Beiträge von Frawina

    Buch 2, bis Kapitel 14


    Muss dazusagen, dass ich ab und zu zwei deutsche Übersetzungen genommen habe und auch ein paarmal ins Original geschaut habe.


    Die Beschreibung des Fischens war wunderbar hintergründig. Ich hatte erst die Übersetzung von Kolb, wo das Fischen so trocken und verschnörkelt geschildert wurde. Und dann nahm ich die andere Übersetzung (die vom Insel-Verlag) und da gab es beispielsweise in der Szene, in der Cruncher seine Gerätschaften aus dem Schrank (wieso ist es in beiden deutschen Übersetzungen ein Schrein?) holt, beim "Fischen" plötzlich Anführungszeichen. Das ist natürlich eine Kleinigkeit, aber dadurch ging für mcih die Wirkung dieses trockenen Humors ein bisschen verloren. Vorher wurde alles so beschrieben, dass der Leser natürlich ahnte, dass die Geräte nicht zum Angeln benutzt werden würden und dann kamen sie zum Vorschein, ein Spaten, ein Seil, eine Kette etc. :lol: ... und das war doch so offensichtlich und in sich witzig, dass es keiner Anführungszeichen bedürft hätte. 8-[


    Naja, was ich damit sagen will: Nachdem meine (nicht vollständige) Dickens-Lektüre ja schon ein paar Jährchen her ist, bin ich bis jetzt immer von dieser Art Humor ausgegangen. Ob der im Original auch so ist, kann ich nicht beurteilen, dazu verstehe ich das Englisch aus dieser Zeit nicht gut genug. Aber mir fällt gerade auf, wie sehr diese Unterschiede in der Übersetzung auch die Stimmung und das Hintergründige, das ich gern hineinlesen möchte, verändern.

    Okay, ich hoffe, ich wiederhole damit nicht etwas, was schon x-mal durchdiskutiert wurde. Wollte es nur einmal erwähnen, weil eben die Übertragung ohne Anführungszeichen mir besser gefallen hat und ich sie auch stimmiger fand.

    Die männlichen Hauptrollen werden mir alle unsympathischer.


    Mr. Stryver ist ein überhebliches Scheusal, Mr. Carton ein Waschlappen und Mr. Cruncher ein herzloser Schläger.

    Mal sehen wie sie sich weiter entwickeln.

    Ich fand's ja interessant, dass er beim Abschied seine Frau "trotzig" anschaut. :wink: Bestimmt hat Cruncher, wie Dickens andeutet, in Wirklichkeit eine Höllenangst, dass ihre Gebete tatsächlich wirken könnten: :-,

    "With this view, he urged his son to hold her in conversation also, and led the unfortunate woman a hard life by dwelling on any causes of complaint he could bring against her, rather than he would leave her for a moment to her own reflections. The devoutest person could have rendered no greater homage to the efficacy of an honest prayer than he did in this distrust of his wife. It was as if a professed unbeliever in ghosts should be frightened by a ghost story."

    47. Ein Buch aus Deinem Regal, das sehr zerlesen aussieht

    Das ist dieser (von mir erst vor ein paar Tagen erwähnte) Doppelband.

    Bis jetzt dachte ich, dass das nur bei mir so extrem ausschaut, aber vielleicht ist einfach die Qualität von diesen Taschenbüchern so, dass man ihnen das Lesen recht schnell ansieht. Die sind ja auch eher dicker, evtl. liegt's auch daran.

    Buch 2/bis Kap. 13

    Hier in diesem Kapitel wird er uns aber als überaus eloquenter, larmoyanter Mensch vorgeführt. Das passt einfach nicht zusammen.

    Ich vermute, dass der Erzähler dem Bedürfnis seiner Leser nach Sentimentalität entgegenkommen wollte.

    Ich habe lange hin und her überlegt, ob mir sein Gefühlsausbruch too much war :scratch: - aber eigentlich fand ich, dass in seiner Liebeserklärung eine gewisse Ruhe und Würde lag.

    Ich glaub' ja irgendwie, dass Carton auf seine Weise genauso ein Ideal wie Lucie darstellt, nur eben in männlich - und aus irgendeinem Grund ohne Hoffnung (ob nur von ihm so gesehen oder tatsächlich wissen wir nicht).

    Ich fand das Gespräch der beiden eigentlich sehr schön. Und angesichts der Konventionen so offen und weitgehend wie irgend möglich. Schade, dass Lucie ihn nicht mag, hab ich mir gedacht ... :uups:

    Ich passe jedenfalls perfekt in die sentimentale Zielgruppe. :lol:

    Er weist das Manettchen darauf hin, dass "es einen Menschen gibt, der bereitwillig sein Leben hingäbe, um ein Leben, das Sie liebt, an Ihrer Seite zu erhalten."

