Beiträge von Kurier

    Was die Nicht-Übersetzung der Bezeichnungen wie zB. "Mom" und "Dad" angeht: Das ist eher Geschmackssache als ein Fehler des Übersetzers, schließlich bezeichnet der Charakter zB seine Eltern gerade so und deswegen ist es nicht falsch.

    Ich hab einen Buchcharakter, der halb Irin, halb Österreicherin ist. Wäre irgendwie komisch gewesen, wenn sie den irischen Vater mit "Papa" angeredet hätte; obwohl's auch ein merkwürdiges Gefühl war, "Mama und Dad" zu schreiben.


    Es wäre vielleicht vernünftig als Übersetzer hinzugehen und dem Autor den Logikfehler zu melden wenn er bemerkt wird.

    So man kann. Wenn der Übersetzer von einem Verlag beauftragt wird, der seinerseits die Rechte für eine übersetzte Version vom Verlag des Originals gekauft hat, dann hat sich das was mit Kontakt zum Autor.

    Es liegt natürlich auf der Hand, dass Geschwindigkeit oder Fallhöhe nicht per se gesundheitsgefährdend sind (...) aber ein abrupter Wechsel der Geschwindigkeit, wie er nach einem Sturz aus der 10. Etage auf Beton erfolgt, ist eine andere Sache.


    Die Erkenntnis mag nicht neu sein, aber hier ist sie gut formuliert.

    Svea ist sauer und enttäuscht: Weil sie das Wochenende beim Vater in Hamburg verbringt, kann sie ihrer Fußballmannschaft bei einem wichtigen Spiel nicht helfen, und dann hat ihr Vater nicht mal Zeit für sie.

    Um sich abzulenken schaut sie sich die Spiele des nächstbesten Fußballvereins an. Das Mädchen-Team des TSV 34/36 muss eine bittere Schlappe hinnehmen: In Unterzahl und mit vielen jungen und unerfahrenen Spielerinnen ist die Mannschaft chancenlos. Unterstützung wäre höchst willkommen, und Svea kribbelt es richtig in den Füßen. Aber sie ist ja nur jedes zweite Wochenende in Hamburg, und selbst wenn sie da ist, dürfte sie nicht spielen. Schließlich spielt sie zu Hause bei den Ballfreunden, und eine Spielerin darf immer nur für einen Verein auflaufen, oder? Aber Elena, Sveas Trainerin bei den Ballfreunden, hat da so eine Idee...


    Nachdem die "Papa-Wochenenden" von Svea in den vier Bänden der Serie um die Ballfreunde-Mädchenmannschaft immer wieder angesprochen wurden, darf Svea in diesem Ableger Serie ihre eigene Geschichte erzählen. So toll ist das für sie ja auch nicht, ihrer Mannschaft immer wieder nicht helfen zu können, und in 11 spielen überall stellt sie unter Beweis, dass sie jeder Mannschaft helfen kann, wenn man sie nur lässt.

    Das Ebook erscheint am 22. Juli und kann bei Amazon, im iBook-Store und bei BoD bereits vorbestellt werden. Alle Informationen und die gewohnt ausführliche Leseprobe gibt's wie immer auf meiner Homepage.

    wenn ich das so sehe, bekomme ich selbst Lust, mich mal am Pilze züchten zu versuchen

    Probier es aus, ich kann nur sagen, es lohnt sich. Champignons aus dem eigenen Keller, Shitake, Stockschwämmchen (als Gewürz verwendet - hmm!), Schopftintlinge, Parasolpilze (Wie werde ich satt von einem Pilz?). Das Buch ist es dann auch geworden, ich hab's gerade telfonisch in der Buchhandlung meines Vertrauens bestellt und kann es morgen abholen. Danke für Deine Mühe, und die Wikipedia-Idee merke ich mir.

    Ich habe kein konkretes Buch parat; ich sammle in der Natur. Und weiss, dass es eine relativ delikate Angelegenheit ist, Pilze zu züchten, da so viele Faktoren einspielen. Aber auf die Schnelle fand ich mit diesem Stichwort folgende Hinweise:


    https://www.google.com/search?…oe=utf-8&client=firefox-b

    Danke für die Recherche. Das Dumme ist nur, dass man eine Website schlecht verschenken kann. Ich hab mir einige Seiten mal angesehen, aber der einzige Shop, der überhaupt Literatur hat, hat neben Kochbüchern ein einziges Zuchtbuch, und das hat's anscheinend mehr mit Halluzinazionen zum Selbstanbau.

    Ich bin derzeit auf der Suche nach einem Buch über die Zucht von Speisepilzen. Die Bitte, da etwas zu besorgen, ist mir ziemlich kurzfristig auf den Tisch geflattert, und ich bin da eher gar nicht im Thema. Hat da jemand gute Tipps?

    Klappentext:

    Das Flugzeug aus Berlin mit Manni und seinem Orchester an Bord soll plötzlich auf der Autobahn in Frankfurt notlanden. Falsche Töne begleiten das erste Konzert ... Die ganze Europa-Tournee hindurch ereignen sich merkwürdieg Dinge. Nur Maddy und ihre Freunde sehen einen Zusammenhang. Eine Spur führt sie in ein halbleeres Hochhaus in London, zu einem weltfremden Computergenie.


    Über die Autoren (Quelle: Zusammenfassung der Portraits des Rowohlt-Verlags):

    Dietmar Rösler, geboren 1951 in Emden, studierte in Berlin. Er war als Germanist an Hochschulen in Dublin, Berlin und London tätig. Derzeit ist er Professor für Deutsch als Zweit- und Fremdsprache an der Universität Gießen.

    Emer O'Sullivan, geboren 1957 und aufgewachsen in Dublin, studierte in Berlin Anglistik und Germanistik. Sie war an verschiedenen deutschen Universitäten tätig, derzeit ist sie Professorin für Englische Literatur an der Universität Lüneburg.

    Rösler und O'Sullivan haben gemeinsam eine Reihe von Kinder- und Jugendbüchern verfasst, die englisch und deutsch gemischt geschrieben sind.


    Persönlicher Eindruck:

    Butler, Graf & Friends: Umwege ist der dritte und letzte Band der Reihe Butler & Graf. Das Buch ist in zwei Sprachen geschrieben, Deutsch und Englisch. Wörtliche Rede und wörtlich wiedergegebene Gedanken sind dabei in der Originalsprache verfasst, in der der Sprecher sie sagt oder denkt, der erzählende Text wechselt jeweils nach zwei bis fünf Sätzen die Sprache. Man braucht aber keine ausgeprägten Englisch-Kenntnisse, um der Geschichte zu folgen, ich habe die Reihe nach einem Jahr Englisch-Unterricht zum ersten Mal gelesen und brauchte kein Wörterbuch.

    Inhaltlich handelt es sich um ein Jugendabenteuer. Zwei Mitglieder der aus den früheren Bänden bekannten Gruppe nehmen an einem internationalen Chor- und Orchesterprojekt teil und treffen dabei in verschiedenen Städten auch ihre Freunde. Rund um die Konzerte kommt es zu seltsamen Vorgängen, und die Jugendlichen stoßen auf mehrere Personen, die sich auffällig verhalten und entweder mit Chor und Orchester und/oder mit der Firma in Verbindung stehen, die die Tournee sponsert.

    Wie schon in den vorherigen Bänden gibt es über weite Strecken einige Verwirrung, weil es mehrere Fäden gibt, die die Protagonisten mit ihrem Wissen nicht auseinanderhalten können. Da die Geschichte ausschließlich aus deren Sicht geschildert wird, bleibt auch für den Leser lange unklar, wie viele Suppen im Hintergrund gekocht werden, und wirklicher Durchblick stellt sich erst auf den letzten Seiten ein. Die Autoren bleiben in dieser Hinsicht ihrem bewährten Konzept treu, halten die Spannung und schaffen mehrere überraschende Wendungen.

    Nebenbei gibt es in diesem Band der Reihe auch einen explizit romantischen Erzählstrang um Manni und eine frühere Freundin von Una. Auch Florians nicht gerade erfreulicher Familienhintergrund rückt stärker in den Focus, und damit einhergehend eine Änderung der Sicht, die Maddy auf Florian hat.


    Fazit:

    Gelungenes zweisprachiges Abenteuer, sehr lesenswert. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Mit Matti ins Museum? Was er erzählt, hört sich auf jeden Fall spannend an. Doch da sind auch noch die anderen - vielleicht doch besser verzichten, damit gar nicht erst Gerüchte aufkommen? Aber Stella hat ihren eigenen Kopf, und eigentlich ist ihr völlig egal, ob sie für den Rest der Klassenfahrt im Mittelpunkt des Geredes steht.


    Stille Post am Checkpoint Charlie ist eine romantische Kurzgeschichte, die ein bisschen mit der Frage spielt, wo aus Kameradschaft etwas anderes wird. Dabei ist nicht alles das, wonach es aussieht, und manches Gerücht verselbständigt sich. Die Geschichte spielt in gewisser Weise an Originalschauplätzen, die Idee habe ich während eines kurzen Aufenthalts in Berlin entwickelt.


    Das Ebook erscheint am 30. Juni und kann bei Amazon, im iBook-Store und bei BoD bereits vorbestellt werden. Weil seitens des Handels offenbar seit kurzem ein Konsens besteht, keine Ebooks mehr kostenlos oder für 0,49€ anzubieten, auch nicht im Rahmen von Preisaktionen, bin ich gezwungen, den Preis mit 0,99€ höher als bei früheren Geschichten vergleichbaren Umfangs anzusetzen. Im Moment kann ich dafür nur um Verständnis bitten, ich werde aber weiterhin versuchen, Wege zu finden, auch wieder günstigeren Lesestoff anzubieten.


    Eine Leseprobe gibt es wie üblich auf meiner Homepage.

    Klappentext:

    Als Teilnehmer an einem Fernsehquiz verbringen Maddy und ihre Freunde aus Deutschland drei herrliche Wochen in London. Bei der Ausstrahlung der ersten Sendung jedoch müssen sie feststellen, dass ein englischer Teilnehmer, der es immerhin bis zum Halbfinale geschafft hatte, raffiniert aus der Sendung herausgeschnitten worden ist. Maddy und ihre Freunde entdecken, dass es sich dabei nicht um einen technischen Fehler handelt ...


    Über die Autoren (Quelle: Zusammenfassung der Portraits des Rowohlt-Verlags):

    Dietmar Rösler, geboren 1951 in Emden, studierte in Berlin. Er war als Germanist an Hochschulen in Dublin, Berlin und London tätig. Derzeit ist er Professor für Deutsch als Zweit- und Fremdsprache an der Universität Gießen.

    Emer O'Sullivan, geboren 1957 und aufgewachsen in Dublin, studierte in Berlin Anglistik und Germanistik. Sie war an verschiedenen deutschen Universitäten tätig, derzeit ist sie Professorin für Englische Literatur an der Universität Lüneburg.

    Rösler und O'Sullivan haben gemeinsam eine Reihe von Kinder- und Jugendbüchern verfasst, die englisch und deutsch gemischt geschrieben sind.


    Persönlicher Eindruck:

    Butler, Graf & Friends: Nur ein Spiel? ist der zweite von drei Bänden der Reihe Butler & Graf. Das Buch ist in zwei Sprachen geschrieben, Deutsch und Englisch. Wörtliche Rede und wörtlich wiedergegebene Gedanken sind dabei in der Originalsprache verfasst, in der der Sprecher sie sagt oder denkt, der erzählende Text wechselt jeweils nach zwei bis fünf Sätzen die Sprache. Man braucht aber keine ausgeprägten Englisch-Kenntnisse, um der Geschichte zu folgen, ich habe das Buch nach einem Jahr Englisch-Unterricht zum ersten Mal gelesen und brauchte kein Wörterbuch.

    Inhaltlich handelt es sich um ein Jugendabenteuer. Eine internationale Clique aus sechs Jugendlichen nimmt an einer Quizshow teil und beginnt nachzuforschen, als ihnen bei der Ausstrahlung der ersten Sendung eine Unstimmigkeit auffällt. Der Fall, den das Sextett zu lösen hat, kommt ohne körperliche Gewalt aus und zieht seine Spannung aus der Undurchsichtigkeit der Motive hinter dem Offensichtlichen.

    Mir gefällt, dass die Protagonisten im Vergleich zum ersten Band mehr Raum bekommen, ihre Persönlichkeit zu entfalten. Außerdem kommt mit der Irin Una, die manchmal etwas ruppig wirkt, eine Figur hinzu, die manchen Situationen eine witzige Note gibt.

    Die Quizshow bildet in sich noch einmal eine eigene Handlungsebene. Die Protagonisten stellen zwei Dreier-Teams, die mit wechselndem Erfolg gegen andere Mannschaften antreten. Die Autoren beschreiben die wichtige Ausschnitte aus den Shows in einer Art, die den Leser mit um den Einzug in die nächste Runde zittern lässt, ohne das Buch damit zu überfrachten.

    Manche Details wirken wie schon im ersten Band angestaubt, was dem Alter der Reihe geschuldet ist; insbesondere Computer haben sich nun mal seit 1990 deutlich weiterentwickelt. Störend finde ich das nicht, und auch heutige Jugendliche sollten keine Schwierigkeiten haben, der Handlung zu folgen.


    Fazit:

    Vielschichtiges Abenteuer in zwei Sprachen, das auch nach fast drei Jahrzehnten seinen Reiz nicht verloren hat. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Zitat

    "You'll ruin your eyes, love", Mrs Butler said to her daughter.

    "You usually say that when I'm sitting at the computer", Maddy responded without looking up from Knowledge from A to Z, the book she had been reading for the past two hours. "Do you know who invented the phone?", she asked.

    "Someone who didn't have a a daughter with friends in Germany", her mother said.


    Für den Fall der Fälle die Übersetzung:

    Zitat

    "Du machst deine Augen kaputt, Schatz", sagte Mrs Butler zu ihrer Tochter.

    "Das sagst du sonst nur, wenn ich am Computer sitze", antwortete Maddy, ohne von ihrem Buch aufzusehen, Wissen von A bis Z, in dem sie seit zwei Stunden las. "Weißt du, wer das Telefon erfunden hat?"

    "Einer, der keine Tochter mit Freunden in Deutschland hatte", antwortete ihre Mutter.

    Klappentext:

    Maddy Butler ist ein patentes Mädchen aus London, das zwei große Hobbys hat: Computer und Judo. Florian Graf ist ein arrogantes ‹rich kid› aus Berlin, das wegen schlechter Englischzensuren in London einen Sprachkurs mit ‹Familienanschluss› absolvieren muss. Maddy und Florian geraten in einen Kriminalfall, in dem nicht zuletzt Computer eine Hauptrolle spielen und den sie gemeinsam deutsch/englisch aufzuklären versuchen. Dabei mögen sie sich eigentlich gar nicht. Aber nicht nur deshalb stehen sie ständig unter Spannung ...


    Über die Autoren (Quelle: Zusammenfassung der Portraits des Rowohlt-Verlags):

    Dietmar Rösler, geboren 1951 in Emden, studierte in Berlin. Er war als Germanist an Hochschulen in Dublin, Berlin und Londoin tätig. Derzeit ist er Professor für Deutsch als Zweit- und Fremdsprache an der Universität Gießen.

    Emer O'Sullivan, geboren 1957 und aufgewachsen in Dublin, studierte in Berlin Anglistik und Germanistik. Sie war an verschiedenen deutschen Universitäten tätig, derzeit ist sie Professorin für Englische Literatur an der Universität Lüneburg.

    Rösler und O'Sullivan haben gemeinsam eine Reihe von Kinder- und Jugendbüchern verfasst, die englisch und deutsch gemischt geschrieben sind.


    Persönlicher Eindruck:

    Butler & Graf ist der erste von drei Bänden einer Reihe um die beiden Jugendlichen Florian Graf aus Berlin und Maddy Butler aus London. Das Buch ist in zwei Sprachen geschrieben, Deutsch und Englisch. Wörtliche Rede und wörtlich wiedergegebene Gedanken sind dabei in der Originalsprache verfasst, in der der Sprecher sie sagt oder denkt, der erzählende Text wechselt jeweils nach zwei bis fünf Sätzen die Sprache. Man braucht aber keine ausgeprägten Englisch-Kenntnisse, um der Geschichte zu folgen, ich habe das Buch nach einem Jahr Englisch-Unterricht zum ersten Mal gelesen und brauchte kein Wörterbuch.

    Inhaltlich ist Butler & Graf ein Jugendabenteuer; das Alter der Protagonisten wird nicht genannt, ich würde sie auf 15 bis 16 Jahre schätzen. Die Handlung spielt in London, wo Florian im Zuge eines Sprachkurses bei Maddy zu Gast ist.

    Anfangs lebt die Geschichte viel von den Spannungen zwischen Maddy und Florian, die aus zu unterschiedlichen Welten kommen, um sich auf Anhieb zu verstehen. Diese Schwierigkeiten, miteinander warmzuwerden, spielen auch bis kurz vor dem Ende immer wieder einmal eine Rolle und sind geschickt in den Kriminalfall eingewoben, in den Florian und Maddy unversehens geraten.

    Im Mittelteil muss man aufpassen, dass man den Faden nicht verliert, denn hier haben zu viele Parteien mit unterschiedlichen Interessen die Finger im Topf, und den Jugendlichen, aus deren Perspektive die Handlung erzählt wird, geht der Überblick über die Situation verloren. Wenn am Ende die Fäden dann zusammengeführt werden, kommen für meinen Geschmack etwas viele Zufälle und Falschannahmen ans Licht, aber es wird nicht unglaubwürdig und schadet der Geschichte so insgesamt nicht.

    Die Erstausgabe des Buches stammt von 1988; dementsprechend altmodisch mögen manche Details aus heutiger Sicht wirken. Das macht sich naturgemäß vor allem bei Maddys Computer bemerkbar, der in der Handlung keine ganz unwesentliche Rolle spielt, aber auch daran, dass ein an einer Stelle erwähntes Autotelefon das Modernste an mobiler Kommunikation darstellt. Wahrscheinlich könnte man auch nicht alles so ohne Weiteres in die heutige Zeit übertragen, und soweit ich es erkennen kann, sind die Neuauflagen von 2017 inhaltlich auch nicht verändert. Störend fand ich das persönlich nicht, die Qualität der Geschichte als solche leidet darunter nicht.


    Fazit:

    Nicht mehr ganz modernes, aber immer noch spannendes Abenteuer in zwei Sprachen.

    Klappentext:

    Winterferien in den Bergen? Mit der Familie? Na toll. Dabei kann Tobias drei Dinge absolut nicht ausstehen. Erstens: Schnee. Schnee ist kalt, nass und saugefährlich. Zweitens: Snowboardfahren - ebenfalls saugefährlich. Drittens: die neue Freundin seines Vaters, denn die ist vor allem eins: saublöd.


    Über den Autor (Quelle: Zusammenfassung von Wikipedia):

    Jochen Till, geboren 1966 in Frankfurt am Main, ist seit 1997 frei- und seit 2005 hauptberuflicher Schriftsteller. Die meisten Werke sind Kinder- und Jugendbücher, daneben verfasste er einen Gedichtband und Beiträge zu diversen Athologien. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit tritt er auch als Drehbuchautor, Übersetzer und Dialogbearbeiter in Erscheinung.


    Persönlicher Eindruck:

    Der jugendliche Protagonist Tobias, der als Ich-Erzähler durch die Handlung führt, kämpft mit typischen Problemen dieser Alterstufe: Eltern, Mädchen und sich selbst. Eine gute Portion Sturheit zeichnet ihn aus, führt ihn aber auch in Situationen, um die er lieber einen Bogen gemacht hätte. Nicht immer kann er sein loses Mundwerk im Zaum halten, auch das sorgt für die eine oder andere Erfahrung, auf die er gut hätte verzichten können. Für den Leser ist das durchaus amüsant zu lesen, Hochspannung baut sich dabei aber nicht auf.

    Sehr sauer stößt mir auf, dass hier ein Umfang vorgegaukelt wird, den die Geschichte nicht hat; über die Hälfte des Buchumfangs besteht aus Leseproben für andere Bücher, aus denen teils noch nicht mal das Inhaltsverzeichnis des Buches entfernt wurde.


    Fazit:

    Kurzweilige Lektüre für zwischendurch, aber zu kurz, um den Preis zu rechtfertigen. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Klappentext:

    Julie ist schön, beliebt und kann wundervoll singen. Zusammen mit ihrer Band will sie am Schulfest auftreten. Doch wie aus dem Nichts erhält Julie gemeine E-Mails, Beschimpfungen, Drohungen. Dann taucht im Internet ein gefaktes Facebook-Profil auf, das Julie als arrogante Zicke darstellt. Im Nu lästern Klassenkameraden und wildfremde User online über sie.

    Julie verzweifelt. Wer tut ihr das an? Als sie auch noch die Band verlassen soll und die Drohungen in Gewalt umschlagen, eskaliert die Situation.


    Über die Autorin (Quellen: Portrait im Buch und Wikipedia):

    Agnes Hammer, Jahrgang 1970, ist mit fünf Geschwistern im Westerwald aufgewachsen. Sie studierte Germansistik und Philosophie in Köln und arbeitet seit 20 Jahren in Düsseldorf mit sozial benachteiligten Jugendlichen. Seit 2005 ist sie Antiaggressionstrainerin. Seit 2008 erschienen von ihr sieben Bücher.


    Persönlicher Eindruck:

    Ich blogg dich weg! beschreibt eine Situation, in die jeder geraten kann, aus vielen Perspektiven. In kurzen Kapiteln tritt jeweils einer von rund einem halben Dutzend so oder so Beteiligten als Ich-Erzähler auf und schildert seine Erlebnisse, Gefühle und Gedanken. Den größten Einzelanteil hat Julie als Opfer, die anderen bekommen unterschiedlich viel Platz. Als Leser schlüpft man so in die Rollen von Tätern, Opfern, Trittbrettfahrern, Hilfsbereiten und Hilflosen, sogar in den eigentlich Unbeteiligten, der mit reingezogen wird und mit den Folgen zurechtkommen muss. Dabei schafft es Agnes Hammer, den Leser sehr lange darüber im Unklaren zu lassen, wer welche Rolle spielt; sie setzt dazu geschickt die kurzen Kapitel ein, in denen die jeweiligen Erzähler kaum Gelegenheit haben, mehr als einen kleinen Ausschnitt dessen offenzulegen, was sie wissen, denken und fühlen.

    Die Figuren wirken auf den ersten Blick klischeehaft, die beneidete Klassenschönheit, die Modetussis, die geheimnisvolle Außenseiterin, doch je länger man diese Figuren begleitet, desto deutlicher wird, dass sich nicht alles auf so einfache Bausteine herunterbrechen lässt. Das Geschehen ist nicht aus der Luft gegriffen, es könnte so oder ähnlich an jeder Schule passiert sein (und ist es schon viel zu oft), und am Ende merkt man die Spuren, die das Geschehen dauerhaft bei allen hinterlässt, die in die Sache verwickelt waren. Auf diese Weise kann es auch kein echtes happy End geben, auch wenn irgendwann die Konsequenzen gezogen werden.

    Der Schreibstil ist flüssig, die sprache modern, ohne bewusst jugendlich sein zu wollen. Die kurzen Kapitel laden dazu ein, immer wieder zum Buch zu greifen, wenn gerade ein paar Minuten Zeit da sind; die meisten Kapitel sind schneller gelesen, als der Bus die Strecke zwischen zwei Haltestellen schafft.


