Die Ergebnisse der Leserlieblinge-Wahl im BücherTreff

Beiträge von buchregal

    Eigentlich ist Vanessa Frank Leiterin der Sonderkommission Nova, aber sie wurde erwischt, als sie betrunken Auto fuhr, und ist daher suspendiert bis es eine Entscheidung gibt, wie es mit ihr weitergehen soll. Als es merkwürdige Fälle gibt, kann sie es nicht lassen und ermittelt. Im ersten Fall wurde eine exklusives Uhrengeschäft überfallen, ohne dass eine Uhr entwendet wurde. Bei dem anderen Fall wurden Geschäftsleute entführt und gegen Zahlung eines Lösegeldes wieder freigelassen. Doch in beiden Fällen haben die Opfer Geld und in beiden Fällen schweigen sie wie ein Grab. Dies Sache lässt Vanessa keine Ruhe. Sie findet eine Spur nach Chile, bei der es um illegale Organtransplantationen geht und sticht mit ihren Ermittlungen in ein Wespennest.


    Der Schreibstil von Pascal Engman hat mir gut gefallen; er weiß, wie man den Leser packt. Es gibt verschiedene Handlungsstränge, die sich erst später verknüpfen.


    Alle Charaktere sind sehr gut und lebendig dargestellt, auch wenn man nicht alle mögen muss. Vanessa Frank ist eine wirklich taffe und mutige Frau, die sich nicht ausbremsen lässt. Regeln scheinen für sie dafür da zu sein, um sie zu brechen. Trotz hat sie mir gut gefallen.


    Das Thema Organhandel ist brisant und hier gibt es Szenen, die wirklich unter die Haut gehen. Es ist schrecklich, wozu Geldgier die Menschen bringt.


    Der Handlungsverlauf ist rasant und sehr spannend, aber es ist auch bedrückend. Ein wirklich fesselnder Thriller.

    Der Finanzbeamte Florian Gerber aus Stralsund wird tot auf einer Yacht aufgefunden. Es stellt sich heraus, der Gerber bereits tot war, als er auf die Yacht gebracht wurde. Bei den Ermittlungen stellt Romy Beccare fest, dass die Yacht Gerber gehörte. Wie konnte sich ein Finanzbeamter so etwas leisten? Sie findet auch heraus, dass sich der Mann nach dem Tod seiner kleinen Nichte verändert hat. Das Mädchen starb nach einem Verkehrsunfall, weil Gaffer verhinderten, dass ihm geholfen werden konnte. Gerber wollte die Schuldigen ausfindig machen.


    Ich habe schon einige Bücher der Autorin Katharina Peters gelesen, auch aus dieser Reihe. Das Buch liest sich angenehm flüssig und die Örtlichkeiten sind sehr schön beschrieben.


    Auch die Charaktere sind gut dargestellt. Romy Beccare ist eine sympathische Ermittlerin und auch ihr Team gefällt mir gut. Die Kollegin Ruth Kranold aus Greifswald, die unterstützen soll, passt gut zu ihnen. Florian Gerber erscheint etwas zwielichtig, auch wenn seine Bekannten ihn für anständig halten.


    Es gibt eine Reihe von Hinweisen und Verdächtigen, aber dennoch kommt die Polizei zunächst nicht wirklich von der Stelle. Als sie dann einen Verdacht haben, zeigt es sich, dass der Fall komplexer ist als vermutet. Das Ende ist schlüssig und überraschend.


    Mir hat dieser spannende Rügen-Krimi wieder gut gefallen.

    Der Thriller „Qube“ ist die Fortsetzung von Tom Hillenbrands "Hologrammatica", den ich nicht gelesen habe. Wir befinden uns im Jahr 2091 in London, wo der Investigativjournalist Calvary Doyle auf offener Straße erschossen wird. Er hatte Recherchen angestellt zum Thema Künstliche Intelligenz. Die UNO-Agentin Fran Bittner ist spezialisiert auf Gefahrenabwehr; sie ermittelt in dieser Sache. Schon bald stellt sich heraus, dass man die Kontrolle über KI in einem Qube verloren hat.


    Es ist eine komplexe Geschichte, die mich nicht wirklich mitgenommen hat. Ich fand es auch nicht einfach, in die Geschichte hineinzukommen, da es doch sehr technisch ist. Es gibt so viele spezielle Ausdrücke, die es einem beim Lesen nicht einfach machen. Erzählt wird das ganze aus unterschiedlichen Perspektiven. Diese verschiedene Handlungsstränge werden zwar am Ende glaubhaft zusammengebracht, doch ich wurde von der Handlung nicht gefesselt, denn ich fand es einfach nicht spannend.


    Es gibt eine ganze Reihe von Charakteren und diese sind zwar ganz gut beschrieben, aber mir fehlte doch ein wenig die Tiefe, so dass mir niemand wirklich nahekam.


    Für mich ist dieses Buch eher SciFi als Thriller, denn den Thrill habe ich die ganze Zeit nicht verspürt.


    Hat nicht meinen Erwartungen entsprochen, ich denke das Fans von SCiFi mehr Freude an dem Buch haben.

    In dem kleinen Dorf Ochsenwang auf der schwäbischen Alb wird die betagte Ines Schneider ermordet. Schnell gibt es auch einen Verdächtigen. Es handelt sich um Ihren Pflegesohn Jo Haug, die beiden hatten kein gutes Verhältnis. Außerdem ist Jo vorbestraft und es geht das Gerücht um, dass er seine frühere Freundin vor Jahren grausam ermordet hat, was nie bewiesen werden konnte. Linn Geller übernimmt die Verteidigung von Jo Haug und geht unvoreingenommen an die Sache heran. Sie will herausfinden, was wirklich geschehen ist und das kommt bei der eingeschworenen Dorfgemeinschaft gar nicht gut an. Die hat ihre Meinung und will davon natürlich nicht abrücken.


    Dies ist der zweite Band um die Strafverteidigerin Linn Geller, den Vorgängerband „Totwasser“ habe ich noch nicht gelesen. Der Schreibstil ist flüssig zu lesen und die dörfliche Atmosphäre ist dicht und gut dargestellt.


    Es ist ein spannender Krimi, der mich von Anfang an gepackt hat. Im Laufe der Zeit gab es so viele unterschiedliche Hinweise, dass ich bis zum Schluss nicht so recht wusste, wem ich überhaupt trauen konnte.


    Linn Geller ist eine sympathische Frau und eine gute Anwältin, die sich nicht voreilig eine Meinung bildet. Sie ist beharrlich versucht die Wahrheit herauszufinden. Dabei stößt sie auf viele vorgefasste Meinungen und Geheimnisse, die man lieber unter der Decke halten möchte. Unterstützt wird sie von ihrem Freund und Kollege Götz Nowak.


    Die Spannung steigt immer mehr und das Ende ist schlüssig.


    Mich hat dieser spannende Krimi gut unterhalten.

    Während die Gäste in Clärchens Ballhaus tanzen, wird im Hinterhof die Garderobiere Adele Schmidt ermordet. Sie wurde vorher mit Chloroform betäubt. Es wird kein leichter Fall für Leo Wechsler, denn die junge Frau schien allseits beliebt zu sein. Sie war nach Berlin gekommen, um Schauspielerin zu werden. Sie lebte bescheiden, um sich den Schauspielunterricht leisten zu können. Wie aber passt das auffallende Kleid aus dem Modesalon dazu, welches sie bei ihrem Tod trug?


    Dies ist bereits der siebte Band um den Berliner Kommissar Leo Wechsler. Die Berliner Atmosphäre ist gut dargestellt, so dass man sich in die Zwanziger Jahre versetzt fühlt. Es ist eine Zeit, in der die Menschen nach langen Entbehrungen das Vergnügen suchen und doch ist auch die Gefahr zu spüren, die auf Deutschland zukommt.


    Der Schreibstil der Autorin Susanne Goga ist sehr angenehm zu lesen.


    Die Charaktere sind gut und authentisch dargestellt. Leo ist ein sympathischer Kommissar, der nicht mit einer vorgefassten Meinung an seine Fälle geht. Auch seine Kollegen fallen mir gut. Allerdings kann sich Leo dieses Mal nicht auf seinen Freund und Kollegen Robert Walther verlassen, denn der ist vollkommen neben der Spur und macht Leo sogar Vorwürfe. Daher muss sich Leo Verstärkung von der Politischen Abteilung holen. Oskar Neufeld ist fähig und passt gut in das Team.


    Neben der Polizeiarbeit erfahren wir aber auch wieder einiges Private aus Leos Familie. Nachdem Georg beim letzten Mal so in der Zwickmühle steckte, hatte er eine Entscheidung getroffen, doch das nimmt man ihm übel und Georg bekommt das zu spüren.


    Es gibt einige Verdächtige, trotzdem kommen Leo und sein Team nicht so recht von der Stelle. Ausgerechnet bei sich zu Hause bemerkt Leo dann etwas, das die Polizei dann weiterbringt und plötzlich fallen Puzzleteile an die richtige Stelle. Die Auflösung ist schlüssig und das Motiv des Täters erschreckend.


    Dieser Krimi hat mir wieder sehr gut gefallen. Er verbindet ein Stück Zeitgeschichte mit einem spannenden Kriminalfall. Lesenswert!

    Katharina ist mit ihren beiden Töchtern aus dem zerstörten Berlin nach Essen gekommen und hat Unterschlupf bei ihrer Schwiegermutter Mine gefunden. Sie schneidert Kleider und sorgt so für das Auskommen ihrer kleinen Familie. Ihr großer Traum ist ein eigenes Modeatelier. Ihr Mann gilt als vermisst und Katharina macht sich keine Hoffnungen mehr, dass Karl noch lebt, ganz anders als Mine, die fest davon überzeugt ist, dass ihr Sohn noch zurückkehrt. Als Mines Enkel Johannes auftaucht, verstärkt das Mines Hoffnungen. Das Zusammenleben unter einem Dach ist nicht immer ganz einfach.


