Beiträge von Aleshanee

    4.5 Sterne - spannender Technik-Science-Fiction Thriller ...


    Klappentext


    Ein Forschungszentrum in der Einöde Wyomings Mitte der siebziger Jahre. In einem Laboratorium tief unter der Prärie beginnt ein Experiment. Doch das geht anders aus als geplant. Und unerwartet öffnet sich die Tür zu einer anderen Welt.


    Es wird das bestgehütete Geheimnis des Planeten. Und auch das gefährlichste.

    Über dreißig Jahre später stößt Ex-Polizist Travis Chase mitten in der eisigen Gebirgslandschaft Alaskas auf ein riesiges Flugzeugwrack. Es ist voller Leichen. Todesursache: Kopfschuss. Unter den Opfern: die First Lady der USA.

    Unvermittelt sieht sich Travis als wichtigste Figur in einem apokalyptischen Spiel. Der Einsatz: die Zukunft der Erde.



    Meine Meinung


    Die ersten Seiten waren noch sehr beschaulich: Travis Chace, der nach langer Haftstrafe in der abgeschiedenen Landschaft von Alaska eine neue Zukunft für sich sucht - und dort aber unverhofft auf ein Flugzeugwrack voller Leichen stößt.


    Dann geht es Knall auf Fall weiter und direkt auch ziemlich brutal, denn das Geheimnis, das sich Travis eröffnet, offenbart ein unglaubliches Phänomen mit spektakulären Möglichkeiten. Eine davon leider auch die verhängnisvolle Zukunft für die Erde.


    Der Autor hat es geschafft mich komplett in den Bann zu ziehen und mich auch mit den technischen Details nicht zu überfordern, sondern sie auch für Laien verständlich zu erklären, ohne in langatmige Ausführungen abzudriften.

    Es ist etwas schwierig, näher darauf einzugehen, ohne zuviel zu verraten, aber die Ideen sind wirklich originell und die Zusammenhänge logisch dargelegt - sogar das Zeitparadoxon wird kurz angeschnitten und einfach und schlüssig erklärt. Das ist ja oft beim Thema Zeitreisen eine schwierige Sache, wobei hier die Zeitreisen (noch) keine Rolle spielen, aber zu Mutmaßungen anregen, was hier vielleicht auch möglich sein könnte.

    Vor allem hält die Geschichte viele Wendungen parat und technische Innovationen die spannend eingesetzt werden und auf mehreren Ebenen verblüffen und für Überraschungen sorgen. An manchen Stellen hätte ich mir noch mehr Tempo gewünscht, obwohl es eh schon recht rasant vorwärts geht, was aber meiner eigenen Ungeduld geschuldet ist, weil ich nicht erwarten konnte zu wissen wie es weitergeht.


    Travis Vergangenheit wird übrigens in kleinen Rückblicken Stück für Stück aufgedeckt und überrascht ebenfalls mit einem brillanten Schachzug, der alles wieder in einem neuen Licht erscheinen lässt.


    Auch am Ende, in der die Situation mehr oder weniger aufgelöst wird, gibt es ein neues Rätsel, das mich mega neugierig auf die Fortsetzung macht und ich mich dadurch schon sehr auf den zweiten Band freue!


    Ein gut zu lesender, innovativer Thriller mit steigender Spannung und interessanten Figuren, deren Rolle in dem ganzen Szenario noch einige versteckte Möglichkeiten bereit hält.


    Mein Fazit: 4.5 Sterne


    Weltenwanderer

    Klappentext


    Der »Krieg ohne Namen« hat begonnen, und sein Ziel besteht darin, die Menschheit auszurotten. Eingefädelt wurde er von der Kolonie, einer Rasse intelligenter Ameisen, die über Jahrtausende hinweg heimlich eine Armee aufgebaut haben, um die menschlichen Zerstörer und Unterdrücker für immer von der Erde zu tilgen.


    Unter den wachsamen Augen der Kolonie soll eine Utopie frei vom Hang der Menschen zu Gewalt, Ausbeutung und religiösem Aberglauben entstehen. In einem letzten Schritt ihrer Kriegshandlungen verwandelt die Kolonie die Tierwelt auf der Erde in zu Höchstleistungen fähige Zweibeiner, die sich erheben und ihre Herren vernichten sollen.


    [...]



    Meine Meinung


    Sehr gute Ideen über die Problematiken der menschlichen Gesellschaft - allerdings kam ich mit Stil und Umsetzung leider nicht klar ...


    Ich lese ja ab und zu auch sehr gerne "Tier-Fantasy" und die Idee hier hat mich total angesprochen - zum einen die Invasion der Ameisen, Mort(e) selbst als Katzenliebhaberin und natürlich die Fiktion, dass die Tierwelt sich gegen die Menschen "zur Wehr setzt". Viele Rezensionen hab ich nicht dazu gefunden, aber sie waren alle durchweg positiv, dem ich mich leider nicht so ganz anschließen kann.


    Die Geschichte beginnt mit Mort(e)s Leben als Hauskater und beschreibt, wie die Veränderungen recht plötzlich über sein beschauliches Leben regelrecht hereingebrochen sind und ihn von seiner Hundefreundin Sheba trennt.

    Diese Trennung beschäftigt ihn viele Jahre, in denen er im Krieg gegen die Menschen eine gesonderte Stellung einnimmt. Irgendwie scheint er aber dem ganzen Vorhaben immer mit Skepsis gegenüber zu stehen, denn er merkt immer wieder an, dass sich die Tiere nicht nur im Aussehen den Menschen angleichen, sondern auch im Denken und Handeln.


    Ich bin mit dem Schreibstil leider gar nicht warm geworden, der recht einfach und oft auch etwas "ungeschliffen" rüberkommt. Also sehr nüchtern und rational, was zwar zur Situation passt, ich mich dadurch aber schwer einfühlen konnte. Vor allem auch zu Mort(e) selbst konnte ich wenig Verbindung aufbauen, auch wenn seine Sicht der Dinge gut dargestellt war.

    Andere Figuren wurden ebenfalls genauer unter die Lupe genommen, wobei ich hier ebenfalls schwer an sie herangekommen bin.


