Beiträge von lesemaniac

    Kurzbeschreibung:
    Der König ist ein Drache!
    Eine geheime Bruderschaft ruft mittels eines gestohlenen magischen Buches einen Drachen herbei. Das Fabelwesen soll helfen, einen neuen König einzusetzen, der den Verschwörern gefügig ist. Doch der Drache setzt sich selbst als Herrscher ein – schläft er doch so gern auf den gemütlichen Goldreserven der Stadt. Nur eine Handvoll Wachen begehrt gegen den geschuppten König auf: Hauptmann Mumm, der beinahe zwei Meter große Zwerg Karotte und eine adlige Sumpfdrachenzüchterin machen sich auf, den Tyrannen zu vertreiben. *Quelle*


    Zum Autor:
    Terry Pratchett, geboren 1948 in Beaconsfield, England, erfand in den Achtzigerjahren eine ungemein flache Welt, die auf dem Rücken von vier Elefanten und einer Riesenschildkröte ruht, und hatte damit einen schier unglaublichen Erfolg: Ein Prozent aller in Großbritannien verkauften Bücher sind Scheibenweltromane. Jeder achte Deutsche besitzt ein Pratchett-Buch. Bei Piper liegen der erste Scheibenweltroman »Die Farben der Magie« sowie die frühen Bände um Rincewind, Gevatter Tod, die Hexen und die Wachen vor – Meisterwerke, die unter den Fans einhellig als nach wie vor unerreicht gelten. Terry Pratchett erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den »World Fantasy Lifetime Achievement Award« 2010. Zuletzt lebte der Autor in einem Anwesen in Broad Chalke in der Grafschaft Wiltshire, wo er am 12. März 2015 verstarb.


    Meinung:
    Wachen! Wachen! ist der 8. Band der Scheibenwelt-Reihe, daher besteht beim Weiterlesen Spoilergefahr!


    Weiter geht's mit der Scheibenwelt! Wachen! Wachen! ist der 8. Band und zeitgleich der 1. Band um die Nachtwache.


    Die Protagonisten sind die Männer von der Nachtwache: Hauptmann Samuel "Sam" Mumm, der die meiste Zeit betrunken ist und die nicht wirklich hellen Feldwebel Colon und Korporal Nobbs. Verstärkung bekommen sie in Gestalt von Karotte Eisengießersohn, der von Zwergen adoptiert wurde, nun aber von seinen Eltern eröffnet bekommt, dass er ein Mensch ist und ihn nach Ankh-Morpork zur Nachtwache schicken, damit er lernt, ein Mann zu sein.


    Als erwähnenswerte Nebencharaktere fungieren Lady Sybil Käsedick (eine resolute, alleinstehende Adlige, die sich ganz der Zucht von Sumpfdrachen verschrieben hat) und Anhänger des Geheimbundes "Aufgeklärte Brüder der Völlig Schwarzen Nacht", die mit ihren mysteriösen Beschwörungen nichts Gutes im Schild führen.


    Die sehr humorvolle Story wird komplett in der 3. Person erzählt, die Perspektiven wechseln sich zwischen der Wache, Lady Käsedick, der Bruderschaft und anderen Nebenfiguren ab, sodass der Leser lückenlosen Einblick in die Handlungen und Denkweisen der Beteiligten bekommt.


    Da ich schon vor einiger Zeit ein paar Romane über die Wache gelesen habe, kann ich sagen, dass mir diese Reihe neben den Hexen am besten gefällt. Die Männer kann man einfach nur ins Herz schließen! Sie sind zwar nicht die schlauesten, aber durch ihren Mut und ihre Hartnäckigkeit machen sie dies wieder wett. Terry Pratchett lässt hier erneut seinen unvergleichlichen Humor spielen, der auch bis ins kleinste Detail sehr ausgefeilt ist.


    Fazit:
    Mit Wachen! Wachen! konnte mich Terry Pratchett wieder sehr begeistern. Eine sehr humorvolle Geschichte, die erneut kreativ und ungeheuer unterhaltsam ist, spaßige Protagonisten und ein rasantes Grundthema bieten erneut wundervollen Lesespaß.


    Wertung: :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Kurzbeschreibung:
    Im vierten Abenteuer um die Geisterjägeragentur Lockwood & Co. bekommen Anthony Lockwood und George es mit einem besonders schrecklichen Verbrechen zu tun. Die Spur hinter dessen dunklem Geheimnis führt sie mitten ins Herz der Londoner Gesellschaft. Um diesen Fall zu klären, müssen sie alle Kräfte mobilisieren und so bitten sie die in Geisterdingen hochbegabte Lucy, als Beraterin in die Agentur zurückzukehren. Doch die Freunde ahnen nicht, wie sehr diese Nachforschungen sie selbst in ihren beruflichen und persönlichen Grundfesten erschüttern werden und dass sie damit Kräfte auf den Plan rufen, die selbst sie nicht mehr kontrollieren können... *Quelle*


    Zum Autor:
    Jonathan Stroud wurde in Bedford geboren. Er arbeitete zunächst als Lektor. Nachdem er seine ersten eigenen Kinderbücher veröffentlicht hatte, beschloss er, sich ganz dem Schreiben zu widmen. Er wohnt mit seiner Frau Gina und den gemeinsamen Kindern Isabelle, Arthur und Louis in der Nähe von London.
    Berühmt wurde er durch seine weltweite Bestseller-Tetralogie um den scharfzüngigen Dschinn Bartimäus, dessen Abenteuer in »Das Amulett von Samarkand«, »Das Auge des Golem«, »Die Pforte des Magiers« und »Der Ring des Salomo« erzählt werden.


    Meinung:
    Lockwood & Co. Das Flammende Phantom ist der 4. Band der Lockwood & Co.-Reihe, daher besteht beim Weiterlesen Spoilergefahr!


    Weil mir bereits die drei ersten Bände um die jungen Geisterjäger hervorragend gefallen hatten, war ich sehr gespannt auf das neue Abenteuer rund um die Agentur Lockwood & Co. Die Geschichte spielt wieder rund um London, das von Geistern tyrannisiert wird und dauert schätzungsweise einige Wochen.


    Die Protagonisten sind bereits altbekannte, liebgewonnene Charaktere. Lucy Carlyle hatte sich aus gutem Grund im letzten Band der Reihe von der Agentur Lockwood & Co. getrennt und arbeitet nun als selbstständige Beraterin für andere große Agenturen. Doch so recht zufrieden ist sie mit ihrem neuen Leben nicht. Als Anthony Lockwood, der charismatische Kopf der kleinen, aber mittlerweile sehr erfolgreichen Agentur, vor ihrer Tür steht und sie um Mithilfe bei einem Fall bittet, ist sie sofort Feuer und Flamme.


    Auch George Cubbins, der Rechercheur der kleinen Gruppe, und Holly Munro, die früher für die Rotwell-Agentur arbeitete, sind wieder mit von der Partie. Und zu guter Letzt natürlich der Wispernde Schädel, dem sich Lucy angenommen hat und mit dem nur sie kommunizieren kann. Vor allem er sorgt durch seine sarkastischen Kommentare für einige Lacher, ist der Agentur aber auch eine große Hilfe, wie sich im Laufe der Geschichte noch herausstellen wird.


    Die Handlung wird komplett aus der Ich-Perspektive von Lucy geschildert, sodass man hautnah am Geschehen beteiligt ist und viel Einblick in ihre Handlungen, Gedanken und Gefühle bekommt. Zwar wirkt sie anfangs in ihrer Selbstständigkeit stark und autark, aber man merkt doch immer mehr, dass ihr die Zusammenarbeit und Freundschaft mit Lockwood, George und Holly fehlt.


    Die Geschichte ist, wie schon die Vorgänger, durchweg spannend, da es nicht nur um einen einzelnen Fall geht, den es aufzulösen gilt, sondern sich regelrechte Abgründe auftun, in die eine der renommiertesten Agenturen verwickelt ist. Daher bleibt die Geschichte abwechslungsreich und ohne jede Längen. Das Ende ist zwar in sich abgeschlossen, bietet jedoch schon einen kleinen Ausblick in den nächsten Teil, der vielversprechend klingt. Im Anhang findet sich erneut ein ausführliches Glossar, das bestimmte Begriffe, die im Buch Erwähnung finden, näher erläutert.


    Fazit:
    Auch Band 4 der Reihe bietet wieder einiges an Spannung, Geheimnissen und unheimlichen Geistererscheinungen. Dazu eine atmosphärische Kulisse, die perfekt in die dunkle Jahreszeit passt und liebgewonnene Protagonisten. Auch kommen witzige Dialoge nicht zu kurz, die die Geschichte gekonnt abrunden. Lesetipp!


    Wertung: :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Kurzbeschreibung:
    Nur wenn sie sich erinnert, wird sie überleben.
    Ein eisiger Wintermorgen: Zoe schreckt aus einem Albtraum auf, am ganzen Körper mit Verletzungen übersät und ohne Erinnerung an die vergangenen beiden Tage. Ihr Mann David ist spurlos verschwunden. Kurz darauf wird sie von einer verzerrten Stimme am Telefon bedroht, die die Wahrheit über gestern Nacht wissen will. Geschockt legt Zoe auf - doch der unheimlichen Forderung des Anrufers kann sie nicht entkommen. Und die Wirklichkeit ist grausamer, als sie sich jemals hätte vorstellen können... *Quelle*


    Zur Autorin:
    Patricia Walter, geboren 1974, studierte in München Statistik und arbeitet in der Versicherungsbranche. In ihrer Freizeit betreibt sie neben dem Schreiben Kampfsport, insbesondere Judo und Kung Fu. In Judo hat sie den zweiten Schwarzgurt und ist ehrenamtlich als Trainerin tätig. Sie lebt in München. "Kalte Erinnerung" ist ihr erster Roman.


    Meinung:
    Da ich schon einige gute Meinungen über Patricia Walters Debüt gehört hatte, war ich sehr gespannt auf Kalte Erinnerung, das mit seinen 260 Seiten dank der überaus spannenden Story sehr schnell gelesen ist. Allerdings wird der Thriller momentan nur als eBook angeboten, das Taschenbuch folgt aber Anfang März 2017. Die Geschichte spielt im Münchner Randgebiet, beginnt zwei Wochen vor Weihnachten und dauert ungefähr ein paar Tage.


    Die Hauptfigur ist Zoe Drexler, die seit 8 Jahren mit ihrem Mann David verheiratet ist und als Bewährungshelferin beim Landgericht München arbeitet. Sie wacht eines Morgens mit zahllosen Verletzungen am ganzen Körper auf und hat keinerlei Erinnerung an die letzten Tage. Ihr Mann ist unauffindbar und wäre dies nicht schon schlimm genug, erhält Zoe auch noch anonyme Anrufe, die sie bedrohen. Zoe ist eine überaus sympathische Frau, mit der man sofort und automatisch mitfiebert und mit ihr zusammen herausfinden will, was ihr bisheriges geordnetes Leben so plötzlich auf den Kopf stellt.


    Als Nebencharaktere fungieren ihr Mann David (der anfangs spurlos verschwunden ist), Davids bester Freund Marco Ries (der sich Zoe gegenüber merkwürdig verhält und dem sie bald schon nicht mehr über den Weg traut), Zoes Freundin Nicole Herzog (alleinerziehende Mutter des kleinen Lucas) und Zoes Nachbar Reiner Kreuss (der Zoe oftmals von seinem Fenster aus beobachtet und vor dem sie Angst hat).


    Die Handlung wird aus der Sicht von Zoe in der 3. Person erzählt, sodass man nah an ihren Gedanken und Handlungen beteiligt wird, wobei mir die Ich-Perspektive hier ein kleines bisschen besser gefallen hätte, das aber natürlich Geschmacksache ist.


    Trotz der recht wenigen agierenden Personen ist der Täter, der hinter dem Ganzen steckt und sein Motiv nicht schnell gefunden. Patricia Walter versteht es, den Leser durch eingebaute Irrungen und Wirrungen in die falsche Richtung zu lotsen, und ich war am Ende doch überrascht, in welche Richtung die Geschichte ihr Ende findet. Für einen recht kurzen Thriller und gleichzeitiges Debüt eine tolle Leistung! Was ebenso zur Spannung beiträgt, sind die kurzen knackigen Kapitel, die eigentlich durchgehend mit Mini-Cliffhangern enden, sodass man immer weiterlesen möchte. Ich war rundum begeistert und hoffe, dass man von Patricia Walter bald etwas Neues und vor allem Längeres lesen darf.


    Fazit:
    Patricia Walter ist mit Kalte Erinnerung ein wirklich lesenswertes Debüt gelungen. Ein Psychothriller, der zwar von der Seitenzahl recht kurz ist, aber alles beinhaltet, was sich das Leserherz wünscht: Spannung, sympathische Protagonistin, falsch gelegte Fährten und kein großartiges Blutvergießen. Lesetipp!


