Wahl der besten Bücher im BücherTreff

Beiträge von Kristin B. Sword

    Ich weiß nicht, ob das hier schon angemerkt wurde, aber ich persönlich vermisse die alte Aktion, Freunde zu haben. Das Folgen finde ich doch etwas nervig in einem Forum. Aber vermutlich war das eine Mehrheitsentscheidung.

    Ein paar von euch haben vielleicht schon gesehen, dass es auf meiner Seite ein Projekt gibt, innerhalb dessen ich Szenen aus "Taranee" aus Jonas´ Sicht veröffentliche. Ganz vorne auf dem Wunschzettel meiner Leser stand die Szene am Ende von Kapitel 7/Anfang Kapitel 8, also macht sie jetzt den Anfang des Flipped-Projekts.


    Dann bleibt mir eigentlich nichts mehr zu sagen als: "Herzlich Willkommen in Jonas´ Kopf!" :)


    http://kristinbsword.jimdo.com/flipped-projekt/

    „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ erzählt die Liebesgeschichte der beiden Krebskranken Hazel Grace und Augustus und das sehr schön. Ich habe das Buch in kurzer Zeit verschlungen, und das spricht doch auf jeden Fall für es. Insgesamt gefällt mir das Buch insgesamt sogar noch besser als der Film, obwohl da auch vieles richtig gemacht wurde.
    John Green hat einen angenehmen Schreibstil, insbesondere versteht er sich auf tolle Szenenabschlüsse, die einen so schön nachdenklich zurücklassen. Zum Beispiel gibt es eine Szene im Buch, in der die beiden telefonieren und Augustus schließlich als erster auflegt. Da habe ich echt überlegt, wieso Green ihn das tun lässt, obwohl doch er es ist, der versucht Hazel „rumzukriegen“. Aber letztlich (Vorsicht Spoiler!) ist das eine wunderbare Vorausdeutung auf die Szene am Schluss, als Hazel mit Augustus Anrufbeantworter spricht, denn letztlich ist er es, der zuerst geht. Wobei mir die Tatsache, dass er später zuerst stirbt, fast zu vorhersehbar war. Vielleicht ging das aber auch nur mir so, dass es mir schon klar wurde, als Augustus in der ersten Szene im buchstäblichen Herzen Jesu aufsteht und von seiner Angst vom Vergessenwerden spricht.
    Bleiben wir noch kurz beim Schreibstil. Was mich leider jedes Mal rausgerissen hat, waren die Szenen, die wie ein Theaterstück ohne Regieanweisungen geschrieben waren. Ich will gar nicht ausschließen, dass John Green sich etwas dabei gedacht hat, aber mich hat jeder dieser Szenen (trotz der guten Dialoge – das gilt übrigens für das gesamte Buch) so rausgerissen, ich habe mich jedes Mal darüber geärgert, wieso er denn den dämlichen Sprecher nicht weglässt oder normal anbindet, was er ja durchaus kann, wie der Rest des Buchs zeigt. Und aus einer so berührenden Geschichte immer wieder quasi rauszufliegen und darauf zu warten, wann es wieder „normal“ weitergeht, ist halt doch ein echter Minuspunkt.
    Zur Charakterzeichnung: Ich fand es mutig, eine Protagonistin zu wählen, die nicht schön ist (auch wenn der Film zu feige war, das umzusetzen, dort finde ich Hazel schöner als Augustus, aber das ist nun mal Hollywood), ansonsten aber ich Hazel die ganz klassische Identifikationsfigur und somit fast zu perfekt. Selbstlos, schlagfertig, witzig, intelligent – sie hat eigentlich außer ihrer Mitleidbonus-Krebs-Schwäche (die in diesem Sinne dann doch keine Schwäche ist) keinen Fehler, ist die perfekte Krebskranke, über deren Idealisierung in anderen Büchern sie sich lustig macht. Da reichte mir der kleine Anflug von Schwäche, als sie ihrer Mutter damit konfrontiert, was sie gesagt hat, als Hazel dreizehn war, nicht. Aber ich will nicht meckern, das ist nun mal der Großteil der (vor allem) Liebesgeschichten, in denen die Identifikationsfigur so überpositiv dargestellt wird, damit auch ja kein Leser abspringt, weil er sie nicht mag – eine letztlich ja auch nicht unbegründete Sorge, gerade bei Jugendbüchern.
    Sehr vorhersehbar fand ich auch, was es mit dem Autor von Hazels Lieblingsbuch auf sich hatte. Aber trotz dieser Vorhersehbarkeiten hatte ich wirklich viel Freude mit dem Buch, es enthält viele schöne Sätze und Gedankenansätze, die ich sehr mochte, z.B. über den Spruch „Ohne Leid würden wir nicht wissen, was Freude ist“: Ein altes Argument aus dem Feld Gedanken über das Leiden, dessen Dummheit und Stumpfsinn Stoff für hundert Jahre Lästern bot, aber möge hier die Feststellung reichen, dass die Existenz von Brokkoli auch keinerlei Einfluss auf den Geschmack von Schokolade hat.
    Toll fand ich, dass Augustus Hazel trotz ihrer Krankheit als schön empfand, aber im Nachhinein ist mir sauer aufgestoßen, dass er da wohl gelogen hat, den später gibt er zu, dass er dachte, den Geist seiner Ex-Freundin (deren Einbau in die Geschichte ich für sich genommen richtig gut fand) gesehen zu haben, die auch noch ein echter (krankheitsbedingter) Kotzbrocken war. Ob das auch zum Vertrag mit dem Autor gehört, von dem Hazel spricht? Dass man bei der ersten Begegnung der Hauptfiguren nicht auf diese Art hinters Licht geführt wird? Egal, für mich gehört dieser Ansatz ohnehin in den Bereich, dass Hazel vor sich selbst zu rechtfertigen versucht, wieso sie unbedingt wissen muss, was mit den Hinterbliebenen passiert, und nicht in den Bereich der Weisheiten, die sich im Buch finden.
    Insgesamt gebe ich :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: Sterne für dieses insgesamt doch sehr überzeugende Buch.

