Beiträge von sheena01

    Anfängliche Spannung geht durch unzählige Handlungsstränge verloren


    Inhalt:

    Der Würfelmörder“ ist der vierte Band der Thriller Reihe um den Ermittler Fabian Risk, der bereits 2019 unter dem Titel „10 Stunden tot“ erschienen ist: Die idyllische Stadt Helsingborg an der Küste Schwedens wird plötzlich von einer Reihe extrem brutaler Morde erschüttert, sodass die örtliche Polizei bald sämtliche ihr zur Verfügung stehenden Einsatzkräfte im Einsatz hat. Selbst auf die Hilfe von Kommissar Sebastian Risk, der aufgrund eines tragischen Ereignisses außer Dienst gestellt ist, muss dabei zurückgegriffen werden. Lange Zeit tappen die Ermittler mehr oder wenig im Dunkeln, sie vermuten als Tatmotiv Fremdenfeindlichkeit. Dass der Täter Auswahl seiner Opfer würfelt, um keinerlei Verbindungen zu ihm als Täter herzustellen, ahnt freilich niemand.


    Handlung:

    Ein irrer Täter treibt in Helsingborg sein Unwesen, indem er seine Opfer scheinbar wahllos brutal und kaltblütig ermordet. Die Ermittler haben mit den Morden alle Hände voll zu tun, und sind mit ihren personellen Ressourcen völlig ausgelastet. Zudem haben die involvierten Beamten mit diversen persönlichen Problemen zu kämpfen, was ihre Energie für den beruflichen Einsatz schmälert.


    Schreibstil:

    Stefan Ahnhem schreibt flüssig und versteht es, seine Leser zu fesseln. Er beschreibt den Plot detailgetreu so anschaulich, dass man das Gefühl hat, als Zaungast vor Ort zu sein. Zudem wird dieser Thriller in unzähligen Handlungssträngen erzählt, die teilweise bis zum ersten Teil dieser Buchreihe hineinreichen.


    Charaktere:

    Jeder der Ermittler hat neben seiner beruflichen Arbeit mit seinen persönlichen Dämonen zu kämpfen: Da ist zum einen Fabian Risk, der derzeit eigentlich vom Dienst freigestellt ist, da sein beruflicher Einsatz in der Vorgeschichte um ein Haar seine eigene Familie ausgelöscht hätte. Mit den Nachwirkungen zu diesem Fall beschäftigen ihn auch während des aktuellen Falles und bringen seine Familie wiederum an ihre Grenzen. Zudem verdächtigt Fabian seinen Kollegen Molander, zahlreiche bis dato ungeklärte Mordfälle verübt zu haben, und ermittelt gegen diesen in seiner Freizeit auf eigene Faust. Seine Kollegin Irene Lilja muss zu ihrem Entsetzen feststellen, dass ihr Lebensgefährte Hampus einen Hang zur Gewaltbereitschaft hat und zudem einer rechtsradikalen Vereinigung angehört.


    Cover:

    Das gelbe Coverbild mit einem Würfel passt zwar thematisch gut, allerdings lässt sich dahinter nicht unbedingt ein Thriller vermuten. Aus diesem Grund hat mir persönlich das alte Cover unter dem Titel "10 Stunden tot" wesentlich besser gefallen, hier strahlte bereits das Cover etwas Unheimliches aus!


    Autor:

    Stefan Ahnhem stammt gebürtig aus Stockholm, wo er auch heute noch mit seiner Frau und drei seiner vier Kinder lebt und als Schriftsteller und Drehbuchautor arbeitet.


    Meinung:

    Ahnhem versteht es, seine Leserschaft von Anfang an mit seinem eindrücklichen Stil in den Bann zu ziehen und mitzureißen. Das Buch ist in unzählige sehr kurz gehaltene Kapitel unterteilt, indem er stets von einem Handlungsstrang in den nächsten springt, was zum Teil nicht ganz einfach nachzuvollziehen ist. Was aus dem Klappentext nicht hervorgeht, ist, dass es sich bei diesem Buch um den vierten Band einer Thriller-Serie handelt, bei der die Bände aufeinander aufbauen. Daher wird man im Laufe der Geschichte plötzlich mit Figuren konfrontiert, deren Funktion bis zum Schluss des Buches nicht ganz klar ist, wenn man, so wie ich, die Vorgängerbände nicht kennt. Dies verursacht eine Flut an unterschiedlichen Namen, zu denen man – besonders zu Beginn des Buches keine näheren Informationen hat.


    Persönliche Kritikpunkte:

    Für meine Begriffe gibt es in diesem Buch zu viele Handlungsstränge, noch dazu reichen diese bis in die Vorgängerbände zurück. Wenn man diese Bücher allerdings nicht gelesen hat, fehlt einem eine beträchtlicher Anteil an Informationen, deren Kenntnis für dieses Buch durchaus förderlich gewesen wäre. Was es etwa mit der Figur einer Dunja Hougaard auf sich hat, lässt sich auf diese Weise nur erahnen, man erfährt hier jedoch kaum etwas über sie, daher ist der Handlungsstrang, der sich hier auf sie bezieht, für den Rest dieses Buches völlig irrelevant und eher störend, wenn man vorerst nur dieses Buch der Serie lesen möchte. Zudem fielen mir während des Lesens einige inhaltliche Fehler in dieser Geschichte auf, die vom Lektorat vermutlich übersehen worden waren. Was mich zudem störte, war die zunehmend vulgäre Sprache, derer sich der Autor bediente, auch die detaillierte Beschreibung der sexuellen Ausschweifungen und Abartigkeiten (besonders jene, die das Thema Pädophile beinhalteten, fand ich ein wenig Zuviel des Guten. Auch mit dem Schluss des Buches bin ich nicht ganz glücklich. Es bleiben leider sehr viele Fragen offen, man gewinnt den Eindruck, als hätte der Autor einen dringenden Abgabetermin einzuhalten gehabt und deshalb kein besonderes Augenmerk auf das Ende legen können, was meine anfängliche Begeisterung für dieses Buch drastisch reduzierte.


    Fazit:

    Ein Buch, das sicherlich sehr spannend ist, man sollte allerdings nicht den Fehler begehen, in diese Buchreihe quer einzusteigen, sondern mit Band eins beginnen, da einem sonst wichtiges Informationsmaterial entgeht.

    Herzerwärmende, lustige Geschichte


    Inhalt & Handlung:


    Danny Maloony hat es wahrlich nicht leicht im Leben: Nach dem Unfalltod seiner Frau ist er alleinerziehender Vater des kleinen Wills, der Junge war Augenzeuge des Autounfalls seiner Mutter und spricht seither nicht mehr. Danny bekommt mit, dass Will, in der Schule gemobbt wird, er kann ihm jedoch nicht helfen, da der Junge nicht mit ihm kommuniziert! Das Geld ist bei den beiden knapp, viele unbezahlte Rechnungen zeugen von ihrer prekären finanziellen Situation. Als Danny auch noch seinen Job verliert, und er keine neue Arbeitsstelle finden kann, muss er zwangsläufig kreativ werden, um zumindest seine Miete, mit der er massiv im Rückstand ist, bezahlen zu können: Von seinem letzten Geld kauft er sich ein Pandakostüm, um damit als Straßenkünstler sein Geld zu verdienen. Seine ersten Auftritte als Panda sind jedoch vor allem eins: mega-peinlich. Glücklicherweise bekommt Danny jedoch Schützenhilfe von der Pole-Tänzerin Krystal, die ihm Nachhilfe in Sachen Tanzunterricht gibt. Als er dann auch noch als Panda verkleidet einschreitet, als Danny wiedermal von Schulkollegen schikaniert wird, beginnt sich eine Freundschaft zwischen Will und dem vermeintlich Fremden im Pandakostüm zu entwickeln.




    Schreibstil:


    Die Geschichte ist flüssig und extrem humorvoll geschrieben, sodass man an vielen Stellen ob der Situationskomik herzlich lachen kann. Aber dieses Buch ist nicht nur lustig, James Gould-Bourn schafft es zusätzlich, den Leser mit seiner Wortwahl unglaublich zu berühren!




    Charaktere:


    Danny muss man einfach gern haben, er bekommt vom Leben viele dicke Knüppel vor die Füße geworfen, und jedesmal, wenn er am vermeintlichen Tiefpunkt angekommen zu sein scheint, erleidet er einen weiteren Rückschlag. Aber er lässt sich trotzdem nicht entmutigen, behält seine positive Denkweise bei und findet durchaus kreative Lösungen! Zudem kümmert er sich rührend um seinen kleinen Sohn Will, der nach dem Tod seiner Mutter nicht mehr spricht.


    Auch Will schließt man sofort in sein Herz, auch er hat sein Herz am rechten Fleck, hält loyal zu seinem besten Freund Mo, auch wenn die beiden dadurch zur willkommenen Zielscheibe von Mobbingangriffe in der Schule werden.




    Cover:


    Das Cover ist mit seinem türkisen Einband sehr schlicht gehalten, und doch symbolisiert die kleine Illustration über dem Titelbild, auf der ein Panda zusammen mit einem kleinen Jungen aus dem Blickfeld des Lesers hinausspaziert, im Grunde alles, was diese Geschichte ausmacht: Die tiefe Verbundenheit eines Vaters zu seinem Kind!




    Autor:


    James Gould-Bourn wurde in Manchester geboren und arbeitete einige Zeit für Organisationen zur Beseitigung von Landminen im mittleren Osten und Afrika. Durch einen Kurs über kreatives Schreiben gelangte er zur Schriftstellerei.




    Meinung:


    Ein toller Roman, der ganz im Stile des Buches „About a Boy“ den Leser unglaublich zu berühren vermag! Auch wenn hier sehr viele Klischees bedient werden, ist es eine angenehm locker zu lesende Geschichte, die vielleicht ein wenig vorhersehbar ist, beim Lesen aber nichtsdestotrotz sehr viel Spass macht! Auch wenn sehr viele wirklich traurige und deprimierende Szenen zu finden sind, ist trotzdem eine unglaubliche Leichtigkeit vorherrschend!




    Fazit:


    Eine wirklich entzückende und zu Herzen gehende Geschichte, die einen noch dazu sehr zum Lachen bringt!

    Die Geschichte des HirschgulaschsInhalt & Handlung: Dies ist die Geschichte des Charlie Berg, die ungewöhnlicher nicht sein kann: sie beginnt mit dem Jagdausflug Charlies und dessen Großvaters, aus dem letztlich drei Tote resultieren. Danach wird in mehreren Abschnitten Charlies Leben geschildert, beginnend mit seiner Kindheit in der er mit einer lieblosen Mutter, einem stets bekifften Vater und einer autistischen Schwester aufwächst. Seine heimliche große Liebe ist Mayra, sie jedoch beabsichtigt den Ganoven Ramón zu heiraten. Schreibstil: Der Autor schreibt in einer sehr flüssigen, eingängigen Form, mit der er den Leser gleich zu Beginn in seinen Bann zieht. Leider bedient er sich jedoch ab Teil zwei einer sehr deftigen, vulgären Ausdrucksweise. Charaktere: Was hier alle Figuren eint, ist dass sie allesamt sehr skurril gezeichnet sind: Protagonist Charlie wird mit einem schwachen Herzen geboren, in seiner Kindheit erleidet er einen Unfall, der für ihn einen phänomenalen Geruchssinn zur Folge hat. Ab diesem Zeitpunkt ist er imstande, auch die geringsten Geruchskomponenten zu benennen und richtig einzuordnen. Die Figur des Charlie wächst bei den Schilderungen seiner Kindheit richtiggehend ans Herz, als er vergeblich versucht, Lob und Anerkennung von seiner lieblosen Mutter zu ergattern. Im Gegensatz zu seiner Mutter wirkt Charlies Großmutter wie die Traumoma schlechthin, sie verfügt über ungeahnte Fähigkeiten. Sehr schräg wirkt aber auch Charlies Schwester, die nur in Form von Zitaten zu kommunizieren scheint. Cover: Was an diesem Buch als erstes sehr positiv auffällt ist sein wunderschönes Cover von einer Waldlandschaft, welche thematisch das ganze Buch prägt. Die eigentliche Überraschung zeigt sich für mich erst nach dem Entfernen des Schutzumschlags, denn auch der eigentliche Umschlag des Buches ist mit demselben Waldmotiv bedruckt, was sehr edel wirkt. Autor: Sebastian Stuertz animiert hauptberuflich Grafiken für Film und Fernsehen. Selbst am Steinhuder Meer aufgewachsen, lebt er heute in Hamburg. Mit "Das eiserne Herz des Charlie Berg" gibt er sein Debüt als Romanautor. Meinung: Der Beginn der Geschichte ist bezeichnend für die ganze Geschichte, er ist wie der Rest äußerst ungewöhnlich: ein an sich harmloser Jagdausflug endet unbeabsichtigt mit drei Toten. Auch beim restlichen Roman ist man vor solch ungewöhnlichen Wendungen nicht gefeit: immer dann, wenn man sich mit einem Handlungsstrang abgefunden hat, biegt die Geschichte plötzlich in verrückter Weise ab, und man wird an völlig unerwarteten Schauplätze katapultiert. Selbst der ganze Roman als solcher lässt sich nur sehr schwer einordnen: hat man es hier mit einer Liebesgeschichte der besonderen Art zu tun, einem Thriller, ein Drama, eine Familiengeschichte oder doch einer zum Teil rabenschwarzen Komödie? – Man weiß es nicht so genau, denn man findet hier jedes einzelne Genre vor. Genau das macht für mich den Reiz dieses Buches aus! Persönliche Kritikpunkte: Phasenweise wirkt der Roman ein wenig langatmig, zu ausschweifend, einige Stellen hätten für meinen Geschmack durchaus ein wenig gekürzt werden können, ohne dass die Geschichte darunter gelitten hätte. Zudem greift der Autor zum Teil auf eine recht derbe, fast schon vulgäre Ausdrucksweise zurück, was ich beim Lesen als weniger prickelnd empfand. Fazit: Ein Buch, das sich in keinerlei Schubladen pressen lässt, das einen teilweise ob der oftmals grotesken Schilderungen laut auflachen lässt, das an anderen Stellen aber auch sehr betroffen macht.

    Wer fürchtet sich vorm bösen Wolf?


    Inhalt & Handlung:


    Der pensionierte Detective Sergeant Finlay Shaw ist tot, alles deutet auf einen Suizid hin, da er zuhause in einem von innen verschlossenen Raum aufgefunden wurde, darin sind sich alle einig. Einzig WIlliam „Wolf“ Fawkes, den Shaw seinerzeit ausgebildet hatte, und der Shaw seither immer als Mentor und väterlichen Freund angesehen hatte, kann dieser Theorie nichts abgewinnen. Obwohl er aufgrund eigener dienstlicher Verfehlungen bereits so gut wie sicher im Gefängnis sitzt, setzt er alles daran, den Tod seines Freundes restlos aufzuklären, denn er glaubt an Mord. Hat er tatsächlich den „richtigen Riecher“ und steht der Tod Shaws tatsächlich mit einem Drogenfall in Zusammenhang, der für Finlay Shaw vor Jahren der Auslöser für eine steile berufliche Karriere war?



    Schreibstil:


    Daniel Cole ist als Autor kein Unbekannter in seinem Metier: in gewohnter Manier liefert er auch hier ein sehr spannendes, toll zu lesendes Werk ab, das – für einen Thriller eher ungewöhnlich – viele amüsante Elemente enthält. Man fliegt förmlich über die Seiten, weil die Geschichte einen so mitzureißen vermag. Zudem schafft es Cole in brillanter Weise, den Leser durch geschickt gesetzte, überraschende Wendungen in die Irre zu führen. Die Geschichte wird in zwei Ebenen erzählt, sie spielt einerseits im Jahre 1979, welches das weitere Leben des Opfers in entscheidender Weise prägte, und andererseits in der Gegenwart, welche im Buch das Jahr 2016 ist.



    Charaktere:


    Die zentrale Figur in diesem Band ist Wolf Fawkes: er ist sehr umstritten, denn in den Vorgängerbänden bewegte er sich weit jenseits der Legalität, in diesem Band jedoch besticht er durch seine unglaubliche Loyalität gegenüber seinem verstorbenen Freund. Verbissen setzt er alles daran, die einhellige Meinung aller Lügen zu strafen und zu beweisen, dass sich Shaw nicht selbst getötet hat, was ihn unglaublich sympathisch macht.



    Cover:


    Das Cover mit der Detailansicht eines Wolfgesichtes ist ein echter Eye-Catcher, man wird durch den bohrenden Blick des Tieres regelrecht hypnotisiert!



    Autor:


    Daniel Cole wurde 1983 geboren. Bevor er mit dem Schreiben begann, hat er als Sanitäter, Tierschützer und Seeretter gearbeitet. Cole lebt in Bournemouth in Südengland. Seine Romane sind mittlerweile in 35 Ländern erschienen.



    Meinung:


    Nach „Ragdoll – Dein letzter Tag und „Hangman – Das Spiel des Mörders“ ist dies der dritte Band einer Thrillerreihe rund um William Fawkes, Emily Baxter, Christian Bellamy und Alex Edmunds. Man sollte sich tatsächlich die Mühe machen, beim Lesen der Bände chronologisch vorzugehen, denn obwohl die drei Bücher unterschiedliche Fälle zum Inhalt haben, bauen sie doch aufeinander auf und beziehen sich aufeinander. Obwohl ich die Vorgängerbücher gelesen hatte, konnte ich mich nur noch in groben Zügen an deren genauen Inhalt erinnern, was mir am Anfang dieses Buches echte Schwierigkeiten bereitete, den guten Einstieg in die Geschichte zu finden. Um dieses Buch wirklich zu 100% zu verstehen, wäre es nötig, die Vorgängerbände knapp aufeinanderfolgend zu lesen, andernfalls läuft man Gefahr, die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Personen nicht zu verstehen, denn gerade dieser Band ist sehr vielschichtig aufgebaut. Ein weiterer Punkt, sich beim Lesen an die Reihenfolge zu halten ist der, dass in den Folgebänden viel über die Lösung der Vorgängerfälle verraten wird und somit den Lesegenuss schmälern wird, da sie diesen spoilern.



    Persönliche Kritikpunkte:


    Aufgrund meiner massiven anfänglichen Schwierigkeiten, in die Geschichte hineinzufinden, habe ich davon abgesehen, für dieses Buch die Maximalpunkteanzahl zu vergeben.



    Fazit:


    Ein wirklich toller, spannender, zum Teil auch witziger Thriller, bei dem man auf alle Fälle Kenntnisse der Vorgängerbände haben muss.

    Jules Verne für die Jugend/Junggebliebene

    Inhalt & Handlung:


    Der bekannte Wissenschafter Ernest Brightstorm gilt seit seiner Expedition zur Entdeckung und Erforschung Südpolaris als verschollen. Diverse Anschuldigungen über seinen Verbleib lassen ihn bei der Geografischen Gesellschaft in Ungnade fallen. Um ihren Vater zu suchen, heuern seine beiden Kinder, die Zwillinge Marie und Arthur bei einer Expedition der Forscherin Harriet Culpfeffer an, die ebenfalls nach Südpolaris aufbricht. Eine sehr abenteuerliche Reise ins Fantastische steht ihnen bevor, die ihren ganzen Mut erfordert. Werden die Kinder dabei etwas über den Verbleib ihres geliebten Vaters herausfinden?



    Schreibstil:


    Der vorherrschende Schreibstil ist einfach, aber dennoch flüssig und spannend zu lesen. Der Leser wird auf diese Weise auf eine abenteuerliche Reise in eine nicht näher ausgeführte Zeit geschickt, und begegnet dort allerhand magischen Wesen. Detailliert werden hier Bilder beschrieben, die einen ins Reich der Fantasie entführen. Immer wieder bekommt die Handlung unvorhersehbare Wendungen, sodass die Geschichte stets sehr spannend bleibt.



    Charaktere:


    Hauptfiguren sind das Geschwisterpaar Brightstorm: die zwölfjährigen Zwillinge Marie und Arthur zeichnen sich durch unglaublichen Zusammenhalt aus, dabei ergänzen sie sich optimal, wobei die technikaffine Marie besonders auszeichnet: durch ihren Erfindergeist kreiert sie für ihren behinderten Bruder eine Eisenhand, nachdem dieser seine eigene Hand bei einem Unfall verloren hatte. Auch wenn das Schicksal es vorerst nicht allzu gut mit ihnen meint, verlieren sie nie ihren Mut, und sind wild entschlossen, ihren Vater zu finden und seine Ehre als rechtschaffener Forscher wiederherzustellen.



    Cover:


    Das nostalgische Cover ist mit viel Liebe zum Detail ist wunderschön anzusehen. Auch die grafische Darstellung der einzelnen Kapitelanfänge ist sehr edel ausgeführt.



    Meinung:


    Bei dieser Geschichte im Stile des Steampunks fühlte ich mich unwillkürlich an Jules Vernes „In 80 Tagen um die Welt“ erinnert, mit dem kleinen Unterschied, dass diese Geschichte entstaubt ist und wesentlich mehr Pep hat, sodass sie die kleinen Entdecker und Forscher unter den Kindern begeistern wird. Auch wenn die Geschichte vom Inhalt her auch jüngere Leser begeistern könnte, sind einige der angesprochenen Themen wie etwa Intrigen oder Familienzwistigkeiten aus persönlicher Sicht doch eher für ältere Kinder (ab 12 Jahren) geeignet. Besonders positiv hervorheben möchte ich die vielen starken Mädchen- und Frauenfiguren, die in diesem Buch gezeichnet werden: die technikbegeisterte Marie oder die überaus mutige Harriet Culpfeffer, seien hier als Beispiel erwähnt.



    Persönliche Kritikpunkte:


    Mein Start in diese Geschichte war zugegebenermaßen ein wenig schwierig, denn ich empfand die schicksalhaften Veränderungen im Leben der beiden Zwillinge doch ein wenig zu dick aufgetragen und übertrieben dargestellt.



    Fazit:


    Ein Buch für junge und junggebliebene Forschergeister, die sich gerne auf eine fantastische Reise mit einer Unzahl an magischen Wesen einlassen wollen!

    Was ist „normal“?

    Inhalt & Handlung:


    Paris, gegen Ende des 19 Jahrhunderts. Die Aufgabe der Frau ist es, sich dem Mann unterzuordnen und nicht aufzufallen. Wer sich nicht an die Norm hält, läuft Gefahr, in die gefürchtete „Salpêtrière“, der Nervenheilanstalt von Paris, in der der renommierte Neurologe Jean-Martin Charcot wirkt. Hier landen viele Frauen, derer die Gesellschaft überdrüssig geworden ist: Prostituierte, Bettlerinnen, nach Vergewaltigungen schwer traumatisierte Frauen, oder aber auch jene Freigeister, deren Familien sich für ihr fortschrittliches Auftreten schämen. Hier in der Salpêtrière einmal mit der Diagnose „Hysterie“, „Epilepsie“, „Melancholie“ konfrontiert, sind diese Frauen als „verrückt“ gebrandmarkt und werden hier zumeist für ihr restliches Leben, vor der „gesunden“ Bevölkerung weggesperrt. So auch Eugénie, deren Vater sie eigenhändig einweisen lässt, weil sie angeblich die Fähigkeit hat, mit Toten zu sprechen. Um seinen guten Ruf in der Gesellschaft zu wahren, entledigt er sich ihrer auf diese Weise. Eugénie trifft hier auf die Krankenschwester Geneviève, die seit vielen Jahren ihren Dienst in der Salpêtrière versieht und sich einen guten Ruf als „Oberaufseherin“ der Abteilung gemacht hat.



    Schreibstil:


    In ihrem Erstlingswerk besticht die junge Französin Victoria Mas mit einer sehr leichten, fast schon melodiösen Schreibweise, die im krassen Gegensatz zu dem oft sehr deprimierenden Inhalt steht. Schonungslos werden hier die für die damalige Zeit gängigen Methoden in der Nervenheilanstalt beschrieben, und die Ungerechtigkeiten, die sämtlichen Insassinnen widerfahren.


    Interessant der plötzliche Perspektivenwechsel: ab dem Zeitpunkt, ab welchem bei einer Frau „Hysterie“ oder Ähnliches als Diagnose im Raum stand, wurde diese nur noch als Geisteskranke oder Irre bezeichnet!



    Charaktere:


    Man trifft hier auf etliche sehr unterschiedliche Charaktere, hier seien zum einen Eugénie erwähnt, eine für diese Zeit unglaublich fortschrittlich denkende junge Frau, die ihr persönliches Glück nicht darin sieht, als Ehefrau in einem Haushalt zu verkümmern, sondern die für ihr künftiges Leben weitaus höhere Ziele gesteckt hat. Der Schock, von ihrer eigenen Familie verraten, in der Salpêtrière zu landen sitzt tief, und sie droht daran zu zerbrechen.


    Zum anderen trifft man auf Geneviève, ihres Zeichens langjährige, treue Mitarbeiterin in der Pariser Nervenheilanstalt. Als sie auf Eugénie trifft, gerät ihr Weltbild plötzlich ins Wanken, und sie beginnt vieles zu hinterfragen.



    Cover:


    Die Farbgebung des Covers beschränkt sich auf drei Farben, mit denen schemenhaft das Bild einer Tänzerin gezeichnet wird, ein Bild das symbolhaft für das verblassende Leben der Frauen in der Salpêtrière steht.



    Autorin:


    Die gebürtige Französin Victoria Mas hat jahrelang in den USA gelebt, wo sie als Script Supervisor, Standfotografin und Übersetzerin beim Film gearbeitet hat, ist dann aber zu einem Studium an die Sorbonne nach Frankreich zurückgekehrt, wo sie heute als freie Journalistin tätig ist.



    Meinung:


    Dies ist eines jener Bücher, die sich leicht und locker lesen lassen, die einen aber letztlich im Mark erschüttern, weil sie so viel Ungerechtigkeiten zum Inhalt haben, die einen aus heutiger Sicht einfach nur sprachlos machen: Frauen, die der Gesellschaft lästig oder unbequem waren, wurden aufgrund von fragwürdigen Diagnosen einfach weggesperrt, um mit ihnen menschenverachtende Forschung zu betreiben. Dass diese Frauen aber aus heutiger Sicht gesund, allerdings aufgrund von Gewalt und Misshandlungen schwer traumatisiert waren und einfach nur einer Therapie bedurft hätten, war damals undenkbar - es wurde alles auf „Hysterie“ zurückgeführt. Beim Lesen stellte ich mir mehr als nur einmal die Frage, ob es sich bei den Verrückten tatsächlich um die Insassinnen handelte, oder ob die wahren Verrückten vielmehr jenseits der Anstaltsmauern oder unter den behandelnden Ärzten, den Göttern in Weiß, zu suchen waren, die die Frauen wie Tiere im Zoo vorführten.



    Fazit:


    Ein Buch, das aufrührt und einen nachhaltig prägt, eine echte Leseempfehlung!

    Ein Hoch auf die Potenz der Männer von Prairie Creek!

    Inhalt & Handlung:


    Bei einem nächtlichen Ausflug in Prairie Creek/Wyoming werden die Teenager Shiloh, Kat und Ruthi von einem maskierten Mann überfallen, während Shiloh und Kat vorerst die Flucht gelingt, wird Ruthi von dem Unbekannten vergewaltigt. Aus Angst vor ihrem Vater ringt sie ihren Freundinnen jedoch das Versprechen ab, Stillschweigen über den Vorfall zu bewahren. Zudem kommt es in der Gegend zu einer Reihe von Vermisstenfällen, allesamt Teenager im ähnlichen Alter wie die drei.


    Die Mädchen verlieren sich jedoch nach diesem Ereignis aus den Augen, erst 15 Jahre kreuzen sich wieder ihre Wege, und sie werden auf unliebsame Weise an das Ereignis erinnert. Zudem verschwindet erneut ein junges Mädchen. Hat der Täter von damals wieder zugeschlagen, und sind die drei vielleicht wieder in Gefahr?



    Schreibstil:


    Der Schreibstil ist recht einfach, phasenweise sehr spannend, aber zum Teil auch – geschuldet durch zahlreiche inhaltliche Wiederholungen- ein wenig langatmig. Der Täter wird erst ganz zum Schluss enthüllt, was die Spannung natürlich sehr erhöht.



    Cover:


    Der verschnörkelte grellgelbe Schriftzug „Diabolic erscheint auf den ersten Blick wie ein Blitz am dunklen Nachthimmel. Erst bei genauerem Hinsehen, erkennt man, dass aus den Buchstaben Bäume und Zweige herauswachsen. Ein gelungener Hinweis darauf, dass im Wald das Böse lauert, das Jagd auf junge Mädchen macht.



    Autorinnen:


    Das Schwesternpaar Lisa Jackson und Nancy Bush sind beide „New York Times“- und „USA Today“-Bestsellerautorinnen. Ursprünglich schrieben sie Liebesromane, ihr Durchbruch gelang ihnen jedoch erst, als sie in das Genre Thriller wechselten. Sie leben beide in Oregon.



    Meinung:


    Die Leseprobe dieses Buches, die den Nächtlichen Überfall auf die Mädchen zum Inhalt hatte, fand ich ungemein spannend, hier überschlugen sich die Ereignisse förmlich, die Latte für das restliche Buch war dementsprechend hoch gesetzt, weil ich hinter die Identität des Täters kommen wollte. Ich muss aber leider sagen, dass die anfängliche Begeisterung relativ rasch abebbte. Zu farblos, zu stereotyp waren die einzelnen Figuren gezeichnet. Was jedoch alle Figuren aus dem Raum Prairie Creek zu vereinen scheint, ist die unglaubliche Potenz und Triebhaftigkeit der männlichen Bevölkerung, der sich sämtliche Frauen in naiv-williger Art und Weise hingaben. Hier wimmelte es geradezu so von „…harten Schwänzen…“, „…pulsierender, puren Lust….“, „…pumpenden Lenden…“, „…vollen, prächtigen Brüsten…“. Man könnte sogar meinen, es hätte für die örtlichen Behörden ein Leichtes sein müssen, den Täter dingfest zu machen, da dieser offenbar mit einer permanenten Dauererektion in der Hose durch die Gegend gelaufen sein musste, mit einem „…Schwanz, der vor Vorfreude nur so zuckte….“. Solche und ähnliche Beschreibungen entbehrten nicht einer gewissen (unfreiwilligen) Komik. Beim Lesen dachte ich mir mehr als nur einmal, dass ein derartiger Täter den örtlichen Behörden schon allein durch sein wohl sehr markantes Erscheinungsbild auffallen hätte müssen. Aber offenbar ist dies bei einer derart triebgesteuerten Bevölkerung wie jener in Prairie Creek kein allzu seltener Anblick, sodass dies nicht weiter auffällt! Nach zahlreichen ähnlich beschriebenen erotischen Szenen, welche sich durch das gesamte Buch ziehen, bleibt der Leser leider etwas genervt und gelangweilt zurück.


    Die Auflösung des Falles kam dann in rasendem Tempo in wenigen Seiten am Schluss, leider erfuhr man letztlich sehr wenig über die Motivation des Täters.



    Persönliche Kritikpunkte:


    Es hat einen Grund, warum ich zu dem Buch aus dem Genre „Thriller“ greife, ich möchte dann auch gerne einen Thriller lesen und nicht massenhaft stümperhaft beschriebenen Liebesszenen, die das Buch dann künstlich in die Länge ziehen!



    Fazit:


    Ein bisschen mehr Thriller und weniger erotische „Höhenflüge“ wären wünschenswert gewesen!

    Ein Hoch auf Toleranz und Versöhnung


    Inhalt & Handlung:


    Der knapp vierzehnjährige Noёl hat es nicht leicht: ohne es zu wollen, eckt er überall an, und steht deshalb knapp vor dem Rauswurf aus der Schule. Zudem musste er vor kurzem erfahren, dass ihn seine Mutter kurz nach der Geburt bei seiner Tante abgegeben hatte, um anschließend auf Nimmerwiedersehen zu verschwinden. Seine Tante, die seither als seine Adoptivmutter fungierte, kommt mit Noёls verschlossener Art nicht zurecht, für sie hat Noёl einfach etwas Böses in sich.


    Als Noёl plötzlich beginnt, Tierstimmen in seinem Kopf zu hören, die ihm Anweisungen geben, zweifelt er anfangs selbst an seinem gesunden Menschenverstand. Die Lage spitzt sich zu, als ein riesiger Schwarzbär ihn im Zuge eines Schilagers attackiert und zu töten versucht, wobei Noёl gerade noch entkommen kann. Als die vorherrschende Lage für Noёl zuhause unerträglich wird, beginnt er, den Anweisungen der Tierstimmen Folge zu leisten und lässt sich von einer Ratte auf ein Containerschiff locken, auf dem er eine Zeitlang als blinder Passagier mitfährt. Auf diese Weise gelangt er auf die „Geheimen Inseln“, auf denen sich das Internat der bösen Tiere befindet. Will Noёl dort bleiben, muss er zuerst eine Prüfung auf Leben und Tod bestehen. Wird er es schaffen?



    Schreibstil:


    Gina Mayer erzählt diesen Jugendroman in unglaublich spannender Weise. Sie verwendet dabei eine flüssig zu lesende, sehr schöne Sprache, welche die Gegebenheiten so eindrucksvoll und eindringlich beschreibt, sodass beim Lesen die Geschehnisse wie ein Kinofilm vor dem geistigen Auge ablaufen.