    Wertung: :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Kurzbeschreibung:
    Wie gut kennen wir die, die uns am nächsten sind, wirklich?
    Alma Meester, ihr Mann Linc und die beiden Kinder Iris und Sander sind eine ganz normale, glückliche Familie. Bis zu dem Tag, als der elfjährige Sander zusammen mit einem Freund während eines Ferienlagers spurlos verschwindet. Der andere Junge wird kurz darauf tot aufgefunden, doch Sander bleibt wie vom Erdboden verschluckt. Sechs Jahre später meldet sich ein junger Mann bei einer deutschen Polizeistation. Er sei der verschwundene Sander Meester. Die Familie ist überglücklich, doch nach und nach kommen der Mutter Zweifel. Ist der Junge wirklich ihr Sohn? Und was ist in der Nacht damals tatsächlich passiert? *Quelle*


    Zur Autorin:
    Die niederländische Schriftstellerin Anita Terpstra, geboren 1975, studierte Journalismus und Kunstgeschichte und arbeitete danach als freie Journalistin für einige Zeitschriften. »Anders« ist ihr erster Roman bei Blanvalet.


    Meinung:
    Anders lag schon ein Weilchen auf meinem SuB. Durch andere begeisterte Rezensionen animiert habe ich es nun gelesen und es konnte mich absolut von sich überzeugen und begeistern. Die Story spielt in den Niederlanden und umfasst die 14 Tage nach Sanders Rückkehr in die Familie.


    Als Protagonisten lernt man die komplette Familie Meester kennen: Mutter Alma, eine ehemalige Krankenschwester, war mir nicht wirklich sympathisch, denn in eingestreuten Rückblenden aus Tochter Iris' Sicht erfährt man, dass sie diese immer etwas stiefmütterlich behandelte und ihrem Sohn Sander eindeutig den Vorzug gab, ihm all seine Lügengeschichten abnahm und im Gegenzug der Tochter nie Glauben schenkte.


    Vater Linc ist eine tragische Figur: Er wurde anfangs des Mordes an Sanders Freund Maarten verdächtigt und nach Sanders Verschwinden bewältigt er seinen Alltag (Alma und er haben sich kurz danach getrennt) nur mithilfe von Psychopharmaka.


    Tochter Iris, 21 und damit 4 Jahre älter als Sander, ist nach seiner plötzlichen Heimkehr äußerst skeptisch ihm gegenüber. Sie gibt sich die Schuld an seiner damaligen Entführung, da sie und ihr damaliger Freund Christiaan zwar zusammen mit Sander und Maarten auf einer Nachtwanderung war, ihn dann aber aus den Augen verloren hat.


    Sander selbst, mittlerweile 17 Jahre alt, ist ein unzuverlässiger Charakter. Bei ihm wusste ich lange nicht, woran ich bin und vor allem die Rückblenden aus Iris' Sicht machten ihn immer unheimlicher, und ich stellte mir die Frage, was er vorhat und wie das für die gesamte Familie ausgehen würde.


    Nebencharaktere gibt es auch einige, die aber nicht unbedingt Wichtiges zum Handlungsverlauf beitragen. Die gesamte Geschichte wird aus der 3. Person erzählt, wobei sich die Perspektiven aus Sanders, Almas, Lincs und Iris' Sicht (bei ihr aus der Vergangenheit und Gegenwart) abwechseln und man dadurch einen sehr guten Einblick in die Handlungen und Gefühle aller Familienmitglieder bekommt.


    Zwar denkt man schon recht früh, die Zusammenhänge von Sanders Entführung und das Motiv zu kennen, doch Anita Terpstra hat hier einige Wendungen eingebaut, die vor allem zum Schluss alles Gedachte über den Haufen werfen und die Auflösung doch zu verblüffen versteht. Der allerletzte Satz des Thrillers konnte mir nochmal einen Schauer über den Rücken laufen lassen, was ich bisher nur selten erlebt habe. Auch wird man bei der Geschichte nicht mit Blutrünstigem konfrontiert. Ich würde Anders eher als Psychothriller bezeichnen, da kein willkürliches Gemetzel, das bis ins kleinste Detail geschildert wird, stattfindet, sondern die Spannung auf leisen Sohlen daherkommt und durch die Geheimnisse, die nach und nach über einzelne Familienmitglieder offenbart werden, bleibt die Geschichte bis zum bitteren Ende hin fesselnd.


    Fazit:
    Anita Terpstra ist mit Anders ein überzeugendes Psychogramm einer Familie gelungen, deren Geheimnisse sich nach und nach offenbaren und in dem nichts so ist, wie es auf den ersten Blick den Anschein macht. Auch ohne Blutvergießen lässt sich durchaus ein spannender Thriller schreiben, das hat die Autorin hierdurch deutlich bewiesen.


    Wertung: :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Kurzbeschreibung:
    Als Schwester Melanie das Krankenzimmer betritt und der jungen Mutter ihr Neugeborenes überreicht, blickt diese sie nur aus leeren Augen entsetzt an. Kurz darauf sind Mutter und Kind wie vom Erdboden verschluckt. Kriminalkommissarin Hannah Adams macht sich auf die Suche nach den beiden. Unterstützt wird sie dabei von der engagierten Staatsanwältin Leyla Zapatka. Fast zeitgleich kollabieren im ostfriesischen Etzel drei Erdgaskavernen. Während die Bevölkerung im Umkreis der Katastrophe evakuiert wird, versuchen die beiden Frauen, das Baby zu retten – vor seiner eigenen Mutter. *Quelle*


    Zur Autorin:
    Eva-Maria Silber, geboren 1959 in Friedlos bei Bad Hersfeld, studierte in Gießen Jura und arbeitete als Rechtsanwältin und Strafverteidigerin im Großraum Frankfurt am Main, bevor sie 2010 ihren Beruf wegen hochgradiger Schwerhörigkeit aufgeben musste. Nach zwanzig Jahren Pendeln zwischen ihrem Wirkensort und Ostfriesland, lebt sie jetzt endlich mit ihrem Mann an der Nordseeküste in Funnix bei Wittmund, sechs Kilometer vom Meer entfernt. Seit sie nicht mehr ihrem Beruf nachgehen kann, schreibt sie Krimis und Thriller. Ihr Debüt-Roman »Endstation A4« erschien 2014, weitere Veröffentlichungen folgten. 2016 belegte sie den zweiten Platz bei einem Kurzgeschichtenwettbewerb des Chiliverlages.


    Meinung:
    Niemandsmädchen wurde mir freundlicherweise von der Autorin Eva-Maria Silber zur Verfügung gestellt und sprach mich durch seine interessant klingende Kurzbeschreibung an. Der 1. Fall von Hannah Adams hat mir gut gefallen. Die Handlung ist im Kreis Wittmund in Ostfriesland angesiedelt und spielt an einem einzigen Tag, dem 26.05.2009.


    Als Hauptfiguren agieren einmal die Kriminalkommissarin Hannah Adams, die seit einem Vierteljahr nach ihrer Versetzung von Hannover im Polizeikommissariat Wittmund ihren Dienst versieht. Sie ist eine sehr unzufriedene Person, anfangs völlig unsympathisch reagiert sie auf ihre Mitmenschen mit beißendem Hohn und Spott. Warum sie sich allerdings so verhält, wird in einem kleinen Rückblick aus ihrer Zeit in Hannover klar.


    An ihre Seite bei den Ermittlungen nach der verschwundenen Mutter wird die junge Staatsanwältin Leyla Zapatka gestellt, mit der sich Adams von Anfang an in die Wolle bekommt. Zapatka wurde gerade von ihrem Lebensgefährten Stefan verlassen, ist schwanger und leidet zusätzlich an der Krankheit Morbus Meniere, durch die sie kaum etwas hört und an plötzlich auftretenden Schwindelattacken leidet. Sie entwickelt sich allerdings zur Heldin der Geschichte und nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der kratzbürstigen Adams entsteht eine Freundschaft zwischen den beiden.


    Als erwähnenswerter Nebencharakter fungiert Christina Onken, die gerade ein Mädchen zur Welt gebracht hat. Sie kommt mit dieser Situation überhaupt nicht zurecht und flieht mit dem Neugeborenen aus dem Krankenhaus. Adams' und Zapatkas Aufgabe ist es, die frischgebackene Mutter schnellstens zu finden, bevor sie dem Kind in ihrem Wahn etwas antun kann.


    Im Nebenstrang wird noch ein Vorfall im Erdgas-Untergrundspeicher in der Kleinstadt Etzel eingebaut, der in einer großen Katastrophe münden könnte. Dieser hat zwar nichts Näheres mit der Hauptgeschichte zu tun, dient aber als eine Art Countdown für die Kommissarin und die Staatsanwältin. Eva-Maria Silber versteht es gut, Spannung aufzubauen und nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es darum geht, zu beschreiben, wie Christina Onken in ihrem Wahn mit ihrem Neugeborenen umgeht. Das dürfte allerdings für viele Leser nur schwer zu ertragen sein! Allerdings hat die Mutter auch eine bewegende Lebensgeschichte, die den Leser durchaus betroffen macht, was aber ihre Handlungen in keinster Weise entschuldigt.


    Die gesamte Geschichte wird aus der 3. Person erzählt, wobei sich die Perspektiven aus Hannah Adams', Leyla Zapatkas und Christina Onkens Sicht abwechseln und man dadurch einen detaillierten Einblick in die Handlungen und Gefühle der drei Beteiligten bekommt. Das Ende löst sich gut auf, mündet nochmals in einen kleinen Showdown und ließ mich durchaus zufrieden zurück. Ich bin gespannt, ob man von Hannah Adams und Leyla Zapatka noch mehr lesen darf.


    Fazit:
    Eva-Maria Silber ist mit Niemandsmädchen ein bedrückender Krimi gelungen, dessen Thematik nicht für jedermann geeignet sein dürfte. Mich konnte die Geschichte durchaus überzeugen, auch wenn mir Hannah Adams anfänglich in keinster Weise sympathisch war und mir Leyla Zapatka schon recht leidgetan hat. Für die Mutter allerdings konnte ich trotz ihrer Vorgeschichte keinerlei Verständnis aufbringen.


    Wertung: :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Kurzbeschreibung:
    Eine Weihnachtsgeschichte mit vielen Rezepten und Dekotipps
    Es ist Anfang Dezember im malerischen Allgäu. Maierhofen liegt friedlich im Schnee, Kerzenlicht funkelt in den Häusern. Der Trubel des Sommers ist längst vorbei, das große Kräuter-der-Provinz-Festival nur noch eine schöne Erinnerung. Langweilig wird es im Genießerdorf jedoch lange nicht, denn der erste Weihnachtsmarkt steht bevor. Wenn es nach Werbefrau Greta geht, haben dort Plastik-Nikoläuse und billiger Glühwein nichts verloren. Wird es aber den Maierhofenern gelingen, das Wahre und Gute in den Winter hinüberzuretten? Therese freut sich auf Feiertage in trauter Zweisamkeit, doch jemand will ihre Pläne durchkreuzen. Und während es Christine vor ihrem ersten Fest alleine graut, werden Roswitha und Edy auf die Probe gestellt. Junges Liebesglück, neue Sehnsüchte und zerschlagene Hoffnungen brauen sich zusammen wie Winterstürme. Wie viele kleine Wunder braucht es für das große Glück? *Quelle*


    Zur Autorin:
    Petra Durst-Benning wurde 1965 in Baden-Württemberg geboren. Seit über zwanzig Jahren schreibt sie historische und zeitgenössische Romane. Fast all ihre Bücher sind SPIEGEL-Bestseller und wurden in verschiedene Sprachen übersetzt. In Amerika ist Petra Durst-Benning ebenfalls eine gefeierte Bestsellerautorin. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Hunden südlich von Stuttgart auf dem Land.


    Meinung:
    Das Weihnachtsdorf ist der 2. Band der Maierhofen-Reihe, daher besteht beim Weiterlesen Spoilergefahr!


    Da mir vor Kurzem der Auftaktband der Reihe, Kräuter der Provinz, gut gefallen hatte, war ich gespannt darauf, nach Maierhofen in der Weihnachtszeit zurückzukehren. Allerdings sei erwähnt, dass es sich hierbei nur um eine Art Kurzgeschichte handelt, die als Überbrückung zum nächsten Teil, Die Blütensammlerin, der im März 2017 erscheint, dient. Die Handlung beginnt in der ersten Dezemberwoche und dauert bis Heiligabend an.


    Im Mittelpunkt stehen einige bereits liebgewonnene Charaktere: Bürgermeisterin und Gasthausbesitzerin Therese Berger hat ihre Krebserkrankung überwunden und ist glücklich mit ihrem Koch Sam Koschinsky liiert. Ihre Cousine, die Werbefachfrau Greta Roth, lebt seit dem Sommer nun in Maierhofen, hat dort ihre eigene Werbeagentur gegründet und ist immer noch glücklich mit Zimmermann Vincent.


