Beiträge von sheena01

    Bunte Vielfalt für exotisch ausgerüstete Küchen

    Was gibt es Leckereres als einen knackig-frischen, bunten Salat, der liebevoll mit einem raffinierten Dressing abgemacht ist? Genauso sieht es offenbar die Autorin diese Buches, Inga Pfannebecker; sie hat hier eine Reihe von Salat-Dressings gesammelt und in drei Kategorien zusammengefasst: Vinaigretten, cremige Dressings und Dressings aus aller Welt. Ich persönlich war dabei am meisten von den Vinaigretten angetan, weil sie einfach leicht sind, und sich daher wunderbar auf einem frische Sommersalat machen. Besonders jene Dressings, mit einer Limetten- oder Zitronennote zählten dabei zu meinen Favoriten. Zwar finden sich im zweiten Kapitel ebenso auch recht schmackhafte Varianten, hier fanden sich jedoch des Öfteren Mayonnaise bzw. Käse oder auch Sahne in den Rezepten, was in meinen Augen alles andere als „leichte“ Kost ist. Daher vermute ich einmal, dass auch Personen, die sich aus figurtechnischen Gründen zu einem Salat greifen, ähnlich denken und sich eher an den kalorienärmeren Vinaigretten erfreuen werden denn an fettreichen Kalorienbomben, wie man sie unter den Vertretern der cremigen Varianten im Kapitel zwei findet.


    Das dritte Kapitel umfasst Dressings aus aller Welt, man findet hier ein buntes Sammelsurium aus Dressings aus dem asiatischen Raum mit Bestandteilen wie Sesamöl, Ingwer, Harissa, Kichererbsten Tahin oder auch Reisessig, aber auch Dressings mit spanischen Einfluss, in denen Chorizo verwendet wird.


    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass dieses Büchlein sicher eine breite Palette unterschiedlicher Salatvarianten zu bieten hat, wenngleich mein persönlicher Geschmack eher mit dem ersten Kapitel -sprich den eher leichteren Vinaigretten- getroffen wurde, nicht zuletzt deshalb, weil hier vorwiegend Produkte verwendet werden, die man meist in einer durchschnittlich ausgestatteten Küche findet. Wenn ich für einen Salat allerdings erst irgendwo im wohlsortierten Supermarkt einkaufen muss, um nach Tahin oder Misopaste Ausschau zu halten, wird es ein wenig mühsam! Klar, zum Ausprobieren sicherlich einmal ganz nett, aber den Alltagsgebrauch eher nicht geeignet. Wer in seiner Küche über ein exotischeres Sortiment verfügt, wird an diesem Kochbuch natürlich mehr Freude haben, und sicherlich die eine oder andere tolle Idee finden, aber wie gesagt: für den alltäglichen Gebrauch, wenn man sich nach der Arbeit spontan einen leckeren Salat zubereiten möchte, ist es wahrscheinlich nicht ganz so geeignet - es sei denn, man stattete schon im Vorfeld extra dafür einen Besuch im Spezialladen ab. Wer daheim aber nicht z.B. zehn verschiedene Essigsorten auf Lager hat (die man sonst vermutlich nicht verwendet), für den wird es ein wenig schwierig sein, sich damit spontan einen raffinierten Salat zuzubereiten!

    Bunte Vielfalt!

    Gleich einmal vorweg: ich liebe Ein-Pfannengerichte! Man kann hier herrlich kreativ sein und die Rezepte dem eigenen Geschmack anpassen, indem man unterschiedliche Variationen ausprobiert!


    Bei diesem Kochbuch bin ich zweigespalten: zum einen enthält es wirklich sehr genial einfache und trotzdem raffinierte Gerichte, zum anderen gibt es aber auch Gerichte, die mich absolut nicht ansprechen oder reizen!


    Eingangs wird auf das Zubehör und die richtige Pfanne eingegangen, wobei ein passender Deckel, ein großes und vor allem scharfes Messer bzw. ein Pfannenwender ohnehin in Jedermanns Küche zu finde sein sollte. Was ich allerdings gut finde, sind die Tipps zur Pflege einer beschichteten Pfanne, ich kann mir durchaus vorstellen, dass diese für den einen oder anderen ungeübten „Pfannenzauberer“ recht hilfreich sein können.


    Das Kochbuch wird – je nach Zubereitungszeit - in drei Abschnitte unterteilt: in Gerichte, die 20 min, benötigen, jene deren Zubereitung 40min in Anspruch nehmen, und solche, die 60 min brauchen.


    Im ersten Abschnitt fand ich die „Scharfe Hackfleischpfanne“ am besten, zwar sehr einfach gehalten, aber nichtsdestotrotz besonders, oder vielleicht auch gerade deswegen so lecker! Und vor allem: unglaublich schnell zubereitet, ich denke, die vorgegebene Zubereitungszeit von 20min lassen sich locker unterbieten, wenn man schon im Vorfeld den dazuzureichenden Reis gekocht hat! Womit ich allerdings weniger anfangen konnte, war jenes Rezept, welches direkt neben vorhergehendem Rezept abgebildet ist: “Gemüse in Hafercreme“, Für diese Kombination von Gemüse und fertiger Hafercreme konnte ich mich definitiv nicht erwärmen!


    Die Rezepte in Abschnitt Zwei nehmen bereits etwas mehr Zeit zur Zubereitung in Anspruch, sie sind deshalb für die Tilgung des großen Heißhungers weniger geeignet. Ein kleines Juwel, das ich unter diesen Rezepten fand, ist die „Blumenkohltortilla“: Von den Zutaten her einerseits sehr günstig herzustellen, bietet es auch geschmacklich eine tolle Abwechslung. Die anderen Rezepte dieses Kapitels konnten mich allerdings nicht so beeindrucken, zumal ich keine große Liebhaberin von Couscous, Kichererbsen, Tofu oder Bulgur bin.


    Schließlich bietet im letzten Kapitel das „Petersilien-Kartoffel-Rösti bildet eine tolle vegetarische Abwechslung. Als krönender Abschluss dieses Buches sei der „Himbeer-Zitronen-Kuchen“ besonders ans Herz gelegt: dieses Rezept beweist in eindrucksvoller Form, dass man auch ohne Backrohr einen „Kuchen“ zaubern kann, der noch dazu sehr lecker schmeckt!


    Zusammenfassend kann man sagen, dass dieses Buch eine breite Palette an Gerichten mit unterschiedlichen Zubereitungszeiten zu bieten hat, von denen die einen meinen Geschmack trafen, die anderen weniger. Mag sein, dass gerade dies die bunte Vielfalt der Rezeptauswahl unterstreicht, die die Autorin hier getroffen hat.

    Klein, aber fein!

    Bei Nudeln kann man nicht allzu viel falsch machen – denkt man. Wer jedoch in der Kantine ein Nudelgericht konsumiert hat, wurde diesbezüglich eines Besseren belehrt: Da bekommt man entweder einem Patzen klebriger, hoffnungslos zusammengepappter Nudeln auf den Teller geklatscht. Wenn man da an ein Nudelgericht beim Italiener um die Ecke denkt: hier kann das Rezept noch so einfach sein, aber geschmacklich liegen hier Welten, kaum zu glauben, dass es sich dabei um ein und dasselbe Gericht handelt!

    Genau hier setzt dieses kleine, aber feine Kochbuch an: auf den ersten Seiten, oder besser auf dem verstärkten Umschlag ist kurz umrissen, wie man die „perfekte“ Pasta zubereitet, an sich ist dies wirklich keine Kunst, man muss nur einige Kleinigkeiten berücksichtigen, dann gelingen diese auch „al dente“! Daneben findet man auch eine Seite mit den unverzichtbaren Utensilien, wenn man öfters mal Nudeln zubereiten will: ein großer Topf, der genügend Flüssigkeit fasst, ein Sieb, und, wer die Pasta am Schluss gerne mit Parmesan o.ä. veredeln möchte unerlässlich: eine Käsereibe für frisch geriebenen Parmesan.

    Das Buch selbst ist in drei Unterkapiteln gegliedert „Ruckzuck gezaubert“, „Schnell gekocht“ und gemütlich geschmort“. Im ersten Teil sind tatsächlich nur „Blitzrezepte“ aufgeführt, die man im Handumdrehen zubereiten kann, hier ist die maximale Kochzeit 15-20 min, wobei die Kochzeit der Nudeln meist den Löwenanteil der Zeit in Anspruch nehmen. „Schnell“ bedeutet hier jedoch bei weitem nicht „lieblos zusammengepanscht“, man findet hier einige sehr schmackhafte Varianten, „Aglio e Olio“ ist schon seit langem einer meiner persönlichen Favoriten, viel Knoblauch mit Olivenöl und viel Petersilie, dem Ganzen verleiht Chili noch eine schöne Schärfe, simpler geht es eigentlich nicht und trotzdem, oder vielleicht sogar gerade deswegen, ein purer Genuss! Aber selbst in diesem Kapitel findet man Rezepte, wie etwa „Lachs in Mohn-Vanille-Butter“, die selbst dann etwas hermachen, wenn überraschend Gäste „einfallen“ – wunderbar einfach, aber mit dem gewissen Etwas!

    Im zweiten Abschnitt findet man unter „Schnell gekocht“ Rezeptideen, die zwischen 25 und 30 Minuten in Anspruch nehmen, hier findet man einige „Exoten“ wie etwa „Misosauce mit Ingwer-Huhn“ oder auch eine „Fruchtige Erdnusssauce“. Puristen seien hier die kindertaugliche „Allround-Tomatensauce“ und die „Tomatenrahmsauce mit Nüssen“ ans Herz gelegt!

    Das Finale bestreitet das Kapitel „Gemütlich geschmort“, hier findet man Rezepte, für die man mehr Zeit benötigt, denn all diese Speisen müssen erst einige Zeit vor sich hinköcheln, um ihren wahren Geschmack zu entfalten, wer einmal eine Spaghetti Bolognese zu schnell auf den Tisch gestellt hat, weiß, wovon ich spreche!

    Alles in allem lässt sich sagen, dass dieses Kochbuch durchaus familientauglich ist, nur leider war es bei uns zuhause so, dass jeder sein individuelles Lieblingsgericht fand, ihm jedoch das Lieblingsrezept eines anderen aber weniger zusagte, weil dieses z.B. die ihm verhassten Pilze enthielt oder ähnliches. Das ist jedoch nicht unbedingt als Kritik am Kochbuch zu verstehen, sondern zeigt einfach nur, wie variantenreich hier gekocht wird, sodass für jeden Geschmack etwas dabei ist!

    Was mir besonders positiv aufgefallen ist, sind die durchwegs „normalen“ und leicht erhältlichen Zutaten – mal von den wenigen wirklich exotischen Gerichten abgesehen, die z.B. auf Misopaste zurückgreifen, aber für besagte Rezepte sind diese Ingredienzien eben für den typischen Geschmack des Gerichtes unerlässlich! Daher bekommt dieses Kochbuch von mir die volle Punkteanzahl, denn es ist ein wirklicher Glücksgriff!

    Fall Drei für Luc Verlain


    Inhalt & Handlung:

    Auf dem Bassin d’Arcachon kommt es - gerade zur Hochsaison der Austernzucht um die Weihnachtszeit - vermehrt zu Diebstählen der begehrten Meeresfrüchte. Als Commissaire Luc Verlain mit seinem krebskranken Vater Alain, einem ehemaligen Austernzüchter, auf dem Bassin unterwegs ist, finden sie die Leichen zweier junger Männer, welche von Unbekannten an Pfählen festgebunden worden sind. Die Szenerie gleicht einer Hinrichtung, sodass die Vermutuung naheliegt, dass hier eine Bürgerwehr des regionalen Marktführers der Austernzüchter gegen vermeintliche Austerndiebe zur Selbstjustiz gegriffen hat. Oder liegt ein anderes Motiv hinter dieser Gewalttat?


    Schreibstil:

    Alexander Oetker vermag die Schönheiten der Region rund um Bordeaux in unnachahmlicher Weise in einem spannenden Kriminalroman zu verpacken - zum einen fesselt er mit einem spannenden Fall rund um die Morde an zwei jungen Austernzüchtern, zum anderen merkt man beim Lesen, wieviel Liebe zur Region und Wissen rund um diese Gegend in den Roman einfließen.


    Charaktere:

    Man lernt den Protagonisten Luc Verlain in vollem Spektrum kennen: zum einen als erfolgreichen Commissaire mit toller Aufklärungsquote, der manchmal auch zu unkonventionellen Methoden greift, zum anderen als liebevollen Sohn, der sich rührend um seinen dem Tod geweihten Vater kümmert und nicht zuletzt um einen bis über beide Ohren in seine Lebensgefährtin und beruflichen Partnerin Anouk verliebten Mann kennen, der diese im übertragenen Sinne auf Händen trägt. Er genießt das Leben in Arcachon trotz aller Widrigkeiten in vollen Zügen, was ihn sehr sympathisch macht.

    Seine Partnerin mag äußerlich zwar zierlich und mädchenhaft wirken, als Kickboxmeisterin in polizeilichem Dienst steht sie allerdings mit beiden Beinen fest im Leben, zusammen mit Luc Verlain bildet sie nicht nur privat ein tolles Team, das sich optimal ergänzt.


    Cover:

    Schon das Cover mit seinen an der Küste vor Anker liegenden Booten strahlt französisches Flair aus, und rundet in gewisser Weise ein durchaus stimmiges Werk ab!


    Autor:

    Alexander Oetker lebte und arbeitete vier Jahre als Korrespondent für RTL und n-tv in Paris. Dabei wurde er Kenner der französischen Gesellschaft. Mittlerweile lebt er in Berlin, wo er als politischer Korrespondent arbeitet. Seine Liebe zu Frankreich, speziell zu der Region um Bordeaux ist ihm aber bis heute geblieben, daher spielen auch viele seiner Werke dort.


    Sprecher:

    Wie bereits in "Château Mort" wurde auch hier Frank Arnold als Sprecher ausgewählt. Durch Variation seiner Stimmlage haucht den einzelnen Charakteren Leben ein, dadurch sind für den Hörer die einzelnen Personen gut zu unterscheiden. Seine ruhige Art zu lesen, macht das Buch zu einem echten Hörerlebnis!


    Meinung:

    Was mir an Alexander Oetkers (Hör-)büchern so gut gefällt, ist, dass sie nicht nur sehr spannend sind, sondern man immer auch die Gelegenheit hat, Neues über die Region rund um Bordeaux zu erfahren, da er sein fundiertes Wissen in gekonnter Weise detailliert ins Geschehen einfließen lässt. Durch seine Schilderungen über die Austernzucht hatte ich beinahe das Gefühl, den Züchtern vor Ort bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen zu dürfen. Auch der Rest der Geschichte strahlte soviel französisches Flair aus, dass man sich fast schon in einem Kurzurlaub an der Atlantikküste wähnt.


    Fazit:

    Ein spannendes und zugleich auch lehrreiches Hörbuch mit gehöriger Portion Lokalkolorit!

    Chaos durch ein Feuerfrettchen

    Inhalt & Handlung:

    Der elfjährige Jelko Pudelund hat es nicht leicht: in der Schule wird er von Bert Branco, einem Mitschüler wegen seines Namens gemobbt, seine überfürsorgliche Mutter frönt einem Schuh-Tick und sein Vater, in der Meinung, er müsse sich mehr um seinen Sohn kümmern, stellt ihn unbeabsichtigt beim Handballtraing bloß und mit seiner besten Freundin Lotte hat er Streit. Zu allem Überfluss taucht plötzlich das Feuerfrettchen Chilli auf und will ihn unter seine Fittiche nehmen, da Jelko seiner Meinung nach dringend seine Hilfe benötigt. Dass Chilli dabei noch mehr Chaos in das ohnehin schon turbulente Leben Jelkos bringt, ist diesem dabei gar nicht bewusst. Nun stellt sich für Jelko die Frage: wie wird er das Feuerfrettchen los, das es eigentlich nur gut mit ihm meint und ihm nur seine geheimen Wünsche erfüllen möchte?



    Schreibstil:

    Antje Szillat schreibt altersgerecht und verwendet dabei keine allzu schwierigen oder ausgefallene Wörter, sodass der Lesefortschritt auch ungeübter Leser doch recht beachtlich ist. Dies wird auch noch dadurch verstärkt, dass hier eine recht große Schrift verwendet wird und das Buch mit zahlreichen Illustrationen versehen ist, sodass Kinder unglaublich schnell eine große Anzahl an Seiten „schaffen“.



    Charaktere:

    Jelko ist der typische Junge von Nebenan, er verfügt über keine besonderen Fähigkeiten, allerdings hat er sein Herz am rechten Fleck, sodass er unglaublich sympathisch wirkt, und sich der Leser/in sofort mit ihm identifizieren kann. So zögert Jelko auch nicht, seinem größten Widersacher zu helfen, auch wenn er sich dadurch Schwierigkeiten einhandelt.

    Das Feuerfrettchen Chilli mit seiner drolligen Art und seinem unstillbaren Verlangen nach Senfbrötchen muss man einfach gern haben. Auch wenn er für eine gehörige Portion Chaos sorgt, macht er dies nur mit den besten Absichten und will helfen – wenn auch auf recht eigenwillige Weise!



    Cover & Illustrationen:

    Das comic-haft gestaltetet Cover macht einen sehr fröhlichen Eindruck, ebenso der geschwungene Schriftzug des Titels – für mich ein sehr gelungenes Cover, das sicherlich viele Kinder zum Lesen dieses Buches animieren wird! Auch innerhalb des Buches findet man immer wieder sehr niedliche Grafiken, welche vom Wiener Falk Holzapfel in liebevoller Weise gestaltet wurden.



    Autorin:

    Die gebürtige Hamburgerin Antje Szillat schreibt schon seit vielen Jahren erfolgreich Kinderbücher, so etwa die Reihe rund um den Stinktier-Detektiv „Flätscher“.



    Meinung:

    Eine wirklich liebe Geschichte über einen elfjährigen Jungen, der mit den tagtäglichen Problemen eines typischen Heranwachsenden konfrontiert wird. Er bekommt dabei Schützenhilfe von einem Feuerfrettchen, das nur er sehen kann, alles in allem sehr lustig und einfühlsam beschrieben. Man erkennt seine Entwicklung vom furchtsamen Mobbingopfer zum selbstbewussten Burschen, der beginnt, seinem Widersacher Paroli zu bieten und damit bei dessen Anhängerschaft zu punkten, indem er –wenn auch insgeheim mit ein wenig Bauchweh- seinen eigenen Weg geht!



    Persönliche Kritikpunkte:

    Was mich beim Lesen sehr gestört hat, waren diese recht unnötig gesetzten, den Sprechblasen eines Comics nachempfundenen „Grmpf!“, „Rahhr!“, „Argh!“, „Zonga!“ etc. Ausrufen, die dem Buch offenbar einen „hippen“ Touch geben sollen. Es stört einerseits extrem den Lesefluss, und ist andererseits wenig hilfreich, wenn Kinder diese Konstrukte als vermeintliche Stilfiguren womöglich in eigenen Aufsätzen oder noch schlimmer bei Schularbeiten imitieren, was unweigerlich eine schlechtere Stilnote zur Folge hat. Kinder lernen nun mal durch Vorbilder, und wenn sie solche Formulierungen in einem Buch lesen, gehen sie davon aus, dass dies eine gängige Ausdrucksweise ist.



    Fazit:

    Eine recht liebe Kindergeschichte, welche leider durch comic-hafte Ausdrücke gestört wird!

    Eine gnadenlose Abrechnung mit seinem Umfeld


    Inhalt & Handlung:

    In „Schäfchen im Trockenen“ hadert die Protagonistin Resi mit ihrem Schicksal und arbeitet dieses in einem fiktiven Buch, das sie zum Teil an ihre Tochter Bea gerichtet hat, auf. Sie nimmt sich dabei kein Blatt vor den Mund und rechnet darin gnadenlos mit ihrer Umgebung ab. Dieses Buch, das letztlich zahlreiche Preise einheimst, führt zum Bruch Resis mit ihrem Freundeskreis von früher, da sich dieser verständlicherweise verraten fühlt.


    Schreibstil:

    Das Buch ist als Monolog an Resis Tochter Bea aufgebaut, manchmal verlieren sich die Gedanken in Fantasien, es hagelt Vorwürfen in alle Richtungen, die geprägt sind von der recht einseitigen Sichtweise Resis. Man findet aber auch wirklich komische Beschreibungen ganz alltäglicher Szenerien, wie sie jeder von uns selbst wohl bestens kennt. Die wirklich treffenden Formulierungen können einem so manches Schmunzeln entlocken!


    Charaktere:

    Mitvierzigerin Resi scheint ihr offensichtliches Scheitern im Leben den widrigen Umständen und dem Fakt zuzuschreiben, in der falschen Klassenschicht aufgewachsen zu sein, übersieht dabei aber offenbar, dass man im Leben auch mal aktiv werden muss, um seine missliche Lage zu ändern. Allein mit dem Argument zu kommen, man wäre eben nicht mit dem silbernen Löffel im Mund geboren worden, wie eben die anderen, ist einfach ein wenig billig.

    Die anderen in unglaublicher Anzahl vorkommenden Charaktere erscheinen leider meist ein wenig farblos, was ihre Unterscheidung bei einem Hörbuch wirklich nicht einfach macht!


    Cover:

    Das Cover ist recht karg gestaltet, zum größten Teil in Türkis gehalten, der Titel prangt in großen Lettern darüber. Die Logik, warum ausgerechnet die Grafik einer Heizung darunter gesetzt ist, erschließt sich mir allerdings nicht!


    Autorin:

    Anke Stelling stammt gebürtig aus Ulm und studierte in Leipzig am Deutschen Literaturinstitut. Zeitgleich fing sie zu schreiben an, und verfasste zusammen mit Robby Dannenberg Romane, welche zum Teil auch verfilmt wurden. Sie erhielt mehrere Auszeichnungen wie den Berliner Kindertheaterpreis und den Preis der Leipziger Buchmesse 2019. Anke Stelling lebt heute in Berlin.


    Sprecherin:

    Die vorliegende Hörbuchfassung wird von der Autorin Anke Stelling selbst gelesen. Ich empfand ihre Stimme als sehr angenehm!


    Meinung:

    Dieses Buch ist eine Wutrede an die Gesellschaft, in der jeder offiziell seinen Platz hat, in der aber nicht jeder auch seine eigene Meinung haben darf. Man macht vieles, weil es von einem erwartet wird, aber nicht weil man es tun will. Diese und ähnliche Gedanken schwingen während des ganzen Buches mit, manchmal kann man nur zustimmend nicken, manchmal fehlt einem auch jegliches Verständnis für die Sichtweise der Protagonistin, und man hat das Gefühl, dass sie allzu sehr im Selbstmitleid schwelgt. Einige Stellen regen jedoch mit Sicherheit zum Innehalten und Nachdenken an!

    Warum dieses Buch allerdings zu einem der wichtigsten Bücher 2018 gewählt worden ist, kann ich nicht nachvollziehen, für mich erscheint es überbewertet.


    Persönliche Kritikpunkte:

    Auch wenn mich das Buch phasenweise recht gut unterhalten hat, hatte ich zeitweise das Gefühl, dass sich die Geschichte unendlich dahinzieht, und man gedanklich auf der Stelle tritt! Darüber hinaus war es glaublich schwierig, die Vielzahl an Personen unterscheiden zu können, zumal diese sehr farblos erschienen, mag sein dass mir aus diesem Grund eine Printversion des Textes mehr zu gesagt hätte, da man hier die Möglichkeit des Zurückblätterns, um einige Passagen erneut zu lesen.


    Fazit:

    Alles in allem konnte mich das Buch nicht wirklich überzeugen, zumal es vom Grundtenor her recht negativ gehalten war, auch wenn ich zugeben muss, dass mich so manche witzigen Passagen bestens unterhalten haben.

    Das Gefühl, in einen fremden Kopf hineinzusehen

    Inhalt & Handlung:

    Vom tragischen Selbstmord ihres Lebensgefährten zutiefst erschüttert, versucht die Protagonistin, welche als Ich-Erzählerin auftritt, in ihrem Leben wieder Halt zu finden, indem sie sich dem Laufen zuwendet und durch ihre zunehmende Fitness zugleich auch wieder neuen Lebensmut findet.


    Schreibstil:

    Isabel Bogdan hat dieses Buch als inneren Monolog einer Ich-Erzählerin aufgebaut, die ihren Gedanken freien Lauf lässt, während sie sich auf den diesjährigen Alster-Lauf vorbereitet. Der Text schlingt sich in unzähligen, mäanderartigen Sätzen voran, die zum Teil bloße Gedankenfetzen beinhalten – unterbrochen vom ständigen Bemühen der Protagonistin, sich auf eine regelmäßige Atmung zu konzentrieren. Eine sehr interessante, wenn auch ungewöhnliche Erzähltechnik, die jedoch sehr schön die ungeordneten Gedankengänge der Person bei der sportlichen Aktivität widerspiegelt. Man hat dadurch beinahe das Gefühl, in ihren Kopf hineinsehen zu können. Nach und nach erfährt man die komplette Hintergrundgeschichte, die für ihren momentanen Gefühlszustand verantwortlich ist.


    Charaktere:

    Im Grunde geht es hier hauptsächlich um die Gefühlswelt der Ich-Erzählerin, deren Welt mit dem Selbstmord ihres depressiven Lebensgefährten, plötzlich zum Stillstand kommt. Durch regelmäßige Laufeinheiten beginnt sie sich mehr auf sich zu besinnen und kämpft sich dadurch - im wahrsten Sinn des Wortes - zurück ins Leben.


    Cover:

    Das Cover gefällt mir sehr gut, obwohl oder vielleicht auch weil es so spartanisch-schlicht gehalten ist. In gewisser Weise bildet es den Inhalt des Buches ab, indem es sich auf das Wesentliche reduziert, so wie sich die Protagonistin in ihrem Schmerz beginnt, sich wieder auf sich selbst zu konzentrieren.


    Autorin:

    Isabel Bogdan stammt gebürtig aus Köln, sie studierte Anglistik und Japanologie in Heidelberg und Tokyo. Mittlerweile hat sie sich einen Namen als deutsche Literaturübersetzerin gemacht und ist selbst unter die Autoren gegangen.


    Meinung und persönliche Kritikpunkte:

    Dieses Buch ist sicher keine leichte Kost, man taucht in die Gedankenwelt der schwer erschütterten Ich-Erzählerin ein, die vor kurzem mit dem Selbstmord ihres Lebensgefährten konfrontiert wurde, und die nun versucht, ihre Gedanken zu sortieren und nach längerem Hadern mit ihrem Schicksal, nun langsam einen Weg in einen neuen, positiveren Lebensabschnitt findet.

    Sehr gut gemacht ist hierbei die Wahl der Erzähltechnik, die das ständige Kreisen der Gedanken um das Kernthema, dem Freitod eines geliebten Menschen und die damit verbundenen Gefühle, toll widerspiegelt. Trotzdem hatte ich beim Lesen bis knapp vor dem Schluss des Öfteren den Eindruck, auf der Stelle zu treten, zumal ich die Thematik zusätzlich als sehr belastend empfand. Das Buch ließ den Leser schließlich mit gemischten Gefühlen zurück.

    Nach dem heiteren Roman „der Pfau“, der mit jeder Menge schwarzem Humor aufwartete, eine gänzlich andere Seite der Autorin Isabel Bogdan, die damit ihre Vielseitigkeit unter Beweis stellt.


    Fazit:

    Keine leichte Kost, die an manchen Stellen auch Längen zeigt, jedoch eine sehr interessante Darstellung der Trauerbewältigung.

    Spannend bis zuletzt

    Inhalt & Handlung:

    Das Ermittlerduo Ted Conkaffey und Amanda Pharell werden im Vermisstenfall des achtjährigen Jungen Richie Farrow von dessen Mutter Sara hinzugezogen, da sie der Polizei von Cairns misstraut. Der Fall selbst erscheint aus vielerlei Hinsicht dubios: der Junge ist offenbar spurlos aus einem Hotelzimmer verschwunden, in welchem er sich mit drei anderen Jungen aufgehalten hatte, allerdings ist weder eine Entführung auf den hoteleigenen Überwachungskameras zu sehen, noch scheint irgendjemand etwas vom Verschwinden des Kindes mitbekommen zu haben. Zudem haben die beiden Detektive Conkaffey und Pharell selbst Probleme mit der örtlichen Polizei, da beide vor einiger Zeit selbst mit dem Gesetz in Konflikt gerade waren, ein Umstand der in regelmäßigen Abständen immer wieder in den Medien breitgetreten wurde und wird.


    Schreibstil:

    Candice Fox hat die Gabe, unglaublich spannend und fesselnd zu erzählen, und dazwischen immer wieder zur Auflockerung wirklich witzige Passagen einzubauen. Der Roman ist geschickt aufgebaut: Mal wird aus der Sicht des Emittlers Conkaffey erzählt, dann wieder in objektiver Form der Kriminalfall und die Ermittlungsarbeit der Polizei beschrieben, an manchen Stellen auch aus der Sicht des potentiellen Mörders des Kindes.


    Charaktere:

    Der Roman ist geprägt von den beiden Ermittlern Conkaffey und Pharell: Während Ted Conkaffey in vergangener Zeit zu Unrecht der Vergewaltigung und des versuchten Mordes an einem Mädchen beschuldigt worden war, hat er nach wie vor mit der Pauschalverurteilung seiner Person durch die Bevölkerung zu kämpfen, sodass er deswegen sogar Hemmungen hat, sich mit seiner dreijährigen Tochter in der Öffentlichkeit zu zeigen, um nur ja keine neuerlichen Anfeindungen heraufzubeschwören. So muss er sich auch erst langsam an eine neue Beziehung zu einer Frau herantasten, und sieht diese aufgrund seiner belastenden Vergangenheit von Beginn an zum Scheitern verurteilt.

    Seine Kollegin Amanda Pharell hat jedoch bereits tatsächlich ein Menschenleben auf dem Gewissen und deshalb schon einige Zeit im Gefängnis verbracht. Aus dieser Zeit stammen noch ihre Kontakte zu einer Rockergang, auf deren Hilfe sie im Notfall immer zählen kann. Amanda gilt als keine allzu umgängliche Person, ihr eilt ihr Ruf als unberechenbare Soziopathin voraus, obwohl sie eine brillante Ermittlerin mit messerscharfem Verstand und unglaublicher Kombinationsgabe ist.


    Cover:

    Wenn man den Titel liest, und dabei das Hintergrundbild dieses Covers mit diesem unheimlichen Sumpf genauer betrachtet, schwant einem schon Böses, wenn man über den möglichen Ausgang dieses Buches nachdenkt… Auf alle Fälle gefällt mir das Cover mit seinem Gruselfaktor sehr gut!


    Autorin:

    Candice Fox stammt gebürtig aus New South Wales. Nach einer kurzen Zeit bei der Royal Australian Navy, studierte sie an der University of Notre Dame Australia und gab dort danach Kurse in Literatur. Ihr Romandebüt gab sie 2014 mit „Hades“, welcher als bester Erstlingsroman mit dem “Ned Kelly Award“ ausgezeichnet wurde.


    Sprecher:

    Der Sprecher Uve Teschner war mir bereits von anderen Hörbüchern her (er lieh unter anderem den Büchern Chris Carters ausdrucksstark seine Stimme) ein Begriff. Seine dunkle Stimmfärbung macht jedes Hörbuch zu einem sehr angenehmen Hörerlebnis. Seine verstellte Stimme für Ermittlerin Amanda Pharell verlieh dieser auf recht subtile Weise noch einen zusätzlichen schizophrenen Touch, und ließ auf diese Weise die Figur der Amanda auch auf akustischer Ebene noch schräger und unberechenbarer erscheinen.


    Meinung:

    Dies ist der dritte und bislang letzte Band der „"Crimson-Lake-Serie", die ich bisher nur vom „Hörensagen“ kannte. Die Tatsache, dass ich mit dem dritten Band in die Serie „quereingestiegen“ bin, tat dem Hörvergnügen keinen Abbruch, es war auch ohne Vorkenntnisse aus den vorherigen Bänden problemlos möglich, der Geschichte zu folgen. Die für dieses Hörbuch nötigen Informationen aus den Vorgängerbänden, bekam man im Laufe dieser Geschichte vermittelt.

    Mir hat die Mischung aus aktuellem Fall und eigener Vergangenheitsbewältigung der des Ermittlerduos sehr gut gefallen, ich fand beide Bereiche gleichermaßen spannend, auch wenn ich Amandas Querelen mit ihrer Kontrahentin Joanna als ein wenig überzeichnet und dick aufgetragen empfand. Trotzdem mochte ich Amanda: ihre direkte, fast schon kindliche Art auf andere zuzugehen, verlieh ihr irgendwie auch etwas Charmantes!

    Den Inhalt des Buches fand ich spannend bis zur letzten Seite, zugleich fühlte ich mich durch so manche komische Szenen, die zum größten Teil der Figur der Amanda geschuldet sind, bestens unterhalten.


    Persönliche Kritikpunkte:

    Die feindseligen Auseinandersetzungen Amandas mit Joanna fand ich, wie bereits erwähnt, etwas übertrieben, der Spannung des Buches tat diese jedoch keinen Abbruch!


    Fazit:

    Ein bis zuletzt sehr spannendes, gut gemachtes Hörbuch, das auch zum Teil witzige Elemente beinhaltet!

    Mobbing


    Inhalt & Handlung:

    Die junge Stella jobbt neben der Schule in einem Kino. Hier wird sie eines Abends, kurz bevor sie von ihrem Freund abgeholt werden soll, verschleppt und dabei genötigt, sich vor laufender Kamera zu entschuldigen, was der Täter via Snapchat an Stellas Freundinnen übermittelt. Als wenig später ein weiterer Jugendlicher unter ähnlichen Umständen überfallen wird und auch dieser Überfall per Snapchat getreamt wird, wird klar, dass es sich hier um die Rache eines Mobbingopfers handelt. Gelingt es dem Ermittlungsteam rund um Huldar und Freya, diesem Wahnsinn ein Ende zu bereiten, und den Täter zu stoppen?


    Schreibstil:

    Yrsa Sigurdardóttir schafft es, die einzelnen Szenen unglaublich düster wirken zu lassen, dazu kommt noch ihr Hang Gewaltszenen überdeutlich hervorzuheben und detailliert zu beschreiben, was für zartbesaitete Leser wahrscheinlich recht gewöhnungsbedürftig ist. Vielleicht liegt gerade daran, dass genau diese Sequenzen besonders spannend und gruslig zu lesen sind. Zudem erfolgt die Erzählung in vielen verschiedenen Handlungssträngen, was das Gesamtwerk recht komplex macht.


    Charaktere:

    Gleich vorweg muss ich sagen, dass ich mir schwertat, mich in die einzelnen Charaktere hineinzudenken, bzw . deren Motivation zu verstehen. Die Psychologin Freya schnitt diesbezüglich bei mir noch am besten ab, Der Ermittler Huldar hingegen wirkte in seiner ganzen Art zu übertrieben überzeichnet.


    Cover:

    Das Cover in seiner kühlen Farbgebung gefällt mir außerordentlich gut, die Wahl des Titels kann ich allerdings nicht ganz nachvollziehen, im Original heißt der Titel übrigens soviel wie „Absolution“, was dem Inhalt des Buches ein wenig mehr gerecht wird.


    Autorin:

    Yrsa Sigurdardóttir wurde 1963 in Island geboren und schloss im Jahre 1988 ihr Bauingenieur-Studium als „Master of Science“ in Montreal ab und arbeitet seither als Ingenieurin am Kárahnjúka-Staudamm im Osten Islands.Sie wohnt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Seltjarnarnes bei Reykjavík.


    Meinung:

    Das Thema Mobbing zieht sich hier über mehrere Ebenen, zum einen übt ein Mobbingopfer Selbstjustiz aus, zum anderen kommt es auch innerhalb des Ermittlungsteams zu Mobbing, was die Stimmung innerhalb des Teams zunehmend vergiftet, und das gemeinsame Vorankommen bei der Lösung des Falles arg behindert. Was ich an dem Buch jedoch sehr schätzte, waren mehrere zum Teil sehr überraschende Wendungen, die es letztlich doch schafften den Spannungsbogen aufrecht zu halten!


    Persönliche Kritikpunkte:

    Der ständige Hickhack zwischen Erla und Huldar zermürbt auch den Leser, was den Lesefluss ein hemmt. Auch sonst hat man das Gefühl, das den Befindlichkeiten der einzelnen Teammitglieder mehr Gewicht geschenkt wird, als dem eigentlichen Fall, welcher dadurch ein wenig auf der Strecke bleibt. Dazu kommt auch noch ein recht klischeehaftes Männer- wie Frauenbild, wobei sich der Hauptgedanke eines Mannes darum zu drehen scheint, wie man eine Frau am schnellsten in sein Bett bekommt.


    Fazit:

    Ein Buch, das durch seine Aktualität besticht, weniger großes Augenmerk auf das Privatleben der Ermittler wäre wünschenswert gewesen!

    Sehr fesselnd!


    Inhalt & Handlung:

    Er ist hochintelligent, perfide und unglaublich wandelbar: Lucien Folter, ein Serienkiller der schlimmsten Sorte, der aus der Sicherheitsverwahrung in LA aus gebrochen ist. Robert Hunter, der Leiter der Ultra Violent-Einheit des LAPD weiß, wovon er spricht, wenn er Folter als das personifizierte Böse bezeichnet, kennt er Folter bereits seit frühester Jugend und war damals sogar eine Zeitlang mit ihm befreundet gewesen. Nun jedoch pflastern Leichen Folters Weg. Er hat sich aber in den Kopf gesetzt, mit Hunter ein Spiel zu spielen: ein Spiel auf Leben und Tod! Wird es Hunter gelingen, Luciens brutales Treiben ein Ende zu setzen?


    Schreibstil:

    An Chris Carters Art, die Dinge akribisch genau zu beschreiben, erkennt man, dass er selbst vom Fach ist, war er doch nach seinem Studium der forensischen Psychologie jahrelang Berater der Staatsanwaltschaft! Dieser Aspekt ist in vielen Details des Buches zu erkennen, sie verleiht dem Fall besondere Authentizität. Darüber hinaus ist dieser Thriller perfekt durchdacht, sodass sich der Spannungsbogen über das gesamte Werk spannt. Die Geschichte selbst wird aus mehreren Perspektiven erzählt, einerseits aus der Sicht Hunters, dann wieder aus jener Folters, diese Vorgehensweise bietet dem Leser zusätzliche Hintergrundinformationen zu deren Handlungen.


    Charaktere:

    Hunter und Folter ähneln sich in gewisser Weise: beide sind überdurchschnittlich intelligent, haben dadurch die Fähigkeit, die komplexesten Zusammenhänge mit Leichtigkeit zu erfassen. Trotzdem können die beiden nicht unterschiedlicher sein: Während Folter seine Intelligenz dafür verwendet, die Abgründe des menschlichen Seins zu erforschen und diese selbst zu leben, versucht Hunter sein profundes Wissen in Kriminalistik in konstruktive Bahnen zu lenken und zur Verbrechensbekämpfung einzusetzen. Während Folter die Fähigkeit fehlt, in irgendeiner Form Reue zu empfinden oder Empathie für seine Opfer zu empfinden, zerbricht Hunter jedes Mal beinahe an Selbstvorwürfen, wenn es ihm nicht rechtzeitig gelingt, ein Opfer vor seinem Peiniger zu retten.


    Cover:

    Dieses Cover fügt sich gut in die Reihe der bisherigen Bücher von Chris Carter ein, man erkennt auf den ersten Blick, dass man hier ein Buch dieses Autors in Händen hält: Sowohl Titel als auch Autorenname heben sich – auch farblich- stark vom verblassenden Hintergrund ab.


    Autor:

    Chris Carter wurde als Sohn italienischer Einwanderer in Brasilia geboren, nach seinem Schulabschluss nimmt er das Studium der forensischen Psychologie in Michigan auf, um danach als Kriminalpsychologe die Staatsanwaltschaft zu unterstützen. Aus dieser Zeits chöpfte er einen Großteil seiner Inspiration für seine späteren Werke als Autor. Nach seiner Tätigkeit als Kriminalpsychologe widmete er sich seiner Gitarristenkarriere, die ihn nach London verschlug. Hier begann er auch zu schreiben, und lebt dort auch heute noch als Vollzeit –Autor.


    Sprecher:

    Uve Teschner studierte in Potsdam Musik mit Schwerpunkt Gitarre und Gesang, zusätzlich arbeitet er seit über einem Jahrzehnt als freiberuflicher Sprecher und hat sich vor allem mit seinen Lesungen von Thrillern und Krimis einen Namen gemacht.


    Meinung:

    Ein äußerst packender und spannender Thriller, der einen bereits nach wenigen Augenblicken zu fesseln vermag und der es sogar schafft, die Spannung am Ende bis zum nahezu Unerträglichen zu steigern! In seiner detaillierten Beschreibung der auf brutalste Weise zugerichteten Opfer geht der Autor nicht gerade zimperlich vor, mag sein, dass diese für sensible Gemüter weniger geeignet ist! Besonders gut hat mir die Darbietung des Sprechers Uve Teschner gefallen, der jedem Charakter eine unverwechselbare Stimme verlieh! Die einzelnen Figuren sind sehr gut herausgearbeitet, besonders gelungen die fast schon diabolische Ausstrahlung des Lucien Folters, die durch die Beschreibung der kleinen Szene, in welcher er eine seelische Verbundenheit zu einem alten Mann erkennt, welcher um die Gunst seiner ignoranten jugendlichen Enkel kämpft, auch eine zusätzliche menschliche Facette bekommt.


    Persönliche Kritikpunkte:

    Im Nachwort des Autors erfährt man, dass es sich bei „Jagd auf die Bestie“ um en Fortsetzungsband von „Die Stille Bestie“ handelt, ich finde diese Anmerkung etwas ungeschickt platziert! Ein Hinweis darauf im Klappentext oder als Vorwort wäre effizienter gewesen! Viele Anmerkungen im Buch würden wahrscheinlich mehr Sinn ergeben, wenn man die Bücher in der richtigen Reihenfolge liest!


    Fazit:

    Ein ungemein spannender Thriller, der auch vor detailreicher Darstellungsweise äußerst übel zugerichteten Mordopfer nicht zurückschreckt! Sicherlich nichts für zartbesaitete Gemüter!

    Der lange, steinige Weg zurück

    Inhalt & Handlung:

    Die Komödienautorin Rahel erwacht aus einem tagelangen Koma auf einer Intensivstation, sie kann sich jedoch vorerst an nichts mehr erinnern. Erst nach und nach stellen sich bruchstückchenhaft ihre Erinnerungen ein. Rahel muss nun alles neu lernen - nicht mal einen Löffel vermag sie mehr selbständig zu halten, geschweige denn hat sie ihre körpereigenen Funktionen im Griff. Zudem leidet sie unter Medikamentenentzug und hat Halluzinationen von winkenden Eichhörnchen. Doch sie will sich mit diesem Zustand nicht abfinden und kämpft sich langsam aber bestimmt in ihr Leben zurück. Dabei erlangt sie zu so mancher Erkenntnis über sich und ihre Umwelt.


    Schreibstil:

    Das Ganze ist zum größten Teil als eine Art innerer Monolog aufgebaut, dh ähnlich wie die Protagonistin selbst, erfährt auch der Leser erst so nach und nach – gleichsam den Erinnerungsfetzen Rahels- häppchenweise die Vorgeschichte, die zum jetzigen Zustand Rahels geführt hat.


