Beiträge von Schneemann

    Inhalt:
    Solene ist eine erfolgreiche Anwältin in Paris. Sie ist mit ihrem Leben nicht zufrieden und steht kurz vor einem Burn Out. Als sich ein Klient nach einem Gerichtsurteil das Leben nimmt, bricht sie zusammen. Auf Anraten ihres Therapeuten begibt sie sich auf die Suche nach einem Ehrenamt, um ihr wieder einen Aufgabe zu verschaffen.

    Ihre Ehrenamt führt die in den Palast der Frauen in dem sie als öffentliche Schreiberin anfängt. Sie trifft dort auf eine bunte Mischung von Frauen, die den Halt in ihrem Leben verloren haben. Die Frauen kommen aus der ganzen Welt und sind aus unterschiedlichen Gründen im Haus der Frauen gestrandet.

    Parallel dazu wir die Geschichte von Blanche Peyron erzählt, die in den 1920er Jahren in Paris spielt. Blanche hat ihr Leben der Heilsarmee gewidmet und kämpft für Frauen in Not ihn ihrer Zeit.



    Meine Meinung:
    Auch wenn das Buch mit ca. 250 Seiten relativ kurz ist, schafft es die Autorin ein sehr beeindruckendes Buch zu schreiben. Die Geschichten von Blanche und Selene sind absolut bewegend. Selene, die starke Anwältin, die durch ihre Arbeit in einem Haus für obdachlose Frauen einen neuen Halt im Leben findet und Blanche, die ihr Leben dem Kampf für die Armen widmet.

    Die Geschichten entwickeln sich langsam und mich hat sehr beeindruckt, wie es die Autorin geschafft hat, die Entwicklung besonders von Selene zu erzählen. Von ihren anfänglichen Zweifeln hin zu ihrem Weg zurück ins Leben. Blanche erleben wir als starke Kämpferin, die gegen alle Widerstände ihren Kampf für die Frauen austrägt.

    Der Schreibstil ist ruhig und angenehm zu lesen. Leticia Colombani schafft es, auf eine ruhige Art beim Leser Emotionen zu wecken und ihn mit zu reißen.



    Das Haus der Frauen ist ein absolut bewegendes Buch über die Kraft, die Helfen und Solidarität entwickeln können.

    Inhalt:
    Marseille 1940: Nancy führt zusammen mit ihrem Mann Henri ein mondänes Leben in der südfranzösischen Hafenstadt. Als die Deutschen Frankreich besetzen schließt sie sich der Résistance an und nimmt den Kampf gegen die Besatzer auf. Unter dem Namen „Weiße Maus“ wird sie zu einem gefürchteten Gegner der Deutschen und auf ihre Ergreifung wird eine hohe Belohnung ausgesetzt. Als Henri verhaftet wird, gelingt ihr die Flucht nach England, wo sie sich dem Geheimdienst anschließt. Schließlich springt sie mit einem Fallschirm über der Auvergne ab und wird zur Anführerin der lokalen Résistance.

    Meine Meinung:

    Mich hat dieses Buch absolut gefesselt. Eine Frau, die sich aus einer festen Überzeugung ganz dem Kampf gegen die deutsche Besatzung widmet, die in den eigenen Reihen gegen die Voreingenommenheit der Männer vorgeht und sich mit viel Energie und Witz zur Anführerin der Partisanen etabliert.

    Nancy ist eine sehr starke Frau, die für ihre Zeit sehr unabhängig ist und voll uns ganz zu ihren Überzeugungen steht. Sehr beeindruckend fand ich es wie sie sich gegen die Vorurteile der Männer durchsetzt, die ihr eine so wichtige Rolle im Widerstand nicht zutrauen, da sie eine Frau ist.

    Ihr Vorgehen ist nicht zimperlich. Um ihre Ziele zu erreichen geht sie über einige Leichen, aber trotzdem wirkt sie nicht übertrieben brutal oder gar machohaft. Sie spielt mit den Stärken der Frau und verschafft sich so Vorteile, die ein Mann so nie erreichen würde.

    Der Schreibstil ist angenehm flüssig und gut zu lesen. Die Charaktere werden sehr gut gezeichnet und in ihrer Entwicklung nachvollziehbar gezeichnet.

    Das Buch ist eine Leseempfehlung für alle Leser, die gerne ein spannendes Buch vor einer wahren, historischen Geschichte lesen.

    Inhalt:

    Paula hat ihren kleine Bruder Tim bei einem Badeunfall verloren. Es fällt ihr sehr schwer, mit dem Verlust umzugehen oder ihn auch nur auf dem Friedhof zu besuchen. Als sie bei einer Psychologin Hilfe sucht, rät diese ihr, den Friedhof bei Nacht zu besuchen, wenn sie voraussichtlich alle dort ist. Nach einigem Zögern setzt Paula diesen Plan um, doch sie muss feststellen, das es noch andere, nächtliche Besucher auf dem Friedhof gibt. Helmut nutzt der Schutz der Nacht, um die Urne seiner verstorbenen Lebenspartnerin Helga auszugraben. In dieser etwas bizarren Situation lernen sich Paula und Helmut kennen. Als Paula erfährt, dass Helmut plant mit der Urne nach Südtirol zu fahren, schließt sie sich ihm an und so bildet sich eine recht ungewöhnliche Reisegesellschaft.