    Charaktere:


    Hauptcharakter Noёl muss man einfach gern haben, schon die vielen Ungerechtigkeiten, mit denen er eingangs konfrontiert ist, führt dazu, dass man sich als Leser von Anfang an mit Noёl solidarisch erklärt: Noёl will niemandem etwas Böses, und doch wird er überall missverstanden und an den Pranger gestellt. Dass er noch dazu kurz nach seiner Geburt von der eigenen Mutter im Stich gelassen wird, zeigt einmal mehr, wie übel ihm das Schicksal mitspielt.



    Cover:


    Beim Layout ist den Herausgebern dieses Buches ein kleiner Geniestreich gelungen: Im Hardcover ist eine kleine Ausnehmung freigelassen, durch die einen die eisblauen Augen eines Leoparden interessiert beobachten. Einige tolle Glanzeffekte runden dieses wunderschöne Cover ab! Allein schon die realistische Darstellung des Covers mit der Liebe zum Detail lässt mit Sicherheit viele Kinder und Jugendliche zu diesem Buch greifen!



    Autorin:


    Gina Mayer stammt gebürtig aus Ellwangen, und arbeitete als Werbetexterin, bevor sie ihre schriftstellerische Karriere einschlug. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Düsseldorf.



    Meinung:


    Eines vorweg: Bei meinen Bewertungen schrecke ich oft davor zurück, die Höchstpunkteanzahl zu vergeben, dies bekommen bei mir nur jene Bücher, die mich nachhaltig beeindrucken und bei denen ich beim Lesen absolut nichts auszusetzen habe. Und genau das trifft auf dieses Buch zu: obwohl es ein Jugendbuch ist, ist es selbst für einen Erwachsenen wunderschön zu lesen, es ist von Beginn an extrem spannend und doch mit einer solchen Leichtigkeit geschrieben, dass ich es in einem Stück durchgelesen habe! Die Beschreibungen sind so realistisch, dass man das Gefühl hat, vor Ort zu sein, und das Ganze am eigenen Leib mitzuerleben. In diesem Buch werden Werte wie Toleranz und Versöhnung hochgehalten, mir gefällt es immer sehr gut, wenn es - so wie hier - ein Kinder/Jugendbuch schafft, eine klare Botschaft zu vermitteln, ohne dabei aufgesetzt oberlehrerhaft und besserwisserisch zu wirken.


    Dieses Buch spricht zudem selbst lesefaule Computerfreaks an, die ihre Freizeit sonst lieber mit Fantasy-Spielen verbringen, weil selbst diese Leser bei ihrer Leidenschaft, eine Mission zu erfüllen, abgeholt werden.



    Fazit:


    Ein unglaublich packendes Werk, für mich eines der besten Jugendbücher der letzten Jahre, das die volle Punkteanzahl bei der Bewertung zu Recht verdient!

    Bunte Vielfalt für exotisch ausgerüstete Küchen

    Was gibt es Leckereres als einen knackig-frischen, bunten Salat, der liebevoll mit einem raffinierten Dressing abgemacht ist? Genauso sieht es offenbar die Autorin diese Buches, Inga Pfannebecker; sie hat hier eine Reihe von Salat-Dressings gesammelt und in drei Kategorien zusammengefasst: Vinaigretten, cremige Dressings und Dressings aus aller Welt. Ich persönlich war dabei am meisten von den Vinaigretten angetan, weil sie einfach leicht sind, und sich daher wunderbar auf einem frische Sommersalat machen. Besonders jene Dressings, mit einer Limetten- oder Zitronennote zählten dabei zu meinen Favoriten. Zwar finden sich im zweiten Kapitel ebenso auch recht schmackhafte Varianten, hier fanden sich jedoch des Öfteren Mayonnaise bzw. Käse oder auch Sahne in den Rezepten, was in meinen Augen alles andere als „leichte“ Kost ist. Daher vermute ich einmal, dass auch Personen, die sich aus figurtechnischen Gründen zu einem Salat greifen, ähnlich denken und sich eher an den kalorienärmeren Vinaigretten erfreuen werden denn an fettreichen Kalorienbomben, wie man sie unter den Vertretern der cremigen Varianten im Kapitel zwei findet.


    Das dritte Kapitel umfasst Dressings aus aller Welt, man findet hier ein buntes Sammelsurium aus Dressings aus dem asiatischen Raum mit Bestandteilen wie Sesamöl, Ingwer, Harissa, Kichererbsten Tahin oder auch Reisessig, aber auch Dressings mit spanischen Einfluss, in denen Chorizo verwendet wird.


    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass dieses Büchlein sicher eine breite Palette unterschiedlicher Salatvarianten zu bieten hat, wenngleich mein persönlicher Geschmack eher mit dem ersten Kapitel -sprich den eher leichteren Vinaigretten- getroffen wurde, nicht zuletzt deshalb, weil hier vorwiegend Produkte verwendet werden, die man meist in einer durchschnittlich ausgestatteten Küche findet. Wenn ich für einen Salat allerdings erst irgendwo im wohlsortierten Supermarkt einkaufen muss, um nach Tahin oder Misopaste Ausschau zu halten, wird es ein wenig mühsam! Klar, zum Ausprobieren sicherlich einmal ganz nett, aber den Alltagsgebrauch eher nicht geeignet. Wer in seiner Küche über ein exotischeres Sortiment verfügt, wird an diesem Kochbuch natürlich mehr Freude haben, und sicherlich die eine oder andere tolle Idee finden, aber wie gesagt: für den alltäglichen Gebrauch, wenn man sich nach der Arbeit spontan einen leckeren Salat zubereiten möchte, ist es wahrscheinlich nicht ganz so geeignet - es sei denn, man stattete schon im Vorfeld extra dafür einen Besuch im Spezialladen ab. Wer daheim aber nicht z.B. zehn verschiedene Essigsorten auf Lager hat (die man sonst vermutlich nicht verwendet), für den wird es ein wenig schwierig sein, sich damit spontan einen raffinierten Salat zuzubereiten!

    Bunte Vielfalt!

    Gleich einmal vorweg: ich liebe Ein-Pfannengerichte! Man kann hier herrlich kreativ sein und die Rezepte dem eigenen Geschmack anpassen, indem man unterschiedliche Variationen ausprobiert!


    Bei diesem Kochbuch bin ich zweigespalten: zum einen enthält es wirklich sehr genial einfache und trotzdem raffinierte Gerichte, zum anderen gibt es aber auch Gerichte, die mich absolut nicht ansprechen oder reizen!


    Eingangs wird auf das Zubehör und die richtige Pfanne eingegangen, wobei ein passender Deckel, ein großes und vor allem scharfes Messer bzw. ein Pfannenwender ohnehin in Jedermanns Küche zu finde sein sollte. Was ich allerdings gut finde, sind die Tipps zur Pflege einer beschichteten Pfanne, ich kann mir durchaus vorstellen, dass diese für den einen oder anderen ungeübten „Pfannenzauberer“ recht hilfreich sein können.


    Das Kochbuch wird – je nach Zubereitungszeit - in drei Abschnitte unterteilt: in Gerichte, die 20 min, benötigen, jene deren Zubereitung 40min in Anspruch nehmen, und solche, die 60 min brauchen.


    Im ersten Abschnitt fand ich die „Scharfe Hackfleischpfanne“ am besten, zwar sehr einfach gehalten, aber nichtsdestotrotz besonders, oder vielleicht auch gerade deswegen so lecker! Und vor allem: unglaublich schnell zubereitet, ich denke, die vorgegebene Zubereitungszeit von 20min lassen sich locker unterbieten, wenn man schon im Vorfeld den dazuzureichenden Reis gekocht hat! Womit ich allerdings weniger anfangen konnte, war jenes Rezept, welches direkt neben vorhergehendem Rezept abgebildet ist: “Gemüse in Hafercreme“, Für diese Kombination von Gemüse und fertiger Hafercreme konnte ich mich definitiv nicht erwärmen!


    Die Rezepte in Abschnitt Zwei nehmen bereits etwas mehr Zeit zur Zubereitung in Anspruch, sie sind deshalb für die Tilgung des großen Heißhungers weniger geeignet. Ein kleines Juwel, das ich unter diesen Rezepten fand, ist die „Blumenkohltortilla“: Von den Zutaten her einerseits sehr günstig herzustellen, bietet es auch geschmacklich eine tolle Abwechslung. Die anderen Rezepte dieses Kapitels konnten mich allerdings nicht so beeindrucken, zumal ich keine große Liebhaberin von Couscous, Kichererbsen, Tofu oder Bulgur bin.


    Schließlich bietet im letzten Kapitel das „Petersilien-Kartoffel-Rösti bildet eine tolle vegetarische Abwechslung. Als krönender Abschluss dieses Buches sei der „Himbeer-Zitronen-Kuchen“ besonders ans Herz gelegt: dieses Rezept beweist in eindrucksvoller Form, dass man auch ohne Backrohr einen „Kuchen“ zaubern kann, der noch dazu sehr lecker schmeckt!


    Zusammenfassend kann man sagen, dass dieses Buch eine breite Palette an Gerichten mit unterschiedlichen Zubereitungszeiten zu bieten hat, von denen die einen meinen Geschmack trafen, die anderen weniger. Mag sein, dass gerade dies die bunte Vielfalt der Rezeptauswahl unterstreicht, die die Autorin hier getroffen hat.

    Klein, aber fein!

    Bei Nudeln kann man nicht allzu viel falsch machen – denkt man. Wer jedoch in der Kantine ein Nudelgericht konsumiert hat, wurde diesbezüglich eines Besseren belehrt: Da bekommt man entweder einem Patzen klebriger, hoffnungslos zusammengepappter Nudeln auf den Teller geklatscht. Wenn man da an ein Nudelgericht beim Italiener um die Ecke denkt: hier kann das Rezept noch so einfach sein, aber geschmacklich liegen hier Welten, kaum zu glauben, dass es sich dabei um ein und dasselbe Gericht handelt!

    Genau hier setzt dieses kleine, aber feine Kochbuch an: auf den ersten Seiten, oder besser auf dem verstärkten Umschlag ist kurz umrissen, wie man die „perfekte“ Pasta zubereitet, an sich ist dies wirklich keine Kunst, man muss nur einige Kleinigkeiten berücksichtigen, dann gelingen diese auch „al dente“! Daneben findet man auch eine Seite mit den unverzichtbaren Utensilien, wenn man öfters mal Nudeln zubereiten will: ein großer Topf, der genügend Flüssigkeit fasst, ein Sieb, und, wer die Pasta am Schluss gerne mit Parmesan o.ä. veredeln möchte unerlässlich: eine Käsereibe für frisch geriebenen Parmesan.

    Das Buch selbst ist in drei Unterkapiteln gegliedert „Ruckzuck gezaubert“, „Schnell gekocht“ und gemütlich geschmort“. Im ersten Teil sind tatsächlich nur „Blitzrezepte“ aufgeführt, die man im Handumdrehen zubereiten kann, hier ist die maximale Kochzeit 15-20 min, wobei die Kochzeit der Nudeln meist den Löwenanteil der Zeit in Anspruch nehmen. „Schnell“ bedeutet hier jedoch bei weitem nicht „lieblos zusammengepanscht“, man findet hier einige sehr schmackhafte Varianten, „Aglio e Olio“ ist schon seit langem einer meiner persönlichen Favoriten, viel Knoblauch mit Olivenöl und viel Petersilie, dem Ganzen verleiht Chili noch eine schöne Schärfe, simpler geht es eigentlich nicht und trotzdem, oder vielleicht sogar gerade deswegen, ein purer Genuss! Aber selbst in diesem Kapitel findet man Rezepte, wie etwa „Lachs in Mohn-Vanille-Butter“, die selbst dann etwas hermachen, wenn überraschend Gäste „einfallen“ – wunderbar einfach, aber mit dem gewissen Etwas!

