landschaft zu beschreiben. Sie hat in ihrer Erzählung immer mal wieder alte Namen und Orte einfließen lassen, diese aber auch gleich übersetzt, sodass man nicht aus dem Lesefluss gebracht wurde. Mir hat gut gefallen, wie sie von den alten Göttern erzählt hat und dann wieder von dem Leben und dem Kampf auf Raubzug.


    Fazit:


    „Wellensang“ ist ein wunderbarer Roman über die Krieger des Nordens. Über ihr Leben, ihre Liebe und ihre Götter. Auch wenn die Handlung keine historische Grundlage hat und wohl nur der Fantasie der Autorin entsprungen ist, könnte es durchaus so gewesen sein. Männer wie Rorik, Svein und ihre Kameraden oder Frauen, wie Turid wird es sicher gegeben haben.

    Ich bin gespannt, was uns diese Autorin noch zu erzählen hat, ihr Debüt ist ihr in meinen Augen jedenfalls gelungen. Vielleicht entführt sie uns ja noch mal nach Limgard und es gibt ein Wiedersehen mit Turid und ihren Freunden.


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