Beiträge von Teufelsweib

    Nachdem ich für den August gerade noch rechtzeitig eines der ältesten Bücher auf meinem SuB - "Die Herrin der Burg" von Ulrike Schweikert - beenden konnte, habe ich sogleich mit "Schlüssel 17" von Marc Raabe, einem passendem Thriller für die September-Challenge, begonnen.


    Liste nach Mojoh

    Für die Juli-Aufgabe habe ich mir "Nachtprinzessin" von Sabine Thiesler ausgesucht.


    Liste nach Bridgeelke

    Für den Juni habe ich mir den zweiten Band um Sebastian Bergmann - "Die Frauen, die er kannte" - ausgesucht.


    Liste nach Gonozal

    Mein Buch für die Mai-Aufgabe konnte ich gerade noch rechtzeitig beenden. Obwohl Jeffery Deaver ja zu meinen Lieblingsautoren gehört, konnte er mich mit "Nachtschrei" leider nicht überzeugen - viel zu langatmig und die Auflösung eher unbefriedigend...


    Mai-Liste nach Ametyst

    Leider hat mich ein Buch, das ich letztendlich abgebrochen habe, so gequält, dass ich leider nicht mehr geschafft habe. Dafür waren die restlichen beiden super :)


    Und es schmiltzt (Lize Spit) :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Outback (Manuela Martini) => abgebrochen

    Die geliehene Schuld (Claire Winter) :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Bis zum Schluss

    Auch ich habe nun das Buch gestern in einem Rutsch beendet und konnte nur schwer einschlafen, da mich die Erkenntnisse über Gehlen, und die ja auch auf andere Kriegsverbrecher zutreffen, sehr aufgewühlt haben. Aber erst einmal der Reihe nach...


    Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie schrecklich es für Jonathan gewesen sein muss, als er erfahren hat, dass Marie tot ist :cry: Schön fand ich, dass er noch einmal mit Lina gesprochen hat, da er auch nicht an ihre Schuld glaubte und ihr Hilfe versprach - leider vergebens, denn schon kurz darauf muss auch er sterben. Es hat mich überrascht, dass Eric Zeuge des "Unfalls" war und er Jonathan zuvor auch schon unter anderem beim Versenden seiner Unterlagen beschattet hat. Hier schließt sich die Geschichte um Jonathan mit dem Anfangskapiteln zu einem Kreis, was der Autorin wirklich gut gelungen ist.


    Vera und Eric nehmen den Faden wieder auf, indem sie Lina alles erzählen lassen, was sie einige Tage zuvor bereits Jonathan berichtet hat. Vera hat sogar den Mut und konfrontiert Maries Familie mit der Wahrheit, doch wie zu erwarten, sind diese in ihrer Ansicht zu festgefahren um etwas anderes zu glauben. Interessant wird es allerdings, als Vera von Franz Hernstadt endlich sämtliche Informationen bekommt, die das Ausmaß der im Hintergrund laufenden Machenschaften von Gehlen erkennen lassen. Sie verfasst darüber auch einen Artikel, der allerdings nie erscheinen wird. Stattdessen wird er zu Veras Lebensversicherung. Sie verzichtet auf eine Veröffentlichung nachdem der amerikanische Geheimdienst all ihre Forderungen akzeptiert hat. Eric, der kurz zuvor unter einem Vorwand festgenommen wurde - natürlich steckte Hüttner dahinter -, wird freigelassen, ebenso kommt Lina aus dem Gefängnis frei. Vera selbst beginnt unter neuem Namen in England ein neues Leben, das später mit ihrem Ehemann Eric und der gemeinsamen Tochter komplettiert wird. Lina dagegen zieht trotz aller negativen Erlebnisse wieder nach Deutschland und lebt in Berlin, was ihr meinen größten Respekt einbringt.

    Der Aufbau eines neuen Deutschlands nimmt weiter seinen Lauf und niemand verhindert, dass die Politik weiterhin von Leuten wie Gehlen infiltriert wird...