    Im zweiten Abschnitt findet man unter „Schnell gekocht“ Rezeptideen, die zwischen 25 und 30 Minuten in Anspruch nehmen, hier findet man einige „Exoten“ wie etwa „Misosauce mit Ingwer-Huhn“ oder auch eine „Fruchtige Erdnusssauce“. Puristen seien hier die kindertaugliche „Allround-Tomatensauce“ und die „Tomatenrahmsauce mit Nüssen“ ans Herz gelegt!

    Das Finale bestreitet das Kapitel „Gemütlich geschmort“, hier findet man Rezepte, für die man mehr Zeit benötigt, denn all diese Speisen müssen erst einige Zeit vor sich hinköcheln, um ihren wahren Geschmack zu entfalten, wer einmal eine Spaghetti Bolognese zu schnell auf den Tisch gestellt hat, weiß, wovon ich spreche!

    Alles in allem lässt sich sagen, dass dieses Kochbuch durchaus familientauglich ist, nur leider war es bei uns zuhause so, dass jeder sein individuelles Lieblingsgericht fand, ihm jedoch das Lieblingsrezept eines anderen aber weniger zusagte, weil dieses z.B. die ihm verhassten Pilze enthielt oder ähnliches. Das ist jedoch nicht unbedingt als Kritik am Kochbuch zu verstehen, sondern zeigt einfach nur, wie variantenreich hier gekocht wird, sodass für jeden Geschmack etwas dabei ist!

    Was mir besonders positiv aufgefallen ist, sind die durchwegs „normalen“ und leicht erhältlichen Zutaten – mal von den wenigen wirklich exotischen Gerichten abgesehen, die z.B. auf Misopaste zurückgreifen, aber für besagte Rezepte sind diese Ingredienzien eben für den typischen Geschmack des Gerichtes unerlässlich! Daher bekommt dieses Kochbuch von mir die volle Punkteanzahl, denn es ist ein wirklicher Glücksgriff!

    Fall Drei für Luc Verlain


    Inhalt & Handlung:

    Auf dem Bassin d’Arcachon kommt es - gerade zur Hochsaison der Austernzucht um die Weihnachtszeit - vermehrt zu Diebstählen der begehrten Meeresfrüchte. Als Commissaire Luc Verlain mit seinem krebskranken Vater Alain, einem ehemaligen Austernzüchter, auf dem Bassin unterwegs ist, finden sie die Leichen zweier junger Männer, welche von Unbekannten an Pfählen festgebunden worden sind. Die Szenerie gleicht einer Hinrichtung, sodass die Vermutuung naheliegt, dass hier eine Bürgerwehr des regionalen Marktführers der Austernzüchter gegen vermeintliche Austerndiebe zur Selbstjustiz gegriffen hat. Oder liegt ein anderes Motiv hinter dieser Gewalttat?


    Schreibstil:

    Alexander Oetker vermag die Schönheiten der Region rund um Bordeaux in unnachahmlicher Weise in einem spannenden Kriminalroman zu verpacken - zum einen fesselt er mit einem spannenden Fall rund um die Morde an zwei jungen Austernzüchtern, zum anderen merkt man beim Lesen, wieviel Liebe zur Region und Wissen rund um diese Gegend in den Roman einfließen.


    Charaktere:

    Man lernt den Protagonisten Luc Verlain in vollem Spektrum kennen: zum einen als erfolgreichen Commissaire mit toller Aufklärungsquote, der manchmal auch zu unkonventionellen Methoden greift, zum anderen als liebevollen Sohn, der sich rührend um seinen dem Tod geweihten Vater kümmert und nicht zuletzt um einen bis über beide Ohren in seine Lebensgefährtin und beruflichen Partnerin Anouk verliebten Mann kennen, der diese im übertragenen Sinne auf Händen trägt. Er genießt das Leben in Arcachon trotz aller Widrigkeiten in vollen Zügen, was ihn sehr sympathisch macht.

    Seine Partnerin mag äußerlich zwar zierlich und mädchenhaft wirken, als Kickboxmeisterin in polizeilichem Dienst steht sie allerdings mit beiden Beinen fest im Leben, zusammen mit Luc Verlain bildet sie nicht nur privat ein tolles Team, das sich optimal ergänzt.


    Cover:

    Schon das Cover mit seinen an der Küste vor Anker liegenden Booten strahlt französisches Flair aus, und rundet in gewisser Weise ein durchaus stimmiges Werk ab!


    Autor:

    Alexander Oetker lebte und arbeitete vier Jahre als Korrespondent für RTL und n-tv in Paris. Dabei wurde er Kenner der französischen Gesellschaft. Mittlerweile lebt er in Berlin, wo er als politischer Korrespondent arbeitet. Seine Liebe zu Frankreich, speziell zu der Region um Bordeaux ist ihm aber bis heute geblieben, daher spielen auch viele seiner Werke dort.


    Sprecher:

    Wie bereits in "Château Mort" wurde auch hier Frank Arnold als Sprecher ausgewählt. Durch Variation seiner Stimmlage haucht den einzelnen Charakteren Leben ein, dadurch sind für den Hörer die einzelnen Personen gut zu unterscheiden. Seine ruhige Art zu lesen, macht das Buch zu einem echten Hörerlebnis!


    Meinung:

    Was mir an Alexander Oetkers (Hör-)büchern so gut gefällt, ist, dass sie nicht nur sehr spannend sind, sondern man immer auch die Gelegenheit hat, Neues über die Region rund um Bordeaux zu erfahren, da er sein fundiertes Wissen in gekonnter Weise detailliert ins Geschehen einfließen lässt. Durch seine Schilderungen über die Austernzucht hatte ich beinahe das Gefühl, den Züchtern vor Ort bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen zu dürfen. Auch der Rest der Geschichte strahlte soviel französisches Flair aus, dass man sich fast schon in einem Kurzurlaub an der Atlantikküste wähnt.


    Fazit:

    Ein spannendes und zugleich auch lehrreiches Hörbuch mit gehöriger Portion Lokalkolorit!

    Chaos durch ein Feuerfrettchen

    Inhalt & Handlung:

    Der elfjährige Jelko Pudelund hat es nicht leicht: in der Schule wird er von Bert Branco, einem Mitschüler wegen seines Namens gemobbt, seine überfürsorgliche Mutter frönt einem Schuh-Tick und sein Vater, in der Meinung, er müsse sich mehr um seinen Sohn kümmern, stellt ihn unbeabsichtigt beim Handballtraing bloß und mit seiner besten Freundin Lotte hat er Streit. Zu allem Überfluss taucht plötzlich das Feuerfrettchen Chilli auf und will ihn unter seine Fittiche nehmen, da Jelko seiner Meinung nach dringend seine Hilfe benötigt. Dass Chilli dabei noch mehr Chaos in das ohnehin schon turbulente Leben Jelkos bringt, ist diesem dabei gar nicht bewusst. Nun stellt sich für Jelko die Frage: wie wird er das Feuerfrettchen los, das es eigentlich nur gut mit ihm meint und ihm nur seine geheimen Wünsche erfüllen möchte?



    Schreibstil:

    Antje Szillat schreibt altersgerecht und verwendet dabei keine allzu schwierigen oder ausgefallene Wörter, sodass der Lesefortschritt auch ungeübter Leser doch recht beachtlich ist. Dies wird auch noch dadurch verstärkt, dass hier eine recht große Schrift verwendet wird und das Buch mit zahlreichen Illustrationen versehen ist, sodass Kinder unglaublich schnell eine große Anzahl an Seiten „schaffen“.



    Charaktere:

    Jelko ist der typische Junge von Nebenan, er verfügt über keine besonderen Fähigkeiten, allerdings hat er sein Herz am rechten Fleck, sodass er unglaublich sympathisch wirkt, und sich der Leser/in sofort mit ihm identifizieren kann. So zögert Jelko auch nicht, seinem größten Widersacher zu helfen, auch wenn er sich dadurch Schwierigkeiten einhandelt.

    Das Feuerfrettchen Chilli mit seiner drolligen Art und seinem unstillbaren Verlangen nach Senfbrötchen muss man einfach gern haben. Auch wenn er für eine gehörige Portion Chaos sorgt, macht er dies nur mit den besten Absichten und will helfen – wenn auch auf recht eigenwillige Weise!



    Cover & Illustrationen:

    Das comic-haft gestaltetet Cover macht einen sehr fröhlichen Eindruck, ebenso der geschwungene Schriftzug des Titels – für mich ein sehr gelungenes Cover, das sicherlich viele Kinder zum Lesen dieses Buches animieren wird! Auch innerhalb des Buches findet man immer wieder sehr niedliche Grafiken, welche vom Wiener Falk Holzapfel in liebevoller Weise gestaltet wurden.



    Autorin:

    Die gebürtige Hamburgerin Antje Szillat schreibt schon seit vielen Jahren erfolgreich Kinderbücher, so etwa die Reihe rund um den Stinktier-Detektiv „Flätscher“.



    Meinung:

    Eine wirklich liebe Geschichte über einen elfjährigen Jungen, der mit den tagtäglichen Problemen eines typischen Heranwachsenden konfrontiert wird. Er bekommt dabei Schützenhilfe von einem Feuerfrettchen, das nur er sehen kann, alles in allem sehr lustig und einfühlsam beschrieben. Man erkennt seine Entwicklung vom furchtsamen Mobbingopfer zum selbstbewussten Burschen, der beginnt, seinem Widersacher Paroli zu bieten und damit bei dessen Anhängerschaft zu punkten, indem er –wenn auch insgeheim mit ein wenig Bauchweh- seinen eigenen Weg geht!



    Persönliche Kritikpunkte:

    Was mich beim Lesen sehr gestört hat, waren diese recht unnötig gesetzten, den Sprechblasen eines Comics nachempfundenen „Grmpf!“, „Rahhr!“, „Argh!“, „Zonga!“ etc. Ausrufen, die dem Buch offenbar einen „hippen“ Touch geben sollen. Es stört einerseits extrem den Lesefluss, und ist andererseits wenig hilfreich, wenn Kinder diese Konstrukte als vermeintliche Stilfiguren womöglich in eigenen Aufsätzen oder noch schlimmer bei Schularbeiten imitieren, was unweigerlich eine schlechtere Stilnote zur Folge hat. Kinder lernen nun mal durch Vorbilder, und wenn sie solche Formulierungen in einem Buch lesen, gehen sie davon aus, dass dies eine gängige Ausdrucksweise ist.



    Fazit:

    Eine recht liebe Kindergeschichte, welche leider durch comic-hafte Ausdrücke gestört wird!

    Eine gnadenlose Abrechnung mit seinem Umfeld


    Inhalt & Handlung:

    In „Schäfchen im Trockenen“ hadert die Protagonistin Resi mit ihrem Schicksal und arbeitet dieses in einem fiktiven Buch, das sie zum Teil an ihre Tochter Bea gerichtet hat, auf. Sie nimmt sich dabei kein Blatt vor den Mund und rechnet darin gnadenlos mit ihrer Umgebung ab. Dieses Buch, das letztlich zahlreiche Preise einheimst, führt zum Bruch Resis mit ihrem Freundeskreis von früher, da sich dieser verständlicherweise verraten fühlt.


