Beiträge von findo

    Heute scheint ees von den Temperaturen her recht angenehm zu werden, bevor uns dann morgen wieder alle der Hitzeschlag trifft.

    Wann hört das auf?


    Wer frei hat oder früher Schluss, kann sich ja trotzdem nach draußen setzen, mit Eis und Cocktail vielleicht. Heute ist Tag der Erholung.


    Autor: Nikolaij A. Sokoloff

    Titel: Der Todesweg des Zaren

    Seiten: 177

    ISBN: 978-1542300223

    Verlag: Meistersprung Literatur


    Autor:

    Nikolai A. Sokoloff wurde 1882 geboren und lebte bis 1924. Er war ein russischer Richter und Untersuchungsrichter, und sollte im Auftrag der Weißen Armee den Verbleib Nikolaus II. und seiner Familie nach der Oktoberrevolution klären. Während des Bürgerkriegs flüchtete er sich vor den Bolschewiken nach Frankreich,, wo er kurz darauf starb.


    Inhalt:

    Im Jahr 1917 kam es in Russland zu Demonstrationen, Streiks und Revolten. Nikolaus II. wurde zum Rücktritt gezwungen und stand fortan unter Hausarrest. Der ehemalige Zar und seine Familie wurden in die Verbannung geschickt, während im Land ein grausamer Bürgerkrieg herrschte. Im Sommer 1918 verbreiteten sich über die Ermordung des Zaren Gerüchte. Nikolaj A. Sokoloff war einer der ersten, die die Ermordung des Zaren und seine Familie systematisch untersuchten und die Ergebnisse veröffentlichte. Mit der Zeit gerieten seine Erkenntnisse in Vergessenheit. (eigene Inhaltsangabe)


    Rezension:

    Wer kennt sie nicht, die Legenden, die sich um die Familie des letzten Zaren von Russland Nikolaus II. ranken? Angeblich überlebende Zarenkinder, die nach Jahren als Erwachsene aufgetaucht sind und einigermaßen plausible Geschichten erzählten, Gerüchte, wonach bolschewistische Soldaten einer der Zarentöchter halfen, aus der Hölle des Massakers zu entkommen. Es fehlten ja, als man die Gebeine der Ermordeten fand zunächst zwei Gebeine (die man erst später ein paar Meter weiter fand) und überhaupt, was war eigentlich in der Mordnacht geschehen? Nikolai A. Sokolofff, russischer Untersuchungsrichter, begab sich bereit 1919, beauftragt damals noch von der gegen die Bolschewiken kämpfende "Weiße Armee", auf Spurensuche. Herausgekommen ist ein Untersuchungsbericht, der Grauenvolles enthüllt.


    Der Bericht selbst wurde 1925, nach dem Tode Sokoloffs veröffentlicht, und geriet dann für längere Zeit in Vergessenheit. Dies ist nun der Nachdruck des Originals, natürlich übersetzt. Immer noch ist es die Hauptquelle für Autoren und Historiker, zu ergründen, was damals geschah, denn Spurensuche ist schwierig. Das Ipatjew-Haus, die letzte Unterkunft und schließlich Todesfalle der Familie, existiert nicht mehr und auch sonst ist der Tathergang mangels lebender Zeugen nur schwer nachzuvollziehen. Tagebücher, einige wenige Fotos, ein paar Tonbandaufnahmen von Aussagen der Bewacher der Familie sind alles, was übrig geblieben ist, und eben dieses Dokument.


    Auffallend ist, wie gewissenhaft Sokoloff selbst in dieser schweren Zeit, wir erinnern uns, 1919 war Bürgerkrieg in Russland, recherchiert hat, Zeugen vernommen und orte besucht hat, die mit den letzten Tagen der Zarenfamilie zusammenhingen. Während damals jedoch der Bericht von üüberlebenden Verwandten des Zaren angezweifelt wurde, können wir heute noch einen Punkt Sokoloff zurechnen. Seine Präzension, die in jeder Zeile zu spüren ist. Nur die Überreste der Familie fand er nämlich nicht, bei so ziemlich allen anderen Punkten hatte Sokoloff das richtige Gespür.


    Da dieser Bericht einer der Hauptgrundlagen um die letzte Zarenfamilie ist, sei es jeden Interessierten empfohlen, dies zu lesen. Man sollte es jedoch nicht ohne Vorkenntnisse tun, wird ansonsten schwierig. Der Schreibstil ist nüchtern gehalten, es ist halt ein Untersuchungsbericht, jedoch dadurch um so verständlich. Ein Namensverzeichnis wäre gut gewesen, ist aber schon im Original nicht vorhanden, also, folgerichtig, auch nicht im Nachdruck. Trotzdem ein sehr lesenswertes Dokument.

    Guten Morgen ihr Lieben,


    heute ist der Tag des Rose und des Vanille-Fruchteises am Stiel, sowie der Navajo-Code-sprecher (Verschlüsselungsmethode im Zweiten Weltkrieg).


    Ansonsten hoffe ich, dass einige von euch den Tag mit Lesen verbringen können. Ich versuche es zumindest.

    Nach dem Kranksein den ersten Tag wieder auf Arbeit. War ein schöner ruhiger Einstieg. Na ja, der PC war sehr ruhig und langsam. Kann ich so eigentlich nicht gebrauchen. Gelesen habe ich heute den Untersuchungsbericht von Sokoloff über die Ermordung der Zarenfamilie. Wir reden hier über ein Dokument, was 1925 gedruckt, dann vergessen wurde und schließlich vor ein paar Jahren nachgedruckt wurde. Sehr interessant. Muss noch überlegen, wie ich das rezensiere.

    Heute ist der Internationale Tag der Linkshänder und der Tag des Filet Mignon. Macht etwas daraus.


    Mal sehen, wie der Tag heute so wird. Nach einer Woche zwangsweise zu Hause bleiben, ist arbeiten auch mal wieder ganz schön. Hoffentlich sage ich das in ein paar Stunden immer noch. Ansonsten hoffe ich, heute ein wenig zum Lesen zu kommen und den Tag zu überstehen. Das wäre schon mal etwas.

    Vielleicht müssen die aber auch gewisse "Rollen" spielen? Keine Ahnung. Irgendwann möchte ich es mir mal vornehmen, dort mal als Zuschauer zu sitzen und überhaupt einmal zu sehen, wie so eine Sendung aufgezeichnet wird. Das sieht man ja sonst nicht. Was passiert im Hintergrund? Klar, es ist eine Live-Sendung, aber gerade deshalb wäre es mal interessant, die Wirkung zu sehen. Wie wirkt das ganze wirklich live als Zuschauer und nicht nur vor den Bildschirm?


    Frau Westermann weiß zumindest, sich den Zuschauer verständlich zu machen und spricht in dessen Sprache. Finde ich auch immer sehr angenehm. Ich schau mir noch einmal die Sendung an, vielleicht finde ich dann auch die Salzmann angenehmer. Vielleicht kennt ihr das, ihr seht oder hört einen Menschen und ohne das richtig begründen zu können, ist er/sie euch unsympathisch? Ist das hier bei mir passiert?!


    Dorn und Weidermann empfand ich in dieser Sendung (dafür gerne, könnt ihr mich erschlagen) angenehm.

    Das hat nichts damit zu tun. Die Blockade erfolgte aufgrund einer unserer letzten Auseinandersetzung, quasi aus Selbstschutz, da ich nicht aus Wut oder falschen Verständnis etwas kommentieren wollte, was mir dann hinterher leid täte. Da bin ich sehr impulsiv und das tut dann Niemanden gut. Da man blockierte Nutzer dennoch lesen kann, habe ich es irgendwann einfach vergessen, die Blockade aufzuheben, obwohl ich auch deine Beiträge regelmäßig lese.


    Mein Bestreben ist es keineswegs "Likes" zu erhalten, die sehe ich eher so als Zeichen, wie "ich habe es gelesen", nicht mehr und nicht weniger. Davon kann ich mir nichts kaufen, macht mir nichts. Wessen Bestreben ist es nicht, positives Feedback zu erhalten? Das ist eine andere Frage.


    Wenn du Beiträge von mir kritisieren möchtest, kannst du das gerne tun. Gegen eine sachliche und begründete Kritik habe ich nichts.

    Gegen Kritik, die ins Private geht, habe ich jedoch sehr wohl etwas, denn dazu kennen wir uns persönlich einfach nicht genug.


    Sei es drum, du kannst mir gerne schreiben. Blockade ist aufgehoben.


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    Heute ist der Tag der Melone in Turkmenistan, der Tag der Vinyl-Schallplatte und der Tag des Elefanten.


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    Irgendwie hat sich die Luft ein wenig abgekühlt, zumindest ist es derzeit zwar sonnig, aber angenehm draußen. Mal sehen, noch haben wir ja nicht Mittagshitze.

    Werde heute deshalb nochmal einen Lesetag einlegen und meine drei gestern begonnenen Bücher weiter schmökern.


    Nikolai A. Sokoloff: Der Todesweg des Zaren

    Rüdiger Frank: Nordkorea

    Tim Krohn: Julia Sommer sät aus


    Klingt vielleicht viel, aber ich brauche bei viel zur Verfügung stehender Zeit die Abwechslung.

    Autor: Steve Sem-Sandberg

    Titel: Die Erwählten

    Seiten: 525

    ISBN: 978-3-442-48133-0

    Verlag: Goldmann

    Übersetzerin: Gisela Kosubek


    Autor:

    Steve Sem-Sandberg wurde 1958 in Oslo geboren und ist ein schwedischer Schriftsteller, Kritiker und Übersetzer. Schon im jungen Erwachsenenalter verfasste er erste Romane, Er war Redakteur bei der Tageszeitung Svenska Dagbladet und wurde für seinen Roman "Die elenden von Lodz" mit den schwedischen August-Preis ausgezeichnet. Er übersetzt zudem auch andere Autoren ins Schwedische. Er lebt in Stockholm und Wien.


    Inhalt:

    An einem Januarmorgen 1941 wird der elfjährige Adrian Ziegler, Sohn einer Wiener Arbeiterfamilie, seinem Zuhause entrissen und in die Klinik Spiegelgrund gebracht. Während der Zweite Weltkrieg tobt, sind Adrian und die anderen Kinder in der Erziehungsanstalt schutzlos der Hölle des Nazi-Systems ausgeliefert. Einzig der Anblick des Bergs vor dem Fenster weckt in ihnen die Hoffnung auf einen Schutzengel, der sie von diesem finstersten aller Orte zu retten vermag. Die Klinik wird so zum Spiegel des Nazi-Terrors - und das Überleben zur absolzuten Ausnahme. (Klappentext)


    Rezension:

    Die Reihe guter dokumentarischer und aufarbeitender Romane ist dünn gesät. Viel zu oft werden einzelne Geschehnisse überhöht, gar welche dazu erfunden, als wollen die Autoren die Leser in eine bestimmte Zeitebene einführen, bitte jedoch mit Wohlfühlfaktor, und wenn ein wenig Schrecken und Grusel dabei ist, ist dann die kriminalistische Ader des Zielpublikums auch bedient. Hier aber, ist's anders. Steve Sem-Sandberg, dessen größter Teil seiner Werke noch gar nicht aus dem Schwedischen übersetzt wurde, hat mit "Die Erwählten" in Werk geschaffen, welches ebenso wie "Die Elenden von Lodz" aufwühlen und den Blick weiten vermag.


    Im Kern geht es um den Wiener Jungen Adrian Ziegler, dessen Elternhaus nicht ins Zeitbild der Nazis passen will und der deshalb in die fänge der neuen Machthaber, genauer gesagt, in der Anstalt Spiegelgrund landet. Dort sammelt das Regime und seine Getreuen all das, was schwer erziehbar oder als abartig, nicht lebensfähig gilt. Wer einmal drin ist, verlässt dieses System dann auch nicht so schnell. Und schon gar nicht lebendig.


    Der zweite Handlungsstrang bezieht sich auf die Kinderkrankenschwester Anna Katschenke, die beim hochangesehenen Jekelius, Leiter der Anstalt, eine Stelle sucht und antritt und nach und nach vom Wirken der Ärzte dort erfährt, das Euthanasie-Programm zur Vernichtung lebensunwerten Lebens willfährig mitträgt und unterstützt.


    Gleich dazu die erste erzählerische Meisterleistung des Autoren. Die Täter existierten mit den aufgeschriebenen Namen alle wirklich. Die Namen Gross, Jekelius oder etwa Katschenka lassen sich nachvollziehen, um die überlebenden und toten Opfer zu schützen, werden diese jedoch anonymisiert, wobei auch hier leicht herauszufinden ist, dass es sich bei der Geschichte um den Jungen Adrian um niemand anderen als Friedrich Zawrel handelt, dessen Lebensgeschichte und Leiden hier als Grundlage für die Handlungsstränge dient, die mit zunehmender Seitenzahl immer schneller, immer drängender erzählt werden.


    Dabei unterlässt der Autor es, den Leser zu schonen, begibt sich in die gefühlswelt der Täter und wirft seine Leser dann wieder ins kalte Wasser, wenn beschrieben wird, wie Kinder und Jugendliche mit vermeindlicher oder wirklicher Behinderung vorgeführt, misshandelt oder erlöst werden. Letzteres findet vor allem im Kopf statt, nur Andeutungen gibt es reichlich. Unterfüttert mit z.B. Vernehmungsprotokollen und einer tragischen Wiederbegegnungsszene, die verbürgt sind, ist dieser Roman kleinteilig, jedoch immer packend. Man möchte die Täter am liebsten jetzt noch nach ihrem Tode einer gerechten Strafe zuführen. Doch, was ist schon gerecht, in Anbetracht der Behandlung, die diese ihren Opfern haben angedeihen lassen?


    Erschreckend, diese Kaltschnäuzigkeit und diese Willkür, die damals das geherrscht haben, ebenso diese Berufung auf Vorgesetzte. "Wir haben doch nur Befehle ausgeführt." Man möchte brechen, auch im angesicht der Tatsache, dass sich nicht wenige Täter in die Gesellschaft wieder eingliedern, ihren Beruf wieder aufnehmen konnten, während all ihren Opfern, sofern sie mit den Leben davon kamen, Gerechtigkeit meist versagt blieb. Eine Ungeheuerlichkeit.


    Im perspektivischen Wechsel gestaltet, hat Sem-Sandberg ein Meisterwerk des Gedenkens geschaffen, welches unbedingt gelesen gehört. Viel zu selten erfährt man etwas über das Schicksal der Euthanasie-Kinder, deren bekanntestes Beispiel in Deutschland Ernst Lossa ist, doch müssen, wie hier am Beispiel Friedrich Zawrels unbedingt noch mehr Kinderschicksale aufgearbeitet werden, um in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu geraten. Zu groß ist die Gefahr des wiederkehrenden Geschehens. Es hat schließlich auch damals nicht mit überdorsierten tabletten oder Spritzen angefangen, sondern mit geschürten Hass und Ausgrenzung. Dagegen und gegen die Folgen, nicht zuletzt zur Erinnerung, dieser Roman.

    Die nächsten Bücher, die ich (noch diesen Monat) lesen möchte:

    Tim Krohn: Julia Sommer sät aus (Gefühlswelt "Menschliche Regungen" - Band 3)*

    Rüdiger Frank: Nordkorea

    Nikolai A. Sokoloff: Der Todesweg des Zaren


    September:

    D.B. John: Stern des Nordens*

    Rüdiger Frank: Unterwegs in Nordkorea


    Das ist die Pflichtlektüre, es sei denn es rutscht mir noch ein *Rezensionsexemplar dazwischen.

    Gerade habe ich diesen Roman zu Ende gelesen. Grausam, erschütternd und erdrückend ist das erzählte Geschehen.

    Und wenn man bedenkt, dass sich der Autor ein wahres Jungenschicksal zu Grunde gelegt hat, ist es um so wirkender.

    Es wird interessant werden, die Rezension jetzt zu schreiben.

    Ich habe bei mir -Dolce Vita- kurzerhand durchgestrichen, weil es für mein Buch auch nicht passte, so dass nur -Mittelmeer- als Thema übrig blieb.

    Ägypten und Saudi-Arabien sind beides Wüstenstaaten. Natürlich geht das. Nimm die Kategorie.

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