    Nur bei Christine Heinrich und Roswitha Franz ist nicht alles eitel Sonnenschein. Christine wurde von ihrem Mann verlassen, worüber sie noch nicht hinweg ist und Roswitha hat mit ihren Eltern, die zunehmend dement werden, ihrer Mitarbeit bei ihrem Lebensgefährten Edy, der sich nun ganz auf vegane Wurst- und Fleischherstellung spezialisiert hat und ihrem eigenen kleinen Geschäft, der Herstellung von Kesselchips, alle Hände voll zu tun.


    Nun wartet der erste selbstausgerichtete Weihnachtsmarkt auf die Maierhofener, der ebensolchen Erfolg erzielen soll wie schon das Kräuterfestival im Frühling. Doch dies ist zum Glück absehbar, die Besucher kommen in Scharen. Vielmehr macht den Protagonistinnen das bevorstehende Weihnachtsfest Sorgen, denn jede hat wie gesagt ihre eigenen kleinen Probleme, die es zu bewältigen gilt.


    Die Geschichte wird wiederum komplett in der 3. Person erzählt, wobei man erneut Einsichten in die Gedanken und Handlungen von Therese, Greta, Christine, Edy und Roswitha erhält.


    Durch die wenige Anzahl an Seiten ist die Geschichte allerdings recht schnell abgehandelt. Zur Erinnerung wird dem Leser einiges ins Gedächtnis zurückgerufen, sodass man sich schnell wieder an die einzelnen Charaktere und ihre bisherigen Erlebnisse erinnert. Petra Durst-Benning erzählt die weihnachtliche Geschichte wiederum sehr gefühlvoll und heimelig, dass man am liebsten selbst in Maierhofen das Weihnachtsfest verbringen möchte.


    Natürlich dürfen auch einige Turbulenzen und Missverständnisse nicht fehlen, die die Geschichte noch ein wenig interessanter und mitreißender gestalten. Gut gefallen hat mir, dass die Maierhofener viel Wert auf ein ursprüngliches Weihnachtsfest legen, das man mit seinen Liebsten verbringt und bei dem die materiellen Dinge sprich Geschenke keine vorrangige Rolle spielen. Heutzutage zählt ja nur noch der Kommerz und es baut sich bei vielen soviel Stress vor den Feiertagen auf, was nicht unbedingt sein müsste. Dieses Buch zeigt, dass man sich wieder rückbesinnen sollte, und das schafft es vorzüglich.


    Am Ende des Buches finden sich erneut diverse Rezepte bzw. Genießertipps von Christine, Jessy, Sam und Edy zum Nachkochen, diesmal passend zur Weihnachtszeit.


    Fazit:
    Das Weihnachtsdorf bietet eine kurze, aber unterhaltsame, weihnachtlich-atmosphärische Geschichte. Einige turbulente Ereignisse und Missverständnisse lassen die Seiten nur so fliegen und bieten ein gelungenes Wiedersehen mit den bereits liebgewonnenen Charakteren der Reihe.


    Wertung: :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Kurzbeschreibung:
    Die unmögliche Magie der Pyramide.
    Der junge Teppic wird neuer Pharao eines kleinen, armen Königreichs. Zu Ehren seines Vaters will er die größte Pyramide errichten, die die Welt je gesehen hat. Doch Teppic hat nicht damit gerechnet, dass er dadurch seine sämtlichen Vorfahren wiedererweckt und die Götter der Scheibenwelt auf den Plan ruft. Nun kann ihm nur noch ein Kamel helfen – und zwar eines, das mathematisch begabt ist und auf den Namen "Du Mistvieh" hört... *Quelle*


    Zum Autor:
    Terry Pratchett, geboren 1948 in Beaconsfield, England, erfand in den Achtzigerjahren eine ungemein flache Welt, die auf dem Rücken von vier Elefanten und einer Riesenschildkröte ruht, und hatte damit einen schier unglaublichen Erfolg: Ein Prozent aller in Großbritannien verkauften Bücher sind Scheibenweltromane. Jeder achte Deutsche besitzt ein Pratchett-Buch. Bei Piper liegen der erste Scheibenweltroman »Die Farben der Magie« sowie die frühen Bände um Rincewind, Gevatter Tod, die Hexen und die Wachen vor – Meisterwerke, die unter den Fans einhellig als nach wie vor unerreicht gelten. Terry Pratchett erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den »World Fantasy Lifetime Achievement Award« 2010. Zuletzt lebte der Autor in einem Anwesen in Broad Chalke in der Grafschaft Wiltshire, wo er am 12. März 2015 verstarb.


    Meinung:
    Pyramiden ist der 7. Band der Scheibenwelt-Reihe, daher besteht beim Weiterlesen Spoilergefahr!


    Weiter geht's mit dem "1x im Monat Scheibenwelt lesen" und so war nun Pyramiden an der Reihe, der 7. Band der Serie. Dieser sticht heraus, da es sich quasi um einen eigenständigen Teil der Reihe handelt, dessen Figuren weder in vorherigen noch in zukünftigen Bänden eine Rolle spielen und somit nur einmalig in Erscheinung treten (außer Tod, der aber nur einen ganz minimalen Einsatz erhält).


    Protagonist ist der junge Teppic, dessen Vater der Pharao Teppicymon XXVII. aus dem Land Djelibeby ist. Dieser schickt ihn zur Assassinenausbildung nach Ankh-Morpork, die er auch besteht. Doch da ereilt ihn die Nachricht, dass sein Vater verstorben ist und er die Nachfolge als Pharao antreten soll. Doch das hört sich einfacher an, als es wirklich ist. Teppic ist ein sympathischer Charakter, der recht gewitzt ist und sich später zum wahren Helden von Djelibeby mausert.


    Als Nebencharaktere fungieren das Hofmädchen Ptraci (sie wird von Teppic aus dem Gefängnis gerettet und stellt sich später als seine Halbschwester heraus), der Hohepriester Dios (der eigentliche heimliche Herrscher über Djelibeby, denn er manipuliert die Pharaonen, wie es ihm gefällt) und das Kamel Du Mistvieh (der größte Mathematiker der Scheibenwelt, der nichts anderes als sehr komplizierte Rechenaufgaben im Sinn hat).


    Die unterhaltsame Geschichte wird komplett in der 3. Person erzählt, das Augenmerk liegt hier eindeutig auf Teppic und seinen Abenteuern, die er zu bestehen hat. Somit ist der Leser hautnah bei seiner Prüfung zum Assassinen und später als Pharao dabei.


    Das Land Djelibeby ist stark an Ägypten angelehnt, worauf natürlich die Pharaonen, alte Götter und vor allem die Pyramiden hinweisen. Allerdings muss ich sagen, dass mir der Aspekt um die energieabgebenden und die Zeit verändernden Pyramiden doch etwas zu abgefahren war. Eine Pyramide, die sich nicht nur geographisch, sondern auch noch in der Zeit dreht und somit eine neue Dimension erzeugt, konnte ich nicht wirklich nachvollziehen. Aber das ist reine Geschmacksache.


    Fazit:
    Pyramiden wird wohl nicht mein Lieblingsteil der Reihe, aber trotzdem ist Terry Pratchett auch hiermit eine unterhaltsame und humorvolle Geschichte gelungen, die witzige Dialoge hervorbringt und durch wiederum sehr skurrile Charaktere punkten kann, auch wenn mir der Aspekt mit den Pyramiden eher suspekt war.


    Wertung: :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Kurzbeschreibung:
    Eine Prise Glück, ein Löffel Freude und jede Menge Liebe – so schmeckt das echte Leben.
    Bürgermeisterin Therese liebt ihre schwäbische Heimat – Wiesen mit sattgelbem Löwenzahn, ein paar sanft geschwungene Hügel und mittendrin Maierhofen. Doch die jungen Leute ziehen weg, und der Dorfplatz wird immer leerer. Als Therese krank wird und das Dorf kurz vor dem Aus steht, raufen sich alle Bewohner zusammen – seien es die drei Greisen, die immer auf der Bank sitzen, der linkische Metzgermeister Edi oder die schüchterne Christine. Und sie haben nur noch ein Ziel: ihre schöne kleine Stadt zu retten und das erste Genießerdorf entstehen zu lassen – einen Ort, an dem der echte Geschmack King ist! *Quelle*


    Zur Autorin:
    Petra Durst-Benning wurde 1965 in Baden-Württemberg geboren. Seit über zwanzig Jahren schreibt sie historische und zeitgenössische Romane. Fast all ihre Bücher sind SPIEGEL-Bestseller und wurden in verschiedene Sprachen übersetzt. In Amerika ist Petra Durst-Benning ebenfalls eine gefeierte Bestsellerautorin. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Hunden südlich von Stuttgart auf dem Land.


    Meinung:
    Petra Durst-Benning ist vor allem für ihre historischen Romane bekannt. Da ich noch einige ungelesene Bücher von ihr im Regal habe und mich ihre neue Reihe interessierte, griff ich zu Kräuter der Provinz, dem Auftaktband der Maierhofen-Reihe. Band 2, Das Weihnachtsdorf, ist bereits erschienen. Die Geschichte beginnt im Mai und dauert ein gutes Jahr.


    Zwei Protagonistinnen stehen im Mittelpunkt der Handlung, die sich im fiktiven Dörfchen Maierhofen, das im Allgäu liegt, abspielt: Die 48-jährige Therese Berger betreibt dort das Gasthaus "Goldene Rose" und bekleidet ebenso das Amt der Bürgermeisterin. Als bei ihr Gebärmutterhalskrebs festgestellt wird, fällt sie aus allen Wolken und weiß nicht mehr weiter. Denn das Dorf verfällt zusehends, die jungen Leute zieht es aufgrund Mangel an Arbeitsplätzen in die Stadt. Als sie durch Zufall ihre Cousine Greta bei einer Preisverleihung im Fernsehen wiedersieht, steht ihr Entschluss fest, Greta nach Maierhofen zu locken. Diese soll der Stadt als renommierte Werbefachfrau neues Leben einhauchen.


    Greta Roth, die zweite Protagonistin, ist 44 Jahre alt, erfolgreiche Werbefachfrau bei der Agentur "Simon & Fischli" in Frankfurt am Main und hat als Kind die Sommerferien bei Therese in Maierhofen verbracht. Die Cousinen haben sich aber seitdem aus den Augen verloren, und so ist Greta mehr als überrascht über die Einladung von Therese. Anfangs steht sie Maierhofen sehr skeptisch gegenüber, da so ein Dorf ja doch das genaue Gegenteil einer Großstadt darstellt. Doch schon bald gewinnt sie Freunde in den Einwohnern, verliebt sich sogar und kann sich gar nicht mehr vorstellen, nach Frankfurt zurückzukehren.


    Als Nebenfiguren treten zahlreiche Bewohner Maierhofens auf: Christine Heinrich (die beste Freundin von Therese ist Hausfrau, ihrem Mann gehört ein Autohaus, und ist in ihrer Ehe nicht mehr richtig glücklich), Thereses Koch Sam Koschinsky (ein begnadetes Talent am Herd, der aber eine sofortige Abneigung gegen Greta an den Tag legt), der attraktive Zimmermann und Naturbursche Vincent, "Kräuterhexe" Jessy, Sennerin Madara, der schüchterne Metzger Edy Scholz und die resolute Bäuerin Roswitha Franz sind hier erwähnenswert.


    Die Geschichte wird komplett in der 3. Person erzählt, wobei man Einsichten in die Gedanken und Handlungen von Therese, Greta, Christine, Edy und Roswitha erhält.


    Der Roman selbst ist ein richtiges Wohlfühlbuch und Herzstreichler. Zwar ist die Handlung nicht unbedingt spannend, aber dafür sehr tiefgründig, denn Petra Durst-Benning widmet sich heutigen populären Themen: Die Verwaisung ländlich gelegener Städte und Dörfer, Zusammenhalt in der Gemeinschaft, Alltagsstress, aber auch Entschleunigung und festgefahrenen Wegen neue Richtungen zu geben.


    Es ist zwar einiges vorhersehbar und womöglich auch ein wenig klischeehaft, doch trotzdem fühlte ich mich in Maierhofen sofort wohl, denn die Autorin schildert das Dorf so anschaulich, dass man sich quasi wie vor Ort fühlt. Auch die Bewohner haben mir sehr gut gefallen, denn jeder packt mit an und ist für den anderen da, was ja in der heutigen Zeit leider mittlerweile nicht mehr überall der Fall sein dürfte.


