Beiträge von Winfried Stanzick

    Fünf interessante Szenenvon Baustellen, immer in der Verbindung mit den dazugehörigen Arbeitern dargestellt und beschrieben, können in diesem kleinen Bilderbuch für die Allerkleinsten betrachtet werden.


    Da ist der Kipplaster, der Sand ablädt, der Betonmischer, der das Material für die Bodenplatte eines neuen Hauses liefert, zwei Schreiner , die das Holz für den neuen Dachstuhl sägen, zwei Zimmerleute, die den Dachstuhl aufbauen und ein Bauarbeiter, der mit einem Presslufthammer einen Straßenbelag öffnet.


    Durch einen einfachen Knopfdruck auf einen Button können die Kinder Originaltöne dieser Arbeiten produzieren, was sie sicher immer wieder tun werden und viel Spaß dabei haben.
    Ein Buch aus einer Reihe der ars edition für die Allerkleinesten, deren Bücher ich nur empfehlen kann.

    Die Rede von der persönlichen Überforderung in Beruf und Alltag ist überall laut zu vernehmen. Immer mehr Burn-Out in der Arbeitswelt, schlechte Leistungen und Schulprobleme bei Schülern, immer mehr Beziehungen, die scheitern – alles wird von den Betroffenen und von der Gesellschaft in der sie leben zurückgeführt auf die immer weiter Steigenden Überforderung der Individuen. Die fühlen sich ausgebrannt, erschöpft und leer. Der Druck, ständig erreichbar bzw. online zu sein, neuen Medien, immer mehr Termine und eine wachsende Flut von Informationen, die auf uns einprasseln, machen viele Menschen regelrecht fertig. Es reduziert die Lebensqualität und mit dem steigenden Tempo unserer Umgebung und offenbar immer neuen Krisen, die unser Leben möglicherweise bedrohen, wächst eine diffuse Angst und bestimmt den Alltag.
    Das Ergebnis der Analyse von Winterhoff: Die Welt ist härter geworden, doch wir Menschen schwächer. Viele Erwachsene resignieren heute in unserer Gesellschaft, sie vermeiden regelrecht, Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen. Immer mehr Menschen sehen sich in einer Opferrolle und geben jede Verantwortung ab, flüchten sich in Erschöpfung, Krankheit und Burn-out. Winterhoff nennt das den Überforderungs-Mythos, der nicht wahrer werde, wenn er von den Medien immer wieder beschworen wird. Dieser Mythos sei grundfalsch und lenkt uns vom Eigentlichen ab, sagt er. „Das Problem sind nicht die anderen – das Problem liegt in uns selbst.“


    Der verhängnisvolle Mechanismus dieser Opferrolle wird entlarvt. Erwachsen werden, Verantwortung für sich selbst und das eigene Leben übernehmen, sich nicht mehr als notwendig fremdbestimmen lassen und endlich wieder eigene Entscheidungen treffen, darum geht es.


    Vom Opfer der Verhältnisse zur erwachsenen Persönlichkeit, das ist der Weg den Winterhoff an vielen Beispielen aufzeigt. Ich bin sicher, dass sich jeder Leser an der einen oder anderen Stelle wieder erkennt und für sich und seinen Alltag das eine oder andere Positive aus diesem Buch mitnehmen kann.


    Winterhoff jedenfalls ist optimistisch: Ich bin aber überzeugt, dass es nur noch wenige Jahre dauern wird, bis wir aus dieser Sackgasse herausgefunden haben. Wir werden lernen, die digitale Revolution zu beherrschen. Wir werden lernen, für uns selbst zu sorgen. Denn wir Menschen verfügen über eine Fähigkeit, die uns zum großen Teil ausmacht und die uns hunderttausend Jahre lang überdauern ließ: Wir können uns auf neue Bedingungen einstellen - und das schon ab morgen.“


    Ein Buch, das sicher Kontroversen auslösen wird, das die richtigen Fragen stellt, und meiner Meinung nach auch wegweisende Antworten gibt. Zu viele Erwachsene fühlen sich als Opfer und sehen darin die Entschuldigung, auf eigebe Anstrengungen zu verzichten. Verantwortung für sich selbst, darum geht es.

    Der Sanitätsobergefreite Paul Arimond kommt 2003 zu einem Einsatz in Afghanistan, in ein Land, das auch schon sein Vorfahr Ambrosius einst, auf der Suche nach der Universalsprache der Vögel, einst bereist hatte. Auch Paul liebt es, Vögel zu beobachten und Aufzeichnungen über sie zu machen. Paul hat von zu Hause einen Packen Schuldgefühle mitgenommen, die ihn plagen, weil er einen Autounfall mit verursacht hat.


    Norbert Scheuer versieht Pauls Tagebuchnotizen mit Erinnerungsgeschichten und Geschehnissen aus der Heimat in der Eifel. Seine Beobachtungen bei der Vogelschau sind so scharf justiert wie das Fernglas von seinem Vater, das er dabei benutzt.


    Ob Paul seine Schuld in dem Land der Vögel mit dem einzigartig blauen Himmel abladen kann?


    Scheuers neues Buch besticht durch eine schlichte Sprache. Im Laufe der Tagebuchnotizen und eingestreuten Rückbesinnungen baut sich ein Spannungsfaden der Lebensgeschichte des Soldaten Paul auf, der den Leser mit seiner Poesie und seiner tragischen Schwere immer weiter lesen und das Buch kaum aus der Hand legen lässt.


