Beiträge von gaensebluemche

    "Die Henkerstochter und der Fluch der Pest" ist nicht der erste und sicherlich nicht der letzte Roman von Oliver Pötzsch; gut so!


    Der Autor nimmt die Leser in eine Welt mit, die im Wandel ist: von Althergebrachtem zur Moderne, vom Aberglauben zu Wissenschaft und Aufklärung. In dieses Milieu setzt der Autor eine Familie, die für sich erkannt hat, dass das menschliche Wesen, und insbesondere die Frau, so viel mehr kann, als nur vom Leben zum Sterben zu gelangen und nebenbei ein paar Kinder zu gebären. Die Protagonistin ist schlau und gewitzt, fürsorglich und tapfer. Sie weiß, dass ihre Familie das Wichtigste auf der Welt ist und dass sie alles dafür tun würde, um Schaden von ihr abzuwenden. Gleichzeitig kämpft sie jedoch vehement gegen Geschlechterungleichbehandlung und Klassenmoral an, die sie weder verstehen will noch als naturgegeben ansieht. So behandelt die Geschichte auch brandaktuelle Themen wie Krankheit, Tod, Hysterie angesichts einer unüberschaubaren und gefährlichen Situation und den menschlichen Drang nach Schuldzuweisung. Auch ohne das umfangreiche Nachwort des Autors findet der Leser zahlreiche Parallelen zu den aktuellen Entwicklungen. Dabei ist die Geschichte weder sensationslüstern erzählt noch kommt sie platt daher wie manche historische Romane. Im Gegenteil: Der Autor schafft es, sehr authentisch und nachvollziehbar zu erzählen und den Leser tief in die historischen Zusammenhänge eintauchen zu lassen.


    Fazit: Die Geschichte wiederholt sich, im Guten wie im Schlechten. Seid gewappnet!


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    Dieses Buch ist ein wahrer Schatz. Ich lese die Bücher von Delphine de Vigan unglaublich gern und auch mit "Dankbarkeiten" hat sie mich wieder tief berührt und mit ihren Worten sehr begeistert. Es ist eine kleine, aber tief bewegende Geschichte, die die Autorin ihren Lesern präsentiert. Sie nimmt sich nicht viel Zeit für ausschweifende Beschreibungen der Charaktere und der Handlungsumgebung. Stattdessen fokussiert sie sich sehr auf das Handeln der Figuren, aber noch mehr auf das, was sie sagen. Denn "Dankbarkeiten" erzählt von der Kraft der Sprache, von dem Verlust von Worten, vom Älterwerden, von Verbundenheit und nicht zuletzt von Dankbarkeit. Es steckt so viel in diesen Seiten, so viel mehr als das, was gesagt wird. Es ist wundervoll, wie sich die Geschichte mit jeder weiteren Seite vor den Augen des Lesers entfaltet, wie die Bindung zu den Charakteren enger und tiefgründiger wird, wie sehr Michka mich zum Lachen gebracht, aber auch tief bewegt hat. Ich habe jede Zeile, jedes einzelne Wort so sehr genossen und bin so froh über diesen wundervollen Buchschatz. Es ist ein wahres Geschenk, dieses Buch, und ich nehme es voller Dankbarkeit an.


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    Ich bin schon lange auf der Suche nach dem für mich passenden Journal. Mit "Weil jeder Tag besonders ist" bin ich nicht zu einhundert Prozent zufrieden, aber ich verbringe gern Zeit mit dem Buch und kann viel daraus für mich mitnehmen. Das Buch wirbt damit, dass es nur vier Minuten täglich braucht (morgens zwei und abends zwei), um die Fragen zu beantworten. Ich glaube aber, das hängt sehr von der Tagesform ab. Nicht immer fällt es mir leicht, Antworten auf die Fragen zu finden. Aber das ist auch okay und ich zwinge mich nicht, die Fragen in jeweils zwei Minuten abzuarbeiten. Das ist auch nicht Sinn der Sache, sondern es geht eher darum, meine Kreativität anzuregen und den Tag mit guter Laune zu beginnen oder ihn abends Revue passieren zu lassen und Erkenntnisse daraus zu gewinnen. Dafür eignen sich die Fragen in jedem Fall.


    Das Vorwort fand ich sehr hilfreich und ich konnte daraus einiges für mich mitnehmen. Ich kannte Biyon schon vorher und hatte während des Lesens seiner Einleitung seine Stimme im Ohr. Das fand ich super. Und es waren einige Erkenntnisse für mich darin enthalten, als er erklärt, wie dieses Buch entstanden ist und wie es genutzt werden sollte. Der Mehrwert steckt für mich daher nicht nur in dem Ausfüllen des Buches, sondern auch sehr in Biyons Worten.

    Die sechs Themenbereich, mit denen sich jeweils einen Monat lang beschäftigt wird, finde ich toll gewählt, und auch die Fragen dazu finde ich interessant. Ich muss aber sagen, es kostet schon etwas Überwindung, einen Monat lang jeden Tag dieselben Fragen zu beantworten und sich neue Antworten einfallen zu lassen. Aber ganz sicher ist das auch der Sinn des Buches: kreativ werden und neue Lösungen und Antworten finden.


    Die Seiten für die Samstage und Sonntage, an denen keine Fragen beantwortet werden, sondern es inspirierende Geschichten zu lesen oder Challenges für die kommende Woche gibt, finde ich sehr schön. Besonders die kurzen Geschichten inspirieren mich. Die Challenges passen für mich nicht immer, aber es ist ja auch kein Zwang und ich kann sie mir einfach für andere Gelegenheiten aufheben.


    Ich finde die Gestaltung des Buches sehr toll. Ich mag den Leineneinband und die hochwertige Gestaltung. Das Buch wirkt fröhlich und es macht Spaß, es in die Hand zu nehmen und darin zu blättern.


    Letztlich entscheidet jeder selbst, wie intensiv er dieses Buch nutzen möchte. Ich denke aber, dass Biyon alles hineingepackt hat, was es braucht, um Veränderungen im eigenen Leben zu bewirken.


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    Nach dem Ende von "Neon Birds" waren meine Erwartungen in Bezug auf "Cyber Trips" sehr hoch. Und sie wurden erfüllt. Die Autorin macht genau da weiter, wo sie in Band 1 aufgehört hat. Die Fortsetzung hat mich vor allem mit ihren tiefgründigen Charakteren überzeugt. Der Leser lernt sie, ihre Motive und Beweggründe in Band 2 noch besser und intensiver kennen und ihre Gedanken und Gefühle haben mich zeitweise sehr berührt und bewegt. Aber auch was die Spannung betrifft, kann "Cyber Trips" mit "Neon Birds" mithalten. Teilweise fand ich die Szenen sogar noch intensiver und noch beeindruckender. Manche Szenen gingen mir zu schnell, da hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht. Aber insgesamt hat mich "Cyber Trips" enorm gefesselt und es waren einige seeehr überraschende Wendungen dabei. Ich freue mich riesig auf das große Finale, auch wenn ich ein wenig Angst habe. Ich weiß nicht, ob es für alle Charaktere gut ausgehen wird, und ich bin unglaublich gespannt, wie die Autorin alles auflösen wird.


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    "Der Empfänger" ist ein Buch zwischen Extremen: auf dem Weg zur Freiheit an der eigenen Identität vorbei hin zu den Zwängen einer Zeit, die sich selbst überholt. Der Protagonist ist ein typischer Auswanderer: idealistisch, lebenshungrig und bereit, für seinen persönlichen Traum vom Glück viel zu wagen und aufzugeben. Dabei merkt er nicht, dass er in dem drängenden Wunsch nach Akzeptanz und Erfolg seine wahre Identität, seine Wertevorstellungen, seine Seele preisgibt, um in einer Welt Fuß zu fassen, die neu und zugleich schrecklich vertraut ist. Denn die Schatten, die ihn in und an Deutschland zweifeln ließen, begegnen ihm in der neuen Welt wieder, sie waren schneller und erweisen sich als stärker als der Protagonist. In seinem Scheitern wendet er sich zurück und merkt jedoch schnell, dass diese Tür für ihn endgültig verschlossen ist: Ein Zurück ist nicht möglich. So wird er zum Wanderer, geduldet, aber rastlos, frei und doch Sklave seines Traums. Was aus ihm wird, erfährt der Leser nicht, und das ist gut. Gleichwohl hätte man sich mehr Spannung erhofft, denn das Buch schafft es am Ende nicht, den Leser vollständig in seinen Bann zu ziehen.