    Am Ende des Buches finden sich ein kleines Nachwort von Petra Durst-Benning und diverse Rezepte bzw. Genießertipps von Christine, Jessy, Sam und Edy zum Nachkochen. Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf den 2. Teil der Reihe, Das Weihnachtsdorf, der natürlich vorzüglich in die momentane Jahreszeit passt.


    Fazit:
    Kräuter der Provinz bildet den unterhaltsamen Auftakt zur Maierhofen-Reihe, der mit sympathischen Charakteren und einer kurzweiligen, abwechslungsreichen Geschichte aufwartet. Zwar werden auch einige Klischees bedient, trotzdem ist der Roman ein richtiges Wohlfühlbuch, greift aber auch tiefgründigere Themen der Gesellschaft auf.


    Wertung: :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Kurzbeschreibung:
    Wer Emi auf die Nerven geht, dem verpasst sie in Gedanken eine Todesart. Und seit dem Umzug weiß sie nicht, wer mehr nervt: die Neue ihres Vaters, die sich ernsthaft in der Mutterrolle sieht, ihr Strahlemann von Bruder, der das auch noch gut findet (stirbt bestimmt mal, weil er auf seiner Schleimspur ausrutscht), oder Erik, Alphatier an ihrer neuen Schule, der einen auf cool macht und sie ständig provoziert (stirbt garantiert an einem Hirntumor wegen übermäßigen Handykonsums). Als sie sich in Chemie mit Alpha-Erik anlegt, kracht es wortwörtlich zwischen den beiden. Die Strafe dafür sind acht Samstage Graffiti schrubben. Mit Erik! Kann das Leben noch beschissener sein? Um aus der Nummer rauszukommen, schlägt Emi einen Wettstreit vor. Doch Erik ist nicht kleinzukriegen. Emi wünscht ihm tausend Tode an den Hals, bis sie merkt, dass es gar nicht so nervig ist, Zeit mit Erik zu verbringen... *Quelle*


    Zur Autorin:
    Ulrike Mayrhofer und Carmen Schmit, die beiden Autorinnen hinter dem Pseudonym Anna Pfeffer, sind seit ihrer gemeinsamen Schulzeit in Wien befreundet. Schon damals entwarfen sie Geschichten, die aus Lehrern paranoide Agenten und aus Mitschülern tragische Helden machten. Heute leben sie in Hamburg und Wien, sind zusammen 71 Jahre alt, haben zwei Männer, sechs Kinder und einen Hund und schreiben noch immer zusammen. "Für dich soll's tausend Tode regnen" ist ihr erster Jugendroman.


    Meinung:
    Da ich auf der Suche nach einem kurzweiligen unterhaltsamen Jugendroman war und mich das Cover und die Kurzbeschreibung angesprochen hatten, griff ich zum Jugendbuchdebüt der beiden Autorinnen. Die Geschichte spielt in Hamburg und dauert ein paar Wochen.


    In der Hauptrolle lernt man die 15-jährige Emilia "Emi" Hoffmann kennen, die vor kurzer Zeit mit ihrem Vater Eduard, einem Therapeuten, und ihrem zwei Jahre älteren Bruder Oliver von Heidelberg nach Hamburg gezogen ist. Emi hat ein nicht alltägliches Hobby, denn sie liebt es sich vorzustellen, wie die Leute, denen sie so begegnet, einmal sterben werden. Ebenso besitzt sie ein schwarzes Buch, in dem sie Artikel über skurrile Todesfälle sammelt. Als sie mit ihrem Mitschüler Erik aneinandergerät, steht ihre Welt aber auf einmal Kopf.


    Als Nebencharaktere fungieren Erik Lang (Emis Mitschüler, mit dem sie nach einem Vorfall im Chemielabor Strafdienst ableisten muss und der anfangs der typische "Bad Boy" ist), Oliver (Emis Bruder, ein Sunnyboy, dem alles nur so zuzufliegen scheint und somit das genaue Gegenteil seiner Schwester ist) und Mara (die neue Freundin von Emis Vater, auf die Emi getrost hätte verzichten können).


    Die komplette Geschichte wird aus Emis Sicht in der Ich-Perspektive erzählt, sodass man hautnah an ihren Gedanken und Handlungen teilnimmt. Durch ihre schlagfertige Art schließt man sie direkt ins Herz, denn Emi lässt sich rein gar nichts gefallen und eckt daher das ein oder andere Mal gerne mit ihren Mitmenschen an, was sie aber trotzdem sympathisch macht.


    Natürlich ist die Geschichte an sich durchweg vorhersehbar, aber dank witziger Dialoge und der beiden anfangs noch sehr kratzbürstigen Charaktere Emi und Erik auch unterhaltsam. Der angesprochenen Zielgruppe, besonders Mädchen, dürfte das Buch sicherlich gut gefallen. Das Ende wirkte meiner Meinung nach ein wenig zu abrupt und wurde auf den letzten 2, 3 Seiten zu schnell abgehandelt. Trotzdem hat es Spaß gemacht, Emis Geschichte zu begleiten, da sie ein doch recht spezieller Charakter ist.


    Fazit:
    Für dich soll's tausend Tode regnen ist ein unterhaltsamer und witziger Jugendroman, der ein paar nette Lesestunden beschert, aber leider auch sehr vorhersehbar ist. Dank seiner speziellen Protagonistin hatte ich allerdings trotzdem einigen Spaß beim Lesen.


    Wertung: :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Kurzbeschreibung:
    Du verabscheust deinen Nachbarn? Du hast eine offene Rechnung mit deiner Exfrau? Du wünschst deinem Chef den Tod? Dann setze ihn auf unsere Liste und warte, ob die anderen User für ihn voten. Aber überlege es dir gut, denn manchmal werden Wünsche wahr...
    Es ist der erste gemeinsame Fall von Kommissar Daniel Buchholz und seiner Kollegin Nina Salomon, und er führt sie auf die Spur des geheimnisvollen Internetforums «Morituri». Dort können die Mitglieder Kandidaten aufstellen und dann für sie abstimmen. Dem Gewinner winkt der Tod. Aber das Internet ist unendlich, die Nutzer schwer zu fassen. Nur der Tod ist ausgesprochen real, und er ist näher, als Buchholz und Salomon glauben... *Quelle*


    Zu den Autoren:
    Ursula Poznanski wurde 1968 in Wien geboren. Sie war als Journalistin für medizinische Zeitschriften tätig. Nach dem fulminanten Erfolg ihrer Jugendbücher "Erebos", "Saeculum", "Layers" etc. landete sie bereits mit ihrem ersten Thriller "Fünf" auf den Bestsellerlisten. Bei Wunderlich folgten "Blinde Vögel" und "Stimmen" sowie zusammen mit Arno Strobel die Bestseller "Fremd" und "Anonym". Ursula Poznanski lebt mit Mann und Sohn in der Nähe von Wien.
    Arno Strobel, 1962 in Saarlouis geboren, studierte Informationstechnologie und arbeitete lange bei einer großen deutschen Bank in Luxemburg bis er sich an das Schreiben von Romanen wagte. Mit seinen Psychothrillern "Der Trakt", "Das Wesen", "Das Skript", "Der Sarg", "Das Dorf", "Die Flut" etc. erklomm Strobel die Bestsellerlisten. Mit Ursula Poznanski zusammen schrieb er den Bestseller "Fremd". Arno Strobel lebt mit seiner Familie in der Nähe von Trier.


    Meinung:
    Nach Fremd, dessen Auflösung mir nicht ganz so gut gefallen hatte, war ich gespannt, ob mir Anonym mehr liegt, was tatsächlich der Fall war. Die Geschichte spielt in Hamburg und dauert schätzungsweise ein paar Wochen.


    In Anonym bekommen wir es mit einem neuen Ermittler-Duo zu tun: Daniel Buchholz ist Kriminalhauptkommissar beim LKA in Hamburg. Er wirkt am Anfang etwas arrogant und überheblich, was sich auch in seinem Kleidungsstil (Maßanzug, handgenähte Schuhe) widerspiegelt, doch gefiel mir sein Charakter recht gut. Ihm zur Seite gestellt ist Nina Salomon, die gerade von Bremen nach Hamburg versetzt wurde. Sie ist das genaue Gegenteil von Buchholz und schon ihr erstes Aufeinandertreffen bietet jede Menge Zündstoff. Doch im Laufe der Zeit schweißt sie der aktuelle Fall immer mehr zusammen. Mit Nina Salomon konnte ich mich nicht richtig anfreunden, denn sie ist Spezialistin für riskante Alleingänge, die sie auch Buchholz verheimlicht und die ich nicht nachvollziehen konnte.


    Auftakt des Falles ist die Ermordung des Rechtsanwalts Michael Kornmeier aus Eppendorf, der genötigt wurde, Glassplitter zu schlucken. Im Internetforum "Morituri" werden die Opfer sozusagen ausgewählt. Der Betreiber des Forums, der sich Trajan nennt, lässt sich von den Usern bestimmte Personen vorschlagen, von denen vier in die Abstimmung kommen. Den Sieger erwartet der Tod, was makaberer nicht sein könnte. Buchholz und Salomon müssen mitansehen, wie immer mehr Opfer ausgewählt und schlussendlich ermordet werden, ohne groß eingreifen zu können, da der Täter unberechenbar und immer einen Schritt voraus ist.


    Die Nebencharaktere sind sehr überschaubar und nicht unbedingt erwähnenswert, da sich der Fokus definitiv auf die beiden Ermittler und ihre Arbeit richtet. Die Handlung wird abwechselnd von Daniel Buchholz und Nina Salomon in der Ich-Perspektive erzählt, sodass man einen guten Einblick in beide Charaktere erhält. Auch der Täter kommt in sechs kurzen eingestreuten Kapiteln zu Wort, allerdings in der 3. Person.


    Die Geschichte entwickelt sich von Anfang an spannend, denn natürlich kann man sich schon denken, dass es bei dem einen Mord an Michael Kornmeier nicht bleiben wird. Man wird unweigerlich neugierig, wer das nächste Opfer sein wird und warum, denn alle haben sich in den Augen der User, die sie "nominieren" und Trajans etwas bestimmtes zuschulden kommen lassen, was die Tötung angeblich rechtfertigt.


    Die Entwicklung gestaltet sich als rasant, denn es entsteht ein Wettlauf gegen die Zeit für Buchholz und Salomon. Und auch der moralische Aspekt gibt Grund zum Nachdenken, denn gerade in der heutigen Zeit ist Voyeurismus in Zusammenhang mit dem Internet ja leider schon gang und gäbe. Daher empfinde ich das Thema gar nicht so weit an den Haaren herbeigezogen, wie es vielleicht den Anschein machen könnte und dies wird von beiden Autoren auch authentisch und durchaus nachvollziehbar erschreckend geschildert. Daher konnte mich Anonym als Thriller überzeugen, auch wenn mir Nina Salomon in ihren Handlungen bzw. ihren Alleingängen eher suspekt war.


    Fazit:
    Mit Anonym konnten mich Ursula Poznanski und Arno Strobel durchaus überzeugen und unterhalten. Ein spannender Thriller mit einem Thema, das gar nicht so weit hergeholt ist und dadurch noch erschreckender wirkt. Die Auflösung war schlüssig, nicht unbedingt vorhersehbar und ich hoffe, von dem Ermittler-Duo, auch wenn mir Nina Salomon nicht so gut gefallen hat, noch weiteres zu lesen.


    Wertung: :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Kurzbeschreibung:
    Kristina Mahlos Auftrag als Nachlassverwalterin hat es in sich. Eine Verstorbene vererbt ihr beträchtliches Vermögen – jedoch nur unter der Bedingung, dass Kristina den Mord aufklärt, für den ihr Mann einst verurteilt worden war. Kris will den Fall ablehnen, doch dann entdeckt sie in der Wohnung der Toten einen Hinweis auf ihren eigenen Bruder Ben, der vor Jahren spurlos verschwand... *Quelle*


    Zur Autorin:
    Sabine Kornbichler, geboren 1957, wuchs an der Nordsee auf und arbeitete in einer Frankfurter PR-Agentur, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Schon ihr erster Roman, »Klaras Haus«, war ein großer Erfolg. Mit »Das Verstummen der Krähe«, ihrem ersten Kriminalroman um die Nachlassverwalterin Kristina Mahlo, wurde sie für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert. Sabine Kornbichler lebt und arbeitet als Autorin in München.


    Meinung:
    Sabine Kornbichlers Kristina Mahlo-Reihe liegt schon länger auf meinem SuB, und da viele von der Serie begeistert sind, musste diese jetzt mal angefangen werden. Die Geschichte spielt im Münchner Raum, beginnt im September und dauert geschätzt einige Wochen.


    Die Protagonistin Kristina "Kris" Mahlo ist 32 Jahre alt und Nachlassverwalterin. Vor 5 Jahren verschwand ihr damals 24-jähriger Bruder Ben spurlos, was sie und ihre Eltern, die sich kurze Zeit danach trennten, aber immer noch unter einem Dach leben und sich nur über Notizzettel unterhalten, immer noch nicht loslässt. Ihr neuer Auftrag konfrontiert Kristina mit dem Testament von Theresa Lenhardt, die an Krebs verstorben ist und ein beträchtliches Vermögen hinterlässt. Nutznießer sollen die 5 besten Freunde Theresas sein, deren Mann Fritz des Mordes an einem von ihnen, Konstantin Lischka, verurteilt wurde, sich im Gefängnis das Leben nahm, den Theresa aber immer für unschuldig hielt. Bedingung für das Erbe soll allerdings sein, dass Kristina beweisen kann, dass keiner der Freunde Theresas am Mord von Konstantin schuldig ist, was sich bald als sehr schwierig herausstellt, denn es wird klar, dass auch Bens Verschwinden mit dem Auftrag zusammenhängt.


    Kris ist ein sympathischer Charakter, sie geht völlig in ihrem Beruf auf und sieht sich selbst als Anwältin der Toten. In ihrem Beruf ist Geduld, Ausdauer und Hartnäckigkeit gefragt, und so lässt sie sich von den drängelnden Erben, die natürlich schnell an die Hinterlassenschaft kommen möchten, niemals aus der Ruhe bringen. Selbst dann nicht, als sie merkwürdige anonyme Anrufe erhält, wobei es allerdings nicht bleiben soll.


    Erwähnenswerte Nebencharaktere sind u.a. Kris' beste Freundin Henrike (sie betreibt einen Trödelladen auf dem Hof von Kris und ihren Eltern und steht ihr mit Rat und Tat zur Seite), Kris' Freund Simon (der ebenso auf dem Hof die Weinhandlung "Vini Jacobi" führt) und Funda Seidl (die 27-jährige wurde gerade von Kris als Mitarbeiterin eingestellt und ist eine resolute Person, die das Herz auf dem rechten Fleck trägt).


    Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Kristina erzählt, die ich immer gerne lese, da man hautnah an den Handlungen und Gedanken des Charakters beteiligt ist und man sich auch besser in ihn hineinversetzen kann.


    Trotz recht überschaubarer agierender Personen ist der Täter nicht schnell ausgemacht, denn die Verdächtigen haben allesamt gewisse Leichen im Keller, was sich nach und nach herausstellt. Gut gefallen hat mir, dass auch Kristinas Familie mit in den Fall involviert wird und nicht nur als schmückendes Beiwerk fungiert. Ein durchweg spannender Krimi, der am Ende schlüssig aufgelöst wird und dessen Motiv durchaus überraschen kann.


    Fazit:
    Sabine Kornbichler konnte mich mit dem Auftakt der Kristina Mahlo-Reihe sehr positiv überraschen. Der Kriminalfall, der verzwickter nicht sein könnte, in den auch Kristinas Privatleben integriert ist, bietet spannende Lesestunden und auch das Ende ist schlüssig und wirkt nicht konstruiert. Ein empfehlenswerter Reihenauftakt!


    Wertung: :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Kurzbeschreibung:
    Nachdem er den König erdolcht hat, besteigt der finstere Herzog Felmet gemeinsam mit seiner unausstehlichen Gattin den Thron. Der wahre Thronerbe, ein zweijähriger Junge, wurde indes von fahrenden Schauspielern adoptiert. Nur ein unschlagbares Team kann jetzt noch helfen: der Geist des Königs, Gevatter Tod und Oma Wetterwachs mit ihren hexenden Freundinnen. Gemeinsam ersinnen sie einen unglaublichen Plan, der selbst Shakespeares Macbeth das Fürchten und Lachen zugleich lehren würde... *Quelle*


    Zum Autor:
    Terry Pratchett, geboren 1948 in Beaconsfield, England, erfand in den Achtzigerjahren eine ungemein flache Welt, die auf dem Rücken von vier Elefanten und einer Riesenschildkröte ruht, und hatte damit einen schier unglaublichen Erfolg: Ein Prozent aller in Großbritannien verkauften Bücher sind Scheibenweltromane. Jeder achte Deutsche besitzt ein Pratchett-Buch. Bei Piper liegen der erste Scheibenweltroman »Die Farben der Magie« sowie die frühen Bände um Rincewind, Gevatter Tod, die Hexen und die Wachen vor – Meisterwerke, die unter den Fans einhellig als nach wie vor unerreicht gelten. Terry Pratchett erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den »World Fantasy Lifetime Achievement Award« 2010. Zuletzt lebte der Autor in einem Anwesen in Broad Chalke in der Grafschaft Wiltshire, wo er am 12. März 2015 verstarb.


    Meinung:
    MacBest ist der 6. Band der Scheibenwelt-Reihe, daher besteht beim Weiterlesen Spoilergefahr!


    Seit langer Zeit habe ich keinen Scheibenwelt-Roman mehr gelesen, obwohl ich großer Fan von Terry Pratchett bin. Daher schnappte ich mir nun MacBest, den 6. Band der Scheibenwelt-Serie und gleichzeitiger Auftakt um die Hexen.


    Die Hauptcharaktere sind die drei Hexen Esmeralda "Oma" Wetterwachs (die wohl mächtigste Hexe im Königreich Lancre, eine hagere Person, die oft schroff und humorlos gegenüber ihren Mitmenschen ist, aber sich trotzdem sehr für sie einsetzt und gleichzeitig immer ihren Willen durchsetzt), Gytha "Nanny" Ogg (das genaue Gegenteil von Oma Wetterwachs, sie ist sehr lebenslustig, humorvoll, singt und trinkt gerne und hat zahllose Nachkommen und einen furchteinflößenden Kater namens Greebo) und Magrat Knoblauch (sie ist die jüngste im Bunde, wurde von Gütchen Wemper ausgebildet und beschäftigt sich insbesondere mit Heilpflanzenkunde).


    Als erwähnenswerte Nebenfiguren agieren Lord Felmet (der neurotische und unter einem Waschzwang leidende Lord erdolcht König Verence, um die Herrschaft von Lancre zu erlangen) und der junge Tomjon (er wurde nach dem Tod des Königs von dem Theaterdirektor Vitoller adoptiert und weiß nichts über seine wahre Herkunft).


    Die humorvolle Geschichte wird komplett in der 3. Person erzählt, die Perspektiven wechseln sich zwischen den Hexen, Lord Felmet und der Theatergruppe um Tomjon ab, sodass der Leser einen lückenlosen Einblick in die Gedanken und Handlungen der einzelnen Personen bekommt.


    Wie der Titel schon sagt, ist die Geschichte eine Anlehnung an Shakespeares "MacBeth", worauf zahlreiche Zitate und Anspielungen hinweisen. Selbst wenn man dieses Drama nicht kennt, tut dies der Geschichte keinerlei Abbruch, es ist hierfür kein Grund- oder Vorwissen erforderlich. Terry Pratchett vermittelt hier auch ein wenig Sozialkritik, denn, ohne spoilern zu wollen, wird im übertragenen Sinn davor gewarnt, nicht alles, was in den Medien berichtet wird, auch für bare Münze zu nehmen.


    Fazit:
    Auch mit MacBest, dem 6. Scheibenwelt-Roman, konnte Terry Pratchett mich wieder begeistern. Die Geschichte ist humorvoll, kreativ und sehr unterhaltsam, was vor allem an den 3 Protagonistinnen, so verschieden sie auch sind, und den witzigen Dialogen liegt.


    Wertung: :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Kurzbeschreibung:
    Ein Nachtwächter stürzt zu Tode. Ein Grundstück im Taunus, das plötzlich zwei Millionen Euro wert ist, kostet einen alten Mann das Leben. Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein ermitteln im Kreise von Verdächtigen, die alle vorgeblich für eine gute Sache kämpfen. Doch jeder von ihnen hat sein eigenes Motiv - nichts ist, wie es scheint. Bis die Lügengebäude einstürzen. Rachsucht und Gier offenbar werden. Liebe in Hass umschlägt und Menschen büßen müssen. *Quelle*


    Zur Autorin:
    Nele Neuhaus, geboren 1967 in Münster/Westfalen, lebt seit ihrer Kindheit im Taunus und schreibt bereits ebenso lange. Ihr 2010 erschienener Kriminalroman "Schneewittchen muss sterben" brachte ihr den großen Durchbruch, seitdem gehört sie zu den erfolgreichsten Krimiautorinnen Deutschlands. Außerdem schreibt die passionierte Reiterin Pferde-Jugendbücher und, unter ihrem Mädchennamen Nele Löwenberg, Unterhaltungsliteratur. Ihre Bücher erscheinen in über 20 Ländern.


    Meinung:
    Wer Wind sät ist der 5. Band der Bodenstein und Kirchhoff-Reihe, daher besteht beim Weiterlesen Spoilergefahr!


    Ich bin seit dem Auftakt der Reihe ein großer Fan der Bodenstein und Kirchhoff-Serie und da gerade der 8. Band, Im Wald, erschienen ist, war es höchste Zeit, weiterzulesen. Wie immer wird im Main-Taunus-Kreis ermittelt, diesmal rund um Kelkheim. Die Story beginnt mit einem Prolog, dauert vom 11. Mai 2009 bis 10. Juni 2009 und endet mit dem Epilog am 14. November 2009. Dazwischen finden Rückblicke statt, die sich in verschiedenen Städten im Jahr 2008 abspielen.


    Die Hauptfiguren sind im nunmehr 5. Band der Reihe schon sowas wie alte Bekannte: Oliver von Bodenstein ist Leiter des K11 in Hofheim am Taunus. Vor 6 Monaten hat er sich von seiner Frau Cosima getrennt, die ihn damals betrogen hatte. Dies macht ihm immer noch schwer zu schaffen. Doch schon bald tritt bei seinen aktuellen Ermittlungen eine neue Frau in sein Leben. Mir hat Bodenstein diesmal nicht so gut gefallen, da er unheimlich weinerlich daherkommt und trotz seines Berufs auch Naivität an den Tag legt, die ich nicht so ganz nachvollziehen konnte.


    Da gefiel mir seine Kollegin Pia Kirchhoff doch um Längen besser. Sie kehrt gerade mit ihrem Lebensgefährten, dem "Opel Zoo"-Direktor Christoph Sander, aus dem Urlaub zurück, als sie bereits zum nächsten Mordfall an dem Nachtwächter der WindPro, Rolf Grossmann, gerufen wird. Pia Kirchhoff nimmt diesmal so richtig die Zügel in die Hand, denn Oliver von Bodenstein ist bei den Ermittlungen kaum präsent und wird später aus Gründen von dem Fall abgezogen. Ihr Engagement und ihre Zähigkeit, den Fall zu lösen, haben mir sehr gefallen.


    Wie schon gewohnt bekommen auch hier wieder sehr viele Nebencharaktere ihren Auftritt. Dazu zählen Jannis Theodorakis (Sprecher der Windkraftgegner-Initiative, der früher selbst beim gegnerischen Windkraftanlagenkonzern WindPro arbeitete, nun aber den Bau des geplanten Windparks mit allen Mitteln verhindern will), seine Freundin Friederike "Ricky" Franzen (die attraktive Blondine betreibt das Zoogeschäft "Tierparadies" und eine Hundeschule), ihre Mitarbeiterin Nika (eine graue Maus, die schwerwiegende Geheimnisse um ihre Vergangenheit verbirgt) und der 16-jährige Mark (er hilft Ricky in der Hundeschule lieber, als in die Schule zu gehen, ist durch ein früheres Erlebnis ein labiler Charakter und vergöttert Jannis und Ricky).


    Die Handlung selbst wird von allen daran Beteiligten in der 3. Person erzählt, es finden zahlreiche Perspektivwechsel statt, die mich immer wieder begeistern können und durch die vielen Charaktere, die jeweils nach und nach ans Licht kommende Geheimnisse verbergen, wird man an einen klassischen Whodunit-Kriminalroman erinnert.


    Ebenso wie die zahlreichen Charaktere werden auch vielfältige Themen angesprochen, wie z.B. Macht, Profitgier, Korruption, Manipulation und Rachegelüste. Dies macht den Krimi äußerst facetten- und abwechslungsreich. Zudem ist der Täter bis zuletzt nicht eindeutig erkennbar, da wie gesagt so viele Personen mehr oder weniger in den Fall einbezogen sind. Daher kann ich auch diesen Band der Reihe wieder nur empfehlen, auch wenn mir Oliver von Bodenstein diesmal von seinem Charakter und seiner Handlungsweise nicht ganz so gut gefiel.


    Fazit:
    Auch mit Wer Wind sät konnte mich Nele Neuhaus wieder begeistern. Ein undurchsichtiger Fall, facettenreiche Nebencharaktere, eine über sich hinauswachsende Protagonistin und ein wenig Lokalkolorit in Form des hessischen Dialekts bilden hier einen abwechslungsreichen Kriminalroman der Reihe, die ich liebend gerne weiterverfolge.


    Wertung: :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Kurzbeschreibung:
    Stell dir vor, du bist allein zu Haus. Plötzlich steht ein Mann vor dir. Er behauptet, dein Lebensgefährte zu sein. Aber du hast keine Ahnung, wer er ist. Und nichts in deinem Zuhause deutet darauf hin, dass jemand bei dir wohnt. Er redet auf dich ein, dass du doch bitte zur Vernunft kommen sollst. Du hast Angst. Und du verspürst diesen unwiderstehlichen Drang, dich zu wehren. Ein Messer zu nehmen. Bist du verrückt geworden?
    Stell dir vor, du kommst nach Hause, und deine Frau erkennt dich nicht. Sie hält dich für einen Einbrecher. Schlimmer noch, für einen Vergewaltiger. Dabei willst du sie doch nur beschützen. Aber sie wehrt sich, sie verbarrikadiert sich. Behauptet, dich niemals zuvor gesehen zu haben. Sie hält dich offensichtlich für verrückt. Bist du es womöglich?
    Eine Frau. Ein Mann. Je mehr sie die Situation zu verstehen versuchen, desto verwirrender wird sie. Bald müssen sie erkennen, dass sie in Gefahr sind. In tödlicher Gefahr. Und es gibt nur eine Rettung: Sie müssen einander vertrauen...*Quelle*


    Zu den Autoren:
    Ursula Poznanski wurde 1968 in Wien geboren. Sie war als Journalistin für medizinische Zeitschriften tätig. Nach dem fulminanten Erfolg ihrer Jugendbücher "Erebos", "Saeculum", "Layers" etc. landete sie bereits mit ihrem ersten Thriller "Fünf" auf den Bestsellerlisten. Bei Wunderlich folgten "Blinde Vögel" und "Stimmen" sowie zusammen mit Arno Strobel der Bestseller "Fremd". Ursula Poznanski lebt mit Mann und Sohn in der Nähe von Wien.
    Arno Strobel, 1962 in Saarlouis geboren, studierte Informationstechnologie und arbeitete lange bei einer großen deutschen Bank in Luxemburg bis er sich an das Schreiben von Romanen wagte. Mit seinen Psychothrillern "Der Trakt", "Das Wesen", "Das Skript", "Der Sarg", "Das Dorf", "Die Flut" etc. erklomm Strobel die Bestsellerlisten. Mit Ursula Poznanski zusammen schrieb er den Bestseller "Fremd". Arno Strobel lebt mit seiner Familie in der Nähe von Trier.


    Meine Meinung:
    Da ich die Bücher von beiden Autoren gerne lese, war ich gespannt auf ihr gemeinsames Buch. Die Geschichte in Fremd spielt in der Umgebung von München (ein genauer Handlungsschauplatz wird allerdings nicht erwähnt), beginnt im Oktober, dauert eine gute Woche und endet mit einem spannenden Epilog.


    Im Mittelpunkt steht Joanna Berrigan, eine junge Australierin und Milliardenerbin, die mit ihrem Luxusleben gebrochen hat und als Fotografin in Deutschland arbeitet. Als sie eines Abends nach Hause kommt, steht auf einmal ein ihr wildfremder Mann in ihrer Wohnung und behauptet, ihr Verlobter zu sein. Joanna ist eine sympathische Protagonistin, die keinerlei Erinnerung an Erik hat und ihm dadurch lange Zeit misstraut.


    Erik Thieben ist Leiter der IT-Abteilung bei Gabor Energy Engineering und lebt seit 9 Monaten mit Joanna zusammen. Doch eines Tages erkennt sie ihn nicht mehr, hält ihn für einen Einbrecher und Erik versucht alles, um hinter das Rätsel von Joannas Gedächtnisverlust zu kommen. Auch Erik erweist sich als sympathischer Charakter, dem bis zur Auflösung allerlei gefährliche Steine in den Weg gelegt werden.


    Erwähnenswerte Nebencharaktere sind Ela Weisfels (eine gemeinsame Freundin von Joanna und Erik, die sich um beide sorgt und kümmert), Bernhard Morbach (Abteilungsleiter bei Gabor Energy Engineering, der anfangs auffällig besorgt um Erik ist, später aber wichtige Informationen für ihn hat) und der Firmenleiter Gabor, ein undurchsichtiger Mann, dem man von Anfang an nicht so richtig über den Weg traut.


    Die Handlung wird abwechselnd von Joanna und Erik, jeweils in der Ich-Perspektive, erzählt, sodass man einen guten Einblick in beide Charaktere erhält, einige Erlebnisse sich dadurch aber auch überschneiden und wiederholen. Trotzdem ist es spannend zu verfolgen, wie beide sich in dieser extremen Situation verhalten und ihrem Umfeld gegenüber immer misstrauischer werden.


    Die Geschichte baut von Anfang an eine ungeheure Spannung auf, denn man möchte natürlich erfahren, was hinter dem vermeintlichen Gedächtnisverlust von Joanna steckt. Allerdings driftet der Thriller nach einer gewissen Zeit in einen Actionroman ab, der kaum Zeit zum Luftholen lässt, bei dem sich die Ereignisse förmlich überschlagen und auch ein wenig ins Haarsträubende verlieren. Die Richtung, die am Ende eingeschlagen wird, hat mir leider nicht zugesagt, da hätte ich mir gern eine andere Auflösung gewünscht. Allerdings kann der Schreibstil von Ursula Poznanski und Arno Strobel punkten, denn hier merkt man in keinster Weise, dass zwei unterschiedliche Autoren am Werk waren.


    Fazit:
    Zwar schätze ich beide Autoren sehr, doch mit Fremd konnte ich mich leider nicht so richtig anfreunden, was an den gehäuften, manchmal für mich nicht nachvollziehbaren Actionszenen und der meines Erachtens an den Haaren herbeigezogenen Auflösung lag. Dank des Schreibstils und der kurz gehaltenen Kapitel liest sich der Thriller schnell und gerade der Anfang konnte mich doch begeistern.


    Wertung: :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Kurzbeschreibung:
    Eine tote Frau. Lieblos verscharrt. Von niemandem vermisst.
    Ein früher Wintereinbruch überzieht die Hauptstadt mit eisigem Frost, da wird auf einem verwilderten Friedhof in Berlin-Buch eine Leiche gefunden. Hauptkommissar Arne Larsen nimmt zusammen mit seiner Kollegin Mayla Aslan die Ermittlungen auf, doch die Spuren sind alles andere als eindeutig. War es Mord, oder sollte ein Suizid vertuscht werden? Und wie sind die Hinweise auf ein angeblich geheimes Haus Nr. 24 in der Waldsiedlung der DDR zu werten?
    Gleichzeitig spielen sich seltsame Dinge an einer Berliner Grundschule ab: Ein Mädchen kritzelt mehrfach «Hilfe» in sein Aufsatzheft, und eine Lehrerin fürchtet ihre Schüler. Aber wie hängt das alles mit der toten Frau zusammen?
    Gerade als Larsen und Aslan sich auf der richtigen Fährte glauben, machen sie einen weiteren grausigen Fund. *Quelle*


    Zum Autor:
    Thomas Nommensen, in Schleswig-Holstein geboren, zog vor dem Fall der Mauer nach Berlin und arbeitete dort als Musiker, Toningenieur, Dozent und Software-Entwickler. Seine Kurzkrimis und -thriller erschienen in zahlreichen Anthologien und wurden mit dem Freiburger Krimipreis, dem Agatha-Christie-Krimipreis und dem 1. Deutschen E-Book-Preis ausgezeichnet. Mit seiner Frau, der Thrillerautorin Jutta Maria Herrmann, lebt er vor den Toren Berlins im brandenburgischen Panketal.


    Meinung:
    Wintertod ist der 2. Band der Arne Larsen-Reihe, daher besteht beim Weiterlesen Spoilergefahr!


    Da ich gerne wissen wollte, wie es mit Hauptkommissar Arne Larsen weitergeht, war Wintertod, sein 2. Fall, Pflichtlektüre. Der Handlungsschauplatz wurde von Nordermühlen nach Berlin verlegt. Nach dem Prolog und einem Kapitel, das auf dem Friedhof in Berlin-Buch spielt, beginnt die Geschichte am 16. November und endet am 3. Dezember.


    Hauptkommissar Arne Larsen hat sich nach den traumatischen Erlebnissen aus seinem 1. Fall vom schleswig-holsteinischen Nordermühlen zum LKA nach Berlin versetzen lassen, wo er momentan in einer WG lebt. Mit seiner neuen Kollegin Mayla Aslan bekommt er es mit einem Leichenfund auf einem verwilderten Friedhof zu tun, der sich bald als Mord herausstellt. Larsen ist auch hier wieder ein sympathischer Charakter, der immer noch an seinem 1. Fall und den Nachwirkungen zu knabbern hat, sich aber trotz seinem neuen und ungewohnten Umfeld schnell in Berlin zurechtfindet.


    Seine neue Kollegin, die türkischstämmige Mayla Aslan, steht Larsen anfangs etwas kritisch und skeptisch gegenüber. Die beiden sind sich nicht sonderlich grün, aber raufen sich während der Ermittlungen immer mehr zusammen. Sie ist eine moderne junge Frau, die im Privaten Probleme mit ihrer Familie und deren Ansichten hat, was aber nur am Rande erwähnt wird. Darüber hätte ich gern ein wenig mehr erfahren.


    Die Nebenfiguren sind recht zahlreich. Hervorzuheben sind die Lehrerin Lea Zeisberg (die nach einem Zwischenfall mit mehreren Schülern nach 6 Monaten wieder in den Schuldienst zurückkehrt und sich Sorgen um die Geschwister Kolja und Merle Grossmann macht) und Martin Langfeld (ein Junge, der in den frühen 1980er Jahren mit seiner Mutter zu deren neuem Freund Adam in die Waldsiedlung, Wohnsitz der hohen SED-Funktionäre der damaligen DDR, zieht).


    Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Zum einen begleitet man Arne Larsen bei seinen Ermittlungen, die in der 3. Person geschildert werden. Zum anderen lernt man die Lehrerin Lea Zeisberg näher kennen, deren Sichtweise ebenfalls in der 3. Person gehalten ist. Eingestreut sind Kapitel, in denen der kleine Martin aus der Waldsiedlung erzählt. Diese werden direkt aus der Ich-Perspektive berichtet und umfassen die Jahre 1979 bis 1989.


    Wie bereits im 1. Band, Ein dunkler Sommer, gestaltet sich die Handlung aufgrund der abwechselnden Erzählperspektiven spannend und abwechslungsreich. Zwar bedauerte ich anfangs, dass Arne Larsen nun in Berlin ermittelt und nicht mehr in der Kleinstadt Nordermühlen, doch war es interessant zu erfahren, wie er sich in der Großstadt durchboxt, wo er anfangs noch nicht richtig Anschluss findet und von Mayla Aslan etwas argwöhnisch behandelt wird. Auch der Erzählstrang um Lea Zeisberg war sehr mitreissend. Durch ihre früheren Erlebnisse eine bewundernswerte Frau, die den Geschwistern Grossmann unbedingt helfen möchte. Die Auflösung selbst war teilweise abzusehen, konnte aber im Ganzen überzeugen und zufriedenstellen.


    Thomas Nommensen hat auch hier wieder einen angenehm zu lesenden Schreibstil, der nie in Belanglosigkeiten abdriftet und somit keine Langeweile aufkommen lässt. Die kurz gehaltenen Kapitel und ständig wechselnden Perspektiven ermuntern zum ständigen Weiterlesen, um dem Rätsel auf die Spur zu kommen.


    Fazit:
    Wintertod bietet einen abwechslungsreichen und spannenden 2. Fall für Arne Larsen, der mit seinem Vorgänger trotz Schauplatzwechsel mithalten kann. Auch hier haben mir die Perspektivwechsel wieder sehr gefallen, und ich hoffe, dass man bald wieder etwas Neues von Arne Larsen und Mayla Aslan lesen darf.


    Wertung: :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Kurzbeschreibung:
    Ein kleines Mädchen. Entführt. Tot.
    Ein Familienvater. Verdächtigt. Verurteilt.
    Zehn Jahre später …
    Es ist Hochsommer, als die neunjährige Ulrike entführt wird – und in ihrem Gefängnis umkommt. Schnell findet sich ein Verdächtiger: Zeugen wollen Jens Brückner mit dem Mädchen gesehen haben. Bis zuletzt beteuert er seine Unschuld. Vergeblich.
    Zehn Jahre später wird Brückner aus der Haft entlassen. Er hat alles verloren: Arbeit, Freunde, Familie. Kurz darauf wird der Hauptbelastungszeuge von damals ermordet. Anonyme Drohbriefe kursieren, und Brückner ist plötzlich spurlos verschwunden.
    Ein Racheakt? Zu naheliegend, findet der ermittelnde Kommissar Arne Larsen. Und auch sein Vorgänger Gregor Harms, der sich noch immer die Schuld am Tod des Mädchens gibt, zweifelt inzwischen, ob er vor zehn Jahren den Richtigen hinter Gitter gebracht hat.
    Als schwere Unwetter Norddeutschland heimsuchen und wieder ein Kind verschwindet, scheinen sich die Ereignisse von damals auf unheilvolle Weise zu wiederholen. Doch diesmal vermag niemand zu sagen: Wer ist Opfer und wer Täter? *Quelle*


    Zum Autor:
    Thomas Nommensen, in Schleswig-Holstein geboren, zog vor dem Fall der Mauer nach Berlin und arbeitete dort als Musiker, Toningenieur, Dozent und Software-Entwickler. Seine Kurzkrimis und -thriller erschienen in zahlreichen Anthologien und wurden mit dem Freiburger Krimipreis, dem Agatha-Christie-Krimipreis und dem 1. Deutschen E-Book-Preis ausgezeichnet. Mit seiner Frau, der Thrillerautorin Jutta Maria Herrmann, lebt er vor den Toren Berlins im brandenburgischen Panketal.


    Meinung:
    Da vor kurzem der 2. Band um Hauptkommissar Arne Larsen, Wintertod, erschienen ist, wurde es Zeit für einen Re-Read des 1. Bandes, den ich bereits im Juli 2014 schon gelesen hatte.


    Der Krimi spielt in der kleinen Stadt Nordermühlen in Schleswig-Holstein. Nach dem Prolog und einem Kapitel, das Anfang April spielt, beginnt die Geschichte am 17. Juli, endet am 30. Juli und wird mit einem Epilog abgerundet.


    Hauptkommissar Arne Larsen ermittelt im Mordfall Sartorius, dem damaligen Hauptbelastungszeugen von Jens Brückner, und wird dadurch mit dem 10 Jahre zurückliegenden Tod der kleinen Ulrike wegner konfrontiert. Er ist ein bodenständiger Charakter, der aber auch in manchen Situationen etwas ruppig daherkommt.
    Eine große Rolle spielt auch der damals ermittelnde Hauptkommissar Gregor Harms, der sich mittlerweile im Ruhestand befindet, aber von der Entlassung Jens Brückners alarmiert ist und merkwürdige anonyme Botschaften erhält. Dieser Charakter offenbart während der Handlung einige Geheimnisse und stellt zum Ende hin die tragische Figur des Krimis dar.


    Erwähnenswerte Nebenfiguren sind Frank Kuhlmann (Partner von Arne Larsen, der sich von ihm oft zurückgesetzt und nicht ernstgenommen fühlt), Jens Brückner (der als Mörder von Ulrike Wegner schuldig gesprochen wurde und nun nach 10 Jahren aus der Haft entlassen wird), Olaf Koog (ein Versicherungsvertreter, der eine zunächst unklare Verbindung zu Jens Brückner hat und ebenso wie Gregor Harms anonyme Nachrichten erhält) und Frida Matthies (die Ärztin und Mutter eines Sohnes zieht neu in die Nachbarschaft von Gregor Harms ein und freundet sich mit ihm an, macht sich allerdings bald schon Sorgen um seine Gesundheit).


    Die Erzählperspektiven in diesem Krimi sind allesamt in der 3. Person gehalten und wechseln sich um die vier Charaktere Jens Brückner, Arne Larsen, Gregor Harms und Olaf Koog ab. Ebenfalls, aber nur kurz, wird aus der Sicht des 10-jährigen Oliver Kohlmorgen und eines nicht näher bekannten Mannes berichtet.


    Die Handlung gestaltet sich von Anfang bis Ende spannend, ohne allerdings ins Blutrünstige abzudriften. Durch die verschiedenen Sichtweisen werden der neue und alte Fall von allen Seiten betrachtet, was nach und nach zu einem stimmigen Gesamtbild führt. Doch gab es an manchen Stellen ein paar Zufälle, die mir etwas zu weit hergeholt waren. Vor allem die Geschichte um Gregor Harms konnte mich begeistern, denn sein Charakter hat etwas Tragisches, was auf den ersten Blick überhaupt nicht abzusehen war. Thomas Nommensens Schreibstil ist einfach gehalten und angenehm zu lesen. Die recht kurz gehaltenen Kapitel und die ständig wechselnden Perspektiven ermuntern zum schnellen Lesen.


    Fazit:
    Mit Ein dunkler Sommer hat Thomas Nommensen einen abwechslungsreichen Krimi erdacht, der dank seiner Perspektivwechsel spannend verläuft und mit einer verblüffenden, aber auch betroffen machenden Lösung endet. Ein lesenswerter Auftakt zur Reihe um Hauptkommissar Arne Larsen.


    Wertung: :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Kurzbeschreibung:
    Yeong-Hye und ihr Ehemann sind ganz gewöhnliche Leute. Er geht beflissen seinem Bürojob nach und hegt keinerlei Ambitionen. Sie ist eine zwar leidenschaftslose, aber pflichtbewusste Hausfrau. Die angenehme Eintönigkeit ihrer Ehe wird jäh gefährdet, als Yeong-Hye beschließt, sich fortan ausschließlich vegetarisch zu ernähren und alle tierischen Produkte aus dem Haushalt entfernt. »Ich hatte einen Traum«, so ihre einzige Erklärung. Ein kleiner Akt der Unabhängigkeit, aber ein fataler, denn in einem Land wie Südkorea, in dem strenge soziale Normen herrschen, gilt der Vegetarismus als subversiv. Doch damit nicht genug. Bald nimmt Yeong-Hyes passive Rebellion immer groteskere Ausmaße an. Sie, die niemals gerne einen BH getragen hat, fängt an, sich in der Öffentlichkeit zu entblößen und von einem Leben als Pflanze zu träumen. Bis sich ihre gesamte Familie gegen sie wendet. *Quelle*


    Zur Autorin:
    Han Kang wurde in Gwangju, Südkorea, geboren. 1993 debütierte sie als Dichterin, ihr erster Roman erschien 1994. Für ihr literarisches Schreiben wurde sie mit dem Yi-Sang-Literaturpreis, den Today’s Young Artist Award und dem Manhae Literaturpreis ausgezeichnet. Derzeit lehrt sie kreatives Schreiben am Kulturinstitut Seoul.


    Meinung:
    Da über diesen Roman recht kontroverse Meinungen vertreten werden und mich die Thematik interessiert hat, musste ich dieses Buch lesen, um mir selbst eine Meinung darüber bilden zu können. Die Geschichte spielt in Südkoreas Hauptstadt Seoul, setzt im Februar ein und verläuft mit Zeitsprüngen über drei Jahre. Die Idee, eine Frau zur Vegetarierin werden zu lassen, mag auf den ersten Blick nicht spektakulär erscheinen. Doch wie Han Kang dies in ihrem Roman umsetzt, ist regelrecht verstörend, denn alle agierenden Charaktere, nicht nur Yong-Hye, tragen gewisse Eigenarten mit sich herum, die allesamt irgendwann ausbrechen.


    Die Südkoreanerin Yong-Hye ist seit fünf Jahren mit Chong verheiratet und Hausfrau. Ihr bisheriges Leben endet jäh, als sie aufgrund eines Traums beschließt, Vegetarierin zu werden. Yong-Hye ist ein stiller und zurückhaltender Charakter, bis sie aufhört, Fleisch zu essen. Danach fängt sie an, aufzubegehren und lässt sich in keinster Weise mehr etwas vorschreiben. Dadurch ändert sich ihr Leben völlig, aber auf eine tragische Art und Weise.


    Ihr Ehemann Chong ist ein sehr bequemer Zeitgenosse, der einem Bürojob nachgeht und für den seine Ehefrau nur da sein muss, ohne ihr irgendwelche Abwechslung bieten zu müssen. Chong kommt recht unsympathisch daher, denn seine Frau hat er nur aufgrund ihrer Durchschnittlichkeit geheiratet und auch sonst mag er es, sich selbst keine Probleme zu schaffen und geht jeder Herausforderung aus dem Weg. Daher bricht für ihn eine Welt zusammen, als Yong-Hye auf einmal aus dem bisher beschaulichen und bequemen Ehealltag ausbricht.


    Als Nebenfiguren agieren ausschließlich Familienangehörige. Vor allem Yong-Hyes Schwager (ein Videokünstler, der auf einmal ungeahnte sexuelle Obsessionen für seine Schwägerin entwickelt und sie für sein neuestes Kunstwerk gewinnen möchte) und ihre vier Jahre ältere Schwester In-Hye (sie kümmert sich trotz eines familiären Skandals am Ende um Yong-Hye) nehmen jeweils Schlüsselrollen ein.


    Der Roman ist in drei Abschnitte unterteilt. Im 1., "Die Vegetarierin", erzählt Ehemann Chong aus der Ich-Perspektive, wie seine Frau zur Vegetarierin wurde und welche Konsequenzen dies auf ihr Zusammenleben hat. Ebenso berichtet Yong-Hye aus ihrer eigenen Sicht (in kursiver Schrift), die Einblick in ihre verstörenden Träume, die sie veranlassen, kein Fleisch mehr zu essen, gibt. Der 2. Abschnitt, "Der Mongolenfleck", erzählt von den vorerst heimlichen Gefühlen und Obsessionen von Yong-Hyes Schwager in der 3. Person. "Bäume in Flammen", der abschließende 3. Abschnitt, wird aus Sicht von In-Hye ebenfalls in der 3. Person erzählt, die sich am Schluss um ihre schwerkranke Schwester kümmert.


    Han Kangs Roman bietet eine verstörende Geschichte, die aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt wird. Die Themen sind Selbstbestimmung, Träume, Unzufriedenheit in der Beziehung, aber auch unterdrückte Gefühle und Scham. Es bleibt dem Leser selbst überlassen, wie er für sich das Ende deutet, denn dieses wird recht offen gelassen. Han Kangs Schreibstil ist anspruchsvoll und driftet oftmals in poetische Bilder ab. Allerdings sind auch einige Passagen regelrecht abstoßend und vulgär, was zwar zur gesamten Geschichte passt, mir aber dann doch zuviel war.


    Fazit:
    Mit Die Vegetarierin hat Han Kang einen durchaus kontroversen Roman zu Papier gebracht, der trotz seiner nur 190 Seiten bleibenden Eindruck hinterlässt. Zwar ist das Grundthema auf den ersten Blick simpel, aber es steckt viel mehr dahinter und die Geschichte um Yong-Hye vermag es, verschiedenste Gefühle hervorzurufen.


    Wertung: :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Kurzbeschreibung:
    Kommissar Paul Kalkbrenner hat die Schnauze voll. Von der Berliner Sommerhitze und von Idioten, die nicht gestehen wollen und ihn so daran hindern, auch nur einmal pünktlich zu einer Verabredung mit seiner Tochter Jessy zu kommen. Was die Laune seiner Noch-Ehefrau Ellen nicht verbessert. Als in der U-Bahnstation Potsdamer Platz die übel zugerichteten Leichen einer Prostituierten und ihres Zuhälters gefunden warden, glaubt Kalkbrenner an einen Mord im Milieu. Wenig später taucht ein toter Bauarbeiter auf, und der Fall scheint klar: Ein Zeuge wurde beseitigt. Erst ein weiterer U-Bahn-Mord zeigt, dass ein perverser Serienmörder umgeht. Ausgerechnet jetzt, da alle Welt wegen eines Umweltgipfels auf Berlin schaut. Mit Hilfe des jungen Leif, der bei Obdachlosen Sozialdienst leistet, kommt Kalkbrenner einem schrecklichen Geheimnis auf die Spur, das in den Tunneln und Bunkern unter der Stadt verborgen ist... *Quelle*


    Zum Autor:
    Martin Krist ist das Pseudonym des erfolgreichen Autors Marcel Feige. Geboren 1971, arbeitete er als leitender Redakteur bei verschiedenen Zeitschriften und lebt seit 1998 als Schriftsteller in Berlin.


    Meinung:
    Von der Reihe um Paul Kalkbrenner habe ich viel Positives gehört und da vor kurzem mit Märchenwald der 5. Band erschienen ist, wurde es Zeit, damit zu beginnen. Die Geschichte spielt in Berlin Ende Juni 2012 in einem Zeitraum von schätzungsweise einer Woche. Die Idee, den Thriller vorwiegend im Berliner Untergrund spielen zu lassen, war für mich neu, reizvoll und wurde atmosphärisch ansprechend umgesetzt.


    Der Kriminalhauptkommissar Paul Kalkbrenner ist Anfang 40 und arbeitet im Kriminalkommissariat Berlin-Mitte. Er bekommt es mit einigen Morden zu tun, die es aufzuklären gilt. Dadurch steht er ziemlich unter Druck und vernachlässigt wie schon so oft sein Familienleben, was ihm von seiner Tochter Jessy übelgenommen wird. Die Scheidung von Ehefrau Ellen steht kurz bevor. Paul Kalkbrenner ist ein sympathischer Protagonist, der vor allem mit seinem Privatleben überfordert ist, seine Arbeit aber ganz genau nimmt.


    Der 22-jährige BWL-Student Leif Nehring wird wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz zu 60 Sozialstunden verdonnert, die er beim Verein Obdachlose e.V. in Charlottenburg ableisten soll. Bei seiner Arbeit lernt er durch Kollege Noppe den Berliner Untergrund und seine Bewohner kennen und gerät ins Visier des Mörders. Leif Nehring wirkt anfangs oberflächlich, entwickelt sich aber gerade zum Ende des Thrillers hin sehr weiter und gerät von einer gefährlichen Situation in die nächste, sodass er einem schon wieder leid tut.


    Die Nebenfiguren sind zahlreich. Hervorzuheben wären hier Jessy (die 21-jährige Tochter Kalkbrenners jobbt neben ihrem Studium als Bedienung und ist nicht gut auf ihren Vater zu sprechen), Hans-Hermann Hängo (Assistent von Kalkbrenner, seit einem Jahr in der Mordkommission tätig und sehr wissbegierig) und Hardy Sackowitz (Journalist alter Schule beim Berliner Kurier, der nach einer Alkoholentziehungskur wieder Fuß zu fassen beginnt).


    Wut wird vorwiegend aus den Perspektiven von Paul Kalkbrenner, den man bei seinen Ermittlungen begleitet, und Leif Nehring, der u.a. von seinen Erlebnissen im Berliner Untergrund berichtet, in der 3. Person erzählt. Zwischen den Kapiteln werden wiederholend Zeitungsartikel aus dem Berliner Kurier eingestreut, die sich mit dem bevorstehenden Umweltgipfel beschäftigen.


    Durch das ungewöhnliche Setting des Berliner Untergrunds und verschiedene Erzählperspektiven bleibt der Thriller von Anfang bis Ende spannend und lädt zum Miträtseln ein, da das Motiv und der Täter bis kurz vor Schluss unklar bleiben.


    Der Schreibstil von Martin Krist ist einfach und angenehm zu lesen. Bedingt durch die kurz gehaltenen Kapitel fliegt man regelrecht durch die Seiten. Gut gefallen haben mir auch die detailliert beschriebenen Schauplätze, die einem Berlin näher bringen. Am Ende des Thrillers befindet sich ein exklusives Bonusmaterial mit Anmerkungen von Martin Krist und Holger Happel vom Verein Berliner Unterwelten e.V., das die Welt unter Berlin anhand von Text und einigen Bildern näher erklärt.


    Fazit:
    Wut ist ein spannender Thriller, der gleichermaßen den Auftakt zur Paul Kalkbrenner-Reihe bildet. Punkten kann auch das ungewöhnliche Setting im Berliner Untergrund, das aufgrund seiner Bewohner betroffen macht. Punktabzug gibt es, da mir Kalkbrenners Privatleben, sprich seine Frau Ellen und Tochter Jessy, anfangs doch sehr auf die Nerven ging, da die beiden keinerlei Verständnis für seine berufliche Einbindung hatten und sehr weinerlich daherkamen.


    Wertung: :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Kurzbeschreibung:
    Keine Polizei - never ever. So lautet die unumstößliche Maxime der Beichthotline. Aber was tun, wenn eine Anruferin ankündigt, ihr neugeborenes Kind lebendig zu vergraben? Ein schlechter Scherz, konstatiert Chris, Initiator der Hotline, als seine Freunde und Kollegen statt einer Kinderleiche eine lebensgroße Puppe auf dem Friedhof ausgraben. dann meldet sich die mysteriöse Anruferin erneut und verkündet, dies sei erst der Anfang... *Quelle*


    Zur Autorin:
    Mitte der Achtziger strandete die Saarländerin Jutta Maria Herrmann in Berlin, studierte Germanistik und Filmwissenschaften, sympathisierte mit der Hausbesetzerszene und stürzte sich ins Nachtleben. Sie war u.a. als Buchhändlerin, Putzfrau, Sekretärin, Synchrondrehbuch-Autorin und Veranstalterin von Punkkonzerten tätig. Heute arbeitet sie für eine Tageszeitung und lebt mit ihrem Mann, dem Autor Thomas Nommensen, vor den Toren Berlins. Ihr Psychothriller "Hotline" ist im Knaur Verlag erschienen.


    Meinung:
    Von Jutta Maria Herrmann ist vor kurzer Zeit der 2. Thriller namens Schuld bist du erschienen. Daher höchste Zeit für mich, ihr Debüt Hotline zu lesen, das mich gut unterhalten konnte, aber meiner Meinung nach etwas thrilliger hätte sein können.


    Die Freunde Chris, Rick, Konrad und Paula, die zusammen in einer WG leben, haben eine telefonische Hotline ins Leben gerufen, bei der Menschen, die Schuld auf sich geladen haben, anrufen und ihre Verfehlungen beichten können. Eines Tages ruft eine Frau bei Rick an, die droht, ihren Säugling lebendig zu begraben. Chris tut dies als makabren Scherz ab, doch Rick und Paula lässt die ganze Sache keine Ruhe, und sie machen sich zum Tatort, einem Friedhof, auf, um Schlimmeres zu verhindern.


    Dort angekommen finden sie einen Karton mit einer Puppe vor, von der Anruferin fehlt jede Spur, doch sie hinterlässt eine Notiz, dass das erst der Anfang war. Wer will den Freunden etwas Böses und warum?


    Hotline wird auf dem Cover als Psychothriller ausgewiesen, aber meiner Meinung nach gleicht der Roman eher einem Krimi, thrillig wird es erst zum Ende hin, was ein bisschen zu wenig für dieses Genre ist.


    Viel Augenmerk wird auf das Privatleben der 4 Protagonisten gelegt, worunter der Thriller-Anteil doch etwas leidet. Chris ist der Initiator der Hotline und träumt vom großen Durchbruch seiner Idee. Rick hat ein gespanntes Verhältnis zu seinen Eltern, seitdem seine Schwester Marie vor einigen Jahren spurlos verschwand und ist heimlich in Paula verliebt. Paula selbst ist schwanger von Konrad, der allerdings mehr auf seine Band fixiert ist als auf ein zukünftiges Familienleben.


    Der Täter, den ich zwecks Spoiler nicht näher erwähnen möchte, ist bei der übersichtlichen Charakteranzahl im Roman recht schnell ausgemacht, auch wenn das Motiv etwas länger im Dunkeln bleibt. Er scheint den Freunden immer einen Schritt voraus und weiß einiges über sie und ihre Vergangenheit, was er sich schamlos zunutze macht. Durch Einstreuungen kurzer Kapitel kommt er auch selbst zu Wort und lässt den Leser seine Sicht der Dinge erfahren.


    Das Ende kommt ein wenig überraschend daher, denn aussagemäßig könnte hier durchaus eine Fortsetzung drin sein. Ebenso konnte das letzte Drittel des Buches punkten, denn hier wird es nochmal richtig spannend, was vorher ein wenig gefehlt hat. Somit hat mich Hotline im Großen und Ganzen gut unterhalten, hätte aber einen Ticken fesselnder sein können.


    Fazit:
    Hotline ist ein kurzweiliger, interessanter Thriller, der allerdings ein wenig braucht, um in die Gänge zu kommen. Ein bisschen mehr Thrill hätte nicht geschadet! Trotzdem dank seines Grundthemas und kurzweiliger Perspektivwechsel empfehlenswert.


    Wertung: :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Kurzbeschreibung:
    Als Anne Südhausen nach Innsbruck reist, um den Nachlass ihrer verstorbenen Großmutter Charlotte zu regeln, macht sie eine Entdeckung: Tagebücher aus dem Zweiten Weltkrieg, die von Charlottes Zeit im Nervensanatorium Schattwald erzählen – einem Ort, an dem schreckliche Dinge geschahen, die das Leben der Großmutter für immer veränderten. Auch in der Gegenwart passiert Unerwartetes: Ein außergewöhnlicher Mann tritt in Annes Leben, einige Personen entwickeln plötzlich großes Interesse an den Tagebüchern und Anne gerät immer mehr in Gefahr...*Quelle*


    Zur Autorin:
    Barbara Dribbusch arbeitet seit 1993 als Redakteurin bei der taz und hat bereits ein Sachbuch veröffentlicht. Ihre Freizeit widmete sie in den letzten Jahren den Recherchen zu ihrem ersten Roman »Schattwald«, insbesondere zur Geschichte der Psychiatrie in den 1920er- und 1930er-Jahren sowie im Nationalsozialismus.


    Meinung:
    2014: Die 46-jährige Anne Südhausen arbeitet als Journalistin für eine Frauenzeitschrift und hat sich kürzlich von ihrem Mann getrennt. Als sie einen Anruf aus Innsbruck bekommt, dass ihre Großmutter Charlotte nach einem Schlaganfall verstorben ist, macht sie sich kurzerhand auf, um ihren Nachlass zu sichten und die Beerdigung zu organisieren, da sie die letzte lebende Verwandte ist, aber auch jahrelang keinen Kontakt mehr zu ihr hatte. Auf dem Flug nach Innsbruck macht Anne die Bekanntschaft von Dr. Siegfried Rattler, einem renommierten Hirnforscher, den sie auf Anhieb interessant findet.


    Im Haus ihrer Großmutter angekommen, findet sie 13 Tagebücher von Charlotte, die sie im Jahre 1943 geführt hat, als sie sich einige Zeit im Sanatorium Schattwald im Ötztal aufgehalten hat, da sie den Tod ihres Zwillingsbruders Robert, der mit 20 Jahren in Stalingrad gefallen ist, noch nicht überwunden hat. Anne sieht sich nun der geheimnisvollen Lebensgeschichte von Charlotte gegenüber, von der sie nichts wusste, aber auch zwei neugierigen Nachbarinnen und auch Siegfried Rattler, die alle ein gewisses Interesse an den Tagebüchern zu haben scheinen.


    Schattwald wurde von Barbara Dribbusch in zwei Zeitebenen angelegt, in denen der Leser einerseits Anne Südhausen begleitet, die gerade ihre Großmutter verloren hat, sich nun vor Ort in Innsbruck um die Sichtung ihres Nachlasses und die Beerdigung kümmert und dabei die Tagebücher von Charlotte findet. In der anderen Zeitebene werden ebendiese lebendig, man befindet sich nun im Jahre 1943 und begleitet die 20-jährige Charlotte in ihren Tagen in Schattwald.


    Allerdings gehe ich mit dem Klappentext nicht konform, denn hier wird von schrecklichen Dingen, die in Schattwald geschahen, berichtet. Doch werden hier keine für diese Zeit üblichen Versuche an behinderten Menschen durchgeführt. Vielmehr glänzt die Einrichtung durch großen Zusammenhalt zwischen Personal und Patienten, da der Anstaltsleiter Dr. Carl Amberg sich wirklich rührend und auch schützend um sie kümmert.


    Charlotte, Annes Großmutter, ist eine starke junge Frau, die sich recht schnell in Schattwald zurechtfindet und dort auch über den Tod ihres Bruders Robert hinwegkommt. Sie nimmt sich den anderen Patienten an, unter denen sich der blinde Kolja Brunner, der alkoholsüchtige Hans Schuster, die stumme Pianistin Sophia Ederle und Bertha Uhlig, die sich für die berühmte Zarah Leander hält, befinden.


    Die Gegenwarts-Zeitebene, die sich ihrer Enkelin Anne annimmt, konnte mich indes nicht so ganz begeistern. Anne war mir in vielen Hinsichten zu naiv dargestellt und auch, was das Thema Männer angeht, zu weinerlich und anbiedernd. Für eine 46-jährige moderne Frau und Journalistin war sie mir daher zu unglaubhaft. Daher freute ich mich mehr auf die Abschnitte mit Charlotte, die mir deutlich besser gefallen haben und gerade zum Schluss einiges an Spannung boten.


    Fazit:
    Schattwald ist eine lesenswerte Familiengeschichte, die vor allem in der Vergangenheits-Zeitebene aufzeigt, wie wichtig es damals war, zusammenzuhalten, Mut zu haben und zueinanderzustehen, was nicht unbedingt selbstverständlich war. Ein empfehlenswerter Roman, auch wenn mich die Gegenwarts-Protagonistin Anne aufgrund ihrer etwas einfältigen Art nicht wirklich begeistern konnte.


    Wertung: :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: