Beiträge von Sophie.A

    Barbarotti-Reihe Leserunde

    Ich persönlich finde ein Wochenpensum (so 80 - 100 Seiten???) ganz angenehm, dann habe ich ein bißchen Spielraum, wenn stressige Tage dazwischen sind. Wie seht Ihr das?

    Ich finde das Wochenpensum auch gut. :thumleft: Da es sein kann, dass wir in unterschiedlichen Formaten lesen, wäre es nicht schlecht das Pensum nach Kapiteln einzuteilen, denn die Kapitelzahl bleibt ja bei allen Formaten gleich. In meiner TB Ausgabe haben die ersten 7 Kapitel zum Beispiel 90 Seiten. Wäre damit 1 Kapitel pro Tag lesen. Aber wir können es auch anders einteilen, wenn jemand eine andere, bessere Idee hat. :D

    Wahnsinnig ergreifend - mehr noch als "Der Chronist der Winde".

    Da kann ich nur zustimmen. Es ist ein Buch, das einen nicht so leicht loslässt.


    Der Waisenjunge Molo wird von Hans Bengler, einem Möchte-gern-Insektenforscher, aus der Kalahari-Wüste nach Schweden mitgenommen. Er bekommt einen neuen Namen, Daniel, und er soll nun all die Dinge tun, die ihm fremd sind und die er nicht mag und mit denen er sich unwohl fühlt, wie z.B. Schuhe tragen. Während Molo/Daniel sich nach der Wüste und seinen Eltern sehnt, wird er in Schweden ständig angestarrt und von seinem "Ziehvater" wie ein wildes, fremdes Tier zur Schau gestellt und "wissenschaftlich" untersucht.


    Daniels/Molos Gedanken sind unglaublich berührend, oft sehr traurig, aber trotzdem nie ganz hoffnungslos, denn er verliert nie die Hoffnung daran, dass er es schaffen wird, in die Wüste zurück zu kehren und als Leser wünscht es ihm so sehr und hofft, dass er es schaffen wird. Sein Heimweh, seine Einsamkeit, seine Sehnsucht nach seiner Familie und seine Verlorenheit in diesem fremden, kalten Land, hat Mankell sehr einfühlsam, eindringlich und glaubwürdig beschrieben. An sehr vielen Stellen sind mir Tränen in die Augen geschossen. „Am Morgen fragte sich Daniel oft, ob es nicht genauso gut wäre, wenn er stürbe. Dann könnte er Kiko (Vater) und Be (Mutter) und die anderen suchen gehen. In den Träumen spürte er immer den warmen Sand unter seinen Füßen. Der einzige Sand, über den er hier verfügte, waren die paar Körner, die er aus den Kästen mit den Insekten geklaubt hatte."


    Es ist eine schrecklich-schöne, zutiefst traurige Geschichte über Heimweh und Einsamkeit und die unglaubliche Grausamkeit der Kolonialzeit. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    Dies war mein drittes Afrika-Buch dieses Autors

    Das war auch mein drittes Afrika-Buch von Mankell und ich muss sagen, dass mir die Bücher genau so gut gefallen wie seine Krimis. Obwohl ich dieses nicht so traurig fand wie „Die rote Antilope“ oder „Der Chronist der Winde“. Wahrscheinlich liegt es daran, dass in diesen beiden Büchern die Protagonisten Kinder sind und mich das dadurch noch mehr berührt hat. Aber „Erinnerung an einen schmutzigen Engel“ ist auch keine leichte Kost. Ganz und gar nicht. Und man möchte manchmal einfach nur schreien bei so viel Ungerechtigkeit und Grausamkeit.


    „Erinnerung an einen schmutzigen Engel“ erzählt die Geschichte von Hanna, einer weißen jungen Frau, die zu Beginn des letzten Jahrhunderts gezwungen wird, ihre schwedische Heimat zu verlassen, um ein besseres Leben zu suchen. Ihre Reise führt sie in die damalige portugiesische Kolonie Mosambik. Dort wird sie und der Leser mit Rassismus, Gier, Grausamkeit, Armut, Unterdrückung und Ausbeutung konfrontiert.


    Ein schmutziger Engel...so hat Hannas Vater sie beschrieben und ich finde, dass es eine passende Beschreibung ist. Während sie sich anfangs von den lokalen Gebräuchen bei der Behandlung von Schwarzen noch leiten lässt, beginnt sich ihre Einstellung und ihre Sicht zu ändern und sie möchte wirklich helfen und tut es dann auch, soweit es in ihrer Macht steht. In ihrer Figur zeigt sich auch das Problem der komplizierten Beziehung zwischen dem Selbst und der Gemeinschaft, zu der man scheinbar gehört. Man wird beeinflusst, so wie Hanna, obwohl man im Inneren weiß, dass es falsch ist. Eine Szene im Buch macht das deutlich.

    Obwohl es einige grausame Stellen gibt und das Gelesene nicht leicht zu ertragen ist, ist die Geschichte nicht ohne Schönheit und Tiefe. „Erinnerung an einen schmutzigen Engel“ ist eine stimmungsvolle, ergreifende und fesselnde Geschichte. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:


    Eine Passage, die mir sehr gut gefallen hat, ich zitiere : "Mitten in der unbegreiflichen Armut sehe ich Inseln von Reichtum. Wie kommt es, dass es diese Freude gibt ? Diese Wärme, die längst erkaltet sein müsste ? Wenn ich es umkehre, sehe ich bei den Weissen, die hier leben, viel grössere Armut mitten in ihrem Wohlstand."

    Diese Stelle habe ich mir auch markiert. :thumleft: Es ist auch irgendwie kein Wunder, dass die Weißen so wenig Freude empfinden. Auch wenn sie die schwarze Bevölkerung unterdrücken, verachten und erniedrigen, haben sie Angst vor ihnen. Eine Angst, die man nicht direkt sieht, aber die unter der Oberfläche immer vorhanden ist. Das erklärt auch den Erfolg von Pedros "Wachhunden. (Ein schrecklicher Charakter, übrigens). Einerseits haben sie Angst vor Aufständen. Anderseits macht es ihnen ihre begrenzte Sicht und ihre angebliche Überlegenheit unmöglich die Gebräuche/Kultur der schwarzen Bevölkerung zu verstehen. Das Fremde und Unbegreifliche macht ihnen Angst. Das hat Mankell an einigen Stellen sehr schön aufgezeigt.

    "Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki" hat mir sehr gut gefallen. :thumleft: Ich habe es als ein sehr ruhiges Buch erlebt, dennoch voller Emotionen und interessanter Gedanken über das Leben. Ganz viel Spaß dir beim Lesen. :friends:

    Vielen Dank! :friends:Das klingt nach einem Buch, das auch mir gefallen könnte. :thumleft: Ich mag ruhige Bücher.

    Mein Juli


    Gelesene Bücher: 15 (3 abgebr.) + 60

    Gelesene Seiten: 5642 +56,42

    Bücher vor 2015: 8 +16

    kauffreier Monat: ja +5

    ---------------

    Neuzugänge:

    gekaufte Bücher : 0

    sonstiges: 6 -12


    Punkte Juli: 125,4

    Gesamtpunkte: 606,6


    Liste nach sunny-girl


    Juli: Erinnerungen (Re-Reads, eine Reise mit den Büchern zu Urlaubsorten wo man gewesen ist, eine Reise in die Kindheit oder Jugend etc.)


    Ich bin mal wieder nicht dazu gekommen mein Juli-Buch früher zu posten, aber hier ist.

    Mein ausgesuchtes Buch für einen ReRead hat zu einer Mini-Leserunde geführt, die aber erst im September losgeht. So musste ich mir etwas anderes überlegen, aber ein anderes Buch nochmal lesen, wollte ich nicht. Dann ist mir eingefallen, dass ich ein Buch besitze mit „Erinnerung“ im Titel.

    "Erinnerung an einen schmutzigen Engel" war mein drittes Afrika-Buch und erstes historisches Buch von Mankell und ich muss sagen, dass sie mir genau so gut gefallen wie seine Krimis. :thumleft:


    August: bunt (Cover, Regenbogen, LGBT etc)

    Für die Augustaufgabe habe ich mir "Die Pilgerreise des farblosen Herrn Tazaki" ausgesucht.

    Herr Tazaki scheint zwar farblos zu sen, aber das Buchcover ist es ganz und gar nicht. :lol:


    Den Film übrigens habe ich. leider, auch noch nicht gesehen, würde mich aber interessieren.

    Ich habe "Seelen" sehr gern gelesen, obwohl ich mit den anderen Büchern der Autorin nicht viel anfangen konnte. Aber die Verfilmung fand ich wirklich nicht gut. Und das hat nichts damit zu tun, dass der Film ganz anders ist das Buch. Der Film ist einfach so, unabhängig vom Buch-Film-Vergleich, wirklich leider schlecht gemacht. Aber vielleicht gefällt er dir besser. Einen Versuch ist es wert. :lol:

    212. Welcher Charakter war dir diesen Monat am unsympathischsten?

    Joaquin, der Vater des verschwundenen Mädchens Lucia, war sehr unsympathisch. Trauer entschuldigt nicht jedes Verhalten. Wobei der Vater des anderen Mädchens nicht wirklich sympatischer war. Aber der Krimi selbst war :thumleft: .

    205. Ein Buch zum Thema Rassismus

    "Die rote Antilope" habe ich gestern erst beendet und mit 4,5 Sternen bewertet. Es ist eine außerordentlich ergreifende, eindringliche und berührende Geschichte, die mich noch nicht losgelassen hat.


    Der verwaiste Eingeborenenjunge, namens Molo, wird von einem Möchte-gern-Insektenforscher aus der Kalahariwüste nach Schweden mitgenommen. Dort soll er all die Dinge tun, die ihm fremd sind und die er nicht mag und mit denen er sich unwohl fühlt, wie z.B. Schuhe tragen. Zudem wird er ständig angestarrt und von seinem "Ziehvater" wie ein wildes, fremdes Tier zur Schau gestellt und "wissenschaftlich" untersucht. An einer Stelle, bei der ich schlucken musste, denkt Molo: "Ich erkenne mich nicht... Meine Augen sind wie die eines anderen Menschen...Auch ich bin tot. Ich habe es nur noch nicht gemerkt." Molos Heimweh, seine Einsamkeit, seine Sehnsucht nach seiner Familie und seine Verlorenheit in diesem fremden, kalten Land hat Mankell sehr einfühlsam beschrieben.