    Die Sache mit Gehlen ist wirklich unfassbar. Ich kann nicht glauben, dass er das Bundesverdienstkreuz erhalten hat. Ist denn erst so viel später ans Licht gekommen, was er getan hat oder wurde das damals noch als normal angesehen? Irgendwie verstehe ich das nicht so ganz...

    Das war mir vorher überhaupt nicht bewusst. Und ich finde es sehr erschreckend. Und da wundert man sich heute über Rechtsradikalismus :-k . Ist ja eigentlich kein Wunder, wenn viele Kriegsverbrecher sozusagen noch befördert wurden und gleich weiter Karriere gemacht haben. Somit wurden sie nie mit ihrer Schuld konfrontiert, sondern im Nachhinein noch bestätigt, dass sie richtig gehandelt haben. Vielleicht wurde das auch in ihren Familien weitergegeben und somit das rechte Gedankengut immer weiter getragen.

    Euren Gedanken kann ich mich nur anschließen, mir mag es selbst nicht in den Kopf gehen, dass zwar einerseits die Alliierten von den Vorgängen wussten und diese sogar unterstützten, die Menschen in Deutschland, die an der neuen Regierungsbildung beteiligt waren, wie z. B. Adenauer und Blankenhorst, nichts davon gewusst oder auch nur geahnt haben wollen...


    Trotz oder vor allem wegen der traurigen und schockierenden Hintergründe hat mich "Die geliehene Schuld" extrem gefesselt. In die Protagonisten Jonathan, Vera, Marie und Lina kann man sich so gut hineinversetzen, dass man glaubt, selbst mitten im Geschehen zu sein. Durch ihre sympathische und hinterfragende Art muss man sie einfach ins Herz schließen. Aber auch von den Antagonisten, wie Hüttner, Fritz und Hermann Weißenburg und Gehlen, kann man sich ein sehr gutes Bild machen.

    Der Schreibstil ist einfach toll zu lesen und der Aufbau der Geschichte auf zwei Zeitebenen, die sich aufeinander zubewegen, sehr gelungen und vor allem spannend. Bei den häufigen Perspektivenwechseln habe ich zwar auch an zwei, drei Stellen ein paar Personen verwechselt, aber man erhält dadurch einen sehr guten Einblick in die verschiedenen Meinungen und Ansichten. Ich persönlich habe mit "Die gehliehene Schuld" viel über einen bedeutenden Teil Deutscher Geschichte gelernt, der mir bislang nicht in diesem Ausmaß bewusst war.


    Herzlichen Dank an Claire Winter für diesen überaus gelungenen Roman und die tolle Begleitung der Leserunde! Es ist immer wieder schön, auch einen Einblick hinter die Kulissen und in die Arbeit eines Autors zu bekommen.


    Mein nächstes Buch wird in die Zeit des Kalten Kriegs führen. Das wird aber noch etwas dauern, ich bin noch ganz am Anfang ....

    Da bin ich dann schon mehr als gespannt darauf und es wäre eine Freude, wenn es dazu wieder eine Leserunde geben würde! :applause:

    Bis Ende des 3. Abschnitts

    Die Ereignisse in den Kapitel 60-82 überschlagen sich ja regelrecht und lassen einem kaum Zeit zum Luft holen, denn eine Überraschung jagt die nächste. Zunächst stellt sich heraus, dass es sich bei Veras Beschützer um Eric Löwy, also um Linas Bruder handelt, der eigentlich in Amerika wohnt. Warum hat ausgerechnet er so ein Interesse daran, dass Vera ihre Recherchern fortsetzt? Der Verdacht, sein Auftauchen kann nichts Gutes bedeuten, wird sich schon wenig später erhärten. Spannend fand ich die Aufklärung über die organisierten Fluchtaktionen für Kriegsverbrecher, auch wenn gleichzeitig die Wut darüber in einem hochkocht.


    Die Kapitel über das plötzliche Auftauchen von Maries Vater haben mich emotional richtig mitgenommen und ich konnte so gut mit Marie fühlen, besonders als ihr klar wird, dass ihr Vater die Taten keinesweg bereut, sondern aus Überzeugung gehandelt hat. :wuetend: Der Kerl sollte froh sein, dass sich keine spitzen Gegenstände in Maries Reichweite befanden... Leider erfährt Karl Hüttner von dem Zwischenfall im Hause Weißenburg. Marie stellt mit ihrem Wissen eine immer größer werdene Gefahr dar und für Menschen wie Hüttner gibt es da nur noch einen Ausweg - Marie muss sterben. Hier hat sich mein Verdacht also tatsächlich bestätigt und ich war so schockiert darüber und noch fassungsloser machte mich die Tatsache, dass Lina zu ihrer Mörderin gemacht wird. Es ist zumindest ein kleiner Trost, dass Marie noch ein paar glückliche Stunden mit Jonathan verbringen konnte, der ihr in Berlin sogar einen Heiratsantrag machte :love:

    Die Hoffnung und die gelöste Stimmung unter den Menschen dort in Berlin über die neue Regierung kam wirklich sehr gut rüber.


    Nach Maries Tod macht Erics Auftauchen endlich einen Sinn und auch, warum er Vera anfangs die Unterlagen wieder zurückbrachte.


    Wilma hatte ich als mögliche Verräterin überhaupt nicht auf dem Schirm, aber wie heißt es so schön: "Stille Wasser sind tief". Leider ahnt die gute Frau absolut nicht, in welche Gefahr sie Vera bringt und allein was die Journalistin bis jetzt alleine und mit Erics Hilfe herausgefunden hat, lässt nur die Spitze des Eisberges erahnen. Ich bin so gespannt, was die beiden noch ans Licht befördern werden...

    Ganz schnell schiebe ich noch mein Buch für den April nach, nämlich "Die geliehene Schuld" von Claire Winter - sehr empfehlenswert!


    April-Liste nach Rincewind666

    Kapitel 54-59

    Da die meisten ja schon weiter sind, habe ich jetzt kaum Beiträge gelesen um mich nicht zu spoilern, daher werde ich mich auch erst dann wieder melden, wenn ich den dritten Abschnitt beendet habe, aber zu folgenden Zitaten möchte ich gern meine Anmerkungen hinterlassen.


    Ich möchte aber feststellen, dass Marie mir immer besser gefällt. Sie kündigt ihrer Mutter an, sich ein Zimmer in Bonn nehmen zu wollen und lässt sich nicht mehr einschüchtern ("Ich bin volljährig. Das ist jetzt meine Entscheidung." :thumleft: )

    Sie ist auch nicht länger bereit, sich Märchen über die angeblich erkrankte Tante auftischen zu lassen und erkundet während der Abwesenheit der Mutter deren Zimmer.

    Sehr schön, wie sie ihrer Mutter die Stirn bietet! Was sie im Zimmer ihrer Mutter entdeckt, lässt das Schweigen und die Lügen ihrer Familie wieder in einem ganz neuen Licht erscheinen. Was Marie hier so langsam aufdeckt, wird weitaus größere Kreisen ziehen, als sie sich vorzustellen mag und mein Verdacht, der sich bereits vor einigen Kapiteln aufgetan hat bezüglich Marie und ihr Leben, gewinnt etwas mehr an Wahrscheinlichkeit. (Wobei ich ja noch die große Hoffnung habe, dass ich damit komplett daneben liege...)


    Onkel Karl taucht doch ständig in Köln auf. Warum sollte Margot nach München fahren, um ihn zu treffen?

    Woher sollen wir denn wissen, ob sie tatsächlich immer nach München gefahren ist und nicht einfach nur ans andere Ende der Stadt um sich mit jemandem zu treffen?


    Wie wäre es aber, wenn der Vater 1944 gar nicht gefallen ist, sondern seinen Tod nur vorgetäuscht hat?

    Tja, diese Frage wird am Ende des 59. Kapitels beantwortet und das war DER Schockmoment, obwohl ich ja auch schon so einen leisen Verdacht hatte.