    Schreibstil:

    Das Buch ist als Monolog an Resis Tochter Bea aufgebaut, manchmal verlieren sich die Gedanken in Fantasien, es hagelt Vorwürfen in alle Richtungen, die geprägt sind von der recht einseitigen Sichtweise Resis. Man findet aber auch wirklich komische Beschreibungen ganz alltäglicher Szenerien, wie sie jeder von uns selbst wohl bestens kennt. Die wirklich treffenden Formulierungen können einem so manches Schmunzeln entlocken!


    Charaktere:

    Mitvierzigerin Resi scheint ihr offensichtliches Scheitern im Leben den widrigen Umständen und dem Fakt zuzuschreiben, in der falschen Klassenschicht aufgewachsen zu sein, übersieht dabei aber offenbar, dass man im Leben auch mal aktiv werden muss, um seine missliche Lage zu ändern. Allein mit dem Argument zu kommen, man wäre eben nicht mit dem silbernen Löffel im Mund geboren worden, wie eben die anderen, ist einfach ein wenig billig.

    Die anderen in unglaublicher Anzahl vorkommenden Charaktere erscheinen leider meist ein wenig farblos, was ihre Unterscheidung bei einem Hörbuch wirklich nicht einfach macht!


    Cover:

    Das Cover ist recht karg gestaltet, zum größten Teil in Türkis gehalten, der Titel prangt in großen Lettern darüber. Die Logik, warum ausgerechnet die Grafik einer Heizung darunter gesetzt ist, erschließt sich mir allerdings nicht!


    Autorin:

    Anke Stelling stammt gebürtig aus Ulm und studierte in Leipzig am Deutschen Literaturinstitut. Zeitgleich fing sie zu schreiben an, und verfasste zusammen mit Robby Dannenberg Romane, welche zum Teil auch verfilmt wurden. Sie erhielt mehrere Auszeichnungen wie den Berliner Kindertheaterpreis und den Preis der Leipziger Buchmesse 2019. Anke Stelling lebt heute in Berlin.


    Sprecherin:

    Die vorliegende Hörbuchfassung wird von der Autorin Anke Stelling selbst gelesen. Ich empfand ihre Stimme als sehr angenehm!


    Meinung:

    Dieses Buch ist eine Wutrede an die Gesellschaft, in der jeder offiziell seinen Platz hat, in der aber nicht jeder auch seine eigene Meinung haben darf. Man macht vieles, weil es von einem erwartet wird, aber nicht weil man es tun will. Diese und ähnliche Gedanken schwingen während des ganzen Buches mit, manchmal kann man nur zustimmend nicken, manchmal fehlt einem auch jegliches Verständnis für die Sichtweise der Protagonistin, und man hat das Gefühl, dass sie allzu sehr im Selbstmitleid schwelgt. Einige Stellen regen jedoch mit Sicherheit zum Innehalten und Nachdenken an!

    Warum dieses Buch allerdings zu einem der wichtigsten Bücher 2018 gewählt worden ist, kann ich nicht nachvollziehen, für mich erscheint es überbewertet.


    Persönliche Kritikpunkte:

    Auch wenn mich das Buch phasenweise recht gut unterhalten hat, hatte ich zeitweise das Gefühl, dass sich die Geschichte unendlich dahinzieht, und man gedanklich auf der Stelle tritt! Darüber hinaus war es glaublich schwierig, die Vielzahl an Personen unterscheiden zu können, zumal diese sehr farblos erschienen, mag sein dass mir aus diesem Grund eine Printversion des Textes mehr zu gesagt hätte, da man hier die Möglichkeit des Zurückblätterns, um einige Passagen erneut zu lesen.


    Fazit:

    Alles in allem konnte mich das Buch nicht wirklich überzeugen, zumal es vom Grundtenor her recht negativ gehalten war, auch wenn ich zugeben muss, dass mich so manche witzigen Passagen bestens unterhalten haben.

    Das Gefühl, in einen fremden Kopf hineinzusehen

    Inhalt & Handlung:

    Vom tragischen Selbstmord ihres Lebensgefährten zutiefst erschüttert, versucht die Protagonistin, welche als Ich-Erzählerin auftritt, in ihrem Leben wieder Halt zu finden, indem sie sich dem Laufen zuwendet und durch ihre zunehmende Fitness zugleich auch wieder neuen Lebensmut findet.


    Schreibstil:

    Isabel Bogdan hat dieses Buch als inneren Monolog einer Ich-Erzählerin aufgebaut, die ihren Gedanken freien Lauf lässt, während sie sich auf den diesjährigen Alster-Lauf vorbereitet. Der Text schlingt sich in unzähligen, mäanderartigen Sätzen voran, die zum Teil bloße Gedankenfetzen beinhalten – unterbrochen vom ständigen Bemühen der Protagonistin, sich auf eine regelmäßige Atmung zu konzentrieren. Eine sehr interessante, wenn auch ungewöhnliche Erzähltechnik, die jedoch sehr schön die ungeordneten Gedankengänge der Person bei der sportlichen Aktivität widerspiegelt. Man hat dadurch beinahe das Gefühl, in ihren Kopf hineinsehen zu können. Nach und nach erfährt man die komplette Hintergrundgeschichte, die für ihren momentanen Gefühlszustand verantwortlich ist.


    Charaktere:

    Im Grunde geht es hier hauptsächlich um die Gefühlswelt der Ich-Erzählerin, deren Welt mit dem Selbstmord ihres depressiven Lebensgefährten, plötzlich zum Stillstand kommt. Durch regelmäßige Laufeinheiten beginnt sie sich mehr auf sich zu besinnen und kämpft sich dadurch - im wahrsten Sinn des Wortes - zurück ins Leben.


    Cover:

    Das Cover gefällt mir sehr gut, obwohl oder vielleicht auch weil es so spartanisch-schlicht gehalten ist. In gewisser Weise bildet es den Inhalt des Buches ab, indem es sich auf das Wesentliche reduziert, so wie sich die Protagonistin in ihrem Schmerz beginnt, sich wieder auf sich selbst zu konzentrieren.


    Autorin:

    Isabel Bogdan stammt gebürtig aus Köln, sie studierte Anglistik und Japanologie in Heidelberg und Tokyo. Mittlerweile hat sie sich einen Namen als deutsche Literaturübersetzerin gemacht und ist selbst unter die Autoren gegangen.


    Meinung und persönliche Kritikpunkte:

    Dieses Buch ist sicher keine leichte Kost, man taucht in die Gedankenwelt der schwer erschütterten Ich-Erzählerin ein, die vor kurzem mit dem Selbstmord ihres Lebensgefährten konfrontiert wurde, und die nun versucht, ihre Gedanken zu sortieren und nach längerem Hadern mit ihrem Schicksal, nun langsam einen Weg in einen neuen, positiveren Lebensabschnitt findet.

    Sehr gut gemacht ist hierbei die Wahl der Erzähltechnik, die das ständige Kreisen der Gedanken um das Kernthema, dem Freitod eines geliebten Menschen und die damit verbundenen Gefühle, toll widerspiegelt. Trotzdem hatte ich beim Lesen bis knapp vor dem Schluss des Öfteren den Eindruck, auf der Stelle zu treten, zumal ich die Thematik zusätzlich als sehr belastend empfand. Das Buch ließ den Leser schließlich mit gemischten Gefühlen zurück.

    Nach dem heiteren Roman „der Pfau“, der mit jeder Menge schwarzem Humor aufwartete, eine gänzlich andere Seite der Autorin Isabel Bogdan, die damit ihre Vielseitigkeit unter Beweis stellt.


    Fazit:

    Keine leichte Kost, die an manchen Stellen auch Längen zeigt, jedoch eine sehr interessante Darstellung der Trauerbewältigung.

    Spannend bis zuletzt

    Inhalt & Handlung:

    Das Ermittlerduo Ted Conkaffey und Amanda Pharell werden im Vermisstenfall des achtjährigen Jungen Richie Farrow von dessen Mutter Sara hinzugezogen, da sie der Polizei von Cairns misstraut. Der Fall selbst erscheint aus vielerlei Hinsicht dubios: der Junge ist offenbar spurlos aus einem Hotelzimmer verschwunden, in welchem er sich mit drei anderen Jungen aufgehalten hatte, allerdings ist weder eine Entführung auf den hoteleigenen Überwachungskameras zu sehen, noch scheint irgendjemand etwas vom Verschwinden des Kindes mitbekommen zu haben. Zudem haben die beiden Detektive Conkaffey und Pharell selbst Probleme mit der örtlichen Polizei, da beide vor einiger Zeit selbst mit dem Gesetz in Konflikt gerade waren, ein Umstand der in regelmäßigen Abständen immer wieder in den Medien breitgetreten wurde und wird.


    Schreibstil:

    Candice Fox hat die Gabe, unglaublich spannend und fesselnd zu erzählen, und dazwischen immer wieder zur Auflockerung wirklich witzige Passagen einzubauen. Der Roman ist geschickt aufgebaut: Mal wird aus der Sicht des Emittlers Conkaffey erzählt, dann wieder in objektiver Form der Kriminalfall und die Ermittlungsarbeit der Polizei beschrieben, an manchen Stellen auch aus der Sicht des potentiellen Mörders des Kindes.


    Charaktere:

    Der Roman ist geprägt von den beiden Ermittlern Conkaffey und Pharell: Während Ted Conkaffey in vergangener Zeit zu Unrecht der Vergewaltigung und des versuchten Mordes an einem Mädchen beschuldigt worden war, hat er nach wie vor mit der Pauschalverurteilung seiner Person durch die Bevölkerung zu kämpfen, sodass er deswegen sogar Hemmungen hat, sich mit seiner dreijährigen Tochter in der Öffentlichkeit zu zeigen, um nur ja keine neuerlichen Anfeindungen heraufzubeschwören. So muss er sich auch erst langsam an eine neue Beziehung zu einer Frau herantasten, und sieht diese aufgrund seiner belastenden Vergangenheit von Beginn an zum Scheitern verurteilt.

    Seine Kollegin Amanda Pharell hat jedoch bereits tatsächlich ein Menschenleben auf dem Gewissen und deshalb schon einige Zeit im Gefängnis verbracht. Aus dieser Zeit stammen noch ihre Kontakte zu einer Rockergang, auf deren Hilfe sie im Notfall immer zählen kann. Amanda gilt als keine allzu umgängliche Person, ihr eilt ihr Ruf als unberechenbare Soziopathin voraus, obwohl sie eine brillante Ermittlerin mit messerscharfem Verstand und unglaublicher Kombinationsgabe ist.


    Cover:

    Wenn man den Titel liest, und dabei das Hintergrundbild dieses Covers mit diesem unheimlichen Sumpf genauer betrachtet, schwant einem schon Böses, wenn man über den möglichen Ausgang dieses Buches nachdenkt… Auf alle Fälle gefällt mir das Cover mit seinem Gruselfaktor sehr gut!


    Autorin:

    Candice Fox stammt gebürtig aus New South Wales. Nach einer kurzen Zeit bei der Royal Australian Navy, studierte sie an der University of Notre Dame Australia und gab dort danach Kurse in Literatur. Ihr Romandebüt gab sie 2014 mit „Hades“, welcher als bester Erstlingsroman mit dem “Ned Kelly Award“ ausgezeichnet wurde.


    Sprecher:

    Der Sprecher Uve Teschner war mir bereits von anderen Hörbüchern her (er lieh unter anderem den Büchern Chris Carters ausdrucksstark seine Stimme) ein Begriff. Seine dunkle Stimmfärbung macht jedes Hörbuch zu einem sehr angenehmen Hörerlebnis. Seine verstellte Stimme für Ermittlerin Amanda Pharell verlieh dieser auf recht subtile Weise noch einen zusätzlichen schizophrenen Touch, und ließ auf diese Weise die Figur der Amanda auch auf akustischer Ebene noch schräger und unberechenbarer erscheinen.


    Meinung:

    Dies ist der dritte und bislang letzte Band der „"Crimson-Lake-Serie", die ich bisher nur vom „Hörensagen“ kannte. Die Tatsache, dass ich mit dem dritten Band in die Serie „quereingestiegen“ bin, tat dem Hörvergnügen keinen Abbruch, es war auch ohne Vorkenntnisse aus den vorherigen Bänden problemlos möglich, der Geschichte zu folgen. Die für dieses Hörbuch nötigen Informationen aus den Vorgängerbänden, bekam man im Laufe dieser Geschichte vermittelt.

    Mir hat die Mischung aus aktuellem Fall und eigener Vergangenheitsbewältigung der des Ermittlerduos sehr gut gefallen, ich fand beide Bereiche gleichermaßen spannend, auch wenn ich Amandas Querelen mit ihrer Kontrahentin Joanna als ein wenig überzeichnet und dick aufgetragen empfand. Trotzdem mochte ich Amanda: ihre direkte, fast schon kindliche Art auf andere zuzugehen, verlieh ihr irgendwie auch etwas Charmantes!

    Den Inhalt des Buches fand ich spannend bis zur letzten Seite, zugleich fühlte ich mich durch so manche komische Szenen, die zum größten Teil der Figur der Amanda geschuldet sind, bestens unterhalten.


    Persönliche Kritikpunkte:

    Die feindseligen Auseinandersetzungen Amandas mit Joanna fand ich, wie bereits erwähnt, etwas übertrieben, der Spannung des Buches tat diese jedoch keinen Abbruch!


    Fazit:

    Ein bis zuletzt sehr spannendes, gut gemachtes Hörbuch, das auch zum Teil witzige Elemente beinhaltet!

    Mobbing


    Inhalt & Handlung:

    Die junge Stella jobbt neben der Schule in einem Kino. Hier wird sie eines Abends, kurz bevor sie von ihrem Freund abgeholt werden soll, verschleppt und dabei genötigt, sich vor laufender Kamera zu entschuldigen, was der Täter via Snapchat an Stellas Freundinnen übermittelt. Als wenig später ein weiterer Jugendlicher unter ähnlichen Umständen überfallen wird und auch dieser Überfall per Snapchat getreamt wird, wird klar, dass es sich hier um die Rache eines Mobbingopfers handelt. Gelingt es dem Ermittlungsteam rund um Huldar und Freya, diesem Wahnsinn ein Ende zu bereiten, und den Täter zu stoppen?


    Schreibstil:

    Yrsa Sigurdardóttir schafft es, die einzelnen Szenen unglaublich düster wirken zu lassen, dazu kommt noch ihr Hang Gewaltszenen überdeutlich hervorzuheben und detailliert zu beschreiben, was für zartbesaitete Leser wahrscheinlich recht gewöhnungsbedürftig ist. Vielleicht liegt gerade daran, dass genau diese Sequenzen besonders spannend und gruslig zu lesen sind. Zudem erfolgt die Erzählung in vielen verschiedenen Handlungssträngen, was das Gesamtwerk recht komplex macht.


    Charaktere:

    Gleich vorweg muss ich sagen, dass ich mir schwertat, mich in die einzelnen Charaktere hineinzudenken, bzw . deren Motivation zu verstehen. Die Psychologin Freya schnitt diesbezüglich bei mir noch am besten ab, Der Ermittler Huldar hingegen wirkte in seiner ganzen Art zu übertrieben überzeichnet.


    Cover:

    Das Cover in seiner kühlen Farbgebung gefällt mir außerordentlich gut, die Wahl des Titels kann ich allerdings nicht ganz nachvollziehen, im Original heißt der Titel übrigens soviel wie „Absolution“, was dem Inhalt des Buches ein wenig mehr gerecht wird.


    Autorin:

    Yrsa Sigurdardóttir wurde 1963 in Island geboren und schloss im Jahre 1988 ihr Bauingenieur-Studium als „Master of Science“ in Montreal ab und arbeitet seither als Ingenieurin am Kárahnjúka-Staudamm im Osten Islands.Sie wohnt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Seltjarnarnes bei Reykjavík.


    Meinung:

    Das Thema Mobbing zieht sich hier über mehrere Ebenen, zum einen übt ein Mobbingopfer Selbstjustiz aus, zum anderen kommt es auch innerhalb des Ermittlungsteams zu Mobbing, was die Stimmung innerhalb des Teams zunehmend vergiftet, und das gemeinsame Vorankommen bei der Lösung des Falles arg behindert. Was ich an dem Buch jedoch sehr schätzte, waren mehrere zum Teil sehr überraschende Wendungen, die es letztlich doch schafften den Spannungsbogen aufrecht zu halten!


    Persönliche Kritikpunkte:

    Der ständige Hickhack zwischen Erla und Huldar zermürbt auch den Leser, was den Lesefluss ein hemmt. Auch sonst hat man das Gefühl, das den Befindlichkeiten der einzelnen Teammitglieder mehr Gewicht geschenkt wird, als dem eigentlichen Fall, welcher dadurch ein wenig auf der Strecke bleibt. Dazu kommt auch noch ein recht klischeehaftes Männer- wie Frauenbild, wobei sich der Hauptgedanke eines Mannes darum zu drehen scheint, wie man eine Frau am schnellsten in sein Bett bekommt.


    Fazit:

    Ein Buch, das durch seine Aktualität besticht, weniger großes Augenmerk auf das Privatleben der Ermittler wäre wünschenswert gewesen!

    Sehr fesselnd!


    Inhalt & Handlung:

    Er ist hochintelligent, perfide und unglaublich wandelbar: Lucien Folter, ein Serienkiller der schlimmsten Sorte, der aus der Sicherheitsverwahrung in LA aus gebrochen ist. Robert Hunter, der Leiter der Ultra Violent-Einheit des LAPD weiß, wovon er spricht, wenn er Folter als das personifizierte Böse bezeichnet, kennt er Folter bereits seit frühester Jugend und war damals sogar eine Zeitlang mit ihm befreundet gewesen. Nun jedoch pflastern Leichen Folters Weg. Er hat sich aber in den Kopf gesetzt, mit Hunter ein Spiel zu spielen: ein Spiel auf Leben und Tod! Wird es Hunter gelingen, Luciens brutales Treiben ein Ende zu setzen?


    Schreibstil:

    An Chris Carters Art, die Dinge akribisch genau zu beschreiben, erkennt man, dass er selbst vom Fach ist, war er doch nach seinem Studium der forensischen Psychologie jahrelang Berater der Staatsanwaltschaft! Dieser Aspekt ist in vielen Details des Buches zu erkennen, sie verleiht dem Fall besondere Authentizität. Darüber hinaus ist dieser Thriller perfekt durchdacht, sodass sich der Spannungsbogen über das gesamte Werk spannt. Die Geschichte selbst wird aus mehreren Perspektiven erzählt, einerseits aus der Sicht Hunters, dann wieder aus jener Folters, diese Vorgehensweise bietet dem Leser zusätzliche Hintergrundinformationen zu deren Handlungen.


    Charaktere:

    Hunter und Folter ähneln sich in gewisser Weise: beide sind überdurchschnittlich intelligent, haben dadurch die Fähigkeit, die komplexesten Zusammenhänge mit Leichtigkeit zu erfassen. Trotzdem können die beiden nicht unterschiedlicher sein: Während Folter seine Intelligenz dafür verwendet, die Abgründe des menschlichen Seins zu erforschen und diese selbst zu leben, versucht Hunter sein profundes Wissen in Kriminalistik in konstruktive Bahnen zu lenken und zur Verbrechensbekämpfung einzusetzen. Während Folter die Fähigkeit fehlt, in irgendeiner Form Reue zu empfinden oder Empathie für seine Opfer zu empfinden, zerbricht Hunter jedes Mal beinahe an Selbstvorwürfen, wenn es ihm nicht rechtzeitig gelingt, ein Opfer vor seinem Peiniger zu retten.


    Cover:

    Dieses Cover fügt sich gut in die Reihe der bisherigen Bücher von Chris Carter ein, man erkennt auf den ersten Blick, dass man hier ein Buch dieses Autors in Händen hält: Sowohl Titel als auch Autorenname heben sich – auch farblich- stark vom verblassenden Hintergrund ab.


    Autor:

    Chris Carter wurde als Sohn italienischer Einwanderer in Brasilia geboren, nach seinem Schulabschluss nimmt er das Studium der forensischen Psychologie in Michigan auf, um danach als Kriminalpsychologe die Staatsanwaltschaft zu unterstützen. Aus dieser Zeits chöpfte er einen Großteil seiner Inspiration für seine späteren Werke als Autor. Nach seiner Tätigkeit als Kriminalpsychologe widmete er sich seiner Gitarristenkarriere, die ihn nach London verschlug. Hier begann er auch zu schreiben, und lebt dort auch heute noch als Vollzeit –Autor.


    Sprecher:

    Uve Teschner studierte in Potsdam Musik mit Schwerpunkt Gitarre und Gesang, zusätzlich arbeitet er seit über einem Jahrzehnt als freiberuflicher Sprecher und hat sich vor allem mit seinen Lesungen von Thrillern und Krimis einen Namen gemacht.


    Meinung:

    Ein äußerst packender und spannender Thriller, der einen bereits nach wenigen Augenblicken zu fesseln vermag und der es sogar schafft, die Spannung am Ende bis zum nahezu Unerträglichen zu steigern! In seiner detaillierten Beschreibung der auf brutalste Weise zugerichteten Opfer geht der Autor nicht gerade zimperlich vor, mag sein, dass diese für sensible Gemüter weniger geeignet ist! Besonders gut hat mir die Darbietung des Sprechers Uve Teschner gefallen, der jedem Charakter eine unverwechselbare Stimme verlieh! Die einzelnen Figuren sind sehr gut herausgearbeitet, besonders gelungen die fast schon diabolische Ausstrahlung des Lucien Folters, die durch die Beschreibung der kleinen Szene, in welcher er eine seelische Verbundenheit zu einem alten Mann erkennt, welcher um die Gunst seiner ignoranten jugendlichen Enkel kämpft, auch eine zusätzliche menschliche Facette bekommt.


    Persönliche Kritikpunkte:

    Im Nachwort des Autors erfährt man, dass es sich bei „Jagd auf die Bestie“ um en Fortsetzungsband von „Die Stille Bestie“ handelt, ich finde diese Anmerkung etwas ungeschickt platziert! Ein Hinweis darauf im Klappentext oder als Vorwort wäre effizienter gewesen! Viele Anmerkungen im Buch würden wahrscheinlich mehr Sinn ergeben, wenn man die Bücher in der richtigen Reihenfolge liest!


    Fazit:

    Ein ungemein spannender Thriller, der auch vor detailreicher Darstellungsweise äußerst übel zugerichteten Mordopfer nicht zurückschreckt! Sicherlich nichts für zartbesaitete Gemüter!