    Das hab ich übrigens so verstanden, dass er alles für sie täte, sobald sie ein Kind hat, für das sie dann selbst ihr Leben hergeben würde, damit sie mit ihrem Kind glücklich sein kann. ?(

    So schön ironische Beschreibungen:

    Mr. Stryver having made up his mind to that magnanimous bestowal of good fortune on the Doctor's daughter, resolved to make her happiness known to her before he left town for the Long Vacation.


    In der Tat ein "Fellow of Delicacy" :loool:

    Zum Glück hat Dickens aber auch genug Humor in seinen Beschreibungen verwendet.

    12 + 13: "Der Mann von Zartgefühl" und "Der Mann ohne Zartgefühl"

    Und bestimmt ist Carton auch deshalb so pointiert dargestellt. :wink:

    46. Ein Kochbuch, das in deinem Haushalt recht häufig benutzt wird


    Das hier begleitet uns schon einige Jahre. Wir hätten zwar noch ein paar andere, aber schauen da so gut wie nie rein. In diesem hier gibt es neben den Rezepten auch noch viele Informationen über Lebensmittel und Zubereitung, sehr hilfreich.

    Buch 2, bis einschließlich Kap. 13

    Das zwölfte Kapitel (Der Mann aus Zartgefühl) hatte mich köstlichst amüsiert. Herrlich! Das hätte ich Mr. Lorry so nicht zugetraut.

    Ja, das war wunderbar kompliziert und extrem höflich ausgedrückt, abgesehen von Adern und Gesichtsfarbe. :lol:

    So sympathisch mir Carton bisher war, für so weinerliche Typen ohne Selbstbewusstsein fehlt mir etwas die Geduld. Sorry. 8-[ Immerhin kaufe ich es ihm ab, dass seine Gefühle echt sind. Er scheint eine Art von Vergebung für seine Verfehlungen zu suchen, aber statt wenigstens den Versuch zu unternehmen, sich zu ändern, lässt er lieber die "Sie sind viel zu gut für mich" Leier vom Stapel... Naja.

    Mir kam da spontan der Gedanke einer unheilbaren Krankheit, sowas wie Siphyllis beispielsweise. Das ist ja was, wo man sich selbst und Anderen schon leidtun kann, wo es immer schlimmer wird und wo man sich in gewisser Weise ja auch noch als selbst schuld betrachten kann.

    Cartons Verhalten ist wirklich dubios und ohne Begründung. Aber das war auch ein Grund, warum ich so auf das Motto "die Sünden der Väter" kam, denn auch bei ihm vermuten wir wohl alle ein familiäres Problem als Erklärung für sein Verhalten.

    Wie geht's euch denn mit diesen ganzen äußeren Ähnlichkeiten?

    Carton sieht offensichtlich Darnay ziemlich ähnlich. Letzterer hat(te) einen Onkel mit einem Zwillingsbruder (seinem Vater) und Doktor Manette reagiert bisweilen etwas verstört und misstrauisch auf Darnay. Dass da eine Ähnlichkeit vorhanden sein muss, wirkt irgendwie offensichtlich.

    Aber könnte es da vielleicht noch weitere verwandtschaftliche Zusammenhänge geben?


    Irgendwo hat Stryver übrigens auch noch gesagt, dass er in unabhängigeren Verhältnissen als Carton lebe (und sich trotzdem bemühe, angenehm zu sein). Vielleicht ist das auch ein Hinweis auf irgendwelche Verstrickungen von Carton.

    44. Das Buch, das in deinem echten Bücherregal ganz oben links steht

    Auch bei mir mehrere Regale und einige Regalmeter. Aber auch derzeit gerade viele Bücher aussortiert und weitergegeben und deshalb noch nicht wieder Überblick.

    Definitiv noch da ist (und in einem der Regale oben links war) jedenfalls der erste Teil von Per Anhalter durch die Galaxis (genauer: ein Doppelband und daneben gleich der mit Teil 3 und 4). :wink:

    HINWEIS - Bitte immer mit kopieren - UND AUCH LESEN!!!


    Beim Weiterführen der Liste darauf achten, dass die Listenfunktion beibehalten wird! Dafür bitte die Editoren-Ansicht benutzen (NICHT die Quelltextansicht)! Listenziffern werden automatisch eingefügt, wenn sie beim kopieren nicht markiert werden! Dass die Liste richtig übernommen wurde, erkennt man daran, dass die korrekte Liste ein wenig nach rechts eingerückt ist, während die falsche Liste, die nicht automatisch nummeriert ist, einfach bündig am linken Rand erscheint.


    Bei den Leuten, welche noch Probleme haben, hier weiterlesen:


    Nur die Namen/Liste markieren - mit der linken Maustaste (dabei stellt sich nämlich heraus, wenn man oben in die Menüleiste schaut, dass statt "nummerierter Liste" nur die normale "Liste", welche eigentlich Punkte statt Zahlen ausgibt, für die Aufzählung markiert ist. Was beim Absenden dazu führt, dass man keine Zahlen mehr davor hat). Nach dem Markieren oben in der Menüleiste auf "Nummerierte Liste" drücken (so dass dieses ausgewählt ist statt der normalen). Absenden. Fertig!


    Und nehmt BITTE immer den letzten Post und nicht euren eigenen!


    1. Dreamworx - 31
    2. Gonozal - 28
    3. Nimrod Kelev-rah - 25
    4. Divina - 22
    5. Emili - 21
    6. Dulagor - 20
    7. Svanvithe, Leen - 16
    8. Rincewind66, *sophie - 14
    9. *Bücherwürmchen*², tom leo - 13
    10. Yvonne80, Lilias - 12
    11. Fridoline - 11
    12. freddoho, Tiniii - 10
    13. Pasghetti, Thomson, liesma, Affenkaelte, Frawina - 9
    14. the-black-one, rhapsody2, lio - 8
    15. Buchcafe24, Kermit, Taraliva, pescador, Anni2412, flohmaus - 7
    16. Jisbon(:, Gaymax, buechereule - 6
    17. Studentin, JessLittrell, cocodrilla, Scalymausi - 5
    18. Narenda_, Nessy1800, Susannah, Melanie512, Bast, Kittelbiene - 4
    19. Tanni, Sympathie-Dixer, Evy, aleXi.s, Valrike, DarkMaron, E-Krimi - 3
    20. Becky, Flioefe, countrymel, Clary-Jocelyn, xxmarie91xx - 2
    21. dieVielleserin, dramelia - 1

    43. Ein Buch, das Dir gefällt, bei dem Du aber mehrere Anläufe gebraucht hast

    Hier gab es relativ einfache Gründe. :wink: Als ich mir das Hörbuch zum ersten Mal ausgeliehen hatte, passend zum Jahresende, hatte ich zu wenig Zeit und ruckzuck war es abgelaufen. Beim zweiten Mal (schätzungsweise ein Jahr später) zickte mein MP3-Player und danach verflog die Zeit wieder und die Leihfrist war um. Beim dritten Mal hab ich dann gezielt nach dem E-Book geschaut und es vorgemerkt und das Buch dann irgendwann im März gelesen. :wink:

    In diesem Buch steckt eine ganze Menge unstrukturiertes Geschwurbel, aber "schön" verpackt mit häufigen Seitenhieben auf den dummen Leser, zu dessen Mittelmäßigkeit der Autor auf keinen Fall gehören möchte. Das wiederholt er in unterschiedlichster Verpackung alle paar Seiten und lobt dafür sich selbt über den grünen Klee. :roll: Ganz unangenehm.

    Was meinst du denn mit anstellen? Ans Kabel hängen?

    Du kannst auch ohne Kabel sehen, wieviel Prozent der Akku noch hat:

    Dazu im Startbildschirm oben links auf die drei Querbalken klicken,

    dann ganz unten auf "Information und Hilfe" drücken

    und dann siehst du in der Mitte links die Prozent, die die Batterie noch hat.

    Zweites Buch - Siebtes bis Achtes Kapitel

    Aber später im Achten Kapitel erfahren wir ja über einen Mitreisenden unter der Kutsche von Monsieur le Marquise. Wer war das? Und was bezweckt er damit?

    Ich gehe fest davon aus, dass Defarge die Münze zurückwarf und er auch derjenige unter der Kutsche war. Aber ich deute es als spontane Aktion, ungeplant :-k

    Oh, ich hätte jetzt vermutet, dass es sich um Gaspard, den Vater des Kindes, handelt. Hieß es da nicht, der Mann wäre lang und dünn gewesen? Und dass er spontan das "Bündel" versteckt hat (wissend, dass die Frauen sich notfalls kümmern), um eben unter der Kutsche mitfahren zu können. Was er genau tun könnte, hat er vielleicht nicht gewusst, nur, dass er den Marquis mit diesem Totschlag nicht einfach davon kommen lassen will.


    Edit:

    Aber wieso versteckt er es dann? Wie gesagt, ich hätte mein Kind begraben wollen. Das verwirrt mich wirklich etwas.

    Ich denke, er wird es einfach später begraben, wenn er zurück ist.

    Buch 2, Kapitel 7 und 8


    Sehr gut gefallen hat mir, wie Dickens das Ende des 6. Kapitels gestaltet hat, eine recht düstere Andeutung.

    Und dann am Ende das Bild der großen Menschenmenge die stürmend und tobend herankommt. Großes Kino, Herr Dickens.

    Ja, das war ganz schön beängstigend, man konnte die Hunderte Leute, die durch die Gasse kommen, die man schon laut hört, aber noch nicht sieht, förmlich innerlich vor Augen sehen und hören.

    Ich hatte auch das Gefühl das Miss Manette und ihr Vater sich während der Befragung sehr zurück gehalten haben und ausweichend/charmant zu den Fragen geantwortet haben.

    Da hatte ich vor allem das Gefühl, dass sie ehrlich sein, aber nicht zu viel sagen wollten, um es für Darnay nicht noch schlimmer zu machen.

    Vor allem waren wohl alle im Gerichtssaal sowohl schockiert als auch fasziniert von dem bald stattfindenden grausamen Schauspiel. Weil Darnay aber so gut aussah, fand man es dann aber doch ein bisschen schade um den jungen Mann ... 8-[

    Bei meiner Lektüre gestern abend bin ich mir ja noch nicht einmal sicher für wen sich Mr. Lorry tatsächlich interessiert, für die resolute Mrs. Proß oder etwa doch Mrs. Manette?

    Lorry und Proß scheinen sich zumindest gut zu verstehen und einen ähnlichen Humor zu haben, sympathisch. :)

    Ganz am Anfang von Kapitel 7 war ich wieder froh über meine Notes, denn ich bin nicht Bibelfest. Wenn Monseigneur die Überzeugung hegt "The earth and the fulness thereof are mine" , so ist das die persönliche Umwandlung des Psalm 24, I: "The Earth is the Lord's, and the fulness thereof". Ohne die Anmerkung hätte ich diesen Ausspruch nicht richtig deuten können oder den Hinweis mit dem einen, einzigen geänderten Pronomen :ergeben:

    Danke für diesen Hinweis! Dass dieser (nicht gerade geliebte) Monseigneur (und der Marquis wiederum den ihm Untergebenen gegenüber) sich selbst als gottgleich sieht, fasst das Grundgefühl dieser ersten zwei Kapitel gut zusammen. Unglaubliche Auswüchse und eine Selbstverständlichkeit, mit der der Monseigneur diesen dekadenten Luxus lebt! ... Wenn man bis hier noch unsicher gewesen sein sollte, was Dickens ausdrücken wollte, dürfte es spätestens jetzt klar sein. :lol:


    Die Szene mit dem Kind war schrecklich! Diese unfassbare Ignoranz! Das absolut fehlende Mitgefühl. Die Stumpfheit (und in der Situation wohl auch das Klügste, zu schweigen, obwohl man doch sogar als Leser einfach nur schreien möchte) der unterdrückten Menschen. Echt schlimm, diese Situation.

    Ich fand auch die Beschreibungen der hungernden Menschen sehr eindrücklich, beispielsweise das:

    "Aber auch die Bevölkerung war arm, und viele von den Einwohnern saßen vor den Türen und schnitzelten Zwiebeln oder etwas Ähnliches zum Nachtessen, während andere an dem Brunnen standen und Blätter, Gras und sonstige kleine Erderzeugnisse wuschen, die sich essen ließen."

    Solche Darstellungen von und dass man schließlich Gras etc. isst, kannte ich bisher hauptsächlich von Polarreisenden, wo die Natur (und schwindende Vorräte) einfach nicht mehr hergab.

    Dass es zu solchen Auswüchsen kommen kann, weil einem Steuern die Luft zum Atmen nehmen, das hat Dickens eindrücklich beschrieben. Und außer Steuereinnehmern und den davon Profitierenden dürfte es da recht eindeutige Sympathien für die Romanfiguren geben. :-,

    'My Lord' ist eindeutig und unzweifelhaft der Oberste Richter, die beiden Wörter sind ein fester Begriff und da gibt es keine andere Übersetzung.

    Ja, schon klar! :lol:

    So hatte ich es nicht gemeint. Sondern das "my", das du dem Erzähler zuordnest.


    Vielleicht ist es ja eine sprachliche Spielerei; auf jeden Fall haben die Übersetzer eine Form gewählt, die für uns verständlich ist. :friends:


    Ich bewundere derzeit echt jeden, der Dickens im Original liest. Das braucht viel Zeit und Ahnung, worauf er hinaus wollen könnte.