    Charaktere:

    Als Leser/Hörer schließt man die Protagonistin Rahel sofort in sein Herz: denn trotz ihrer misslichen Lage und aller Rückschläge, die sie während ihres Krankenhausaufenthaltes und danach erleiden muss, verliert sie nie ihren einzigartigen Sinn für Humor. Man ist völlig auf ihren Charakter fixiert und kann auf diese Weise sämtliche Höhen und Tiefen Rahels nachempfinden.

    Als Nebenfiguren treten Rahels Familienmitglieder auf, die kompromisslos zu ihr stehen und sie in dieser schweren Zeit begleiten. Auch Olli, Rahels Lebensgefährte tritt dabei in Erscheinung, auch wenn er nicht so zu ihr zu stehen scheint wie ihre restliche Familie.


    Cover:

    Auf dem Cover erkennt man das Bild eines winkenden Eichhörnchens, welches wie durch ein Kaleidoskop betrachtet erscheint. Dieses Eichhörnchen begleitet Rahel durch ihre schwere Zeit als Halluzination und steht hier als Symbol für „die andere Seite“, der Welt der Komapatienten, über die von außen bestimmt wird, und die erst lernen müssen, jegliches Schamgefühl und jeglichen Sinn für Selbstbestimmung hintenanzustellen.


    Autorin:

    Dies ist das Erstlingswerk von Anika Decker, welche sich davor einen Namen als Drehbuchautorin und Regisseurin gemacht hat. Mit dem Film „Keinohrhasen“ schaffte sie ihren großen Durchbruch.

    Anika Decker weiß, wovon sie schreibt, denn mit diesem Buch verarbeitet sie eigene Erfahrungen, die sie während eines längeren Klinikaufenthaltes gemacht hat, bei dem sie selbst wiederbelebt werden musste. Das verleiht dem Buch große Authentizität.


    Sprecherin:

    Das Hörbuch bekommt noch eine zusätzliche Lebendigkeit durch die Performance einer wunderbaren Katja Riemann. Allein ihre erfrischend komische Art zu lesen haucht dem Ganzen sehr viel Leben ein!


    Meinung:

    Als ich mit dieses Hörbuch begann, hatte ich mich noch kaum mit dessen Inhalt befasst und wusste dementsprechend nicht, worauf ich mich hier einließ. Doch schon nach wenigen Momenten hatte es mich in seinen Bann gezogen, ich war verblüfft, wie positiv und wie komisch man ein an sich trauriges Thema behandeln konnte. Selbst tragischsten Momenten rang Anika Decker hier noch eine unglaublich witzige Situationskomik ab, die einen trotz allem herzlich auflachen ließ. Das Ganze driftete jedoch niemals in Klamauk ab, im Gegenteil, es gewann immer mehr an Tiefe, sodass ich mich an etlichen Stellen dabei ertappen musste, verstohlen die eine oder andere Träne wegzuwischen, da mir die Erzählung so zu Herzen ging. Etwa die Szene, in welcher Rahels Vater seiner Tochter Mut machen wollte und ihr von seiner heldenhaften Rettung Rahels als kleines Mädchen erzählte, um ihr zu demonstrieren, dass man sich manchmal überwinden musste, um über sich hinauswachsen zu können. Anka Decker schaffte es hier durch ihre treffende Beschreibung einmal mehr, ein Wechselbad an Gefühlen hervorzurufen, Gänsehautgefühl ging in herzliches Lachen über!

    Trotz aller Heiterkeit birgt dieses Buch jedoch eine klare Botschaft: Jede Veränderung, jeder Umbruch bedeutet für jeden in erster Linie Angst vor dem Ungewissen! Aber wie sehr man auch zu kämpfen hat, am Ende werden einen seine Bemühungen weiterbringen!


    Fazit:

    Ein tolles Buch, das Einblicke in die tiefsten Untiefen des menschlichen Daseins gewährt und das auch so manchem Angehörigen eines Schwerkranken/Komapatienten die Augen öffnen kann, was der Patient durchmacht, denn oft sind es die kleinen Dinge, die dem Betroffenen so zu schaffen machen, und denen ein Außenstehender vielleicht gar keine so große Bedeutung beimisst!


    Anfängliche Spannung geht durch unzählige Handlungsstränge verloren

    Inhalt:

    Die idyllische Stadt Helsingborg an der Küste Schwedens wird plötzlich von einer Reihe extrem brutaler Morde erschüttert, sodass die örtliche Polizei bald sämtliche ihr zur Verfügung stehenden Einsatzkräfte im Einsatz hat. Selbst auf die Hilfe von Kommissar Sebastian Risk, der aufgrund eines tragischen Ereignisses außer Dienst gestellt ist, muss dabei zurückgegriffen werden. Lange Zeit tappen die Ermittler mehr oder wenig im Dunkeln, sie vermuten als Tatmotiv Fremdenfeindlichkeit. Dass der Täter Auswahl seiner Opfer würfelt, um keinerlei Verbindungen zu ihm als Täter herzustellen, ahnt freilich niemand.



    Handlung:

    Ein irrer Täter treibt in Helsingborg sein Unwesen, indem er seine Opfer scheinbar wahllos brutal und kaltblütig ermordet. Die Ermittler haben mit den Morden alle Hände voll zu tun, und sind mit ihren personellen Ressourcen völlig ausgelastet. Zudem haben die involvierten Beamten mit diversen persönlichen Problemen zu kämpfen, was ihre Energie für den beruflichen Einsatz schmälert.



    Schreibstil:

    Stefan Ahnhem schreibt flüssig und versteht es, seine Leser zu fesseln. Er beschreibt den Plot detailgetreu so anschaulich, dass man das Gefühl hat, als Zaungast vor Ort zu sein. Zudem wird dieser Thriller in unzähligen Handlungssträngen erzählt, die teilweise bis zum ersten Teil dieser Buchreihe hineinreichen.



    Charaktere:

    Jeder der Ermittler hat neben seiner beruflichen Arbeit mit seinen persönlichen Dämonen zu kämpfen: Da ist zum einen Fabian Risk, der derzeit eigentlich vom Dienst freigestellt ist, da sein beruflicher Einsatz in der Vorgeschichte um ein Haar seine eigene Familie ausgelöscht hätte. Mit den Nachwirkungen zu diesem Fall beschäftigen ihn auch während des aktuellen Falles und bringen seine Familie wiederum an ihre Grenzen. Zudem verdächtigt Fabian seinen Kollegen Molander, zahlreiche bis dato ungeklärte Mordfälle verübt zu haben, und ermittelt gegen diesen in seiner Freizeit auf eigene Faust. Seine Kollegin Irene Lilja muss zu ihrem Entsetzen feststellen, dass ihr Lebensgefährte Hampus einen Hang zur Gewaltbereitschaft hat und zudem einer rechtsradikalen Vereinigung angehört.



    Cover:

    Der blaue Schriftzug des Titels hebt sich fast schon leuchtend vom in düsterem Schwarz-Weiß gehaltenen Landschaftsbild ab. Was es allerdings mit dem Titel „10 Stunden tot“ auf sich hat, klärt sich im Laufe der Geschichte allerdings leider nicht.



    Autor:

    Stefan Ahnhem stammt gebürtig aus Stockholm, wo er auch heute noch mit seiner Frau und drei seiner vier Kinder lebt und als Schriftsteller und Drehbuchautor arbeitet.



    Meinung:

    Ahnhem versteht es, seine Leserschaft von Anfang an mit seinem eindrücklichen Stil in den Bann zu ziehen und mitzureißen. Das Buch ist in unzählige sehr kurz gehaltene Kapitel unterteilt, indem er stets von einem Handlungsstrang in den nächsten springt, was zum Teil nicht ganz einfach nachzuvollziehen ist. Was aus dem Klappentext nicht hervorgeht, ist, dass es sich bei diesem Buch um den vierten Band einer Thriller-Serie handelt, bei der die Bände aufeinander aufbauen. Daher wird man im Laufe der Geschichte plötzlich mit Figuren konfrontiert, deren Funktion bis zum Schluss des Buches nicht ganz klar ist, wenn man, so wie ich, die Vorgängerbände nicht kennt. Dies verursacht eine Flut an unterschiedlichen Namen, zu denen man – besonders zu Beginn des Buches keine näheren Informationen hat.



    Persönliche Kritikpunkte:

    Für meine Begriffe gibt es in diesem Buch zu viele Handlungsstränge, noch dazu reichen diese bis in die Vorgängerbände zurück. Wenn man diese Bücher allerdings nicht gelesen hat, fehlt einem eine beträchtlicher Anteil an Informationen, deren Kenntnis für dieses Buch durchaus förderlich gewesen wäre. Was es etwa mit der Figur einer Dunja Hougaard auf sich hat, lässt sich auf diese Weise nur erahnen, man erfährt hier jedoch kaum etwas über sie, daher ist der Handlungsstrang, der sich hier auf sie bezieht, für den Rest dieses Buches völlig irrelevant und eher störend, wenn man vorerst nur dieses Buch der Serie lesen möchte. Zudem fielen mir während des Lesens einige inhaltliche Fehler in dieser Geschichte auf, die vom Lektorat vermutlich übersehen worden waren. Was mich zudem ein wenig störte, war die zunehmend vulgärere Sprache, die sich der Autor bediente, auch die detaillierte Beschreibung der sexuellen Ausschweifungen und Abartigkeiten (besonders jene, die das Thema Pädophile beinhalteten, fand ich ein wenig Zuviel des Guten.



    Auch mit dem Schluss des Buches bin ich nicht ganz glücklich. Es bleiben leider sehr viele Fragen offen, man gewinnt den Eindruck, als hätte der Autor einen dringenden Abgabetermin einzuhalten gehabt und deshalb kein besonderes Augenmerk auf das Ende legen können, was meine anfängliche Begeisterung für dieses Buch drastisch senkte.



    Fazit:

    Ein Buch, das sicherlich sehr spannend ist, man sollte allerdings nicht den Fehler begehen, in diese Buchreihe quer einzusteigen, sondern mit Band eins beginnen, da einem sonst wichtiges Informationsmaterial entgeht.

    Die Rache ist mein

    Inhalt:

    Faye hat alles erreicht, was man erreichen kann: sie ist mit einem unfassbar erfolgreichen, noch dazu gutaussehenden Unternehmer verheiratet, gemeinsam wohnen sie in einem luxuriösen Appartement in Stockholm, haben zusammen eine entzückende, kleine Tochter namens Julienne und sind fixer Bestandteil der High Society Schwedens. Doch der Schein trügt: hinter der Fassade steht eine Frau, die in allen Bereichen zum Wohle ihrer Familie zurücksteckte, sich tagtäglich von ihrem Mann demütigen lassen muss und ihn trotz allem noch in Schutz nimmt. Das ändert sich schlagartig, als sie ihn eines Tages in flagranti mit seiner Assistentin im eigenen Bett erwischt. Nun sinnt Faye auf Rache, und diese kann nur fürchterlich sein….


    Handlung:

    Dies ist die Geschichte einer Frau, die alles für die Liebe gibt und alles für sie opfert, im blinden Glauben, dadurch eine perfekte Ehefrau abzugeben. Dass dem nicht so ist, muss sie allerdings auf recht schmerzhafte Weise erfahren, als sie ihren Göttergatten trotz allem mit einer anderen Frau im Bett erwischt. So mutiert die devote, alles schluckende Hausfrau und Mutter zum Racheengel par excellence.


    Schreibstil:

    Camilla Läckberg hat einen sehr angenehm zu lesenden, flüssigen Stil, der einen von Beginn an in seinen Bann zieht. Die Geschichte beginnt mit einem Prolog, der das vermeintliche Ende vorwegnimmt, danach wird in Rückblenden das eigentliche Leben von Faye erzählt, beginnend in einer Zeit, als sie sich noch Mathilda nannte. Man erfährt von ihrer tragischen Kindheit bis hin zu ihren Beweggründen in der Gegenwart in dem es letztlich zum emotionalen Showdown kommt.


    Charaktere:

    Hauptcharakter ist sicherlich Faye, die anfangs noch Mathilda heißt, sich dann jedoch quasi als symbolhaften, krönenden Abschied von ihrer schlimmen Kindheit in Faye umbenennt. Faye, die blitzgescheit ist, und nicht nur in beruflicher Hinsicht ihrem Mann um nichts nachsteht, diesem sogar weit überlegen ist, und im Grunde den Hauptanteil an seinem beruflichen Erfolg trägt. Nichtsdestotrotz steckt sie in allem zurück, nur um ihm seinen Erfolg zu ermöglichen, und ihn zu dem anerkannten und einflussreichen Mann werden zu lassen, der er ist im Glauben, dass er ebenfalls so loyal zu ihr steht, sie wird von ihm aber bitter enttäuscht und sinnt auf Rache. Ein unglaublich ausgeklügelter Racheplan wird von ihr geschmiedet, der seinesgleichen sucht.


    Cover:

    Das Cover lockt den Leser auf eine völlig falsche Fährte, da man von einet unausweichlichen Lebenssituation ausgeht, aus der es kein Entrinnen mehr gibt.


    Autorin:

    Camilla Läckberg ist eine sehr populäre und erfolgreiche, schwedische Kriminalschriftstellerin, deren Bücher zumeist in Fjällbacka handeln, woher die Autorin stammt. Mit ihrem Unternehmen „Invest In Her“ fördert sie Projekte junger Frauen. Camilla Läckberg lebt mit ihrer Patchworkfamilie in Stockholm.


    Meinung:

    Der Charakter der jungen Faye wie auch der ihres Mannes scheint ein wenig überzeichnet, wobei sich beide völlig konträr dargestellt werden, auf der einen Seite die devote, alles erduldende Ehefrau, auf der anderen Seite der selbstherrliche Mann - dabei bedient Läckberg sämtliche Klischees. Irgendwie konnte ich mich jedoch nicht recht mit dem Charakter der Protagonistin anfreunden, da ich es nicht nachvollziehen konnte, wie jemand, der angeblich so blitzgescheit ist, und vom Intellekt her jedem locker das Wasser reichen konnte, zu einem derartigen duckmäuserischen Mauerblümchen mutieren konnte, das auch noch dann die Schuld bei sich sucht, wenn es den eigenen Mann mit einer anderen im Bett erwischt. Man möchte sie am liebsten einfach nur schütteln, damit sie aus ihrer Blase der Naivität aufwacht! Umso mehr überraschte mich die Entwicklung der Faye im zweiten Teil der Geschichte, diese Wendung hätte ich beim besten Willen anfangs nicht erwartet! Dass ihre Persönlichkeit so kippt und sie in ihrem Tun letztlich kaltblütig über Leichen geht, wär hätte das gedacht?


    Persönliche Kritikpunkte:

    Die Personen erschienen mir, wie gesagt ein wenig überzeichnet und unrealistisch, aber trotz allem war ich von der Geschichte und ihrem Verlauf mehr als angetan!


    Fazit:

    Ein Thriller mit interessanten Wendungen, als Mitbringsel für betrogene Ehefrauen bestens geeignet!

    Ungewöhnlich gewöhnungsbedürftig!

    Inhalt & Handlung:

    Der Lamafarmer Onkel Stan gilt als der ungewöhnlichste Mensch der Stadt Pandrumdroochit, was vor allem P’Krall, eigentlich ein gesuchter Verbrecher, der hier als selbsternannter Arzt in Erscheinung tritt, ein Dorn im Auge ist, denn dieser will alles Ungewöhnliche in einer Anstalt „kurieren“ und in besonders schwerwiegenden Fällen zerquetschen. So gerät auch Onkel Stan in seine Fänge. Die Tiere seiner Farm – welche natürlich auch sehr ungewöhnlich sind und sprechen können – vermissen Onkel Stan schrecklich, besonders sein bester Freund der Dachs Dan. Wird es ihnen bzw. Onkel Stan gelingen, den Kampf gegen P’Krall zu gewinnen und wieder Lebensfreude und Ungewöhnlichkeit in die Stadt zu bringen und vor allem: Onkel Stan zu befreien?


    Schreibstil:

    Das Buch ist stilistisch sehr einfach gehalten, es fallen aber – gerade für Kinder – sehr schwer auszusprechende Eigennamen auf wie etwa Pandrumdroochit, die zwar lustig klingen aber sicherlich für Frust beim Selber-Lesen sorgen können! Die Beschreibungen sind oft sehr, sehr schräg und skurril.


    Charaktere:

    Onkel Stan ist definitiv anders als ein Durchschnittsmensch: er ist unglaublich positiv und versucht aus jeder Situation das Beste zu machen, seine Fröhlichkeit wirkt auf seine Mitmenschen aufmunternd und ansteckend. Dadurch wird er zum erklärten Feindbild seines Widersachers P‘Krall, welchem Fröhlichkeit oder alles Ungewöhnliche im Allgemeinen richtiggehend körperliche Qualen bereitet. Die sprechenden Tiere auf der Farm – Lamas und allen voran der Dachs Dan – sind genauso skurrile Wesen mit dem Herz am rechten Fleck.


    Cover & Illustrationen:

    Sowohl das Cover als auch die unzähligen Illustrationen, welche man auf nahezu jeder Seite des Buches findet, tragen die Handschrift Gemma Corrells, welche sich wie die Zeichnungen einer Fünfjährigen anmuten. Sie verleihen dem Buch einen kindlichen Touch, der wahrscheinlich besonders die sehr junge Leserschaft magisch anziehen wird.


    Autorin:

    Alison Louise Kennedy stammt aus dem schottischen Dundee und verfügt über einen abgeschlossenen Bachelor in Theater und Dramatik an der Universität Warwick. Kennedy zählt zu den bedeutendsten Schriftstellerinnen Großbritanniens, ihr Werk ist sehr breitbandig und erfasst Science Fiction; Sachbücher bis hin zu Bühnenstücken.


    Meinung:

    Wie der Titel schon sagt, ist dieses Buch sicherlich eines: ungewöhnlich, sowohl im Erscheinungsbild als auch von der Geschichte her. Das Skurrile muss einem allerdings auch liegen, mir persönlich war das Ganze ein wenig „Zuviel des Guten“, die Figuren wurden in der Geschichte extrem überzeichnet dargestellt, phasenweise wirkte das Ganze zu sehr bemüht und aufgesetzt. Kleine Kinder werden von dieser Art von Geschichte vermutlich mehr angesprochen werden als größere, da der Stil doch sehr einfach gehalten ist. Was mir an der Geschichte jedoch sehr gut gefällt, ist die versteckte Botschaft, dass jeder sein Leben so leben sollte, wie er möchte, und dass jede Form der Ungewöhnlichkeit in dieser Welt willkommen ist und dazu beiträgt, diese fröhlicher und bunter zu gestalten.


    Persönliche Kritikpunkte:

    Die Buchempfehlung „für Kinder ab 9 Jahren“ erscheint mir eindeutig zu hoch gegriffen, vielmehr wäre, meiner Meinung nach, eine Alterseinstufung von 5-8 Jahren angebracht. da sich ältere Kinder von der Geschichte vermutlich nicht mehr so angesprochen fühlen werden. Des Weiteren muss gesagt werden, dass der extrem überdrehte Erzählstil einem liegen muss! - Für mich war er(besonders am Anfang des Buches), gelinde gesagt, sehr gewöhnungsbedürftig bisweilen sogar recht anstrengend zu lesen. Dazu kam noch, dass sich die Geschichte zum Teil in Nebensächlichkeiten verlief, die ebenfalls wieder überdreht dargestellt wurden, und die Geschichte unnötig in die Länge zog.


    Fazit:

    Ein gewöhnungsbedürftiges Kinderbuch, das man durchaus lesen kann, aber nicht unbedingt gelesen haben muss!

    Ein Krimi mit einem gehörigen Schuss Lokalkolorit


    Inhalt & Handlung:

    In der malerischen Region Aquitaine rund um Bordeaux findet alljährlich ein Marathon quer durch die Weingärten der Châteaus statt, wobei die Teilnehmer in bunten Kostümen antreten und das ganze Treiben ziemlichen Volksfestcharakter annimmt. Auch Commissaire Luc Verlain und seine Angebetete Anouk sind als Zaungäste dabei, und als sie gerade im Schlossgarten von Lucs bestem Freund Richard aufhalten, werden sie quasi Augenzeugen, wie einige Läufer infolge einer Vergiftung an den Versorgungsständen des Lecoeur Saint-Julien -dem Weingut Richards- zusammenbrechen. Der Winzer Hubert de Langeville ist auf der Stelle tot, ein stadtbekannter Politiker kann gerade noch gerettet werden. Luc übernimmt diesen Fall und sieht sich bald gezwungen, seinen Freund Richard zu den Tatverdächtigen zählen zu müssen. Anouk ist von Richards Schuld überzeugt, während Luc hin und hergerissen ist zwischen Loyalität seinem Freund gegenüber und der allzu erdrückenden Beweislast, als sich herausstellt, dass Richard in letzter Zeit mit starken finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte.


    Schreibstil:

    Ein sehr schöner und angenehmer Schreibstil, der das französische Leben in den Weinbergen in sehr bildhafter Sprache widerspiegelt. Bei den Beschreibungen der Landschaft und des brennendheißen Sommers glaubt man die Hitze beinahe selbst auf der Haut zu spüren, so real wirkt die Szenerie.


    Charaktere:

    Die Charaktere bleiben während der gesamten Geschichte ein wenig farblos, Luv Verlain entpuppt sich als Schwerenöter mit ziemlichen Frauenverschleiss.


    Cover:

    Ein Schloss inmitten von Weinbergen, dazu der strahlendblaue Himmel – man erkennt auf den ersten Blick, was einen hier erwartet! Ich finde das Cover sehr ansprechend gestaltet!


    Autor:

    Alexander Oetker lebte und arbeitete vier Jahre als Korrespondent für RTL und n-tv in Paris. Dabei wurde er Kenner der französischen Gesellschaft. Mittlerweile lebt er in Berlin, wo er als politischer Korrespondent arbeitet. Seine Liebe zu Frankreich, speziell zu der Region um Bordeaux ist ihm aber bis heute geblieben, daher spielen auch viele seiner Werke dort.


    Sprecher:

    Frank Arnold als Sprecher ist sehr gut ausgewählt. Durch Variation seiner Stimmlage haucht den einzelnen Charakteren Leben ein, dadurch sind für den Hörer die einzelnen Personen gut zu unterscheiden. Besonders gelungen finde ich seine Interpretation der Anouk, die bei Befragungen mit den Verdächtigen zum Teil doch recht ruppig umgeht!


    Meinung:

    Beim Hören dieser Geschichte wähnt man sich beinahe selbst auf einem Kurzurlaub in Aquitaine, so angenehm wirken die Stimme und die realisischen Beschreibungen.

    Der Autor Alexander Oetker verfügt über ein profundes Wissen über Weinbau und Wein im Allgemeinen, das er geschickt in die Geschichte einfließen lässt. Das macht das Ganze nicht nur zu einem spannenden, sondern auch zu einem interessanten und lehrreichen Hörbuch


    Persönliche Kritikpunkte:

    Durch die vielen, wenn auch sehr schönen, landschaftlichen Beschreibungen bzw. jener der Weinlesekunst und der unzähligen Ausflüge in die Beziehungswelt des Luc Verlain tritt die eigentliche Krimihandlung ein wenig in den Hintergrund und wird beinahe zur Nebensache. Ich hätte mir ein bisschen größeres Augenmerk auf den Fall gewünscht!


    Fazit:

    Wie ein Kurzurlaub im sommerlichen Aquitaine, bei dem die Krimihandlung ein wenig auf der Strecke bleibt!

    Ein nicht ganz würdiger Abschluss einer tollen Buchreihe


    Inhalt & Handlung:

    In schneller Abfolge werden drei männliche Leichen gefunden, die nicht nur vom Aussehen her allesamt große Ähnlichkeit mit DI Phil Brennan aufweisen, auch sonst wird rasch klar, dass die Leichenfunde in engem Zusammenhang mit ihm stehen müssen, da bei jedem der Opfer eine Tarotkarte mit dem Motiv des Gehängen gefunden wird, auf dem der Name Phil Brennans geschrieben steht. Als dieser sich in die Ermittlungen einbauen will und nach Cochester fährt, kommt er jedoch nicht an und bleibt vorerst verschwunden. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, zumal es scheint, als würde jene Stalkerin, mit der Brennan schon in den Vorgängerbänden zu tun hatte, hinter den Morden stecken.


    Schreibstil:

    In für Tanja Carver typischen Weise beginnt auch dieser Thriller bereits unglaublich spannend, bereits auf Seite eins wird man unvermutet mitten ins Geschehen hineingeworfen, und der einfachen aber doch sehr fesselnden Erzählweise gefangengenommen. Im Laufe des Buches wird man mit einer wahren Flut an Informationen beinahe überfordert


    Charaktere:

    Wie schon in den Bänden zuvor begegnet man einmal mehr dem souveränen und sehr sympathischen Ermittler Phil Brennan und der nicht minder liebenswerten Profilerin Marina Esposito, die nicht nur beruflich ein Top-Team sind, sondern mittlerweile miteinander verheiratet sind. Ein wenig überraschend trifft man aber auch auf eine „alte Bekannte“ aus den vorhergehenden Bänden, die bereits als Stalkerin Brennans in Erscheinung getreten war. Ihr bösartiges Wesen steht im krassen Gegensatz zu der warmherzigen Art der beiden andern Protagonisten.


    Cover:

    Das Cover ist großteils in sattem Grün gehalten mit einer vertrockneten Rose, die achtlos auf den Einband geheftet zu sein scheint. Auch dieser Band weist das für die vorangegangenen Teile dieser Buchreihe bereits typische graue Paketband auf, das nahezu plastisch auf das Buch geklebt zu sein scheint. Auf diese Weise wird bereits optisch ein Bezug zu den Vorgängerbänden hergestellt.



    Autor:

    Wieder tritt hier das Ehepaar Martyn und Linda Waites unter dem Autorennamen Tania Carver in Erscheinung. Die beiden leben mit ihren beiden Kindern in Südengland.


    Meinung:

    Dies ist der achte und letzte Teil der Buchreihe rund um die Profilerin Marina Esposito und ihrem Mann DI Phil Brennan, bei der es zwar eine Rahmenhandlung gibt, die sich über alle Bände erstreckt, aber jeder Teil beinhaltet jedoch eine eigene in sich abgeschlossene Geschichte. Was ich an dieser Buchreihe sehr schätze, ist, dass man die einzelnen Teile nicht streng chronologisch gelesen haben muss, um der Handlung folgen zu können, auch wenn dies für ein besseres Verständnis jedoch nützlich ist. Diejenigen, die neu in diese Serie einsteigen, in knappen Worten mit den nötigen Hintergrundinformationen versorgt.


    Persönliche Kritikpunkte:

    Leider kann der Spannungsbogen nicht über das ganze Buch aufrecht gehalten werden, mitunter verläuft sich das Buch in Längen, die den Lesefluss ein wenig hemmen.

    Mit dem Wissen, dass es sich bei diesem Buch um den finalen Band der Serie handelt, hätte ich mir ein abgerundetes Ende gewünscht. Man wird hier jedoch mit einem offenen Ende alleine zurückgelassen, was ich persönlich als ein wenig unbefriedigend empfinde.


    Fazit:

    Ein spannender Thriller, der jedoch nicht ganz an die Vorgängerbände der Reihe anschließen kann!



    Ein entbehrlicher Ratgeber!

    Sarah Tschernigow, ihres Zeichens Medienberaterin, Journalistin, Fitess- und Ernährungsberaterin, die auch den erfolgreichen Podcast „No time to eat“ führt, hat hier einen 256 Seiten umfassenden Ratgeber zum Thema „Gesunde Ernährung trotz stressigem Alltag“ verfasst.



    Die unkonventionelle Aufmachung des Buches und die angenehm lockere Schreibweise in der Leseprobe haben mich aufmerksam gemacht, sodass meine Erwartungshaltung zum restlichen Buch zugegebenermaßen doch sehr groß war. Ich erwartete mir raffinierte Rezepte, mit denen man im Handumdrehen auch im größten Stress und ohne großes Brimborium köstliche, vor allem aber gesunde und abwechslungsreiche Mahlzeiten herstellen konnte, dazu etliche hilfreiche Tipps, um gesunde Ernährung gut umsetzen zu können. Leider hat das Buch diese Erwartungen nicht mal ansatzweise erfüllt.



    Sarah Tschernigow propagiert zwar das „Clean Eating“, d.h. das Vermeiden von industriell stark verarbeiteten Lebensmitteln, um die Kontrolle darüber behalten zu können, was man dem Körper zuführt ohne ihn mit versteckten Ingredienzien wie Geschmacksverstärkern, Emulgatoren und sonstiger Chemie zu belasten und stellet einen 10 Punkte-Plan auf, die den Leser in puncto gesunde Ernährung auf den richtigen Pfad führen soll. Wie wenig sie dabei allerdings dem Normalbürger gesunden Hausverstand zutraut, ist jedoch niederschmetternd. Da wird etwa lang und breit darauf hingewiesen, wie wichtig die regelmäßige Flüssigkeitsaufnahme ist, und dass man raffinierten Zucker und fetthaltige Wurst tunlichst vermeiden sollte – keine wirklich großartigen Erkenntnisse! Es kommen dann Tipps, routinemäßige Besuche beim Bäcker des Vertrauens zu unterlassen, sein Essen möglichst immer selbst zubereitet, in Essensboxen überallhin mitzunehmen, um nicht auf externes „böses Essen“ angewiesen zu sein, bzw. sein Essen daheim immer in Großportionen vorzukochen, um sich das lästige tägliche Kochen zu ersparen. Dass jedoch auch Essen, das über längere Zeit (gekühlt oder ungekühlt) irgendwo „zwischengelagert“ wird, seine anfänglich vielleicht vorhandenen Nährstoffe verlieren könnte, scheint sich bislang offenbar noch nicht bis zur Autorin herumgesprochen zu haben. Des Weiteren auch nicht, dass es recht wenig mit abwechslungsreicher Kost zu tun hat, drei bis vier Tage hintereinander immer die gleiche Mahlzeit zu sich zu nehmen (irgendwer muss diese vorgekochten Riesenportionen ja essen…). Außerdem wird hier ständig auf die Verwendung von Proteinpulver hingewiesen, was bei einer einigermaßen ausgewogenen Ernährungsweise völlig überflüssig ist.

    An dem Punkt, an dem Frau Tschernigow dem geneigten Leser allen Ernstes für unterwegs die Verwendung von Babynahrung in Gläschen nahelegte, fragte ich mich doch, welche Zielgruppe sie mit diesem Buch zu erreichen versuchte: vermutlich Kochmuffel, deren Geschmacksnerven so verkümmert sind, dass sie auch nicht vor ungewürztem, unansehnlichen Kinderbrei zurückschrecken, der auch olfaktorisch alles andere als ein kulinarisches Highlight ist!



    Fazit:

    Dieses Buch ist vielleicht etwas für Menschen, denen jegliches Wissen über gesunde Ernährung fehlt, alle anderen werden davon wahrscheinlich eher enttäuscht sein, ihnen sei mein persönlicher Tipp gewidmet, statt dieses Ratgebers lieber hie und da ihre Gabel lieber beiseite zu legen, was weitaus effizienter wäre!

    Herzerfrischend

    Inhalt & Handlung:

    Das ist die Geschichte zweier Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: auf der einen Seite Sarah, überzeugte Single-Frau, leidenschaftliche Betreiberin eines Backbogs, eine Genießerin mit einigen Kilos zu viel auf den Rippen und auf der anderen Seite Thomas, ein durchtrainierter Fitnesstrainer, der sich dem veganen Lifestyle verschrieben hat und darüber in einem eigenen Youtube-Kanal berichtet. Nach einem zufälligen Aufeinandertreffen im Supermarkt, lernen sich die beiden über gemeinsame Freunde kennen und entdecken ihre Zuneigung füreinander. Hat eine Liebe trotz unterschiedlicher Lebensweisen trotzdem Bestand?

    Schreibstil:

    Ein sehr leichter, beschwingter Stil führt dazu, dass man sich sofort in der Geschichte angekommen fühlt. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Sarah, dann wieder aus jener von Thomas erzählt. Dadurch erhält man als Leser Einblick in die Gefühlswelten der einzelnen Personen und kann damit die Motivation für ihre Handlungsweisen gut nachvollziehen.

    Charaktere:

    Die beiden Charaktere wirken auf mich sehr authentisch und sympathisch: Sarah, die Genießerin leidet unter Anfeindungen ihrer Umgebung. Besonders nach einem gemeinsamen Video mit Thomas sieht sie sich bösartigen Kommentaren zu ihrer Figur ausgesetzt. Die Kritik lässt sie an sich selbst zweifeln und nimmt ihr eine gehörige Portion Selbstbewusstsein, was sich im Umgang mit Thomas zeigt. Thomas ist gefühlvoll und sensibel, aufgrund seines durchtrainierten Körpers wird auch er von seiner Umgebung in eine Schublade gesteckt und zeigt sich tief betroffen, als sich aufgrund besagten Videos so manche seiner Anhänger im Internet von seinem Bog abwenden.

    Cover & Illustrationen:

    Das Cover empfinde ich als äußerst gelungen, mit der dunklen Schokolade im Hintergrund, der Silhouette der beiden Protagonisten und den verschnörkelten Ornamenten, die an eine Tortenverzierung erinnern. Das Ganze ist – passend zum Titel – sehr geschmackvoll in Braun- und Orangetönen gehalten. Dieses Konzept wird auch innerhalb des Buches weiterverfolgt: die Kapitel, welche aus Sarahs Perspektive geschildert sind, werden am Kapitelanfang passend mit einer Schokopraline gekennzeichnet. Jene Kapitel, welche aus dem Blickwinkel Thomas‘ erzählt werden, haben als Erkennungsmerkmal zu Beginn eine Orange.

    Meinung:

    Was mir an diesem Buch so gut gefallen hat, ist, dass es am Puls der Zeit geschrieben ist, es werden Trends wie vegane Lebensweisen und „Bodypositivity“ aufgegriffen, aber auch Themen wie Cybermobbing nicht außer Acht gelassen. Positiv fielen mir auch die Liebesszenen in diesem Buch auf, deren Darstellungsweise erstaunlich realistisch war, sich diese auf einem sehr schmalen Grat bewegte, ohne diesen zu verlassen und ins Schmalzige abzudriften oder auch nur ansatzweise schlüpfrig zu werden. Zu guter Letzt möchte ich noch anmerken, dass es mich sehr gefreut hat, jene Rezepte, auf die in der Geschichte näher eingegangen wurde am Ende des Buches detailliert wiederzufinden

    Persönliche Kritikpunkte:

    Die Geschichte ist relativ kurz, sie hätte für meinen Geschmack ruhig etwas länger ausfallen können, was aber durchaus auch als Lob an die Autorin interpretiert werden kann.

    Fazit:

    Eine herzerfrischende Liebesgeschichte aus der heutigen Zeit!

    Die wahren Abgründe des Bösen findet man im wirklichen Leben

    Inhalt und Handlung:

    Der Autor Claus Cornelius Fischer schrieb diesen True-Crime-Thriller in Zusammenarbeit mit dem Profiler Axel Petermann über eien außergewöhnlich brutale Mordserie zwischen 1994 und 1996 im Norden Deutschlands. Das Vorgehen der Täter zeigte keinen roten Faden, mal wurde das Opfer erwürgt, mal fand es den Tod unter einer Hebebühne, mal durch eine Kugel im Nacken, ein wirkliches Muster ließ sich hier nicht erkennen. Um die Serie zu stoppen, musste der mit den Ermittlungen betraute Hauptkommissar Kiefer Larson in die Psyche der skrupellosen Täter eindringen und auf ihre Weise zu denken lernen.


    Schreibstil:

    Die Handlung wird auf unterschiedlichen Ebenen erzählt: mal werden die Geschehnisse zwei Monate zuvor geschildert, dann wieder in der Gegenwart, mal vier Tage später, danach vier Tage zuvor, was dem leichten Folgen des Handlungsstranges nicht gerade dienlich ist. Phasenweise ist das Buch wirklich spannend, dann jedoch verläuft es sich in Banalitäten. Zudem wird die Handlung teils aus der Sicht eines Täters, teils aus dem Blickwinkel des ermittelnden Hauptkommissars erzählt.


    Charaktere:

    Leider werden die Charaktere sehr farblos gezeichnet, sodass es einem schwer fällt, einen der Protagonisten auch nur ansatzweise sympathisch zu finden. Das geht sogar so weit, dass man bei dem einen oder anderen Opfer – etwa Nicole - keinerlei Mitleid verspürt, weil diese so nervend beschrieben werden. Ein Aspekt, der mir in anderen Thrillern bisher noch nicht untergekommen ist, denn normalerweise verhält es sich so, dass man mehr Empathie mit dem Opfer empfindet, je mehr man über sie erfährt, hier ist das genaue Gegenteil der Fall.


    Cover:

    Das Cover ist farblich schlicht gehalten und optisch auf alt getrimmt, was mir recht gut gefällt, weil es sich dadurch von anderen Büchern abhebt. Einen Bezug zur Handlung kann ich beim Cover allerdings leider nicht herstellen.


    Autor:

    Axel Petermann ist Tatortanalytiker (Profiler) und leitender Kriminalkommissar bei der Bremer Polizei. Er hat in über 1000 Fällen gewaltsamen Todes ermittelt und leitet die Dienststelle Operative Fallanalyse, die er auch begründete. Des Weiteren lehrt er als Hochschuldozent Kriminalistik und berät die TV-Redaktion Tatort bei ihren Produktionen.

    Claus Cornelius Fischer hat bereits zahlreiche Romane und Drehbücher für Kino und Fernsehen („Tatort“) verfasst. Zudem gehörte er 1989 zu den Herausgebern der "Satanischen Verse" von Salman Rushdie in Deutschland.


    Meinung:

    Gleich vorweg, für den Schreibstil des Autors kann ich mich nicht besonders erwärmen, einerseits wird mir die Handlung etwas zu sprunghaft erzählt, was ein flüssiges Lesen erschwerte. Andererseits verlief sich die Geschichte für meinen Geschmack zum Teil in unnötigen Längen, wodurch ich das Buch (besonders am Anfang) etliche Male beiseitelegte, weil es mich zu langweilen begann. Von der im Klappentext angekündigten, packenden Spannung merkte ich leider recht wenig. Nicht immer macht ein detailreiches Beschreiben der grausamen Taten eine schleppende Handlung wett.


    Persönliche Kritikpunkte:

    Die Problematik bei einem True Crime Thriller liegt auf der Hand: Dadurch, dass die Ergebnisse bereits bekannt sind, wird dem Buch leider viel an Spannung genommen.


    Fazit:

    Man gewinnt bei diesem Buch mit Sicherheit einen guten Einblick in die kranke Denkweise eines sadistischen Mörders, diese Absurdität und Abartigkeit bzw. diese absolute Gefühlskälte seinen Mitmenschen gegenüber lassen den Leser nicht nur einmal fassungslos zurück. Man kann und wird auch am Ende des Buches diese grausamen und sinnlosen Taten nicht verstehen.

    Ein Kinderbuch voller Magie


    Inhalt:

    Ein öder Strandurlaub in einem biederen Hotel an der Ostsee, ist plötzlich gar nicht mehr so langweilig und wird zu einem besonderen Abenteuer für zwei Kinder, als sie einem magischen Geheimnis auf die Spur kommen.


    Handlung:

    Eigentlich hat Familie Fröhlich einen tollen Cluburlaub an der Nordsee gebucht, durch ein falsch programmiertes Nawi landen sie allerdings in einem schrulligen kleinen Strandhotel an der Ostsee, das von Rosaline Apfel geführt wird. Da es auch Probleme mit dem Auto gibt, sind sie gezwungen, ihren Urlaub dort zu verbringen. Was anfangs nach totalem Reinfall aussieht, entpuppt sich bald als spannendes Abenteuer für die Kinder: da läutet plötzlich ein Telefon, das gar nicht angeschlossen ist, ein ausgestopfter Adler erwacht zum Leben, und auch die Hotelbesitzerin scheint ein Geheimnis zu haben: wieso hängen auf ihrem Dachboden, den keiner betreten darf, tausende von Traumfängern?


    Schreibstil:

    Das Buch ist in 13 Leseabschnitten in übersichtlicher Länge unterteilt, es gibt keine überlangen Kapitel, die ein Kind verzweifeln lassen. Auch der Schreibstil ist angenehm zu lesen, es werden keine unnötigen Fremdworte verwendet, aber trotzdem ist das Buch nicht zu einfach geschrieben, sodass es ein Kind von acht, neun Jahren in niveauvoller Weise toll unterhält!


    Charaktere:

    Die Kinder Joelle, Lancelot und Benny sind keine Über-Drüber-Superhelden sondern Kinder von Nebenan, mit denen sich der kleine Leser gut identifizieren kann. Anfangs ist man etwas skeptisch, was die Hotelbesitzerin Fräulein Apfel betrifft, man vermutet hinter ihrer netten Fassade eine Art Hexe, die vielleicht Böses im Schilde führt, zumal sie die Eigenschaft hat, plötzlich sehr unvermutet aufzutauchen. Was allerdings dahintersteckt, klärt sich jedoch sehr bald auf und man lernt sie von einer sehr sympathischen Seite kennen.


    Cover:

    Ein sehr bunt Cover, das durch seine kindliche Art der Gestaltung, die junge Leserschaft sicherlich anzieht und bei dem sich bei genauerem Hinsehen viele Details entdecken lassen, die auf den Inhalt der Geschichte hinweisen.


    Autorin:

    Gina Mayer stammt gebürtig aus Ellwangen, und arbeitete als Werbetexterin, bevor sie ihre schriftstellerische Karriere einschlug. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Düsseldorf.


    Illustrationen:

    Die Geschichte wird durch zahlreiche bunte Abbildungen aufgelockert, zusätzlich ist ein ganzes Kapitel in welchem eine Traumsequenz erzählt wird, in dunkler Farbe gehalten, was dem Ganzen noch eine zusätzliche sehr geheimnisvolle und spektakuläre Note verleiht.


    Meinung:

    Die Geschichte beginnt eigentlich unspektakulär mit einem vermeintlich missglückten Urlaubsstart, doch bald findet man sich in einer zauberhaften Geschichte wieder, die noch dazu richtig spannend wird. Was mir auch gut gefällt, ist die subtile Aussage in diesem Buch, dass man etwas nicht gleich von vornherein als „langweilig“ oder „blöd“ abtun sollte, weil man dadurch womöglich etwas wirklich „Cooles“ und Einzigartiges verpassen könnte und es oft wert ist, hinter eine vielleicht langweilig wirkende Fassade zu blicken! Die Geschichte endet offen und macht somit Gusto auf den zweiten Band "Das Hotel der verzauberten Träume - Annabells Tagebuch".


    Persönliche Kritikpunkte:

    Was mich persönlich ein wenig irritiert hat, war, dass Kinder sich hier ohne Konsequenzen nicht an die ihnen gesetzten Grenzen halten müssen (z.B. die Privatsphäre der Hotelbesitzerin zu respektieren) bzw. sie sich am Eigentum anderer vergreifen und es zerstören (Beschädigung des Autos, um zu verhindern, dass die Spielkameraden vorzeitig abreisen). Ich hätte mir gewünscht, dass dies hier etwas anders gehandhabt wird und die Kinder dafür vielleicht in einem Nebensatz eine kleine Strafe erhalten hätten, um zu zeigen, dass so ein Verhalten in der Realität inakzeptabel ist.


    Fazit:

    Alles in allem ein sehr schönes Kinderbuch, das letztlich durch seine magische Ader viele Jungleser begeistern wird!