    Der lange, steinige Weg zurück

    Inhalt & Handlung:

    Die Komödienautorin Rahel erwacht aus einem tagelangen Koma auf einer Intensivstation, sie kann sich jedoch vorerst an nichts mehr erinnern. Erst nach und nach stellen sich bruchstückchenhaft ihre Erinnerungen ein. Rahel muss nun alles neu lernen - nicht mal einen Löffel vermag sie mehr selbständig zu halten, geschweige denn hat sie ihre körpereigenen Funktionen im Griff. Zudem leidet sie unter Medikamentenentzug und hat Halluzinationen von winkenden Eichhörnchen. Doch sie will sich mit diesem Zustand nicht abfinden und kämpft sich langsam aber bestimmt in ihr Leben zurück. Dabei erlangt sie zu so mancher Erkenntnis über sich und ihre Umwelt.


    Schreibstil:

    Das Ganze ist zum größten Teil als eine Art innerer Monolog aufgebaut, dh ähnlich wie die Protagonistin selbst, erfährt auch der Leser erst so nach und nach – gleichsam den Erinnerungsfetzen Rahels- häppchenweise die Vorgeschichte, die zum jetzigen Zustand Rahels geführt hat.


    Charaktere:

    Als Leser/Hörer schließt man die Protagonistin Rahel sofort in sein Herz: denn trotz ihrer misslichen Lage und aller Rückschläge, die sie während ihres Krankenhausaufenthaltes und danach erleiden muss, verliert sie nie ihren einzigartigen Sinn für Humor. Man ist völlig auf ihren Charakter fixiert und kann auf diese Weise sämtliche Höhen und Tiefen Rahels nachempfinden.

    Als Nebenfiguren treten Rahels Familienmitglieder auf, die kompromisslos zu ihr stehen und sie in dieser schweren Zeit begleiten. Auch Olli, Rahels Lebensgefährte tritt dabei in Erscheinung, auch wenn er nicht so zu ihr zu stehen scheint wie ihre restliche Familie.


    Cover:

    Auf dem Cover erkennt man das Bild eines winkenden Eichhörnchens, welches wie durch ein Kaleidoskop betrachtet erscheint. Dieses Eichhörnchen begleitet Rahel durch ihre schwere Zeit als Halluzination und steht hier als Symbol für „die andere Seite“, der Welt der Komapatienten, über die von außen bestimmt wird, und die erst lernen müssen, jegliches Schamgefühl und jeglichen Sinn für Selbstbestimmung hintenanzustellen.


    Autorin:

    Dies ist das Erstlingswerk von Anika Decker, welche sich davor einen Namen als Drehbuchautorin und Regisseurin gemacht hat. Mit dem Film „Keinohrhasen“ schaffte sie ihren großen Durchbruch.

    Anika Decker weiß, wovon sie schreibt, denn mit diesem Buch verarbeitet sie eigene Erfahrungen, die sie während eines längeren Klinikaufenthaltes gemacht hat, bei dem sie selbst wiederbelebt werden musste. Das verleiht dem Buch große Authentizität.


    Sprecherin:

    Das Hörbuch bekommt noch eine zusätzliche Lebendigkeit durch die Performance einer wunderbaren Katja Riemann. Allein ihre erfrischend komische Art zu lesen haucht dem Ganzen sehr viel Leben ein!


    Meinung:

    Als ich mit dieses Hörbuch begann, hatte ich mich noch kaum mit dessen Inhalt befasst und wusste dementsprechend nicht, worauf ich mich hier einließ. Doch schon nach wenigen Momenten hatte es mich in seinen Bann gezogen, ich war verblüfft, wie positiv und wie komisch man ein an sich trauriges Thema behandeln konnte. Selbst tragischsten Momenten rang Anika Decker hier noch eine unglaublich witzige Situationskomik ab, die einen trotz allem herzlich auflachen ließ. Das Ganze driftete jedoch niemals in Klamauk ab, im Gegenteil, es gewann immer mehr an Tiefe, sodass ich mich an etlichen Stellen dabei ertappen musste, verstohlen die eine oder andere Träne wegzuwischen, da mir die Erzählung so zu Herzen ging. Etwa die Szene, in welcher Rahels Vater seiner Tochter Mut machen wollte und ihr von seiner heldenhaften Rettung Rahels als kleines Mädchen erzählte, um ihr zu demonstrieren, dass man sich manchmal überwinden musste, um über sich hinauswachsen zu können. Anka Decker schaffte es hier durch ihre treffende Beschreibung einmal mehr, ein Wechselbad an Gefühlen hervorzurufen, Gänsehautgefühl ging in herzliches Lachen über!

    Trotz aller Heiterkeit birgt dieses Buch jedoch eine klare Botschaft: Jede Veränderung, jeder Umbruch bedeutet für jeden in erster Linie Angst vor dem Ungewissen! Aber wie sehr man auch zu kämpfen hat, am Ende werden einen seine Bemühungen weiterbringen!


    Fazit:

    Ein tolles Buch, das Einblicke in die tiefsten Untiefen des menschlichen Daseins gewährt und das auch so manchem Angehörigen eines Schwerkranken/Komapatienten die Augen öffnen kann, was der Patient durchmacht, denn oft sind es die kleinen Dinge, die dem Betroffenen so zu schaffen machen, und denen ein Außenstehender vielleicht gar keine so große Bedeutung beimisst!


    Anfängliche Spannung geht durch unzählige Handlungsstränge verloren

    Inhalt:

    Die idyllische Stadt Helsingborg an der Küste Schwedens wird plötzlich von einer Reihe extrem brutaler Morde erschüttert, sodass die örtliche Polizei bald sämtliche ihr zur Verfügung stehenden Einsatzkräfte im Einsatz hat. Selbst auf die Hilfe von Kommissar Sebastian Risk, der aufgrund eines tragischen Ereignisses außer Dienst gestellt ist, muss dabei zurückgegriffen werden. Lange Zeit tappen die Ermittler mehr oder wenig im Dunkeln, sie vermuten als Tatmotiv Fremdenfeindlichkeit. Dass der Täter Auswahl seiner Opfer würfelt, um keinerlei Verbindungen zu ihm als Täter herzustellen, ahnt freilich niemand.



    Handlung:

    Ein irrer Täter treibt in Helsingborg sein Unwesen, indem er seine Opfer scheinbar wahllos brutal und kaltblütig ermordet. Die Ermittler haben mit den Morden alle Hände voll zu tun, und sind mit ihren personellen Ressourcen völlig ausgelastet. Zudem haben die involvierten Beamten mit diversen persönlichen Problemen zu kämpfen, was ihre Energie für den beruflichen Einsatz schmälert.



    Schreibstil:

    Stefan Ahnhem schreibt flüssig und versteht es, seine Leser zu fesseln. Er beschreibt den Plot detailgetreu so anschaulich, dass man das Gefühl hat, als Zaungast vor Ort zu sein. Zudem wird dieser Thriller in unzähligen Handlungssträngen erzählt, die teilweise bis zum ersten Teil dieser Buchreihe hineinreichen.



    Charaktere:

    Jeder der Ermittler hat neben seiner beruflichen Arbeit mit seinen persönlichen Dämonen zu kämpfen: Da ist zum einen Fabian Risk, der derzeit eigentlich vom Dienst freigestellt ist, da sein beruflicher Einsatz in der Vorgeschichte um ein Haar seine eigene Familie ausgelöscht hätte. Mit den Nachwirkungen zu diesem Fall beschäftigen ihn auch während des aktuellen Falles und bringen seine Familie wiederum an ihre Grenzen. Zudem verdächtigt Fabian seinen Kollegen Molander, zahlreiche bis dato ungeklärte Mordfälle verübt zu haben, und ermittelt gegen diesen in seiner Freizeit auf eigene Faust. Seine Kollegin Irene Lilja muss zu ihrem Entsetzen feststellen, dass ihr Lebensgefährte Hampus einen Hang zur Gewaltbereitschaft hat und zudem einer rechtsradikalen Vereinigung angehört.



    Cover:

    Der blaue Schriftzug des Titels hebt sich fast schon leuchtend vom in düsterem Schwarz-Weiß gehaltenen Landschaftsbild ab. Was es allerdings mit dem Titel „10 Stunden tot“ auf sich hat, klärt sich im Laufe der Geschichte allerdings leider nicht.



    Autor:

    Stefan Ahnhem stammt gebürtig aus Stockholm, wo er auch heute noch mit seiner Frau und drei seiner vier Kinder lebt und als Schriftsteller und Drehbuchautor arbeitet.



    Meinung:

    Ahnhem versteht es, seine Leserschaft von Anfang an mit seinem eindrücklichen Stil in den Bann zu ziehen und mitzureißen. Das Buch ist in unzählige sehr kurz gehaltene Kapitel unterteilt, indem er stets von einem Handlungsstrang in den nächsten springt, was zum Teil nicht ganz einfach nachzuvollziehen ist. Was aus dem Klappentext nicht hervorgeht, ist, dass es sich bei diesem Buch um den vierten Band einer Thriller-Serie handelt, bei der die Bände aufeinander aufbauen. Daher wird man im Laufe der Geschichte plötzlich mit Figuren konfrontiert, deren Funktion bis zum Schluss des Buches nicht ganz klar ist, wenn man, so wie ich, die Vorgängerbände nicht kennt. Dies verursacht eine Flut an unterschiedlichen Namen, zu denen man – besonders zu Beginn des Buches keine näheren Informationen hat.



    Persönliche Kritikpunkte:

    Für meine Begriffe gibt es in diesem Buch zu viele Handlungsstränge, noch dazu reichen diese bis in die Vorgängerbände zurück. Wenn man diese Bücher allerdings nicht gelesen hat, fehlt einem eine beträchtlicher Anteil an Informationen, deren Kenntnis für dieses Buch durchaus förderlich gewesen wäre. Was es etwa mit der Figur einer Dunja Hougaard auf sich hat, lässt sich auf diese Weise nur erahnen, man erfährt hier jedoch kaum etwas über sie, daher ist der Handlungsstrang, der sich hier auf sie bezieht, für den Rest dieses Buches völlig irrelevant und eher störend, wenn man vorerst nur dieses Buch der Serie lesen möchte. Zudem fielen mir während des Lesens einige inhaltliche Fehler in dieser Geschichte auf, die vom Lektorat vermutlich übersehen worden waren. Was mich zudem ein wenig störte, war die zunehmend vulgärere Sprache, die sich der Autor bediente, auch die detaillierte Beschreibung der sexuellen Ausschweifungen und Abartigkeiten (besonders jene, die das Thema Pädophile beinhalteten, fand ich ein wenig Zuviel des Guten.



    Auch mit dem Schluss des Buches bin ich nicht ganz glücklich. Es bleiben leider sehr viele Fragen offen, man gewinnt den Eindruck, als hätte der Autor einen dringenden Abgabetermin einzuhalten gehabt und deshalb kein besonderes Augenmerk auf das Ende legen können, was meine anfängliche Begeisterung für dieses Buch drastisch senkte.



    Fazit:

    Ein Buch, das sicherlich sehr spannend ist, man sollte allerdings nicht den Fehler begehen, in diese Buchreihe quer einzusteigen, sondern mit Band eins beginnen, da einem sonst wichtiges Informationsmaterial entgeht.