Beiträge von Squirrel

    Ich "kannte" ja nur seinen Vater von den sog. Elgin-Marbles

    Mir war er überhaupt kein Begriff, muss ich zugeben. Den Schilderungen nach war er eine Art schillernde Persönlichkeit mit exzentrischen Neigungen. Was mir auch neu war, waren die finanziellen Gegebenheiten: da mussten die Staatsdiener, Diplomaten, also erstmal in Vorkasse für den Staat treten. Das ist schon ein Ding, das muss man erst mal stemmen. Auch wenn der alte Lord da sicherlich übertrieben hat in manchem, so waren Diplomaten doch zu manchen Ausgaben auch gezwungen um den Staat zu repräsentieren.

    Es bekümmert ihn, dass er sogar in seinem eigenen Haus, bei seinem Sohn, auf diesen kolonialen Rassismus trifft, den er in China schon schwer ertrug.

    Mit seiner Einstellung zum Kolonialismus bzw. dessen Auswüchsen stellt er aber wohl eher die Ausnahme als die Regel dar. Auch seine Gedanken in Indien über die Dienerschaft gingen ja in diese Richtung. Wo alle anderen nur den "Boy" sahen, machte er sich Gedanken über die Menschen dahinter....

    Ich habe mich über einige Fragen gewundert und musste teilweise lachen,

    Und wie ich teilweise gelacht hab :loool: tja, wir werden wohl nie erfahren, ob Gott einen Bart hat. Auch die Antwort über die Steinkohle war einfach klasse. :lol:


    Die Fragen haben z.T. ja etwas sehr kindlich-naives an sich, aber wenn ich es richtig verstanden habe, hatte der Kaiser der Taiping-Rebellen nie engeren Kontakt mit Missionaren oder auch nur normalen Priestern und von daher auch wenig wirkliche Unterweisung in den christlichen Glauben. Auch stoßen da wohl religiöse Einstellungen aufeinander - viele Religionen haben ja sehr bildhafte Vorstellungen ihrer Götter und empfinden das als völlig normal. Ein Gott ohne Körper muss ihnen ja seltsam erscheinen.

    dass eher die völlig unterschiedliche Denkweise vorgeführt wird,

    Und das überaus deutlich. Das ist eine geschickte Art, das in Form von Briefen aneinander vorzustellen und sich den Leser dann trotzdem noch ein eigenes Bild machen zu lassen.

    Auf der britisch-frz. Seite besteht allerdings kein Interesse an einem Austausch über religiöse Fragen. Da geht es um Machtpolitik.

    Ich hatte den Eindruck, dass die britische Seite in Person des Admirals und Maddox schlicht völlig überrumpelt von diesen Fragen waren. Wer würde auch damit rechnen? In den Passagen über Lord Elgin wird das ja angedeutet in Maddox Brief, wenn ich es richtig verstanden habe. Klar waren die Briten viel mehr an ihrer Politik interessiert, an möglichst Konflikt-freien Beziehungen zu den Rebellen, um dem eigentlichen Ziel ihrer Mission folgen zu können.

    Aber eine Frage an euch und an Squirrel hätte ich: Wenn geht es denn los mit der Auspackerei? Soweit ich sehe hat ja noch niemand sein Päckchen bekommen oder verschickt, oder?

    Sobald einer von Euch Wichteln sein Päckchen erhalten hat, kann er oder sie es auch auspacken. Es liegt bei jedem Einzelnen, ob das sofort geschieht oder z.B. in einer ruhigen Stunde am Wochenende oder evtl. auch erst an Weihnachten. Ich richte demnächst den Auspack-Thread ein, damit wir hoffentlich bald die ersten Päckchen bewundern dürfen. :santa:

    ich bin jetzt bei Kapitel 8, und ich würde so gerne einiges ansprechen

    sprich mit uns :friends: Ich fange jetzt Kapitel 7 an :study: hasewue wie läuft es bei Dir?