    Wenn ich abends im Bett nicht immer schon so müde wäre, dass ich leider immer nur ein paar Kapitel schaffe, würde ich das Buch am liebsten in einem Rutsch durchlesen. So eine immense Spannung hatte ich bislang meistens nur in Thrillern, aber diese Geschichte kann sich locker damit messen. Ich kann es nur wiederholen: Claire Winter Dein Schreibstil und der extrem gut durchdachte Aufbau dieses Romans sind einfach der Wahnsinn!

    Das anstehende, verlängerte Wochenende werde ich definitv nutzen um mich ganz hemmunglos ins Lesevergnügen zu stürzen :D

    Marie und Jonathan sind sich endlich näher gekommen :love: , aber mit dem Wissen vom Anfang kann man sich gar nicht drüber freuen :cry: . Schade, dass ihr Glück von so kurzer Dauer ist, die beiden hätten es echt verdient. Und ich dachte mir, die arme Marie, wenn sie von Vera von Jonathans Tod erfährt.

    Jaaaa, diese Szene fand ich total schön :love:

    Ich will mir gar nicht vorstellen, wie es sein wird, wenn Marie von Jonathans Tod erfährt... Seit dieser Szene geht mir aber ein weiterer Gedanke einfach nicht mehr aus dem Kopf, nämlich dass Marie vielleicht gar nicht mehr vom Tod ihres Geliebten erfahren kann... :-k :cry:

    Ein schrecklicher Gedanke, ich weiß, aber Hüttner und seine Leute schrecken ja wirklich vor nichts zurück und gehen sprichwörtlich über Leichen...

    Kapitel 43-53

    Leo kommt wieder ins Spiel und entpuppt sich neben Jonathans Informant als ehemaliger SS-Offizier, der jedoch schon nach kurzer Zeit die Ideologie der Nazis in Frage stellte. Als er nach England emigrieren wollte, verlangten die Briten einen Beweis für seine Glaubwürdigkeit. Leo führte die Aufgabe so gut aus, dass er schließlich für die Briten doch in Deutschland blieb um auf seine Weise das Regime zu bekämpfen. Leider wird nicht bekannt, welche Aufgabe Leo für seinen Beweis ausführte und wie er gegen das Regime vorging. Hoffentlich wird das im weiteren Verlauf noch geklärt, weil es mich brennend interessiert. Sein besorgtes Verhalten Vera gegenüber ist nun besser verständlich, da Leo natürlich genau weiß, auf was sie sich da einlässt. Komisch finde ich aber, dass er ihr nicht einfach die Wahrheit erzählt...

    Jedenfalls erfuhr Jonathan von ihm, welche Posten Maries Vater innehatte und dass es noch Überlebende aus Weißenburgs Kreis gibt, die nicht erfreut sein werden, wenn über sie Nachforschungen angestellt werden.


    Marie gerät immer mehr in "Onkel" Karls Visier und kann sich gerade noch dank Sonjas Hilfe aus einer brenzligen Situation retten. Selbst Sonja hat er schon nach Maries Aktivitäten ausgefragt. Glücklicherweise ist auch der Freundin der Mann suspekt und ich hoffe für Marie sehr, dass Sonja auch die Freundin ist und bleibt, die sie zu sein scheint.

    Interessant fand ich auch die Szene, in der Marie ihre Mutter fragt, was sie davon halten würde, wenn sie mit einer Jüdin befreundet wäre. Die Reaktion der Mutter spricht Bände. Die größere Überraschung folgt in einem Gespräch mit ihrem Bruder Helmut, der ihr berichtet, dass Fritz sie an Karl verraten hat und er warnt seine Schwester noch einmal eindringlich, die Vergangenheit ruhen zu lassen.

    Es ist unbestreitbar, dass die Brüder und auch die Mutter genau wissen, was der Vater damals getrieben hat und es ist sogar verständlich, dass sie Marie davor schützen wollen, zumal ja bekannt ist, dass noch Bekannte und Freunde des Vaters leben, sodass die Familie wahrscheinlich noch immer unter deren Macht steht.


