Beiträge von buchregal

    Statt den Heiratsantrag des Vikars Heinrich Grohe anzunehmen, entschließt sich Minna Reventlow, genannt Mimi, als Wanderfotografin ihr Glück zu machen. Ihr Onkel Josef war ihr immer ein Vorbild und nun will sie den Menschen mit ihren Fotografien Schönheit schenken. Es ist nicht leicht für sie, sich in dieser männerdominierten Branche durchzusetzen, aber ihr eiserner Wille und ein Quäntchen Glück sorgen dafür, das ihr Name schnell bekannt ist. Doch dann erreicht sie ein Brief der Mutter, dass ihr geliebter Onkel ziemlich krank gewesen ist und Unterstützung braucht, bis er wieder auf den Beinen ist. Mimi macht sich auf den Weg nach Laichingen auf der schwäbischen Alb. In Ulm begegnet sie Hannes, der mächtig Eindruck auf sie macht. Aber sie muss weiter zu ihrem Onkel.

    In Laichingen erkennt sie, dass es ihrem Onkel sehr viel schlechter geht als angenommen. Daher beschließt sie, sein Fotoatelier wieder zu öffnen und eine Weile zu bleiben, bis ihre Mutter die Zeit findet, sich um ihren Bruder zu kümmern.

    Die Autorin Petra Durst-Benning hat einen sehr angenehm zu lesenden Schreibstil, mit dem sie die Bewohner und das Leben in Laichingen sehr lebendig werden lässt. In dem Ort leben alle von der Leinenweberei, die Männer in der Fabrik und die Frauen besticken die Wäscheteile zu Hause. Alle sind abhängig von Herrmann Gehringer, dem die Fabrik gehört. Traditionen gelten viel in Laichingen, wenn der Vater Weber bei Gehringer ist, wird es der Sohn auch. Trotzdem herrscht unter den Weberfamilien bittere Not, so bleibt keine Zeit für Freude und keine für Trauer und schon gar keine für Träume, außer man schließt diese Träume fest in sein Herz ein.

    Es gibt einige Aufregung als Mimi im Ort auftaucht und sich so gar nicht duckmäuserisch verhält. Aber sie ist eine selbständige Frau, die schon sehr früh selbständig war, da ihre Mutter Amelie immer damit beschäftigt war, sich um Notleidende zu kümmern und kaum Zeit für ihre Tochter hatte. Mimi wusste schon immer, was sie wollte, und wurde von ihren Eltern dabei unterstützt. Als sie das Atelier ihres Onkels wieder öffnet, erzeugt sie unterschiedliche Reaktionen. Was dem einen zu fortschrittlich, sorgt bei anderen für ganz neue Ideen und Hoffnungen.

    Mimi ist eine sehr sympathische und starke Frau. Sie setzt sich über Widerstände hinweg, aber sie ist auch mitfühlend und hat einen besonderen Blick für andere Menschen. Auch die anderen Personen sind interessant und vielschichtig. Es gibt einige, die man von Anfang an mag und andere, die man am liebsten auf den Mond schießen würde.

    Das Ende ist offen und macht neugierig auf den nächsten Band dieser Reihe. Auf ihn bin ich jetzt schon sehr gespannt.

    Das Buch hat mir sehr gut gefallen und ich kann es nur empfehlen.

    Es liegen so wenige Jahre zwischen der Neueröffnung des aufwendig umgebauten Kaufhauses Thalheim & Weisgerber und dem Ende des Krieges, als eben dieses Kaufhaus nur noch eine Ruine ist. Der Krieg ist zu Ende, doch es fehlt an allem und die Menschen hungern. Aber da ist auch die Hoffnung auf bessere Zeiten und der Hunger das nachzuholen, was in den letzten Jahren nicht möglich war. Auch bei den Thalheims hat der krieg Spuren hinterlassen. Friedrich Thalheim und sein Sohn Oskar werden vermisst. Die Wertheims mussten schon früh Deutschland verlassen. Nun werden auch noch die restlichen Familienmitglieder von den Russen aus ihrer Villa vertrieben. Sie können nur wenig mitnehmen, aber zwei Nähmaschinen bilden die Grundlage für einen Neuanfang. Die älteste Tochter Rike will das Kaufhaus wiederaufbauen.

    Mit diesem Buch startet die 50er-Jahre-Trilogie der Autorin Brigitte Riebe. Wieder einmal bin ich begeistert von dem fesselnden und authentisch Schreibstil der Autorin.

    Auch die Personen sind sehr gut und lebendig beschrieben. Rieke setzt trotz der schweren Arbeit als Trümmerfrau alles daran, das Kaufhaus wiederaufzubauen. Unterstützt wird sie von ihrer Freundin Miriam. Aber ihre Schwestern Silvie und Florentine haben ihre eigenen Vorstellungen vom künftigen Leben. Dann kommt Friedrich zurück, der seine Tochter nicht ernst nimmt. Daher interessiert es ihn auch nicht, woher die Mittel für das Geschäft kommen

    Es ist interessant und spannend in jene Zeit nach dem Krieg einzutauchen. Die Not ist immer noch groß, aber der Schwarzhandel blüht. Es ist aber auch eine Zeit, in der die Frauen anpacken mussten, da viele Männer im Krieg geblieben oder in Gefangenschaft waren. Es war nicht einfach für sie, bot ihnen aber auch die Möglichkeit, sich zu emanzipieren und ihren Weg zu gehen. Die Währungsreform kommt und Westberlin wird abgeschnitten von den westlichen Zonen Deutschlands. Es ist nur den Rosinenbombern zu verdanken, dass die Menschen überleben können.

    Mir hat dieser historische Roman gut gefallen und ich bin schon gespannt auf die Folgebände.

    Brandon lädt nach dreißig Jahren zu Halloween zehn frühere Freunde zu sich ein. Er hat einen Glasbungalow, der auf einem Felsplateau umgeben von Wald liegt. Dort soll die Party steigen. Schon das ist etwas gruselig, aber der Gastgeber ist auch sonst ziemlich merkwürdig, denn die Gäste müssen ihre Handys abgeben. Spätestens das wäre für mich der Zeitpunkt gewesen, schnellstens die Flucht zu ergreifen. Doch die Zehn lassen sich auf diese Bedingungen ein und schon geht der Schrecken für sie los, denn Brandon wird von einem herunterstürzenden Kronleuchter erschlagen.


    Es ist von Anfang an spannend. Brandon ist ein wenig wunderlich. Er will ein Revival der damaligen Party, von der er ziemlich plötzlich verschwand. Doch was ist damals passiert? Brandon konnte man nicht mehr fragen, denn der hat sich unfreiwillig verabschiedet. Doch es ist von Anfang an klar, dass sich unter den Freunden ein Mörder befindet, der die Darbietung von Brandon für seine Zwecke genutzt hat. Es geht dann weiter wie bei den „Zehn kleine N….“, einer nach dem anderen wird getötet. Aber was ist das Motiv? Lange bleibt das unklar. Es ist natürlich auch nicht möglich, sich nach Brandons Tod von dieser Party zu verabschieden, denn natürlich kommt man von diesem gruseligen Ort nicht so ohne Weiteres weg.


    Über die Freunde und ihre Beziehungen untereinander erfährt man so nach und nach aus unterschiedlichen Perspektiven mehr. Wichtig sind dafür die Rückblicke, wodurch man die Personen besser kennenlernte. Ein wenig mehr Tiefe hätte ihnen nicht geschadet. Und doch…


    Es bleibt undurchschaubar und spannend.


    Es ist ein mörderisches Spiel, das hier inszeniert wurde. Das Ende war zwar unvorhersehbar, aber auch nicht ganz überzeugend. Schade!

    Die Schriftstellerin Martha Gellhorn ist dabei, ihren zweiten Roman zu veröffentlichen, da begegnet sie dem charismatischen Ernest Hemingway, der als Schriftsteller schon sehr bekannt ist. Sie ist fasziniert von diesem Mann, der aber noch verheiratet ist. Mit ihm reist sie nach Spanien, um sich als Kriegsreporterin einen Namen zu machen. Sie wird dann auch seine dritte Ehefrau. An seiner Seite wird der Grundstein für ihre Karriere gelegt, aber es ist Hemingway, der immer erfolgreicher wird. Martha ist ein Freigeist, sie ehrgeizig und sie muss eine Entscheidung treffen. Will sie nur als Ehefrau eines erfolgreichen Schriftstellers wahrgenommen werden? Was als große Liebe begonnen hat, wird zunehmen zu einem zermürbenden Kampf.


    Dieser Roman beschreibt aus der Ich-Perspektive die Lebensgeschichte von Martha Gellhorn.


    Hemingway hat mir immer als Schriftsteller imponiert, als Person weniger, denn er ging egoistisch seinen Weg und hatte eine Menge Fehler. Die wesentlich jüngere Martha ist von diesem Mann fasziniert, aber mit der Zeit musss sie feststellen, dass sie neben ihm keine berufliche Zukunft haben kann. Sie will sich nicht einengen lassen, aber die damalige Zeit macht es Frauen nicht einfach, sich selbst zu verwirklichen. Es kommt zu ständigen Streitereien und Machtkämpfen. Beide sind starke und ehrgeizige, wenn auch nicht unbedingt sympathische, Personen, die ihren Weg gehen wollen, ohne Rücksicht und ohen Kompromisse zu schließen. Obwohl Martha Ernest eine Zeitlangentgegenkam, machte er es ihr nicht leicht mit seiner fordernden Art. Es konnte auf Dauer nicht gutgehen und so scheitert die Ehe auch nach einigen Jahren.


    Martha Gellhorn ist eine mutige Frau, die sich als Kriegsreporterin einen Namen gemacht hat, aber ich glaube, dass sie den Kick der Gefahr auch brauchte, denn sie geht viele Risiken ein.


    Die Autorin verbindet in diesem Roman geschickt Fakten und Fiktion. Der Schreibstil ist lebendig und gut zu lesen.


    Mir hat das Buch über eine ungewöhnliche Liebesbeziehung gut gefallen.

    Es ist ein düsterer und etwas unheimlicher Roman, den uns die Autorin Susanne Röckel mit dem Buch „Der Vogelgott“ präsentiert. Erzählt wird in vier Teilen die Geschichte der Familie Weyde. Der Vater und seine drei Kinder haben zu unterschiedlichen Zeiten und auf unterschiedliche Art Begegnungen mit dem Vogelgott.

    Im Prolog erleben wir den Vater Konrad, der Hobbyornithologe ist. Er hat sich in die Berge begeben, um Wanderfalken aufzuspüren. In dieser unwirklichen Gegend sieht er riesige unbekannte Vögel. Was geschieht mit ihm, als er sich ihnen nähert? Er spricht nie darüber.


    In den weiteren drei Teilen berichtet jeweils eines der drei Kinder, die auch auf ihre Weise von Vögeln fasziniert sind.


    Thedor bricht sein Medizinstudium ab und geht nach Afrika, um ein Hilfsprojekt zu unterstützen und erlebt dort verwirrende Dinge, die ihn fast um den Verstand bringen und er landet im Sanatorium. Thedors Schwester Dora ist angehende Kunsthistorikerin, die auf ein übermaltes Bild stößt; unter dem Madonnenbild werden schreckliche Gestalten sichtbar. Der Journalist Lorenz will Albträumen bei Kindern auf den Grund gehen.


    Über allem liegt der Mythos eines Vogelgottes, der jedes der Familienmitglieder fasziniert. Es herrscht die ganze Zeit eine bedrohliche Atmosphäre, obwohl eigentlich nichts Dramatisches passiert. Die Geschichte ist unheimlich und man spürt eine unterschwellige Angst.


    Es ist ein irritierender Roman, den wohl jeder auf seine eigene Weise interpretieren kann. Man muss sich auf dieses Buch einlassen können.


    Eine schauerliche Geschichte.

    Der Vater ihres sechsjährigen Sohnes Jacob hat Karen Neulander einst das Herz gebrochen. Jetzt ist sie beruflich erfolgreich und alleinerziehende Mutter. Dann aber schlägt das Schicksal zu und sie erfährt, dass sie bald sterben muss. Sie muss eine Entscheidung treffen und das fällt ihr nicht leicht. Aber ihr Sohn möchte, dass sein Vater Teil ihres Lebens wird.

    Die Geschichte wird aus der Perspektive von Karen erzählt und so ist man hautnah an ihr dran. Ich konnte ihre Ängste und Traurigkeit, ihre Verzweiflung und Wut spüren, aber auch ihre Sorgen um den Sohn.

    Karen schreibt ihre Geschichte für ihren Sohn auf, sie erzählt ihm alles über ihr Leben und beschönigt nichts. Sie erzählt ihm darin, wie sein Leben weiter verlaufen wird, wenn sie nicht mehr da ist. Karin liebt ihren Sohn sehr, er ist das Wichtigste auf der Welt für sie. Es ist so schwer für sie loszulassen. Jacob sehnt sich nach seinem Vater und so schwer es ihr auch fällt, sie macht sich auf die Suche nach Dave. Doch wie wird er reagieren?

    Es ist ein sehr emotionales Buch, das mich von Anfang an gepackt hat. Solche Geschichten passieren Tag für Tag in der Welt, eine Mutter wird lebensgefährlich krank und muss die Kinder zurücklassen. Karens Erzählung ist so authentisch beschrieben, dass es einem die Tränen in die Augen treibt.

    Der Schreibstil ist ruhig und einfühlsam. Die Charaktere sind authentisch und sehr menschlich beschrieben.

    Es geht einem richtig nahe, wie die Krankheit immer mehr in Karens Leben eingreift. Bewundernswert ist, dass sie sich nicht aufgibt und alles für die Zukunft von Jacob regelt. Aber auch ihre Schwester Allison hat mir gut gefallen, sie tut alles für Karen und will auch für Jacob da sein.

    Diese Geschichte erinnert einen daran, wie vergänglich das Leben ist und wie schnell sich alles ändern kann. Daher sollte man jeden Tag genießen.

    Mir hat diese emotionale, aber auch sehr traurige Geschichte gut gefallen.

    Harper McClain ist Polizeireporterin. Ein Fall, bei dem eine Frau nackt und erstochen von ihrer zwölfjährigen Tochter auf dem Küchenboden aufgefunden wird, erinnert sie an ihre eigene Vergangenheit. Auch sie fand ihre Mutter ermordet in der Küche, als sie aus der Schule kam. Auch sie war damals 12 Jahre alt. Die ganzen Jahre hat sie sich mit dem Gedanken gequält, ob der Mörder noch frei herumläuft. Nun scheint er wieder mordend unterwegs zu sein. In diesem Fall gibt es keine verwertbaren Spuren und die Polizei glaubt nicht, dass es einen Zusammenhang gibt. Aber Harper will nun die Wahrheit herausfinden.

    Dieses Buch ist gut zu lesen und von Anfang an spannend. Allerdings dürfte es für einen Thriller mehr Spannung geben und eine Portion Thrill – das fehlte mir ein wenig.

    Harper McClain ist eine sympathische junge Frau. Nach dem Mord an ihrer Mutter haben sich die ermittelnden Polizisten um sie gekümmert und so hat sie gute Kontakte zur Polizei, was ihr in dem Beruf als Polizeireporterin zu Gute kommt. Nun aber ermittelt sie besessen und ihr ist jedes Mittel recht, um die Wahrheit herauszufinden. Ich konnte sie einerseits verstehen, aber hätte sie hin und wieder auch gerne gebremst. Schon bald scheint sie jemandem zu nahe gekommen zu sein, denn es wird ziemlich gefährlich für sie. Doch ist es der Mensch, den Harper verdächtigt?

    Auch ich hatte einen Verdacht, wurde aber auch immer wieder verunsichert. Die Lösung fand ich dann ziemlich überraschend. Das Ende lässt Raum für eine Fortsetzung

    Ein unterhaltsamer und spannender Thriller mit Luft nach oben.

    Als ihre Mutter stirb, ist Nora gerade mal 12 Jahre alt. Ihr Vater arbeitet auf einem Walfänger in der Arktis. Da Nora in dem Alter noch nicht alleine bleiben kann, nimmt er sie kurzerhand mit auf Fahrt. Nora gefällt es auf dem Schiff und sie ist von der Arktis fasziniert, daher steht für sie schnell fest, dass sie Polarforscherin werden will. Doch das ist Ende des neunzehnten Jahrhunderts ein unmögliches Ansinnen. Doch sie kämpft sich durch und gibt nicht auf. Der Zufall führt sie doch noch auf ein Expeditionsschiff. Im ewigen Eis begegnet sie Jakob, der zu einer konkurrierenden Forschergruppe gehört. Sie verlieben sich ineinander. Wird ihre Liebe Bestand haben? Und wird sie alles aufs Spiel setzen, wofür sie so hart gekämpft hat?

    Die Arktis hat mich schon immer fasziniert und daher hat mich dieses Buch gleich angesprochen. Ich konnte Noras Begeisterung für diese ungewöhnliche Natur, die so schön, aber auch gefährlich ist, gut nachvollziehen. Sie ist durch die Umstände in diese Gegend gebracht worden und hat gleich gewusst, dass es ihre Bestimmung ist, dort zu forschen. Ich bewundere, wie sie sich trotz aller Widrigkeiten ihrem Traum Schritt für Schritt genähert hat. Aber auch Jakob ist ein sehr sympathischer Mann.

    Das Buch ist sehr angenehm zu lesen und die Geschichte Noras ist fesselnd und spannend. Gut hat mir gefallen, dass es mehrere Begegnungen gibt, bis sich Nora und Jakob über ihre Gefühle im Klaren werden. Aber spannend ist es auch, zu erleben wie die Expeditionen ins Eis verlaufen und die Forschungen unter diesen schwierigen Umständen verlaufen. Das ist alles sehr realistisch wiedergegeben.

    Ich bin von diesem Buch begeistert, das die sehr emotionale Liebesgeschichte mit großem Abenteuer verbindet und zeigt, was starke Frauen bewegen können.

    Ein wunderbares Buch, das ich nur empfehlen kann.

    Eines Tages kommen die Gaukler in den kleinen Ort Knittlingen. Der achtjährige Johann Faustus ist von ihren Darbietungen begeistert. Ganz besonders aber ist er von dem Magier und Astrologen Tonio del Moravia fasziniert. Während die Gaukler die Leute unterhalten, verschwinden Kinder aus der Stadt. Jahre später ist Johanns geliebte Mutter verstorben und seine Freundin Margarethe muss einen anderen heiraten, da begegnet er Tonio del Moravia wieder und schließt sich ihm an. Einerseits nimmt Johann alles in sich auf, was er erlebt und erfährt, andererseits ist ihm Tonio zunehmend unheimlich. Was für ein Geheimnis umgibt diesen geheimnisvollen Menschen?

    Der Autor hat einen schönen bildhaften Schreibstil, so dass man alles gleich gut vor Augen hat.

    Die Charaktere sind alle sehr gut und lebendig beschrieben. Die Mutter sagte Johann Georg Faustus ein glückliches Leben voraus. Ansonsten hat er es als dritter Sohn der Familie nicht so leicht. Aber er ist von sich überzeugt und hat etwas Arrogantes an sich, das ihn mir nicht sympathisch machte. Doch er hat etwas, das die Menschen für ihn einnimmt.

    Oliver Pötzsch erzählt in diesem Roman die Geschichte des Faust neu. Johann Faust strebt nach Wissen und muss mit dunklen Mächten fertig werden. Am Ende erkennt er, dass man dem Teufel nicht entkommen kann.

    Der Leser begleitet Faust durch die damalige Zeit und durch eine Reihe von Ländern. Die Lebensumstände werden anschaulich dargestellt. Die Macht der Kirche ist groß und in allen Lebensbereichen spürbar.

    Auch wenn die Geschichte von Anfang an spannend ist, so gab es durch die ausführlichen Beschreibungen auch schon mal Längen. Trotzdem hat mir dieser Roman gut gefallen.

    Ein unterhaltsamer und spannender historischer Roman.

    Im Vorgängerband „Nur einen Sommer lang“ haben wir miterleben können, wie das Schicksal zugeschlagen hat und der schwangeren Laura ihren Anton genommen hat. Obwohl schon Jahre vergangen sind, hat sie den Tod von Anton noch immer nicht verwunden. Ihre kleine Tochter Toni ist ihr Ein und Alles und sie hat gute Freunde, auf die sie sich in allen Lebenslagen verlassen kann. Als sie beim Schwimmen von einem Schwindelanfall überrascht wird, wird sie von Florian gerettet, der gerade versucht seine Ängste zu überwinden. Doch im Krankenhaus erwartet Laura eine böse Überraschung…

    Das Buch ist sehr angenehm zu lesen. Obwohl es manchmal ziemlich tragisch zugeht, hat es durchaus auch humorvolle Momente.

    Die Gegend um den Schliersee ist wundervoll beschrieben. Ich kenne sie nur im sommerlichen Gewand, aber nach diesem Buch habe ich richtig Lust darauf, auch das Winterkleid kennenzulernen.

    Laura, die Berliner Pflanze, hat sich inzwischen gut am Schliersee eingelebt. Nicht zuletzt tragen ihre Freunde dazu bei, dass sie sich hier heimisch fühlt. Laura ist wirklich eine sympathische Frau, aber manchmal macht sie sich auch das Leben schwer. Gut, dass sie Freunde hat, die nicht nur für sie da sind, sondern ihr auch schon mal den Kopf zurechtrücken. Ganz herzig ist ihre Tochter Toni, ein Persönchen, das genau weiß, was es will und wie es die anderen um den Finger dreht. Florian hat nicht nur Lauras Leben gerettet, er ist gleich fasziniert von dieser Frau. Er hat selbst sein Päckchen zu tragen. Aber Laura geht ihm nicht aus dem Kopf. Lauras Freunde sind sympathisch und immer da, wenn Not am Mann beziehungsweise an der Frau ist.

    Dieses Buch hat tragische und sehr berührende Momente. Es ist romantisch und humorvoll.

    Mir hat die tiefgründige Liebesgeschichte, die auch gleichzeitig eine Geschichte über Freundschaft ist, sehr gut gefallen.

    Es ist sieben Jahre her, dass Kriminalkommissar Tobias Dom den Kratzer stellen konnte und der aber trotzdem entkommen ist. Der Mörder hat seine Opfer ausbluten lassen und ihnen Nachrichten in die Haut geritzt. Er ist wieder aktiv und hat Doms Ex-Frau Jasmin in die Finger bekommen und den Namen der Tochter „EMMA“ eingeritzt. Dom bittet die Journalistin Christine Lenève, ihn bei den Ermittlungen zu unterstützen. Sie folgen einer Spur, die sie in die psychiatrische Klinik führt, in der Dr. Lindfeld einsitzt. Lindfeld hat mit Christine noch eine Rechnung offen, denn sie brauchte ihn dorthin. Die Zeit drängt, wenn Dom seine Tochter retten will.

    Ich habe vor diesem Buch nur „Das Hospital“ gelesen, doch ich denke, auch wenn man jeden Band alleine lesen kann, sollte man die drei Bände der Reihe nach lesen. Auch dieses Mal werden wir wieder zu einem ungewöhnlichen Handlungsort geführt, der unheimlich und sehr bedrohlich ist.

    Dom ist natürlich persönlich betroffen und wird aus Sorge um seine Tochter angetrieben. Christine ist eine sehr gute Journalistin, die ihre Recherchen sorgfältig betreibt und sich auch durch Widerstände nicht aus der Spur bringen lässt. Ich konnte die Gedanken und Handlungen von Dom und Christine gut nachvollziehen. Aber auch die anderen Charaktere sind gut und vielschichtig angelegt.

    Der Schreibstil ist sehr flüssig zu lesen und das Buch von Anfang an sehr packend. Interessant ist es auch, die Täterperspektive kennenzulernen.

    Wenn man sich als Leser recht sicher war, dass man auf der richtigen Spur war, sorgten unverhoffte Wendungen dafür, dass die gezogenen Schlüsse doch wieder über den Haufen geworfen werden mussten.

    Christine und Tobias fragen sich, warum der Täter genauso vorging und was seine Botschaften bedeuten. Seine psychologischen Spiele zeigen am Ende, welch schreckliche Abgründe in manchen Menschen lauern.

    Ein sehr spannender Thriller mit viel Tempo und Action und mit ausgefeilten Charakteren. Empfehlenswert!

    Kriminalhauptkommissar Erik Donner erhält einen Anruf. Der Anrufer scheint ihn gut zu kennen und will mit ihm ein Spiel spielen »Kennen Sie das Zehn-kleine-Negerlein-Prinzip?« Er legt ihm nahe, dringend mal nach seiner Wohnung zu sehen. Dort macht Donner einen entsetzlichen Fund.

    Kriminalhauptkommissarin Annegret Kolka bekommt es in der Zwischenzeit auch mit einem seltsamen Fall zu tun. Ein Mann mit einem am Körper befestigten Aktenkoffer behauptet, dass er den Koffer rechtzeitig an die Mordkommission übergeben muss, da sonst seine Frau stirbt. Der Täter hat seinen ersten Zug in einem perfiden Spiel gemacht.

    Obwohl „Leid und letzter Tag“ bereits der sechste Krimi in der Reihe um den Ermittler Erik Donner ist, war dies mein erstes Buch von Elias Haller. Dieser Thriller lässt sich problemlos lesen, auch wenn man die Vorgänger nicht kennt.

    Der Schreibstil ist sehr gut zu lesen und schon der Prolog zeigt, dass es hart werden wird. Die vielen Perspektivwechsel sorgen für Tempo. Es ist so spannend, dass man nur sehr schwer aufhören kann zu lesen. Dabei geht es recht heftig zu, es ist kein Thriller für Leser mit schwachen Nerven.

    Die Geschichte führt zurück zu Donners Vater, der es vor 14 Jahren mit dem Spielmann zu tun bekam und ihn hinter Gitter gebracht hat. Ist der Spielmann wieder da?

    Die Charaktere sind alle gut und vielschichtig ausgearbeitet. Erik Donner wird auch Monster genannt. Annegret Kolka ist seine Freundin und nun auch seine Chefin.

    Die Geschichte bleibt sehr lange undurchsichtig und zum Ende hin gibt es eine schockierende Überraschung.

    Ein sehr spannender, aber auch grausamer Thriller, der mich bestens unterhalten hat.

    Der Mann will sich gerade mit dem Callgirl Sofia vergnügen, doch dann passiert etwas ganz anderes, was ihm wohl kaum gefallen wird. Sein Mörder dringt ins Haus ein und tötet ihn. Dabei nimmt er sich Zeit und es stört ihn auch nicht, dass Sofia zeuge ist. Der Tote war der schwedische Außenminister und man vermutet einen terroristischen Anschlag. Der Staatschutz hält diesen Mord geheim, angeblich ist der Außenminister an einer kurzen Krankheit gestorben. Joona Linna sitzt bereits seit zwei Jahren im Hochsicherheitstrakt der JVA Kumla ein, als ihn der Premierminister aufsucht und ihm die Begnadigung verspricht, falls Linna hilft. Doch der Einsatz des Staatsschutzes läuft völlig schief. Schon bald gibt einen weiteren Mord. Als Joona noch glaubt, dass der Premier sein Versprechen einlösen wird, findet er sich in der Isolationsabteilung der JVA Kumla wieder. Dort wird ihm klar, was hinter der Geschichte steckt. Erst als sein früherer Chef ihn wieder rausholt, kann er sich auf die Jagd nach dem Mörder machen, denn er weiß, dass dieser zehn Morde geplant hat. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

    Dies war nicht mein erstes Buch von Lars Kepler. Ich mag diese spannenden, wenn auch brutalen Thriller. Da es oft ziemlich grausam zugeht, ist es wohl nicht jedermanns Sache. Mich hat dieses Buch auf jeden Fall gefesselt.

    Es gibt eine Reihe von Handlungssträngen, die sich mit der Zeit verbinden.

    Die Charaktere sind gut gezeichnet. Joona Linna hat die ganz besondere Fähigkeit, sich in Mörder hineinversetzen zu können. Das macht ihn zwar zu einem guten Ermittler, doch sein Privatleben leidet darunter, hat es immer und so ist er ein einsamer Mensch. Er verbeißt sich in seine Fälle und lässt in keinem Fall locker. Auch Spezial-Agentin Saga Bauer ist sehr fähig und sie arbeitet gut mit Linna zusammen, aber ich finde, dass sie dieses Mal zu kurz gekommen ist.

    Es ist gar nicht so einfach, eine Verbindung zwischen den Opfern zu finden. Doch als diese Verbindung erkennbar wird, ahnt man schon, wer der Mörder mir den Kaninchenohren ist. Das hat mich übrigens gestört, es geht um Kaninchen und nicht wie der Buchtitel suggeriert um Hasen.

    Dieser Thriller ist sehr spannend und am Ende kommt es noch zu einem großen Showdown. Obwohl sich die Fragen zu diesem Fall klären, bleiben einige Cliffhanger, die uns neugierig auf den nächsten Band machen.

    Es ist ein sehr spannender und brutaler Thriller.

    Weihnachten ist die Zeit der Besinnung und der Familientreffen. Doch besinnlich geht es bei den Grays im Jahr 1931 nicht zu. Adrian Gray hat wie jedes Jahr seine Kinder mit Partner für Heiligabend in sein abgelegenes Landhaus in King‘s Poplars eingeladen. Er gilt als geizig und die Kinder sind durch die Bank hinter dem Geld her. Niemand ahnt, dass der Hausherr inzwischen auch verschuldet ist, er hat sich schlicht verspekuliert. Jeder ist mit jedem spinnefeind. Dann ist Adrian Gray tot und die Polizei findet ein Haus voller Verdächtiger.

    Dieser klassische Krimi erschien nun erstmals in deutsche Sprache. Die Sprache ist der angegebenen Zeit entsprechend etwas altmodisch, aber sehr angenehm zu lesen. Als Leser ist man der Polizei voraus, denn man erlebt den Mörder in Aktion und beim Verwischen der Spuren. Doch was hat ihn zu dieser Tat gebracht?

    Am Anfang war es etwas schwierig, die vielen Personen auseinander zu halten. Die Charaktere sind sehr ausführlich, individuell und vielschichtig dargestellt. Einige Klischees werden auch bedient. Der Täter will natürlich von seiner Tat ablenken und versucht, die anderen als schuldig darzustellen. Eigentlich sind fast alle unsympathisch und der Kommissar müht sich redlich, diesen Fall zu klären. Doch letztendlich ist es jemand aus dem Familienkreis, der richtig schlussfolgert.

    Die Spannung hält sich bei diesem Krimi sehr in Grenzen, da es einige Längen gibt und der Mörder so früh bekannt ist.

    Man muss schon ein Fan klassischer Krimis sein, um dieses Buch zu mögen. Mich hat es nicht ganz überzeugt.

    Frida Paulsen hat den letzten Fall noch nicht verwunden und will sich auf den elterlichen Hof in der Elbmarsch erholen. Doch ein Hilferuf ihrer Freundin Johanna Arndt, genannt Jo, beendet diese Erholungsphase. Sie hatte bei einem Gewitter Unterschlupf gesucht und eine durch Messerstiche schwer verletzte Frau gefunden. Doch die Frau starb. Da Jo dann abgehauen ist, gilt sie als Tatverdächtige. Bjarne Haverkorn ist für den Fall zuständig und so ermitteln Bjarne und Frida wieder in der gleichen Sache. Fridas Suche führt zu dem Bluthaus auf der Halbinsel Holnis, in dem vor vielen Jahren eine Familie grausam ermordet wurde. Der Fall blieb ungeklärt.

    Wie schon der Vorgängerband „Totenweg" lässt sich auch dieser Krimi wieder sehr flüssig lesen und die Geschichte hat mich von Anfang an gepackt. Auch dieses Mal ist die Atmosphäre wieder ziemlich düster.

    Die Charaktere sind sehr gut und authentisch dargestellt. Nachdem ich im letzten Band eine Weile brauchte, bis ich mit Bjarne Haverkorn und Frida Paulsen wurde, sind sie mir nun sympathisch und ich habe sie gerne bei ihren Ermittlungen begleitet.

    Wie Frida hatte auch Bjarne eine Auszeit nötig, aber inzwischen ist er wieder im Dienst. Doch auch weiterhin quälen ihn private Probleme. Der Fall wird daher mit zwei unterschiedlichen Ansätzen bearbeitet, denn dass Frida die Sache auf sich beruhen lässt, ist für sie unmöglich. Aber am Ende ergänzen sich Bjarne und Frida perfekt. Doch was hat die Hinrichtung von 1997 mit dem aktuellen Mordfall zu tun?

    Die Rückblenden in die Vergangenheit sorgen dafür, dass so nach und nach Zusammenhänge erkennbar sind und doch bleibt man im Unklaren darüber, wer der Mörder ist. Es gibt auch immer wieder falsche Spuren, so dass die Spannung erhalten bleibt. Am Ende wird es dann noch gefährlich für die Ermittler.

    Ich kann den spannenden Krimi mit interessanten Charakteren und einer düsteren Atmosphäre nur empfehlen.

    Professor Jeremiah Cole hat ein Problem auf einem Tauchgang. Er hat schon mit dem Leben abgeschlossen, als ein Schnabelwal ihm Auftrieb verschafft und dabei sein leben lässt. Später findet Cole im Bauch des Wals die Blackbox eines verschollenen Flugzeugs.

    Peter Manyweather mag es gerne sauber und daher hat er eine kleine Putzfirma. In der Bibliothek fällt im eines Tages ein alter Liebesbrief in die Hände, in dem von sechs seltenen Blumen berichtet wird. Er ist so fasziniert, dass er aufbricht, um diese Blumen zu finden.

    Dove ist Waise Er hat sein Studium abgebrochen und arbeitet in einem Callcenter des Rettungswagen-Dienstes. Er wird von Kopfschmerzen gequält, die ihm die Erinnerungen einer anderen Person bringen.

    Was haben diese Geschichten von drei Menschen miteinander zu tun? Anfang scheint es, als würde man drei unterschiedliche Lebensgeschichten erzählt bekommen. Doch mit der Zeit ahnt man Verbindungen und tatsächlich fügt sich am Ende die Lebenswege zusammen.

    Der Autor erzählt uns hier in einer wundervollen, poetischen Sprache eine Geschichte, die auf zwei Zeitebenen spielt und eher märchenhaft, denn real ist. Für dieses Buch sollte man sich Zeit nehmen, denn es ist wirklich keine leichte Lektüre.

    Die Charaktere sind interessant, teils etwas skurril dargestellt und entwickeln sich auch im Laufe der Geschichte weiter. Leider tauchen einige Nebencharaktere nur kurz auf.

    Man möchte wissen, warum Dove immer wieder Erinnerungen eines anderen Menschen hat. Diese Frage und einige überraschende Wendungen sorgen dafür, dass man weiterlesen möchte.

    Es ist eine bezaubernde, ungewöhnliche Geschichte über die Liebe, über Blumen und Erinnerungen.

    Bens Vater war gewalttätig, daher verspürt Ben nur Erleichterung, als er seinen Vater, der sich erhängt hat, auf dem Dachboden findet. Dieser Dachboden ist für Ben „Bösland“. Er ist dreizehn Jahre, als hier Mathilda brutal mit einem Golfschläger getötet wurde. Doch er kann sich nicht erinnern, was geschehen ist. Er landet bis zu seiner Volljährigkeit in der Psychiatrie, dann lebt er in einer Wohngruppe, bis er sein Leben selbst meistern kann. Dieser Mord ist nun dreißig Jahre her und Ben wird plötzlich mit seiner Vergangenheit konfrontiert und es sterben wieder Menschen.

    Der Schreibstil ist gut zu lesen und sehr fesselnd. Die Kapitel sind sehr kurz. Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Perspektive aus Bens Sicht. Dazwischen gibt es Kapitel, in denen wir die Gespräche Bens mit seiner Therapeutin Therese Vanek verfolgen können.

    Man fragt sich von Anfang an, ob es wirklich Ben war, der Mathilda erschlagen hat. Dieser Dachboden ist Treffpunkt für den dreizehnjährigen Ben und seine Freunde. Hier kann er mit Felix Kux Alkohol trinken, so auch am Mordtag, als auch Mathilda dabei ist. Mir war schnell klar, wer der Mörder war, zumal nicht allzu viele Personen im Spiel waren. Trotzdem hat mich dieser Thriller von Anfang an gepackt.

    Die Charaktere sind sehr gut und facettenreich herausgearbeitet. Mir tat Ben leid, der von seinem Vater regelmäßig verprügelt wurde. Von seiner Mutter erhält er nie Unterstützung. Ein Foto, das ihm in die Finger kommt, löst etwas in ihm aus. Seine Therapeutin rät Ben, dass er sich der Vergangenheit stellen muss. Sie ahnt nicht, was sie damit ins Rollen bringt.

    Beim Lesen verspürte ich ständig eine bedrohliche Stimmung. Der Täter ist böse und genießt seine Macht.

    Die Geschichte ist gut konstruiert und dieser Psycho-Thriller ungemein fesselnd.

    Als ein Sarg auf einem Friedhof im Dartmoor verlegt werden muss, findet man darunter zwei Skelette von Kindern. Sehr schnell stellt sich heraus, dass es sich um die vor zwanzig Jahren verschwundenen Schwestern Sophie und Charlotte handeln muss. Craig McPerson arbeitet sich mit seinem Team durch die alten Akten und findet heraus, dass es doch einige Ungereimtheiten gibt. Er stößt auf Indizien, die auf seinen Chef Keen zeigen. Aber das glaubt er nicht und daher muss er den wahren Mörder finden.


    Der Schreibstil liest sich sehr angenehm. Allerdings gehen die Ermittlungen etwas schleppend voran, Eile ist ja bei solch alten Fällen nicht so geboten.



    Den Vorgängerband „Die dunklen Wasser von Exeter“ habe ich nicht gelesen.


    Eigentlich mag ich Ermittler mit Ecken und Kanten, aber bei Craig McPerson war es mir schon ein wenig zu viel. McPersons persönliche Probleme werden ziemlich detailliert dargestellt. Er ist nicht gerade ein Sympathieträger. Dass er noch im Dienst sein darf, ist mit Auflagen verbunden, die er erfüllen muss. Seine persönlichen Probleme hatte er mit Alkohol lösen wollen. In seinem Job hat er zwar ein Team, doch er kommt mir aber wie ein typischer Einzelkämpfer vor. Regeln sind dafür da, sie zu ignorieren. Tyler Leighton ist da ganz anders und es muss zu Konflikten kommen. Craig akzeptiert seine Kollegin Heather Moorcraft, da er sie als beste Aktenführerin der Exeter Police sieht.



    Der Fall entpuppt sich dann viel größer als zunächst vermutet.



    Ich finde, dass die Handlung gut konstruiert ist, aber die Spannung hielt sich insgesamt in Grenzen. Gut gefallen hat mir, dass die Landschaft sehr gut beschrieben wurde. Dadurch bekommt die Geschichte eine besondere Atmosphäre.



    Eine interessante, allerdings mäßig spannende Geschichte mit einem nicht besonders sympathischen Protagonisten.

    Detective Ted Conkaffey wurde verdächtigt, die verschwundene 13-jährige Claire Bingley entführt und vergewaltigt zu haben. Die Anklage wurde zwar aus Mangel an Beweisen fallen gelassen, aber in den Augen der Leute ist er weiterhin schuldig. Seine Frau hat ihn verlassen und seine Tochter darf er nicht mehr sehen. Auch Polizeibeamter kann er nicht mehr sein. So hat es ihn nach Crimson Lake in Queensland verschlagen. Doch dann steht Dale Bingley vor der Tür. Er will Rache und Ted hat die Wahl, entweder er findet den wahren Täter oder er wird Bingleys Opfer.


    Unterdessen ist seine exzentrische Partnerin Amanda Pharrell, die einen Gefängnisaufenthalt wegen Mordes hinter sich hat, mit einem anderen Fall beschäftigt. Es geht um einen Doppelmord an zwei Barkeepern. Sie versucht die Sache zusammen mit Detective Inspector Pip Sweeney aufzuklären.


    Ich finde es sinnvoll, zunächst den Vorgängerband „Crimson Lake“ zu lesen.


    Der Schreibstil von Candide Fox ist super zu lesen. Allerdings sind ihre Protagonisten nicht unbedingt Sympathieträger, dafür sind sie einfach zu krass dargestellt.


    In diesem Band gibt es zwischendurch Tagebucheinträge des wirklichen Täters. Das was er seinem lieben Tagebuch anvertraut, ist nicht immer so einfach wegzustecken.


    Wie im Vorgängerband gibt es auch dieses Mal wieder ein paar Längen, die dann aber auch wieder wettgemacht werden. Dennoch ist die Geschichte spannend und am Ende gibt es zu jedem Handlungsstrang einen überraschenden Showdown.


    Ein spannender Thriller mit ganz besonderen Protagonisten.

    Anna Kerrigan lebt mit ihrer Mutter und der behinderten Schwester Lydia 1942 in New York. Ihr Vater ist seit Jahren verschwunden. Die Männer sind an der Front und die Frauen übernehmen die Arbeit in den Fabriken und auf der Werft, so wie Anna. Als Anna einen Taucher beobachtet, setzt sie alles daran, Marinetaucherin zu werden. Sie möchte die Kriegsschiffe in den Docks unter Wasser reparieren. Eigentlich unvorstellbar und doch spielt die Zeit ihr in die Hände, denn immer mehr Männer wurden eingezogen.

    Die Weltwirtschaftskrise hat den Menschen zugesetzt und man macht sich nicht viele Gedanken, wenn man einen Job haben konnte. Da Annas Mutter sich um Lydia kümmern musste, nahm der Vater Gelegenheitsjobs an und geriet so an Dexter Styles, eine sehr zwielichtige Gestalt. Anna hatte Dexter früher mal getroffen. Dann war Eddie plötzlich verschwunden. Als Anna Dexter Styles wiedertrifft, macht sie sich auf die Suche nach ihrem Vater und bekommt es so mit der New Yorker Unterwelt zu tun.

    Das Buch liest sich sehr angenehm.

    Ich mochte Anna, die weiß was sie will und dafür kämpft, ihr Ziel zu erreichen. Dabei muss sie durchaus auch Rückschläge einstecken. Aber sie zeigt den Männern, was in ihr steckt. Auch die Suche nach ihrem Vater betreibt sie trotz der Gefahren zielstrebig. Aber auch die anderen Figuren sind interessant und authentisch dargestellt und so zeigen selbst Bösewichte schon mal auch eine nette Seite.

    Mit diesem Buch taucht man ein in das pulsierende Leben im New York der 30er und 40er Jahre. Es zeigt die überschäumende Lebensfreude und auch die Schattenseiten.

    Mich hat dieser Roman von Anfang an gepackt. Auch wenn es schon mal ein paar Längen gab, war die Geschichte dennoch spannend.

    Ein interessanter und spannender Roman, der mich gut unterhalten hat.