    Aus der Flucht vor einer persönlichen Last und Schuld in die Freiheit, die Paul bei der Vogelobservation erlebt, wird ein emotionaler Kriegsbericht vom Hindukusch, der in seltsamer Weise über dem Leben zu schweben scheint. Norbert Scheuers „Die Sprache der Vögel“ wirkt wie eine Passionsgeschichte, die noch lange, nachdem man das Buch aus der Hand gelegt hat, nachklingt in der Seele.

    In seinem neuen Buch präsentiert der Münchner Kardinal und enge Berater von Papst Franziskus, Reinhard Marx ein Plädoyer für die Erneuerung der katholischen Kirche. Keiner oberflächlichen Anpassung an die Moderne redet er das Wort, sondern einer geistlichen Offensive und einer radikalen Öffnung zur Welt. Das Buch ist, obwohl es wohl in sehr kurzer Zeit geschrieben worden, alles andere als oberflächlich. Es ist eine tiefgehende Analyse der schwierigen gegenwärtigen Situation der Kirche und ein kraftvoller Appell für eine glaubwürdige und zukunftsorientierte Kirche.
    Die globalisierte Welt und die kulturell vielfältige Gesellschaft brauchen „ das Evangelium und die Kirche als kritische Wegbegleiterin, die sich nicht zurückzieht und sich nur an der Vergangenheit orientiert“. All denen, die dadurch die Substanz gefährdet sehen, sagt er: „Das Alter und die Autorität einer Institution schützen weder vor dem Niedergang noch reichen sie aus als Quelle der Erneuerung. Wer darauf baut, sollte sich eher bemühen, die Kirche zum Weltkulturerbe zu erklären.“ Kirche als Institution sei kein Selbstzweck. Sie sei eine Gemeinschaft, die sich auf die ganze Welt hin richtet, auf alle Menschen. Ihre Aufgabe: diesen Menschen die befreiende Botschaft des Glaubens nahe zu bringen.



    Diplomatisch sehr geschickt versucht er durch seine Formulierungen möglichst viele Kritiker mit ins Boot zu nehmen und die Laien zu stärken:
    „Der Weg der Erneuerung kann nur in einem neuen Miteinander, im Hören auf das Evangelium und in einer verstärkten, synodalen Suchbewegung gefunden werden.“
    Er plädiert für eine größere Dezentralisierung, mehr Eigenständigkeit der Ortskirchen (die keine Filialkirchen Roms seien), bessere Verwaltungen und moderne Personalführung. „Der Umgang mit dem Missbrauchsskandal hat uns da aufgerüttelt und sensibel gemacht für eine ordentliche, stringente Personalverwaltung und Personalführung.“



    Alles in allem glaubt Marx fest daran, dass seine Kirche lebt und auch „über“ lebt. Die Familiensynode im Oktober wird zeigen, wie groß die Unterstützung des Klerus in den Fragen ist, die Marx so sehr umtreiben.



    Ein wichtiges Buch, das ich als evangelischer Theologe mit großen Interesse und viel Zustimmung gelesen habe.

    In seiner sehr erfolgreichen und durchweg empfehlenswerten Reihe „Musikalische Bilderbücher“ veröffentlicht der Annette Betz Verlag aus Wien in diesem Jahr unter anderem „Der Zauberlehrling“, eine von Paul Dukas vertonte Ballade von Johann Wolfgang von Goethe.


    Das von Doris Eisenburger sehr ansprechend illustrierte Bilderbuch und die dem Buch beigefügte CD ergänzen sich, können unabhängig voneinander gelesen und gehört werden. Es empfiehlt sich jedoch, an den im Buch angeführten Stellen den jeweiligen Abschnitt auf der CD zu hören, von Marko Simsa einfühlsam gesprochen, da im Text immer wieder auf die Musik von Dukas Bezug genommen wird.


    Kinder können auf diese Weise gut an die klassische Musik herangeführt werden und bekommen sie gleichzeitig auch noch gut erklärt. Ich kann das Buch ebenso empfehlen wie die anderen aus dieser schönen Reihe.

    Noch vor einigen Monaten war der Widerstand der Kurden gegen das Vorrücken des IS in allen Medien präsent. Nahe der türkischen Grenzen (Kobane) und im Irak selbst. Nach der letzten Wahl hat der Erfgolg der kurdischen HDP eine absolute Mehrheit von Erdogans Partei verhindert und dazu geführt, dass der türkischen Staat die Verhandlungen mit der PKK abbrach und diese zu ihre blutigen Anschlägen zurückkehrte.



    Löwer bietet in seinem gut lesbaren Buch eine lebendige Darstellung, nah an den Menschen, interessant im Stil, ein „Blick aus der Nähe“ auf eine Region und ein Volk, dessen Name zwar geläufig ist, über dessen konkrete Geschichte und über dessen aktuelle Vision eines freien, eigenen Staates, in dem dann auch demokratische Freiheit selbstverständlich sein soll, relativ wenig Wissen herrscht Bekanntheit vorliegt.



    Ein Jahrhundert der Repressalien in der Türkei, in Syrien, im Irak und im Iran haben eine ganz eigene Geschichte geschrieben, in der deutlich wird: Geduld und Beharrungsvermögen beginnen, sich in labilen Verhältnisses des Umfeldes langsam auszuzahlen.



    Dennoch kann man die aktuelle Entwicklung nur als einen weiteren Rückschlag in dieser Entwicklung ansehen, den Löwer, als er das Buch schrieb, so nicht voraussehen konnte. Den Kampf um einen eigenen Staat wird das aber nicht schmälern

    Dieses Buch ist ein Plädoyer für einen ganzheitlichen Ansatz der Schmerztherapie. Mit konkreten Fallbeispielen und Patientengeschichten Patientengeschichten wird eine Vision deutlich einer Medizin mit Hand und Herz



    Vielen Menschen, die unter Schmerz leiden, kann nicht geholfen werden, weil die seelischen Zusammenhänge und Kausalketten von Ärzten nicht gesehen oder zu wenig beachtet werden. Die Mind-Body-Medizin von Professor Gustav Dobos setzt genau hier an und stellt den Patienten ganzheitlich in den Mittelpunkt. In diesem Buch werden anhand vieler konkreter Patientengeschichten neue Sichtweisen und Behandlungskonzepte aufgezeigt, die zu seinem überaus erfolgreichen Therapieprogramm gehören. Dieses Buch erscheint zu seinem 60. Geburtstag und ist ein Plädoyer, sich mit chronischen Krankheiten anders auseinander zu setzen.



    „13 Millionen Menschen leiden in Deutschland an chronischen Schmerzen. Sie verkrampfen sich unter Stress..“ heisst es in der Einleitung des handlichen Buches des Autorenteams Prof. Dr. Gustav Dobos und Dr. Petra Thorbrietz. Dort findet sich zum Stress auch eine überzeugend anschauliche Strukturskizze. Sie zeigt links einen 'Stress-Stausee' mit folgenden Austritten aus dem Stauseedamm: Diese austretenden, betroffenen 'Stressstrahlen' benennt das Autorenteam mit Schlaf, Bewegung, Ernährung, Entspannung, Verhaltensänderung, Medikamente, soziale Beziehungen, Humor, Spiritualität und 'gebirgiges Naturumfeld'. Als Lösungsfeld zum Schmerz stuft der Naturheilkundler Dobos das Thema Schmerz als ein schwieriges Syndrom ein, und bittet die „Einbahnstrasse Medikamente“ zu verlassen. Wichtig sei, den Körper so zu behandeln, dass dabei die Seele berührt wird. Dazu verhilft die Mind-Body-Medizin zur Erfahrungsänderung. Als Quintessenz sieht er die Integrative Medizin als Heilmethode der Zukunft. Es ist ein schlüssiger Weg zum Ertragen und Heilen.

    Charlotte Salomon, eine jüdische Künstlerin, die 1943 in Auschwitz vergast worden ist, ist lange von der Kunstwelt und Kunstkritik kaum beachtet worden. Dabei hätte sie neben Paula Modersohn-Becker, Marc Chagall und anderen in einem Atemzug genannt werden und zu einer der bedeutendsten Künstlerinnen de 20. Jahrhunderts gezählt werden können.
    Als der Schriftsteller David Foenkinos zum ersten Mal von ihr erfährt und ihre Bilder sieht, treibt die Lebensgeschichte dieser jungen Frau ihn um, sie raubt ihm nachts den Schlaf, wie er berichtet, und sie geistert durch viele seiner letzten und erfolgreichen Romane. „Die Vorstellung, was aus ihr hätte werden können, wäre sie nicht ihrer jüdischen Herkunft wegen von den Nazis ermordet worden, ist zum Verzweifeln.“


    Jahrelange Recherchen führen schlussendlich zu einem Roman, mit dem Foenkinos erfolgreich versucht, diesem Leben und dieser Lebensgeschichte gerecht zu werden. Es ist ein Roman geworden, der aus relativ kurzen Sätzen besteht, nach denen er jedes Mal eine neue Zeile beginnt. So entsteht ein sehr dichtes und unter die Haut gehendes Leseerlebnis, das Charlotte Salomon dem Leser ganz nahe kommen lässt.


    Charlotte Salomon wird 1917 als Tochter jüdischer Eltern in Berlin geboren und wächst als einziges Kind einer bürgerlichen Familie auf, deren Geschichte vom Dunkel zahlreicher Suizide überschattet ist, die auch Charlotte eine tiefe Traurigkeit eingeprägt haben. Als sie neun Jahre alt nimmt sich die Mutter das Leben und Charlotte wird fortan von wechselnden Kindermädchen betreut, von denen einzig das Fräulein Hase ihr Herz erreicht. Nach der Heirat des Vaters, eines angesehene Chirurgen mit der gefeierten Opernsängerin Paula Lindberg gehen eine Zeitlang berühmte Künstler und Wissenschaftler bei den Salomons ein und aus. Doch die Machtergreifung der Nazis beendet das alles schlagartig. Der Vater verliert die Lehrbefugnis, die Stiefmutter ihre Engagements. Kurz vor dem Abitur muss Charlotte die Schule verlassen. Genau in dieser Zeit entdeckt sie ihre Begeisterung für die Malerei und findet in ihr einen Weg, der düsteren Wirklichkeit zu entfliehen. Foenkinos beschreibt das so:


    "Künstler erreichen in ihrem Leben einen bestimmten Punkt.
    Einen Punkt, an dem sich eine innere Stimme zu Wort meldet.
    Etwas in ihnen breitet sich unaufhaltsam aus, wie Blutstropfen im Wasser."
    Als eine der letzten Jüdinnen wird sie 1935 an der Berliner Kunstakademie zugelassen, doch 1939 muss sie zu den Großeltern nach Villefranche in Südfrankreich fliehen. Dort malt sie wie im Rausch einen Zyklus mit über tausend Gouachen expressionistischen Stils, in denen sie ihr ganzes Leben erzählt. „Leben? Oder Theater?“ betitelt sie dieses „Singspiel“, das sie 1942 mit den Worten „Das ist mein ganzes Leben“ einem Vertrauten übergibt.
    Das Versteck in Frankreich, wo sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Alfred Nagel lebt, wird bald zum Verhängnis. Als die SS die schwangere Charlotte Salomon am 21. September 1943 abholt, ist sie 26 Jahre alt.


    Ihre Bilder sind heute im „Joods Historisch Museum“ in Amsteramm ausgestellt. Dort hat sie Davoid Foenkino vor vielen Jahren gesehen und hat sie später zur Grundlage seines Romans gemacht, der ihm lange stilistisch Kopfzerbrechen bereitete:
    "Ich spürte ständig das Verlangen, eine neue Zeile zu beginnen.
    Um durchatmen zu können.
    Irgendwann begriff ich, dass ich das Buch genau so schreiben muss".
    Jede Zeile ein Satz. Es ist ihm damit ein überaus lebendiges Porträt gelungen. In seinem literarischen Andenken meldet sich Foenkinos immer wieder selbst zu Wort und gibt Rechenschaft über seine Arbeit als Autor. Er überwindet Konzeptionen und gängige Normen für eine Biografie und schafft so ein eigenes Kunstwerk, das dem der Charlotte Salomon gerecht wird.
    Seine poetisch-reduzierte Sprache, seine hohe Emotionalität, seine Mischung von Tatsachen und Fiktion verschafft dem Leser ein einzigartiges Erlebnis. Die hohen Auflagen in Frankreich und die Auszeichnungen, die das Buch erhalten hat, kommen nicht von ungefähr.


    Ein ganz außergewöhnliches Buch.

    Die Zahl der Ehen und Beziehungen mit Kinder, die scheitern und die Eltern sich trennen, ist in den letzten Jahrzehnten sehr stark angestiegen. Während die Eltern oft sehr schnell neue Partner finden, sind es die Kinder, die unter solchen Trennungen am meisten leiden, völlig unabhängig von ihrem Alter.


    In vielen Fällen solcher Trennungen und Scheidungen geht für die Kinder die intensive Beziehung zu einem Elternteil verloren, den auch gelegentliche Wochenend- oder Ferienbesuche nicht ersetzen können.


    Was die Kinder brauchen, ist eine vertrauensvolle Bindung an beide Elternteile, während und auch nach einer Trennung. Das zu ermöglichen, liegt an beiden Elternteilen. Doch wie kann das in dem Durcheinander der Gefühle, in dem Wust gegenseitiger Enttäuschungen und Vorwürfe, die eine Trennung meist mit sich bringen, gelingen? Wie bekommt man das emotional auf die Reihe, ohne die Kinder hineinzuziehen.


    Die drei holländischen Autoren dieses aufschlussreichen und verständlichen Ratgebers versuchen zu diesem Thema verschiedene Wege aufzuzeigen, wie zwei Menschen, die als Paar sich getrennt haben, dennoch als Eltern zusammenbleiben können.


    An vielen Beispielen aus ihrer Beratungspraxis ( sie sind Anwälte bzw., Beziehungsberater und leben alle in einer Patchworkfamilie) machen sie deutlich, dass es neben den gängigen Betreuungsmodelle (Papawochenende u.ä.) vielfältige Lösungen geben kann, die sich jeweils individuelle erarbeiten können.


    Es ist eine besondere Leistung des Buches dass sie Patchworkfamilien nicht idealisiert, sondern immer wieder auf die Probleme und Schwierigkeiten hinweist und sie benennt, die es geben kann und wird, wenn das getrennte Paar es ernsthaft versucht, als Eltern zusammenzubleiben, zum Wohl und zum Segen ihrer Kinder.


    Den Ratgeber kann man allen betroffenen empfehlen, weil er in seiner Vielzahl unterschiedlicher Fälle und Beispiele für jeden sicher einige realistische Hinweise enthält, die er in seinem Leben und mit seinen Kindern umsetzen kann.

    Dieses kleine handliche Bilderbuch für Kinder ab etwa 2 Jahren erzählt in einfachen Bildern und in knapper, verständlicher Sprache die Geschichte eines kleinen Flohs. Der fühlt sich extrem klein, wäre gerne groß, und beschließt auf verschiedene Dinge zu klettern.


    Zuerst versucht er es mit der Erbse, dann mit einem Apfel, einer Blume und einer Kletterpflanze. Dann ist ihm nach Größerem und er setzt sich auf ein Haus, einen Mast, einen Wolkenkratzer und schließlich auf eine Wolke.


    Ein Bär, der ihn, in die Luft schauend, dort entdeckt, macht sich lustig über ihn und sagt, er sei klitzeklein, während er dagegen …


    Das hätte er lieber nicht gesagt, denn im Fell des Bären, auf den der Floh sich wutentbrannt gestürzt hat, ist der Floh sehr groß: der größte Quälgeist nämlich.


    Ein schönes Bilderbuch, in dem die Kinder anschaulich etwas lernen können über Größenverhältnisse.