    Ich finde die Charakterisierung von Lord Elgin so spannend - diese Zerrissenheit, auch jetzt zurück in Schottland. Zerrissen von der Gegenwart, in der er nicht leben darf wie er es gerne möchte, aber auch zerrissen von seinen Erinnerungen. Sein Vater war ja schon ein Extrem :shock: Und gleichzeitig weiß er - obwohl er überall gefeiert und wie ein Star herumgereicht wird - dass der ausgehandelte Vertrag null und nichtig sein wird, das er nichts erreicht hat. Er wird also jetzt gefeiert, wo er versagt hat (versagen musste aufgrund der Gegebenheiten) während seine Erfolge davor nichts zählen. Und alles hilft ihm nicht aus seiner Bredouille.

    Seine Ehe scheint ja eine gute zu sein, so wie Thome das schildert. War auch nicht so häufig zu damaliger Zeit....

    Was meinst Du: hat er mit der Chinesin oder hat er nicht? Auch diese Schilderung fand ich faszinierend: hat also der arme Maddox tatsächlich ein "Zimmermädchen" aufgetan und jetzt steht der Lord da mit der verängstigten Frau. Irgendwie musste ich ja lachen :lol:


    Und mit Alonzo tritt noch so ein Charakterkopf in die Handlung ein - ein geheimnisvoller Typ, bei dem ich gespannt bin, wie er in der Geschichte weiter auftritt, welche Rolle er wirklich übernimmt. Irgendwie glaub ich nicht, dass es nur beim Wegbegleiter bleibt :-k


    Ach, was ich noch erwähnen wollte: mein umgetauschtes Buch ist soeben wieder zerfallen. Diesmal hat sich der vorderste Block bis S. 152 vom Rücken gelöst :roll:

    Winter-Dickens-Leserunde

    ???????

    Nungesser, ich und ein paar andere in wechselnder Besetzung haben vor drei Jahren Dickens für uns entdeckt. Begonnen hatten wir mit Bleak House, zufälligerweise im Januar, und dabei blieb es - im Januar finden wir uns zur Dickens-Leserunde zusammen. Gelesen haben wir Bleak House, Great Expectations und David Copperfield. Mal schauen, was es nächstes Jahr wird. :wink:

    Ich liebe meine Tochter wirklich <---------------------- wollte ich nur mal so vorher gesagt haben. Aber ich warte sooooooooooooo sehnsüchtig darauf das sie endlich fertig ist mit ihrer Ausbildung und auszieht *hustl* brauch doch das Zimmer als weiteren Biboraum

    hast Du das Klein-Glöckchen auch schon mal gesagt? Nicht, dass ich mich mal versehentlich verquatsche :totlach:

    317. Ein Buch von einem Autor, den du mal getroffen hast

    Jetzt hab ich ja glatt die Qual der Wahl. Unvergesslich bleibt auf jeden Fall Rafik Schami, den ich bereits zwei Mal das Vergnügen hatte zu sehen und auch mich mit ihm zu unterhalten. Das war besonders bei seiner Lesung zu "Sophia" der Fall, wobei Lesung es nicht trifft. Er stand zwei Stunden auf der Bühne und erzählte frei Schnauze ohne auch nur ein einziges Mal das Buch zur Hand zu nehmen. Ich erinnere mich noch, wie meine Freundin und ich zwischendurch mal meinten, wir würden jetzt das ganze Buch kennen. Aber das ist nicht so - ich glaube, er hat uns einfach seine Bilder im Kopf erzählt, seine ganz persönliche Sophia. Es war absolut traumhaft schön, kurzweilig und viel zu schnell vorbei. Ich hoffe, dass ich noch öfter dieses Vergnügen haben darf. :uups:

    Hihi, Dir geht es wohl wie mir :friends:

    und so umrundet man quasi das komplizierte Geschehen und sieht immer wieder den Menschen dahinter.

    So hab ich das noch gar nicht gesehen, stimme Dir aber voll zu :wink:

    ich als Leser nicht zwischen den Zeiten und den Erzählern herumspringen

    Hier allerdings nicht ganz, den zwischen den Erzählern springen wir ja schon, zumindest zwischen zweien. Aber sie lassen sich gut auseinanderhalten, da die Erzählstränge so unterschiedlich sind. :) Bei Kapitel 7 bin ich allerdings noch nicht :lol: