Beiträge von Aleshanee

    Klappentext


    Als Barry Fairbrother plötzlich stirbt, sind die Einwohner von Pagford geschockt. Denn auf den ersten Blick ist die englische Kleinstadt mit ihrem hübschen Marktplatz und der alten Kirche ein verträumtes und friedliches Idyll, dem Aufregung fremd ist. Doch der Schein trügt. Hinter der malerischen Fassade liegt die Stadt im Krieg. Und dass Barrys Sitz im Gemeinderat nun frei wird, schafft den Nährboden für den größten Krieg, den die Stadt je erlebt hat.

    Wer wird als Sieger aus der Wahl hervorgehen – einer Wahl, die voller Leidenschaft, Doppelzüngigkeit und unerwarteter Offenbarungen steckt?


    Meine Meinung


    Jeder kennt den Namen der Autorin und verbindet damit natürlich die Harry Potter Reihe, von der ich ein riesengroßer Fan bin. Natürlich wollte ich, als der neue Roman rauskam, sofort loslegen und wissen, wie Joanne K. Rowling sich in einem völlig anderen Genre macht. Leider ein Genre, mit dem ich mich an sich wenig beschäftige, weshalb ich es damals auch nach wenigen Seiten recht schnell beiseite gelegt hatte.


    Endlich hatte jetzt aber ich Lust, es nochmal damit zu versuchen und ich bin schockiert! Begeistert und schockiert von der schonungslosen Offenheit und den genialen Charakterstudien, die hier brillant und ohne jede Scheu ans Licht gebracht wurden. Die dunkelsten Abgründe sämtlicher Schichten und Ebenen der Menschlichkeit treffen hier in einer Kleinstadt nahe London zusammen, wie es sie wahrscheinlich überall auf der Welt gibt. Leider!

    Wenn man mal Mäuschen spielen und hinter die Fassaden menschlicher Katastrophen blicken will, dann hat man hier die Gelegenheit dazu, denn wirklich nichts wird hier ausgelassen. Es geht um Frustration, Einsamkeit und Trauer, geplatzte Träume, Scham und Heuchelei, um erste Liebe, ersten Sex, Vorurteile, Ausgrenzung und Gesellschaftsschichten, die einfach keinen Weg zueinander finden.


    Der Tod von Barry Fairbrother hat in der Kleinstadt Pagford hat eine große Lücke hinterlassen, doch sie füllt sich nicht mit liebevoller Wehmut und verbindender Erinnerung; in den Vordergrund rückt hier der leere Platz, den er im Gemeinderat hinterlassen hat. Genau die Chance für seine Gegner, um das verhasste Ghetto der "Fields" endlich loszuwerden, genauso wie die Entzugsklinik, die einen ebenso großen Makel auf das idyllische Städtchen wirft.

    Dieser Rahmen alleine hat mich natürlich noch nicht so wirklich neugierig gemacht, aber die Familien, die alle hier mit drin hängen und die durch Barrys Ableben sozusagen in "Mitleidenschaft" gezogen werden, sind ein perfektes Abbild, ein Ausschnitt aus unserer Gesellschaft, wie er deutlicher kaum sein kann. Schamlos und offen zeigt die Autorin, was die Menschen tatsächlich denken, natürlich fast schon in einer Art Karikatur mag man meinen, einer Übertreibung, um die Wirkung hervorzuheben, aber solche Menschen gibt es tatsächlich!


    Es geht hier nämlich nicht nur um den Gemeinderat und die Wahl, die für einige nur Prestige und Ansehen bedeutet, es gibt auch die Kinder, die Jugendlichen, mit ihren eigenen Ängsten und Sorgen, Probleme mit Drogen und Mobbing, falsche Hoffnungen die immer wieder enttäuscht werden und die Hilflosigkeit und Ohnmacht, die viele zu unüberlegten Handlungen zwingen.


    Es sind viele kleine Steinchen, die der Tod von Barry Fairbrother ins Rollen bringt, und sie lösen eine wahrhafte Lawine aus, die von einer Tragödie zur nächsten führt.


    Erzählt wird aus immer wieder wechselnden Perspektiven und man kann ganz genau in die zerrütteten Gedanken der einzelnen Figuren schlüpfen - ich kam mir ständig vor wie ein Voyeur, der durchs Schlüsselloch schaut - und trotz der vielen Charaktere hatte ich einen perfekten Überblick über das perfide Zusammenspiel der Beziehungen aller Beteiligten, das in einer unerwarteten Katastrophe endet.


    Ich war dieses Mal von Anfang an in der Geschichte und man bekommt auch recht bald einen Überblick über die Personen, da jeder sehr gut und prägnant eingeführt wird. Die Entwicklungen nehmen rasant Form an und ich konnte das Buch tatsächlich kaum aus der Hand legen.

    Eine großartige Charakterstudie aus verschiedensten Schichten und verschiedensten Ebenen menschlicher Verderbtheit aber eben auch der vielen Hoffnungen und Träume, die jeder von uns in sich trägt. Die zum Teil auch amüsant war, aber eben auch bestürzend ehrlich. Wirklich großartig und mit viel Finesse aufgebaut, ineinander verstrickt und zu einem rundem Abschluss gebracht. Hat mir super gut gefallen!


    Fazit: 5 Sterne


    © Aleshanee

    Weltenwanderer

    Nach meiner Rezension zu Band 1 wollte ich nicht zu jedem Band explizit meine Meinung schreiben, sondern lieber jetzt, nachdem ich alle gelesen habe, nochmal einen kleinen Rückblick auf die Reihe geben, die mir wirklich sehr gut gefallen hat!


    Alles begann mit Lodrik, dem Thronanwärter von Ulldart, der sich zum Erstaunen aller sehr gewandelt hatte. Sein Berater Stoiko, sein Waffenmeister Waljakov und seine große Liebe Norina, sie alle spielen eine tragende Rolle in einem Land, in der Magie etwas außergewöhnliches ist. Eigentlich nur den Cerélern vorbehalten, den Heilern, taucht sie scheinbar plötzlich auch bei anderen auf und mit ihr ein Intrigenspinner, der nur auf die Rückkehr des rachsüchtigen Gottes Tzulan wartet.


    Der sechste und letzte Band aus der Dunklen Zeit ist geprägt von den Vorbereitungen zur letzten Schlacht, die sich an vielen Ecken Ulldarts zusammenbraut, um sich am Ende in ein großes Finale zu steigern. Markus Heitz hat durchweg einen fesselnden Schreibstil und verbindet gekonnt jede der wichtigen Figuren und ihre Handlungen zu einem verstrickten Netz, dass sich immer mehr zusammen zieht. Trotz dem komplexen Aufbau hatte ich keinerlei Schwierigkeiten, denn die Hauptprotagonisten sind sehr prägnant, scheuen sich aber nicht, sich weiter zu entwickeln und zu überraschen!

    Veränderungen sind hier das Stichwort, auf vielen verschiedenen Ebenen und sie prägen das Bild von Ulldart und den Nachbarinseln, die viel unter den Machtkämpfen der Gierigen zu leiden haben.

    Nicht jeder Band hat mich gleichermaßen mitgerissen, aber jeder hat mir wirklich gut gefallen und gerade dieser vorläufige Abschluss war von der ersten bis zur letzten Seite packend. (Es gibt ja noch eine Nachfolge Trilogie, auf die ich mich schon sehr freue!)


    Es gab immer wieder einige große Überraschungen, in anderen Momenten war der Verlauf klar und es ging nicht immer unbedingt um große Spannungsbögen - aber dennoch war der Drang weiterzulesen immer vorhanden. Die Charaktere müssen viele Stolpersteine überwinden und ich hab mit Begeisterung verfolgt, wie sie versuchen ihren Weg zu finden, der sich seit Band 1 über Jahrzehnte hingezogen hat.


    Besonders schön waren auch die witzigen Dialoge zwischen König Perdor und seinem ewigen Begleiter, dem Hofnarren Fiorell, die sich gegenseitig nie was schuldig geblieben sind und sich in ihrem Schabernack immer zu übertreffen suchten. Ganz gleich wie ernst die Lage war.

    Auch die anderen Figuren sind mir ans Herz gewachsen und jeder für sich hatte etwas besonderes an sich, das sich ins Gedächtnis und ins Herz gebrannt hat. Man reist ja mit ihnen über sämtliche Ländereien und Kontinente hinweg, über Land, übers Wasser und lernt dadurch Land und Leute kennen womit der Autor ein wirklich gutes Händchen hatte. Von der Gesellschaft, von den Eigenheiten, der Landschaft, ich hatte immer ein detailliertes Bild vor Augen.


    Vorne im Buch findet man wie in jedem Band eine Karte der Königreiche von Ulldart und hinten ein übersichtliches Namensverzeichnis aller relevanten Personen, was ich immer ein schönes Beiwerk finde.


    Eine absolut großartige Reihe, in der die Magie zwar eine wichtige Rolle spielt, aber nicht ständig im Vordergrund steht und die vor allem mit ihren Charakteren und der unterhaltsamen Handlung bestens überzeugen kann!


    Fazit: 5 Sterne


    © Aleshanee

    Weltenwanderer


    Ulldart - Die dunkle Zeit

    1 - Schatten über Ulldart

    2 - Der Orden der Schwerter

    3 - Das Zeichen des dunklen Gottes

    4 - Unter den Augen Tzulans

    5 - Die Magie des Herrschers

    6 - Die Quellen des Bösen


    Ulldart - Zeit des Neuen

    1 - Trügerischer Friede

    2 - Brennende Kontinente

    3 - Fatales Vermächtnis

    Verlagsinfo


    Die Geschichte der ersten Ymbryne und der Entstehung der Zeitschleifen, die Sage vom Mädchen, dessen beste Freundin seine tote Schwester ist, oder das Märchen vom Wald der besonderen Tiere – jedes besondere Kind kennt die berühmten Erzählungen, die über Generationen in aller Welt gesammelt wurden.


    Nun liegen die faszinierenden »Legenden der besonderen Kinder« endlich auch in schriftlicher Form vor - in hochwertiger Geschenk-Ausstattung mit zahlreichen Illustrationen


    Meine Meinung


    Die Trilogie um die besonderen Kinder hab ich sehr gerne gelesen, das hatte so eine besondere, historische Atmosphäre, dabei geheimnisvoll und mit einem leichten, gruseligen Gefühl. Deshalb war ich natürlich sehr gespannt, welche Mythen und Legenden Ransom Riggs aus dem Ärmel zaubert, um auch die Vergangenheit seiner Geschichte aufleben zu lassen.


    Nicht jede der Geschichten hier konnte mich vollends überzeugen, aber insgesamt ist es eine wunderschöne Sammlung von Märchen, die auch genau dieses Gefühl vermittelt haben. Märchen mit einem wahren Kern, einer Botschaft, einer Moral, und dabei mit dem leicht trockenen, dafür umso intensiveren Stil von dem Autor erzählt, der wieder einmal außergwöhnliche Ideen auf sehr eigentümliche Weise umgesetzt hat.

    Die Aufmachung alleine ist ja schon besonders, selbst der Text vorne, die Worte des Verlegers und die Einleitung durch Millard Nullings, den man schon aus der Trilogie kennt: der unsichtbare Junge. Das alles stimmt sehr gut auf die Erzählungen ein, die jede für sich sehr speziell und anders sind. Auch die schwarz-weiß Zeichnung vor jedem Kapitel passt perfekt und scheint im ersten Augenschein gewöhnlich, verbirgt aber jedesmal etwas, dass man erst bei näherem betrachten entdeckt.

    In allen geht es natürlich um die "Besonderen", wie sie schon immer versucht haben, mit den normalen Menschen zu leben und wie schwierig es war, auf Toleranz zu hoffen.


    An abstrusen und schaurigen Ideen mangelt es dem Autor hierbei nicht, wobei er es immer wieder schafft, das ganze so nüchtern rüberzubringen, dass man sich nicht wirklich gruselt. Ich schließe mich hier dem Wunsch einer anderen Rezensentin an, dass er tatsächlich mal so eine kleine Horrorgeschichten Sammlung schreibt :)


    Die etwas makabere Geschichte um betuchte Kannibalen hat mir dabei am besten gefallen, aber es geht auch um Albträume, Geister oder auch die bedingungslose Liebe, die jeder Mensch braucht, bis hin zur Legende um die erste Ymbryne, jede hatte eine gewisse Faszination ausgelöst. Auch die Botschaft dahinter war jedesmal sehr tiefgehend, ob es um Akzeptanz geht, Kompromisse, Gier, Neid ... aber vor allem eben darum, dass jeder Mensch das Recht hat, so zu sein wie er ist und niemand das Recht hat, auf andere wegen scheinbaren Makeln herabzusehen.


    Mein Fazit: 4 Sterne

    Inhaltsangabe


    Eliana ist eine pflichtbewusste Weberin im prestigeträchtigen Haus der Spinnweben. Sie kann lesen und schreiben und sie kann träumen, eine Fähigkeit, die der »Rat" der Inselstadt strengstens untersagt. Niemand spricht über die Träumer, die in der Gesellschaft geächtet werden. Eines Tages wird ein junges Mädchen bewusstlos aufgefunden. Der einzige Hinweis auf ihre Identität ist ein Wort, das auf ihre Handfläche tätowiert wurde: Eliana. Als Eliana sich dem Geheimnis des Mädchens nähert, beginnt das Lügengebäude der Obrigkeit zu bröckeln.


    Meine Meinung


    Ich bin jetzt ehrlich gesagt ein bisschen ratlos, wie ich dieses Buch, diese Geschichte, beschreiben und vor allem vermitteln soll, was ich beim Lesen empfunden habe.


    Schon nach den ersten Zeilen wusste ich, dass es etwas besonderes ist und dass es mir gefallen wird. Bei manchen Büchern ist das so und ich wurde komplett in die Handlung eingesogen, während ich alles andere um mich herum vergessen hab!

    Es hat mich ein bisschen an "Der Report der Magd" von Margaret Atwood erinnert - fragt mich nicht warum, denn diese beiden Bücher haben eigentlich nichts gemein, bis auf das System: eine Gesellschaft, die die Menschen mit ihren Ängsten unterdrückt. Eine Thema, dass sich bei uns über Jahrhunderte immer widerspiegelt, hier aber auf so einer "un-fassbaren" Weise an den Leser herangetragen, im Laufe der Seiten aber immer konkreter wird.


    Der Schreibstil ... wie gesagt hat er mich nach den ersten Sätzen schon so beeindruckt, dass ich alleine dadurch schon völlig fasziniert weiterlesen wollte. Die Protagonistin Eliana erzählt ja aus der Ich-Perspektive und führt einen mit ruhiger und bedächtiger Weise durch die Ereignisse, die ihr ganzes Leben auf den Kopf stellen. Es ist ein sanfter Rhythmus, dem man sich anpassen muss; er trägt einen weiter wie Wellen, mit einer wunderbar berührenden, stilsicheren Poesie. Dabei beschreibt sie auf ganz ungewöhnliche und äußerst bildhafte Weise, ohne sich abgenutzter Metaphern zu bedienen. Sowas liebe ich ja sehr, denn es wirkt erfrischend anders, komplett neu und man sieht wieder, was man alles mit Wörtern und der Sprache anstellen kann!


    Eliana lebt auf einer abgeschotteten Insel im Haus der Spinnweben mit anderen Weberinnen zusammen. Es gibt mehrere Häuser der "Kunstfertigkeiten", wie das Haus der Worte oder der Tintenschreiber. Was es damit auf sich hat wird nur angekratzt, trotzdem hat eine gute Vorstellung, bei der gerade das, was nicht ausgesprochen wird, besonders nachwirkt!

    Eliana hat kaum Kontakt zur Außenwelt, denn die "Häuser" bleiben unter sich, nur mit ihrem Bruder trifft sie sich einmal im Monat.


    Die Stimmung wirkt immer gedämpft, denn das ganze Leben basiert auf der Kontrolle des Rates, der in einem alles überragenden Turm inmitten der Insel sitzt. Es ist eine gesichtslose Macht, denn die acht Ratsmitglieder sind immer unter Masken verborgen. Kontrolle ist hier an der Tagesordnung, Kontrolle über das Leben, aber auch über die Träume - denn Träume sind hier verboten, da sie als Krankheit angesehen wird, die zum Sterben führt und ja, auch ansteckend ist! Faszinierend sind hier auch die bildlich übertragenen Motive; der alles überragende Turm ist hier nur eins von vielen Beispielen! Ein sehr prägnantes ist natürlich auch das Thema der Geschichte: die Träume.


    Für diesen Hintergrund bzw. das Verbot hätte die Autorin auch andere Möglichkeiten gehabt, doch ich fand es genial, hier die Träume zu nehmen. Mit Träumen assoziiert man ja nicht nur die vielen Gedanken im Schlaf, mit denen man seine Gefühle und Erlebnisse ordnet, sondern auch die Träume die man für sich und für seine Zukunft hat. Die positiven Hoffnungen und Wünsche, die einem das Leben lebenswert machen und ein Ziel geben, auf das man zuschreiten kann.

