Beiträge von FreakLikeMe

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    Lior Tirosh is a semi-successful author of pulp fiction, an inadvertent time traveler, and an ongoing source of disappointment to his father.

    Tirosh has returned to his homeland in East Africa. But Palestina—a Jewish state founded in the early 20th century—has grown dangerous. Unrest in Ararat City is growing; the government is building a vast border wall to keep out African refugees. Tirosh has become state security officer Bloom's prime murder suspect, while rogue agent Nur stalks them through transdimensional rifts—possible futures to prevented only by avoiding the mistakes of the past.

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    For seventy years they guarded the British Empire. Oblivion and Fogg, inseparable friends, bound together by a shared fate. Until one night in Berlin, in the aftermath of the Second World War, and a secret that tore them apart.

    But there must always be an account . . . and the past has a habit of catching up to the present.

    Now, recalled to the Retirement Bureau from which no one can retire, Fogg and Oblivion must face up to a past of terrible war and unacknowledged heroism - a life of dusty corridors and secret rooms, of furtive meetings and blood-stained fields - to answer one last, impossible question:

    What makes a hero?

    Lavie Tidhar klingt nach einem Autor, den ich mal ausprobieren sollte...


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    Deep in the heart of history's most infamous concentration camp, a man lies dreaming. His name is Shomer, and before the war he was a pulp fiction author. Now, to escape the brutal reality of life in Auschwitz, Shomer spends his nights imagining another world - a world where a disgraced former dictator now known only as Wolf ekes out a miserable existence as a low-rent PI in London's grimiest streets

    Die Kolb-Übersetzung ist nicht nur sperrig, sie ist tatsächlich falsch und sinnentstellend.


    Deine sinngemäße Übersetzung stimmt: Die beschriebene Zeit war der gegenwärtigen Zeit so ähnlich (nicht unähnlich, wie Kolb behauptet :scratch:), dass die Vertreter unserer (bzw. Dickens) Zeit nur Vergleiche im Superlativ ziehen wollen.


    Die insel-Übersetzung unterschlägt den Vergleich - "Superlativ" statt "superlative degree of comparison"; das finde ich aber noch in Ordnung und es liest sich runder.

    Es ist der Erste Erste Zweitausendundachtzehn und Henning fährt Rad. Er fährt auf Lanzarote, den Steilanstieg nach Femés hinauf. In Hennings Leben ist so weit alles in Ordnung. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder, teilt sich mit seiner Frau Theresa Erziehungs- und Hausarbeit. Theresa macht, Henning funktioniert. Nur, dass natürlich gar nichts in Ordnung ist. Denn in der Nacht hebt ES seinen Kopf und beschert Henning Panikattacken. In einem Landhaus über Femés befällt ihn schließlich die Erinnerung an ein verdrängtes Kindheitsereignis.


    Ich schicke mal voraus, dass mich das Thema des Buches schon beim Lesen des Klappentextes nicht sonderlich interessiert hat. Wäre es von jemand anderem als Juli Zeh geschrieben, hätte ich es nicht gelesen. Ich hätte es auch so nicht gekauft, es war ein Geschenk (über das ich mich auch sehr gefreut habe!). Es ging dann auch komplett an meinem Geschmack vorbei.


    Meiner letzter Roman von Juli Zeh war „Nullzeit“, der auch schon auf Lanzarote spielt. Im Vergleich mit ihren früheren Werken fiel mir als erstes auf, dass sie ihre Sprache extrem eingedampft hat. Diese Änderung im Stil machte sich schon in „Nullzeit“ bemerkbar, in „Neujahr“ bleibt sie noch wesentlich simpler. Verschwunden sind die überzogenen sprachlichen Bilder, die manchmal an die Grenzen des guten Geschmacks stoßenden Metaphern. Man kann das als „klare Sprache“ loben. Dieser Stil tut niemandem weh, stört nicht beim Bügeln – und langweilt mich zu Tode. Im zweiten Teil versucht Zeh dann, aus der Sicht eines Kindes zu schreiben, ein Kniff, den ich immer etwas bemüht finde, und der auch hier eher Fremdschämen als Begeisterung auslöst.