    Fazit: Wer den Nationalsozialismus und die Zwänge und Zwiespalte, die damit zusammenhängen, als rein deutsches Problem begreift, wird von diesem Buch überrascht sein, denn es zeichnet das Bild einer weltumspannenden Bewegung, deren Ideologie nicht an Ländergrenzen oder Sprachbarrieren haltmachte, die Menschen und Nationen gleichermaßen infizierte und Schicksale erschuf, über die die Welt noch heute redet.


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    Karin Baldvinsson nimmt ihre Leser mit "Der Sommer der Islandtöchter" mit nach Island, auf die wunderschöne Insel mit ihrem rauen Wetter und der beeindruckenden Landschaft. Ihre Beschreibungen der Insel sind so bildhaft und lebendig, dass ich mich als Leserin direkt an die Schauplätze des Romans versetzt gefühlt habe. Ich habe gespürt, wie der Wind an mir zerrt, wie der Regen durch den Ort gepeitscht wird, aber durfte auch die Wärme und die Sonne spüren. Mein Fernweh wurde ein bisschen gemildert und das hat mir richtig gut gefallen. Toll fand ich auch, wie die Autorin die Kulturunterschiede zwischen Deutschland und Schweden dargestellt hat. Hier musste ich öfter schmunzeln und ich fand es interessant, die Mentalität der Isländer ein wenig kennenzulernen.


    "Der Sommer der Islandtöchter" spielt auf zwei Zeitebenen. Die Handlung der Gegenwart konnte mich mehr überzeugen, vielleicht weil ich mich mit der Protagonistin Hanna besser identifizieren konnte als mit der noch sehr jungen und eigenwilligen Monika, die der Leser im Jahr 1978 kennenlernt. In meinen Augen hat sich die Autorin für den Handlungsstrang der Vergangenheit etwas zu viel Zeit genommen. Hier gab es für mich beim Lesen einige Längen und ich habe mich in die Gegenwart zurückgesehnt. Dort habe ich hingegen sehr mit Hannah mitgefiebert, ihre Emotionen und Gedanken waren für mich greifbarer und nachvollziehbarer. Bei den zwischenmenschlichen Beziehungen ist die Autorin für mich etwas ins Kitschige abgerutscht, da fand ich einige Beschreibungen doch etwas zu viel. Aber das kam nicht oft vor.


    Es gibt im Laufe des Buches einige Dinge zu klären, so manches wird enthüllt und kommt ans Tageslicht. Stellenweise ging mir das etwas zu schnell und ich hätte mir mehr Emotionen gewünscht. So wirkten die Charaktere stellenweise ein wenig abgeklärt und die Entdeckungen wurden zu schnell akzeptiert, bevor es zum nächsten Punkt weiterging. Hier hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht.


    Insgesamt habe ich "Der Sommer der Islandtöchter" aber sehr gern gelesen und ich freue mich auf weitere Romane der Autorin, die zum Wohlfühlen einladen und mich an ferne Orte entführen.


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    "Das Gerücht" hat mich leider nicht so überzeugt wie erhofft. Ich fand die Grundidee total interessant und anfangs hat mir auch gefallen, wie die Autorin sie umgesetzt hat. Es wird gut erzählt, wie das Gerücht entsteht und die Runde macht und aus welchen Gründen die Ich-Erzählerin es verbreitet. Aber mir blieb die Geschichte zu oberflächlich. Es passiert viel zu viel drumherum, das Gerücht und seine Folgen rückt sehr in den Hintergrund, stattdessen wird das Privatleben der verschiedensten Charaktere beleuchtet, andere Sorgen und Alltagsprobleme der Ich-Erzählerin kommen hinzu und dadurch kommt leider nur sehr wenig Spannung auf. Aber das Buch weist einen Plottwist auf, mit dem ich so nicht gerechnet hatte und der dann doch im letzten Viertel für Spannung sorgt. Daher gibt es gut gemeinte drei Sterne von mir.


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    "Der Wald, vier Fragen, das Leben und ich" hat mir einen wundervollen Lesenachmittag beschert, aber die Zeit, die ich danach noch mit diesem Buch verbringen werde, wird weitaus länger andauern. Ich hatte während des Lesens schon einige liebe Menschen vor Augen, denen ich dieses Büchlein schenken werde, um ihnen eine große kleine Freude zu bereiten.


    Ich beschäftige mich seit ungefähr drei Jahren mit Persönlichkeitsentwicklung und würde "Der Wald, vier Fragen, das Leben und ich" als "Persönlichkeitsentwicklung für Einsteiger" bezeichnen. Zusammen mit der Ich-Erzählerin, einer alterslosen verheirateten Frau und Mutter zweier Kinder, in die sich somit jeder Leser jeden Alters hineinversetzen kann, macht der Leser sich auf die Reise um die vier großen Fragen des Lebens, die das Potenzial haben, das eigene Leben komplett zu verändern. Dabei geht es nicht um die großen philosophischen Fragen wie "Warum bin ich hier?" oder "Was ist der Sinn des Lebens"? Stattdessen beschäftigt sich die Ich-Erzählerin mit den Höhen und Tiefen ihres Alltags. Und dadurch sind die vier Fragen - und vor allem ihre Antworten darauf - so realitätsnah und praktisch, dass man sie als Leser direkt auf seinen eigenen Alltag übertragen kann.


    Dieses kleine Büchlein hat mich unglaublich inspiriert und mir aufgezeigt, was sich verändern kann, wenn man ehrlich zu sich selbst ist, mit offenen Augen und einem offenen Herzen durch seinen Alltag geht und mutig genug ist, um Veränderungen in Angriff zu nehmen. So viel Leichtigkeit und Lebensfreude ist möglich, wenn wir nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen, nicht alles persönlich nehmen und auch mal über uns selbst lachen können.


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    "Die Kleider der Frauen" hat mich echt überrascht, denn das Buch ist so viel mehr, als der Klappentext andeutet. Es fließen so viele Elemente zusammen: Familiengeschichte, Spannungsroman, Krimi, Liebe, Leid. Dadurch ist die Geschichte sehr vielseitig und der Leser wird mit immer wieder wechselnden Handlungsverläufen konfrontiert. Auch, weil das Buch auf zwei Zeitebenen spielt, was mich am meisten überrascht hat, da es im Klappentext nicht erwähnt wird.


    Der Handlungsstrang, der zur Zeit des Zweiten Weltkrieges spielt, konnte mich mehr überzeugen als der Strang der Gegenwart, da mir die Gefühle der Figuren dort gelebter erschienen und ich somit mehr mit den Charakteren mitfühlen konnte. Und obwohl ich mich überhaupt nicht für Mode interessiere, hat die Autorin es geschafft, mich für diese Branche zu begeistern. Vor allem war es spannend, mitzuerleben, was sich hinter den Kulissen abspielt. Dafür war Estelle die perfekte Figur, denn sie hat ihren eigenen Kopf und ihren eigenen Willen, ist taff, neugierig und nicht aufzuhalten, wenn sie etwas erreichen möchte. Das hat mir sehr gefallen. Allerdings hatte das Buch für mich auch einige Längen. Manche Dialoge empfand ich als sehr gezwungen, teilweise wurden Handlungsverläufe hinausgezögert und die Spannung etwas zu sehr ausgedehnt. Wer gut erzählte Familiengeschichten mit tiefgründigen Facetten mag, der macht mit diesem Buch aber nichts falsch.


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    Was mir von diesem Buch in Erinnerung bleiben wird, ist der feine Humor, der mich so oft zum Lachen gebracht hat. Die Charaktere sind wahre Unikate, hier und da vielleicht ein wenig überspitzt gezeichnet, aber so liebenswert, dass man sie einfach mögen muss. Selbst die Antagonisten hatten allesamt etwas an sich, das mich mit einem Schmunzeln den Kopf über sie schütteln ließ, sodass sie gar nicht mehr so finster wirkten, wie sie es vorhatten. Der Autor erzählt sehr locker seine nicht immer ganz so lockere, sondern hier und da auch sehr bewegende und traurige Geschichte, garniert mit einem tollen Witz, viel Situationskomik und Anspielungen auf das aktuelle Zeitgeschehen. Teilweise rutscht die Handlung etwas in das Skurrile ab und verliert dadurch ein wenig an Glaubhaftigkeit, aber irgendwie geht es bei "Pandatage" auch nicht um eine authentische Handlung. Es geht vielmehr um das Zwischenmenschliche. Um Freundschaft, um eine ganz wundervolle Vater-Sohn-Beziehung, um Trauerbewältigung und die Hoffnung, die bis zum Schluss bleibt.


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    "Das neunte Haus" nimmt den Leser mit in eine elitäre Welt voller Macht, Magie, Verlangen und Schuld ... verbunden in einer Stadt, in der Uraltes, Ursprüngliches und Geheimes auf Moderne, Selbstzweifel und den Drang nach Stärke trifft. Über diesem Gemenge schwebt ein ebenso altes wie allgegenwärtiges Prinzip: Macht! Die Protagonistin ist als Außenseiterin aufgerufen, als Wächterin zu wirken, darauf bedacht, dass die Kräfte im Gleichgewicht bleiben und kein Spieler zu viel Macht erhält. Dabei muss sie erkennen, dass nichts so ist, wie es scheint, und sie sich nur auf sich selbst verlassen kann, um herauszufinden, was ihre Bestimmung ist: Ist sie bloßes Rädchen im Getriebe der Macht oder kann sie tatsächlich Veränderungen herbeiführen und dabei sich selbst treu bleiben?


    Das Buch hat mir von der erzählerischen Aufmachung her sehr gut gefallen. Das Buch hat etwas Mystisches und Fremdes, ohne abzuschrecken. Die Protagonistin ist nahbar und die Autorin versteht es, die Gefühle sehr plastisch zu beschreiben und erlebbar zu machen. Dennoch hätte das Buch mehr Details vertragen können, es ging mir trotz 535 Seiten dann doch zu schnell. Die Auflösung ist durchaus interessant, aber irgendwie holprig.


    Fazit: Als Fantasy-Einblick in die Ivy-League sehr lesenswert!


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    Ich weiß nicht, wie ich darauf kam, aber als ich das Buch begonnen habe, dachte ich, dass es sich bei den drei Frauen, deren Leben Anna Hope beleuchtet, um Schwestern handelt. Ich habe daher ziemlich lange gebraucht, um zu verstehen, dass die drei Engländerinnen Freundinnen sind. In Rückblenden wird dem Leser beschrieben, wie sie sich kennengelernt haben und was sie miteinander verbindet. Und voneinander trennt. Die Atmosphäre empfand ich als etwas deprimierend, vielleicht auch melancholisch. Mir hat ein wenig die Leichtigkeit gefehlt, zumindest im Erzählton, denn die Handlung selbst gibt dafür nicht viel her. Es sind schon die ernsteren Themen des Erwachsenendaseins, mit dem die drei Protagonistinnen zu hadern haben. Es ist interessant, welche unterschiedlichen Rollen die drei Frauen einnehmen, je nachdem, in welchem Umfeld sie sich bewegen. Prägungen kommen zum Vorschein, Entscheidungen werden getroffen und infrage gestellt. Doch letztlich sind die Bande der Freundschaft stark genug, um nicht zu zerreißen. Ganz wundervoll fand ich, wie sich am Ende der Kreis schließt. Das hat mich sehr berührt und so konnte ich das Buch zufrieden zuklappen.


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    "Die Galerie am Potsdamer Platz" bietet kurzweilige Unterhaltung und enthält alles, was ein gutes Buch braucht, das in den Dreißigerjahren in Deutschland spielt. Politische Ereignisse werden ebenso aufgegriffen wie das Lebensgefühl der damaligen Zeit, auch wenn ich mich in den Künstlerkreisen, in denen sich die Hauptfigur zu einem großen Teil bewegt, nicht viel abgewinnen konnte. Stellenweise war die Handlung so kurzweilig, dass ich das Gefühl hatte, etwas verpasst zu haben. Ich konnte keine enge Beziehung zu den Figuren aufbauen, weil ihr Verhalten teils sehr skurril und überspitzt wirkt. Dennoch liest sich das Buch sehr angenehm. Es konnte mich allerdings nicht vollkommen überzeugen, sodass ich die Reihe wohl nicht fortsetzen werde.


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    "Priest of Bones" hat alles, was ein abwechslungsreiches und spannendes Fictionbuch braucht: einen starken und charismatischen Protagonisten, eine clevere Idee und ein Setting, das Lust auf mehr macht.


    Die Geschichte eines Kriegshelden, der aus dem Kampf in seine Heimat zurückkehrt und erkennen muss, dass die Welt sich weitergedreht hat, beginnt schnell und brutal, ohne Umschweife. Der Protagonist, getrieben von den Erlebnissen des Krieges, will unbedingt das zurück, was er verloren hat, und zwar schnell. So kann er nur auf sich selbst, seine Familie und seine Kampfgefährten zählen, erkennt schnell, dass vieles in der Heimat im Argen lag, aber dennoch überraschend vertraut ist. Wenn es ihm gelingt, an seine düsteren Geschäfte der Vergangenheit anzuknüpfen, kann er für sich und seine Kameraden eine sichere Zukunft bieten, die er ihnen versprochen hat.


    In einer Stadt, die von Kriminalität, Armut, Hunger und Korruption geprägt ist, ist ein starker Glaube das Zünglein an der Waage, erfolgreich zu sein.


    Fazit: Das erste Abenteuer des Priest of Bones verbindet Gangster-Krimi und Biographie eines tief zerrissenen Mannes. Sehr lesenswert!


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    Ich liebe es, dicke Wälzer zu lesen. Schmöker, in denen ich tagelang versinken kann und die mir die Chance geben, mich in den Leben der Charaktere zu verlieren. "Rendezvous in zehn Jahren" hat mir gezeigt, dass ich auch dünneren Büchern eine Chance geben sollte. Denn irgendwie ist es fast schon die höhere Kunst, auf weniger Seiten mit seinen Charakteren und der Handlung zu überzeugen. Und das hat Judith Pinnow geschafft. Sie hat die Figuren und deren Schicksale so anschaulich und intensiv gezeichnet, dass es dafür gar nicht mehr Raum brauchte. In wenigen Sätzen hat sie so viel gesagt, dass ich mich für das Leben der Charaktere interessiert habe und letztlich auch begeistern konnte. "Rendezvous in zehn Jahren" liest sich leicht und angenehm, hat aber gleichzeitig auch viel Tiefe. Es steckt ganz viel in diesen 250 Seiten und es geht um so viel mehr als das Treffen zwischen Valerie und Ted. Ich mag, wie sich am Ende nicht nur ein Kreis schließt, sondern gleich mehrere. Dass das Buch mich nicht nur berührt, sondern auch zum Lachen gebracht hat. Dass ich mich als Meerliebhaberin verstanden gefühlt habe und als Amsterdam-Fan auf meine Kosten kam. Nicht jeden Handlungsverlauf hätte ich mir so gewünscht und vielleicht fand ich es hier und da etwas zu nervenaufreibend, wie knapp Ted und Valerie sich verpasst haben. Aber am Ende habe ich das Buch mit einem zufriedenen Lächeln zugeklappt und ich bedanke mich bei der Autorin für die Wohlfühlstunden, die sie mir damit geschenkt hat.


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    Abbas Khider erzählt die Geschichte eines Irakers, eines ganzen Dorfes, eines ganzen Landes. Für mich sind die Grenzen verschwommen, da der Ich-Erzähler so intensiv und lebendig erzählt, dass ich mich oft gefragt habe, wie viel von dem Autor selbst in ihm steckt. Viele Emotionen wurden in mir wachgerüttelt. Über den Großvater des Ich-Erzählers konnte ich schmunzeln, andere Szenen haben mich schockiert, erschreckt und auch ein wenig abgestoßen. Der Autor schreibt direkt, verschönert nichts, schmückt nichts aus, dichtet nichts hinzu. Es ist fast ein Tatsachenbericht, eine Biographie. Und für mich war sie vor allem ein Einblick in ein Land und in eine Zeit, über das und über die ich noch nicht allzu viel wusste.


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    Ein neues Blau hat mich zuerst verwirrt, dann mitgenommen und am Ende fasziniert. Nicht weil das Buch mit einer Figur namens Anja beginnt, der vom Autor rüde Jugendsprache mitgegeben wird. Nicht weil Lili so ganz anders ist, nein! Das Buch überzeugt gerade durch seine Vielschichtigkeit: Erzählt über ein Leben in den Wirren der deutschen Geschichte, in der viel gewonnen wird, aber noch mehr verloren geht, bis hin zur eigenen Identität. Der Autor versteht es sehr geschickt, Themen wie Religion, Kultur, Liebe, persönliche Entwicklung und tiefgreifende Zweifel miteinander zu vereinigen, und sucht sich dafür etwas, das körperlicher Gegenstand und Metapher zugleich ist: das Porzellan. Aus einem unscheinbaren, unförmigen Klumpen Ton wird mit Hingabe und Energie etwas unbeschreiblich Schönes, widerstandsfähig und einzigartig. Dies eröffnet einen veränderten Blick auf die eigene Entwicklung, die auch von verschiedensten Faktoren abhängt, die in ihrem Zusammenspiel ein komplexes und individuelles Produkt erzeugen, das fein und gleichzeitig unendlich stark ist.


    Fazit: Manchmal braucht es ein ganzes Leben, um Schönheit in ihrer wahren Form zu erkennen!


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    "Happy Ever After - Wo das Glück zu Hause ist" ist ein wundervoller Wohlfühlroman, der mir in der aktuellen Zeit, in der gerade so viel passiert, absolut gutgetan hat. Er eignet sich hervorragend, um abzuschalten, die Welt um sich herum zu vergessen und sich mit schönen Dingen zu beschäftigen. Nicht nur ist dieser Roman ein Buch, fast schon eine Hommage, über Bücher und das Lesen. Die vielen Andeutungen auf Charaktere, Autoren und Buchtitel haben mich sehr begeistert und ich habe mich immer wieder aufs Neue gefreut, wenn Bücher erwähnt wurden, die auch ich kenne und liebe. Darüber hinaus begeistert die Geschichte mit ihren so wundervoll gezeichneten und liebevollen Charakteren. Ich habe sie alle in mein Herz geschlossen, mit ihnen gelacht und geweint. Das Buch ist wunderbar warmherzig und liebevoll, voller toller Details, die zwar hier und da etwas ins Skurrile abrutschen, mich aber zum Schmunzeln bringen konnten und mich sehr glücklich gemacht haben. Dazu wird Schottland mit seiner wunderschönen Landschaft so detailreich beschrieben, dass sich das Lesen des Buches wie ein kleiner Urlaub angefühlt hat. Bis auf kleinere Längen habe ich das Lesen uneingeschränkt genossen und ich werde auch weitere Bücher der Autorin lesen.


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    "Im Schatten des Kronturms" ist ein ungewöhnliches Buch, denn es ist der erste Band einer dreibändigen Reihe, die vor einer dreibändigen, abgeschlossenen Reihe spielt und die Vorgeschichte erzählt. Gut, das ist an sich nicht so neu, aber so anders, dass das Vorwort des Autors entsprechend lang ausfallen musste. Lang kommt dem Leser auch der Weg zur eigentlichen Geschichte vor, denn diese nimmt eigentlich erst ab der Hälfte des Buches Fahrt auf. Wer jetzt zur Hälfte blättern will, verpasst dennoch einiges, denn dem Autor geht es dabei um die Beweggründe seiner sehr unterschiedlichen Charaktere und diese muss der Leser verstehen lernen. Die Geschichte bietet viel Raum für Entwicklung, der Autor versteht es, geschickt Andeutungen für Nebenhandlungen oder die Hintergründe der Figuren einzuflechten, was neugierig macht.


    Fazit: Ein Seil ist so gut, wie seine Stränge, und dieses Seil wird halten!


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