    Meine Meinung:

    Diese Geschichte ist ungewöhnlich und ich hatte mich mehrmals gefragt, ob sie realistisch ist. Auch wenn sie wahrscheinlich etwas überzogen ist, so hat sie mich doch sehr gerührt. In diesem Buch spielt die Trauer um verstorbenen geliebte Menschen eine zentrale Rolle. Kein leichtes Thema und so sind auf Paula und Helmut von ihrem Verlust tief gezeichnet. Aber dadurch, dass sie beiden sich in einer ähnlichen Situation befinden, tut ihnen das Zusammensein sehr gut, auch wenn sie viele Lebensjahre trennt. Im Laufe den Buches merkt man, wie Paula anfängt, den Tod ihres Bruders zu verarbeiten und neuen Lebensmut zu schöpfen.

    Der Marianengrabe, der tiefste Meeresgraben der Erde, versinnbildlicht die tiefe Trauer von Helmut und Paula. Tim war sehr interessiert am Leben im Meer und so passt dieser Vergleich mit dem Marianengraben.

    Auch wenn die Geschichte zum Teil sehr ungewöhnlich ist, so ist sie doch gezeichnet von einem gefühlvollen Umgang mit dem Tod von lieben Menschen. Ein Buch, das auf seine Art Mut macht. Viele Szenen sind sogar zum Lachen, so dass die Stimmung nicht zu traurig wird.



    Ein Buch das zum Nachdenken anregt, sicherlich nicht immer leichte Kost, aber auf seine Art einfach nur schön.

    Inhalt:


    Hannes Jansen ist Anwalt in einer angesehene Kanzlei und sein aktueller Fall ist die Verteidigung des Polizisten Maik Winkler, dem vorgeworfen wird, den Senegalesen Okeke in seiner Gefängniszelle angezündet zu haben. Hannes Gegenspielerin ist die Sachverständige Sophie Tauber, die die Beweise für eine Mordanklage gegen Maik Winkler vor Gericht bringt.
    Privat sind sich Hannes und Sophie näher gekommen, ohne zu ahnen, dass sie sich vor Gericht wiedersehen werden.
    Parallel zu den Ereignissen rund um den Todesfall, macht sich Sophie auf die Suche nach ihrer Vater, der sie als Kleinkind verlassen und kommt auch der Geschichte ihrer eigenen Familie auf die Spur, die durch ihre jüdische Großmutter und ihrem Schicksal im 3. Reich geprägt ist.


    Meine Meinung


    Mich hat dieses Buch sehr beeindruckt. Das zentrale Thema in diesem Buch ist die Schuld, de Schuld von Hannes Familie in der Vergangenheit und sein Gewissen, dass in seinem aktuellen Fall massiv in Frage gestellt wird.
    Die Handlung spielt auf zwei Zeitebenen und zunächst ist nicht ganz klar, was die beiden Handlungsstränge miteinander verbindet. Die Verknüpfung ist aber sehr geschickt gewählt und logisch in de Handlung eingepasst.
    Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet und die inneren Konflikte der Protagonisten werden sehr gut herausgearbeitet. Jeder der Personen hat auf unterschiedliche Arten Schuld auf sich geladen und kämpft mit seinem Gewissen, wie er damit umgeht.


    Ein sehr lesenswertes Buch mit dem zentralen Thema Schuld und Gewissen, in der Gegenwart und der Vergangenheit.

    Inhalt:
    Auf Noorö, der nördlichen Insel von Doggerland wird am Ufer eines Sees eine Leiche gefunden. Karen Eiken Hornby, Ermittlerin bei der Polizei in Doggerland, wir von ihrem Chef gebeten die Ermittlungen zu übernehmen. Eigentlich ist Karen noch krankgeschrieben, aber aufgrund er knappen Polizeidecke aufgrund von Krankheit und Urlaub über Weihnachten, wird sie von ihrem Chef gebeten die Ermittlungen zu übernehmen. Schon nach kurzer Zeit taucht ein zweiter Toter auf.

    Meine Meinung:

    Ich habe den 1. Teil aus dieser Reihe nicht gelesen, hatte aber einige recht positive Kritiken zu diesem Buch gelesen. Mich hatte zunächst etwas irritiert, dass es sich bei diesem Doggerland um ein Phantasieland handelt, dass auf unseren Landkarten nicht zu finden ist. Aber außer diesem Umstand, handelt es sich um ein „normales“ Land in unserer Zeit und die Ereignisse, aus diesem Krimi könnten sich auch an jedem anderen Ort der Welt ereignen.

    Die Handlung ist spannend und von solider Ermittlungsarbeit geprägt. Schritt für Schritt kommt Karen zusammen mit den Polizisten vor Ort, der Lösung des Falls näher. Aber nicht nur die Ermittlungen nehmen einen breiten Raum in der Handlung ein, auch Karens Privatleben spielt eine wichtige Rolle. Das ist sicherlich Geschmackssache, aber ich mag es in Krimis, wenn man den Ermittler auch als Menschen kennenlernt. Karen wird ganz schon zwischen den Ermittlung und den Problemen ihrer Freunde hin und her gerissen.

    Die Auflösung hat sich etwas überrascht, wurde aber gut hergeleitet und für sich logisch in die Handlung ein.

    Das Buch hat mir sehr gut gefallen und besonders die Mischung aus Ermittlungsarbeit und Karens Privatleben ist sehr gelungen.

    Dieses Buch lohnt sich.

    Inhalt:
    1930: Nach dem Tod ihrer Mutter verlässt Alice Waldmann Wien und zieht nach Berlin, wo die übrigen Mitglieder ihrer Familie leben. Schon vor Jahren wurde von ihrer Großmutter Helena der Kontakt zu Alice und ihrer Mutter abgebrochen. Alice möchte jetzt den Kontakt wieder herstellen und erfahren, warum was damals zu dem familiären Bruch geführt hat. Bei ihrem ersten Besuch bei Helena erfährt Alice eine Abfuhr, es schein unmöglich den Kontakt zu der Großmutter wieder herzustellen.

    Die Übrigen Familienmitglieder, besonders ihre Onkel Johann und Ludwig scheinen deutlich zugänglicher zu sein. Sie nehmen Alice wieder in die Familie auf und schon bald entsteht die Idee, die Galerie, die sich lange Zeit im Familienbesitz befunden hat, wieder aufleben zu lassen.

    Leider werfen auf die politischen Ereignisse in Deutschland ihre Schatten voraus. Die Macht der Nazis wächst zusehends und es scheint schwer, die erste Ausstellung zu eröffnen, ohne die Sammlung des Nazianhängers Erik Wolffert zu berücksichtigen.

    Meine Meinung:

    Dieses Buch nimmt den Leser mit ins Berlin der frühen 30er Jahre. Eine Zeit politischer Umbrüche und Kämpfe. Ich hatte erwartet, dass dieses Thema hier eine größere Rollen spielen wird. Stattdessen erleben wir eine interessante Familiengeschichte, in die etwas zwanghaft die damaligen Ereignisse eingebaut werden.


    Alice als Person bleibt während der ganzen Handlung etwas hölzern und ich bin nicht richtig warm mit ihr geworden. Aber trotzdem ist es interessant, ihren Weg im Berlin der Jahre 1930 – 33 zu verfolgen. Ihre Liebe zu John, ihr Ausbildung bei einer angesehenen Fotografin und schließlich die Entscheidung, zusammen mit ihren Onkeln, die Familiengalerie wieder zu eröffnen. Die ganze Handlung wird von der Großmutter Helena überschattet, die immer als eine Bedrohung für Alice wirkt. Leider wird an den Gründen für die Ablehnung der Enkelin kaum gearbeitet.

    Ich hätte mir bei diesem Buch gewünscht, dass die Hintergründe der Zeit eine größere Rolle gespielt hätten und Charaktere etwas besser herausgearbeitet worden wären.

    Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen und so hat mir das Buch schon einige angenehmen Lesestunden bereitet. Aber ich hatte immer das Gefühl, da muss noch etwas kommen. So lässt mich das Buch etwas unzufrieden zurück.

    Inhalt:

    Agent Max Cho freut sich auf eine schöne Wanderung im Shenandoah Nationalpark zusammen mit seiner als Leichenspürhund ausgebildeten Hündin Kona. Leider sollt diese Freude nicht lange anhalten, denn schon bald zeigt die Hündin an, dass sie Leichengeruch aufgenommen hat. Max folgt ihr und zweifelt schon an den Fähigkeiten seiner Hündin, denn auf dem ersten Blick kann er nichts finden. Dann gibt der Boden unter seinen Füssen nach und er stürzt in eine Höhle mit, wie sich später herausstellt, alten Knochen. Sofort wird ein Spurensicherungsteam gerufen, das schon bald feststellen muß, dass sich an diesem Ort nicht nur 20 Jahre alte Kochen finden, sondern auch 2 frische Leichen.



    Meine Meinung:

    Dieses Buch hat mich schon auf den ersten Seiten so gefesselt, dass ich es kaum noch aus der Hand legen konnte. Die Ermittlungen gestalten sich sehr spannend und halten immer wieder Überraschungen bereit, bis hin zu der etwas überraschenden Auflösung des Falls.

    Die Charaktere, allen voran Sayer Altair, haben mir sehr gut gefallen, sie sind sehr gut gezeichnet und es macht Spaß, zusammen mit ihnen den Fall zu lösen.

    Besondere Spannung bekommt das Buch durch wechselnden Handlungsstränge, die dem Leser die Ereignisse aus unterschiedlichen Perspektiven erleben läßt. So hat man als Leser immer wieder einen Wissensvorsprung und kann so nur hoffen, dass auch die Handelnden Personen die Gefahren erkennen, bevor es zu spät ist.

    Für mich ist dieses Buch eine klare Leseempfehlung, ein gut konstruierter Thriller, interessante Charakter und dazu der fesselnde Schreibstil der Autorin - was will der Thrillerfan mehr.

    Inhalt:

    Käthe zieht zusammen mit ihren Eltern vom schönen Apfelhof ihrer Großmutter nach Berlin. Käthe liebt das Leben auf dem Land und so wirkt die große Stadt erstmal verwirrend auf sie. Ihre Eltern haben ein schönes, kleines Haus in einem Hinterhof gemietet und so geht Käthe auf Erkundung in der Großstadt.

    Zusammen mit ihrem neuen Schulfreund Theo erkundet sie die Großstadt.

    Meine Meinung:
    Dieses Buch ist einfach nur wunderschön. Eine tolle, optimistische Geschichte, sehr sympathische Charaktere und die liebevollen Zeichnungen nehmen die Handlung wunderbar auf. Meine Kinder lieben Bücher, aber besonders bunte Zeichnungen sind ihnen sehr wichtig und ihnen hat dieses Buch sehr gut gefallen.

    Die Handlung hat mir sehr gut gefallen. Sie ist so schön optimistisch. Käthe ist doch zunächst sehr verunsichert und traurig, als sie den Apfelhof verlassen muß. Aber mit ihrer fröhlichen Art findet sie schnell neue Freunde und auch die Natur ist in der Stadt gar nicht so weit, wie man immer meint. Und dann gibt es ja noch Bernadettes Guerilla-(Gorilla-)Garten...... und noch eine tolle Freundin.

    Die Geschichte ist rund, kindgerecht und bringt die Natur in die Stadt.

    Dieses Buch ist wirklich toll zum Vorlesen, aber ich denke auch Leseanfänger werden mit diesem Buch viel Spaß haben.

    Inhalt:


    Ex-Polizist Leopold „Lemming“ Wallisch ist nicht grade den neuen Medien zugewandt. So kämpft er auch damit, seinen Sohn Ben und seinen neuen Freund Mario verstehen, wenn sie über die neuen Medien sprechen. Eines Tages fahren der Lemming und Mario zusammen in der Straßenbahn. Nach einem Blick auf sein Handy springt Mario plötzlich auf, rennt an der nächsten Station aus der Tram. Der Lemming schafft es noch, noch die Verfolgung aufzunehmen und versucht den Sprung des Jungen über ein Brückengeländer zu verhindern. Vergeblich, der Junge stürzt direkt vor eine U-Bahn und ist sofort tot.


    Meine Meinung:


    Aus dieser Situation ergibt sich für Lemming ein Shitstorm im Internet, denn er gerät in Verdacht, den Jungen über das Geländer geworfen zu haben. Ohne sich im den Sozialen Medien wirklich auszukennen, wir er zum Objekt der Internetmeinung. Er verliert seinen Job, gerät unter Mordverdacht und wird zum Ziel des Hasses im Internet.
    Zusammen mit seinem Freund Polivka macht er sich auf die Hintergründe der Ereignisse. Schnell wird ihnen klar, dass Mario ein Opfer von Cybermobbing wurde und aus Verzweiflung Selbstmord beging.
    Je weiter die beiden in die Sozialen Medien einsteigen, umso mehr wird ihnen klar, wie viele Menschen unter Cybermobbing leiden.
    Mich hat die Geschichte sehr berührt. Was bringt einen Menschen dazu, Mitmenschen im Internet zu tyrannisieren und in die Verzweiflung zu treiben. Schockierend war auch der Shitstorm, der sich über den Lemming ergoss, obwohl er Marios Selbstmord eigentlich verhindern wollte. Stattdessen wird er im Internet als Täter verleumdet und schon ergießt sich eine Flut über ihn.
    In diesem Buch wird ein wichtiges Thema aufgenommen, das leider immer wichtiger wird: Die Meinungsmache im Internet.
    Dieses Buch ist aber auch ein spannender Krimi, die Ermittlungen bringen immer weitere Opfer von Cybermobbing ans Licht und der Fall zieht immer weitere Kreise.
    Ein abwechslungsreicher Kimi, zu einem sehr aktuellem und wichtigem Thema. Sehr lesenswert.



    Inhalt:



    Nadja ist eigentlich mit ihrem Leben zufrieden. Sie ist verheiratet, hat eine erwachsene Tochter, ein schönes Haus. Sie weiß, dass sie als Baby adoptiert wurde, aber das Verhältnis zu ihren Adoptiveltern ist sehr gut. Trotzdem hat sie schon immer das Gefühl, das in ihrem Leben etwas fehlt.

    Eines Morgens hört sie einen Beitrag im Radio von einer Frau, deren Stimme ihr sehr bekannt vorkommt. Irgendwann wird ihr klar, dass das ihre Stimme ist. Nadja ruft im Radio an und erkundigt sich nach der Frau hinter der Stimme und findet so ihre eineiige Zwillingsschwester.



    Meine Meinung:



    Dieses Buch nimmt ein interessantes Thema auf, nämlich das von Zwillingen, die ihren Zwilling verlieren. Meine Kinder sind Zwillinge und ich kann gut nachvollziehen, dass zwischen getrennt Zwillingspärchen eine besondere Bindung existiert und dass das auch ein Gefühl existiert, dass etwas essenzielles im Leben fehlt, wenn der Bruder oder die Schwester nicht da ist.

    Sehr spannend ist die erst Begegnung von Pia und Nadja, die beide nicht wussten, dass sie eine Zwillingsschwester haben. Im Anschluss an dass erste Treffen machen sich die beiden auf die Suche nach ihrer Geschichte und die Gründe für die Trennung.

    Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Schritt für Schritt dringen die beiden in ihre eigenen Lebensgeschichte und die ihrer Mutter ein.

    Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig zu lesen. Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet und beide Schwestern lernen wir gut mit ihren eigenen Geschichten kennen.

    Eine klare Leseempfehlung.

    Inhalt:


    Luc Valain, Kommissar in Bordeaux, ist der Sohn eines Austernzüchters im Bassin d´Arcachon. Für seinen schwerkranken Vater, der seine Zucht aufgegeben hat, hat Luc eine nächtliche Fahrt zu den Austernbänken organisiert. Doch die Fahrt ändert anders als geplant, als Lucs Vater zwei Personen findet, die an Pfähle in den Austernbänken gefesselt sind. Bei näherer Betrachtung stellt sich heraus, dass die beiden jungen Männer ermordet wurden. Ein spannender Fall liegt vor Luc.


    Meine Meinung:


    Die Besonderheit dieses Krimis ist der Lokalkolorit, der die besondere Stimmung im Süden Frankreichs aufnimmt. Man fühlt sich beim Lesen in die Region versetzt, die Menschen, die Atmosphäre in den Häfen und auf dem Meer. Auch das Gläschen Wein am Abend und ein schönes Baguette darf nicht fehlen. Leider mag ich keine Meeresfrüchte und damit auch keine Austern, aber der Autor schafft es auf jeden Fall, auch die Austern sehr schmackhaft darzustellen.


    Leider wird diese idyllische Urlaubsstimmung durch die Morde überschattet und auch durch die Fakten, die im Laufe der Ermittlungen zu Tage treten. Der Autor gewährt einen tiefen Einblick in das Leben der Austernzüchter, die Rivalitäten untereinander, die harte Arbeit und auch die wirtschaftlichen Probleme der Familienunternehmen.


    Die Handlung ist sehr spannend und durch den angenehmen Schreibstil auch flüssig zu lesen. Auch das Privatleben des Ermittler nimmt einen gewissen Raum ein, was mir immer sehr gut gefällt. Mir ist es wichtig, die Charaktere nicht nur bei den Ermittlungen beobachten zu können, sondern auch den Menschen hinter der dem Kommissar kennenzulernen.


    Ein interessanter Krimi mit viel Lokalkolorit, der Lust auf eine Reise in das winterliche Frankreich macht.

    Inhalt:

    Ally hat einen Flugzeugabsturz in einem abgelegenen Teil der Rocky Mountains überlebt. Nachdem sie festgestellt hat, dass der Pilot nicht überlebt hat, macht sie sich auf den Weg, vermeindlich zurück in die Zivilisation. Schnell wird aber klar, dass sie vor irgendjemanden flieht.
    Maggie, Allys Mutter ist geschockt von der Nachricht, dass ihre Tochter an Bord eines abgestürzten Flugzeugs war, kann aber nicht glauben, dass ihre Tochter wirklich tot sein soll. Da sie seit 2 Jahren keine Kontakt mehr zu ihrer Tochter hatte, macht sie sich auf die Suche nach dem Leben ihrer Tochter.

    Meine Meinung:

    Dieser Krimi ist absolut fesselnd und reißt den Leser direkt in die Handlung. Sehr geschickt entwickelt die Autorin ein Gefühl der unterschwelligen Bedrohung, auch wenn an anfangs noch nicht so ganz weiß, worin diese Bedrohung besteht. Während der weiteren Handlung wird diese Spannungsschraube weiter angezogen. Mir war zwar schnell klar, dass hinter den Ereignissen eine andere Geschichte steckte, als man auf dem ersten Blick dachte, die wirklichen Ereignisse haben mich doch total überrascht.
    Sehr geschickt nimmt die Autorin den Leser über die Maggie mit in Allys Vergangenheit. Zusammen mit der Mutter nehmen wir an den Nachforschungen teil, parallel dazu erleben wir Ally Flucht durch die Wildnis.
    Dieser Aufbau trägt stark zur Spannung der Handlung bei.
    Die Auflösung ist überraschend, aber gut hergeleitet und logisch nachvollziehbar.
    Die Charaktere sind sehr sympathisch und gut gezeichnet, der Schreibstil ist angenehm flüssig zu lese und kann man sich voll auf die Handlung konzentrieren.
    Dieser Thriller ist sehr spannend, voller Überraschungen und ein Pageturner.

    Inhalt:

    Süddeutschland 1518: Johann Georg Faust ist als Schausteller und Gaukler mit seinen Gefährten Greta und Karl Wagner unterwegs. Er wird von rätselhaften Lähmungen gequält und vermutet, dass das die Folgen seines teuflichen Paktes mit Tonio sind. Im ersten Teil der Reihe erlebten wir, wie Faust einen Pakt mit Tonio eingegangen ist, der, wie schnell deutlich wurden, einen Pakt mit dem Teufel eingegangen ist.
    Faust begibt sich auf die Suche nach Tonio, in der Hoffnung sich so von seiner Krankheit befreien zu können und sich aus diesem Pakt zu befreien.

    Meine Meinung:

    Dieses Buch, das sich eng an der Handlung von Goethes Faust orientiert, hat mich zeitweise etwas ratlos Sein lassen. Ich hatte eigentlich einen schönen historischen Roman erwartet und war doch etwas überrascht über die übernatürlichen Handlungen, die doch relativ weite Teile des Romans einnehmen, bis hin zum großen Show down zwischen Faust und Tonio.
    Insgesamt hat mir dieses Buch aber gut gefallen, nimmt es doch die Handlungen des Faust gut auf und entwickelt daraus einen spannenden Roman. Das Übernatürliche ist vor dem Hintergrund des Fausts zu erwarten und ist eigentlich gut in die Handlung eingearbeitet.
    Besonders gut haben mir die charakterlichen Entwicklungen der Personen gefallen, wobei sicherlich Greta die größte Entwicklung durchmacht.
    Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig zu lesen und so entsteht der Gesamteindruck eines schönen Leseerlebnisses. Ein Thema, das sicherlich keine leichte Kost ist, wird ihr zu einem spannenden Roman umgearbeitet, der so einen guten Zugang zum Thema Faust und den Kampf von Gut gegen Böse bietet.

    Inhalt:


    Paris 1929: Das amerikanische Modell Lee Miller kommt nach Paris, da sie die Seiten wechseln will. Sie will nicht mehr vor der Kamera stehen sondern als Fotografin dahinter. Um ihren Traum in Paris zu verwirklichen, bricht sie ihre Zelte in New York ab und reist nach Paris, um dort eine Karriere als Fotografin zu beginnen. Der Neustart in Paris ist nicht ganz einfach, denn sie kennt dort niemanden und versucht in der Künstlerszene Kontakte zu knüpfen. Als die den bekannten Fotografen Man Ray kennenlernt ändert sich die Situation und sie kommt ihrem Traum einen Schritt näher. Sie arbeitet zunächst als seine Assistentin, aber auch privat kommen sich die beiden näher. Schon bald entwickelt ich eine Liebesbeziehung zwischen den beiden.

    Leider wird diese schon bald von der Eifersucht Man überschattet und Lee beginnst sich ihren eigenen Weg zu suchen.


    Meine Meinung:


    Dieser Roman beruht auf dem tatsächlichen Leben von Lee Miller. Sie hat ein bewegtes Leben geführt, denn sie war nach ihrer Zeit in Paris Fotografin im 2. Weltkrieg und hat besonders zum Ende des Krieges in Europa fotografiert und dabei viele furchtbare Szenen als Fotografin festgehalten. Leider spielt diese Zeit nur eine untergeordnete Rolle. Die größten Raum nimmt ihre Beziehung zu Man Ray eine.

    Die Geschichte wird an einem Artikel aufgehängt, der den Lee viele Jahre später für die Vogue über Man Ray schreiben soll. So ist verständlich, dass daher Lees Zeit mit Man Ray die zentrale Rolle spielt. Jedoch zog sich die Beschreibung etwas. Lee macht zwar eine Entwicklung von der Assistentin zu einer eigenständigen Fotografin durch, aber insgesamt waren mir die Erzählungen zu dieser Zeit zu langatmig und zeitweise sogar langweilig. Die kurzen Einwürfe zu ihrem späteren Leben, gehen da richtig unter.

    Positiv aufgefallen sind mir hingegen die Beschreibungen der Künstlerszene in Paris in den späten 20er und frühen 30er Jahren. Die besondere Stimmung wurde sehr gut beschrieben und man bekommt einen guten Eindruck davon.

    Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und flüssig geschrieben, die Charaktere wurden gut entwickelt und die Spannungen zwischen Lee und Man sind gut nachzuvollziehen. Ich habe mir aber mehr von diesem Buch versprochen und mit fehlte etwas die Spannung.

    Inhalt:

    Berlin 1915: Ricarda Thomasius kehrt nach einigen Jahren in China mit ihrem Mann nach Berlin zurück. Das Leben in Berlin ist vom Krieg gezeichnet. Ricarda arbeitet wieder in Charité, wo sie sich um viele Kriegsverletzte kümmern muss. Sie sorgt sich auch um ihren Sohn Georg, der an der Front kämpft.

    Ihr Tochter Henny zieht mit ihrem Mann, der Halbamerikaner ist, in die USA und arbeitet dort in der Filmbranche als Ärztin. Hollywood ist grade im Aufbau begriffen und entwickelt sich langsam zum Zentrum der Filmindustrie der USA.

    Ricardas jüngere Tochter Antonia geht noch zu Schule und arbeitet nebenher im Berliner Zoo.

    Das sind die zentralen Personen, deren Leben wir in den folgenden Jahre verfolgen, durch den 1. Weltkrieg mit seinen Entbehrungen, die Nachkriegszeit in Berlin mit seinen politischen Umwälzungen, aber auch die Entwicklung der Filmindustrie in Kalifornien und die medizinischen Entwicklungen spielen in der Handlung eine zentrale Rolle.


    Meine Meinung:

    Ich kannte die Vorgängerteile nicht und musste mich erstmal in die Handlung einfinden. Aber die Zusammenhänge werden auch für Neueinsteiger in die Reihe gut erklärt und so habe ich gut in die Geschichte hineingefunden.

    Besonders gut hat mir die Einbettung der Handlung in die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Zeit gefallen. Ricarda und ihre Töchter haben für ihre Zeit ein sehr fortschrittliches geführt, und so kann man sehr gut erleben, mit welchen Problemen sie mit dem Leben als Frau in der damaligen Männerdomäne Medizin zu kämpfen hat.

    Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet und es ist sehr schön mitzuerleben, welche Entwicklungen diese Personen in der ereignisreichen Zeit nehmen.

    Der Schreibstil ist angenehm flüssig zu lesen und so kann man als Leser sehr gut in die Handlung eintauchen und sich von den Protagonisten mit in ihre Zeit nehmen lassen.

    Inhalt:


    Oberschlesien, 1928: Die Familie Sadler lebt seit mehreren Generationen auf dem Sadlerhof in Oberschlesien, nahe der polnischen Grenze. Laurenz, der jüngste Sohn der Familie hat den großen Wunsch, Musiker zu werden und studiert in Breslau. Dort trifft er auch seine große Liebe Annemarie, die ein großes Geheimnis umgibt.

    Nachdem der ältere Bruder bei einem Unfall auf dem Hof ums Leben kommt, ein weiterer Bruder war bereits im 1. Weltkrieg gefallen, muss Laurenz seine Musikerpläne aufgeben und kehrt zusammen mit Annemarie zurück auf den Sadlerhof. Laurenz, der nie Bauer werden wollte, findet ich in sein neues Leben ein, bekommt mit Annemarie 2 Kinder und schein mit seinem Leben zufrieden zu sein. Dann beginnt der 2. Weltkrieg.


    Meine Meinung:


    Das Buch beginnt sehr ruhig, und ich habe mich schon gefragt, wohin die Geschichte wohl führt. Aber mit Beginn des 2. Weltkriegs nimmt die Handlung deutlich an Fahrt auf. Aber auch schon vorher haben mir die Beschreibungen gut gefallen, wie die Politik ihre Schatten voraus wirft. Mit der Machtübernahme der Nazis kommen auch die ersten Auswirkungen auf den kleinen Ort zu, zu der Sadlerhof gehört. Die ersten Menschen beginnen die Ideologie zu leben und ihre Mitmenschen zu schikanieren. Auch auf die Familie Sadler kommt da einiges zu, denn die jüngere Tochter ist behindert und die Familie muß darum fürchten, die Tochter in ein Heim geben zu müssen.

    Mit Beginn des 2. Weltkriegs verschlimmert sich die Lage, die Versorgung wird schlechter und Laurenz wird eingezogen, um an der Front zu kämpfen. Aber auch im Familienleben kommt es zu einigen schlimmen Ereignissen.

    Besonders gut haben mir die Beschreibungen des Lebens in dem kleine Ort gefallen. Der menschliche Pfarrer, die tyrannische Frau des Bürgermeisters sind da als zentrale Personen zu nennen, die die Handlung doch sehr prägen.


    Es handelt sich bei diesem Buch um eine schöne Familiengeschichte in einer bewegten Zeit. Die Handlung spielt einerseits in einer ruhigen, ländlichen Gegend, aber ihr im Grenzgebiet waren die Auswirkungen schon schnell deutlich zu merken.

    Mir hat der Schreibstil sehr gut gefallen, schön flüssig und angenehm zu lesen. Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet und es macht einfach Spaß, sich auf diesen Roman einzulassen.

    Inhalt:

    Kommissar Van Veeteren bgeindet sich im Ruhestand und sein zentrales Problem ist die Vorbereitung seines 75. Geburtstag. Als sich ein alter Kolleg ankündigt sollen seine ganzen Pläne über den Haufen geworfen werden, denn er berichtet Van Veeteren von einem alten Fall, den sie vor 20 Jahren gemeinsam vermeintlich gelöst hatten. Damals waren 4 Menschen bei einem Brand ums Leben gekommen - alle waren Mitglieder im Verein der Linkshänder. Wie Zeugenaussagen ergaben, hat eine 5. Person an diesem Treffen teilgenommen, da diese seit der Zeit verschwunden war, ging die Polizei damals davon aus, dass er der Täter war.

    Jetzt ist die Leiche dieses 5. Teilnehmers aufgetaucht und diese Leiche ist auch auch schon seit der Zeit tot. Van Veeteren wird klar, dass er damals die falschen Schlüsse gezogen hat und dass der Täter sich noch auf freiem Fuß befindet. Das läßt ihm keine Ruhe, und er macht sich auf die Suche nach dem wahren Täter.


    Meine Meinung:

    Dieses Buch war das erste Buch von Haken Nesser und ich mußte mich erst etwas in den doch eigenen Stil des Autors einfinden. Die Handlung springt zwischen den Zeiten und ich hatte immer wieder das Gefühl, von einer Zeit in die andere geworfen zu werden. Mit der Zeit habe ich mich aber in die Handlung hineingefunden und konnte den doch sehr ruhigen Krimi genießen.

    Van Veeteren ist ein ruhiger, nachdenklicher Ermittler, der in diesem Fall zusammen mit seiner Frau in einer vergetäuschten Urlaubsreise die Ermittlung durchführt. Es ist eine ganz andere Stimmung, denn er ist kein gestresster, aktiver Kommissar, sondern ein älterer Herr, der die ganze Sache ruhig und entspannt angeht.

    Wir als Leser wissen immer schon mehr, denn wer erleben nicht nur die Ermittlungen des Ex-Kommissars sondern schlüpfen auch in die verschiedenen Perspektiven der Clubmitglieder, und so haben wir immer deutlich mehr Wissen über die Hintergründe der Ereignisse als Van Veeteren.

    Die Handlung ist sehr spannend und die Auflösung wird langsam aufgebaut, nimmt aber auch immer wieder überraschende Wendungen. Bis zum End war mir nicht klar, wer der Täter ist, die Auflösung war dann aber doch logisch und nachvollziehbar.

    Eine spannender, gut recherchierter Krimi, der eigentlich immer spannend war, aber doch auch recht ruhig ist. Ein etwas anderer Krimi, der mir aber gut gefallen hat

    Inhalt:


    Berlin 1952-57: In diesem Buch begleiten wir Silvie, die ältere der Thalheim Schwestern durch das Berlin der Wirtschaftswunderzeit. Silvie arbeitet beim Radiosender RIAS und hat dort eine eigene Sendung mit dem Namen „Stimmen“, in der sie Gespräche mit spannenden Leuten führt.

    Ihre Schwester Rieke hat sich ganz dem Kaufhaus Thalheim gewidmet und so kommt es Spannungen in der Familie als Silvies Zwillingsbruder aus der Kriegsgefangenschaft zurück kehrt und wie selbstverständlich die Kaufhausleitung übernimmt. Leider lässt sich Oskar zu Versuchen mit dem Versandhandel hinreißen, die dem Kaufhaus erhebliche Verluste bescheren.


    Meine Meinung:


    Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen. Es ist eine spannende Familiengeschichte vor dem Hintergrund des Berlins der 50er Jahre. Silvie ist eine starke Frau, die mit ihrer Idee zu einer Sendung im Radiosender RIAS sehr erfolgreich ist. Leider wird sie auch in die Entwicklungen des Kaufhauses Thalheim hineingezogen, das nach dem geschäftlichen Misserfolgs seines Bruders mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen hat.

    Besonders gut hat mir die Beschreibung der Stimmung in Berlin gefallen. Im Westen boomt das Wirtschaftswunder, der Aufbau ist im vollen Gange, die Zeit von Petticoats und Schlagern. Im Gegensatz dazu ist die Stimmung im Osten eher schlecht, der Arbeiteraufstand, die Unterdrückung der freien Meinung, all diese Entwicklungen werden in die Geschichte eingewoben.

    Die Charaktere gefallen mir sehr gut. Sie sind sehr gut gezeichnet und man hat das Gefühl, ihnen sehr nahe zu kommen. Silvie, die zu ihrem Zwillingsbruder hält, obwohl er ein ausschweifendes Leben führt und als Geschäftsführer des Kaufhauses einige Fehlentscheidungen trifft. Aber auch Rieke treffen wir wieder, die wir ja schon aus dem ersten Teil kennen. Auch wenn Silvie dieses Mal im Mittelpunkt der Handlung steht, spielt Rieke als junge Mutter, die einen Italiener geheiratet hat, eine wichtige Rolle.


    Dieses Buch ist eine Leseempfehlung, für jeden, der eine schöne Familiengeschichte mag und dabei auch eine interessante Kulisse mag.

    Inhalt:


    Im Marschland von North Carolina Anfang der 50er Jahre:

    Kya lebt mit ihrer Familie in einer einsamen Hütte mitten im Marschland. Als Kya sechs Jahre alt ist, entscheidet sich ihre Mutter dafür, ihre Familie zu verlassen. In den folgenden Jahren gehen erst die Geschwister und dann auch noch der Vater. Als junges Mädchen steht Kya alleine dar. Kaum jemand aus dem nahegelegenen Ort kümmert sich um sie, statt ihr zu helfen, wird sie nur das Sumpfmädchen genannt und nur misstrauisch als Sumpfgesindel bezeichnet. Kya ist so gezwungen, ihr Leben selbständig zu organisieren und entwickelt dabei eine sehr enge Beziehung zu der sie umgebenen Natur. Die Situation spitzt sich dramatisch zu als sie unter Mordverdacht gerät.


    Meine Meinung:


    Dieses Buch hat eine große emotionale Tiefe, die mich als Hörer wirklich sehr bewegt hat. Man leider mit Kya und fragt sich, wie dieses einsame Mädchen mit ihrer schlimmen Situation zurecht kommen soll. Allein gelassen, von den Menschen enttäuscht, entwickelt sie eine enorme Liebe zur Natur und die sie umgebene Natur. Die Beschreibungen ihrer Umgebung sind einfach nur beeindruckend, hier entsteht ein bildgewaltiges Kopfkino.

    Im Gegensatz dazu macht Kya mit den Menschen in ihren Umgebung nur schlechte Erfahrungen. Ihr Vertrauen wird enttäuscht und statt ihr zu helfen, machen sie ihr das Leben nur noch schwerer. Nur von einigen Menschen, die selber zu den Randgruppen des Ortes gehören, bekommt sie Hilfe.

    Als zusätzliche Bedrohung für Kya wird im zweiten Handlungsstrang der Todesfall von Chase behandelt und dabei wird schnell deutlich, dass die Ermittlungen auf eine Anklage hinauslaufen werden. Durch diese zweite Handlungsebene wird eine ungeheure Spannung erzeugt, denn je mehr Kya dem Leser ans Herz wächst, um so deutlicher wird, dass auf Kya eine erhebliche Gefahr lauert.

    Ich habe das Hörbuch zu diesem Buch gehört und mir hat die Sprecherin sehr gut gefallen. Sie schafft es die besondere Stimmung des Buches sehr gut an den Hörer zu übertragen. Der Lesestil ist sehr angenehm und man kann auch lange Passagen hören, ohne dass die Aufmerksamkeit nachläßt.

    Dieses Buch ist eine absolute Hör- und Leseempfehlung, Kyas Geschichte geht wirklich unter die Haut.

    Inhalt:

    Berlin 1903: Rahel Hirsch ist auf dem Weg nach Berlin, um ihre Stelle als Assistenzärztin an der Charité anzutreten. Sie ist die erst Frau, die an dieser berühmten Klinik als Ärztin arbeiten soll und hat so anfangs mit einigen Widerständen und Ablehnungen von Seiten ihrer Kollegen zu kämpfen.

    Zur gleichen Zeit tritt Barbara ihre Stelle in der Wäscherei der Charité an. Die stammt aus einfachen Verhältnissen und mit ihr erleben wir das Elend der Arbeiter in Berlin zu der Zeit. Lange Arbeitstage, schlechte Wohnbedingungen und schlecht Bezahlung, kein Wunder, dass Barbara sich der Arbeiterbewegung anschließt und für bessere Arbeitsbedingung für die Arbeiter kämpft.

    Als die beiden doch recht unterschiedlichen Frauen sich kennenlernen, schließen sie schnell Freundschaft. Zwei Frauen, die aus dem Rollebild der Frauen der damaligen Zeit ausbrechen und ihren eigenen Weg im Leben suchen.

    Meine Meinung:

    Mich haben beide Frauen sehr beeindruckt. Rahel, die sich gegen die Vorurteile ihrer männlichen Kollegen durchsetzt und es schließlich zu viel Anerkennung in ihrem Beruf bringt, und Barbara, die sich mit den schlimmen Arbeitsbedingungen im täglichen Leben abfindet, aber als für die Frauenrechte und die Arbeiterbewegung eintritt und hofft die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern.

    Interessant sind besonders die Beschreibungen des Lebens im Arbeitermilieu, aber auch die Entwicklungen in der Medizin und allgemein in der Gesellschaft. So hat mich z.B. Melli sehr beeindruckt, die sich als eine der ersten Frauen der Fliegerei widmet und dort auch erhebliche Erfolge vorzuweisen hat. Besonders eindrücklich fand ich die Beschreibung der Lebens während des 1. Weltkriegs. Das Leben an der Front, aber auch die Ereignisse in der Charité zeigen hier mal wieder, wie unsinnig alle Kriege sind.

    Insgesamt nimmt das Buch die gesellschaftlichen Entwicklungen und die Stimmungen der Zeit in Berlin des frühen 20. Jahrhunderts sehr gut auf, sehr schön erzählt anhand des Lebens der beiden doch recht unterschiedlichen Freundinnen.

    Dieses Buch ist eine Leseempfehlung für alle Leser, die gerne eine Geschichte über zwei junge Frauen lesen, die nicht dem sogenannten Mainstream folgen, sonder ihren eigenen Weg gehen und ihre Ziele und Überzeugungen leben.