    Fazit:

    Intensiver Blick hinter die Fassade einer nur scheinbar heilen Welt, der nachdenklich macht und dabei gut zu lesen ist. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    Klappentext:

    Der siebzehnjährige Parker ist total am Ende: Seit vier Jahren hat er nicht mehr geschlafen. Stattdessen ist er dazu verdammt, Nacht für Nacht die Träume desjenigen mitzuerleben, dem er vor dem Schlafengehen zuletzt in die Augen geschaut hat. Er durchleidet fremde Ängste, erfährt dunkelste Geheimnisse – und darf niemals selbst träumen oder schlafen. Wenn sich nicht schnell etwas ändert, wird er sterben. Da trifft er Mia, und in ihren entspannenden Traumbildern findet er endlich Ruhe. Er beginnt sie zu verfolgen, um sicherzustellen, dass er in ihren nächtlichen Visionen landet. Doch damit erweckt er ihr Misstrauen. Denn sie wird schon längere Zeit von einem gefährlichen Stalker verfolgt. Plötzlich sind sie beide in höchster Gefahr.


    Über die Autorin (Quelle: Portrait bei Random House):

    Jennifer R. Johansson lebt mit ihrer Familie mitten in der Natur. Sie hat Public Relations und Psychopathologie studiert und lässt die dabei erworbenen Kenntnisse in die Ausgestaltung ihrer Figuren einfließen.


    Persönlicher Eindruck:

    Der Protagonist berichtet als Ich-Erzähler in der Gegenwart. Auf diese Weise lassen viele Ereignisse den Leser genauso verwirrt zurück wie die Hauptfigur des Buches und machen es schwer oder unmöglich, zu unterscheiden, was wahr ist und wenn ja auf welcher Ebene.

    Gerade im Mittelteil kommt es knüppeldick für Parker, jeder Plan geht schief, und jeder scheinbare Lichtblick wandelt sich unversehens in eine noch größere Katastrophe. Dieses sich wiederholende Scheitern fordert auch den Leser, so dass sich ein Gefühl der Erlösung einstellt, wenn sich im letzten Viertel die Fäden tatsächlich zu entwirren beginnen. Von diesem Punkt an steuert das Buch dann in rasantem Tempo auf ein spannendes Ende zu.


    Fazit:

    Positiv gelungener Versuch, den Leser (fast) genauso zu quälen wie den Protagonisten. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Klappentext:

    Werden Mordopfer tatsächlich von den Angehörigen in der Rechtsmedizin identifiziert? Sind Rechtsmediziner bei der Verhaftung eines Verdächtigen dabei? Nehmen sie an der Vernehmung von Zeugen teil? Und reiben sie sich vor der Obduktion Mentholpaste unter die Nasenlöcher, damit sie den Leichengeruch überhaupt ertragen können? Szenen wie diese gehören zum Standardrepertoire von Fernsehkrimis. Doch mit der Realität haben sie nur selten etwas zu tun. Meist handelt es sich um Klischees von Vorgängen im Sektionssaal. Michael Tsokos, Deutschlands bekanntester Rechtsmediziner und vielfacher Bestsellerautor, nimmt die bizarrsten Irrtümer aufs Korn. Er erläutert die teils groben Fehler und informiert unterhaltsam und spannend zugleich über die Mittel und Methoden der Rechtsmedizin.


    Über den Autor (Zusammenfassung des Portraits im Buch):

    Michael Tsokos, Jahrgang 1967, ist Professor der Rechtsmedizin und seit 2007 Leiter des Instituts für Rechtsmedizin an der Charité und des Landesinstituts für gerichtliche und soziale Medizin. Er hat mehrere Bücher über spektakuläre Fälle der Rechtsmedizin veröffentlicht und war an der Entstehung diverser Kriminalromane als Autor, Co-Autor oder Ratgeber beteiligt.


    Persönlicher Eindruck:

    Das Buch ist aufgeteilt in 40 Kapitel, von denen jedes einen populären Irrtum über Arbeit und Gegebenheiten in der Rechtsmedizin behandelt. Häufig wird Professor Boerne aus den Münster-Tatorten als Beispiel für die Darstellung in Film und Fernsehen herangezogen, ehe der Autor aus seiner eigenen Erfahrung den jeweiligen Irrtum klarstellt. Dabei wirft er dem Leser nicht nur die Fakten hin, er begründet auch, warum es so läuft, wie es läuft, und verfolgt den Gedanken, was wäre, wenn es so wäre wie bei Boerne.

    Der Tonfall ist sachlich mit einer guten Prise Humor und Selbstironie. Das täuscht allerdings nicht darüber hinweg, dass man als Leser gut beraten ist, seinem Kopfkino einen gut erreichbaren Ausschalter zu verpassen, wenn man nicht gerade von jedem Ekel befreit ist, denn der Autor nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um Vorgänge in einer Leiche geht.

    Durch die kurzen, in sich abgeschlossenen Kapitel lässt sich das Buch gut auch häppchenweise lesen oder als eine Art Nachschlagewerk verwenden, wenn man gerade zu einem bestimmten Aspekt der Rechtsmedizin etwas nachlesen möchte.


    Fazit:

    Informativer und gut lesbarer Einblick in die Arbeit eines Rechtsmediziners, allerdings durch die Offenheit auch harter Tobak.

    Der Rechtsmediziner und Autor zieht auf mitunter selbstironische Art den Vergleich zwischen seiner Tätigkeit und der seines fiktiven Kollegen Boerne und rückt dabei 40 Dinge über Rechtsmedizin und Rechtsmediziner gerade, die wir alle aus Krimis wissen, die mit der Realität aber wenig bis gar nichts gemein haben. Zwischenfazit nach 15 von 40 Irrtümern: Lesenswert.

    Was tun, wenn die Nachbarn schon meckern, weil Brombeeren zu ihnen rüberwachsen, das Gras gegen den Zaun drückt und faulendes Fallobst allerlei Getier anzieht? Richtig, einmal richtig ranklotzen, damit man nicht am nächsten Tag auch noch aufs Freibad verzichten muss. Wenn die anderen sich auf der Liegewiese aalen, macht die Arbeit natürlich gleich noch mal deutlich weniger Freude als so schon - es sei denn, man bekommt eine Gesellschaft, die sich nicht bloß mit etwas Alibi-Arbeit das Recht erkauft, einem vom Liegestuhl aus beim Arbeiten zuzuschauen.


    Klappentext:

    Im Garten ranklotzen, während alle anderen im Freibad sind? Linus hat keine Wahl, die Nachbarn beschweren sich schon über den Wildwuchs. Da ist die unerwartete Hilfe natürlich sehr willkommen, aber trotzdem: Warum macht Annika das freiwillig?


    Etwas sommerliche Romantik, gegossen in ein Ebook, das sich ab Samstag jeder zu Gemüte führen kann. Kostenpunkt: 49 Cent, bei Amazon und im BoD-Shop kann bereits vorbestellt werden. Die zugehörige Leseprobe gibt's am gewohnten Ort.

    Auf dieses Buch bin ich über die Rezensionen hier gestoßen, die insgesamt sehr positiv ausfielen. Auch das Thema machte einen spannenden Eindruck: Der sechzehnjährige Parker geht langsam, aber sicher vor die Hunde, weil er im Schlaf andere Menschen in ihren Träumen besucht und so nicht den Hauch von Erholung findet. Das ändert sich erst, als er ein Mädchen trifft, in dessen Träumen er sich selbst schlafen legen kann. Aber damit fängt der Kampf erst richtig an, denn damit er in ihre Träume eintauchen kann, muss sie die Letzte sein, der er vor dem Schlafen in die Augen schaut.


    Nachdem ich ein knappes Drittel des Buches gelesen habe, wage ich die Prognose, dass die guten Bewertungen nicht aus der Luft gegriffen sind.

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