    Immerhin versteht sie es noch, mit der Wahl ihres Personals zu irritieren. Ihre Charaktere waren nie Sympathieträger, Henning reiht sich da nahtlos ein: Ein alberner Hampelmann mit fragilem Ego, der sich von seiner gleichberechtigten Beziehung mit einer besserverdienenden Ehefrau, von Arbeit und Kindern überfordert fühlt, der kein wirklicher Ernährer sein kann und sich in seine Rolle als Vater nicht einfindet. Armer Henning.


    Die weiblichen Figuren des Romans sind keinen Deut sympathischer.


    Wie alle Romane von Juli Zeh ist auch dieser arg konstruiert, Steigung, Plateau mit Erinnerung, Abfahrt, und basiert auf mehr als erstaunlichen Zufällen. Das ist zu ertragen, wenn mich der Inhalt anspricht, nur war das hier leider nicht der Fall. Ich könnte jetzt analysieren, wie Hennings Kindheitserlebnisse sein Männlichkeitsbild und seine Selbstzweifel geprägt haben, wie sich das auf seine Beziehung zu Mutter, Schwester und Theresa auswirkt - aber so ganz habe ich nicht herausgefunden, was dieses Buch von mir will. Ich verstehe einfach nicht, warum das Leiden der Kinder auf fast 100 Seiten ausgewalzt werden musste. Derart platte emotionale Manipulation kenne ich von Juli Zeh nicht und sie hat mich weder unterhalten, noch brachte sie Erkenntnisgewinn.


    Ich kann mit dem Buch nichts anfangen.


    :bewertung1von5::bewertung1von5:

    3. Dein Highlight 2018


    Mir fällt es dieses Jahr wirklich schwer, mich auf ein Highlight festzulegen. Ich habe Bücher gelesen, die mich komplett mitgerissen haben, und Bücher, die mich durch ihre Struktur und ihren Anspruch beeindruckt haben. Schwer, da einen Favoriten zu nennen.

    Damit ich mich diesen Monat nicht zu häufig wiederhole, entscheide ich mich einmal für Samuel R. Delanys Dhalgren. Ein ambitionierter, avantgardistischer Roman, der mir tatsächlich sogar mehr Spaß gemacht hat, als ich erwartet hatte - wenn ich Delany auch mittlerweile so gut "kenne", dass mich hier nichts wirklich überrascht hat.

    Habt ihr mehr oder weniger Bücher als in den Jahren zuvor gelesen?


    Ich habe dieses Jahr 38 Bücher gelesen. Das sind gut 50 weniger als im vergangenen Jahr. Da aber auch einige Wälzer dabei waren und ich viele Kurzgeschichten gelesen habe, komme ich dennoch auf eine Seitenzahl von etwa 17.000, sogar etwas mehr als letztes Jahr.


    Wie erging es eurem SuB?


    Meinem SuB gehts gut, der wächst stetig.


    Habt ihr 2018 Autoren neu oder wieder entdeckt? Welche Genre habt ihr hauptsächlich gelesen? habt ihr einen Blick über den Tellerrand hinaus gewagt? Wie ist es euch ergangen?


    Ich habe dieses Jahr einige Debüt-Autoren gelesen, bei denen ich sehr gespannt bin, was sie noch so produzieren werden - Chandler Klang Smith und Jaroslav Kalfar gehören zum Beispiel dazu. Bestätigt hat sich mein guter erster Eindruck von Adrian Tchaikovsky und Sam J. Miller. Von beiden werde ich bestimmt noch viel mehr lesen.


    Gelesen habe ich in diesem Jahr hauptsächlich Science Fiction, sowie mal wieder einige Spionage-Romane - ein Genre, was ich schon seit Jahren nicht mehr in der Hand hatte. Dem Science Fiction-Genre werde ich gerade etwas überdrüssig, da stellt sich eine gewisse Ermüdung ein. Im nächsten Jahr möchte ich mich mal wieder anderen Genres widmen.


    Ward ihr auf Treffen, Buchmessen, Lesungen? Wenn ja welche? habt ihr BT-Mitglieder mal persönlich kennengelernt oder wieder getroffen?


    Ich war auf einer Lesung zu Szczepan Twardochs Der Boxer und zu Cixin Lius Die drei Sonnen. Vor allem die letztere war sehr interessant und hat einige gute Einblicke in chinesische Science Fiction geboten.

    BT-Mitglieder habe ich nicht getroffen.


    Nennt eure TopFive und eure Flops.


    Meine Top 5 - in chronologischer Reihenfolge, die Bücher sind so unterschiedlich, dass ich gar nicht sagen könnte, welches mir am absolut besten gefallen hat:


    - Chandler Klang Smith - The Sky is Yours (Von Jane Austen inspiriertes SFF-Abenteuer mit Drachen)

    - Jaroslav Kalfar - Spaceman of Bohemia/ Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt

    - Samuel R. Delany - Dhalgren (SF-Klassiker, der mich emotional zwar nicht ganz so erreicht hat wie andere Bücher dieses Autors, der aber sehr ambitioniert und interessant strukturiert daherkommt und viel Stoff zum Nachdenken bietet)

    - Adrian Tchaikovsky - Spiderlight (Kurzer Fantasy-Roman, der einige altbekannte Klischees auseinander nimmt)

    - Fonda Lee - Jade City (von Mafia-Epen und Kung fu-Filmen inspirierte Fantasy-Geschichte mit tollem Wordbuilding und einnehmenden Charakteren)


    Wirkliche Flops hatte ich in diesem Jahr nicht. Einige Bücher haben mich etwas gelangweilt, andere waren nicht so gut wie erhofft, aber ein richtig grottenschlechtes Buch war nicht darunter.


    Habt ihr an Leserunden oder Challenges teilgenommen? Wenn ja welche und mit welchen Erfolg?


    Wie schon in 2017 habe ich weiter an Leserunden meiner Pulp Fiction-Gruppe teilgenommen, wenn auch an deutlich weniger als im letzten Jahr. Der Erfolg war mäßig, die meisten ausgewählten Bücher waren nicht ganz mein Fall.


    Auf welche Neuerscheinungen freut ihr euch im kommenden Jahr? Was wollt ihr unbedingt ausprobieren?


    2019 erscheint ein neues Buch von Sam J. Miller, von Adrian Tchaikovsky erscheinen gleich drei Bücher, darunter die Fortsetzung zum tollen Children of Time (Kinder der Zeit) mit dem Titel Children of Ruin. Außerdem freue ich mich auf die Fortsetzung von Jade City, Jade War, die im Mai erscheinen soll.

    Darüber hinaus habe ich mich über Neuerscheinungen noch gar nicht richtig informiert.

    Unbedingt ausprobieren möchte ich, endlich mal die Bücher von meinem SuB zu lesen, statt neue zu kaufen.


    Welches Buch hat dieses Jahr den größten Eindruck bei euch hinterlassen, positiv oder negativ?


    Sowohl positiv als auch negativ: Peter Watts, Blindsight.

    Ein SF-Roman, der interessante Themen behandelt und der das Konzept "Gothic Horror in Space" in etwa so gut umsetzt wie Alien. Die anti-humanistische, nihilistische Sichtweise fand ich letztlich aber doch etwas abstoßend.


    Was fällt euch sonst noch ein, zum diesjährigen Lesejahr?


    Ich habe meinen Vorsatz umgesetzt, mehr Kurzgeschichten zu lesen.

    Nicht umsetzen konnte ich meinen Vorsatz, mehr Sachbücher zu lesen.

    Ben Aaronovitch - Brokes Homes (Rivers of London/ Peter Grant #4) - :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    Ich mag die Serie, aber dieser Teil brauchte ewig, um mal in Gang zu kommen. Als Peter und Leslie endlich mal angefangen hatten zu ermitteln, war die Geschichte gar nicht so schlecht. Da war aber schon mehr als die Hälfte des Buches vorbei.


    Jim Thompson - The Killer Inside Me - :bewertung1von5::bewertung1von5:

    Ein recht lesbarer Noir-Klassiker wird durch ein Ende kaputt gemacht, das die gesamte vorherige Erzählweise unlogisch werden lässt.


    Aliette de Bodard - The Tea Master and the Detective - :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Von vietnamesischer Kultur inspirierte Sherlock Holmes-Pastiche mit weiblichem Sherlock und Watson als AI eines Raumschiffs. Ganz nett, aber mehr eben auch nicht.


    Fonda Lee - Jade City - :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    World Fantasy Award Gewinner 2018 - wie ich finde, vollkommen zurecht. Eine tolle Mischung aus Fantasy, Gangster-Epos und Martial Arts, in einer Welt, in der Jade magische Kräfte besitzt. Auch diese Geschichte braucht etwas, um in Gang zu kommen, aber das Worldbuilding und die Charaktere sind so interessant, dass mich das nicht weiter gestört hat.