Beiträge von Karthause

    Der Rezension von @Ragnar1969 kann ich mich in allen Punkten anschließen. Ich hatte mich auf dieses Buch sehr gefreut, da ich Romane die in der italienischen Renaissance spielen, sehr gern lese. Aber "Medici" enttäuschte auf ganzer Linie. Für den Titel des Buch war mir zu wenig Medici in der Handlung. Die Personen waren nur oberflächlich gezeichnet und das Ganze war an Trivialität kaum zu überbieten. Die folgenden Teile werde ich nicht lesen. So schließe ich mich voller Überzeugung der 1-Sterne-Fraktion an.

    Oft finde ja kritische Worte zum Verlagstext, oft überfliege ich ihn nur. Aber dieser sagt genau das, was das Buch ausmacht, er verrät nicht zu viel und macht neugierig. Deshalb möchte ich auch meine Bemerkungen zum Inhalt sehr knapp halten. In verschiedenen Episoden erzählt Roman Rausch die Geschichte der Würzburger Mainbrücke. Er beginnt in grauer Vorzeit als sich ein germanischer Stamm an einer Furt am Main niederlässt, dessen Krieger Virdis maßgeblich für den Namen der Stadt ist und endet im Jahr 1945. Zwischen den einzelnen Episoden sind kurze historische Abhandlungen eingefügt, die es dem Leser ermöglichen, sich in in die jeweilige Epoche einzufühlen.


    So wird die Geschichte eines Bauwerkes ebenso unterhaltsam wie auch lehrreich erzählt. Es ist ein äußerst interessanter Streifzug durch die wechselhafte Historie, meine Erwartungen an dieses Roman waren nicht sehr hoch, doch ich wurde im positiven Sinne sehr überrascht. Schon die bisher erschienenen Romane Roman Rauschs habe ich mit viel Interesse und großer Begeisterung gelesen, „Die Brücke über den Main“ schließt sich der Reihe sehr guter und lesenswerter historischer Roman nahtlos an.


    Ich schließe mich gern @€nigma in ihrer Bewertung an. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
    Verlag: Karl Blessing Verlag
    ISBN-13: 978-3896675040


    Der Verlag über den Roman


    Der große Roman über den Aufstand am 17. Juni 1953, als 24 Stunden alles möglich schien.


    Seit ihr Vater als Wissenschaftler zu einem Leben im fernen Russland gezwungen wurde, passt Nelly sich ihrer Ostberliner Umgebung immer weniger an. Sie engagiert sich in einer kirchlichen Jugendorganisation und wird im Frühjahr 1953 kurz vor dem Abitur von der Schule geworfen. Trost könnte sie bei dem jungen Uhrmacher Wolf Uhlitz finden, der sich in sie verliebt hat. Er will ihr helfen, legt sich dafür sogar mit seinem Vater an, entwendet staatliche Dokumente und landet im Gefängnis. Was Wolf nur vage ahnt: Die junge Nelly steht in einer geheimnisvollen Verbindung mit einem russischen Spion namens Ilja, der sie mit Nachrichten über ihren verschleppten Vater versorgt und den Austausch von Briefen mit ihm vermittelt. Wie Wolf träumt auch Ilja von einem Leben mit Nelly – aber als sich in Berlin und Halle die Unzufriedenheit mit dem Regime in Massendemonstrationen entlädt, hängt ihrer aller Leben an seidenen Fäden.


    Titus Müller erzählt eindringlich und packend vom Leben der Aufbegehrenden und entfaltet authentisch und detailgenau das Panorama eines Aufstandes, der beispielhaft wurde.


    Der Verlag über den Autor


    Titus Müller, geboren 1977, studierte Literatur, Mittelalterliche Geschichte, Publizistik und Kommunikationswissenschaften. Mit 21 Jahren gründete er die Literaturzeitschrift Federwelt. Seine historischen Romane begeistern viele Leser. Titus Müller ist Mitglied des PEN-Club und wurde u.a. mit dem C. S.-Lewis-Preis und dem Sir-Walter-Scott-Preis ausgezeichnet.


    Meine Gedanken zum Buch


    Nelly Findeisens Vater war Wissenschaftler und wurde im Oktober 1946 in die Sowjetunion abkommandiert, besser gesagt verschleppt. Sieben Jahre später, im Frühjahr 1953, ist sie kurz davor, ihr Abitur zu machen. Aber sie ist Christin, geht regelmäßig zur Jungen Gemeinde, einer christlichen Jugendorganisation und unmittelbar vor den Prüfungen wird sie deshalb der Schule verwiesen. Dann lernt sie Wolf Uhlitz kennen. Der ist ein junger Uhrmacher, der seinen Beruf und bald auch Nelly liebt. Allerdings wurde er von der Stasi gezwungen, Informationen über diese Treffen weiterzugeben.


    Weitere Handlungsstränge drehen sich um Lotte, Katerina und Marc in Halle und um den sowjetischen Spion Ilja.


    Rund um die Geschehnisse des 17. Juni 1953 in der DDR baut Titus Müller seine Geschichte aus Liebe, Spionage, Verrat und einen niedergeschlagenen Arbeiteraufstand auf. Gekonnt erzählt er von den Geschehnissen, die letzten Endes zum Aufstand der Arbeiter führten. Dabei verwebt er gekonnt die familiären Situationen, die sich anbahnenden Romanzen und Zerwürfnisse mit der großpolitischen Lage. Ich bin selbst in der DDR aufgewachsen, kenne diese Zeit aber auch nur aus Erzählungen. Die im Buch geschilderten Stimmungen und die mir in Erinnerung gebliebenen Berichte sind jedoch weitgehend identisch.


    Das für diesen Roman gewählte Thema finde ich großartig, denn diese Zeit wird auch in den Schulen häufig nur sehr flüchtig behandelt, wenn überhaupt. Zudem stellt der Autor auch unter Beweis, dass er auch über die jungere deutsche Geschichte erkenntnisvermittelnd zu unterhalten weiß.


    „Der Tag X“ ist ein faszinierender Roman mit Personen, die lebensecht erscheinen und den Leser in eine spannende Handlung hineinziehen. Der Roman wird durch einen umfangreichen hochinteressanten Anhang abgerundet.

    Die Romanhandlung setzt im Jahr 1891 ein und endet mit einem Epilog im Jahr 1909. Zwanzig Jahre sind vergangen, seit der Leser die Familie von Briest im ersten Teil der Jahrhundertsturm-Trilogie verlassen. Obwohl für die den Vorgängerroman nicht kennenden Leser die wichtigsten Zusammenhänge erklärt werden, ist es für das Verständnis und die umfassende Lesefreude vorteilhaft, diesen zuerst zu lesen. Hauptfiguren in „Jahrhunderttraum“ sind die Enkel Alvin von Briests. So wie einst Alvin für die Eisenbahn brannte, sind seine Enkel von der sich gerade entwickelnden Luftfahrt begeistert. Doch der Traum vom Fliegen bleibt lange eben nur ein Traum. Neben anderen Entwicklungen werden Lilienthals erste Flugversuche und Projekte Graf Zeppelins werden ebenso spannend wie interessant beschrieben. Dabei wird der Leser nicht mit technischen Details bombardiert, alles wird zwar hinreichend erklärt, gewinnt jedoch nie die Oberhand im Romangeschehen, sondern ist immer nur Beiwerk.


    Aber nicht nur die technischen Entwicklungen der Zeit werden thematisiert. Ein wichtiger Bestandteil ist auch die gesellschaftliche Analyse der ausgehenden Bismarckzeit. Der Antisemitismus greift zunehmend um sich, angefeuert durch geschickte Propaganda und gestreute Tatsachenverfälschungen. Schuldzuweisungen sorgen für eine angeheizte Stimmung. Das Verknüpfen von historischem Geschehen, technischem Fortschritt, Reflexion der gesellschaftlichen Entwicklung und fiktiver Romanhandlung ist Richard Dübell auch in diesem Roman ausgesprochen gut gelungen. Er hat meisterlich erzählt und in dem über 700 Seiten umfassenden Roman keine Längen aufkommen lassen. So baute sich vor meinem inneren Auge ein umfassendes authentisches Zeitbild auf.


    Aber auch Liebesgeschichten würzen die Romanhandlung. Am hervorstechendsten ist dabei wohl die Beziehung zwischen Amalie von Briest und Emma von Schley. So, wie ich die gesellschaftliche Akzeptanz der Ménage-à-trois im ersten Teil der Trilogie anzweifelte, fällt es mir schwer zu glauben, dass diese Liebe, die ja nicht wirklich geheim gehalten wurde, nicht mehr Anfeindungen ausgesetzt war. Nichts desto trotz bietet sie das Fundament, für die Thematisierung der aufstrebenden Frauenbewegung in Deutschland.


    Die Personen wurden sehr treffend und glaubwürdig charakterisiert. Ihr Tun und Denken war einleuchtend und nachvollziehbar.


    „Der Jahrhunderttraum“ ist ein sehr interessanter und ebenso unterhaltsamer Roman, gut durchdacht und intelligent aufgebaut, dazu ist er nicht nur leicht zu lesen, sondern auch noch sehr lesenswert. Wer wie ich die Verbindung von erzählter und erdachter Geschichte und einem faktischen historischen Rahmen sehr mag, wird bei diesem sehr gut aufgehoben sein.


    Nun warte ich gespannt auf den letzten Teil dieser Trilogie und fiebere schon der neuen Thematik entgegen. Was könnte es sein? Die Entwicklung der Raumfahrt um Wernher von Braun, der Beginn der Computertechnik um Conrad von Zuse? Nun ja, ich werde mich überraschen lassen müssen.

    Ihre Mission war erfüllt, das Morden sollte der Vergangenheit angehören, Brünhilde Blum wollte ein ganz normales Leben mit ihren Töchtern führen. Nach der Fluch nach Norwegen will sie in Deutschland unter falscher Identität Fuß fassen. Dabei ist sie auf die Hilfe eines skrupellosen Zuhälters angewiesen, dem sie ein folgenschweres Versprechen macht und der sich nicht scheut, die Einlösung einzufordern.


    Vieles in diesem Thriller ist unwahrscheinlich, am unwahrscheinlichsten ist jedoch, dass die Ermittlungsbehörden so gar keine Rolle spielen. Da findet der alte Freund und Helfer Reza sie problemlos, wogegen die Polizei das nicht schafft. Nun liest man ja einen Thriller nicht, um sich an einer realistischen, aus dem Alltag gegriffenen Story zu erfreuen. Man erwartet Unterhaltung, Spannung und das Abtauchen in eine eben nicht alltägliche Welt. Und das bietet Bernhard Aichner seinen Lesern mit dem Abschluss der Reihe um die Bestatterin Brünhilde Blum. Zwar empfand ich ihn als weniger rasant als die Vorgängerromane, dafür lernt man die etwas mütterlichere Brünhilde kennen. Sie würde weit gehen um ihre Kinder und ihre neue Identität zu schützen, sehr weit.


    „Totenrausch“ habe ich mit viel Spannung gelesen. Meine Erwartungen wurden weitgehend erfüllt. Bernhard Aichner ist damit ein schlüssiger und die gesamte Geschichte abrundender Abschluss dieser Reihe gelungen.

    Das Buch liest sich einfach so wunderbar leicht. Klar ist es eine Liebesgeschichte, aber eine, die sich nicht durch das gesamte Buch förmlich aufdrängt und die ich auch gut geschrieben fand. Im Vordergrund standen für mich immer die Geschichte um das Gut und die Familie. Es ist ein reiner, guter Unterhaltungsroman mit einer wahren Begebenheit als Hintergrund. Vielleicht bin ich durch die Wurzeln meiner Familie ein bisschen mehr ostpreußisch interessiert und meine Lesebrille war etwas nostalgisch gefärbt. :wink: Für mich war es aber eine sehr schöne Lektüre für die kalten Wintertage.

    Taschenbuch: 512 Seiten
    Verlag:
    Aufbau Taschenbuch
    ISBN-13: 978-3746632469



    Der Verlag über das Buch
    Alte Heimat


    Ostpreußen 1920: Frederike verbringt eine glückliche und unbeschwerte Kindheit auf dem Gut ihres Stiefvaters in der Nähe von Graudenz. Bis sie eines Tages erfährt, dass ihre Zukunft mehr als ungewiss ist: Ihr Erbe ist nach dem großen Krieg verloren gegangen, sie hat weder Auskommen noch Mitgift. Während ihre Freundinnen sich in Berlin vergnügen und ihre Jugend genießen, fühlt sich Frederike ausgeschlossen. Umso mehr freut sie sich über die Aufmerksamkeit des Gutsbesitzers Ax von Stieglitz. Wäre da nur nicht das beunruhigende Gefühl, dass den deutlich älteren Mann ein dunkles Geheimnis umgibt ...


    Ein berührende Familien-Saga die auf wahren Begebenheiten beruht.


    Der Verlag über die Autorin
    Ulrike Renk lebt als freie Autorin in Krefeld. Bei Aufbau Taschenbuch sind ihre Romane „Die Frau des Seidenwebers“, „Die Heilerin“, „Die Seidenmagd“ sowie die Bestseller „Die Australierin“, „Die australischen Schwestern“ und „Das Versprechen der australischen Schwestern“ erschienen. Mehr Informationen zur Autorin unter www.ulrikerenk.de


    Meine Gedanken zum Buch
    Frederike ist 11 Jahr alt als sie gemeinsam mit ihren Halbgeschwistern ihrer Mutter und deren 3. Ehemann auf das ostpreußische Gut Fennhusen folgt. Sie lebt sich in den ländlichen Verhältnissen schnell ein und vermisst ihre alte Heimat in Potsdam nur noch selten. In ihrem Hinterkopf bohrt aber immer wieder der Gedanke, was wohl in Zukunft aus ihr wird, denn sie ist das Kind aus erster Ehe der Mutter und hat somit keinerlei Ansprüche. 8 Jahre später hat sie die Gartenbauschule in Bad Godesberg absolviert und kehrt nach zweijähriger Ausbildung zurück nach Ostpreußen. Auch die Mutter macht sich ernste Gedanken um die Zukunft der Tochter und sucht einen Ehemann für Frederike. Aber da ist auch der geheimnisvolle 15 Jahre ältere Ax von Stieglitz, der Frederike zugeneigt ist.


    Ulrike Renks Roman „Das Lied der Störche“ basiert auf einer wahren Begebenheit. Mit der Zeit und dem Ort der Handlung hat sie von vornherein meinen Geschmack getroffen. Aber nicht nur das, es ist ihr auch ausgezeichnet gelungen, diese Zeit im Roman mit Leben zu erfüllen. Sehr deutlich werden die ländlichen Lebensumstände beschrieben und auch Vergleiche zum üblichen Lebensstandard der besseren Gesellschaft in den Städten des Reiches gezogen. So müssen beispielsweise die Kinder der Gutsbesitzer auch mit anpacken, was für die gleichaltrigen Freunde aus der Stadt unvorstellbar ist. Auch die politischen Gegebenheiten ließ die Autorin nicht unerwähnt. Die gesamte Szenerie wurde so lebendig beschrieben und mit unzähligen liebevollen Details ausgeschmückt, dass ich nach dem beenden des Buches das Gefühl hatte, einen Urlaub bei guten Freunden gemacht zu haben.


    Auch die Charaktere der handelnden Personen sind äußerst facettenreich beschrieben. Das gilt sowohl für die Hauptpersonen und – was ich besonders erwähnenswert finde – ebenso für die Personen, die nur kurzzeitig in der Handlung auftreten, stellvertretend hierfür seien die Sommerzwillinge genannt. Die Person, die mir neben Frederike besonders sympathisch war, ist die Köchin Schneider. Sie ist einzigartig, ein Unikum, die dem Roman ein ganz besonderes Kolorit verleiht.


    Mir hat „Das Lied der Störche“ sehr angenehme Lesestunden beschert. Dieser Roman hatte alles, was ich von einem Wohlfühlbuch erwarte, eine gute Geschichte, Charaktere mit menschlichen Zügen, ein gutes Zeit- und Sittenbild und eine sehr angenehm und flüssig zu lesende Sprache, die mit der Mundart ein wenig an Ort und Zeit angepasst ist.

    Dies ist mein vierter Dickens Roman. Oliver Twist und David Copperfield gefielen mir recht gut, die Prickwicker mochte ich weniger. Blake House konnte mich das Buch auf den ersten 200 Seiten nicht überzeugen. Das mag zum einerseits an der Übersetzung liegen, ich finde sie sie etwas angestaubt, aber dafür kann Dickens ja nichts; andererseits stört mich seine ausschweifende Erzählweise. Ich möchte fast sagen, stellenweise kommt er ins Schwafeln. Was mir aber am meisten aufstößt, ist die Tatsache, dass ich mir als Leser vorkomme, als hielte mich der Autor für minderbemittelt. Wenn man (nur als ein Beispiel) 2x geschrieben hat, es sei nebelig als man auf die Straße trat, dann bin ich in der Lage das zu begreifen, das brauche dann nicht noch öfter erklärt bekommen. Solche unsäglichen Wiederholungen gibt es zu meinem Leidwesen relativ oft. Vielleicht habe ich mich darauf auch jetzt eingeschossen und warte auf solche Stellen. Nein, zu dem Buch werde ich keine wohlwollende Beziehung mehr aufbauen, ich habe ihm 5 Stunden meiner Zeit gewidmet, das sind deutlich mehr Chancen als jeder andere Roman bei mir erhält. Deshalb möchte ich mich jetzt aus der Leserunde verabschieden. Euch wünsche ich noch viel Spaß und eine gute Diskussion über das Buch.

    Eigentlich wollte ich gerade den Reader in die Hand nehmen nd mit dem Buch beginnen. Eigentlich. Aber den muss ich an der Steckdose erst einmal wiederbeleben. :pale: Also lege ich dann morgen los. Ich weiß schon, weshalb ich das Buch aus Papier dem elektroischen vorziehe. Vielleicht steige ich auch noch um.

    Das Buch liegt als e-book bereit. Von einem vorgegebenen Pensum bin ich nicht sonderlich begeistert, aber es gibt ja Notizzettel, so werde ich das Buch in meinem Tempo lesen und entsprechend posten. Ich hoffe bei diesem Buch ein besseres Händchen zu haben als bei meinen letzten Büchern, 4 habe ich in Folge abgebrochen.

    Der Verlag über das Buch
    Ich warte auf dich am Rande der Welt


    Jam durchlebt die erste große Liebe zu Reeve so intensiv wie nichts zuvor. Dann stirbt Reeve und für Jam macht das Leben keinen Sinn mehr. Ein Internat für traumatisierte Teenager soll helfen, und speziell eine exklusive Literaturklasse, der Jam zusammen mit nur vier anderen Schülern zugeteilt wird. Ihre Lehrerin, Mrs Q, gibt ihnen Tagebücher mit. Nichts Neues, denkt Jam, aber als die Jugendlichen dann wirklich nachts darin schreiben, geschieht etwas Unvorstellbares: Sie gelangen nach Belzhar, in die Welt ihrer eigenen Vergangenheit vor dem schrecklichen, alles verändernden Ereignis. Gierig saugt Jam die Zeit mit Reeve in sich auf. Doch mit jeder Seite nähert sich der Tag, an dem sie sich der Wahrheit stellen muss. Ist sie bereit, ihre Zukunft zu opfern, um in der Vergangenheit glücklich zu sein, oder gibt sie der Zukunft eine Chance, sie noch glücklicher zu machen?


    Der Verlag über die Autorin
    Meg Wolitzer veröffentlichte zahlreiche preisgekrönte und erfolgreiche Romane, zuletzt den von Publikum und Presse gefeierten Roman “Die Interessanten”. Ihre Kurzgeschichten erschienen in der Sammlung “The Best American Short Stories” und zwei ihrer Bücher wurden verfilmt. “Die Interessanten” wurde zum besten Buch des Jahres gewählt von der “Entertainment Weekly”, dem “TIME Magazine” und der “Chicago Tribune”. “Was uns bleibt ist jetzt” ist ihr erster Roman für jugendliche Leser. Meg Wolitzer lebt mit ihrer Familie in New York City.


    Meine Gedanken zum Buch


    Jam wurde wegen traumatischer Störungen auf ein Internat für „fragile hochintelligente Teenager“ geschickt. Sie berichtet, sie hätte nur 41 Tage mit Reeve gehabt. Nach diesen 41 Tagen, die für eine junge Liebe ein Nichts sind, war er tot…


    Trauer ist ein schwieriges Thema, besonders für Jugendliche. Auch für Autoren ist es sicher nicht immer leicht, dafür die richtigen Worte zu finden. Meg Wolitzer gelingt dies ausgesprochen gut. So wie Jam haben alle Schüler der Schule tiefgreifende, erschütternde Erlebnisse zu verarbeiten. Ihre Schicksale kommen nach und nach zur Sprache und werden von den Jugendlichen ihren Tagebüchern anvertraut.


    Die Protagonisten sind gut und mit ihrem persönlichen Schicksal glaubwürdig beschrieben worden. Dabei greift die Autorin eine Reihe von Themen auf, ohne damit das Buch oder den Leser zu sehr zu belasten. Sie findet ein vernünftiges Maß an gefühlvollem Beschreiben von Situationen. Sie wird nicht rührselig und drückt nichtsonderlich auf die Tränendrüsen.


    Einige Passagen waren in dem Roman für meinen Geschmack etwas fantastisch angehaucht. Zwar dienten sie als Mittel zum Zweck, ganz glücklich war ich mit dieser Art der Darstellung aber nicht.


    Meg Wolitzer geht mit dem Thema Trauer und Trauerbewältigung sehr sensibel um. Der Verlust der ersten Liebe ist schwierig, besonders, wenn diese mit dem Tod des geliebten Menschen abrupt endet. Trotz dieser Thematik wirkte der Roman nicht düster und hoffnungslos .


    Überraschend war dann das Ende des Romans, das ich mich anders, konsequent dem Plot folgend, gewünscht hätte. Die von der Autorin gewählte Auflösung der Geschichte kam mir etwas ausweichend und simpel vor.

    Wer möchte nicht einmal einen Blick in die Zukunft wagen, wissen wie es in 50 Jahren in good old Germany aussieht. Martin Walker macht die mit seinem Zukunftsthriller „Germany 2064“ möglich. Seit Jahren arbeitet er bei der Global Business Policy Concil von A. T. Kearney mit. Die Management-Beratung setzt sich mit den langfristigen gesellschaftlichen Trends auseinander und untersucht, was diese für die Zukunft zur Folge haben. Auf den für Deutschland erstellten Prognosen basiert sein neuer Roman, der diese Fakten mit dem fiktiven Verschwinden der Folksängerin Hati Boran geschickt verwebt.


    So zeigt er eine Zukunft, die mit schon ein paar Sorgenfalten ins Gesicht zeichnet. Am prägnantesten sticht dabei wohl die Annahme ins Auge, das Roboter den Menschen schon sehr ähnlich sind und als AP ( automatisierter Partner) voll in den Alltag eingebunden wurden. Sie sind humanoid.


    Zitat von Martin Walker - Germany 2064

    „Wir spielen Gott, indem wir empathische Wesen hervorbringen, mit denen wir Beziehungen eingehen und für die wir auch Zuneigung entwickeln können. Wir vertrauen ihnen unsere Kranken und unsere Alten an, als deren Schöpfer tragen wir Verantwortung für sie.“ (Germany 2064 - Martin Walker, S.75)


    Viele gesellschaftliche Entwicklungen scheinen mir nicht sonderlich erstrebenswert, so z. B. die Spaltung der Gesellschaft in die „Freien Gebiete“, in denen die analogen Menschen leben, die den Fortschritt nicht befürworten, und High-Tech-Städte. Aber nicht alles erscheint an der Zukunft schlecht. Viele Probleme der Gegenwart sind gelöst. Lebensmittel werden recycelt, Energie wird nicht mehr sinnlos verschwendet, es gibt ein völlig neues Steuer- und Abgabensystem.


    All seine Annahmen begründet der Autor mit den gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklungen und politischen Entscheidungen. Dabei führt er den Leser zurück in die Jetzt-Zeit und zeigt mit dem Finger, den man gern auch gelegentlich als erhobenen Zeigefinger verstehen darf, auf potentielle Risiken und Möglichkeiten.


    Die Mischung aus Fakten und Fiktion ist ist Martin Walker sehr gut gelungen. Das Buch habe ich förmlich verschlungen, auch wenn ich häufig um Zukunftsvisionen einen Bogen mache. Ich habe diesen spannenden Thriller mit viel Interesse gelesen und wünsche dem Buch viele interessierte Leser.

    Walter Pulanski vom Leipziger Kriminaldauerdienst und Evelyn Meyers, Anwältin aus Wien, sind beide schon in „Rachesommer“, dem ersten Teil der Rache-Reihe, gemeinsam in Aktion getreten. In diesem Fall hält sie ein Serienmörder in Atem, der seine Opfer im Rotlichtmilieu sucht und diese auf subtile Art tötet, indem er sie ausbluten lässt. Aber nicht nur die Suche nach dem Täter, auch die Frage, weshalb die Opfer auf diese ungewöhnliche Weise getötet werden, steht im Raum.


    Erzählt wird der Thriller in zwei Handlungssträngen, abwechselnd zwischen dem Leipziger Kriminalisten und der Wiener Anwältin und eine ganze Zeit bleibt es unklar, was beide Fälle miteinander zu tun haben. „Racheherbst“ zog mich von Beginn an in seinen Bann. Seine Leser mit einer spannenden Handlung zu fesseln, versteht Andreas Gruber meisterlich. Falsche Fährten, unverhoffte Wendungen, persönliches Involviertsein der Ermittler steigern die Spannung stetig und man mag das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Obwohl meine anfängliche Vermutung, wer hinter den Taten stecken könnte, sich am Ende nach X Zweifeln an meiner Spekulation bestätigte, war doch das Warum eine Überraschung.


    Mir hat dieser Thriller sehr gut gefallen. Die Ermittler sind Menschen mit Stärken und Schwächen, Ecken und Kanten. Der Thriller ist logisch aufgebaut und bleibt vom Maß der Gewaltdarstellung in dem Rahmen, den ich bei diesem Genre zu akzeptieren bereit bin.

    Interesse hätte immer noch an dem Buch, aber kurzfristig, sprich Oktober/November wäre sehr schwierig. Mir gefällt der 11. Januar. Allerdings weiß ich nicht, ob ich bezüglich der Pensumvorgaben Büchertreff-leserundentauglich bin. Ich würde mich aber bemühen. :wink:

    Taschenbuch: 640 Seiten
    Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag
    ISBN-13: 978-3734100857



    Der Verlag über das Buch
    Einsam wacht, wer um die Schuld weiß ...


    Um ein glückliches Leben betrogen – so fühlt sich Kate Linville, Polizistin bei Scotland Yard. Kontaktscheu und einsam, gibt es nur einen Menschen, den sie liebt: ihren Vater. Als dieser in seinem Haus grausam ermordet wird, verliert Kate ihren letzten Halt. Da sie dem alkoholkranken Ermittler vor Ort nicht traut, macht sie sich selbst auf die Spur dieses mysteriösen Verbrechens. Und entlarvt die Vergangenheit ihres Vaters als Trugbild, denn er war nicht der, für den sie ihn hielt.


    Der Verlag über die Autorin
    Charlotte Link, geboren in Frankfurt/Main, ist die erfolgreichste deutsche Autorin der Gegenwart. Ihre psychologischen Spannungsromane sind internationale Bestseller, allein in Deutschland wurden bislang über 24 Millionen Bücher von Charlotte Link verkauft; ihre Romane sind in zahlreiche Sprachen übersetzt. Die Verfilmungen werden im Fernsehen mit enorm hohen Einschaltquoten ausgestrahlt. Charlotte Link lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Frankfurt/Main.


    Meine Gedanken zum Buch
    Ein ermordeter Ex-Polizist, seine Tochter ermittelt auf eigene Faust, seine Geliebte, ebenfalls getötet, eine in einer Scheune gefangene Familie, ein Pärchen auf der Flucht, der Tätverdächtige und seine ihm hörige Freundin - das sind die Zutaten zu Charlotte Links neuem Kriminalroman.


    Fragt man sich zu Beginn noch, wie diese Handlungsstränge wohl zusammenhängen, wird das Bindeglied schnell deutlich und neben der Arbeit der Ermittler dringt die Autorin in die Tiefe der Charaktere ihrer Protagonisten ein. Da wird das Doppelleben des Ex-Polizisten durchleuchtet und es stellt sich die Frage, warum endete die Beziehung zu seiner Geliebten genau zu dem Zeitpunkt, als die Möglichkeit bestanden hätte, diese öffentlich zu machen? Die Personen wurden facettenreich charakterisiert, besonders der Detectiv Chief Inspector Caleb Hale, ein trockener Alkoholiker und die Polizistin von Scotland Yard, Kate Linville, ein einsames Mauerblümchen, eroberten schnell meinen Sympathien. Besonders durch ihre Schwächen erscheinen sie menschlich und sind keine stilisierten Superhelden.


    Dieser Kriminalroman wird chronologisch erzählt, jeder Tag entspricht einem Kapitel, in dem der Blick auf die verschiedenen Handlungsstränge gelenkt wird. Aus anfänglichem Interessen am Geschehen entwickelte sich schnell Spannung, die mich das Buch nur ungern aus der Hand legen ließ und die sich, insbesondere durch die eingebauten Wendungen, kontinuierlich steigerte.


    „Die Betrogene“ ist einer der besseren Romane dieses Genres und überzeugt in erster Linie durch seine Komplexität. Sowohl vom Plot her als auch von der sprachlichen Umsetzung ist er sehr gelungen. Bei den Morden, die zwar grausam waren, wurde auf allzu voyeuristische Szenen verzichtet. Charlotte Link versteht, es auch Gräuel zu beschreiben, ohne diese zu sehr in den Fokus zu rücken. Ich habe diesen Roman sehr gern gelesen, mir hat er spannende und unterhaltsame Lesestunden beschert.

    @Marie Du hast großes Vertrauen in mein Gedächtnis. Das Buch habe ich 2011 gelesen. :uups: Ich kann mich zwar noch ganz gut erinnern, habe das Buch im Moment aber nicht zur Hand. Ich meine aber in dem Intervierer/Fragesteller einen Anwalt erkannt zu haben (der möglicherweise in einer Beziehung zu den "Musterschülern" steht?). Meine Notizen haben leider unseren Umzug nicht mitgemacht und sind im Altpapier gelandet.