    Der Stil war hier wirklich ausschlaggebend, denn die Erzählweise empfand ich als äußerst anstrengend und unspektakulär, ich hab mir das alles komplett anders erwartet. Ich bin beim Lesen immer wieder abgedriftet und konnte mich schwer auf die Handlung konzentrieren - auch empfand ich es öfter als schwierig den Dialogen zu folgen, da nicht immer ersichtlich ist, wer gerade das Wort hat.

    Dafür greift der Autor viele gesellschaftliche Probleme und Irrwege auf, zum Beispiel den Versuch der Kolonie (den Ameisen), die ja diesen Krieg gegen die Menschen initiiert haben, mit Waffengewalt und Säuberungsaktionen gegen diese vorzugehen. Solche Vergleiche gab es eine Menge, auch mit brutalen Szenen, die deutlich machen, wie grausam unser Handeln teilweise ist und wie "leicht", anscheinend, dafür immer wieder eine "gute Begründung" aus dem Hut zu zaubern.


    Dennoch hat mir einfach die Spannung gefehlt, denn trotz der vielen Veränderungen und abwechslungsreichen Perspektiven blieb es eine Aneinanderreihung von Ereignissen, die mir zu wenig Emotionen rübergebracht haben.


    Sehr kuriose, bizarre Geschichte, die sicher ihre Leser findet, mich in dieser Art aber nicht überzeugen konnte.


    Mein Fazit: 2 Sterne


    Im Original gibt es noch ein Spin-Off über den Charakter "Culdesac"

    Und einen zweiten Band "D´Arc"



    Weltenwanderer

    Teil 5 der Nighthunter Serie


    Es war einmal im Wilden Westen ...

    Hier draußen gibt es nicht nur Indianer und Cowboys. Ghule, Zombies, Wendigos, Hexer und andere Diener des Bösen schwärmen über die Grenzlande aus, und es mehren sich die Anzeichen für die bevorstehende Apokalypse. Nur der adlige Vampir Louis Royaume und sein indianischer Gefährte, der Gestaltwandler Geistwolf, stellen sich gegen das drohende Unheil. Die »Nighthunter«.

    Selbst zwischen der Tag- und der Nachtwelt wandelnd, sind sie die letzte Hoffnung der Menschheit.



    Meine Meinung


    4.5 Sterne für einen unheimlichen Ausflug nach Bright Hope


    Ein außergewöhnliches Abenteuer mit Vampiren, Gestaltwandlern und anderen Kreaturen der Nacht, verlegt in den Schauplatz des Wilden Westens im 19. Jahrhunderts. Schon alleine die Idee finde ich klasse und nachdem mich die ersten drei Geschichten in Sammelband 1 schon begeistern konnten, wollte ich natürlich wissen, wie es weitergeht!

    Jede der Geschichten ist in sich abgeschlossen, aber die beiden Hauptfiguren tauchen immer wieder unverhofft auf und bestreiten neben all der vielen waghalsigen Kämpfe gegen die widernatürlichen Monster ihre ganz eigene Mission.


    Zum einen der Vampir Louis Royaume, der in seiner selbstgefälligen Gentleman-Art einen charmanten Eindruck hinterlässt; wobei man spürt, wie hinter seiner Fassade der unstillbare Blutdurst lauert.

    Und sein ewiger Gefährte Skinny, der Geistwolf, der Gestaltwandler, der in seiner stoischen, wortkargen Art nicht so auffällt, aber eine machtvolle Kraft in sich trägt.

    Ein ungewöhnliches Paar, das man immer besser kennenlernt - auch durch Einblicke in ihre Vergangenheit.

    Außerdem gibt es noch Horace Whittmore, einen Pinkterton Agenten, der dem Vampir Louis schon seit Jahren auf der Spur ist.


    Ich kam sofort wieder gut rein, da man kaum Vorkenntnisse benötigt und sich die Erinnerungen von selbst auffrischen.

    Der Stil von Anton Serkalow ist ja sehr eigenwillig: teils flapsig, teils etwas derb und mit ganz eigener Note fühlt man sich sofort wieder "zuhause" und ich hab das Gefühl, dass er sich noch mehr gesteigert und einen guten Rhythmus gefunden hat. Zeitlich gut angepasst wirkt alles authentisch, was er auch immer wieder in den Fußnoten erklärt und somit jedem Western-Laien auch spezielle Begriffe zugänglich macht.


    Hier stößt der Pinkterton Agent Whittmor auf der Jagd nach der Hexe Anni Oates mitten in der Einöde von Montana auf eine kleine Ansiedlung, deren Bewohner etwas zu verbergen haben. Hier gibts weniger offensichtliche Attacken, sondern eher ein latentes, unheimliches Gefühl, das den Agenten schließlich an seinem Verstand zweifeln lässt.

    Es hätte ruhig noch etwas gruseliger sein dürfen ;)


    Insgesamt haben mich die Fortsetzungen sehr positiv überrascht, denn ich spüre eine Weiterentwicklung und ja, Selbstfindung des Autors, der sich immer mehr steigert. Er schreibt auf eine höchst erfrischende Art, dabei anschaulich und nah am Leser - ich konnte mir die Landschaften perfekt vorstellen, die einsame Prärie, die Westernatmosphäre der Städte, aber auch die Figuren, die jeder für sich einen prägenden Charakter hat.


    Vor allem Louis und Skinny immer näher kennen zu lernen macht einen großen Reiz aus und ich freu mich schon, in den nächsten Geschichten mehr über sie zu erfahren!

    Vor blutigen Auseinandersetzungen und zerfetzten Leichenteilen sollte man sich allerdings nicht scheuen, denn bei den Kämpfen zwischen "gut" und "böse" geht es teilweise ganz schön zur Sache! Auch setzt der Autor immer wieder Szenenwechsel ein bei neuen Kapiteln, die die Spannung antreiben und das Buch nicht aus der Hand legen lassen. Eine wirklich tolle Serie, die ich auf jeden Fall weiterverfolgen werde!

    Teil 4 der Nighthunter Serie


    Es war einmal im Wilden Westen ...


    Hier draußen gibt es nicht nur Indianer und Cowboys. Ghule, Zombies, Wendigos, Hexer und andere Diener des Bösen schwärmen über die Grenzlande aus, und es mehren sich die Anzeichen für die bevorstehende Apokalypse. Nur der adlige Vampir Louis Royaume und sein indianischer Gefährte, der Gestaltwandler Geistwolf, stellen sich gegen das drohende Unheil. Die »Nighthunter«.

    Selbst zwischen der Tag- und der Nachtwelt wandelnd, sind sie die letzte Hoffnung der Menschheit.



    Meine Meinung


    Ein außergewöhnliches Abenteuer mit Vampiren, Gestaltwandlern und anderen Kreaturen der Nacht, verlegt in den Schauplatz des Wilden Westens im 19. Jahrhunderts. Schon alleine die Idee finde ich klasse und nachdem mich die ersten drei Geschichten in Sammelband 1 schon begeistern konnten, wollte ich natürlich wissen, wie es weitergeht!

    Jede der Geschichten ist in sich abgeschlossen, aber die beiden Hauptfiguren tauchen immer wieder unverhofft auf und bestreiten neben all der vielen waghalsigen Kämpfe gegen die widernatürlichen Monster ihre ganz eigene Mission.


    Zum einen der Vampir Louis Royaume, der in seiner selbstgefälligen Gentleman-Art einen charmanten Eindruck hinterlässt; wobei man spürt, wie hinter seiner Fassade der unstillbare Blutdurst lauert.

    Und sein ewiger Gefährte Skinny, der Geistwolf, der Gestaltwandler, der in seiner stoischen, wortkargen Art nicht so auffällt, aber eine machtvolle Kraft in sich trägt.

    Ein ungewöhnliches Paar, das man immer besser kennenlernt - auch durch Einblicke in ihre Vergangenheit.

    Außerdem gibt es noch Horace Whittmore, einen Pinkterton Agenten, der dem Vampir Louis schon seit Jahren auf der Spur ist.


    Ich kam sofort wieder gut rein, da man kaum Vorkenntnisse benötigt und sich die Erinnerungen von selbst auffrischen.

    Der Stil von Anton Serkalow ist ja sehr eigenwillig: teils flapsig, teils etwas derb und mit ganz eigener Note fühlt man sich sofort wieder "zuhause" und ich hab das Gefühl, dass er sich noch mehr gesteigert und einen guten Rhythmus gefunden hat. Zeitlich gut angepasst wirkt alles authentisch, was er auch immer wieder in den Fußnoten erklärt und somit jedem Western-Laien auch spezielle Begriffe zugänglich macht.


    Unterwegs in der Sierra Nevada im Jahr 1880 sucht ein flüchtiger Kartenspiel-Betrüger ein Versteck und weckt damit ein uraltes Volk, das nach langem Schlaf mit einem unstillbaren Durst erwacht.

    Super aufgebaut und mit steigender Spannung hat es mich hier sofort mitgerissen und die böse Überraschung am Ende war noch das Tüpfelchen auf dem i :)


    Insgesamt haben mich die Fortsetzungen sehr positiv überrascht, denn ich spüre eine Weiterentwicklung und ja, Selbstfindung des Autors, der sich immer mehr steigert. Er schreibt auf eine höchst erfrischende Art, dabei anschaulich und nah am Leser - ich konnte mir die Landschaften perfekt vorstellen, die einsame Prärie, die Westernatmosphäre der Städte, aber auch die Figuren, die jeder für sich einen prägenden Charakter hat.

    Vor allem Louis und Skinny immer näher kennen zu lernen macht einen großen Reiz aus und ich freu mich schon, in den nächsten Geschichten mehr über sie zu erfahren!

    Vor blutigen Auseinandersetzungen und zerfetzten Leichenteilen sollte man sich allerdings nicht scheuen, denn bei den Kämpfen zwischen "gut" und "böse" geht es teilweise ganz schön zur Sache! Auch setzt der Autor immer wieder Szenenwechsel ein bei neuen Kapiteln, die die Spannung antreiben und das Buch nicht aus der Hand legen lassen. Eine wirklich tolle Serie, die ich auf jeden Fall weiterverfolgen werde!


    Mein Fazit: 5 Sterne

    Das Buch hat sofort mein Interesse geweckt, da ich das Kartenspiel MAGIC früher sehr gerne und oft gespielt habe. Was mich hier erwarten wird war für mich völlig offen, aber ich konnte das ein oder andere tatsächlich auch mit den Erinnerungen an das Kartenspiel verbinden.


    Vor allem den Sumpf, der eine wichtige Quelle in der Geschichte ist, aber auch die typischen Rollenspieler Klassen wie eine Bardin, eine Paladinin, Zauberer und damit verbundene magische Fähigkeiten - oder auch die kleinen, bösen dämonischen Wesen, die es zuhauf gibt und mit mehr oder weniger Intelligenz auf ihre Art zum Fürchten sind. Da hat Brandon Sanderson wirklich viele originelle Ideen untergebracht, die die Geschichte auschmücken - leider blieb sie mir dabei insgesamt etwas zu oberflächlich.


    Am Anfang gab es eine kurze Einführung zu der Ausgangssituation, ohne viel näher zu erklären, wobei sich eh alles auf die Figuren und ihre Aufgabe fixiert, als um die Welt darum herum.


    Manche mögen ja keine ausschweifenden, komplexen Welten mit langen Erklärungen, für die könnte das genau richtig sein - für mich war alles einfach etwas kurz geraten. Das liegt natürlich auch an der Seitenzahl, grade in dem Genre, aber es ist ja doch ein erster Band und da hab ich schon ein bisschen was zum "Weltgeschehen" erwartet, einen Anhaltspunkt, wohin es dann wohl in der Fortsetzung weiterführen wird.


    Vom Stil her ist es einfach und flüssig zu lesen und wird abwechselnd aus den Perspektiven der zwei Hauptfiguren erzählt:

    Tacenda, die blinde Sängerin, deren Gabe die Dämonen schwächt

    und

    Davriel, dem Herrn des Herrenhauses, der ebenfalls eine außergewöhnliche Fähigkeit besitzt


    Für mich lebt die Geschichte vor allem von den Charakteren und den teilweise lustigen Dialogen, wobei sie jetzt nicht immer so meinen Humor treffen. Große Spannungsbögen gab es nicht; es plätscherte eher vor sich hin, auch wenn es sehr lebendig und abwechslungsreich erzählt wird.

    Gefallen haben mir die zwar wenigen, aber überraschenden kleinen philosophischen Gedanken, mit denen ich hier gar nicht gerechnet habe und die mir den Bezug zu den Figuren verstärkt haben.


    Insgesamt eine abenteuerliche, originelle Geschichte für eine leichte Unterhaltung.


    Mein Fazit: 3 Sterne

    Klappentext


    Ein nicht näher benanntes Land im Nahen Osten: Seit der Niederschlagung der Revolution brauchen die Bürger für jede noch so kleine Kleinigkeit in ihrem Leben – sei es die Überweisung zum Arzt oder die Erlaubnis, Brot zu kaufen – die Genehmigung des Staates. Um die zu erhalten, müssen sie sich vor einem riesigen Tor anstellen, das angeblich jeden Tag nur einer gewissen Anzahl an Anträgen stattgibt. In Wirklichkeit aber öffnet sich das Tor niemals, und die Schlange der Menschen, die in der glühenden Hitze warten, wird länger und länger, ihre Verzweiflung immer größer. Und doch will keiner von ihnen die Hoffnung aufgeben, dass das Tor eines Tages aufgehen wird ...


    Meine Meinung


    Mich hat das Konzept der Autorin, einen totalitären Staat in einer Dystopie zu kreieren, mit der Idee des Tores total neugierig gemacht. Leider muss ich sagen, dass die Umsetzung mich nicht begeistern und auch nicht fesseln konnte.


    Der nüchterne Stil und die teilweise umständliche Erzählweise empfand ich total anstrengend - während dem Lesen sind meine Gedanken abgeschweift, was mir wirklich selten passiert und ich musste dann auch Passagen überfliegen, weil ich ansonsten nicht bis zum Ende des Buches gekommen wäre.


    Das Tor symbolisiert eine Art Allmacht, die höchste Instanz in einem System, das über alles entscheidet, was die Bürger betrifft. Wegen allen möglichen Entscheidungen müssen die Menschen Anträge genehmigen lassen oder sich einen Stempel / eine Bescheinigung holen, was den Irrwitz einer überzogenen Bürokratie aufzeigt, von der wir gar nicht so weit entfernt zu sein scheinen. Zumindest hat es für mich schon gewisse Bezüge zur unserer Gesellschaft.

    Aber grade auch die Willkür dieser Allmacht steht hier im Vordergrund und die die Menschen aushöhlende Angst und ja, Demut, sich dem Willen der Oberen zu unterwerfen. Die Frage nach der Moral und der Ethik steht dem Gehorsam gegenüber, der blind sein muss, damit man (über)leben kann.

    Auch das ist in unserer Gesellschaft immer wieder eine Entscheidung, die kein gutes Gefühl in mir weckt, denn man spürt grade sehr deutlich, wie sehr viele Menschen sich von wenigen abhängig machen, die mit ihrer Macht alles durchsetzen, ohne eine Demokratie zuzulassen.


    In der Geschichte spürt man ebenso, wie die Menschen alles zulassen, weil sie müde geworden sind und sich lieber in das System einfügen, als die Kraft aufzubringen, ihre Ketten zu sprengen.

    Hauptsächlich geht es bei "Das Tor" um den verletzten Yahya, der sich während einem Aufstand eine Kugel eingefangen hat - und um den Arzt Tarik, der diese Kugel wegen einem gesetzlichen Erlaß nicht entfernen darf.

    Yahya versucht mit allen Mitteln, eine Erlaubnis zu bekommen, während Tarik immer mehr das Gewissen quält, den Mann nicht behandelt zu haben.

    Aber es tauchen auch Freunde von Yahya auf, genauso wie andere Menschen in der Warteschlange vor dem Tor, die jeder mit den unterschiedlichsten Schicksalsschlägen zu kämpfen haben.

    Das ging mir leider öfter alles viel zu durcheinander, denn die vielen Namen und wechselnden Perspektiven haben es mir schwer gemacht, mir ein prägnantes Bild der Charaktere zu machen.


    Die Autorin stammt ja aus Kairo und das Buch erschien im Jahr 2013 und somit kann man die Zusammenhänge und Hintergründe erahnen, auf welchen Basma Abdel Aziz ihre Geschichte aufgebaut hat.

    Leider konnte sie mich damit nicht wirklich erreichen, auch wenn die Botschaft dahinter elementar ist.


    "Nagi hatte erwartet, dass wenigstens einer die Regeln brechen würde, dass wenigstens einer der Wartenden die Halbstarken unterstützen oder zumindest mit ihrem Aufruf zur Revolte gegen diese kuriose Situation sympathisieren würde, aber nichts geschah." Zitat Seite 122


    Wichtiger und immer noch aktueller Hintergrund - nur leider in der Umsetzung nicht mein Fall ... deshalb nur 2 Sterne von mir

    3.5 Sterne für einen atmosphärisch dichten Ausflug in das historische Russland mit sagenhaften Mythen während dem Aufbau der Stadt St Petersburg



    Klappentext


    Russland, 1706


    Unter unmenschlichen Bedingungen errichtet ein Heer von Leibeigenen, Handwerkern und Architekten Zar Peters neue Stadt: Sankt Petersburg! Als eine geheimnisvolle Tote aus der Newa geborgen wird, fällt der Verdacht auf den jungen Zimmermann Johannes, der sich bald in ein düsteres Intrigenspiel verstrickt sieht. Jemand will den Bau der Stadt verhindern. Das Leben des Zaren scheint in Gefahr. Dann begegnet Johannes eines Nachts der schönen Russalka und die Suche nach der Wahrheit wird zu einem Wettlauf um Leben und Tod.


    Meine Meinung


    Da ich schon einige Bücher von Nina Blazon mit Begeisterung gelesen habe, ist mir auch das hier in die Hände gefallen. Das Setting fand ich sehr spannend und man lernt hier den anstrengenden und umfangreichen Aufbau der Stadt St. Petersburg kennen, die im sumpfigen Ödland des Newa-Deltas entstanden ist.

    Ein Mammutprojekt des damaligen Zaren Peter (der Große), der viele Bürger und ausländische Arbeiter zur Hilfe verpflichtet hat, die unter schwersten Bedingungen und mit mühseliger Arbeit die Vorstellungen des Zaren umsetzen müssen - unter Androhung schlimmer Strafen. Das hat die Autorin auch sehr gut durch die triste und bedrückende Atmosphäre eingefangen.


    Mitten unter ihnen ist der Protagonist Johannes, der zusammen mit seinem Onkel und dessen Frau bei ihnen als Zimmermann Lehrling arbeitet. Fern von seinen Eltern, Geschwistern und seiner Liebe Christine fühlt er sich nicht wirklich wohl hier - vor allem weil auch unter den Russen ein Hass auf die "Ausländer" besteht, die sich hier breit machen.


    Eine Mädchenleiche, die im Fluss geborgen wird, gibt allerdings Rätsel auf. Sie schürt den Aberglauben unter den Menschen und bringt Johannes auf die Spur eines uralten Mythos.

    Interessant fand ich hier auch die vielen kleinen Details, die die Autorin mit eingebracht hat - zum Beispiel das Sammeln des Zaren von "Monstrositäten", also Fehl/Totgeburten von deformierten Tieren und auch Menschen, die besondere Merkmale haben. Damit wollte der Zar die verbreitete Angst vor mythischen Wesen rigoros eindämmen, sozusagen als Beweis, das diese Wesen natürlichen Ursprungs sind. Die Verbreitung von Gerüchten über mysteriöse Erscheinungen wurden hart bestraft.

    Außerdem hat mich fasziniert, dass "verrückte Menschen" Gottesnarren genannt wurden und besonders geschätzt wurden. Ihre wirren Reden schienen von Gott eingegeben zu sein und dadurch hatten sie schon eine Art "Heiligen" Status und durften nicht verletzt werden.

    Oder auch die Bartsteuer, die der Zar eingeführt hat, für alle Männer, die entgegen dem Willen des Zaren ihren Bart wachsen lassen wollten!


    Der Schreibstil ist hier sehr ruhig, zeitlich angepasst, aber nicht zu aufgesetzt und flüssig zu lesen. Trotzdem konnte es mich teilweise nicht mehr so ganz mitreißen, obwohl eine intensive Atmosphäre entstanden ist, ging es mir manchmal zu zähflüssig voran.


    Dafür hat mir die Freundschaft gefallen, die Johannes hier findet und die sich aus Misstrauen und Bitterkeit zu einer wahrhaften Zuneigung entwickelt.


    Auch das Thema Raubbau wider die Natur auf Kosten anderer, die Fremdenfeindlichkeit und die sklavenähnliche Leibeigenschaft wird hier unterschwellig und doch sehr präzise aufgezeigt.

    Von der Handlung her hat es mir wirklich außerordentlich gut gefallen und auch der Schreibtil wirkt sehr gelungen, aber wie sich das ganze aufbaut hätte für mich noch etwas fesselnder sein können. Die Vermischung von Fakten und Fiktion ist der Autorin aber sehr gut gelungen und sie hat das im Nachwort auch nochmal gut erklärt.

    Verlagsinfo


    Er ist böse. Er tötet. Er sucht Erlösung.

    Der erste Standalone von Bestseller-Autor Mark Roderick – knallharte Spannung vor idyllischer Kulisse.

    Das alte, idyllisch gelegene Gutshaus in den Weinbergen strahlt Behaglichkeit aus, im Dorf geht es noch familiär zu. Für die Journalistin Mara Flemming genau der richtige Ort, um ihrem alten Leben in der Großstadt zu entfliehen.

    Doch warum sprechen die Einwohner immer vom “Unglückshaus“? Und was geschah mit dem Mädchen, das dort vor einigen Jahren spurlos verschwand?

    Zunehmend beschleicht Mara das Gefühl, dass da noch jemand im Haus ist. Dass jemand sie beobachtet. Auf sie wartet.


    Meine Meinung



    Thriller sind zwar kein oft von mir gelesenes Genre, aber ich tauche gerne auch mal ab in ein spannungsgeladenes Szenario, mit dem ich mir die Nacht um die Ohren schlagen kann.


    Wie im Klappentext geschildert geht es recht beschaulich los. Der Umzug in ein idyllisch gelegenes Gutshaus ist für Mara Flemming eine Flucht, vor dem Stress der Großstadt, ihrer Arbeit und ihrem untreuen Exmann.

    Allerdings erkennt sie recht schnell, dass doch ein Haken an dem günstigen Angebot für den Hauskauf war, denn es gibt einige Gerüchte, die sie an ihrer Entscheidung für den Umzug zweifeln lassen ... vor allem schüren sie ihre Neugier als Journalistin, aber je mehr sie in den Geheimnissen rührt, um so mehr kommt an die Oberfläche, bis sich die Ereignisse überschlagen.


    Mark Roderick hat einen einfachen, angenehmen Schreibstil, der sich flüssig lesen, mich aber ein bisschen die angespannte Atmosphäre vermissen lässt. Es gibt immer wieder kleine Spannungsbögen, von denen ich mir aber doch ein bisschen mehr erwartet hatte.


    Während Mara sich anfangs mit einem Vermisstenfall aus der Vergangenheit befasst, scheinen die Ereignisse immer mehr in die Gegenwart zu reichen. Plötzlich weiß man nicht mehr, wem man trauen darf, denn eine akute Gefahr für Mara und ihre Tochter wird immer greifbarer. Es scheint dabei aber kein Muster ersichtlich, was auf den Täter hinweisen könnte und gerade gegen Ende steigt die Spannung plötzlich rapide an, da man hin- und hergerissen ist, wer wohl hinter dem ganzen steckt.


    Mara selbst war für mich ein etwas "schwieriger" Charakter. Einerseits eine taffe Frau, die weiß, was sie will, mir aber in manchen Situationen in ihren Gedankengängen und Gefühlen nicht nachvollziehbar war. Auch andere Details haben mich an manchen Stellen irritiert, was die Glaubwürdigkeit etwas untergraben hat.


    Am Ende gibt es noch eine ziemlich "böse Überraschung", die ich aber ziemlich cool fand und einen perfiden, aber gelungenen Abschluss bietet.


    Mein Fazit: 3 Sterne

    Die Legende von Hythria - Auftakt einer neuen Saga der australischen Autorin Jennifer Fallon


    Als Prinzessin von Hythria lebt Marla im goldenen Käfig. Während ihr korrupter Bruder das Reich ruiniert, kämpft sie darum, ihre Familie zu neuer Größe zu führen. Doch in der patriarchalischen Gesellschaft gilt die junge Frau nichts und sie wird zum Pfand in einem gefährlichen Spiel um Macht.

    Bis Marla den geheimnisvollen Zwerg Elezaar trifft und erkennt, dass sie den Schlüssel zur Herrschaft bereits in Händen hält ...


    Meine Meinung


    Ein grandioser Auftakt!

    Ich bin mittlerweile ein richtiger Fan von Jennifer Fallon, denn ihre Geschichten saugen mich so richtig in eine völlig fremde Welt!


    Es geht sehr viel um Intrigen und eine Menge politischer Ränke bei die Herrschaft in Hythria. Denn Lernen Wulfskling, der an der Spitze der Macht steht, hat keinerlei Ambitionen, sich um sein Reich zu kümmern und frönt lieber seinen kostspieligen, sexuellen Neigungen.

    Dadurch rückt seine jüngere Schwester Marla Wulfskling in den Vordergrund, deren Heirat mit dem König aus Fahrdonja Geld in die Kasse bringen soll.

    Doch einige der Kriegsherren aus Hythria verfolgen ihre eigenen Pläne, denn die Verbindung zum verfeindeten Fahrdonja ist vielen ein Dorn im Auge.


    Das mag jetzt etwas trocken klingen, aber ich liebe den fesselnden Schreibstil der Autorin, die die Welt der Mächtigen in all ihren Facetten großartig beschreibt. Die Konflikte, die aus all den Plänen entstehen, die Missverständnisse, die zum Tod führen, die Betrügereien, die falsche Hoffnungen wecken, und die Überraschungen, die sie immer wieder einbaut, sind grandios!


    Total spannend finde ich ja ihre Idee der Court´esa. An sich sind diese Menschen ähnlich wie Prostituierte, allerdings haben sie ein sehr viel höheres Ansehen - auch wenn sie nicht mehr Wert haben als Sklaven. Sie dienen dazu, die Reichen und Mächtigen in der Kunst der Liebe auszubilden und sie auch weiterhin dahingehend zu unterhalten. Was auch bei Verheirateten nicht als Ehebruch angesehen wird, da sie nicht mehr Wert als ein "Besitztum" haben, also eher als Gegenstand zählen.

    Eine grausame Vorstellung, aber der lebensrettende Punkt für Marla Wulfskling, die in ihrem Zwerg-Court´esa Elezaar zwar keinen Liebesdiener anwirbt, aber dafür einen getreuen Helfer in allen Dingen, um sie im Kampf um die Macht bestehen zu lassen.

    Und den hat sie auch bitter nötig und so entwickelt sie sich vom behüteten, naiven Sprössling zu einer wissbegierigen jungen Frau, die ihr Schicksal selbst in die Hand nimmt.


    Das System in Hythria ist ähnlich aufgebaut wie in den meisten Fantasy Romanen mit mittelalterlicher Kulisse, aber die Autorin hat interessante Strukturen aufgebaut, die zwar komplex sind, dadurch aber zu vielen spannenden Verwicklungen führen, die ich mit Begeisterung verfolgt habe.

    Vor allem auch die Charaktere, die jeder für sich ihre eigenen Ziele verfolgen - zur eigenen Macht, für ihr Land Hythria oder auch nur fürs eigene Überleben.


    Die Magie spielt natürlich auch eine Rolle, ist aber nicht so dominant. Die Harshini gelten ja als ausgerottet - magische Wesen, die als Verbindung zu den Göttern angesehen wurden und jeglicher Gewalt abweisend gegenüberstehen, ja solcher Gefühle wie Wut und Hass gar nicht fähig sind. Doch es gibt noch einige Menschen, die ein gewisses Talent für Zauberei haben und ihren Nutzen daraus ziehen.

    Es hat vielleicht nicht so die Dynamik wie die andere Dilogie, die in der gleichen Welt spielt, trotzdem bin ich nur so durch die Seiten geflogen!


    Die Ereignisse spielen ja zeitlich vor der Dämonenkind - Trilogie, aber da die Autorin diese Reihe auch später geschrieben hat, wollte ich sie auch in dieser Reihenfolge lesen.

    Man begegnet hier sozusagen den Vorfahren der Figuren, die man aus der anderen Reihe kennt und lernt die Vorgeschichte kennen.


    Mein Fazit: 5 Sterne

    Aufeinander aufbauend:


    Die Legende von Hythria

    1 - Erbin des Throns

    2 - Ritter des Throns

    3 - Herrscher des Throns


    Das Dämonenkind

    1 - Kind der Magie

    2 - Kind der Götter

    3 - Kind des Schicksals

    Eine der bekanntesten Geschichten der Queen of Crime mit dem genialen Hercule Poirot als französischer belgischer Ermittler


    Ich liebe die Filme und auch die Bücher haben es mir mittlerweile angetan. Natürlich muss man sich an den etwas "altbackenen" Stil gewöhnen - nicht nur was die Formulierungen betrifft, sondern auch die gesellschaftlichen Konditionen und Umgangsformen, die damals üblich waren. Davon sind manche Zitate heutzutage nicht mehr "politisch korrekt", gehören aber einfach zu dem Flair der damaligen Zeit.


    Der Mord passiert erst relativ spät, etwa bei der Hälfte des Buches, mitten auf dem Nil auf einem Dampfschiff. Bis dahin muss man sich etwas gedulden und kann die vielen Charaktere näher kennenlernen, die später alle zu Verdächtigen werden - denn wie beim Mord im Orientexpress gibt es auf dem eingeschränkten Raum des Dampfers keine Ausweichmöglichkeit für einen potenziellen Mörder und alle scheinen ein Motiv gehabt zu haben!


    Die Autorin setzt alle Figuren gut ins Bild, auch wenn ich anfangs etwas überfordert war von den vielen Namen und Verwicklungen - die man dann aber recht gut durchschaut. Das ist auch nötig, um die Ermittlungen, die Hercule Poirot aufnimmt, nachvollziehen zu können und mit diesem Fall ist Agatha Christie ein Geniestreich gelungen!


    Ich kannte die Lösung ja aus der Verfilmung - trotzdem war es eine spannende Reise, vor allem auch aufgrund der ägyptischen Kulisse. Auch weicht der Film etwas vom Buch ab und dadurch hab ich diesen spektakulären Fall nochmal auf ganz andere Weise erlebt :)


    4.5 Sterne von mir

    Rezension zur überarbeiteten Neuauflage im Luzifer Verlag!


    Klappentext


    In dem abgeschiedenen Dorf Grein am Gebirge, eingeschlossen zwischen den Bergen und einem Fluss, wird eine verstümmelte Mädchenleiche entdeckt, der mehrere Rückenwirbel fehlen. Als Kommissar Alex Körner und sein Team mehrere Exhumierungen anordnen, nehmen die Ermittlungen eine ungeahnte Wendung. Zudem spitzt sich die Lage zu, als der vom Dauerregen stark angeschwollene Fluss über die Ufer tritt. Vom Hochwasser eingeschlossen und von der Außenwelt abgeschnitten, kommt eine schreckliche Wahrheit ans Licht und die grausamen Morde gehen weiter …

    Meine Meinung


    Bim Stöbern im Luzifer Verlag bin ich auf dieses geniale Cover gestoßen! Die Beschreibung klang richtig spannend und natürlich hat mich die Verbindung zu Lovecrafts Cthulhu Mythos gereizt. Außerdem kenne ich von Andreas Gruber schon die "Rache" Trilogie, die mir sehr gefallen hat, deshalb war ich umso gespannter auf diese überarbeitete Neuauflage.


    Gleich vorneweg: mich konnte es sehr begeistern!


    Von Anfang an herrscht eine düstere Stimmung, den Alexander Körner, Chefinspektor beim LKA Wien, hat seinen letzten Fall vergeigt und wartet auf eine gerichtliche Anhörung. Um ihn aus der Schusslinie zu bringen schickt ihn seine Vorgesetzte zu einem neuen Mordfall nach Grein im Rosaliengebirge. Obwohl Körner dort aufgewachsen ist, sind das keine guten Vorzeichen, denn er war 27 Jahre nicht mehr dort - seine letzten Erinnerungen prägen ein schreckliches Erlebnis...

    Der Mord selbst weist mysteriöse Eigenheiten auf und so beginnt Körner mit seinem Team die Ermittlungen, die ihn immer tiefer in die Geheimnisse des Dorfes treiben.


    Die Atmosphäre ist, wie gesagt, von grundauf trist: der ständige Regen, die Kälte, die misstrauischen Dörfler, die Gerüchte über Inzucht und Krankheiten, das alles prägt das Bild eines bedrohlichen Hintergrunds, der Körner zunehmend belastet.


    Es beginnt als typischer Krimi mit umfangreicher Ermittlungsarbeit, Details zum Mord und vielen zweifelhaften Erklärungen - bis eine Untersuchung plötzlich alles bisherige in Frage stellt. Auf einmal schleicht sich ein unheimliches Gefühl ein, ein mysteriöses Grauen, das sich immer mehr steigert. Auch wenn das Team immer mehr Hinweise entdeckt und ich als Leser Zusammenhänge erahne, bleibt eine unterschwellige Spannung vorhanden, die mich nicht losgelassen hat.

    Vor allem auch durch die kurzen Rückblicke in Ereignisse aus der Vergangenheit schlüsseln das Grauen nach und nach auf, dass das Dorf schon seit längerem heimsucht.


    Das Tempo ist ruhig, dafür aber sehr intensiv und zieht einen damit umso tiefer in das Geschehen.

    Auch die Charaktere passen sehr gut ins Bild: Alex Körner, der verzweifelt versucht, den Fall zu lösen, um einen positiven Einfluss auf seine Anhörung zu nehmen - gleichzeitig aber mit seiner Verbindung zu diesem Dorf aus seiner Jugend hadert. Auch die anderen Mitglieder aus seinem Team sind interessant skizziert, genauso wie die einzelnen Dorfbewohner, die teilweise ein verstörendes und fragwürdiges Bild hinterlassen. Man weiß nicht, welche Intention sie haben und wer etwas verbirgt, bis am Ende das ganze Ausmaß des Rätsels ans Licht kommt.


    Ein dramatisches Finale schließt das ganze perfekt ab und auch das Ende im Epilog ist das Tüpfelchen auf dem I.

    Für Fans seiner Krimireihen ist es nur bedingt zu empfehlen, da der Mystery/Horror Anteil hier im Fokus liegt und das ja nicht jedermanns Sache ist.


    Mein Fazit: 5 Sterne


    Weltenwanderer


    Ich hab die Neuauflage angehängt - mega cooles Cover!

    Klappentext


    Dichter Herbstnebel liegt über Ankh-Morpok, und in der Stadt geschehen seltsame Morde. Scheinbar grundlos werden ein Bäcker und ein Priester umgebracht. Auch auf den ansonsten unantastbaren Patrizier wird ein Giftanschlag verübt, den er glücklicherweise überlebt. Für Sir Samuel Mumm, den Kommandeur der Stadtwache, ergeben diese Verbrechen keinerlei Sinn. Die Spuren führen ihn schließlich zu den Golems, willenlosen Geschöpfen aus Lehm, die immer nur arbeiten und noch nie Ärger machten. Doch jetzt haben sie offenbar damit begonnen, sich selbst aus dem Weg zu räumen …


    Meine Meinung

    Was für ein schöner re-read! Ein sprühendes Feuerwerk an Wortspielen, Humor und bester Unterhaltung!


    Es war mal wieder ein absolutes Vergnügen, mit der Stadtwache in Ankh Morpork unterwegs zu sein! Der dritte Band, in dem es um Kommandeur Mumm, Hauptmann Karotte und die anderen Wächter geht, und mittlerweile haben sie auch einigen Zuwachs bekommen.


    Hier ist Pratchett wirklich sowas von in seinem Element, denn ein Wortwitz folgt dem nächsten, während er mit der Sprache jongliert und gleichzeitig wieder einen tieferen Sinn dahinter versteckt, in dem er ihn dem Leser direkt vor die Nase setzt!


    Zum Beispiel mit den Golems, die hier eine wichtige Rolle spielen und in ihrer Eigenschaft auf kuriosen Umwegen zeigen, was Worte bewirken können, wenn sie sich mal im Kopf festgesetzt haben.

    Aber auch Freiheit jedes Geschöpfes wird in Frage gestellt, denn was bedeutet Freiheit ohne Grenzen anderes als Chaos und Willkür, oder?


    Auch der Kriminalfall entspinnt sich als spannendes Rätsel, denn einige Morde und ein Anschlag auf den Patrizier, Lord Vetinari, lösen unlösbare Fragen aus ... unter anderem die, wer nach Vetinari als Staatsoberhaupt in Frage käme und ob hier Herkunft (blaues Blut), oder andere Eigenschaften wie Bestechlichkeit oder zur Not auch fehlende Intelligenz gepaart mit Faulheit sinnvoller wäre, um die Gildenoberhäupter alle Entscheidungen unter sich treffen zu lassen.

    Desweiteren gibt es natürlich auch wieder einige problematische Verwicklungen zwischen den diensthabenden Wächtern und der Frage, ob Frauen in einer "Männerarbeit" tatsächlich gern gesehen sind ^^


    Man sieht, es ist wieder mal gespickt mit vielen interessanten Fragen, die alle so geschickt in die Ereignisse eingewickelt sind, um dann tröpfchenweise als Destillat an den Leser weitergegeben zu werden. Dazu mit soviel herrlichem Humor, kuriosen Konsequenzen und abenteuerlichen Abwechslungen, dass ich nur so durch die Seiten geflogen bin - ein absolut großartiger Band aus der Scheibenwelt!

    Der übrigens perfekt übersetzt wurde von Andreas Brandhorst, durch den sich der schräge Charme des außergewöhnlichen Talents von Pratchett bestens entfaltet!!


    "Niemand führte ein vollkommen untadeliges Leben. Wenn man irgendwo ganz still

    in einem Keller lag, konnte man vielleicht einen ganzen Tag verbringen, ohne ein

    Verbrechen zu begehen. Aber mit ziemlicher Sicherheit machte man sich auch dann

    zumindest des Herumlungerns schuldig." Seite 140


    Mein Fazit: 5 Sterne


    Weltenwanderer

    Band 1 einer Dilogie (Info vom Verlag)


    Klappentext


    »Dornenthron« ist eine düstere Neuinterpretation des geliebten Märchens "Dornröschen"


    Die Kaiserstadt Ycena war eins prunkvoll und voller Leben, nun stehen nur noch von alter Hexerei verseuchte Ruinen - und der albtraumhafte Palast, in dem die Kaisertochter schlafen soll. Den Legenden zufolge wird ihr Retter die dreizehn Königreiche wieder vereinen und Kaiser werden.


    Um das Reich vor seinem tyrannischen Vater zu schützen, begibt sich Ukalion, der Bastard des Königs, auf die Suche nach der schlafenden Prinzessin. An ihrer Seite will er selbst den Dornenthron besteigen. Doch mächtige Gegner und uralte Magie haben andere Pläne für das Kaiserreich...



    Meine Meinung


    Das Cover hatte sofort mein Interesse geweckt und der Hinweis auf eine "düstere Neuinterpretation" eines Märchens der Gebrüder Grimm hat den Ausschlag gegeben. Solche Geschichten mag ich immer sehr, allerdings hatte ich mit einem abgeschlossenen Einzelband gerechnet. Es gibt nirgends einen Hinweis, dass das der Auftakt einer Reihe ist, was mich schon etwas geärgert hat. Zum Glück hab ich aber durch eine andere Leserin noch vor dem Lesen erfahren, dass am Ende "Fortsetzung folgt" steht, so dass ich mich besser auf die Geschichte einlassen konnte.

    Es verstricken sich nämlich die Schicksale mehrerer Protagonisten, die nach und nach vorgestellt werden und das langsame Tempo hätte mich ansonsten doch etwas gestört. So konnte ich aber in Ruhe verfolgen, wie jeder seinen Weg findet, dessen Ziel die sagenumwobene Stadt Ycena ist.


    Dabei wechselt der Autor kapitelweise die Perspektiven zwischen den einzelnen Charakteren. Dabei verliert man aber nicht den Überblick, sondern bringt mich als Leser immer näher an das Schicksal der Figuren heran und lässt mich tiefer in die Geschichte eintauchen.


    Der Autor versteht es, erfrischend unterhaltsam und wortgewandt zu erzählen und düstere Details zur Geschichte des Landes und der Menschen mit einzuweben. Dabei behilft er sich aber nicht nur am Märchen Dornröschen, sondern lässt auch Elemente anderer Sagen mit einfließen. Man erkennt sie recht schnell, wird aber trotzdem überrascht, weil er ihnen seine eigenen Ideen und Veränderungen einbaut. Das passiert teilweise in kleinen Nebensächlichkeiten, aber grade auch im Grundgerüst der Handlung, die dadurch einen besonderen Charme gewinnt.


    Die Charaktere sind sehr unterschiedlich, vom Alter her aber auch von ihrer Intention, und haben alle mit scheinbar ausweglosen Situationen zu kämpfen, die sie aber mit Courage und Willen angehen und sich nicht unterkriegen lassen. So verschieden sie sind, so eint sie alle ein gutes Herz und der Mut der Verzweiflung - lassen sich nicht hängen, sondern ergreifen die Initiative in der Hoffnung, Gerechtigkeit und Glück zu finden.

    Sie stehen zwar im Fokus und sind gut skizziert, bleiben aber etwas auf Distanz - was mich aber überhaupt nicht gestört hat. Der ganze Rahmen drumrum war viel zu interessant und originell und mit abwechslungsreicher Dynamik erzählt, dass es mir erst jetzt nach dem Lesen so wirklich aufgefallen ist.


    Ich war durchweg gefesselt und habe mit jedem von ihnen mitgefiebert, denn es gibt immer wieder kleine Spannungsbögen und grade zum Ende hin, trotzdem man immer besser versteht was hinter allem steckt, weiß man nicht, was passieren wird.


    Einiges ist aufgeklärt, einiges aber auch noch offen und ich freu mich jetzt schon sehr auf die Fortsetzung! Ich habe jetzt die Info, dass es der zweite Band der Abschluss ist :)


    Fazit: 4.5 Sterne


    Weltenwanderer

    Hi! Das steht so im Vorwort des Autors drin, im ersten Band der Hexenholzkrone ;)