Beiträge von tom leo

    Gute neun Jahre auf der WuLi, und dann so voriges Jahr gekauft : was lange währt, wird endlich gut. Ja, denn gelohnt hat sich das ! Und dieses Jahr soll es ja noch nach Spanien gehen ; immer gut, sich auch literarisch darauf vorzubereiten. Der gute alte Dr Watson war schon sehr zuverlässig in seinen Rezis !


    Um bei der Inhaltsbeschreibung (siehe oben) zu bleiben, könnte man sich auf den Zustand beschränken, den Rogelio später am Grabe, bzw Feigenbaum aushalten lässt. Doch die ersten hundert Seiten sind auch Beschreibung einer Form von innerem Auseinanderklaffen. Das Angestarrtwerden durch den Sohn eines Opfers ist ja das eine, doch was lässt uns dadurch ausrasten ? Auf welchem « Boden » stösst das ? Und so gibt es anscheinend eben auch unter den Falangisten Menschen…, genausi wie auch die Frau des unterwürfigen und heuchlerischen Bürgermeisters bei ihren Leisten bleibt und sich innerlich schon distanziert hat. Und insofern einerseits nicht alle (ehemalige) Falangisten, aber auch die Gläubigen/die Kirche nicht einfach alle in einen Topf zu werfen sind.


    Das alles macht den Roman vielleicht nicht zu einem « psychologischen », doch es ist schon eine sehr feine Beschreibung der Veränderungen. Und all dem, was Dr Watson hier anspricht : Schuld, Vergebung… Diese aber sind hier nicht in gewissem Sinne angenommen und bereut, sondern eher Folge einer Angst bei Rogelio. Insofern erinnerte mich dieser Roman an « Schuld und Sühne » von Dostojewski : zunächst geht es nicht um eine höhere Einsicht, sondern um die Unmöglichkeit, eine Folge des eigenen Handelns, die « Strafe » zu ertragen. Angst ! Bei solchen Protagonisten sind Formen der « Zwagnsvorstellungen » nahe. Die Handlung hier bewegt sich eher langsam voran, im Mittelteil scheint sie gar ein wenig zu stagnieren. Es mag den Strudel und die Unausweichlichkeit, das Kreisende und Obesessive, wiederspiegeln ?!


    2006 geschrieben zeigt Pinilla indirekt auch, dass es da noch echt etwas aufzuarbeiten gab und gibt. In Spanien ging der Frankismus erst Ende der 70iger zuende, und jene Auseinandersetzung mit einem brennenden Thema, einer bleibenden Wunde verschob sich arg.


    So hole ich diesen Fred nach zehn Jahren in der Versenkung gerne noch einmal hoch und verweise auf ein sehr gutes Buch ! Vielleicht haben andere Buchbesitzer Lust, es nun zu lesen oder aber zu kommentieren ?

    Ich war felsenfest davon überzeugt, den Tipp für dieses Buch, das ich heute gekauft habe, von einem BT-Mitglied bekommen zu haben, musste aber gerade feststellen, dass ich mich wohl geirrt habe, denn ich bin die einzige, die es besitzt. :scratch:

    Falls Du Interesse hast, dann behalte mal im Auge, ob dieses Buch übersetzt werden wird. Es wurde letztes Jahr in Frankreich relativ gut aufgenommen...

    Mit dem Buch stehe ich hier auch alleine. Dabei hat es den Prix Goncourt 2007 bekommen.

    Der Klappentext hört sich interessant an, finde ich:


    Montgomery, Alabama, im Juni 1918: Inmitten der Scharen von lärmenden Soldaten verliebt sich die selbstbewusste Zelda, Tochter des Richters Anthony Sayre, in einen gutaussehenden Leutnant aus dem Norden: F. Scott Fitzgerald. Dieser kennt nur ein Ziel: Er will der berühmteste Schriftsteller Amerikas werden. Kein Jahr später sind die beiden verheiratet und beginnen ein rastloses, exzessives Leben. In New York, Paris, an der Côte d’Azur begegnen sie den großen Künstlern ihrer Zeit, geben sich dem kollektiven Lebensrausch einer ganzen Epoche hin. Doch während Scott hier den Stoff für seine berühmten Romane findet, muss sich Zelda ein Leben lang verstecken, um schreiben zu können.
    Zelda Sayre galt lange als die hysterische Verrückte an der Seite des Schriftstellergenies. In seinem preisgekrönten Roman zeichnet Gilles Leroy nun das faszinierende Bild einer über die Maßen begabten, willensstarken Frau – Schriftstellerin, Tänzerin, Malerin –, der ihr Lebenshunger zum Verhängnis wurde.


    Ich habe es wohl, doch da ich nicht sicher bin, ob ich es lesen werde, habe ich es mal nicht eingetragen... Ein guter Bekannter fand das Buch sehr gut! Und, ja, es erhielt den Goncourt! Inzwischen hat Leroy andere Bücher geschrieben... Unter anderem eine weitere fiktionalisierte Frauenbiographie. Immerhin Nina Simone!

    tom leo , das hört sich interessant an, das Buch ist auf meiner Wunschliste gelandet.

    Seit ich "Patria" von Arambura gelesen habe, interessiert mich das Thema.

    In Spanien ist das Thema immer noch aktuell, bzw wird weiterhin aufgearbeitet. Es entspricht vielleicht dem, was etwas früher in Deutschland zum Dritten Reich alles zusammengeschrieben wurde. Man könnte zu "Spanien und der Bürgerkrieg/Faschismus" fast ein Themenfred eröffnen (wenn er nicht schon existiert?).

    Hinweis - Bitte immer mitkopieren - UND AUCH LESEN!!!


    Beim Weiterführen der Liste darauf achten, dass die Listenfunktion beibehalten wird! Dafür bitte die Editoren-Ansicht benutzen (NICHT die Quelltextansicht)! Listenziffern werden automatisch eingefügt, wenn sie beim kopieren nicht markiert werden! Dass die Liste richtig übernommen wurde, erkennt man daran, dass die korrekte Liste ein wenig nach rechts eingerückt ist, während die falsche Liste, die nicht automatisch nummeriert ist, einfach bündig am linken Rand erscheint.


    Bei den Leuten, welche noch Probleme haben, hier weiterlesen:

    Nur die Namen/Liste markieren - mit der linken Maustaste (dabei stellt sich nämlich heraus, wenn man oben in die Menüleiste schaut, dass statt "nummerierter Liste" nur die normale "Liste", welche eigentlich Punkte statt Zahlen ausgibt, für die Aufzählung markiert ist. Was beim Absenden dazu führt, dass man keine Zahlen mehr davor hat). Nach dem Markieren oben in der Menüleiste auf "Nummerierte Liste" drücken (sodass dieses ausgewählt ist statt der normalen). Absenden. Fertig!

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    49. pescador - 3
    50. aleXi.s - 2

    Hier noch ein Link zu einer Ausgabe auf Französisch (Originalsprache):


    Onze destins, onze nouvelles racontent la fin de l'amour. Avec une justesse et une précision douloureuse Brigitte Giraud ausculte le désir moribond, les compromis honteux, les naufrages intimes et les silences des couples en train de se perdre. Elle traque les mensonges et le deuil, l'exil intérieur, la vie qui bascule et chacune de ses phrases, chacun de ses personnages nous tend un miroir.


    Poche:

    80 pages

    Editeur :

    J'ai lu (15 août 2008)

    Collection :

    J'ai lu Nouvelles

    Langue :

    Français

    ISBN-10:

    2290006742

    ISBN-13:

    978-2290006740



    Original : Französisch, 2007


    INHALT :

    Liebesgeschichten enden im allgemeinen schlecht. Zumindest enden sie. Ohne Pathos, ohne Klischee, mit Zartheit und Sanftmut, entlarvt Brigitte Giraud den Alltag der Beziehungen. Elf Momentaufnahmen über die Liebe. Elf Mal Trennung, Es-den-Kindern-sagen, jemanden vermissen, einen Platz im Leben suchen, gemeinsam Nacht und Tag erleben, verlieben und sterben. Brigitte Giraud erzählt von Enttäuschung und Ratlosigkeit, von Arrangements mit der Lüge, von Brüchen und Zerrissenheit und von verlorener Leidenschaft. Sie schreibt einfach und doch voller Zwischentöne über Banalitäten, die keine sind, über zu viele Schlafzimmer und zu wenig Sex. Die Liebe ist doch sehr überschätzt. Es lebe die Liebe.

    (Klappentext)


    BEMERKUNGEN :

    Ich hatte die Autorin erst im letzten Herbst mit ihrem damals neuen Roman über Algerien kennengelernt : Brigitte Giraud – Un loup pour l’homme . Ich war sehr positiv eingenommen von « der Schreibe zwischen Distanz und Nähe, Nüchternheit und Empathie ! » Und ich habe damals sehr schnell die Konsequenzen gezogen und mir direkt zwei, drei weitere Bücher besorgt. Nun also dieses hier, dass trotz seiner seltsamen Ankündigung bei Amaz. eben kein Roman ist, sondern eine Sammlung von elf Kurzgeschichten ist. Sieht man auf die Länge des Buches kann man schnell errechnen, wie relativ kurz diese Stücke sind. Aber unterschiedlich und facettenreich. Und… : meines Erachtens sehr gut geschrieben.


    Sind es denn Liebesgeschichten ? Nun, eher mögliche und ja auch anders aussehende Enden eben solcher, und der Klappentext gibt das schon gut wieder. Manchmal richtet sich der Erzähler (meistens die « Sie » in der Beziehung) halt an den Partner. Oder an sich selbst und den kaum spürbaren Verschiebungen und Verhaltensänderungen, die das Ende einer Beziehung andeuten. Die wachsende Distanz oder die Unwahrhaftigkeit zwischen Geste und Sex hier, und dann innerem Zustand. Oder an die zurückgelassenen Kinder, die sich in Zukunft nicht mehr an ein « Wir » zu orientieren haben, sondern an zwei nunmehr parallel zueinander lebenden Einzelwesen… An sich entspreche die Ankündigung solcher Geschichten nicht meinem Beuteschema oder Lesegeschmack. Aber die Autorin schreibt und beobachtet so gut, dass sie mich überzeugt, und ich mit « Gewinn lese ». Prima Autorin !


    Und lädt die Kürze nicht geradezu ein, es hiermit mal mit ihrer Schreibe zu versuchen ???


    AUTORIN :

    Brigitte Giraud wurde 1960 in Sidi-Bel-Abbès, Algerien, geboren und ist eine französische Schriftstellerin. Nach Kindheit und Jugend in den Banlieues von Lyon, studierte sie Englisch und Deutsch und arbeitete als Buchhändlerin u.a. in Lübeck, Übersetzerin und Journalistin. Für ihr erstes Buch "La chambre des parents" (1997) erhielt sie den Prix Littéraire des Étudiants sowie für "Nico" den Prix Lettres frontière. Sie lebt heute in der Nähe von Lyon.


    Inzwischen gewann sie mehrere bedeutende Preise für verschiedene Werke. Dieser hier rezensierte Roman steht auf den shortlists des prix Goncourt, Goncourt des lycéens, Femina, Medicis, prix du Style, prix des deux magots...


    Mehrere ihrer Bücher sind schon auf Deutsch erschienen!



    Taschenbuch: 96 Seiten

    Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (1. August 2010)

    Sprache: Deutsch

    ISBN-10: 359617922X

    ISBN-13: 978-3596179220

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