Beiträge von sonham

    Ja, das mit dem Weiterlesen in großen Stücken ist eine sehr gute Idee!
    Ich weiß, dass es hier üblich ist, immer eine kleine Kapitelzusammenfassung zu schreiben, was ich aber eigentlich für etwas überflüssig halte, wenn sowieso jeder das Buch liest ;-)
    Und ich antworte/schreibe lieber in Ruhe einen größeren Text, da ich am iPad nicht alle Forenfunktionen nutzen kann und für "schöne Posts" immer meinen Mac anwerfen muss, was mich wiederum bisher vom täglichen Posten abgehalten hat :-)
    Bin also schwer dafür es so zu handhaben wie vorgeschlagen :-)

    Kapitel 16:
    Meint ihr, dass die seltsame Dame Mrs. Dedlock ist? Sie wird ja am Anfang des Kapitels erwähnt: während ihr Mann seiner Gicht frönt, ist sie in London (so hieß es doch, oder? Hab mein Buch nicht zur Hand). Und dieser Gerichtsschreiber, der verstorben ist, hat - wenn ich mich recht erinnere - Schriftstücke kopiert. Hat er vielleicht etwas gelesen, was er sich zu Nutze gemacht hat? Will sie prüfen, dass er auch wirklich, wirklich tot ist?

    Ich hab gerade Kapitel 15 gelesen.
    Ich finde Skimpole gar nicht so dumm! Da ist dieser Mr Gridley, der sich in Beisein der Kinder, die am Existenzminimum leben, darüber aufregt wegen 300 Pfund in einen riesigen Erbsterit hereingeraten zu sein. Skimpole erkennt sehr gut, dass sich dieser Mann früher oder später in irgendwas reingesteigert hätte, weil es seinem Charakter entspricht. Nun ist es halt der Gerichtsstreit geworden.
    Überhaupt: dieser Gegensatz immer wieder mit den reichen Leuten, die sich in gerichtlichen Verfahren befinden oder "gutmenschlich" die Welt retten wollen und sich dabei auch in Oberflächlichkeiten verlieren und den Kindern, die einfach nur versuchen, das Beste aus ihrer Situation zu machen. Aber sie sind nur "Tautropfen im Ozean"...

    Kapitel 14 berichtet von so einigen eingesperrten Vögeln, nicht nur von denen der alten Flite :-)
    Caddy will dem Chaos ihres Elternhauses entkommen und fühlt sich zum strukturiertem Leben der Tanzschule hingezogen (Choreographie, alles vorgezeichnet, klare Regeln). Sie kann lesen und schreiben, will aber unbedingt "weibliche Feähigkeiten" lernen, um ihrem Verlobten eine gute Frau zu sein - der in seinem ganz eigenen Käfig gefangen ist. So gesehen wechselt sie nur das Chaos, verbessern wird sich nichts für sie.


    Dann wieder der Besuch der seltsamen alten Dame. Ich glaube wirklich, sie und Krook sind das Herzstück des Prozesses, sie kennen die Handlungsfäden, er in die Vergangenheit, sie in die Zukunft. Sie hat sich für Esther auch einen Namen "ausgedacht", ich vermute aber, dass da mehr dran ist, als Esther vielleicht meint. Soooo schräg ist die alte Dame nämlich gar nicht.


    Und zum Schluss Ada, die ihren "Möchtegernchirurgen" vorerst verabschiedet hat und kurz danach auf einen echten Chirurgen trifft. Ein Vögelchen in einem Käfig der Emotionen.... :)

    Ich lese noch mit, komme nur momenatn selten zum Kommentieren :-)


    Also, ich hab damals Jura studiert, weil ich gern Krimis gelesen hab :-,
    So wie Richard sind doch viele, die mit der Schule fertig sind: keine Ahnung, was man werden will und man verfolgt die erste Idee, die irgendwie spaßig klingt ;-)


    Kapitel 14 lese ich jetzt :)

    Warum genau Mr. Tulkinghorn sich dann allerdings tatsächlich auf die Suche nach dem Schreiber begibt, müsste ich jetzt auch noch mal nachblättern, ich glaube, ich war bei der Lektüre des 10. Kapitels etwas müde ...


    Ich glaube, das wird erst später erwähnt. Und ich vermute stark, dass da nach und nach ein paar Handlungsfäden zusammengesponnen werden. Ein paar Ideen habe ich schon, wie einige Personen miteinander in Verbindung stehen könnten. Ich bin gespannt, ob es sich bewahrheiten wird.

    Ist es wirklich Mr. Guppy, der Esther zum Weinen bringt oder vielleicht doch eher Mr. Boythorn (wieder ein interessanter Name)? Ich glaube, Guppy hat sie schnell abgehakt, der war ja ziemlich seltsam und rechnete ihr nur seinen Lebensunterhalt vor. Ich denke, wesentlich mehr berührt hat sie das Zusammentreffen mit Boythorne, der Mann, der ein gebrochenes Herz hat, mit anderen prozessiert und dabei doch nicht verbittert ist, sondern ein weiches und recht optimistisches Wesen hat.


    Na und Richard zeigt ja alle Anzeichen dafür, später im Leben wie Skimppole zu werden - er pflegt einen ähnlich sorglosen Umgang mit Geld :wink: Aber schieben wir das vorerst auf seine Jugend und Verliebtheit ;-)

    Außerdem wird eine weitere Figur eingeführt, Mr. Skimpole. Eigentlich wohl Arzt, aber laut Mr. Jarndyce von ausgesprochen kindlichem Gemüt. Ich finde ihn unerträglich - verantwortungslos, arrogant und manipulativ.


    Also, in Kapitel 8 hat er ja auch nochmal einen coolen Auftritt :-) Da habe ich mir seine "Drohnenphilosophie" eingekreist :lol:
    In seiner Welt gibt es die Bienen, die richtig gern schuften und Honig sammeln, obwohl das ja niemand von ihnen verlange. Und dann gibt es da die Drohne, die lieber rausfliegt, um was von der Welt zu sehen und sich von denen versorgen lässt, deren Lebenszweck die Arbeit ist :D
    So ganz Unrecht hat er ja nicht: es gibt viele Menschen, die sich über ihre Arbeit definieren und wirklich Scheuklappen tragen, was die Welt drumrum angeht. Er ist das andere Ende dieser Skala - er arbeitet gar nicht und lebt einfach so in den Tag hinein.


    Und um es mal mit Mr. Jarndyce zu sagen (der das aber auf die Familie Pardiggle bezieht):


    Zitat

    ...daß es zwei Klassen von Leute gäbe; die einen, die wenig tun und viel Lärm machen, die anderen, die gar keinen Lärm machen und viel tun."


    Also gibt es Schwätzer und Macher. Vielleicht war Skimpole mal ein Macher und hat aber beschlossen, lieber ein Schwätzer zu werden, denn die kommen ja auch durchs Leben :wink:


    Und dann ist da noch diese unsägliche Mrs. Pardiggle, die ihre Kinder voll einspannt, um sich groß hervorzutun. Kinder scheinen insgesamt schlecht weg zu kommen in dieser Geschichte...

    Kapitel 5
    Mit diesem Kapitel konnte ich ehrlich gesagt nicht so viel anfangen, ich fand es fast ein wenig surreal ... Wir treffen erneut auf die alte Dame vom Gericht, die den Ausflüglern Esther, Ada und Richard ihren Hauswirt Krook vorstellt, der einen Laden namens "Kanzleigerichtshof" betreibt, in dem er allerlei Krimskrams und Zeugs anbietet.


    Für mich verkörpert die alte Dame die "Seele" des Gerichts. Also, wäre das Gericht eine Person, dann würde es sich vermutlich genau so wie sie verhalten :)
    Und Krook ist sowas wie der "Keller" des Gerichts - nimmt alle Sachen an und gibt nichts mehr raus :-)
    Die beiden passen so schon recht gut zusammen :-)


    Im Kapitel 6 gefallen mir die "erstaunlichen und erstaunten" Vögel, die im Wohnzimmer in Glaskästen hängen :lol:
    Scheint ja alles in allem ein sehr ungewöhnliches Haus zu sein.
    Was Mr. Skimpole angeht: ich habe mir diese Stelle unterstrichen:

    Zitat

    Kurz, er sah aus wie ein romantischer Jüngling, der einen eigenartigen Selbstentwertungsprozeß durchgemacht hat,...


    Hat was von "Aussteiger" :) Er hatte mal eine sehr große Verantwortung und ein hohes Ansehen, aber er hat einfach keine Lust mehr darauf und sich einen Weg gesucht, rauszukommen und dennoch gut zu leben. Scheint ihm gelungen zu sein.

    Mrs Jellyby kümmert sich ganz großartig um den Anbau von Kaffee aus ihrem bequemen Leben heraus in Afrika, während ihre eigenen Kinder fast in Dritte-Welt-Verhältnissen leben.
    Ist sie überfordert mit den Kindern? Läuft sie davon? Wie viele sind es eigentlich? Woher kommt das Geld? Wieso bleibt ihr Mann so passiv?


    Aber der Bezug zur heutigen Zeit ist erschreckend. Es gibt viele Menschen, die sich um das Wohl armer Menschen in fremden Ländern kümmern, ohne zu sehen, wie es um die Leute in ihrer nächsten Nähe steht.

    Findet ihr die Szene in Kapitel 4 eigentlich auch so seltsam, wo Esther in der Kustche fährt und dieser seltsame, dick eingepackte Mann sie anspricht? Nicht nur, dass er sehr komisch ist. Mich irritiert auch, dass Esther dieses Pastetenteilchen, das sie angeboten bekommt, ablehnt:


    Zitat

    “Now, look here!” he said. “In this paper,” which was nicely folded, “is a piece of the best plum-cake that can be got for money — sugar on the outside an inch thick, like fat on mutton chops. Here’s a little pie (a gem this is, both for size and quality), made in France. And what do you suppose it’s made of? Livers of fat geese. There’s a pie! Now let’s see you eat ’em.”
    “Thank you, sir,” I replied; “thank you very much indeed, but I hope you won’t be offended; they are too rich for me.”
    “Floored again!” said the gentleman, which I didn’t at all understand; and threw them both out of window.


    a) wieso transportiert er Essen unter seinen Umhängen? :lol:
    b) wieso lehnt sie sie als "too rich" ab? Wortspiel? :-k


    Habe zwar schon weitergelesen, hänge im Kopf aber immer noch an dieser Stelle fest :D

    Wenn ich so drüber nachdenke, bin ich mir gar nicht mehr so sicher, ob es wirklich um den Jarndyce-Fall geht - vielleicht führen die Dedlocks einen ganz anderen Rechtsstreit?


    Müsste nachschauen, aber ich glaube, die hängen in der Kostensache drin, um die es an diesem Tag ging.


    Und ob "Dedlock" wohl was mit "Deadlock" zu tun hat? :)


    Ich hab mich in diesem kapitel mehrfach sehr amüsiert, vor allem am Ende, als es ihr nicht sehr gut geht und ihr Mann sagt, sie habe sich aber auch wirklich sehr gelangweilt :D

    Toll im Vorwort auch, dass er ewig viel über Selbstverbrennung schreibt und dann sagt, er habe in diesem Buch die romantische Seite des Lebens betont :-D


    Beim Lesen der Beschreibung darüber, wie lang dieser Fall sich schon hinzieht, hat man ein sehr gutes Gefühl dafür bekommen, weil auch die Schilderung entsprechend zäg und ausschweifend war :-)


    Oder Mr Tangle (schon allein der Name!), der sich am besten mit de Fall auskennt, aber irgendwie nicht so recht weiß, wen er da als Zeugen geladen hat.


    Herrlich! Ich lese das Kapitel gleich ein zweites Mal, weil ich es so gellungen finde!