    Komisch, ich dachte, ich hätte hier noch mal geantwortet. Aber vermutlich hab ich es verbaselt, ich hatte die letzten Wochen wegen der Klausuren viel um die Ohren. Heute habe ich die letzte hinter mich gebracht und jetzt tut mir die Hand ziemlich weh. Aber jetzt ist zum Glück bis Mitte August Ruhe.


    Danke jedenfalls für die lieben Wünsche, Cris, und wenn du magst, würde ich mich freuen, wenn du noch eine Bewertung zum Buch abgibst. Mir geht es selbst auch oft so, dass ich es erst spät mitbekomme, wenn Serien weitergehen, die ich angefangen habe. Auf jeden Fall geb ich dir gerne Bescheid, ich wusel ja eh öfters hier rum.

    Witzig, irgendwie sind deine Beiträge immer um die zwanzig Stunden alt, wenn ich hier reingucke. Freut mich jedenfalls sehr, dass es dir auch Spaß gemacht hat.


    Ich schreibe ja jetzt im Dezember mein zweites Staatsexamen, danach wollte ich mich dann intensiver dran setzen (obwohl es in meinem Kopf trotz Schreibverbot schon fleißig arbeitet). Da ich aber zeitlich auch immer von meinem Lektor und meiner Korrektorin abhängig bin, kann ich noch nicht genau sagen, wann es dann tatsächlich so weit sein wird. Ich hoffe aber, dass der zweite Teil 2015 erscheinen kann. Ich kann dir dann ja Bescheid geben, wenn du möchtest.

    Ich hab wieder was Tolles zum Vorlesen gefunden. Für Jungs und Mädchen ab 8 (vorgelesen bekommt es momentan meine zehnjährige Tochter).


    Kevin traut seinen Augen nicht: Zum Kickerturnier haben sich doch tatsächlich Mädchen angemeldet! Die kann Kevin nicht ausstehen. Vom Kickern haben sie etwa so viel Ahnung wie ein Regenwurm von Verkehrserziehung. Kevin spielt, was das Zeug hält und versenkt einen Ball nach dem anderen im Tor. Bis ein Mädchen auftaucht, das ihn zum Gegenspiel herausfordert - und Kevin plötzlich nicht mehr nur von Tore träumt...

    Das ist gut, dass das für dich kein Problem ist. Diese Woche war und ist bei mir dermaßen vollgestopft - und jetzt leider das Wochenende auch noch, wir haben heute drei Klausuren bekommen, die wir bis Montag vorbereiten sollen.


    Bis zum Ende


    Zitat

    Jetzt weiß ich auch, worauf du mit deiner Frage zu Käthes Selbstmord hinaus wolltest. Ich muss sagen, damit hast du mich jetzt ganz schön überrascht, die beiden Todesfälle hätte ich nie mit Millicent in Verbindung gebracht. Ich hatte eher bei Gareth die Vermutung, dass sie da ihre Finger im Spiel hatte, aber das war ja wohl nicht so.


    Das ist doch gut, wenn die Überraschung gelungen ist.


    Dass nicht alle Leser gut mit einem Genre-Mix können, ist mir klar. Vor allem die größeren Verlage achten ja auch sehr darauf, strikt die Genreschubladen zu bedienen. Als Leser ist man bei mir durch den Klappentext und den Prolog immerhin vorgewarnt - aber du hast Recht, es gibt viele, die nur das ein oder andere Genre mögen. Schön, dass du kein Problem damit hattest.


    Der Schluss ist wirklich heftig. Als Autorin bin ich da ja noch ein Stückchen näher an den Emotionen dran, aber das habe ich auch einstimmig von den Testlesern gehört. Dass dir Dirk am Ende dann doch irgendwo leid tut, kann ich gut verstehen (auch wenn man ihn sicher auch so sehr hassen kann, dass er einem nicht leid tut). Sein Sohn wird definitiv in der Fortsetzung noch eine Rolle spielen - mich reizt er nämlich als Charakter auch.


    Zitat

    Im Nachwort schreibst du ja, dass es um Noah und Evelyn gehen wird. Was ist denn mit Kai? Bekommt der auch ein Buch?


    Nein, Kai bekommt kein eigenes Buch. Das zweite Buch ist primär aus Noahs und Evelyns Perspektive geschrieben. Aber auch Kai ist definitiv wieder mit von der Partie, der Leser wird lediglich nicht in seinen Kopf gucken dürfen (was er im ersten Teil ja auch nicht durfte).


    Auf jeden Fall vielen Dank, dass du dich getraut hast, das Buch hier ganz alleine mit mir als Autorin zu lesen. Auch wenn ich derzeit zeitlich etwas arg eingepannt bin, hat mir das sehr viel Spaß gemacht.

    Irgendwie verpassen wir uns immer, das heißt, ich komme nicht dazu, dir zeitnah zu antworten. Gestern am Pfingstmontag waren wir den ganzen Tag auf Achse, erst Fußballturnier und danach Freibad. Ich hoffe, das stört dich nicht zu sehr, dass du dann ein bisschen auf die Antworten warten musst.
    Dann fange ich auch mal mit Käthe an. Finde ich durchaus passend, dass du sie als unnahbar empfindest – und ein bisschen hat sie das ja auch auf Kai übertragen. Im Grunde hast du recht, man erfährt nicht so viel über ihre Gefühle, weil sie – wie Tara auch – eher verschlossen ist, weshalb Tara sie ja später auch mehr als ihre Freundin sieht als zuvor Rose. Den Selbstmord kann man allenfalls unter dem Gesichtspunkt der Szene bei Volkers Beerdigung überraschend finden, aber letztlich ging es mir bei der Frage um etwas anderes (dazu sage ich jetzt im Moment aber lieber noch nichts weiter). Jedenfalls hat der emotionale Abstand eher mit Käthes Charakter zu tun, als damit, die Leser zu schonen. Und tatsächlich haben auch wirklich viele Leser Käthe richtig ins Herz geschlossen und ihr Tod hat sie dann mehr berührt als der von Volker, obwohl es ein Selbstmord war. Wobei du nicht die einzige bist, die da mehr auf Kais Seite steht, das waren auch einige. Ich persönlich mag Käthe schon, aber sie ist keiner meiner Lieblingscharaktere. Und sich umzubringen, weil man den Mann verloren hat, und dann das eigene Kind zurückzulassen, finde ich wirklich richtig schlimm.

    Kapitel 12-15
    Das ist doch schön, dass du dich für Tara und Jonas gefreut hast. Ich finde, Bruno zeigt in der Situation wirkliche Größe, so dass er zwar das Rennen um Tara verloren, aber bei den meisten Lesern Sympathien oder zumindest Mitleid gesammelt hat.

    Zitat

    Dieses ewige Unglücklichsein, aber nach Außen die Haltung bewahren, war weniger schön.


    Das stelle ich mir auch ganz grauenhaft vor – auch wenn Tara durch ihre falsche Entscheidung letztlich selbst schuld an diesem Unglück ist.
    Für Noah und Kai ist die Situation natürlich schlimm und zumindest bei Noah merkt man ja auch, dass ihn diese Erfahrung durchaus in seiner eigenen Denkweise über die Liebe beeinflusst.
    Die dramatische Ironie dabei ist ja, dass es damals Tara war, die Rose für ihre Entscheidung, Isaak zu verlassen und den Kindern die intakte Familie zu rauben, am meisten verurteilt hat. Und dann ist sie selbst nicht in der Lage, der Kinder wegen über ihren Schatten zu springen. Es geht da ja auch um Evy, der sie einfach den Vater vorenthält. Da hat sie ja noch Glück, dass diese Lüge ihr Verhältnis zu ihrer Tochter nicht wirklich stört. Und auf jeden Fall, das ist eine ganz miese Situation für Geschwister, wenn die Eltern sie entzweien – und trotzdem leider gar nicht so selten. Ich habe selbst relativ viele geschieden Mütter in meinem Bekanntenkreis und es ist ganz oft so, dass die vor ihrer Scheidung selbst noch gesagt haben, sie würden das ihren Kindern nie antun, sich mit dem Ex so anzuzicken oder anzuschweigen oder gar noch die Kinder gegen den anderen Elternteil aufzuhetzen. Von daher bin ich mir nicht sicher, ob man überhaupt vorhersehen kann, wie man selbst sich in einer solchen Extremsituation verhalten würde.
    Dass nicht sofort alles gut war, fand ich auch wichtig – zumal ich persönlich es ziemlich unter aller Sau gefunden hätte, wenn Tara Bruno direkt und ohne irgendwelche Gewissensbisse sitzen hätte lassen.
    Aber ich denke, ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass das Glück tatsächlich nicht von langer Dauer ist. Und als Wurzel der Missgunst kommen ja wirklich so einige Personen in Betracht.

    Bei meinen Testleserinnen war das mittlere Cover am beliebtesten, das erste gar nicht, das ging ihnen zu sehr in Richtung Komödie.


    Kapitel 8 - 11:


    Ich finde auch, dass es keine Rechtfertigung dafür gibt, mit so einem kleinen Kind Selbstmord zu begehen. Hättest du Käthe ein solches Verhalten denn vorher zugetraut? Oder kam das für dich überraschend?


    Die Leser sollten tatsächlich eingangs des neunten Kapitels glauben, Jonas sei tot, was bei meinen Testlesern nur bedingt geklappt hat, die haben mir das alle einfach nicht zugetraut.


    Du hast völlig recht, dass es ungewöhnlich ist, dass Tara und Jonas in dieser Sachen nicht offener miteinander sprechen können. Aus irgendeinem Grund scheinen sie sich in der platonischen Beziehung, die sie zuvor geführt haben, fast wohler gefühlt zu haben. Vor allem Tara scheint regelrecht panische Angst davor zu haben, zuzugeben, wie ernst es ihr mit ihm ist - und davor, dass er nur zu bald merkt, dass sie doch nicht die Richtige für ihn ist.
    Jonas behandelt sie die meiste Zeit wie ein rohes Ei und sie benimmt sich wie eins: sie platzt, sobald er ihr die Pistole auf die Brust setzt. Warum, ist zu diesem Zeitpunkt noch ziemlich offen. Jedenfalls ist ihre Entscheidung, Bruno zu heiraten, bloß, damit sie nicht alleine mit zwei unehelichen Kindern dasteht, sondern endlich eine Familie hat, sowohl feige als auch unfair Bruno und Jonas gegenüber. Sie flüchtet lieber zurück in eine Beziehung, deren Scheitern ihr egal ist, als ihre Gefühle zuzulassen und damit ein Risiko einzugehen. Letztlich ist sie, obwohl sie das selbst vehement bestreitet, tatsächlich beziehungsunfähig.
    Dass Jonas unsicher ist, ist demgegenüber wirklich noch ganz gut nachvollziehbar. Wobei man sagen muss, dass er schon ahnt, was Taras Problem ist, und durchaus auch merkt, dass sie sich von ihm in die Enge getrieben fühlt.

    Stimmt, das zweite Cover ist echt dunkel. Ich hab dir mal drei andere Cover angehängt, dir damals noch zur Auswahl standen (teilweise auch noch mit anderen Titel). Problem bei denen war aber, dass die männlichen Testleser und mein Lektor da doch recht lautstark protestiert haben.
    Das Cover mit der Puppe mag ich insofern, als es einige Aspekte des Inhalts ziemlich treffend wiederspiegelt. Trotzdem ist es wohl kein Cover, wegen dem man ein Buch im Laden in die Hand nehmen würde.


    Kapitel 5 - 7:


    Ich glaube, dass ist gar nicht so selten, dass man in seine erste Beziehung irgendwie reinschlittert, weil man denkt, jetzt muss es doch mal passieren.
    Dass Tara nicht auf Verhütung achtet, ist natürlich dumm von ihr. Andererseits insofern passend, als sie ja auch sonst im Bett nicht den Mund aufkriegt, um zu sagen, was sie will und was sie nicht will. Dann waren die jungen Frauen zu der Zeit ja auch noch weniger aufgeklärt als heute, und Tara ist zudem noch ohne Mutter aufgewachsen, so dass da auch keine Aufklärungsarbeit geleistet wurde.
    Jedenfalls denke ich auch, dass es mutig und richtig von Tara war, sich dagegen zu entscheiden, die Beziehung zu Bruno nur wegen des Kindes aufrechtzuerhalten.
    Und Tara und Jonas können wirklich ausgezeichnet aneinander vorbeireden, da wirst du definitiv noch öfter den Kopf schütteln und vielleicht sogar mal frustriert in die Tischkante beißen müssen. Letztlich scheinen beide in der platonischen Beziehung auch in gewisser Hinsicht glücklich zu sein, wobei man im Moment noch nicht so richtig weiß, warum das so ist.
    Dass Jonas Angst davor hatte, Tara zu begleiten, merkt man ja auch in der Szene, in der sie ihn fragt. Da stimme ich dir zu, das war wirklich lieb von ihm, dass er da über seinen Schatten gesprungen und mitgekommen ist.


    Falls wir uns vorher nicht mehr lesen, wünsche ich dir schon mal schöne Pfingsten!

    Kapitel 1 - 4


    Dann will ich doch mal gleich antworten, obwohl ich heute ziemlich platt von der Arbeit bin.


    Schön, dass du mit der Formatierung zufrieden bist. Mit der Auswahl des Covers hatte ich so meine liebe Not, da meine Testleser sich dermaßen uneins waren. Auf welches Cover hast du dich denn jetzt bezogen, das mit der Puppe oder das mit dem Scherenschnitt?


    Und ich bin gerade ganz glücklich, dass dir mein Schreibstil gefällt.


    Der Prolog war auch so eine schwere Geburt. Meine Korrektorin hätte lieber eine Szene aus Taras Vergangenheit zum Eingang gehabt, weil die Thrillerelemente ja erst später wiederkommen, mein Lektor wollte die aber auf jeden Fall voranstellen. Und ich saß dann irgendwo zwischen den Stühlen.
    Dass man am sich als Leser am Anfang erst mal orientieren muss, liegt vor allem daran, dass Tara das auch muss und daran, dass sie, wie du ja vermutlich schon gemerkt hast, mit ihren Gefühlen und Gedanken etwas hinter den Berg hält bzw. sich teilweise auch einfach irrt. Ich denke, da muss man sich auf jeden Fall erst mal drauf einstellen und ich bin froh, dass du dich dann doch recht schnell darauf eingelassen hast.


    Das mit den jungen Leuten in der Vergangenheit war für mich manchmal gar nicht so einfach, weil das ja auch bei mir schon eine Weile her ist. Käthe z.B. musste ich in der Szene in der Eisdiele bei der Überarbeitung erst mal das Handy wegnehmen.


    Was mich auch total freut, ist, dass dir meine Charakterzeichnungen gefallen. Ich denke mir immer, dass man im wahren Leben auch nicht immer jeden sofort richtig einschätzt und dass die erste Wahrnehmung eben auch oft an Äußerlichkeiten hängt. Insofern spiele ich da ganz bewusst mit - was während der Lovelybooks-Leserunde mancher Leserin leider gar nicht gefallen hat. Eine hat die nicht vorhandenen Charakterbeschreibungen kritisiert und wollte sich so gar nicht damit anfreunden, dass man die Charaktere bei mir Stück für Stück und mit manchem Irrtum kennenlernen muss. Und auch nicht damit, dass quasi alle meiner Charaktere weder schwarz noch weiß sind.


    Da wünsche ich dir auf jeden Fall weiterhin viel Spaß beim Lesen, hoffe, dass dir die nächsten Kapitel auch gefallen, und freue mich auf deine nächsten Rückmeldungen.


    Liebe Grüße
    Sabine

    Berührendes Bild einer unglückseligen Freundschaft


    Der Drachenläufer ist eindeutig das beste Buch, das ich dieses Jahr gelesen habe. Diese Geschichte von Khaled Hosseini hat mich fast noch mehr berührt als sein Roman „Tausend strahlende Sonnen“, den ich auch schon herausragend fand.
    Erzählt wird die Geschichte von Afghane Amir und seinem Freund Hassan, einem Hazara. Man hat das Gefühl, auf einem afghanischen Mark zu sitzen und einem Geschichtenerzähler zu lauschen, wenn Hosseini erzählt. Er versteht es, seine Heimat so zu beschreiben, dass man fast meint, mit ihm durch die Gassen zu gehen. Die Kultur der Afghanen, ihr Selbstverständnis und das Verhältnis zu den Hazara werden einfühlsam und nachvollziehbar geschildert. Das Thema Gewalt wird anrührend behandelt. Sehr viel Spaß hat es mir gemacht, die Fragen aus dem Anhang für Lesekreise am Ende des Buchs für mich zu beantworten. Die Geschichte wird sicherlich noch lange in mir nachhallen.
    Es gab zwischenzeitlich eine kleinere Passage, bei der ich das Gefühl hatte, dass sie zu kurz angerissen und ein wenig distanziert erzählt wurde (betreffend die ersten Ehejahre zwischen Amir und dessen Frau), aber in seiner Gesamtheit ist das Buch einfach nur genial. Und das, obwohl Amir ein Protagonist ist, der wohl – mit Ausnahme des Antagonisten – einer der am wenigsten sympathische Charakter des ganzen Buchs ist. Aber er macht erstens eine positive Entwicklung durch und zweitens – wichtiger – macht ihn gerade das zu einem interessanten Charakter mit seelischen Abgründen, dessen Schicksal nahe geht. Ich denke auch, dass die Geschichte aus Sicht Hassans viel zu glatt gewesen wäre, der sich als Sympathieträger wunderbar eignet, aber keinen ganzen Roman tragen würde. Dennoch hat mich sein Schicksal mehrfach zu Tränen gerührt.
    Auch den Schluss fand ich passend, so dass ich insgesamt klare :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: Sterne für dieses wunderbare Buch vergebe.