    Und das alles wird den Menschen genommen, Gerüchte gestreut und Angst geschürt - denn wie soll man sich verstecken, im Schlaf, wenn man am verletzlichsten ist und keinen Einfluss nehmen kann auf das, was mit einem passiert?


    "Die Bereiche sind immer in Bewegung. Nur die Schlafsäle und Kammern bleiben.

    Sie sind aus Stein gemauert, denn der Schlaf muss in feste Räume verbannt werden,

    er darf nicht frei herumwandern. Doch um die steinernen Gemäuer herum entstehen

    und verschwinden Räume, Mauern und Straßen, denn nach dem Willen der Weberfrauen

    soll nichts von Dauer sein." S. 63


    Was genau es mit dem Weben im Haus der Spinnweben auf sich hat, wird nicht explizit definiert. Es ist eher eine Ahnung, ein Hauch, eine Anspielung, wie vieles was auf der Insel passiert. Nicht alles wird bis ins kleinste Detail erklärt und doch gewinnt man einen sehr intensiven und drastischen Eindruck, der auf so unbefangene Weise erzählt wird.


    Eine großartige Geschichte, die vor allem durch ihre tiefgreifende Bedeutung und die wunderschöne tragende Schreibweise etwas ganz besonderes ist. Man fühlt sich Eliana immer ganz nah, während man mit ihr lebt, leidet und zu begreifen lernt, wie wichtig es ist, zu hinterfragen und sich selbst treu zu bleiben.


    Fazit: 5 Sterne *Highlight*


    © Aleshanee

    Weltenwanderer

    Klappentext


    Es gibt vier Farben der Magie: Im roten London befindet sie sich im Gleichgewicht mit dem Leben. Im weißen London wird die Magie versklavt, kontrolliert, unterdrückt. Dem grauen London ist sie fast abhandengekommen. Und im schwarzen London hat sie das Leben selbst vertilgt.
    Als einer der wenigen Antari springt Kell zwischen den verschiedenen Welten hin und her. Doch er führt ein Doppelleben: Er ist Botschafter der Könige, aber auch ein Schmuggler. Eines Tages wird ihm als Bezahlung für einen außergewöhnlichen Botengang ein schwarzer Stein zugesteckt. Dass es sich um ein mächtiges magisches Artefakt handelt, merkt er erst, als er sich von einem gefährlichen Feind verfolgt sieht, der ihm das gute Stück abjagen möchte und dabei vor keinem Mittel zurückschreckt.
    Auf der Flucht trifft der Magier die gewitzte Diebin Delilah Bard, die Kell zunächst ausraubt, ihm dann aber hilft. Allerdings erwartet sie eine Gegenleistung von ihm ...


    Meine Meinung


    Es gibt ja wirklich viele begeisterte Meinungen zu dieser Reihe und bisher hatte mich ehrlich gesagt immer wieder das Cover abgehalten, damit anzufangen. Mir gefällt es einfach überhaupt nicht und da ich mich schon immer gerne vom Cover verleiten lasse, hat es etwas gedauert, um mich zum Lesen zu bringen.

    Das "vierfache" London hat mich hier allerdings schon sofort gereizt, denn London ist eine meiner Lieblingsstädte, wobei es aber ganz anders umgesetzt wurde, als ich erwartet hatte. Die Welten sind sehr düster und auf ganz neue und originelle Art miteinander verbunden - obwohl es extreme Unterschiede gibt, ist die Stadt "London" auf unterschiedliche Weise auf allen vorhanden:


    ➯ Es gibt das graue London, in dem die Magie fast völlig abhanden gekommen ist
    ➯ das rote London, ein glänzendes Reich voller Zauber und Heimat unseres Helden Kell
    ➯ das weiße London, eine sterbende Stadt, in der die Menschen den Mächten der Magie erliegen
    ➯ und das schwarze London, dessen Tore verschlossen wurden, da die es als verloren gilt


    Wie man sieht lebt Kell im roten London und er ist einer der wenigen, der zwischen den Welten reisen kann. Er ist ein "Antari", ein Blutmagier, und außer ihm gibt es nur noch einen anderen, der diese Fähigkeit besitzt. Kell ist ein guter Kerl, hat das Herz auf dem rechten Fleck und scheint sich seiner Aufgabe als Bote etwas überdrüssig zu sein. Um für etwas Aufregung in seinem Leben zu sorgen schmuggelt er auch immer wieder verbotenerweise Gegenstände, was ihm jedoch zum Verhängnis werden wird.
    Sein "Bruder", Prinz Rhy, spielt eine eher nebensächliche Rolle, aber ich mochte ihn gern, auch wenn er mir vom Charakter her fast etwas zu einseitig war, da haben mir ein bisschen die Ecken und Kanten gefehlt.


    Dann gibt es noch Delilah, von allen nur Lila genannt, eine Diebin wie sie im Buche steht. Mit ihren 19 Jahren ist sie schon sehr abgebrüht, behält sich aber ihren inneren Drang nach Freiheit und Abenteuer bei - eine explosive Mischung, die sie mehr als einmal in Schwierigkeiten bringt.


    Die Handlung ist super aufgebaut und man erfährt nach und nach viele Details, so dass man sich den Rahmen und auch die Verstrickungen sehr gut vorstellen kann. Allerdings hab ich bei der Magie noch nicht so ganz durchgeblickt, wodurch ich dann manche Ereignisse und Entscheidungen nicht wirklich nachvollziehen konnte. Insgesamt ist es packend geschrieben und hält vor allem immer wieder überraschende Wendungen bereit, aber so richtig fesseln konnte mich die Geschichte irgendwie nicht. Woran es lag, kann ich leider gar nicht so genau sagen, denn obwohl es stimmig war, konnte es mich nicht so erreichen wie andere Leser. Der Funke ist bei mir einfach nicht so recht übergesprungen.


    Trotzdem verstehe ich sehr gut, dass viele so begeistert sind und vielleicht kann mich ja der zweite Band noch etwas mehr mitreißen.


    Fazit: 3.5 Sterne


    © Aleshanee
    Weltenwanderer

    Die Idee hinter dieser Fantasy Reihe fand ich ja wirklich großartig und ich von Anfang an mit Spannung verfolgt, wie sich die vielen verschiedenen Handlungsstränge der Charaktere entwickeln, sich überschneiden und verknüpfen. Vom mit Spannung erwartetem Abschluss hab ich allerdings doch mehr erwartet, denn so richtig konnte mich der Autor dieses Mal leider nicht fesseln.


    Einige der Charaktere sind ja auf dem Weg in den Horc, unter die Erde, um die Dämonenkönigin zu vernichten, die Dämonenprinzen und all das Üble, das jede Nacht aus dem Boden kriecht, für immer zu zerstören. Derweil rüsten alle anderen auf der Oberfläche ebenfalls zum letzten großen Kampf, auf den man schon lange hinfiebert. Allerdings zieht sich das auf allen Ebenen in kleinen Scharmützeln dahin, ohne für Überraschungen zu sorgen. Die ganzen Vorbereitungen und Kämpfe waren ein Zwischenspiel, hatte ich das Gefühl, ohne mich so recht mitreißen zu können. Woran es genau gelegen hat kann ich gar nicht so genau sagen, nur war ich manchmal soweit, Passagen überblättern zu wollen, weil ich schon wusste, wo es hinführen wird.

    Allerdings gab es auch Stellen, die doch wieder ein bisschen das mitfiebern geweckt und mich zum weiterlesen animiert haben.


    Alle Figuren hatten somit ihren letzten Auftritt gegen das Aufbäumen der Dämonen, dagegen war dann das Ende allerdings irgendwie unbefriedigend. Vielleicht hatte ich auch schon insgesamt ein bisschen die Lust verloren, jedenfalls kam der große Knall am Ende nicht wirklich bei mir an.

    Dabei ist die Welt wirklich so toll aufgebaut worden, die Figuren sind greifbar und haben sich gut weiterentwickelt, und die Macht der Siegel, die sie gegen die Dämonen verwenden können, schenkt neue Hoffnung. Ein großartiger Grundstock für diese Reihe, die mich mit diesem Abschluss leider nicht wirklich überzeugen konnte.


    Das Geheimnis, das hinter der Macht der Siegel steckt, wurde am Ende aufgeklärt und das fand ich wiederum eine sehr geniale und wahre Idee. Ganz am Schluss findet man auch noch einen Überblick über viele der Siegel mit den entsprechenden Erklärungen dazu.


    Fazit: 3 Sterne


    © Aleshanee
    Weltenwanderer

    Klappentext


    Die zehnjährige Charlotte ist spurlos verschwunden. Sofort hat ihre Mutter, die konservative Politikerin Eve Bowen, einen Verdacht. Nur Dennis Luxford kommt für sie als Täter infrage, der Chef eines berüchtigten Skandalblattes und Vater ihrer unehelichen Tochter. In Eves Augen ist die ganze Angelegenheit ein abgekartetes Spiel, um ihre Karriere zu ruinieren und gleichzeitig Luxfords Zeitung zu riesigen Auflagen zu verhelfen. Inspector Lynley ermittelt – und sticht in ein Wespennest aus Affären, Lügen und schmutzigen Geheimnissen.


    Meine Meinung


    Lange ist es her, seit ich diese Reihe gelesen habe - zum Glück, denn ich hatte jetzt beim nochmaligen Lesen keine Ahnung, wie sich der Fall entwickeln wird oder wer hinter dem Verbrechen steckt!


    Witzig war, dass Inspector Lynley dieses Mal erst nach 280 Seiten seinen Auftritt hat! Die Entführung nimmt sehr außergewöhnliche Formen an und ruft erstmal Lynleys Freund St. James, dessen Frau Deborah und Helen auf den Plan. Dass diese drei ohne Lynleys Wissen ermitteln führt zu harten Konsequenzen und die persönlichen Beziehungen der Freunde werden mal wieder auf eine harte Probe gestellt.


    Politische Machtstrukturen, die Ränkeschmiede der Presse und viele Beziehungskonflikte werden hier durchwegs spannend in Szene gesetzt und ich war von der ersten Seite an gefesselt. Jetzt im Rückblick kann ich gar nicht mal sagen, dass so viel passiert ist oder es große Spannungsbögen gab, aber die Handlung hat mich durchweg mitgenommen, dass ich es zu keiner Zeit auf die Seite legen wollte!
    "Schuld" daran sind vor allem auch die Figuren. Elizabeth George greift hier immer ganz in die Tiefe der Charaktere und zeichnet Personen, die große Gefühle in einem hervorrufen. Egal auf welche Art, ob man mitleidet, mitlacht oder auch wütend wird auf so viel Sturheit oder Egoismus ... die ganze Palette ist vorhanden und zeigt authentische Menschen mit all ihren Stärken und Schwächen.


    Besonders hervorgehoben fand ich die beiden gegensätzlichen Eltern und ihre Erziehungsansichten: Eine Mutter, die wegen ihrer Karriere ihr Kind völlig sich selbst überlässt und ein Vater, der sein Kind aufgrund seiner schlechten Erfahrungen nach seinen Vorstellungen zurechtbiegen will: zwei völlig widersprüchliche Extreme, die sich auch in den politischen und persönlichen Ambitionen der beiden widerspiegeln.
    Manches könnte überzogen wirken, aber dennoch ist es authentisch, denn auf unserem Planeten tummeln sich ja allerhand illustrer Gestalten und es nimmt mich immer wieder mit, wie sehr sich Menschen in ihren Gefühlen und Überzeugungen verstricken können ohne zu erkennen, wohin sie das ganze führen wird.

    Aber auch die Rafinesse der Politik und die Perfidität der Presse findet viel Raum und hinterlässt ein sehr ungutes Gefühl wenn man überlegt, wie viel Macht in diesen Positionen steckt. Aber das ist ja eigentlich altbekannt - auch wenn es mich immer wieder aufs Neue enttäuscht.


    Der Fall an sich ist zwar untypisch, aber mit viel Ermittlerarbeit verbunden wie es sich für einen Krimi gehört. Bis zum Schluss wird man auf die Folter gespannt und nur langsam zeigen sich die Zusammenhänge - vor allem die Aufklärung hat mich dann überrascht und genau so soll es sein!


    Fazit: 4.5 Sterne


    © Aleshanee
    Weltenwanderer

    Eine großartige Fortsetzung!


    Klappentext


    Carls Reise über die Tiden hat ihn zurück zu den Anfängen des Fourfold-Clans geführt. Sein Captn und die Infanterie sind verfeindet, der vierte Mann, der Diplomat, befindet sich in einer anderen Welt und wird gnadenlos gejagt. Doch dem nicht genug, geraten der Captn und die Infanterie in die Fänge des dunkelsten aller Fürsten und Carl wird in seiner Heimatwelt versklavt.

    Um all den Gefahren entkommen zu können, gibt es nur einen Weg: Der Captn, die Infanterie, der Diplomat und der Gelehrte müssen zu ›Vier aus Eins‹ werden und damit dem Ruf der Tiden folgen. Denn nur als Einheit können sie überleben …


    Meine Meinung


    Also: einfach schreibt sie ja nicht, die Autorin. Man muss schon wirklich mitdenken und dabei bleiben, denn ansonsten verliert man ein bisschen die Orientierung über Raum und Zeit, aber es lohnt sich dranzubleiben, denn es entwickelt sich zu einem grandiosen Abenteuer auf verschiedensten Ebenen! Verflochten, spielerisch, aber mit einer besonders tragenden Weise - verwirrend, aber sich selbst erklärend, das alles wird vereint in einem überzeugenden Stil, der mich wieder einmal (nach kleinen anfänglichen Einsteigerschwierigkeiten) mitgerissen hat!

    Vielleicht sollte man nicht zu viel Zeit verstreichen lassen zwischen den Bänden, denn obwohl hier viele Erinnerungsstützen eingeflochten werden, die einem die Ereignisse aus Teil 1 wieder näher bringen, war es anfangs etwas schwierig für mich, reinzufinden. Das kann natürlich auch an meiner dahinwelkenden Gedächtnisleistung liegen, denn man muss hier schon einige Zeit- und Raumsprünge überbrücken, deren Abgründe einen surrealen Sog vermitteln, dem man sich allerdings voll und ganz hingeben sollte!


    Dann ist aber plötzlich der Knoten geplatzt! Die Puzzlestückchen haben ihren rechten Platz und ich mich mittendrin wieder gefunden; und je mehr Überblick man bekommen hat, umso größer und vielschichter wurde die Geschichte! Und der Überblick weitet sich immer weiter aus, denn die vier Brüder aus dem Fourfold-Clan müssen hier ganz eigene Wege beschreiten, um endlich (wieder) zusammenzufinden.


    Während man bisher hauptsächlich Carls Perspektive verfolgt hat, wechselt die Sichtweise häufiger auch mit den anderen Clan Mitgliedern, so dass man sich nach und nach an die vielen Schicksalsfäden herantastet, die in den Tiden gewoben wurden: deren Beschaffenheit aber durch kleinste Wendungen gefährdet werden und reißen könnten.

    Überhaupt sind die Charaktere ebenso vielschichtig wie die Handlung an sich - ich bewundere sehr, wie die Autorin die Figuren immer so lebensnah und dennoch in ihrer Art eigen- und selbständig erschaffen kann. Egal ob sie nur am Rande auftauchen oder als Hauptakteure handeln, ich hatte bei jedem ein sehr wirkungsvolles Bild vor Augen und konnte jede Leidenschaft und jegliche Entscheidung nachvollziehen.
    Und da haben es Collem, Shane, Carl und Nick wahrlich nicht einfach, denn während der Captn in der Zukunft noch immer um sein Leben ringt, muss Carl in der Vergangenheit darum bangen, den Clan überhaupt erst entstehen zu lassen. Vergangenheit, Zukunft, die Gegenwart auf verschiedenen Ebenen, die Sphären in den schicksalsträchtigen Wogen der Tiden, dass alles wird scheinbar wild durcheinandergewürfelt - doch wie hat Einstein damals so schön gesagt: Gott würfelt nicht ;)


    Alles ist vorherbestimmt, unterliegt aber doch dem freien Willen, oder nicht? Solche kleinen philosophischen Fragen tauchen immer wieder auf, genauso wie gesellschaftliche Schönheitsfehler, über die wir in der Masse gerne hinwegsehen; da gibt es immer wieder kleine Passagen, in denen ich mich wiederfinde - meine Fragen, meine Ängste, meine Hoffnungen - und den Scharfsinn der Autorin bewundere. Denn während sie hinterfragt und mich als Leser auf Denkansätze stößt, weiß sie sehr wohl nicht zu überzeugen, sondern mich als Mensch anzuspornen, mir selbst Gedanken zu machen. Und das ganz nebenbei, ohne den Fluss der Geschichte zu damit zu unterbrechen oder den erhobenen Zeigefinger rauszukehren.


    Ich könnte diese Geschichte niemals in ein paar Worten zusammen fassen und ich habe allergrößten Respekt vor diesem komplexen und doch so wunderbar strukturierten Werk. Auch wenn euch anfangs vielleicht noch alles zu wirr erscheint: haltet durch und haltet dem Fourfold-Clan die Treue, denn es wird sich alles aufkären und (hoffentlich) zum Guten wenden! Die vielen roten Fäden, so leicht sie auch reißen können, werden zueinander finden und euch an dieses Abenteuer fesseln, das originell und einzigartig ist! Vielleicht hätten nicht alle Szenen so sehr in die Tiefe gehen müssen, doch dann hätten sie vielleicht auch an ihrer Intensität verloren. Wenn man sich auf diesen Rhythmus einlässt, ist es ein immer wieder verblüffendes und beeindruckendes Erlebnis!
    Die Fülle an Schauplätzen, Phänomenen und Ereignissen sind ebenfalls mit präziser Deutlichkeit mühelos integriert, ohne überladen zu wirken!


    Außerdem hat die Autorin hier wieder grandiose Ideen aus dem Hut gezaubert die mich überraschen konnten, denn auf gewöhnliche Muster oder typische Handlungsverläufe wartet ihr hier vergebens! Zudem ist jede Situation mit einer Präzision und eindrucksvollen Klarheit geschrieben - sei es bei den Dialogen, den Kampfgeplänkeln, bei intimen Momenten oder in der Gefühlswelt - vor allem aber auch in den verhängnisvollen Tiefen der Tiden, die umso anschaulicher weil in ihrer Glaubwürdigkeit gefestigt sind.


    Fazit: 5 Sterne


    © Aleshanee
    Weltenwanderer


    Die Fourfold Saga


    1 - Der Ruf der Tiden

    2 - Der rote Drache

    3 - ist in Arbeit

    Verlagsinfo


    Aufmerksame Leser wissen bereits, wie sich die belesene und zielstrebige Isabella auf den historischen Weg gemacht hat, der sie eines Tages zur führenden Drachenforscherin der Welt machen würde. In diesem beeindruckend offenherzigen Nachfolger blickt Lady Trent auf die nächsten Schritte ihrer glorreichen (und gelegentlich skandalösen) Karriere zurück.

    Drei Jahre nach ihrer schicksalhaften Reise durch die abschreckenden Gebirge von Vystrana ignoriert Lady Trent gängige Konventionen und bricht zu einer Expedition auf, die sie auf den wilden, kriegszerrütteten Kontinent Erga führt. Dort liegt die Heimat solch exotischer Drachenarten wie die Grasschlangen der Savanne, Baumschlangen und die geheimnisvollste von allen, die legendären Sumpfwürmer der Tropen.


    Die Expedition gestaltet sich als schwierig. In Begleitung einer alten Freundin und einer Thronerbin auf der Flucht, muss sich Isabella drückender Hitze, gnadenlosen Fiebern, Palastintrigen, Klatsch und Tratsch und anderen Bedrohungen stellen, um ihre grenzenlose Faszination alles Drachen betreffende zu befriedigen. Selbst wenn sie dafür tief in den verbotenen Dschungel vordringen muss, der gemeinhin die Grüne Hölle genannt wird. Dort werden ihr Mut, ihr Einfallsreichtum und ihre wissenschaftliche Neugierde auf Proben gestellt, wie sie es bislang noch nicht erlebt hat.

    Meine Meinung


    Ich bin mir sicher, das manche nicht so viel mit den Memoiren dieser unkonventionellen Lady anfangen können, mich hat sie jedoch dieses Mal komplett in den Bann ziehen können! Während beim ersten Band noch eine gewisse Distanz zwischen mir und der Geschichte spürbar war, wusste ich jetzt ganz genau, worauf ich mich einlasse - und so konnte ich es auch vollauf genießen.

    Die Handlung spielt ja in einer fiktiven Welt, die von der Zeit her an unser 19. Jahrhundert erinnert. Auch die Gesellschaftsschichten und verschiedene Staaten und Völker sind an unsere angelehnt und ich konnte mich jetzt besser damit auseinandersetzen.


    Isabellas Reise führt sie hier auf einen anderen Kontinent und neben traditionellen Unterschieden, denen sie sich wohl oder übel unterordnen muss, hat sie auch mit den Kriegswirren zu kämpfen, die sich in Eriga anbahnen. Ich hatte anfangs etwas Schwierigkeiten, weil viele Namen von Ländern und Völkern erwähnt werden, mit denen ich nichts anfangen konnte, was sich aber im Lauf der Handlung aufgeklärt hat.


    Natürlich geht es hauptsächlich wieder um Isabellas Ambitionen als Forscherin und ihren Wissensdrang, alles über die hiesigen Drachenarten zu erfahren. Und sie tut wirklich alles dafür, ob es um unbequeme Kompromisse oder Entbehrungen geht und vor allem ihre Zeit in der "grünen Hölle" hat mich sehr beeindruckt! Der Stil wie sie erzählt ist wirklich gewöhnungsbedürftig, aber wenn man sich damit angefreundet hat, ist es sehr fesselnd und vor allem äußerst anschaulich und lebensecht beschrieben. Sie zögert nie, um ihren Willen durchzusetzen und stellt sich jedem Problem und jeder Angst mit purer Entschlossenheit entgegen.


    Sehr interessant fand ich auch, die Sitten und Gebräuche dieser fremden Länder kennenzulernen, vor allem die Lebensphilosophie der Moulish, die sich völlig der Natur angepasst haben und als Nomaden leben. Ihre Art fasziniert mich total und man kann sich da auch einiges für sich selbst herausziehen, wenn man die vielen kleinen Untertöne zu hören bereit ist.


    "Hexerei wird vom Bösen im Herzen der Menschen verursacht.
    Sie bringt die Welt aus dem Gleichgewicht und macht allen Probleme.
    Was auch immer an Bösem in deinem Herzen ist,
    du musst es loslassen."
    S. 237


    Lady Trents Ambitionen sind ja vor allem wissenschaftlich geprägt, aber dadurch liegt ihr auch das Überleben der Drachen sehr am Herzen. Die Trophäenjagd auf diese außergewöhnlichen Tiere sind ihr zuwider und natürlich möchte sie auch verhindern, dass das Geheimnis ihrer wirtschaftlichen Nutzung nicht entdeckt wird. Ein Diebstahl von wichtigen Dokumenten zu Beginn des Buches spielt dabei eine große Rolle, der aber während ihrer Reise in den Hintergrund rückt. Ich bin mir aber sicher, dass der noch größere Konsequenzen nach sich trägt und bin gespannt, wie es im dritten Teil weitergeht!

    Übrigens sind im ganzen Buch wieder wunderschöne Zeichnungen verschiedener Szenen aufgeführt, die die Eindrücke nochmal umso deutlicher machen. Die gefallen mir sehr gut! Ebenfalls die Karte vorne im Buch, mit der man sich über die örtlichen Begebenheiten orientieren kann.


    © Aleshanee
    Weltenwanderer


    Lady Trents Memoiren

    1 - Die Naturgeschichte der Drachen
    2 - Der Wendekreis der Schlangen
    3 - Die Reise der Basilik (ET Juli 2018)
    4 - In the Labyrinth of Drakes (Original)
    5 - Within the Sanctuary of Wings (Original)

    Klappentext


    Anno Domini 1346. Der junge Kaufmannssohn Adrien Fleury studiert in Montpellier Medizin und träumt von einer Laufbahn als Arzt. Als er nach Varennes-Saint-Jacques zurückkehrt, erkennt er seine Heimatstadt kaum wieder. Reiche Patrizier regieren Varennes rücksichtslos. Das einfache Volk rebelliert gegen Unterdrückung und niedrige Löhne. Die Juden leiden unter Hass und Ausgrenzung. Als Adrien eine Stelle als Wundarzt antritt, lernt er die jüdische Heilerin Léa kennen. Sie verlieben sich und bringen sich damit in höchste Gefahr. Doch dann wütet der Schwarze Tod in Varennes, und Adriens Fähigkeiten werden auf eine harte Probe gestellt ...


    Meine Meinung


    Die ersten beiden Bände der Reihe waren großartig, der dritte hat dann meiner Meinung nach etwas nachgelassen und deshalb war ich gespannt, wie wohl der vierte Teil auf mich wirken wird. Mit 960 Seiten ist es schon ein ganz schön dicker Schinken und was soll ich sagen: ich bin nur so durch die Seiten geflogen!

    Daniel Wolf hat es geschafft, mich von der ersten bis zur letzten Seite absolut zu fesseln und ich konnte das Buch wirklich kaum aus der Hand legen!


    Mittlerweile sind wir im 14. Jahrhundert angelangt und ich war sehr fasziniert von den vielen Details zur Medizin, dem Handwerk und dem Leben aus dieser Zeit, die der Autor detailliert eingeflochten hat, ohne jedoch mit all dem Wissen zu langweilen. Vielmehr wurde die Geschichte dadurch lebendig und konnte in all ihrer Authenzität beeindrucken.


    Im Mittelpunkt steht Adrien Fleury, Adrianus genannt, da er als Medizinstudent den lateinischen Namen angenommen hat. Die Ärzte zur damaligen Zeit, also da kann man froh sein dass sich da einiges getan hat, denn die Methoden waren schon ziemlich brachial, um es mal einfach auszudrücken. Der Unterschied des "gelehrten Physicus", der nur sein Fachwissen vom Stapel lässt, entgegen dem Handwerker und "Knochenbrecher", der sich tatsächlich um die Kranken und ihre Symptome kümmert, war sehr eindrucksvoll! Adrianus hat es nicht leicht, aber er geht seinen Weg und macht eine große Entwicklung durch.
    Wie übrigens alle Figuren, sei es sein geldgieriger Bruder César oder auch die Jüdin Léa, die mit ihrer Familie im Judenviertel der Stadt Varennes lebt. Die Problematik der Juden wurde hier sehr gekonnt aufgegriffen; sei es der Hass und das Unverständnis von den Christen, aber auch die vielen Versuche, die Völker dieser beiden Religionen friedlich zusammenleben zu lassen.

    Natürlich gibt es auch einen Bösewicht, der ständig für Unruhe sorgt und auch wenn hier manches vorhersehbar war, war ich nie gelangweilt und fühlte mich durchweg gut unterhalten!


    Dazu trägt auch der flüssige Schreibstil bei, der sich, trotzdem er der damaligen Zeit angepasst ist, super lesen lässt und eine einnehmende Atmosphäre schafft. Die Perspektiven wechseln dabei immer zwischen den Hauptfiguren, was ein übersichtliches Bild aller Ereignisse geschaffen und meine Neugier wie es weitergeht hochgehalten hat.


    Ich habe absolut nichts auszusetzen und fand es rundum gelungen!


    Fazit: 5 Sterne


    © Aleshanee
    Weltenwanderer

    Klappentext


    Seit Sefias Vater ermordet wurde, kämpft sie mit ihrer Tante Nin ums Überleben. Aber dann wird Nin entführt und die einzige Spur zu ihr ist ein Buch: ein scheinbar nutzloser Gegenstand in einem Land, in dem fast niemand um die Existenz des geschriebenen Wortes weiß. Doch kaum berührt Sefia das makellose Papier, spürt sie eine magische Verbundenheit und lernt die Zeichen zu deuten. Sie führen sie nicht nur auf eine gefährliche Reise, sondern auch an die Seite eines stummen Jungen, der selbst voller Geheimnisse steckt. Gemeinsam wollen sie Nin finden – und den Tod von Sefias Vater rächen.


    Meine Meinung


    Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wo ich anfangen soll, denn vom Cover, von den zahlreichen visuellen Details und dem außergewöhnlichen Inhalt hat mich hier alles total begeistert!


    Das Cover ist auf jeden Fall ein Hingucker und das Gold glänzt wunderschön, wenn man es gegen das Licht hält! Aber auch der Titel ist perfekt gewählt, eigentlich der Reihentitel aus dem Original, der treffend umschreibt, worum es in der Geschichte geht.
    Macht man den Schutzumschlag ab, zeigt sich ein einfacher brauner Umschlag mit einem goldenen Symbol - eigentlich recht banal, aber gerade durch die Einfachheit sehr schön: vor allem, da sich genau dieses Zeichen durch die ganze Handlung zieht!


    Die 15jährige Sefia ist nach dem Tod ihrer Eltern mit ihrer "Tante" Nin immer auf der Flucht. Vor wem? Das weiß sie nicht genau, nur dass es um Leben und Tod geht und alles scheinbar von diesem wundersamen Gegenstand abhängt, den sie wie ihren Augapfel hütet. Das einzige, das ihr von ihren Eltern geblieben ist: Ein Buch, mit genau diesem Symbol auf dem Einband.

    Als Nin schließlich entführt wird, hat Sefia nur noch ein Ziel: Nin wiederzufinden und Rache zu üben. Sie hat nur dieses Symbol als Hinweis und den Namen "Sarakeen", der ein übler Kriegstreiber sein soll, und der mit seinen dunklen Machenschaften alle Länder der Inselstaaten in Atem hält.


    Allein der Bezug auf diese Welt der fünf Inseln, die sich in einem scheinbar endlosen Meer erstrecken zu dem Cover finde ich super. Ebenfalls dass noch kein Seefahrer den Rand des Weltmeers erreicht hat, was wieder einen Bezug zur Geschichte hat: denn ist es wirklich nur eine Geschichte? Ein Buch? Und findet sich Sefia ebenfalls als Teil einer Geschichte, die schon längst niedergeschrieben wurde? Das klingt etwas wirr, aber wenn ihr es lest, werdet ihr es verstehen. Ein bisschen erinnert die Idee an die Tintenwelt von Cornelia Funke, aber es wurde ganz anders umgesetzt und man entdeckt nur nach und nach, wie das ganze zusammenhängt.

    Es ist tatsächlich nicht ganz so einfach zu durchschauen und man muss sich darauf einlassen können - denn man weiß lange nicht, wo das ganze hinführen wird. Gerade das fand ich sehr genial, weil man ständig am Rätseln ist. Nicht jeder Abschnitt wird aus Sefias Sicht erzählt und wie die anderen Figuren mit der Handlung zusammenhängen, erfährt man erst am Schluss.


    Die Geschichte von Käpt´n Lees zum Beispiel wird auf hervorgehobenen Seiten erzählt, was aber nicht die einzige Besonderheit ist.Im ganzen Buch findet man Kennzeichnungen, die ich euch aber noch nicht verraten möchte!
    Etwas irritiert hat mich ganz am Anfang ein Abschnitt, der geschwärzt wurde und der erst später eine überaus gelungene Überraschung in sich birgt, die einen großen Wow-Effekt hatte!


    Ebenfalls gelungen ist ein Satz, der sich unten auf verschiedenen Seiten durch das ganze Buch zieht und mit diesen unverfänglichen Worten beginnt:

    DIES --- IST --- EIN --- BUCH

    Wie dieser Satz weitergeht müsst ihr aber selber rausfinden - übirgens ein sehr poetischer, stimmungsvoller Text, wie auch die ganze Geschichte geschrieben ist. Erwartet keine temporeichen Aktionen oder große Spannungselemente, denn die Handlung wird getragen durch die wunderbare Sprache, mit der Traci Chee mich komplett gefangen genommen hat!


    "Magie. Ihr war, als spähte sie an den Rändern der Sterne vorbei und sähe, was dahinter lag." S. 53


    Die Magie der Worte, die Magie des geschriebenen Wortes, die Magie eines Buches, eine starke Kraft, derer wir uns gar nicht bewusst sind. Gerade Sefia, die in einer Welt ohne Bücher aufwächst, in der Geschichten nur von Mund zu Mund weitergetragen werden und nur die Erinnerung behält, was gewesen ist. Die Magie steckt hier zwischen den Zeilen, aber Sefia hat ein besonderes Talent, diese Magie zu "lesen" und diese Idee dahinter fand ich einfach nur großartig!


    Es ist eine eher düstere Geschichte, vor allem auch durch das Schicksal des "stummen Jungen", auf den Sefia trifft. Gewalt und Angst haben sein Leben geprägt, in einem Ausmaß, welches man sich gar nicht vorstellen mag, aber es wird in einem Rahmen präsentiert, der es auch für die jugendlichen Leser vertretbar macht.


    Ich kann meinen Eindruck gar nicht so recht in Worte fassen, weil es vor allem das Gefühl war, das ich beim Lesen hatte, das mich total für das Schicksal der Figuren eingenommen hat. Obwohl die Charaktere im Mittelpunkt stehen und manchem vielleicht etwas blass erscheinen, sind es die kleinen Details, die mich ein Gespür für sie entwickeln ließen und vor allem der nebulöse Hintergrund, dessen Nebel sich Seite für Seite mehr gelichtet hat. Das Bild rundet sich immer mehr und zeigt eine absolut originelle Idee in einer wunderschön verpackten Geschichte.


    Während dem Lesen, muss ich gestehen, war ich mir noch nicht sicher, ob es ein Highlight werden wird, weil es daran lag, wie die Autorin diese vielen Fäden zusammenstricken wird und ob es am Ende dann tatsächlich das hält, worauf ich die ganze Zeit gewartet hatte: und ja, absolut! Der verschlungene Aufbau und die originelle Idee die dahintersteckt konnten mich vollauf überzeugen und ich freu mich jetzt schon sehr auf die Fortsetzung!


    Fazit: 5 Sterne - Highlight!


    © Aleshanee
    Weltenwanderer

    Kerst2607 Das ist ja "nur" eine kurze Novelle mit knapp 200 Seiten und es ist nicht nur Fantasy, sondern auch ein bisschen Steampunk. Also gerade wenn du sonst nicht so Fantasy liest, vielleicht grad ein schöner Einstieg ;)

    Und ja, es ist abgeschlossen, da kommt, soweit ich weiß, nichts mehr.


    Obwohl, du liest ja grade die Reihe von Marah Woolf, das ist doch auch Fantasy ;)

    Klappentext


    »Ich würde meiner Persönlichkeit weitere Rädchen hinzufügen
    und sie so eines Tages perfektionieren.«


    Konstantin Balthasar von Heerstein ist ein Lebemann – gutaussehend, charmant und pleite. Verstoßen von seiner Familie, mit einem Hang zu Alkohol, Kartenspiel und Frauen versucht er, über die Runden zu kommen. Mit dem Auftauchen eines Anwalts verändert sich jedoch plötzlich alles. Konstantin erbt die Verantwortung für ein Unternehmen, doch die Vorstandssitzungen mit biederen Geschäftsmännern langweilen ihn schnell. Stattdessen weckt das Hausmädchen Sandrin seine Neugierde, die junge Frau wacht über das Geheimnis des Hains hinter dem Herrenhaus. Dort lauert eine noch viel größere Versuchung, die Konstantins Ruf, Vermögen und Verstand gefährdet.

    Auf das Buch bin ich durch das schöne Cover aufmerksam geworden, denn obwohl ich es eigentlich nicht so mag, wenn die Schrift dominiert, ist es mit den vielen Ranken und verspielten Ornamenten wunderrschön gemacht! Die Seitenzahl ist für meine Verhältnisse ja recht dürftig, trotzdem war ich gespannt, welche Geheimnisse sich hinter dem Herrenhaus wohl verbergen werden ...


    Meine Meinung


    Das Buch beginnt mit einer wunderschönen Widmung, die ich beim Lesen immer im Hinterkopf behalten habe:


    "Für alle, die das Gefühl haben, nicht die Erwartungen zu erfüllen.
    Das müsst ihr nicht. Ihr seid schon perfekt."


    Diese Aussage zieht sich auch durch die ganze Geschichte, denn der Protagonist ist alles andere als der typische Held. Er hat viele Ecken und Kanten und auch wenn man oftmals auf Figuren trifft, die abgehalfterte Lebemänner sind und im Laufe der Ereignisse zum Superstar mutieren, entwickelt sich das ganze hier doch etwas anders. Konstantin scheint auf voller Linie gescheitert zu sein und es fällt ihm wirklich schwer, aus seinen "Fehlern" zu lernen bzw. sich daran anzupassen, was von seiner Familie und der Gesellschaft erwartet wird. Das macht ihn manchmal nicht unbedingt sympathisch aber sehr echt und lebensnah und gerade das hat mir an ihm wirklich gut gefallen!

    Jenny Woods lässt ihn die Ereignisse aus der Ich-Perspektive erzählen, so dass man seine inneren Kämpfe mit sich selbst sehr gut nachvollziehen kann. Die Sprache dabei ist geprägt von der historischen Epoche, etwas umständlich formuliert, aber mit einer gewissen Rafinesse, die sehr viel Spaß macht und auch immer wieder mit Humor aufgelockert wird.
    Dazu kommen kleine technische Spielereien aus dem Steampunk die eine passende Atmosphäre geschaffen haben.

    Über den Hain hätte ich mir etwas mehr erwartet und auch über Sandrin, die Haushälterin, die ihm immer wieder bedenkenlos zur Seite steht. Dabei war sie mir fast zu selbstlos und verständnisvoll, da wären vielleicht ein wenig mehr ausdrucksstärkere Gefühle vonnöten gewesen, um sie mir etwas näher zu bringen. Sie war mir etwas zu glatt und zu großzügig.

    Am Ende gerät das ganze etwas außer Kontrolle und ich war etwas überrumpelt wie sich das ganze aufgelöst hat. Damit hatte ich nicht gerechnet und es hat mir nicht so ganz zum Rest der Geschichte gepasst.

    Insgesamt hat es mir aber gut gefallen, weil es etwas neues und ungewöhnliches ist und vor allem im Bezug auf das oben erwähnte Zitat sehr schön zeigt, dass jeder Mensch für sich selbst wissen und entscheiden sollte, wie er lebt und denkt. Deshalb war Sandrin wohl auch die Option der Autorin zu zeigen, dass man einfach Geduld haben muss und andere so nehmen, wie sie eben sind. Ob man sie mag oder nicht ist wieder eine andere Sache, aber jeder hat das Recht auf seine Sicht der Dinge, und je mehr man anderen das Gefühl gibt, sich angenommen zu fühlen, desto positiver werden die Auswirkungen sein.


    Fazit: 4 Sterne


    © Aleshanee
    Weltenwanderer

    Klappentext


    Im großen Land Valia gelten Dämonen als Anhänger der Finsternis. Zumeist stimmt das auch. Doch hin und wieder wechseln auch Dämonen die Seiten.

    Rowarn ist kein gewöhnlicher junger Mann. Seit jeher neigt er zu Gewaltausbrüchen. Eines Morgens erwacht er im Wald, neben sich die Leiche einer furchtbar zugerichteten Frau. Schon bald bezichtigen die Dorfbewohner ihn des Mordes und fordern Vergeltung. Rowarn kann sich nicht erinnern, die Tat begangen zu haben.Was er nicht weiß: Er hat eine finstere Vergangenheit, der er sich allzu bald stellen muss ...


    Meine Meinung


    Ich kenne von der Autorin ja schon die beiden Bücher über die Halblinge, die sie unter dem Pseudonym "Prisca Burrows" geschrieben hat und war davon sehr begeistert. Dadurch hat mich natürlich diese High Fantasy Chronik total interessiert und habe jetzt den ersten Band ein bisschen mit gemischten Gefühlen abgeschlossen.

    Am Anfang bzw. in der ersten Hälfte des Buches war ich noch total gefesselt. Während man Rowarn kennenlernt und die Umstände, in denen er aufgewachsen ist, den Krieg, der im fernen Valia tobt, war ich völlig gefangen in dieser Welt, die die Autorin auch sehr treffend und gut zu beschreiben weiß. Das Tempo ist dabei eher gemächlich und es dauert seine Zeit, bis der junge "Held" tatsächlich zum Kriegsschauplatz kommt. Aber das hat mich nicht gestört, denn der Weg war mit vielen kleinen Abenteuern und Details gespickt, die immer wieder gefesselt haben - große Spannungsbögen gab es dabei allerdings nicht.


    Der schon etwas in die Jahre gekommene Krieger Noirun und Olrig, der Kriegskönig der Zwerge spielen dabei auch eine große Rolle - und vor allem Olrig ist mir dabei sehr ans Herz gewachsen. Gerade die Dialoge waren teilweise auch witzig und ich hab mich gut unterhalten gefühlt. Der Aufbau war schön gemischt und hatte viel Abwechslung durch die aktuelle Handlung und den Erklärungen zu den Hintergründen.


    Auch die Welt ist originell mit vielen mythischen Wesen, fantastischen Tieren und Pflanzen und ich konnte mir alles wunderbar vorstellen.

    Allerdings verliert es dann in der zweiten Hälfte etwas an Glaubwürdigkeit - manche Momente und auch Entscheidungen kamen mir übertrieben und unüberlegt vor und einiges entwickelte sich auch unverhältnismäßig schnell. Auch Rowarn wirkt teilweise noch sehr naiv, was allerdings durch seine Vergangenheit zu erklären ist; auf der anderen Seite gibt es bei den Figuren zu wenig Ecken und Kanten. Das wirkt oft zu geradlinig und oberflächlich, auch weil die ganze Geschichte sich an nur einem roten Faden entlanghangelt, was mir dann insgesamt zu wenig vielschichtig war.

    Dafür hat die Autorin aber auch sehr originelle Ideen eingebaut und das Ende deutet auf spannende Veränderungen hin. Ich werde dem zweiten Band aber auf jeden Fall noch eine Chance geben, da ich auf noch spannendere Entwicklungen hoffe...


    Fazit: 3.5 Sterne


    © Aleshanee
    Weltenwanderer


    Die Chroniken von Waldsee

    1 - Dämonenblut
    2 - Nachtfeuer
    3 - Perlmond

    Nachfolgebände

    4 - Nauraka - Volk der Tiefe
    5 - Fyrgar - Volk des Feuers
    6 - Hatar Stygan - Der Dunkle Hass

    Klappentext


    Das Orchideenreich Skaidar schwebt in höchster Gefahr: An seiner nördlichen Grenze ist ein Heer aufmarschiert, das von unheimlichen Glasklingen-Kriegern begleitet wird, während gleichzeitig ein seltsamer Zauber von der Hauptstadt ausgehend immer weitere Teile des Landes zu Kristall erstarren lässt. Nur einer kann jetzt noch helfen, und so schickt Idassa, oberste Magierin und Beraterin des Königs, einen verzweifelten Hilferuf an ihren ehemaligen Mentor Terwyn. Doch der hat sich geschworen, nie wieder Magie einzusetzen, seit er eine nicht wiedergutzumachende Schuld auf sich geladen hat …


    Meine Meinung


    Was für ein abgefahrenes Cover! Das hat mich sofort in den Bann gezogen und neugierig gemacht, ohne zu wissen worum es hier überhaupt geht: und meine Entscheidung war richtig, denn die Geschichte hat mich von der ersten Seite an in den Bann gezogen!


    Wir sind hier in einer Welt unterwegs in der Magie möglich ist; aber nicht alle können sie nutzen und es ist auch nicht einfach, alle Stufen der sieben Ströme zu meistern. Das Konzept fand ich richtig toll, denn ein einfach magisch Begabter hat vielleicht die Fähigkeit die ersten beiden Ströme zu bezwingen und kleinere Zauber zu wirken, den siebten und stärksten Strom jedoch konnten bisher nur eine Handvoll Magier bewältigen.


    Einer davon ist Terwyn del Cresta. Gerade jetzt, als eine Bedrohung das Orchideenreich Skaidar regelrecht zu überfluten droht, wäre sein Wissen gefragt. Doch er hat sich nach einem folgenschweren Ereignis zurückgezogen und jeglicher Magie abgeschworen. Der magische Zirkel der Regentschaft braucht aber seine Stärke um die gegnerische Macht zu brechen und Terwyn muss sich wohl oder übel seiner Vergangenheit stellen.


    Die Ideen fand ich wirklich großartig und der Umgang mit dem Zauber der sieben Ströme ist sehr anschaulich beschrieben und wird hinten im Buch auch nochmal kurz erklärt. Hier spielt auch das "dunkle Wort" eine Rolle, denn nicht jedes übernatürliche Wirken hat positive Auswirkungen.
    Allerdings gilt das auch für die sieben Ströme, denn, und das fand ich sehr genial, jeder Zauber den die Magier wirken kostet sie etwas von ihrer Lebenszeit. Das fängt bei ein paar Sekunden an und kann sich bei größeren Zaubern auch auf Monate belaufen. Ein außergewöhnlicher Aspekt der sehr schön mit eingeflochten wurde.

    Aber auch das Bild der Invasion in Skaidar fand ich sehr gelungen: diese Kristallisierung, die sich unaufhaltsam ausbreitet und alles erstarren lässt ist großartig, nur von den Glaskriegern liest man wenig, da hätte ich mir etwas mehr gewünscht. Überhaupt geht es hier nicht um große Schlachten oder Kämpfe, sondern um die Charaktere. Ihr inneres Ringen, ihre Verzweiflung, ihre Schuld und ihre Hoffnung - wie sie damit umgehen und welche Folgen ihr Handeln hat, das alles wurde von Sylvia Englert einfühlsam und spannend beschrieben. Dazu kommen kleine Geheimnisse und Intrigen, bei denen man miträtseln kann und auch ein bisschen Liebe, die aber gut dosiert eher am Rande vorkommt.


    Geschrieben ist es aus verschiedenen Perspektiven und stellt hauptsächlich Terwyn in den Mittelpunkt, der nach langer Abstinenz endlich über seinen langen Schatten springen muss. Die Händlerin Rhi, die eine geheimnisvolle Entdeckung macht und alles daran setzt, ihren Weg zu finden und schließlich Inyra mit ihrer Tochter und ihrem Neffen Mig, deren letzte Hoffnung auf Rettung zunehmend schwindet.


    Erwähnen muss ich hier auf jeden Fall noch ein wunderbar kurioses Drachenwesen, ein kleiner blauer Gefährte, der mit seiner witzigen Sprache und Kommentaren auch noch eine kleine Portion Humor mitgebracht hat und den ich sehr ins Herz geschlossen habe!


    Insgesamt sehr fesselnd geschrieben mit einer mitreißenden Atmosphäre und tollen Charakteren, die nicht alle gleich zu durchschauen sind! Außergewöhnlich, lebendig und mit einem spannenden Ende war es ein sehr unterhaltsames Abenteuer - der Schluss, auch wenn sich alles aufklärt, lässt allerdings vermuten, dass es noch eine Fortsetzung geben könnte.


    Fazit: 4.5 Sterne


    © Aleshanee
    Weltenwanderer

    4.5 Sterne für die "Fortsetzung" des Kleinen Prinzen, der sich auch als Teenager wichtigen Fragen des Lebens stellt - ich kann es auf jeden Fall empfehlen, denn es enthält viel Stoff zum Nachdenken!


    Das Buch "Der kleine Prinz" hab ich vor längerer Zeit gelesen, aber mir ist nie so richtig das Verständnis dafür gekommen, was der Autor mir damit sagen wollte. Erst als ich die wunderschöne Verfilmung angeschaut habe, hat es mein Herz berührt und natürlich muss ich auch den Versuch ausprobieren, einen würdigen Nachfolger zu schaffen.

    Andreas Wassner hat sich an den Stil vom Original gehalten soweit ich das beurteilen kann, und gleichzeitig auf seine eigene Weise seinen Motiven Ausruck zu verleihen.


    Der kleine Prinz von damals ist 16 Jahre alt, als er den Piloten wiedertrifft, auf einem Asteroiden, wo sie beide die Menschen beobachten und sich darüber unterhalten, welche Eindrücke sie gewonnen haben. Es ist ein kurzes Buch, weshalb die Themen alle nur angeschnitten werden, aber es sind wichtige Themen und gerade die kurze Momentaufnahme gibt mir als Leser die Möglichkeit, genauer darüber nachzudenken.

    Vor allem geht es um die Kinder und Jugendlichen, wie sie die Welt sehen und vor allem, wie wir ihnen die Welt zeigen. Welche Vorbilder wir abgeben und wie sehr ihnen oft die Unterstützung fehlt. Dabei geht der Autor immer wieder auch mal in der Zeit zurück, was mir sehr gut gefallen hat, denn nicht alles was neu ist, muss auch besser sein.


    "Liebe, Selbstvertrauen und Umgangsformen"* sind die Basis, die er auch ausführlich erklärt, um ein glückliches Leben zu führen. Denn glücklich sind viele Menschen nicht, dabei ist es doch gerade das, was ein schönes Leben ausmacht.


    Die Gedanken drehen sich hier auch um die Wissensvermittlung und inwieweit sie hier tatsächlich die individuellen Talente fördert oder zu einem Alle-sind-gleich Prinzip verkommt, das niemals jedem Menschen gerecht werden kann.

    Fragen nach der Erziehung, nach der Verantwortung, die jeder selbst übernehmen muss und nach den Grenzen, die so wichtig sind - denn man muss einen geschützten Rahmen haben, in dem man sich sicher bewegen kann, ohne Ängste oder Unsicherheiten zu entwickeln.

    Dabei sind "unsere Gefühle Wegweiser, die uns die Richtung zeigen"*, aber wie oft schauen wir genau hin? Müssen wir nur noch funktionieren oder dürfen wir auch glücklich sein - und liegt die Erfüllung unserer Träume nicht an uns selbst? Entsteht nicht der ständige Frust oft nur, weil man immer auf das schaut, was man nicht hat, anstatt sich über das zu freuen, was man hat?


    Ich fand die Ausführungen dazu offen, ehrlich und berührend, an manchen Stellen vielleicht auch etwas zu belehrend, aber im allgemeinen alle wichtig und essentiell, um ein friedliches und glückliches Miteinander zu schaffen. Sehr lesenswert!

    Übrigens ist der kurze Abschnitt im Anhang über den Werdegang des Autors auch einen Blick wert.


    *Zitate aus "Der kleine Prinz wird erwachsen"


    © Aleshanee

    Weltenwanderer

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