    Die australische Schriftstellerin Brooke Davis hat mit diesem Erstlingsroman wie mit einem Paukenschlag nicht nur die literarische Bühne ihres Heimatlandes betreten, sondern ihr Buch „Noch so eine Tatsache über die Welt“ ist seit seinem Erscheinen im vergangenen Jahr zu einem internationalen Bestseller geworden, den Kunstmann nun auch dem deutschen Publikum präsentiert.



    Erzählt wird die Geschichte von drei Menschen, die nicht nur vom Alter her sich stark unterscheiden. Da ist die siebenjährige Millie Bird, die schon ganz früh immer wieder mit dem Tod und mit schwerem Verlust konfrontiert wird. Zunächst stirbt ihr Hund Rambo, dann auch ihr Vater. Und kurze Zeit später, der Vater ist kaum beerdigt, geht ihre Mutter in einem Kaufhaus „kurz weg“, und kommt nicht mehr wieder. Sie hat sie einfach zurückgelassen wie ein lästiges Stück Gepäck.



    Und da ist der siebenundachtzigjährige Karl, der von seinem Sohn in ein Altersheim gebracht wurde, in dem er aber nicht bleiben will und von dort wegläuft. Er geht zuerst mal ins Kaufhaus, bis sich etwas Besseres findet. Und dort trifft er die von der Mutter verlassene Millie.



    Als die nach einer sehr unterhaltsamen zu lesenden Episode mit Karl im Kaufhaus allein an ihr Elternhaus kommt, wird das wie alles andere beobachtet von Agatha Pantha, einer zweiundachtzigjährigen Frau, die seit ihr Mann gestorben ist, verbittert nicht mehr das Haus verlassen hat, aber durch ihr Fenster alles sieht und beobachtet.



    Diese drei brechen auf eine abenteuerliche Reise auf, um Millies Mutter zu suchen. Was sie dabei finden, ist wie eine Rückkehr zu sich selbst und ins Leben. Und in die Liebe. Denn zwischen dem vereinsamten, aber sehr romantisch veranlagten Karl und der schrägen Agatha bahnt sich im Verlauf des Buches eine ungewöhnliche Liebesbeziehung an. Brooke Davis gelingt es gut, dieses oft belächelte Thema auf eine sehr ernsthafte Weise zu beschreiben, mit Schönheit und Poesie.



    Davis lässt ihre Figuren abwechselnd auftreten und so dem Leser immer vertrauter werden. Es geht nicht nur um Liebe und Freundschaft, sondern auch um die ständige Gegenwart und Realität des Todes und vieler anderer Formen von Verlust.



    All das erzählt sie auf eine liebevolle, schräge, ernsthafte und gleichwohl lustige Weise, dass man das Buch schnell zu Ende liest und jede unnötige Pause vermeidet.



    Ein wunderbares Buch, das geradezu singt vom Glück zu leben.

    Henning Mankell, der nun wirklich Ahnung hat von guter Kriminalliteratur, hat den vor zwei Jahren erschienenen Debütroman „Vermisst“ des israelischen Literaturprofessors und Lektors Dror Mishani „originell und beeindruckend“ genannt und war insbesondere angetan von Avi Avraham, mit dem ein neuer, sehr spezieller Ermittler die Krimibühne betrat.



    Auch sein neuer, hier vorliegender Roman „Die Möglichkeit eines Verbrechens“ spielt in Cholon, einem Vorort der israelischen Metropole Tel Aviv. Dort ist der alleinstehende, ziemlich schrullige Kommissar Avi Avraham zuständig für allerlei kleinere und größere Delikte. Mal ist es eine Schulhofprügelei, mal ein Diebstahl. Nichts Weltbewegendes und vor allen Dingen nichts, was Avi aus der Ruhe bringen könnte. Er strahlt zunächst etwas aus wie Langeweile und eine subtile Form von Inkompetenz, und man fragt sich als Leser, wie ein solcher Ermittler erfolgreich sein kann.



    Nach seinem letzten Fall, als er beim Verschwinden eines 16- jährigen Jungen insbesondere zu dessen Eltern die nötige Distanz vermissen ließ, leidet Avi Avraham unter diesen Fehlern. Während einer Auszeit in Belgien hat er eine Frau kennengelernt und auch neuen Mut für sein eigenes, eher einsames Leben geschöpft. Neben der spannenden Handlung des zu lösenden Falles, verfolgt Dror Mishani auch sensibel die beginnende Geschichte dieser nicht ganz unproblematischen Beziehung.



    Im neuen Fall wird vor einem Kindergarten in Cholon eine Bombenattrappe gefunden. Ein am Tatort Festgenommener muss wieder freigelassen werden. Als Avraham mit der Betreiberin spricht, spürt, dass die nicht die Wahrheit sagt und irgendetwas zu verbergen hat. Als wenig später die Betreiberin des Kindergartens auch noch Opfer einer gewalttätigen Attacke wird, und ins Koma fällt, gerät der Cateringunternehmer Chaim Sara schnell in Tatverdacht. Denn der hatte, wie er auch zugibt, vor kurzem mit Frau einen heftigen Streit um die Qualität ihrer Arbeit. Und er verwickelt sich in Widersprüche, insbesondere über seine philippinische Frau, die angeblich zu ihren Eltern auf die Philippinnen geflogen ist.
    Dror Mishani fängt sehr sensibel das Leben und den Alltag in Cholon ein, von den „typischen“ israelischen Themen ist kaum die Rede, wohl aber vom Alltag und den Sorgen der auftretenden Personen. So entsteht nicht nur eine faszinierende Milieustudie, sondern auch ein spannender Psychothriller, dessen Handlung sich zuspitzt und am Ende mit einem völlig unerwarteten Höhepunkt glänzt.



    Avi Avraham ist ein Ermittler ganz anderer Art. Er will keine Fehler machen und entscheidet dennoch fast nur aus dem Bauch. Aus seiner Sicht ist der ganze Roman erzählt und auch Chaim Saras Perspektive wird immer wieder dargestellt. Erst allmählich löst sich die Verwirrung beim Leser und die Fäden einer wieder nicht ganz fehlerfreien Ermittlung laufen zusammen.



    Die Bücher Dror Mishani und seine Hauptfigur Avi Avraham sind nichts für Freunde von Actionthrillern und toughen Kommissaren. Dieser hier macht Fehler, ist absolut menschlich und wird vielleicht durch die Beziehung zu seiner neue Partnerin die persönliche Bodenhaftung bekommen, die im noch fehlt. Sind wir auf den dritten Band mal gespannt.



    Mit jedenfalls hat auch das neue Buch ausgesprochen gut gefallen.

    Dieses schöne Bilderbuch ist für Kinder zwischen 12 und 18 Monate gedacht, in einem Alter also, in dem sie Laufen und Erobern und dabei alles Mögliche betasten und in die Hände nehmen. Wie fühlen sich die Sachen an, die ich so gerne habe?



    Da hat das Häschen ganz kuschelweiche Ohren, ein Laster hat rauen Sand geladen, eine Stofftasche will geöffnet werden, ein Wasserball aus Plastik kann befühlt werden und auch die Stoffmütze des kleinen Zappelmannes.



    Mit Ringheftung lassen sich die einzelnen Seiten leicht umblättern. Ein Buch, das kleine Kinder lieben werden.

    Fünf kleine Tiere, oft in der Verbindung mit ihren Kindern abgebildet und beschrieben, können in diesem kleinen Bilderbuch für die Allerkleinsten betrachtet werden. Das ist der Hahn, der mit seinem Krähen morgens alle Tiere auf dem Bauernhof weckt, die Schweine im Gatter hinter dem Hof, die sich im Schlamm wälzen, das Kälbchen mit seiner Mama, das Fohlen, das mit seiner Mutter auf der Weide wiehert, und die beiden Hunde, die miteinander spielen.



    Durch einen einfachen Knopfdruck auf einen Button können die Kinder Originaltöne dieser Tiere produzieren, was sie sicher immer wieder tun werden und viel Spaß dabei haben.

    Der pensionierte Basler Kommissär Peter Hunkeler liegt im Krankenhaus. Er ist an der Prostata operiert worden, und es hat sich herausgestellt, dass es kein Krebs war. Hunkeler fühlt sich verschont und spürt, wie schon in den früheren Jahren so etwas wie Dankbarkeit für sein Leben, auch wenn seine Erinnerungen mit steigendem Alter immer intensiver werden.
    Hansjörg Schneider, der in einem Interview bestätigt hat, das Hunkeler, seine Lebensgeschichte und seine Gedanken sehr mit seiner eigenen Biographie und seinen Gedanken zu tun haben.



    Hunkeler liegt also im Krankenhaus und neben ihm im gleichen Zimmer ein alter Bekannter: Stephan Fankhauser, einst wie Hunkeler bei den Achtundsechzigern, ist er durch die Institutionen marschiert und Leiter der Balser Volkssparkasse geworden. Nun ist er schwerkrank. Eines Nachts beobachtet Hunkeler, wie eine Krankenschwester mit einen Rubinring an der Hand, Fankhauser eine Spritze setzt. Der wehrt sich heftig und ist am nächsten Morgen tot. Hunkeler weiß nicht recht, ob er einer Täuschung durch die eigenen Medikamente aufgesessen ist, doch es wird sich später herausstellen, dass er richtig beobachtet hat.



    Später, während einer Handlung, in der Schneider wieder in die Schweizer Geschichte zurückgeht und sie parallel setzt zu zeitgenössischen Ereignissen, hier die Finanzkrise.
    Und während der er Hunkeler seien eigenen Gedanken denken lässt:
    „In seiner Jugend, dachte Hunkeler, waren die Schweizer stolz gewesen auf ihr Land. Man sprach vom freien Schweizer und meinte sich selbst. Man war stolz darauf, dass man den Flüchtlingen Asyl gewährte. Man war auch stolz auf die Banken. Denn in ihnen lag das Geld unschuldig Verfolgter in sicherer Verwahrung. Ein Stück vom Freiheitskämpfer Wilhelm Tell steckte in jedem Eidgenossen und jeder Eidgenossin.“



    Doch die Flüchtlingspolitik im Zweiten Weltkrieg hat sich als rassistisch herausgestellt und die einst angesehenen Banken sind in unglaubliche Skandale verwickelt. Und was zunächst aussieht wie eine Sinnestäuschung hat Zusammenhänge bis in die ferne Vergangenheit.



    Seit 1993, als der Basler Schriftsteller Hansjörg Schneider seinen ersten Kriminalroman um den Kommissär Peter Hunkeler veröffentlichte, ist er als Krimiautor ein Geheimtipp geworden. Obwohl seine Bücher keine hohen Auflagen erreichen, wie etwa die seiner modern gewordenen schwedischen Kollegen, sind die Romane auf höchstem Niveau, mit viel politischer Analyse, gesellschaftlich-hintergründigem Witz und immer auch angereichert mit einer subtilen Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen, besonders denen in Basel und in der Schweiz.



    Peter Hunkeler war früher verheiratet, hat aus dieser Ehe auch eine erwachsene Tochter, mit der sein Kontakt aber spärlich ist. Seit vielen Jahren ist er zusammen mit Hedwig, einer engagierten Erzieherin, die es trotz allem Stress versteht, ihr Leben zu genießen und auf diese Weise Peter Hunkeler immer wieder einen guten Ruhepol bietet, auch wenn ihre Streitgespräche ein wahrer Lesegenuss sind. Besonders wenn sie Wochenenden oder andere freie Tage in ihrem Häuschen im Elsass direkt hinter der französisch-schweizerischen Grenze verbringen.



    Hunkeler hat eine bewegte Lebensgeschichte hinter sich. In der Studentenbewegung engagiert, hat er sich eine libertär-liberal-linke Position bewahrt, die nie dogmatisch war oder wird. Vielleicht ist er darin das treue Abbild seines genialen Schöpfers. Er kennt in Basel Gott und die Welt und seine sozialen Kontakte machen vor Klassenschranken und sozialen Milieus nicht Halt. Er verkehrt mit Schriftstellern, Künstlern und Theaterleuten, Lebenskünstlern, halbseidenen Figuren an der Grenze zur Unterwelt. Er trifft sie auf der Straße, in Cafes, vor allem aber abends und nachts in den alten Basler Beizen, die vom Aussterben bedroht sind, und denen Hansjörg Schneider in seinen Büchern nebenbei ein Denkmal setzt.
    Er liebt Menschen und die Geschichten, die mit ihnen verbunden sind. Und weil er sich so gut in Menschen hinein versetzen kann, löst er alle seine Fälle mit diesem "Gspüri". Auch diesen Fall, er ihm nach seiner Entlassung aus dem Krankhaus keine Ruhe lässt. Und wie schon zu seiner aktiven Zeit meiden ihn die Kollegen, mit denen er wieder zu tun bekommt. Seine Eigenständigkeit und innere Ruhe machen ihnen Angst, erst recht, wo er nun keine Verpflichtungen mehr hat. Und wie schon damals erweist sich der Staatsanwalt Suter als heimlicher Unterstützer.



    Das vorliegende Buch Schneiders ist vielleicht der Beste aller neun Hunkelerbände. Seine Altersweisheit und sein unideologischer Blick auch auf seine eigene Vergangenheit lassen ihn erkennen, was trotz allem sein Basel für ihn liebenswert macht, auch als politische Heimat.

    Solche Bücher hat mein Sohn als er klein war, geliebt. Baustellen, Fahrzeuge, die dort gebraucht werden, Menschen, die dort die unterschiedlichsten Bauwerke errichten und vor allen Dingen viele Informationen über den Ablauf der Arbeiten und über deren Techniken.


    Und wenn dann noch, wie in dem vorliegenden Buch von Anne-Sophie Baumann und Didier Balicevic, unzählige Aufklappen und Drehräder mit weiteren Entdeckungen dazukommen, dann ist der Buchgenuss für einen kleinen Jungen vollkommen.


    Gezeigt werden auf je einer Doppelseite die Baustelle eines Hauses, wie ein Kran gebaut wird und eine Straße, eine U-Bahn und eine Brücke. Der Aufbau einer Achterbahn wird gezeigt und wie ein Flugzeug gebaut wird. Der Bau eines Schiffes und der Aufbau eines Zirkuszeltes bilden den Abschluss in einem Buch, mit dem sie jedem Jungen eine Freude machen werden, die lange anhält. Denn über viele Jahre wird er dieses Buch immer wieder in Hand nehmen, immer mehr verstehen und immer wieder Neues entdecken.


    Bald ist Weihnachten. Für Jungen ab etwa vier Jahren ein ideales Geschenk.

    Dies ist ein wunderbares Buch für alle Kinder ab etwa 18 Monaten, also genau der Zeit, in der die Sprachentwicklung explodiert, der Wortschatz zunimmt und die Kleinen auf eine Weise wissbegierig sind und lernbereit, wie es später nur noch selten in dieser Intensität vorkommt.


    Über 200 Begriffe aus der ganzen Welt des Kleinkindes sind nach Themen geordnet abgebildet und benannt. Was lässt sich das alles erkennen und benennen: Im Zuhause, im Garten, bei den Tieren und bei den Fahrzeugen, in der Küche und im Ablauf des Jahres mit den Jahreszeiten.


    Jedes einzelnen Bild ist eine Einladung an die Kinder zum Sprechen und Erzählen. Ähnlich wie bei den Wimmelbüchern brauchen sie hierzu aber auch die Unterstützung und die Begeisterung von Erwachsenen, die mit ihren zusammen dieses Buch anschauen und die unzähligen Geschichten entdecken, die mit der fantasievollen Zusammenfügung einzelner Begriffe zum Leben erweckt und erzählt werden wollen.