    Dies ist der Auftaktband der Ruhrpott-Saga von Eva Völler. Es ist nicht mein erstes Buch der Autorin und wieder konnte sie mich mit ihrem Erzählstil packen. Die Atmosphäre des Ruhrpotts ist gut eingefangen, was durch den Dialekt unterstrichen wird.


    Das Leben ist in den fünfziger Jahren nicht einfach, es mangelt noch an so vielem und doch versucht man das Beste daraus zu machen. Ich bin in dieser Zeit geboren und kann mich noch an vieles erinnern.


    Die Figuren bis hin zu den Nebenfiguren sind alles individuell und authentisch gezeichnet. Jeder hat seine Eigenheiten und an manchen kann man sich reiben. Katharina wirkt manchmal etwas egoistisch, trotzdem war sie mir von Anfang an sympathisch. Sie hat einiges ertragen müssen und will für die Zukunft ein besseres Leben. Aber auch die etwas barsche Mine hat mir gut gefallen. Sie setzt sich mit aller Kraft für ihre Familie ein. Auch ihr Enkel Johannes hat viel mitgemacht, was Folgen hat, aber er mag über das Erlebte nicht reden. Er ist sympathisch und zupackend und findet Arbeit im Bergbau.


    Man bekommt einen guten Eindruck über das Leben in der Nachkriegszeit. Auch welche Probleme die Spätheimkehrer haben und was es für die Familien bedeutet, wird thematisiert. Außerdem habe ich noch einiges Neue über den Bergbau erfahren.


    Einiges am Verlauf der Geschichte war vorauszusehen, anderes hat mich doch sehr überrascht, aber auch erschüttert. Nun bin ich gespannt, wie es weitergeht.


    Ein emotionaler Nachkriegsroman, der einfach wundervoll erzählt ist und mich von Anfang an gefesselt hat.

    Die achtzehnjährige Frau zieht die Aufmerksamkeit eines mächtigen und wesentlich älteren Mannes auf sich, dem Milchmann. Sie will diese Aufmerksamkeit nicht und schon gar nicht möchte sie, dass andere Interesse an ihr zeigen. Sie behält das alles für sich. Doch schon bald brodelt in der Namenlosen Stadt die Gerüchteküche. Sie ist ungewollt interessant, genau das, was sie vermeiden wollte, denn es ist gefährlich.


    Das Buch hat ein anziehendes Cover. Ich hatte meine Probleme in die Geschichte hineinzufinden, denn die Personen haben keine Namen, die Stadt, in der sie leben, auch nicht. Alles wird umschrieben, was es schwer macht, dem Verlauf zu folgen. Erzählt wird aus der Sicht der jungen Frau, die keine Aufmerksamkeit haben will. Erzählt wird das Ganze etwas langatmig und wiederholend. Auch das trug dazu bei, dass ich nicht wirklich bei der Stange gehalten wurde. Darüber hinaus gibt es eine düstere und bedrohliche Atmosphäre, die ständig zu spüren ist.


    Ich habe mich gefragt, warum mir die Personen so fremd blieben, und glaube, dass es daran liegt, weil alle namenlos sind. Das baut schon Distanz auf. Aber auch das Verhalten der Personen sorgte nicht dafür, dass ich an irgendjemanden näher rankam.


    Das Buch hat Auszeichnungen erhalten, was mich veranlasst hat, dieses Buch zu lesen. Es geht um den Nord-Irland-Konflikt. Gut, dass ich ein wenig darüber wusste. Doch mich konnte „Milchmann“ nicht packen. Zu mühevoll war für mich das Lesen und zu wenig fesselnd war die Geschichte.


    Dieses Buch war tiefgründig, anspruchsvoll, sprachlich schwierig, daher keine leichte Lektüre. Mich hat es aber nicht gepackt.

    Nancy Wake und ihr Mann Henri Fiocca genießen das Leben in der französischen Hafenstadt Marseille. Aber dann besetzen die Deutschen Frankreich und Nancy schließt sich des Resistance an und begibt sich damit in Gefahr, um Flüchtlinge außer Landes zu bringen. Aber man ist ihr auf den Fersen und setzt ein hohes Kopfgeld für die „Weiße Maus“ aus in dem Glauben, dass man es mit einem Mann zu tun hat. Besonders der Deutsche Major Böhm will der „Weißen Maus“ das Handwerk legen. Doch Nancy nutzt ihr Aussehen als Tarnung. Dann wird Henry verhaftet und Nancy flüchtet nach England. Sie wird Agentin und kommt mit einem Fallschirm zurück in die Auvergne. Sie übernimmt das Kommando über eine 7000 Personen große Partisanengruppe. Während sie ihren Kampf ausficht, gerät ihr Mann in immer größere Gefahr.


    Diese Geschichte beruht auf Tatsachen und doch ist Nancy Wake nur wenig bekannt.


    Sie ist eine starke und mutige Frau, die unerschütterlich zu ihren Überzeugungen steht und tut, was sie tun muss. Nancy kann genauso mitfühlend wie hart sein. Sie ist eine emanzipierte Frau, die sich auch von den Vorurteilen der Männer nicht abhalten lässt und sich Respekt verschafft. Andererseits setzt sie ihr glamouröses Aussehen für ihre Zwecke ein. Sie liebt ihren Mann und versucht alles, um ihn zu retten.


    Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und die Geschichte der Agentin Nancy Wake, die wir aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt bekommen, ist spannend und hat mir gut gefallen. Lesenswert!

    Dies ist nun der zweite Band der Geschichte einer Schokoladen-Dynastie.


    Die Geschäfte laufen gut und Friedas Hochzeit mit Per Möller steht bevor. Er hat auch schon ein Haus an der Elbchaussee gekauft. Dann aber taucht Friedas Jugendliebe auf und ihre Gefühle geraten ziemlich durcheinander. Sie muss erst einmal das Vergangene abschließen, bevor sie sich auf Neues einlassen kann. Aber noch etwas belastet Frieda, denn die Nazis ergreifen die Macht und ihre Freundin Clara, die Jüdin ist, gerät in Gefahr.


    Auch dieses Buch ist angenehm zu lesen. Dennoch hat mir der erste Band etwas besser gefallen. Die Örtlichkeiten sind gut und bildhaft beschrieben, so dass man sich alles sehr schön vorstellen konnte. Die politischen Verhältnisse haben Einfluss auf das Leben der Familie.


    Die Charaktere sind sehr realistisch und individuell ausgearbeitet. Frieda hat sich weiterentwickelt. Sie ist eine starke junge Frau, aber manchmal zeigt sie auch Züge, die mir nicht so gefallen. Dann verletzt sie auch die Menschen, die es gut mit ihr meinen. Per ist ein netter und liebevoller Mann. Auch Clara ist ein sehr lieber Mensch, mit dem ich wirklich mitfühlen konnte. Dagegen ist mir Friedas Mutter Rosemarie nicht sympathischer geworden.


    Mir gefällt die Geschichte um die Familie Hannemann sehr gut und ich bin schon gespannt, wie es weitergeht.

    Der Expolizist Johnson Johnson, genannt J. J., arbeitet seit einiger Zeit als Personenschützer. In dieser Funktion begleitet er eine ältere Niederländerin auf der Zugfahrt von Kapstadt nach Johannesburg. Doch dann wird er tot neben den Gleisen gefunden. Es sieht wie ein Selbstmord aus. Bennie Griessel nimmt sich mit seinem Kollegen Cupido der Sache an. Doch die Behörden wollen den Fall als Selbstmord ad acta legen. Als ein weiterer Todesfall vertuscht werden soll, ahnt Griessel, dass es um eine sehr brisante Angelegenheit geht.


    Ich mag Deon Meyers Reihe um den Ermittler Bennie Griessel. Daher musste ich natürlich auch dieses Buch lesen und wurde von Anfang an gefesselt. Der Schreibstil von Meyer ist einfach genial.


    Die südafrikanischen Verhältnisse sind gut beschrieben. Auch wenn die Apartheit lange beendet ist, hat sich nicht so ganz viel verändert. Auch der zweite Handlungsstrang, der uns nach Bordeaux führt, ist interessant und spannend.


    Bennie ist nun schon eine ganze Zeit trocken und er will Alexa endlich einen Heiratsantrag machen, doch diese Ermittlungen kommen im dazwischen. Er ist ein fähiger Polizist, der mit Verbissenheit an seinen Fällen dranbleibt. Cupido und er sind ein gutes, eingespieltes Team.


    Der Thriller lässt sich gut und flüssig lesen. Die einzelnen Handlungsstränge werden im Laufe der Zeit gut zusammengebracht. Ständiger Wechsel der Szenen bringen Tempo in die Geschichte, die Aufmerksamkeit wird durch verschiedene Blickwinkel und eine komplexe Handlung hochgehalten. Auch die Charaktere sind gut und komplex dargestellt.


    Mir hat dieser brisante und aktuelle Politthriller wieder sehr gut gefallen.

    Nicholas Meller ist ziemlich überrascht, als er von Kommissar Thomas Rongen engagiert wird. In Köln wurde auf Polizisten geschossen; zwei wurden tödlich verletzt und ein Polizist liegt im Koma. Verdächtigt wurde der erst kürzlich aus der Haft entlassene Frank Brenner. Rongen observiert den Verdächtigen und verfolgt ihn im Alleingang, da keine weiteren Kollegen vor Ort sind. Dann ist Brenner tot und Rongen behauptet, dass er von Brenner mit einer Pistole bedroht wurde; daher habe er in Notwehr geschossen. Doch bei der Untersuchung des Tatortes findet sich keine Pistole, die Brenner zugeordnet werden kann. Zeuge gibt es auch nicht. Daher plädiert der Staatsanwalt auf Mord. Auch Meller kommt das alles etwas seltsam vor, aber er nimmt das Mandat an. Von den Kollegen hat Rongen keinen Rückhalt zu erwarten.


    Auch bei diesem dritten Band der Reihe um den Anwalt Nicholas Meller wurde ich von Anfang an wieder gepackt. Dem Autor Lorenz Stassen gelingt es vorzüglich, einen zum Schluss an der Nase herumzuführen. Man glaubt, die Verdächtigen früh ausgemacht zu haben, doch immer wieder gibt es Wendungen, die einen verunsichern. Wenn sich dann das ein oder andere bestätigt, darf man dennoch nicht sicher sein, dass die Lösung greifbar ist, denn noch im letzten Moment ergibt sich etwas, dass die Sache erst rund macht.


    Die Hauptcharaktere haben sich seit dem ersten Fall richtig gut weiterentwickelt. Meller ist inzwischen ein angesehener Anwalt, der sich für seine Mandanten wirklich einsetzt. Das tut er natürlich auch für Rongen, obwohl es in der Vergangenheit einige Konflikte zwischen ihnen gab. Für Rongen wendet er sich sogar wieder einmal an die Russen. Rongen wird von den Kollegen kaltgestellt, doch er versucht natürlich in eigener Sache zu ermitteln. Dabei verliert er aber manchmal seinen kriminalistischen Blick und macht Fehler. Irgendjemand will Rongen unbedingt als Täter sehen und schreckt daher vor keiner Grausamkeit zurück. Nina arbeitet inzwischen im Polizeipräsidium und ist auch da eine Hilfe für Nicholas.


    Dieser Fall ist ziemlich komplex und es gibt eine Verbindung zu Mellers erstem Fall. Die Spannung ist durchgängig sehr hoch, so dass man das Buch schwer aus der Hand legen kann. Ich hoffe auf weitere spannende Fälle mit Nicholas Meller.


    Lesenswert!

    Frankreich, 1938: Elaine Martin lebt mit ihrer Familie in dem kleinen Ort Coulliac. Sie hat Bienenstöcke und verkauft den Honig auf dem Markt. Dabei lernt sie Mathieu kennen. Sie sind verliebt und glücklich und denken, dass nichts dieses Glück trüben kann. Doch über Europa ziehen dunkle Wolken auf. Die Nazis machen sich überall breit und dann gibt es Krieg, der auch vor Couillac nicht halt macht. Die Stadt wird geteilt und die Liebenden können sich nicht mehr treffen. Der Conte, bei dem Elaine ihre Bienenstöcke stehen hat, leistet Widerstand und bittet Elaine um Hilfe. Auch ihre Familie schließt sich der Résistance an. Als Elaine Mathieu wiedersieht, ist alles anders zwischen den Liebenden.


    Ein weiterer Handlungsstrang spielt in der jetzigen Zeit. Abi hat bei einem Unfall ihren Mann verloren und versucht, ihr Leben in den Griff zu bekommen. Bei einem Urlaub in Frankreich erfährt sie von Elaines Geschichte.


    Ich mag den Schreibstil der Autorin Fiona Valpy und mit „Jahre der Hoffnung“ konnte sie mich auch wieder packen. Ich mag es, wenn Romane auf unterschiedlichen Zeitebenen spielen. Die historischen Begebenheiten wurden von der Autorin wieder sehr gut mit der fiktiven Geschichte verknüpft.


    Die Charaktere sind sehr gut und lebendig beschrieben. Ich konnte mich gut in sie hineinversetzen und mit ihnen fühlen. Aber nicht alle sind sympathisch. Besonders gut hat mir Elaine gefallen, die sympathisch und sehr mutig ist. Es ist eine Zeit des Misstrauens, in der Elaine trotz aller Gefahr sich für die Freiheit einsetzt. Mit ihren Bestrebungen ist sie nicht alleine. Viele der Franzosen sind ungeachtet der Gefahr in der Résistance aktiv.


    Mir hat diese gefühlvolle und tiefgründige Geschichte wirklich gut gefallen.

    Der Generalstaatsanwalt beauftragt Wisting mit einer heiklen Ermittlung. Der Spitzenpolitiker Bernhard Clausen ist vor kurzem an einem Herzinfarkt gestorben. Doch in seinem Wochenendhaus wurde eine große Menge Geld in Umzugskartons gefunden. Die Kartons standen mitten im Haus in einem fensterlosen Raum. Woher stammt dieses Geld? Handelt es sich um die Beute aus einem Raubüberfall, der vor fast zwanzig Jahren geschah? Zeitgleich ist Adrian Stiller auf der Suche nach dem Täter von einst, der spurlos verschwunden ist.


    Dies ist der zweite Band aus der Reihe im Kommissar Wisting, der Cold Cases klären will. Daher verläuft die Krimi-Handlung relativ ruhig, was mir aber auch gut gefällt. Der Schreibstil von Jørn Lier Horst lässt sich angenehm lesen.


    Die Charaktere sind gut und authentisch dargestellt. Wir dürfen den sympathischen Wisting sowohl bei seiner Arbeit begleiten, als auch sein Privatleben kennenlernen. Er möchte seine Fälle klären und ist daher hartnäckig bei der Ermittlung. Ich mag auch seine Tochter, die Journalistin Line. Stiller ist so ganz anders als Wisting.


    Auch dieser Krimi, der wirklich gut konstruiert ist, konnte mich wieder überzeugen. Wenn es auch recht ruhig zuging, so gab es viele Wendungen, die die Spannung hochhielten.


    Ein überzeugender Krimi.

    In der Nähe von Edinburgh wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Nachdem man zunächst dachte, dass es sich um einen natürlichen Tod handelt, muss man dann feststellen, dass sie vergiftet wurde. Kurz darauf gibt es eine weitere Tote, die ebenfalls durch Gift starb. Hängen die beiden Fälle zusammen? DI Callanach und DCI Turner machen sich auf die Jagd nach dem Täter.


    Dies ist der dritte Band aus der Reihe und auch er konnte mich fesseln, genau wie die Vorgängerbände. Es gibt immer wieder Wendungen, die die Spannung hochhalten. Auch die unterschiedlichen Perspektiven sorgen dafür, dass es spannend ist. Allerdings hat der Klappentext wieder einmal zu viel verraten. Der Mörder gefällt sich in der Rolle des Begleiters bei der Trauer der Hinterbliebenen.


    War mir Luc Callanach im ersten Band nicht gleich sympathisch, gefällt er mir inzwischen wirklich gut. Auch Ava ist eine sympathische Person. Beide haben es neben den Mordfällen auf noch mit ihren privaten Problemen zu tun. Ich hatte es Luc gegönnt, dass er endlich mal zur Ruhe kommt und die Vergangenheit hinter sich lassen kann. Doch dann taucht seine Mutter auf, die ihn im Stich gelassen hatte, als er ihren Rückhalt geraucht hätte. Ava kann nicht glauben, dass ihr ehemaliger Boss Chief Begbie Selbstmord begangen haben soll.


    Nach und nach ergibt sich aus den einzelnen Handlungssträngen ein Gesamtbild. Am Ende ging es mir dann fast ein wenig zu schnell. Trotzdem hat mich dieser spannende Thriller wieder gut unterhalten.

    Der Erste Weltkrieg hat große Not über den Kontinent gebracht. Die politischen Verhältnisse sind 1933 immer noch nicht stabil und die wirtschaftliche Lage sieht auch düster aus. Selbst die Reedereifamilie Nieland in Hamburg bekommt das zu spüren und die Hetze der Nationalsozialisten macht auch vor ihnen nicht halt. Hilde Timmlein, die Modeberaterin einer bekannten Sängerin ist, leistet Widerstand gegen das Regime und sie ist in den jüngsten Nieland-Spross verliebt. Hat diese Liebe eine Chance?


    Dies ist der zweite Band der Familien-Saga. Auch wenn ich den Vorgänger nicht gelesen habe, konnte ich mich doch problemlos in die Geschichte hineinfinden.


    Der Schreibstil der Autorin Charlotte Jacobi ist gut und flüssig zu lesen. Sie schafft es, uns in die Zeit hineinzuversetzen, die düstere Schatten vorauswirft.


    Die Charaktere sind sehr gut und lebendig gestaltet. Die Freundinnen Sophie und Anna leben mit ihren Familien in der Villa der Nielands. Gudrun Nieland ist inzwischen 80 Jahre alt und hält die Zügel in der Hand. Sophie ist die Mutter von Hilde. Hilde geht mit ihren Aktivitäten große Risiken ein und bringt sich in Gefahr. Anna ist mit dem Juden Gideon verheiratet und hat eine Tochter namens Leni. Die Frauen sind allesamt starke Persönlichkeiten, die versuchen ihren Weg zu gehen. Gideon hat mit Leni Hamburg verlassen und erwägt, nach Palästina auszuwandern. Daneben gibt es noch eine Reihe von weiteren Personen, von denen nicht alle sympathisch sind.


    Mir hat dieser Roman gut gefallen und ich bin gespannt, wie die Geschichte weitergeht. Ich kann das Buch nur empfehlen.

    Selbst wer mit Malerei nicht viel am Hut hat, dem ist der Maler Raffael ein Begriff und auch die Sixtinische Madonna ist sehr bekannt.


    Raffael Sanzio wächst bei seinem Onkel auf, der schon früh das besondere Talent seines Neffen erkennt. Raffael möchte die Werkstatt seines verstorbenen Vaters übernehmen, doch die politischen Verhältnisse machen ihm einen Strich durch die Rechnung. Er muss fliehen und gelangt nach Siena, wo er die schöne Bäckertochter Margherita kennen- und lieben lernt. Sie wird seine Inspiration. In Rom erwirbt er sich Anerkennung und wird zu einer Art Star. Aber er verstrickt sich dort auch in die Intrigen und Machtspiele.


    Dem Autor Noah Martin gelingt es ganz wundervoll, uns in die Zeit der italienischen Hochrenaissance zu entführen. Sprachlich ist das Buch sehr ausgefeilt; es lässt sich wundervoll lesen. Das Cover des Buches ist ein echter Hingucker. Gut gefallen hat mir auch das Personenverzeichnis und ganz besonders die Karte von Italien um 1500.


    Die Personen und die wechselhafte Zeit sind gut beschrieben, so dass man sich gut in alles hineinfinden kann.


    Raffael Sanzio ist eine interessante Persönlichkeit. Er macht aufgrund seiner Begabung schnell seinen Weg. Dennoch habe ich bei ihm nie die Besessenheit verspürt, die anderen Malern nachgesagt wird. Nur Margherita löst Leidenschaft in ihm aus. Seinen Freund Daniele mochte ich auch sehr gerne. Er ist ein aufrichtiger und wahrhaftiger Priester, was ihnen jenen Zeiten nicht so selbstverständlich ist, wie man am ausschweifenden Leben des Papstes und seinem Umfeld sehen kann. Natürlich sind auch weitere berühmte Personen dieser Zeit dabei.


    Ich habe noch einiges über die Zeit und die Malerei gelernt, und es war trotz der vielen Seiten bis zum Schluss fesselnd.


    Ein grandioser Debüt-Roman.

    Die Kunststudentin Alice Waldmann kommt 1930 von Wien nach Berlin, weil sie von ihrer Großmutter Helena Waldmann wissen will, warum diese Alices Mutter aus der Familie ausgeschlossen hat und es keinen Kontakt mehr gab. Ihre Großmutter ist nicht sehr erfreut. Trotzdem sucht Alice Kontakt zu ihrer recht großen Familie. Sie kommt bei ihrer Tante Rosa unter. Ihr gefällt die Berliner Kunstszene und sie entdeckt das Fotografieren für sich. Sie beschließt in Berlin zu bleiben. Mit ihren Onkeln will sie die Galerie der Familie am Potsdamer Platz wiedereröffnen.

    Die Autorin Alexandra Cedrino ist die Enkelin von Wolfgang Gurlitt und kennt sich in der Kunstszene aus. Immer wenn es um Kunst ging, konnte man das spüren. Dies ist der Auftaktband der Galeristinnen-Trilogie.

    Ich kam zu Anfang nicht so richtig in die Geschichte hinein und kann nicht einmal genau sagen, warum das so war. Dabei ist es eine interessante und schillernde Zeit, aber man spürt auch schon den Einfluss der Nationalsozialisten.

    Die Charaktere blieben mir zu blass, so dass ich nicht wirklich mitfühlen konnte. Auch das Verhalten einiger Personen konnte ich einfach nicht nachvollziehen.

    Das Aufeinandertreffen von Alice und ihrer Großmutter versprach Spannung, aber die Konflikte wurden erst sehr spät und dann nur recht kurz abgehandelt.

    Meine Erwartungen an dieses Buch waren wohl zu hoch, so dass ich nicht wirklich überzeugt bin. Ich wurde nicht gefesselt und hoffe, dass sich die Geschichte im zweiten Band noch steigert.

    Die Brüder Josef und Carl Klein wollen nach Amerika auswandern. Doch ein Unfall verhindert, dass Carl ein Einwanderungsvisum bekommen kann. Also kommt Josef alleine nach Amerika, nennt sie Joe und schlägt sich irgendwie durch. Er ist Hobbyfunker und interessiert sich für Technisches. Dann findet er Arbeit in einer Druckerei. Er gerät an die falschen Leute und findet sich plötzlich in einem Spionagenetzwerk wieder. Als er die Sache beenden möchte, ist es schon zu spät. Dann wird er verhaftet und landet im Gefängnis. Er erhält eine Nachricht aus der Heimat, nachdem der Stern in einer Reportage über die Spionagetätigkeiten in Amerika berichtet hat, in dem auch Joe erwähnt wird. 1949 kommt er zurück und lebt bei seinem Bruder in Neuss. Da er sich nicht willkommen fühlt, zieht es ihn dann nach Südamerika.

    Die Autorin hat die Geschichte ihres Großonkels als Grundlage für ihren Roman genommen. Der Schreibstil ist gut zu lesen. Die Zeiten wechseln immer wieder, aber die Kapitelüberschriften geben an, wo und wann die Handlung gerade spielt.

    Josef Klein ist ein getriebener Mensch, der nirgendwo richtig ankommt und heimisch wird. Auch Amerika ist nicht das gelobte Land, das er sich erträumt hat. Auch bei seinem Bruder in Neuss kommt er nicht wirklich an. Daher zieht es ihn dann Nach Südamerika. Ich finde, dass er eine tragische Figur ist. Ich wurde die ganze Zeit nicht wirklich warm mit ihm.

    Das Buch zeigt noch einmal einen anderes Aspekt, als die Bücher, die ich bisher über jene Zeit gelesen habe. Es gab einiges, dass mir so nicht bekannt war.

    Ein interessanter Roman, der mich aber nicht hundertprozentig überzeugen konnte.

    Die erfolgreiche Anwältin Solène wird vollkommen aus der Bahn geworfen, als ihr Mandant sich nach dem Urteil zu Tode stürzt. Ihr wird bescheinigt, dass sie unter einem Burnout leidet. Ihr Therapeut empfiehlt ihr, sich ehrenamtlich zu engagieren, um sich aus dem Focus zu nehmen. Doch Solène mag kaum ihre Wohnung verlassen, geschweige denn mit jemandem kommunizieren. Doch dann sieht sie eine Anzeige „Öffentlicher Schreiber gesucht“. Sie beschließt, die Herausforderung anzunehmen, da sie davon ausgeht Behördenbriefe schreiben zu müssen. So kommt so ins „Haus der Frauen“. Doch die Frauen haben viel Schlimmes erlebt und es braucht Zeit, Vertrauen zu fassen. Solène wird mit sehr persönlichen Dingen konfrontiert. Indem sie den Frauen hilft, findet sie auch wieder zu sich selbst.

    In einem weiteren Handlungsstrang erfahren wir etwas über Blanche Peyron, die sich noch sehr jung der Heilsarmee verschrieben hat. Dort lernt sie auch ihren Mann kennen, der sie in ihren Bemühungen, den Ärmsten der Armen zu helfen, unterstützt. Sie steckt alle ihre Kraft in diese Arbeit und macht auch weiter, wenn sie krank ist. Die Begegnung mit einer jungen Frau und ihrem Baby bringt sie dazu, besonders den Frauen helfen zu wollen. Sie geht große Risiken ein, um den „Palast der Frauen“ zu gründen. Wortgewaltig überzeugt sie die Franzosen, die zuerst nichts von der Heilsarmee wissen wollten.

    Schon mit ihrem Buch „Der Zopf“ konnte mich die Autorin Laetitia Colombani überzeugen, daher musste ich auch dieses Buch unbedingt lesen. Ihr Schreibstil ist gut zu lesen.

    Die Charaktere sind gut und authentisch beschrieben. Jede Person hat ihre ganz besonderen Eigenschaften.

    Solène hat sich immer gefügt, ihren Eltern bei der Berufswahl, im Freund Jérémy bei der Gestaltung des Privatlebens. Immer hat sie ihre eigenen Wünsche zurückgestellt und sich eingeredet, dass es so schon richtig ist. Erst ihr Zusammenbruch zeigt ihr, dass sie etwas in ihrem Leben ändern muss. Doch erst die Begegnung mit den Frauen, die alle etwas Furchtbares erleben mussten, gibt ihr die Kraft, ihren eigenen Weg zu gehen.

    Aber auch Blanche ist eine starke Frau, die sich selbst nicht so wichtig nahm, sondern ihr ganzes Leben sich um die Armen gekümmert hat. Ihr wichtigstes Projekt zieht sie durch, obwohl die Krankheit an ihr Zehrt. Zum Glück hat sie einen Mann, der sie immer unterstützt und auf den sie sich verlassen kann.

    Obwohl die beiden Handlungsstränge nebeneinander herlaufen, haben sie doch etwas miteinander zu tun. Das Haus der Frauen, in dem die fiktive Solène ihren Weg findet, wurde von der realen Blanche gegründet.

    Mich hat das Buch wirklich gepackt und ich kann es nur empfehlen.

    Paris 1940: Die junge Estella Bissette arbeitet mit ihrer Mutter Jeanne im Atelier von Monsieur Aumont. Es ist ihr großer Traum, selbst einmal eine Kollektion zu entwerfen. Doch der Krieg macht sich auch in Frankreich bemerkbar. Die Menschen fliehen Richtung Süden. Paris ist nicht mehr das, was es mal war. Nachdem Estella abends aus war, findet sie auf dem Heimweg Monsieur Aumont blutüberströmt auf einer Bank. Er gibt ihr ein Päckchen und fordert sie auf, es zum Théâtre du Palais-Royal bringen. „Tu es für Paris.“ Sind seine letzten Worte. So begegnet sie dem geheimnisvollen Alex Morgan. Doch dann muss sie fliehen. Sie kommt nach New York und möchte ihren nun ihren Traum wahr werden lassen. Sie will eine berühmte Modedesignerin werden. Dann begegnet sie Alex wieder, doch er ist in Begleitung einer Frau, die Estella verblüffend ähnlichsieht.

    In einem weiteren Handlungsstrang, lernen wir Estellas Enkelin kennen. Fabienne liebt ihre Großmutter sehr und soll das Modeimperium übernehmen. Als ihr Vater stirbt und dann auch noch eine Beziehung in die Brüche geht, wird sie von Estella kurzerhand nach Paris geschickt. Hier begegnet sie Will.

    Der Schreibstil der Autorin Natasha Lester liest sich sehr schön flüssig. Ich bin gerne in diese Geschichte eingetaucht, die abwechselnd aus der Sicht von Estella und Fabienne erzählt wird. Dabei gibt es durchaus einen tragischen Hintergrund, den ich aber hier nicht verraten möchte.

    Die Charaktere haben mir gut gefallen. Estella ist eine sympathische junge Frau, die Träume hat. Aber die Zeit ist schwierig und durch ihre Verbindung zur Resistance gerät sie in Gefahr. Jeanne sorgt dafür, dass Estella auf ein Schiff nach New York kommt. Dort lernt sie den reichen Sam kennen. Estella macht sich aber immer Sorgen um ihre Mutter.

    Es ist eine Geschichte, die sich um Mode und die Liebe dreht, wobei das Schicksal Es der Liebe schwer macht. Aber es gibt auch Geheimnisse, die erst so nach und nach aufgedeckt werden. Es ist also unterhaltsam und spannend. Lesenswert!