Beiträge von Jean van der Vlugt

    Diese Graphic Novel konnte ich sehr günstig und sogar ovp ertauschen:

    Es ist allerdings der 2. Band, vielleicht kannst du mir sagen, Jean van der Vlugt , ob man die Bände unabhängig voneinander lesen kann oder muss ich erst den 1. Band lesen? Vielleicht kennst du sie ja schon.:)

    Oh, ein schöner Fund. :thumleft: Manu Larcenet scheint ja in jeder Arbeit völlig andere Themen zu beackern. Die Blast-Reihe kenne ich leider noch nicht, da sie mir immer zu teuer war. :wink: Ich vermute mal, es handelt sich um eine in Romanform gebündelte Comicreihe. Was dafür spräche, den ersten (Sammel-)Band besser zuerst zu lesen. Ich meine mich aber zu erinnern, dass tom leo die Reihe kennt. Vielleicht weiß er also mehr?! :-k

    Rocksoul Lässt er sich denn (noch) vorlesen? Auf die Weise kriegt man sein Kind ja ggf. dazu, mal konzentriert (und vergleichsweise ruhig) einer Geschichte zu folgen (jenseits von TV oder DVD). Das mag auch die Lust an selbstgelesenen Geschichten schüren. Aber vielleicht gehts Dir ja gleich ums konkrete Selberlesen? Da sind kürzere Geschichten möglichweise besser geeignet als ganze Romane. Die Geschichten mit dem kleinen Nick könnten was sein für euch. Sie sind teilweise zum Brüllen komisch. Und man bleibt eher dran, da das Setting (Schule, Familie, Freizeit) und die Figuren (Nick und seine Freunde) gleich bleiben. Aufgelockert durch schöne Illustrationen.

    203. Ein Cover in einer Farbe, die ihr nicht mögt

    Hieße die Frage "Ein Cover in einer Farbe, die du niemals anziehen würdest", könnte ich sie leichter beantworten. :lol: Aber für sich genommen mag ich alle Farben. Was ich an Farben allerdings nicht mag, ist, wenn sie kraftlos, blass und unentschieden pastellig abgeschwächt sind. Man sieht das oft beim Außenanstrich von Einfamilienhäusern: Statt eines warmen Sonnenblumengelbs ein kaltes, blasses Zirtonengelb, statt eines kräftigen Zinnoberrots ein dünnes Lachsrosa, statt leuchtendem Kornblumenblau ein müdes Babyblau.:roll: Insofern wähle ich für die heutige Frage die alte Gormenghast-Ausgabe der Hobbit-Presse aus den 1980ern. Hier sind drei farbliche Scheußlichkeiten versammelt!:mrgreen:

    Jean van der Vlugt Danke fürs Richtigstellen, ich habe meinen Beitrag nicht nochmals durchgelesen, da muss beim Copy-Paste was daneben gegangen sein :wink:

    Gerne doch!:winken: Und deine ganze Liste ist natürlich Gold wert. Gerade die russischen Abenteuerklassiker gehen sonst leicht unter, wenn der Blick zu sehr auf angloamerikanischer Literatur liegt. Schön, dass sie hier vermerkt sind. (Da fällt mir gleich noch was Abenteuerliches ein, im nächsten Post dann!:wink:). Und auf B. Traven will ich hier auch noch mal hinweisen. Da kann man wahrscheinlich blind zugreifen!

    Geht auch locker als Abenteuerroman durch, dieser Roman des Literaturnobelpreisträgers, wenn sich die Schatzsuche auf Mauritius auch eher zu der Suche nach dem eigenen Selbst der Hauptfigur entwickelt. Suche nach den Träumen, Weltflucht schwingen mit. War sehr beeindruckt von dem Buch.

    Robert Louis Stevenson: König Salomos Schatzkammer

    "König Salomos Schatzkammer" ist allerdings von Henry Rider Haggard. Vor 100 Jahren ein echter Bestsellerautor. Schön kolportagehafte Abenteuerromane, oft mit phantastischen Elementen angereichert, die heutzutage leider kaum noch gelesen werden. Dabei sind es veritable Indiana-Jones-Vorläufer. Sind, glaube ich, derzeit nicht als gedruckte Bücher auf deutsch lieferbar. (EDIT: Doch, dank "mach-mir-ein-ebook.de".)

    201. Der alltägliche Familienwahnsinn

    Vermeintlich harmlose Familienchronik voller still leidender Menschen: Alle Familienmitglieder wollen auf ihre Weise ein Stück vom Glück ergattern. Geschrieben in nahezu perfektem Stil mit außergewöhnlichen und treffenden Beschreibungen und Gedankensplittern des "Tschechows der Vorstädte".

    Zitat

    Den Wunsch nach Vernichtung des Menschengeschlechts hatte ich nie laut ausgesprochen. Aber an seltsamen Träumereien fand ich Gefallen ... Wenn ich eine Stelle auf der Erdkugel kennen würde, von der aus man das ganze Universum im Blick hätte, würde ich hinrennen, einen Pfahl in die Erde schlagen, mir eine Schlinge um den Hals legen, mich in die Leere stürzen und die ganze Welt im Fallen mit mir reißen ... Und dann gab es noch das Verfahren mit dem Tunnel, der von einem Pol zum anderen in den Schoß der Erde gebohrt ist, und den man mit Dynamit vollstopft ... aber das war alles Dichtung. Am besten knallte man die Leute einzeln ab.

    (S. 47) :shock: Darauf war ich nicht vorbereitet, wie sehr der Roman losledert. Teilweise äußerst drastisch, vor allem für 1947! Tiefschwarzer Noir-Klopper, in dem einzig der Schritt in die absolute, anarchistische Bösartigkeit einen Ausweg aus dem glücklosen Alltag einer ausbeuterischen, inhumanen, geldgeilen Gesellschaft verspricht.:loool:

    200. Welches Cover hat dir im Juni am wenigsten gefallen?

    Schon das Lyout der offiziellen "schwarzen" Marvel-Sammlung gefällt mir nicht besonders, aber diese rote Nebenreihe, in der immer der erste Auftritt und ein epochal bedeutsames Abenteuer eines beliebten Marvel-Superhelden versammelt sind, finde ich noch billiger aufgemacht. Auch sieht Thor, den ich eigentlich mag, auf diesem Umschlagbild irgendwie albern aus: die Armhaltung und der flatternde Umhang... :wink:

    In einem längeren Abschnitt beleuchtet Cendrars sein Leben im Rückblick aus Sicht der Sieben Todsünden. Im Zuge der "langweiligsten Todsünde", der Völlerei, kommt er auf die Trunksucht und gewissermaßen auf das Scheitern einer Revolution "von unten" zu sprechen:

    Zitat

    Der Proletarier, der sich sonnabends "nach der Maloche" betrinkt, oder der Landarbeiter an den Zahltagen sonntags morgens, dem geht es nicht so sehr darum, sein Elend zu vergessen, sondern vielmehr darum, gegen den Dienstherren zu protestieren, der ihn mit Füßen tritt, den Politiker, der ihn ausbeutet, die Armee, die ihn zwiebelt, die geltende Ordnung, das Gesetz, die Polizei, den Staat, der ihn ankotzt, das System aus Fabriken, Zuchthäusern, Gefängnissen, das man zum Teufel jagen muss: Weg damit! Und der Mann bringt mit einem imponierenden Faustschlag den Tresen zum Erzittern, und er kippt ein letztes Gläschen, und er schmeißt dem Wirt seine Sous ins Gesicht, und er ist es, der am Boden landet, verdammt! Es gibt keine Gerechtigkeit.

    (S. 259)

    Zitat
     

    [...] und ich lerne früh, dass man nicht auf die Welt gekommen ist, um sich lange zu amüsieren, und auch nicht, um in Ausgelassenheit und aller Unschuld auf Erden zu leben, sondern dass man artig sein muss und den Mund halten, denn die Stimmung der Erwachsenen, ihre Nervosität werden an den Kindern ausgelassen, weil die Eltern sie in Unbedacht gezeugt und ihren Spaß gehabt haben, und sie verzeihen den Kindern nicht, dass sie von viel weiter her kommen als sie selbst und dass sie ihnen lästig sind und ihnen das Leben komplizieren.
    Es grenzt an Magie: Die Scheinheiligkeit und die Lügen und das heimliche Einverständnis der Eltern wirken sich viel nachhaltiger auf das Kind aus als die Brust der Mutter, die es ernährt.
    Wahnsinn gehört zum Wesen des Menschen.

    (S. 252, Hervorhebung von mir)

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