    Dieser wunderbare Bildband, der durch die ausgewogene Balance zwischen aufschlussreichen Texten und geradezu magischen Bildern besticht, entführt den Leser in die fantastische Welt der irischen Gärten.
    Jane Powers, die Autorin dieses beeindruckenden Buches wurde in Irland als Tochter amerikanischer Eltern geboren und verbrachte ihre Kindheit in Irland und den USA. Sie schreibt seit über 20 Jahren über Gartenthemen, Umweltfragen, Kunsthandwerk und anderes mehr in irischen und englischen Zeitschriften und Gartenmagazinen wie Gardens Illustrated und The Garden Design Journal; mehr als 15 Jahre war sie gardening correspondent der irischen Sunday Times. Ihre große Liebe gehört den Gärten und dem Gärtnern sowie den damit verbundenen Menschen, Pflanzen und Schauplätzen. Jane Powers lebt in Dún Laoghaire, einem kleinen Küstenort in der Nähe von Dublin; ihren eigenen Garten pflegt sie nach ökologischen Gesichtspunkten.


    Etwa 60 Gartenrefugien umfasst die Reise, auf die sie zusammen mit ihrem Fotograf Jonathan Hession ihre Leser mitnimmt. Sie führt von den großen Anwesen berühmter Adelsfamilien über die der Natur abgetrotzten ummauerten Gärten von Klöstern und Herrenhäusern bis hin zu den blühenden Paradiesen passionierter Pflanzensammler. Allesamt Gärten voller Blumenvielfalt und mit einer berauschenden Farbenpracht, wie sie Irlandliebhaber schon lange von ihren Besuchen kennen.


    Natur, die begeistert.

    Das neue Bilderbuch von Kathrin Schärer ist ein wahres Kunstwerk. In Wort und Bild erzählt sie, ein altes Märchenmotiv aufgreifend, von einem Fuchs, der tatsächlich glaubt, den Tod überlisten zu können. Doch ein gutes Leben, und das hat der Fuchs zusammen mit seiner Frau durchaus geführt, bracht auch sein Ende. Doch es dauert, bis der Fuchs das verstehen und akzeptieren kann.



    Zunächst ist es ein Zauberwiesel, das der alte und hungrige Fuchs, vor dem sonst alle rechtzeitig davonlaufen, gerade so fange kann. Dieses Wiesel verspricht ihm gegen seine Freilassung, dass durch einen Zauber ab sofort jeder Apfeldieb auf dem Baum den der Fuchs als seinen eigenen betrachtet, kleben bleibt. Das funktioniert und der Fuchs kann ungestört sein Obst genießen. Da kommt irgendwann der Tod und will ihn holen. Der Fuchs, schlau wie er ist, bittet den Tod ihm einen letzten Apfel zu pflücken. Schon sitzt der Tod auf dem Baum fest und der Fuchs jubiliert. Doch nicht lange. Denn er wird im er älter und schwächer, seine Frau stirbt und auch die ersten seiner Kinder. Er gehört nirgends mehr dazu.
    Schließlich bittet er den Tod, zu ihm herunterzusteigen und ihn mitzunehmen.
    „Für den Tod ist keine Zeit verstrichen, für ihn gibt es weder Zeit noch Raum. Er pflückt einen schönen, roten Apfel und steigt langsam vom Baum. Abwechslungsweise beißen die beiden in den Apfel – ohne zu sprechen. Dann umarmen sie sich, und dem alten Fuchs wird ganz leicht dabei. Er nickt und zusammen ziehen sie davon.“



    Ein gutes Leben braucht auch sein Ende. Der Tod gehört zum Leben. Diese Weisheit hat Kathrin Schärer in beeindruckenden Bildern und einem poetischen Text umgesetzt. Ein preiswürdiges Bilderbuch.

    Nachdem in dem ersten Buch der auf fünf Bände angelegten Reihe von Kochbüchern des Magazins „BEEF! Für Männer mit Geschmack“ unter dem Titel „Steak“ das Fleisch von der Aufzucht der Tiere über die Schlachtung bis hin zum fertig gegrillten Steak auf dem Teller nachverfolgt wurde, und Porterhouse, T-Bone, Cote de boeuf, Entrecote, Rumpsteak. Chateaubriand, Filet, Hüftsteak, Tafelspitz, Bürgermeisterstück, Semerrolle, Flanksteak und Strip Loin vom Txogitxu ( von den letzten vier genannten habe ich nie zuvor gehört oder gelesen) mit ausführlichen und verständliche Rezepten vorgestellt wurden, geht es im zweiten Band „Grillen“ hauptsächlich um den Grill und seine Technik.
    Grillgeschichten von Feuer und Fleisch stehen am Anfang. Dem folgen ein Kapitel zur Küchenpraxis vom Holzfeuer bis zum Infrarotbrenner und eine Anleitung zum Anfeuern eines Grills. Eine Menge weitere Tipps und vor allen Dingen eine Unzahl von leckeren Rezepten für die verschiedenen Grilltypen vervollständigen ein Buch, das vor allen Dingen Männerherzen höher schlagen lassen soll. Es gibt immer mehr Männer, die gerne kochen, aber das perfekte Grillen und die entsprechende Fleischauswahl sind zu einem ähnlichen Kult geworden, wie früher in den Achtzigern der Hype um die italienischen Weine, mit denen viele Männer bei ihren Festen Eindruck machten.



    Vieles aus dem ersten Band, etwa die Kapitel über die Gewürze und Zutaten und die Hinweise auf das Zubereiten von Marinaden, Saucen und Chutneys sind auch für das Buch „Grillen“ wichtig und können zu Rate gezogen werden.



    Für den, der gerne grillt und sich hier perfektionieren will in Wissen und Technik ein empfehlenswertes Buch.