Beiträge von Aleshanee

    Verlagsinfo


    Eine subtile Komödie in den schottischen Highlands – very british!


    Ein charmant heruntergekommener Landsitz, auf dem ein Pfau verrücktspielt, eine Gruppe Banker beim Teambuilding, eine ambitionierte Psychologin, eine schwungvolle Haushälterin mit gebrochenem Arm, eine patente Köchin, Lord und Lady McIntosh, die alles unter einen Hut bringen müssen, dazu jede Menge Tiere – da weiß bald niemand mehr, was eigentlich passiert ist.


    Meine Meinung


    Der Klappentext beschreibt hier wirklich sehr schön das Sammelsurium an Figuren in einer wirklich kuriosen Handlung! Der trockene Humor passt perfekt in diese Gesellschaft der unterschiedlichsten Charaktere, die sich hier auf engstem Raum zusammenfinden und sich ohne jeglichen Komfort arrangieren müssen. Es ist viel Improvisation nötig - auch im Umgang untereinander - und im Mittelpunkt stehen diese gewöhnlichen, außergewöhnlichen Menschen, die sich immer mehr in ihrer Verschwiegenheit (aus Scham) und ihren Geheimnissen (aus Rücksichtnahme) verstricken.

    Manchmal wurde etwas zu viel wiederholt, aber insgesamt ein köstlich amüsierender Schreibstil mit wunderbar absonderlichen Leuten, die jeder für sich auf verschiedenste Art meine Sympathie gewonnen hat.

    Die Wahrnehmung, wie man hier sehen wird, ist nunmal für jeden Einzelnen anders und dieses verschneite Wochenende in dem einsamen Tal in Schottland hat jedem von ihnen eine ganz besondere Erinnerung beschert.

    Witzig fand ich auch, dass die Autorin komplett ohne wörtliche Rede ausgekommen ist, was mir aber tatsächlich erst gegen Ende des Buches aufgefallen ist :D Mir hat der Roman äußert gut gefallen!


    Mein Fazit: 5 Sterne


    © Aleshanee

    Weltenwanderer

    In dem Literatur-Gemeinschaftsblog "54books" habe ich eine sehr interessante Rezension über den Roman gefunden, die an ihm allerdings kein gutes Haar lässt: "Nazi-Kitsch, Internetkritik und sexuelle Gewalt oder warum dieser Roman einen Skandal auslösen müsste". Vielleicht interessiert es ja trotzdem jemanden.


    Hab ich mir jetzt durchgelesen.

    Find ich völlig daneben und komplett verkannt, um was es in dem Buch geht ;)

    Ich habe lange überlegt, ob ich das Buch lesen soll oder nicht - und ich bin jetzt nach dem Lesen etwas zweigeteilt. Zum einen hat der Autor viele brisante und wichtige Themen mit eingeflochten, über die Evolution und den Irrglauben der Menschen, dass wir an der Spitze der Schöpfung stehen. Aber auch über die psychologischen Auswirkungen von Angst und wie diese unser Handeln beeinflussen - sei es, um unser eigenes Überleben zu verteidigen, sei es, ganze Völker auszurotten, da "wir" uns bedroht fühlen.

    Die Macht, wenn sie denn jemand hat, ist ein zweischneidiges Schwert - wie die Waffe auch kann man sie zum Guten, aber auch zum Schlechten einsetzen.


    "Der Mensch ist ein Wesen, das immer kämpfen wird, wenn ihm etwas fehlt."

    Philosoph Xunzi, S. 268


    Die Ansätze, mit denen Kazuaki Takano hier viele Beweggründe erklärt sind wirklich gut und zeigen deutlich, wo die Missstände sind, die durch den schwärenden Hass Ausdruck finden in den Kriegen und der Verzweiflung vieler Menschen. Es ist allerdings nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, denn ich denke in solchen Szenarien immer noch einen Schritt weiter und hier war er mir in manchen Momenten zu oberflächlich. Natürlich kann er als rasanten Thriller keine Abhandlung über die psychologische Entwicklung des Menschen einbauen, trotzdem hatte ich oft das Gefühl, dass sich das Denken in eine zu einfache Richtung lenken lässt, wenn man es so leichthin zu erklären versucht.

    Aber das ist ein sehr von mir individuelles Gefühl, weil ich mich sehr mit diesem Thema auseinander setze. Dafür wurden in anderen Bereichen wirklich sehr viele spezifische Details und auch Fachjargon verwendet und bis ins Einzelne erklärt, was teilweise schon recht zäh zu lesen war. Vor allem im Handlungsstrang von dem jungen Japaner Kento Koga, der durch die Forschungen seines Vaters in die Ganze Sache verwickelt wird, fand ich doch meist recht farblos durch die vielen medizinischen Ausführungen.


    Erzählt wird ja aus verschiedenen Sichtweisen, und so auch von der Eliteeinheit von vier Soldaten, die zu der geheimen Mission nach Afrika geschickt werden. Jonathan Yeager ist einer von ihnen und mit ihm, wie auch mit den meisten anderen Figuren, bin ich nicht wirklich warm geworden. Er war Soldat und ist jetzt eine Art Söldner für Privatunternehmen und ist dringend auf das Geld angewiesen, um seinem kranken Sohn zu helfen. Natürlich hat er in vielen Situationen mein Verständnis gehabt, aber trotzdem war mir - und nicht nur bei ihm - diese dramatisierten Phrasen zu übertrieben.

    Viel zu wenig dafür hab ich von dem Kind erfahren, das scheinbar übermenschliche Fähigkeiten besitzt und dessen Existenz alleine die ganze Menschheit gefährdet. Mehr möchte ich dazu nicht verraten - aber ich hatte mir hierzu doch etwas mehr erhofft, auch wenn es ansatzweise schon einige gute Einblicke gab.


    "Nach dem Weltfrieden zu rufen, ist leichter, als sich mit seinem Nachbarn zu vertragen", ..." S. 389


    "Aber gute Taten gelten ja nur deshalb als tugendhaft, weil sie der menschlichen Natur zuwiderlaufen. Wenn es biologisch normale Handlungen wären, würden wir sie nicht loben." S. 390


    "Die modernen Menschen sind erbärmliche Kreaturen, die die letzten 200 000 Jahre damit zugebracht haben, sich gegenseitig umzubringen." S. 390


    Auch wenn das natürlich sehr misanthropische Aussagen sind, sind sie doch sehr deutlich und nah am Kern unserer Probleme ... Die Diskussionen in der Handlung sind deshalb auf jeden Fall wichtig um zum Nachdenken anzuregen und sich die Waffenlobby vor Augen zu führen, die das Schicksal aller Länder in ihren Händen halten. Manipulation der Massen vorausgesetzt ist es kein Wunder, dass die Kriegstreiberei immer so weitergeht und man nur Hoffen kann, dass sich ein friedvolles Geben und Nehmen durchsetzen wird. Anfangen müssen wir bei uns selber und vor allem bei den Kindern.


