Beiträge von True Steel

    Was ich auch sehr empfehlen kann, ist Quincunx von Charles Palliser. Ich fand es nicht nur ausgesprochen spannend, sondern fand auch sehr ansprechend, daß es im Stil sehr angenehm an Charles Dickens erinnert.

    Zur Zeit bin ich mit den zwei Büchern, die ich parallel lese, ja erstmal ausgelastet.
    Danach warten schon The Long Mars von Terry Pratchett & Stephen Baxter und Nietzsches Also sprach Zarathustra.
    Aber danach ist unbedingt Can't Be Satisfied - The Life and Time of Muddy Waters von Robert Gordon fällig. Und The Eyre Affaire von Jasper Fforde, darauf hat mir dieses böse Forum nämlich auch noch Appetit gemacht :wink:

    @True Steel
    Das er weiter geschrieben hat, hat mich auch immer tief beeindruckt.


    Ich habe letzte Woche "Snuff /Steife Prise" gelesen, es war schon etwas seltsam, da es der letzte Roman mit Sam Mumm /Vimes ist und Pratchett ja erst grade verstorben ist. Hat mich sehr melancholisch zurückgelassen.


    Lese gerade Raising Steam, und da kann ich nur zustimmen, es ist schon ein etwas beklemmendes Gefühl... Gerade weil Pratchett's Werke mich schon seit so vielen Jahren begleiten und irgendwie immer selbstverständlich dazugehörten.
    Aber vielleicht kann sich ja seine Tochter entschließen, in seine Fußstapfen zu treten, sein Talent hat sie jedenfalls geerbt und bereits unter Beweis gestellt, als sie die Dialoge für das Computerspiel Beyond Divinity geschrieben hat, die stehen den Werken ihres Vaters in nichts nach...
    http://www.yiya.de/reviews/b/beyd0101.shtml

    Mit fremdprachlicher Lektüre habe ich nur gute Erfahrung gemacht, sie hat mir bei der Erweiterung und Festigung meines englischen Wortschatzes enorm geholfen. Wichtig war für mich dabei, daß es Bücher waren, die mich wirklich interessierten, da sich dann das neu Gelernte besser im Gedächtnis verankerte, indem sich die Worte mit bestimmten Szenen aus der Erzählung zu Bildern verbinden. Und die bleiben leichter im Gedächtnis als seitenweise auswendig Gelerntes ;)

    Also meine Antwort auf diese Frage ist ein ganz klares Nein. Da habe ich nur sehr schlechte Erfahrungen gemacht, wenn ich die verliehenen Bücher überhaupt mal nach Dutzenden Nachfragen endlich wiedergesehen habe, dann in einem grauenhaften Zustand. Es scheint eine allgemeine Unsitte zu sein, weshalb ich auch nur ungern öffentliche Bibliotheken in Anspruch nehme, oft sehen die Bücher dort aus, daß es einfach eklig ist...

    @True Steel kleiner Tipp: wenn Du auf "Erweiterte Antwort" klickst, dann findest Du über dem Textfeld ein Feld für die ISBN-Nummer (von Amazon.de) - wenn Du die dort einträgst, dann erscheint Dein Buch auch in Deinem Post, so wie jetzt bei mir :wink:


    Vielen herzlichen Dank für den Hinweis, genau danach habe ich nämlich gerade gesucht :) Daher auch die ganze Editiererei :pale:

    In Peter Paul Zahls Schelmenroman "Die Glücklichen" fehlt es auch nicht an Musik. Da legen die Protagonisten gern mal so großartige Jazzer wie Thelonious Monk oder John Coltrane auf, die ich erst durch die Lektüre dieses Buches für mich entdeckt habe. Und auch die legendären Scherben sind vertreten, aber deren Fan war ich da ohnehin schon ;)

    Terry Pratchetts außergewöhnnlicher Humor wird mit Sicherheit fehlen. Es gab eigentlich keinen anderen Autor, der es so virtuos verstand, dem Menschen den Spiegel vorzuhalten und Vorurteile gegen den Strich zu bürsten.
    Was mich aber besonders beeindruckt hat, ist der Umstand, daß er trotz Alzheimerdiagnose nicht aufgegeben hat, sondern weitergeschrieben hat. Und seine Werke haben ihn bereits jetzt unsterblich gemacht; ich bezweifele, daß es ihnen je an Lesern mangeln wird.

    In einem Punkt kann ich Squirrel zustimmen: Auch ich war so manches Mal kurz davor, das Buch in die Ecke zu feuern. Dabei habe ich normalerweise durchaus Lesegeduld, ein gutes Werk muß nicht zwingend von 0 auf 100 in 1 Sekunde rasen. Aber wirklich weinerlich fand ich die Erzählung nicht, was der Autor erlebt hat, ist real und der Schaden nun leider ebenfalls. Vielleicht ist das schwer nachvollziehbar für Menschen, die in einer intakten Familie als geliebtes Wunschkind großwerden durften.
    Ich finde es wichtig, daß er nichts beschönigt und so schreibt, wie er eben empfindet. Mütter sind eben nicht qua definitionem gut. Insoweit bewundere ich es, daß er sich die Last von der Seele schreiben konnte. Der Stil allerdings, der war es, der mich fast zur Aufgabe getrieben hat. Sehr umständlich, wenig gestrafft, manchmal in Details verloren, die dem Autor wohl wichtig erschienen, den Leser aber dem Schlaf in die Arme treiben. Aber insgesamt halte ich Rabenliebe dennoch für ein wichtiges Buch, denn Wawerzinek vermittelt immerhin, daß es Wege gibt, sich von seinem Dämon nicht besiegen zu lassen. Es wird, sobald ich es eingepflegt habe, wohl keine Topbewertung bekommen, aber drei Sternchen wird es mir wert sein.

    Inhalt:
    Bereits der Untertitel dieses Buches "Robert Johnson und die Erfindung des Blues" zeigt, wohin die Reise geht, nämlich tief ins Mississippi-Delta. Der Autor, selbst Musiker und Dozent für Musikgeschichte, reiste und recherchierte auf Johnsons Spuren, und herausgekommen ist eine Geschichte des Blues, welche sich nicht auf Johnson beschränkt, sondern die Entwicklung des Blues von den Anfängen zu Beginn des 20. Jahrhunderts an darstellt.


    Mein persönlicher erster Eindruck:


    Man muß kein Bluesfan sein, um von diesem Buch in den Bann gezogen zu werden, wer allerdings den Blues liebt, kann es kaum aus der Hand legen. Wald vermittelt die Musik und die Zeit, in der sie entstand, sachkundig und mit viel Gefühl. Man merkt, hier schreibt kein Theoretiker, sondern jemand, dem diese Musik selbst etwas bedeutet. Auch wenn er dabei Robert Johnsons Thron als dem legendären "Vater des Blues" ein wenig demoliert, er zeigt detailliert den großen Einfluß seiner Vorgänger auf. Denn den Blues gab es bereits, als Johnson noch in der Ursuppe schwamm. Da auch viele heutzutage -völlig zu Unrecht- vergessene Musiker der ersten Stunde vorgestellt werden, ist das Werk zudem eine Fundgrube für musikhistorisch interessierte Leser und Musikhörer, da viele dieser alten Aufnahmen noch heute im Handel sind. Der gute Eindruck wird abgerundet durch eine Vielzahl von zeitgenössischen Abbildungen, Künstlerfotos, Werbeanzeigen, Schallplattenhüllen, welche diese längst vergangene Zeit wieder Leben atmen lassen.


    Mein Fazit: Klasse. Das werde ich bald zuende gelesen haben :study: