Beiträge von Marie

    21. Ein Buch mit einem Protagonisten, dessen Vorname mit A anfängt

    Wie, noch nicht genannt?


    Darum gehts:

    Anna Karenina ist neben Effi Briest und Madame Bovary die wohl berühmteste Ehebrecherin der Weltliteratur. Glücklos mit einem hohen Beamten verheiratet, verfällt die bezaubernde, kluge und sanftmütige Anna dem jungen Offizier Graf Wronski in unwiderstehlicher Liebe. Eine leidenschaftliche Affäre, die sie weder vor ihrem Mann noch vor der Gesellschaft verheimlicht, nimmt ihren Lauf. Anna Karenina ist bereit, dieser Liebe alles zu opfern. - Amazon

    Das prägt

    Das stimmt sicher, aber kann ich ihr glauben, dass das Familienleben immer so harmonisch war? Nie ein Streit zwischen Vater und Mutter? Keine Scharmützel zwischen den Geschwistern? Enge Verbundenheit mit außerhalb lebenden Cousinen, Tanten und Großeltern? Ist der Zwang, ständig in Harmonie und Eintracht mit Familie, Freunden und Nachbarn zu leben, tatsächlich erstrebenswert?

    Es ist mir alles einen Tick zu dick aufgetragen, zu opulent beschrieben, man liebt sich, achtet sich, man ist klug, gebildet, aber findo hat, glaube ich, die Erklärung gefunden:

    Bei dieser Autobiografie sollte man aber auch daran denken, dass sie sich vornehmlich an das amerikanische Publikum richtet

    Tatsächlich erinnert mich das Buch an eine bestimmte Art amerikanischer Familiengeschichten, in denen alle sich furchtbar lieb haben, immer um das Wohl des anderen besorgt sind und sich durch Probleme, Ängste und Verzweiflungen durchbeißen ohne andere damit zu belasten.

    Das beste Beispiel: Michelles Vater "Auch als ihm das Gehen durch die Multiple Sklerose zunehmen schwer fiel, hat er doch keinen einzigen Tag bei der Arbeit gefehlt."


    Versteht mich nicht falsch: Es bleibt für mich bewundernswert, wie Michelle Obama es geschafft hat - einen besseren Beweis, wie wichtig Bildung ist, findet man selten.

    Vielleicht gelingt es mir irgendwann noch, mich klarer auszudrücken. :(

    Darum gehts:

    Michelle Obama ist eine der überzeugendsten und beeindruckendsten Frauen der Gegenwart. Als erste afro-amerikanische First Lady der USA trug sie maßgeblich dazu bei, das gastfreundlichste und offenste Weiße Haus zu schaffen, das es je gab. Sie wurde zu einer energischen Fürsprecherin für die Rechte von Frauen und Mädchen in der ganzen Welt, setzte sich für einen dringend notwendigen gesellschaftlichen Wandel hin zu einem gesünderen und aktiveren Leben ein und stärkte außerdem ihrem Ehemann den Rücken, während dieser die USA durch einige der schmerzlichsten Momente des Landes führte. Ganz nebenbei zeigte sie uns noch ein paar lässige Dance-Moves, glänzte beim „Carpool Karaoke“ und schaffte es obendrein auch, zwei bodenständige Töchter zu erziehen – mitten im gnadenlosen Blitzlichtgewitter der Medien.
    In diesem Buch erzählt sie nun erstmals ihre Geschichte – in ihren eigenen Worten und auf ihre ganz eigene Art. Sie nimmt uns mit in ihre Welt und berichtet von all den Erfahrungen, die sie zu der starken Frau gemacht haben, die sie heute ist. Warmherzig, weise und unverblümt erzählt sie von ihrer Kindheit an der Chicagoer South Side, von den Jahren als Anwältin und leitende Angestellte, von der nicht immer einfachen Zeit als berufstätige Mutter sowie von ihrem Leben an Baracks Seite und dem Leben ihrer Familie im Weißen Haus. Gnadenlos ehrlich und voller Esprit schreibt sie sowohl über große Erfolge als auch über bittere Enttäuschungen, den privaten wie den öffentlichen. Dieses Buch ist mehr als eine Autobiografie. Es enthält die ungewöhnlich intimen Erinnerungen einer Frau mit Herz und Substanz, deren Geschichte uns zeigt, wie wichtig es ist, seiner eigenen Stimme zu folgen.
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    Seit Wochen die Nummer 1 der Spiegel-Bestsellerliste.

    Ich habe das Buch nur aus der Bücherei geliehen, weil ich Autobiographien prinzipiell skeptisch begegne. Man wird anders wahrgenommen als man sich selbst einschätzt - das ist eine alte Weisheit. Ebenso wie die unterschiedliche Schilderung eines Ereignisses durch verschiedene Menschen. (Banales Beispiel: Drei Zeugen eines Verkehrsunfalls schildern drei verschiedene Unfälle.) Im Allgemeinen vertraue ich keiner Autobiographie.


    Trotzdem interessierte mich der Werdegang von Michelle Obama; ich fand sie immer sympathisch, und sie war für mich eine perfekte Besetzung für die amerikanische First Lady.


    Nach den ersten 250 Seiten (von 596) hat meine Sympathie etwas gelitten.


    So weit bin ich: Barack und Michelle haben gerade geheiratet, seine politische Karriere hat noch nicht begonnen, ich kenne bisher also nur das, was Michelle über ihre Kindheit, Jugendzeit, Studium und erste Berufsjahre erzählt.

    Sie ist sehr sehr ehrgeizig, perfektionistisch und diszipliniert. Sie muss alles zu Ende bringen, was sie angefangen hat. Sie achtet sehr streng darauf, das "Richtige" zu tun. Ihr Ansehen ist ihr wichtig. Sie kann nicht mal fünfe gerade sein lassen, sie plant alles genau vor und durch. Spontaneität ist ihr ziemlich fremd. (Mit Perfektionisten habe ich so meine Schwierigkeiten, weil ich absolut nicht weiß wie Perfektionismus geht.)

    Aber vielleicht waren es gerade diese Eigenschaften, die ihr den Weg nach oben möglich machten. Ein Kind aus einer Arbeiterfamilie, die in einem schwarzen Viertel in einer Mietwohnung lebte, war sicher nicht prädestiniert, eine erfolgreiche Anwältin zu werden. Insofern muss man den Hut vor ihr ziehen, denn der Civil Rights Act war erst in ihrem Geburtsjahr 1964 verabschiedet worden.


    Es ist also eher ein emotionales Problem, das ich mit ihr habe, und das hat sicher damit zu tun, dass sie versucht, alles mit dem Kopf und dem Intellekt anzugehen und zu lösen. Mal sehen, wie es wird, wenn ihre Töchter zur Welt kommen. Oder der Wahlkampf und mit ihm die Anfeindungen gegen den schwarzen Kandidaten.

    Hat es schon jemand gelesen?

    Ja, vor gefühlten 100 Jahren, jedenfalls einige Zeit, bevor es den Büchertreff gab. Daher gibt mein Gedächtnis heute nichts mehr her. :( Tut mir leid.


    Ich beschäftige mich seit Tagen mit Michelle Obama. Während sie Sympathiepunkte bei mir verliert (ich käme im realen Leben vermutlich nicht klar mit ihr), steigt ihr Mann in meiner Achtung. :)

    Mir ist klar, dass kein Mensch auf der Welt sich selbst, die ihn umgebende Welt samt ihrem menschlichen Personal objektiv betrachten kann. Das macht das Lesen von Autobiographien so schwierig: Was ist real, was ist subjektiver Blick? Je ferner mir der autobiographische Autor ist, desto schwerer ist die Sache, weil ich keine Möglichkeit habe, das Gelesene einzuordnen in seinen Raum und seine Gedankenwelt.

    Letztendlich läuft es auf "Glaube ich ihr oder glaube ich ihr nicht" heraus. 8-[

    20. Ein fiktiver Roman, in dem eine Person vorkommt, die tatsächlich existiert oder existiert hat

    Michelangelo


    Darum gehts:

    Bologna, 1508: Es ist die Zeit der Renaissance. Der achtjährige Aurelio erblickt in einer Kirche in Bologna einen Engel aus Marmor. Beeindruckt von dessen Schönheit, will auch er Bildhauer werden. Er beschließt, beim größten Künstler seiner Zeit in die Lehre zu gehen: Michelangelo Buonarroti.
    In Rom erwartet ihn eine Welt, wie er sie bisher nicht kannte: Kunst und Kultur stehen in höchster Blüte, das Leben pulsiert in den Straßen und auf den Plätzen, herrschaftliche Paläste und prächtige Kirchen zieren das Stadtbild. Doch es gibt auch Schattenseiten: Die Pest wütet unter der Bevölkerung, Bettler und Kurtisanen bevölkern die Straßen. Tatsächlich nimmt Michelangelo den Jungen als Gehilfen in seiner Werkstatt auf. Gerade hat er vom Papst den Auftrag bekommen, die Decke der Sixtinischen Kapelle neu auszumalen. Widerwillig macht sich der Bildhauer ans Werk, schließlich gilt seine Leidenschaft dem Marmor. Doch je weiter das Fresko voranschreitet, desto mehr kostet es seinen Meister an Lebenskraft. Denn in der Nacht erschafft er an einem geheimen Ort, in weißen Marmor gehauen, die Frau, die es nicht geben darf: die Kurtisane des Papstes.
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    Nichts gegen Oliver Kube, der den zweiten Band liest. Schlecht ist er nicht, aber Don Tillman ist Robert Stadlober. Wenn sich die Stimme eines Protagonisten eingeprägt hat, fühlt man sich anfangs wie im falschen Film. Irgendwie scheint er nicht dieselbe Figur zu sein wie im ersten Band.

    Was mich ärgert und wundert gleichzeitig: Wenn verschiedene Bände einer Reihe von verschiedenen Sprechern gelesen werden. Vor allem dann unpassend, wenn die Bücher in der Ich-Form geschrieben sind.


    Hier ein aktuelles Beispiel:


    Band 1 gelesen von Robert Stadlober, einem Sprecher, den ich sehr gern höre und der Don Tillman so überheblich-intellektuell, distinguiert und distanziert liest wie man ihn sich vorstellt.

    19. Welches Cover hat dir im Dezember am wenigsten gefallen?

    So richtig scheußlich war keins. Aber ich mag graphisch gestaltete Cover oder "Kunst im Cover" lieber als fotografierte Gesichter.


    Darum gehts:

    Der rote Faden dieser poetischen Geschichten, die alle mit seelischen Umbrüchen und Grenzsituationen zu tun haben: Manche Gewissheiten kann nur der Körper vermitteln, und er tut es heilsam und hellsichtig. - Amazon

    Masochismus?

    Wäre es das gewesen, dann hätte ich wenigstens ein bisschen Vergnügen bei der Sache gehabt. :uups::lol:


    So aber ... bleibt nur eins: Fassungslosigkeit. Dass ein/e AutorIn nicht merkt, dass sie einen grottenschlechten Roman geschrieben hat. Und dass sie für ihren Murks einen Verlag gefunden hat.

    Der Krimi ist sogar zu schlecht, um einen Verriss zu schreiben.


    Immerhin: Ich habe meinen Flop 2019 schon im Januar gelesen, denn schlimmer kommts nimmer.

    18. Welches Cover hat dir im Dezember am besten gefallen?

    Ich mag klare weiße, sparsam möblierte Cover.


    Darum gehts:

    Katja Wiesberg verschwimmt die Welt vor Augen. Ihr Mann ist fort, sie ist ihren Job los und allein. Da sitzt auf einmal ein älterer Herr auf dem Rand ihrer Badewanne und stellt sich als Dr. Blank vor. Und noch ein Fremder taucht auf: ein Feuerwehrmann, der behauptet, zu einem Brand gerufen worden zu sein, und nicht wieder geht. Eine abenteuerliche Dreiecksgeschichte nimmt ihren Lauf, zwischen einer aus dem Alltag gefallenen Frau, einem überaus selbstbewussten Liebhaber und einem lebensweisen Toten. Mariana Lekys Roman entführt in eine Welt, die komischer und trauriger ist als unsere – und dabei geisterhaft menschlich. - Amazon

    Neben dem Wälzer von Michelle Obama brauchte ich noch ein Handtaschenbuch und habe mit diesem begonnen, einem schmalen Regionalkrimi, der in meiner Geburtsstadt spielt.


    Darum gehts:

    Der Fall, den Sonja Senger, die "Neue" im Kriminalkommissariat in Trier, auf den Tisch bekommt, ist alles andere als ein gefundenes Fressen für die frustrierte Kommissarin. Mehrere durchreisende Herren sind in der vergangenen Zeit in der alten Moselmetropole nach einem Kneipenbesuch oder einem Stadtbummel spurlos verschwunden. Außer ihrem athletischen Äußeren hatten diese Männer nicht viel gemeinsam.
    Lustlos macht sich Sonja Senger an die Nachforschungen. An ihrer Seite der junge und ehrgeizige Kollege Alex und zuhause der Lebensgefährte Jerome, der - ganz Archäologe - in Trier sein Glück gefunden zu haben scheint.
    Die Suche nach den Vermissten gerät zusehends ins Stocken, und es scheint so, als seien die Männer für immer untergetaucht, da lernt Sonja bei einer Vernissage die Bildhauerin Muriel kennen, die in ihrem Atelier in der stillen Abgeschiedenheit des Bitburger Gutlands beeindruckende Plastiken erschafft. Sonja wittert ein Geheimnis hinter der Maske der schönen Künstlerin.
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    Ist das Buch schlecht. :shock:[-(:wuetend:Die Abläufe dröge, die Personen falsch (heißt: Charakterisierung - sofern man davon sprechen kann - und Handlungen entsprechen einander nicht), die Orte und Plätze zum Teil real, zum Teil fiktiv, zum Teil halb-real, die Ermittlungen quasi nicht vorhanden, vor sich hin dümpelnde Handlung, Sätze, die keinen Sinn ergeben, geschraubte Dialoge und eine Protagonistin zum Abgewöhnen. Ich weiß nicht, wann ich zum letzten Mal ein so handwerklich schlecht gemachtes Buch gelesen habe. :roll:


    Warum ich nicht abbreche? :-, Muss was mit Heimweh zu tun haben. :(