    Durch die langatmigen fachlichen Erklärungen und die teilweisen naiv wirkenden Phrasen war es manchmal etwas zäh, andererseits hat es aber viel Potenzial in kleinen Schüben auf viele Missstände hinzuweisen, die wir oft einfach nicht sehen wollen.


    Mein Fazit: 3.5 Sterne


    © Aleshanee

    Klappentext


    Ein sprachgewaltiger Roman über eine unerfüllte Liebe, einen ungeklärten Mord und eine spannende Spurensuche.

    Im Herbst 1950 kommt der junge Wiener Historiker Max Schreiber in ein Tiroler Bergdorf, um einem alten Geheimnis auf den Grund zu gehen. Konfrontiert mit der archaischen Bergwelt und der misstrauischen Dorfgemeinschaft , fühlt er sich mehr und mehr isoliert. In seiner Einsamkeit verliert er sich in der Liebe zu einer jungen Frau, um die jedoch auch ein anderer wirbt. Als ein Bauer unter ungeklärten Umständen ums Leben kommt, ein Stall lichterloh brennt und der Winter mit ungeheurer Wucht und tödlichen Lawinen über das Dorf hereinbricht, spitzt sich die Situation dramatisch zu. Schreiber gerät unter Mordverdacht und verschwindet spurlos – nur seine Aufzeichnungen bleiben zurück.


    Mehr als ein halbes Jahrhundert später will ein alter Mann endlich die Wahrheit wissen. Von seinen eigenen Schatten verfolgt, begibt er sich auf Spurensuche in die Vergangenheit.


    Meine Meinung


    Es gibt manchmal so Bücher, die sehe ich und weiß: das muss ich lesen. Ich habe keine Ahnung woran das liegt, aber als ich zum ersten Mal das Cover gesehen und den genialen Titel gelesen habe war klar, das mich diese Geschichte gefangen nehmen wird. Und genau das ist auch passiert!


    Zum einen geht es hier um John Miller. Mit seinen 80 Jahren ein älterer Herr, der zu Anfang in seiner bedächtigen Weise erstmal ein bisschen aus seinem Leben erzählt und seiner letzten Reise, einer Reise in die Vergangenheit, die endlich ein altes Familiengeheimnis aufdecken soll.


    Die Art, wie Gerhard Jäger seinen Protagonisten erzählen lässt, ist absolut überwältigend! Irgendwo hab ich den Begriff "wortgewaltig" dazu gelesen und der trifft es wirklich auf den Punkt. Auf den ersten Seiten war ich mir noch nicht so sicher, wo das ganze hinführen soll, aber das legt sich schnell, denn die fesselnde Eigenheit, der Rhythmus der Worte, entwickelt einen so packenden Sog, dass ich mich kaum mehr aus der Geschichte lösen konnte.


    John Miller reist also nach Innsbruck und liest dort im Landesarchiv das Manuskript seines Cousins Max Schreiber, der damals in einem verschneiten Dorf in Tirol einer Hexenverbrennung auf der Spur war, die schon zu dieser Zeit 100 Jahre zurücklag. Dieses Manuskript gibt einen Rückblick auf die Ereignisse im Winter 1951 wider und ist in vier Abschnitte aufgeteilt: Der Schnee, Das Feuer, Die Schuld und Der Tod. Nach jeder dieser Etappen, die den Hauptteil des Buches ausmachen, kehrt man zu John Miller in die Gegenwart zurück und entdeckt mit ihm immer mehr Zusammenhänge, die am Ende ein rundes Bild ergeben werden.


    Diese alte Geschichte, die John ausgräbt, voller Einsamkeit, Sehnsüchten und Dramatik, wurde von Max Schreiber niedergeschrieben, damals, in dem Dorf, in dem er voller Hoffnung auf einen eigenen Roman und später auch auf Freundschaft, eine bedeutsame Zeit verbracht hat.

    Augenscheinlich passiert gar nicht wirklich viel in diesen verschneiten Wochen, in denen er zuerst gut von der Dorfgemeinschaft aufgenommen wurde. Sein Interesse an dem alten Fall der "Hexe" allerdings drängt ihn ins Abseits und hüllt die Menschen in einen Mantel des Schweigens und nur die Begegnung mit einer Frau, die keiner Worte bedarf, hält ihn stoisch in dieser Einsamkeit fest.

    Während den Wochen stummer Ablehnung erfährt Max immer wieder kleine Geheimnisse, die er schriftlich festhält und man spürt dabei seinen Hunger nach Anerkennung, nach Wohlwollen und Freundschaft, mit dem er jedes Schulterklopfen, jeden zustimmenden Blick oder auch nur körperliche Nähe aufsaugt wie ein ausgedörrter Schwamm.


    Diese Atmosphäre der eingeschworenen Dorfgemeinschaft, der verschneiten, einsamen Kulisse und den Schicksalen der Einzelnen wird so gekonnt erzählt, dass ich jedes Wort, jeden Satz, mit großer Faszination gelesen habe. Der Autor laviert so gekonnt mit den Wörtern, verschachtelt die Sätze und fixiert die Bedeutungen, dass es wirklich ein wahrer Genuss zum Lesen ist. Schon alleine deshalb sollte man sich dieses Buch nicht entgehen lassen, weil man so eine geschickte Inszenierung der Sprache wirklich nur selten antrifft. Auf den Punkt trifft er damit die Gefühle, die Stimmungen, die Atmosphäre, die einen immer beunruhigenderen Verlauf nimmt und die Ereignisse an Dramatik zunehmen während man langsam begreift, was tatsächlich dahinter steckt.


    Ich kann jedem nur raten, das Buch einmal auszuprobieren, denn mich hat diese kunstfertige Sprachgewalt fasziniert genauso wie das tragische Schicksal der Figuren, das mit solch einer Intensität und Sanftheit einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat.


    Mein Fazit: 5 Sterne - Highlight


    Weltenwanderer

    Die Dschinne ziehen in den Krieg gegen Bagdad und das Geheimnis um den mysteriösen dritten Wunsch wird gelüftet - was dahintersteckt ... WOW!

    Ich habe diese Trilogie vor vielen Jahren schon einmal gelesen und ich bin auch jetzt wieder sehr begeistert von den großartigen Ideen und Überraschungen, die Kai Meyer hier vor dem Schauplatz aus 1001 Nacht zu einem spannenden Abenteuer verwoben hat. Zum Glück konnte ich mich an viele Details nicht mehr erinnern, denn in diesem Band erfährt man einen wichtigen, ja essentiellen Grund für den damaligen Ausbruch der wilden Magie, der so abstrus aber so genial ist, dass ich aufs Neue total geplättet war.

    Die vielen kleinen Cliffhanger am Ende des ersten Bandes haben mich ja total neugierig zurückgelassen und es geht hier auch nahtlos mit den Ereignissen weiter. Man erfährt viel über die Geheimnisse der Sturmkönige, die Ursprünge der Magie und die Zusammenhänge, die ein logisches und doch unglaubliches Bild ergeben, das mich total fasziniert. Noch weiß man natürlich nicht alles und der Autor versteht es geschickt, die Spannung auf den Abschluss der Trilogie zu steigern.

    Die beiden Brüder Tarik und Junis erleben auf unterschiedliche Weise viele Kämpfe, die sie mit brachialer Gewalt aber auch mit ihrer inneren Zerissenheit ausfechten müssen. Dabei entwickeln sie sich weiter und lernen auch neue Figuren kennen, die jede für sich einen eindrucksvollen und besonderen Charakter haben. Manche davon bleiben noch geheimnisvoll, andere überzeugen mit ihrer schlagkräftigen oder auch überraschenden Art und ergeben ein interessantes Sammelsurium an Schicksalen.

    Überhaupt wird es recht abwechslungsreich schon alleine durch die Perspektivenwechsel und die unterschiedlichen Erlebnisse der Hauptfiguren, aber auch durch die komplexe Handlung, die aber gut zu verfolgen ist und vielseitigen Kreaturen, die nicht nur Böses im Sinn haben wie die Dschinne oder die Kali-Assasinen, sondern auch eine berührende Magie in sich tragen wie die Elfenbeinpferde oder die eine eher tragische Rolle spielen wie die Ifrit.

    Auch gibt es wieder einige actiongeladene Kämpfe die die Spannung immer wieder anheizen und sich mit den ruhigeren Passagen perfekt abwechseln.

    4.5 Sterne

    Klappentext


    Nehmt euch in Acht vor dem Deamhain.

    Der verwunschene Wald lebt. Er begehrt. Er verführt.

    Doch seine verschlungenen Pfade führen nicht in die Freiheit, sondern in den Tod …


    Eva und Cianna könnten unterschiedlicher nicht sein – die erste rebellisch und unerschrocken, die zweite eine Träumerin. Während Eva als Regierungsagentin Jagd auf gefährliche Fabelwesen im verwunschenen Wald Deamhain macht, führt Cianna das behütete Leben einer Bürgerstochter.

    Doch dann findet Cianna am Rand des Deamhain ein verlorenes Kind, das eine besondere Verbindung zum Wald zu haben scheint. Sie ahnt nicht, dass der Deamhain das Kind nicht so einfach ziehen lassen wird. Und dass der Wald Eva und Cianna zu tödlichen Feindinnen macht.


    Meine Meinung


    Ich bin durch dieses wunderschöne Cover auf das Buch aufmerksam geworden und erlebt habe ich eine spannende, facettenreiche und überraschende Geschichte, die mich in eine gefährliche Welt geführt hat.


    Athosia, seit 500 Jahren in den festen Händen der Republik, die ihre Macht auf den wenigen Schultern der Obrigkeit und auf den Rücken der vielen "Gemeinen" und Sklaven stützen. Das Ausmerzen der Magie und der Krieg gegen die Albae liegen 5 Jahrhunderte zurück und doch haben die Verbindungen der beiden Völker Fähigkeiten hinterlassen, die nur allzugerne genutzt werden. Diese Magie ist allerdings nur den Bürgern gestattet, denn es herrscht eine strenge Regelung, die im Hintergrund Rebellion und Rache herauf beschwört.


    Die beiden so ungleichen Protagonistinnen wechseln sich kapitelweise mit dem Erzählen ab und ich habe beide Perspektiven mit Spannung verfolgt.

    Cianna war mir anfangs etwas zu naiv, was aber ihrer behüteten Erziehung geschuldet ist und die sie zu einer sehr sanften und blauäugigen Frau heranwachsen ließ. Es dauert etwas, bis sie sich aus diesem Kokon befreien kann, aber auch wenn es sich nur langsam entwickelt, geht ihre Veränderung ständig voran.

    Eva dagegen steht mit beiden Beinen fest in der Realität. Als Agentin des Geheimdienstes von Athosia gehört sie zu denjenigen, die die wenig verbliebenen Albae jagen. Vor der Öffentlichkeit verborgenes Wissen zu schützen und den letzten Rest dieser fremden Rasse auszulöschen ist sie von einem rastlosen Hass getrieben, der ihr Herz völlig verhärtet hat.


    Ihrer beider Schicksal verbindet sich in der alten Bastion im Deamhain, einem mittlerweile fast schon verwahrlosten Kastell mit einigen Jäger und Soldaten, die in dem verwunschenen Wald noch immer die Stellung halten. Dieser Wald ist als letztes noch durchdrungen von der kraftvollen Magie und die Beschreibungen sind, wie in der ganzen Geschichte, sehr eindrucksvoll und bildhaft mit vielen originellen und neuen Ideen.

    Überhaupt wirkt das ganze Zusammenspiel sehr einfallsreich und es gibt zahlreiche Wendungen, die mich immer wieder überraschen konnten. Manche Stellen sind allerdings etwas langatmig und hätten ruhig auch etwas straffer ausfallen können. Das ist aber auch das einzige Manko, das mir aufgefallen ist.


    Außer Cianna und Eva gibt es noch einige andere wichtige Figuren, die sehr unterschiedliche Beweggründe für ihr Handeln haben und jeder aus seinem Standpunkt heraus prägnant und nachvollziehbar vorgeht. Das Waldkind selbst, das eine schattenhafte Präsenz einnimmt und trotzdem im Mittelpunkt steht, hat einen faszinierenden Charakter und hat mir super gefallen.

    Das Tempo ist sehr wechselhaft und auch wenn es, wie gesagt, manchmal etwas zu weitschweifig war, ist es wunderschön geschrieben und weckt eine düstere Stimmung, die immer wieder ein Wechselbad der Gefühle auslöst.

    Auch wird die Spannung durch kleine Cliffhanger an den Kapitelenden immer wieder angeregt und durch die Ungewissheit, wie sich alles entwickeln wird, schubweise herausgefordert bis zum dramatischen Finale.


    Insgesamt eine sehr ausgefeilte und berührende Geschichte, die mit viel Raffinesse verwoben wurde und eine Menge einfallsreicher Motive bereithält.

    Ich hab leider erst während dem Lesen entdeckt, dass es anscheinend schon ein anderes Buch der Autorin gibt, das ebenfalls in der Welt von Athosia spielt: Frostseelen, das schon 2015 erschienen ist. Inwieweit die beiden Bände zusammenhängen kann ich nicht sagen, die Namen der Protagonisten und auch der Schauplatz sind jedenfalls andere und ich bin gespannt, denn auch diese Geschichte werde ich auf jeden Fall lesen.


    Fazit: 4.5 Sterne


    Weltenwanderer

    Sie dachten, sie hätten gewonnen.
    Sie glaubten, es wäre vorbei.
    Doch die Dunkelheit ist ihnen näher, als sie ahnen.


    Rahel hat mit ihrer neuen Rolle am Königshof zu kämpfen. Leonard kann ihr dabei keine große Hilfe sein. Er muss Vergangenes bewältigen und arbeitet bis zur Erschöpfung daran, die Untaten seines Vaters wieder gut zu machen. Doch die Erwartungen des Reiches lasten schwer auf ihm.

    Da bricht ein schrecklicher Fund alte Wunden wieder auf und zwingt Leonard zu einer bitteren Entscheidung.

    Zu allem Überfluss ist sein Widersacher Ivald noch immer auf der Flucht und plant bereits den nächsten Schachzug. Denn auch er kennt die Worte der Prophezeiung.


    Der Kampf um den Rosenthron hat gerade erst begonnen.



    Mein Fazit:


    Die Geschichte steigt genau da ein, wo Band 1 aufgehört hat und obwohl viele Geheimnisse aufgedeckt wurden, gibt die Prophezeiung neue spannende Rätsel auf. Der Schreibstil ist wieder sehr ausschweifend in den Beschreibungen und damit dieses Mal auch etwas zuviel. Als Jugendbuch hat es eine gewisse naive, verspielte Art, die mir auch stellenweise etwas zu dick aufgetragen war. Irgendwie kam ich einfach nicht mehr so gut rein wie in den ersten Band ... Dafür gibt es wieder schöne Ideen auch in Bezug zu bekannten Märchen und einen spannenden Abschluss, der mir aber zu sehr in die Länge gezogen war.


    3 Sterne

    Auf den ersten Seiten war ich noch etwas unschlüssig, weil es ein bisschen sehr "jugendlich" daherkam, aber das änderte sich relativ schnell, denn ich war bald von der Geschichte um den unsterblichen Prinzen gefangen. Sein Name ist Cayal und er lebt schon seit über 8000 Jahren in der Welt von Amyrantha. Außerdem gehört er zu den Gezeitenfürsten, die große magische Macht besitzen - allerdings nur, wenn Flut ist. Seit einigen Jahrhunderten ist allerdings Ebbe im Gezeitenstrom, so lange wie noch nie, und Cayal ist an einem Punkt angelangt, an dem er alles versuchen würde, um endlich sterben zu können.


    Dabei trifft er auf Arkady, die Frau des Fürsten von Lebec. Während er sie zu überzeugen versucht wer er in Wahrheit ist erfährt man auch viel über Arkady selbst, wie es sie an den Königshof verschlagen hat und welche Lügenkonstrukte das Leben der Figuren beherrscht. Denn die Wahrheit scheint in diesen Ländern gefährlich zu sein und jeder von ihnen birgt das ein oder andere Geheimnis.


    "Einsamkeit ist eine harte, aber grundsätzlich gutwillige Gefährtin. Die Schuld dagegen ist wie ein lebendes, atmendes Wesen, grausam und absolut gnadenlos. Sie zerfrisst dich von innen und vernichtet auch die kleinste Hoffnung, die dir noch geblieben ist." Zitat


    Diesen auf die Spur zu kommen und vor allem der Vergangenheit Cayals zu folgen und in seine Erzählungen einzutauchen hat unheimlich viel Spaß gemacht. Man erfährt Stück für Stück mehr zu den Charakteren, aber auch zur Magie, den Umständen und Intrigen und wie letztendlich alles zusammenhängt. Sehr genial aufgebaut, mit einer erfrischenden Schreibweise die angenehm zu lesen ist und in der auch der Humor nicht fehlt.

    Dabei ist zum Teil auch eine grausame Welt, wenn man sich die Versklavung der Crasii ansieht - tierische Mischwesen, die ihr Leben im Schatten ihrer Herrscher fristen und auf schmerzliche Weise in ihre Untertänigkeit gezwungen werden.

    Einer von ihnen ist Warlock, der noch eine besondere Rolle spielt und den ich sehr ins Herz geschlossen habe.


    Die Bezüge zu den Tarotkarten und den Gezeitenfürsten fand ich sehr cool und wurden hier zwar nur angeschnitten, haben das Bild aber insgesamt abgerundet und einiges erklärt, wie das Wissen über die Jahrhunderte überdauern konnte. Denn während der kosmischen Ebbe halten sich die Unsterblichen sehr bedeckt, da sie ihrer Macht beraubt sind und ihre Herrschaft geriet dadurch natürlich in Vergessenheit. Der Glaube an sie fast verloren gegangen - aber eben nur fast, denn schon im Prolog erfährt man, dass es eine Geheime Bruderschaft gibt, die dieses Wissen weitertragen.


    Ein anderer Aspekt der Untersterblichkeit der Fürsten ist natürlich: wie lebenswert ist es, wenn man eine Ewigkeit vor sich hat? Wird man nicht irgendwann dem Leben überdrüssig, wenn man schon alles gesehen, alles getan, alles gelernt hat, was es auf der Welt gibt? Ist es nicht doch die Begrenztheit unseres Lebens, die uns den Sinn und die Bedeutung gibt, so dass uns jeder Moment wichtig ist? Wenn man keine Angst mehr vor dem Tod hat - fehlt einem dann der Mut zu Leben?


    Insgesamt geht es vom Tempo her eher ruhiger voran, aber man erfährt so viel über diese Welt und vor allem auch die Figuren, die man immer mehr ins Herz schließt, dass es zu keinem Zeitpunkt langweilig war. Ein paar kleine Ungereimtheiten sind mir aufgefallen, was aber auch daran liegen könnte, dass ich noch nicht alles ganz durchschaut habe ... jedenfalls bin ich sehr begeistert von dem Auftakt und freu mich schon auf die drei weiteren Bände!


    Die Cover der Ebooks, muss ich anmerken, gefallen mir ja leider gar nicht. Da waren die Taschenbücher um einiges schöner, die aber leider vergriffen sind. Warum es als Jugendbuch deklariert ist weiß ich ehrlich gesagt auch nicht, denn ich würde es eher zu den Erwachsenenbüchern einordnen.


    Fazit: 4.5 Sterne


    Weltenwanderer

    Die Trilogie hab ich vor vielen Jahren gelesen und endlich komme ich dazu, wieder in die Welt der Dschinne und Teppichreiter einzutauchen - was für ein geniales Abenteuer aus 1001 Nacht!


    Die wilde Magie, die vor ca. 50 Jahren ausgebrochen ist, hat die Gegend um Samarkand unpassierbar gemacht: dort treiben jetzt nicht nur Dschinne ihr Unwesen sondern auch andere, bösartige Kreaturen, die jedem Wanderer das Leben kosten können. (Die Ideen hier sind wieder wunderbar originell und detailreich beschrieben, so dass man ein farbenfrohes Bild serviert bekommt.)

    Die einzige Chance, die Wüste lebend zu durchqueren, ist der Luftweg, der den Teppichreitern vorbehalten ist. Da aber der Emir von Samarkand jegliche Magie verboten hat, haben Schmuggler schlechte Karten ...


    Schon der rasante Einstieg mit dem verbotenen Teppichrennen über den Dächern von Samarkand war perfekt um ein Gefühl für die Geschichte zu bekommen. Während man Tariks waghalsigem Flug folgt erfährt man einiges über diese abgeschiedene Stadt und sein Leben, das seit einigen Jahren nur noch aus oberflächlichem Vergnügungen und trostlosem Vergessen besteht.


    Als Sohn eines Schmugglers zwischen Samarkand und Bagdad war auch Tarik der gefährliche Weg durch die von Dschinnen bevölkerten Wüsten vertraut, die die beiden Städte voneinander trennt. Doch der Verlust seiner Freundin Maryam hat dem ein Ende gesetzt. Seinem hilflosen und zornigen Brüten wird allerdings ein jähes Ende gesetzt, denn sein Bruder Junis nimmt einen waghalsigen Auftrag an.

    Junis ist nicht gut auf Tarik zu sprechen. Der Hass zwischen den beiden geht gefährliche Wege und doch spüren sie die Bande, die sie als einzige Blutsverwandte zusammen schweißen. Die geheimnisvolle Sabatea hingegen kennt nur ihr eigenes Ziel, das sie mit allen Mitteln erreichen will ... alle drei begeben sich aus unterschiedlichsten Gründen in Lebensgefahr auf den langen Weg durch die Wüste nach Bagdad und die Chancen stehen gering, sie jemals zu erreichen.


    Kai Meyer hat hier wieder viele originelle Ideen die mir in seinen Büchern immer wieder positiv auffallen. Zum einen die vielfältigen Kreaturen, die er aus der wilden Magie entstehen lässt, darunter auch die Elfenbeinpferde, natürlich die Dschinne oder die Ifrit, aber auch das verweben von alten Mythen aus dem Orient mit seinen eigenen Vorstellungen ergeben ein ganz besonderes Bild von den Schauplätzen. Ich war jedenfalls wieder immens begeistert von der Erzählweise die sich mit aufregenden Gefahren und auch ruhigen Momenten abwechselt, in denen man mehr über die Figuren erfährt. Es gibt eine Menge spannender und temporeicher Situationen, die mich wie Tarik auf seinem Teppich nur so durch die Seiten fliegen ließen.


    Vor allem auch die lebendigen Details haben mir viele Bilder in den Kopf gezaubert und das Ende verspricht eine Menge Überraschungen und neuer Entwicklungen, weshalb ich mich sehr auf den nächsten Band freue!


    Mein Fazit: 5 Sterne


    Weltenwanderer

    Klappentext


    In diesem Buch begegnest Du »einem Wort«, das seine Bedeutung verloren hat. Auf seiner fantastischen Reise durch die Welt der Sprache versucht es, ganz auf sich allein gestellt, diese wiederzufinden.


    »Es gibt Tausende Wege, die du einschlagen kannst. Den Weg zu erkennen, der dir Sinn gibt, ist die größte Herausforderung.«


    Die Suche nach dem eigenen Sinn - davon erzählt dieser kluge, bewegende und liebevoll gestaltete Roman.


    Meine Meinung


    Großes Kunstwerk um die Gunst der Sprache, ein Wort auf der Suche nach seiner Bedeutung, und phantastische Wortspielereien <3


    Das Schöne an Geschichten ist ja, dass der Fantasie keinen Grenzen gesetzt sind - und das hat der Autor bei "Der Wortschatz" wahrlich bewiesen! Wie der Autor wohl eine Gechichte über ein "Wort" als Protagonisten schreiben kann. Worum wird es gehen? Wie wird er es schaffen, das ganze so umzusetzen, dass dieses "Wort" Abenteuer erlebt und ich ihm diese auch abnehmen kann?


    Ich hatte sehr viel Spaß beim Lesen, denn obwohl es am Anfang sehr ungewöhnlich war, ist man sehr schnell gefangen von der Reise, die das "Wort" erlebt und kann sich gut mit dieser ausgefallenen Umsetzung anfreunden. Vor allem auch die vielen Wortspielen, die mit eingebaut sind, lenken das Augenmerk immer wieder auf die Besonderheiten unserer Sprache und wie vielfältig sie ist und welche erstaunliche Wege sie oft geht. Ob bei manchen Kapitelnamen wie dem Sprachfluss oder Babel, mit Teekesselchen, Gegenteilen die sich als Wortpaare finden und vor allem die alten, vergessenen Wörter, die ihren Sinn verloren zu haben scheinen.

    Während dem "Wort" seine Bedeutung abhanden gekommen ist und sich auf die Suche nach seinem Sinn macht, entdeckt man auf unterschiedlichste Weise wie schön man mit der Sprache jonglieren kann und wie wertvoll jedes Wort ist, wenn man sich seiner Bedeutung bewusst ist. Es steckt keine große Philosophie dahinter, trotzdem kann man kleine Weisheiten entdecken und man merkt, wie viel Freude der Autor hat, mit den Bezeichnungen und Ausdrucksweisen zu experimentieren.


    "Die Worte wuselten durcheinander, blieben an kleinen Verkaufsständen stehen, wo Juweliere Serifen anboten und Typografen kostenlose i- und ü-Tüpfelchen verteilten." Zitat S. 84


    Nicht jede "Station" auf dem Weg des Wortes konnte mich gleich begeistern, aber die meisten Kapitel und allen voran die Wortspiele hatten tiefere Bedeutung und eine entscheidende Wirkung für mich.


    Erst am Ende erfährt man, welche Bedeutung das "Wort" hat und warum es auf dieser langen Reise so viel erleben musste, um den Sinn seines Daseins zu erfahren. Ich hab ja wirklich gerätselt und war mir nicht ganz sicher, welches Wort es sein würde, aber es ist perfekt und passt wunderbar in den Rahmen der Geschichte, die man auch grundsätzlich auf die Menschen anwenden kann.


    Das Buch ist auch mit wunderschönen Zeichnungen von Julia Stolba illustriert und hat das Besondere auch noch optisch abgerundet.


    Für mich war es vor allem eine Erinnerung an unsere wunderschöne Eigenschaft uns mitteilen zu können, unseren Gedanken und Gefühlen Ausdruck zu verleihen und vor allem natürlich in Geschichten abzutauchen, die uns den Alltag um uns herum vergessen lassen. Und obwohl ich oben von kleinen Weisheiten gesprochen habe, stecken am Ende doch wieder viel Weitblick und einige Denkanstöße zwischen den Zeilen, die man mitnehmen kann.


    Abschließend möchte ich euch noch ein Zitat zeigen, dessen Aussage zwar jedem klar ist, man sich aber vielleicht doch öfter wieder mal bewusst machen sollte:

    "Hier werden Sie Ihren Sinn nicht finden. Mit jedem Schritt, den Sie tun, fällen Sie eine Entscheidung, denn gleichzeitig schließen Sie die unendlich vielen anderen Möglichkeiten aus, die Sie auch hätten wählen können.


    Das Geheimnis ist es, sich zu entscheiden. Und mit jeder Entscheidung, die Sie in Ihrem Leben treffen, kommen Sie auch einen Schritt voran." Zitat S. 62


    Mein Fazit: 4.5 Sterne

    Das Buch stand schon recht lange auf meiner Wunschliste und ich hab von der Reihe bisher auch immer nur gutes gehört - leider muss ich gestehen, hat es mich nicht so mitreißen können wie erhofft.


    Der Druide, der hier im Mittelpunkt steht, lebt in Arizona in den USA und versteckt sich dort vor AENGHUS ÒG, dem Liebesgott, der schon seit Jahrhunderten ein Auge auf das Schwert Fragarach geworfen hat, das sich der Druide in einem Kampf ... wollen wir mal sagen, angeeignet hat. Atticus ist der letzte Druide, der "eiserne" Druide, da er sich mit diesem Element verbunden und so vor vielen Angriffen schützen kann. Doch natürlich gibts genug Götterzauber, dem er nicht gewachsen ist und so betreibt er unter einem Decknamen eine okkulte Buchhandlung, um sich zu verstecken.


    Eigentlich eine spannend klingende Ausgangshandlung und zu Beginn war ich auch noch begeistert von der Vielfalt an Ideen und vor allem dem Einbinden der Tuatha de Danann, dem Volk der Götter aus Irland. Hier bekommt man viele Namen vorgesetzt von denen manche bekannt sind so wie Thor oder die Morrigan, aber auch andere, die alle in den alten Sagen zu finden sind. Dazu gibts übrigens auch hinten im Buch ein Verzeichnis, wo auch die Aussprache gelistet ist, denn die irischen Namen sind doch recht ungewohnt.


    Der Titel "Gehetzt" beschreibt an sich zwar genau worum es geht, nämlich dass Atticus sich vor böswilligen Mächten in Acht nehmen und einige Kämpfe fechten muss da sie hinter ihm her sind, andererseits hat mir die Spannung und auch das Tempo gefehlt, denn ich hab es mir durch den Titel schon actionreicher vorgestellt. Es geht alles recht ruhig vonstatten und der Humor, der immer wieder durchklingt, kam nicht so richtig bei mir an.

    Atticus hat auch einen irischen Wolfshund, Oberon, mit dem sprechen kann und viele Tricks und Kniffe, die er sich über die Jahrhunderte beigebracht hat. Seine Magie bezieht er aus der Erde und die Details und Feinheiten wie diese ausgeübt wird, haben mir richtig gut gefallen.


    Insgesamt konnte es mich aber nicht gänzlich überzeugen. Woran es genau lag kann ich gar nicht so richtig festmachen, aber das Gefühl, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen und weiterlesen möchte, hat sich einfach nicht eingestellt. Es hat definitiv seinen Charme und auch Atticus war mir sympathisch, aber ob ich die Reihe weiterlesen werde, kann ich momentan noch nicht sagen ...


    Fazit: 3 Sterne


    © Aleshanee

    Weltenwanderer

    Band 2 der Gezeitenstern Saga


    Komm mit auf eine epische Reise durch die fantastische Welt von Amyrantha!


    Auf Amyrantha steigen die Gezeiten. Die Unsterblichen spüren, dass die Stunde ihrer Macht wieder näher rückt. Sie verlassen ihre Verstecke und versuchen, unerkannt einflussreiche Positionen zu besetzen, um die Menschheit zu unterwerfen. Arkady, die junge Fürstin von Lebec, erkennt die Gefahr. Auch Declan, der Erste Spion des Königs, weiß, was hinter den Kulissen vorgeht. Beide wollen der geheimen Bruderschaft des Tarot helfen, die den Unsterblichen seit Jahrhunderten Widerstand leistet. Doch die macht der Gezeitenfürsten wächst unerbittlich ...


    Die Gezeitenstern-Saga bietet eine einzigartige Mischung aus Fantasy, Abenteuer und Ferne-Länder-Romantik. Jetzt als eBook von beBEYOND – fremde Welten und fantastische Reisen.



    Mein Fazit


    Absolut geniales Zusammenspiel aus den Hintergründen der Gezeitenfürsten und den aktuellen Geschehnissen auf den Kontinenten, deren Herrscher immer mehr in die Intrigen und Machtspiele der Unsterblichen verstrickt werden. Flüssig aber sehr anschaulich geschrieben mit dem heimeligen Gefühl wieder in eine Welt zu tauchen, in der man sich fast wie zuhause fühlt!


    Perfekt verstrickt, kontinuierliche Entwicklungen, überraschende Wendungen und originelle Charaktere inmitten großartiger Schauplätze - dazu die philosophischen Fragen über die Unendlichkeit des Lebens und des Glaubens, die immer wieder zwischen den Zeilen auftauchen.


    Fantastische High Fantasy die unbedingt mehr Aufmerksamkeit verdient! 5 Sterne von mir!


    Zitat

    "Welche Sünde ist größer, Mylady?

    Die Wahrheit, die einen Krieg auslöst,

    oder die Lüge, die den Frieden bringt?"

    Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht so genau, wo ich anfangen soll, den Fitzek hat hier wirklich einige sehr problematische Themen angeschnitten, die man nicht so verdrängen oder beiseite schieben kann, vor allem, wenn man sie grade so drastisch serviert bekommen hat.


    Bevor ich darauf eingehe möchte ich aber noch kurz zum Aufbau der Geschichte sagen, dass ich es wirklich extrem spannend fand. Schon auf den ersten Seiten tauchen merkwürdige Ereignisse auf, die den Protagonisten Max sehr schnell in eine bedrohliche Situation verfrachten, die sein Leben völlig auf den Kopf stellen wird. Und es geht rasant Schlag auf Schlag weiter, während man auch als Leser rätselt, was wohl hinter diesem perfiden Spiel stecken mag. Nur gegen Ende zog es sich etwas, wobei es dann noch eine Überraschungseffekt gab, der dem ganzen eine überzeugende Lösung gegeben hat.

    Die wechselnden Sichtweisen haben die Spannung immer wieder erhöht und ich konnte das Buch wirklich kaum aus der Hand legen.


    Dass das Buch mit einem kurzen Ausschnitt aus "Die Blutschule" begann, welches Sebastian Fitzek unter dem Pseudonym Max Rhode geschrieben hat, hat mich erst irritiert. Bis ich erkannt habe, dass der Protagonist Max genau dieser Schriftsteller ist, der Die Blutschule geschrieben hat. Auf jeden Fall ein interessanter Kniff, der mich im ersten Moment ein bisschen geärgert hat - hätte ich diesen Zusammenhang eher gewusst, hätte ich wohl das andere Buch vorher gelesen. Aber ich denke, dass man auch ohne dessen Inhalt genug erfährt, um einzelne Zusammenhänge zu erkennen.

    Ich würde auch dringend raten das Nachwort zu lesen, um zu verstehen, warum der Autor hier manche Positionen seiner Figuren so dargestellt hat, wie sie letztendlich sind. Was mir als Leser manchmal doch etwas Schwierigkeiten bereitet hat.

    Das Thema Kindesmißbrauch ist für niemanden leicht zu ertragen und wie das oben genannte Zitat zeigt, müssen wir manchmal Themen aus dem Weg gehen, um unser Leben überhaupt leben zu können und Glück zu erfahren. Das heißt aber nicht, wegschauen zu dürfen und den Opfern keinen Raum zu lassen, denn leider passieren schlimme Dinge auf der ganzen Welt, jeden Tag.


    Dass hier eine der Figuren ein potenzieller Täter hat in mir immer ein zwispältiges Gefühl hervorgerufen und ich hab in einigen Rezensionen gelesen, dass man auch Mitgefühl entwickelt hat. Ich schließe mich hier nicht aus, denn ich denke mir immer: Was muss diesem Menschen Schlimmes widerfahren sein um so zu werden, wie er heute ist? Was aber nicht heißt, dass ich nicht selbst zur Waffe greifen würde, wenn jemand meinen Kindern was auch immer antun würde. Wenn es um den Schutz des eigenen Lebens und das seiner Kinder geht, kann jeder Grenzen überschreiten, die er nie für möglich gehalten hätte.

    Ein weiteres wichtiges Thema ist auch die Überwachung und Auslegung von Daten, die ja fleissig von - ja, wem auch immer - gesammelt werden. Immer mehr Autoren flechten das in ihre Bücher ein und das ist schon irgendwie ein gruseliges Gefühl wenn man weiß, was damit alles möglich ist und vor allem: das alles geschieht mittlerweile ja schon.


    Im Joshua-Profil geht es vor allem darum, Verbrechen zu verhindern, bevor sie überhaupt begangen werden. Einfach aus der Berechnung der Daten von Personen und die Wahrscheinlichkeit, was sich daraus für Rückschlüsse ziehen lassen.

    Solche Programme gibt es und sie werden auch schon angewendet in gewissem Maße, aber da ist immer die Frage, inwieweit diese Daten auch den reellen Umständen entsprechen - und da sind Fehler vorprogrammiert. So schön sich das alles anhört, die Quote zu Fehlschlüssen ist mir hier einfach zu hoch.

    Außerdem ist mir noch dieses Zitat aufgefallen, was mir noch sehr wichtig erscheint:


    "... die euch nichts, aber auch gar nichts von den echten Emotionen lehren, die ihr spüren MÜSST,

    wenn ihr da draußen überleben wollte: Angst, Not, Grauen, Schmerz, Trauer." Zitat S. 273


    In dem Kontext im Buch ist es eine grausame Essenz einer verqueren Denkweise, aber wenn man mal darüber nachdenkt, wie viele negative Gefühle schon von klein auf unterdrückt werden, aus dem einfachen Grund, weil sie von der Gesellschaft gesehen negativ behaftet sind, wundert es nicht, wenn sie sich später auf umso heftigere Weise Bahn brechen.

    Trauer, Angst und auch Aggressionen sind ganz normale Gefühle die man zulassen sollte, denn nur wenn man sie durchlebt hat kann man lernen, mit ihnen umzugehen.

    Viel Stoff zum Nachdenken für mich und gleichzeitig eine sehr intensive und äußerst fesselnde Handlung, die mich ganz schön aufgewühlt hat.


    Fazit: 4.5 Sterne

    Klappentext


    SIEH HIN


    Eine Frauenleiche mit Folterwunden und künstlichen Augen – eine entflohene Serienmörderin mit kannibalistischen Launen – ein Sonderermittler für Gewaltverbrechen mit einer übernatürlichen Fähigkeit.


    Tizian Wolff wird in seine Heimatstadt Regensburg beordert, um einen besonders brutalen Mord aufzuklären. Innerhalb kürzester Zeit sieht er sich nicht nur in einem Netz verdrängter Erinnerungen von anderen verstrickt, sondern taucht auch tief in die eigene Vergangenheit ab. Non nun an dreht sich alles um das Hinschauen, um das Hineinblicken und Dahintersehen, denn nur mit diesem aufrichtigen Blick kann es ihm gelingen, den Fall zu lösen...


    Meine Meinung


    Da mir die bisherigen Bücher der Autorin schon so gut gefallen haben war ich natürlich sehr neugierig, wie ihr neuer Mystery Krimi abschneiden wird. Das besondere bei ihren Büchern finde ich ja die Protagonisten und deren außergewöhnliche Charaktermerkmale, die Melanie Meier immer auf ganz besondere Art und Weise ganz nah an den Leser heranbringt. Dabei jongliert sie mit den Worten und zeigt dem Leser auf verschlungenen Pfaden und doch sehr direkt, welche Stärken und Schwächen in den Menschen lauern, aber auch welche Chancen darin verborgen liegen.


    Schon der Einstieg in die Geschichte, ein kurzer Einblick in eine Psychatrie, stimmt auf die beklemmende und beängstigende Handlung ein, die aus zwei grauenerweckenden Mordserien besteht.

    Der Sonderermittler Tizian Wolff wird zur Klärung hinzugezogen und sein eindrucksvoller EINBLICK in die Psyche der Täter und auf das Geschehen sowie die beeinflussende Wahrnehmung der beteiligten Kriminaler wirkt sofort bezeichnend und weckt ein ganz schauriges Gefühl. Ich weiß nicht, ob ich Tizian Wolff im echten Leben begegnen wollen würde, andererseits reizt es doch sehr, sich mit ihm zu beschäftigen und seine Fähigkeiten am eigenen Leib zu erfahren. Allerdings würde ich mich sicher nicht so recht wohl fühlen, wenn meine Gedanken und Bilder im Kopf nicht mehr mir allein gehören.

    Denn diese außergewöhliche Gabe, die er zu seiner Berufung gemacht hat (oder auch umgekehrt) ist ganz schön unheimlich und gewährt ihm einen ganz speziellen Blick auf genau jene Gedanken und Gefühle, die man eigentlich vor anderen verbergen möchte.


    "Er hatte auf die harte Tour gelernt, was der Unterschied zwischen Sein und Schein war und was es für einen Kraftaufwand bedeutete, wenn man den Schein ununterbrochen aufrecht erhalten wollte, damit die anderen einen liebhatten, damit man von ihnen ausreichend Anerkennung bekam." Zitat


    Wie er damit umgeht und mit welchen Schwierigkeiten er dadurch zu kämpfen hat ist super spannend zu verfolgen - überhaupt empfand ich die ganze Entwicklung der Jagd auf die Täter sehr fesselnd und mit einem Sog, bei dem ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Den Schreibstil würde ich doch als anspruchsvoll bezeichnen, denn man sollte gut mitdenken und sich mit den tiefer gehenden Erkenntnissen auseinandersetzen, die mich wieder einmal sehr beeindruckt haben. Man merkt einfach, dass die Autorin sich gerne mit dem Innenleben von Menschen befasst hat und wie sehr dieses die - unterschiedliche - Wahrnehmung von jedem einzelnen beeinflusst.


    "Tizian wusste besser als manch anderer, dass es eine Dreistigkeit war, jemandes Wahrnehmung als falsch oder schlecht oder gar destruktiv zu bezeichnen." Zitat


    Und das klingt hier immer wieder durch, denn die Wahrheit ist niemals objektiv, sondern jeder nimmt die Augenblicke des Lebens und die Dinge, die ihm widerfahren, mit dem ihm eigenen Erleben auf, das sich durchaus von dem anderer unterscheiden kann, ohne "nicht wahr" zu sein. Als "wahr" an"nehmen" sagt das Wort schon allein, wie überzeugt jeder von seiner Sicht der Dinge sein wird.


    "Die Perfektion unterdessen, mit der sich Menschen selbst etwas vorgaukelten, war für Tizian nichts Neues. Das waren die Wahrheiten mit falschem Schnauzer und Hut auf. Und ja, verehrte Damen und Herren es waren Wahrheiten, weil sie für denjenigen, der sie sich vorgaukelte, wahr waren. Sie bestimmten oftmals sein ganzes Leben." Zitat


    Ich hätte noch einige mehr Zitate gefunden, was aber den Rahmen sprengt und jedes einzelne davon spricht mir direkt aus dem Herzen. Menschen sind faszinierend in ihrer Kunstfertigkeit ihr Leben zu gestalten und dabei NICHT hinzusehen und nicht wahrzunehmen, was tatsächlich in ihnen und um sie herum passiert. Als Schutz, als Überlebensstrategie, zur Bewältigung des Alltags und zur Ablenkung ein wichtiger Faktor, zum Erkennen von sich selbst aber genau die falsche Richtung, die einen immer mehr von der ehrlichen Wahrnehmung entfernt und unsere selbst erschaffenen Illusionen aufrecht erhält.


    Viele Denkanstöße verwoben in einer aufwühlenden Aufdeckung menschlicher Abgründe, dazu die fesselnde Dramatik, die sich immer mehr zuspitzt, die kleinen Cliffhanger, die die Spannung immer wieder in die Höhe treiben und das explosive Ende, das einige Überraschungen bereit hält!

    Die Vorgehensweise zur Aufklärung ist völlig anders als man es gewohnt ist, wie auch Tizian Wolff ein einzigartiger Charakter ist und gerade dadurch ein eindrucksvolles und einzigartiges Leseerlebnis schafft.


    Als Einzelband ausgelegt enthält das Buch alles, um die Geschichte abzuschließen, allerdings würde ich mich trotzdem freuen, noch mehr von Tizian Wolff und seiner Jagd auf Mörder lesen zu dürfen.


    Mein Fazit: 5 Sterne


    © Aleshanee

    Weltenwanderer

    4.5 Sterne für den neuen Krimi mit den ganz speziellen Mädchen Hazel und Daisy, die dieses mal vor der winterlichen Kulisse von Cambridge ermitteln.

    Der mittlerweile 5. Fall für Wells & Wong


    Klappentext


    Hazel und Daisy verbringen die Weihnachtsferien nicht im Internat, sondern im verschneiten Cambridge, wo Daisys Bruder Bertie studiert. Hazel freut sich auf die romantische Universitätsstadt, gemütliche Bibliotheken und einladende Teehäuser – und auf ein Wiedersehen mit Alexander, mit dem sie seit dem Mord im Orientexpress befreundet ist. Doch auf den dunklen Treppen des Maudlin College lauert die Gefahr …
    [...] Eine Spurensuche beginnt, bei der Hazel und Daisy von Erwachsenen wieder einige Steine in den Weg gelegt werden, die Mädchen detektivische Unterstützung bekommen und beide schließlich sogar selbst ins Visier des Mörders geraten. Sie müssen all ihr Können einsetzen, um dem Täter auf die Spur zu kommen – rechtzeitig bis Weihnachten, versteht sich.



    Meine Meinung


    Dieses Mal gilt es, einen Mord nicht aufzuklären sondern zu verhindern - doch ob Hazel und Daisy das schaffen, indem sie in einen detektivischen Wettbewerb mit Alexander und George antreten? Es war wieder sehr spannend auch wenn der Mord erst später geschieht und die vielen Fährten in die Irre zu scheinen führen - dazu kamen kleine Sticheleien unter Freunden, ein Eintauchen in ein verschneites Cambridge in früherer Zeit und viele Rätsel, die es aufzuklären gilt!

    Hazel ist wieder bezaubernd in ihrer feinfühligen Art und den ersten Schmetterlingen im Bauch, während Daisy in typischer "Holmes" Manier vor jeglichem Gefühl gefeit und trotzdem eine gute Freundin ist. Und auch die Freundschaft zu Alexander und George entwickelt sich überraschend ...

    Wieder sehr gelungen!