    Dies wird in den darauffolgenden Kapiteln klar und deutlich, als Jonathan Marie berichtet, was er über ihren Vater herausgefunden hat. Obwohl sie bereits mit dem Schlimmsten gerechnet hat, trifft es sie bis ins Mark. Der Hammer kommt allerdings am Ende des Abschnitts, als der Leser den Nachnamen von Onkel Karl erfährt, welcher "Hüttner" lautet. :shock::shock::shock:


    Vera spricht in Sterzing mit verschiedenen Informanten von Jonathan über die Flüchtlingsströme, insbesondere über die geflohenen Nazis und Kriegsverbrecher, die hier in Italien auf den sogenannten "Klosterrouten" sogar die Unterstützung der Kirche erhielten. So gehörten auch Hüttner und zwei weitere aus dessen Kreis zu denjenigen, die versuchten in Südtirol unterzutauchen. Obwohl die drei von der Polizei geschnappt wurden, ist zumindest Hüttner ja auf freiem Fuß und ich bin gespannt zu erfahren, wie er seinen Kopf aus der Schlinge ziehen konnte.

    Vera wird immer mehr bewusst, in welcher Gefahr sie schwebt, als sie mehrere Verfolger ausmacht und schließlich sogar von einem angegriffen wird, mit dem sie nie gerechtnet hätte, nämlich von dem Mann, der bereits zweimal in ihre Wohnung in Berlin eindrang. Gehört er nun zu den Bösen oder den Guten? Und was führt er nur im Schilde?


    Nach all den Enthüllungen hätte der zweite Abschnitt nicht spannender enden können!

    Kapitel 35 bis 42

    Es hat mir ausgesprochen gut gefallen, wie sich die Freundschaft zwischen Marie und Lina entwickelt. Dass beide so offen über ihre Geschichte sprechen und nichts voreinander verheimlichen, bietet jedenfalls ein gutes Fundament dafür und vielleicht gibt es ja für Lina irgendwann die Gelegenheit sich für Maries Hilfe zu revanchieren, wenn man bedenkt, wie sich die Situation in ihrer Familie entwickelt.

    Lina selbst hat einen sehr bewunderswerten Charakter, was sie mir auf Anhieb sympathisch machte. Es ist wirklich bewundernwert mit welcher Stärke und Entschlossenheit und wie vorurteilsfrei sie an solchen Verhandlungen über Kriegsverbrecher teilnimmt. Ihr ist bewusst, dass sich an der Vergangenheit, dem schrecklichen Tod ihrer Eltern, schließlich nichts mehr ändern lässt. Sie versucht schlicht und einfach Verständnis dafür aufzubringen um ihren eigenen Frieden damit schließen zu können, was ich ihr von ganzem Herzen wünschen würde.

    Erst jetzt Schreiben bemerke ich, wie sehr ich Lina in dieser kurzen Zeit schon ins Herz geschlossen habe...


    Das Treffen zwischen Jonathan und Marie fand ich trotz des ernsten Hintergrundes irgendwie sehr romantisch. Man konnte das Knistern zwischen den beiden regelrecht spüren und ich finde es wirklich sehr schade, dass die beiden keine gemeinsame Zukunft haben.


    Besonders hängen geblieben ist mir auch Veras Wanderung über eine der Flüchtlingsrouten über die Alpen nach Südtirol, die sie sogar unter echten Bedingungen mit echten Flüchtlingen aus Polen erlebt. Der Schock folgt am Ende als der Bergführer berichtet, dass jemand viel Geld dafür bezahlt um möglichst viele Informationen über Veras Recherchearbeiten herauszufinden. Daher ist es selbst für sie keine große Überraschung mehr, als nach ihrer Ankunft in Sterzing das Zimmer in ihrer Pension durchsucht wird. Da das Zimmer bereits im Vornherein und höchstwahrscheinlich über ihre Redaktion gebucht wurde, war es für die Gegner kein großer Aufwand dies herauszufinden, vor allem wenn man ja einen Informanten an der Quelle sitzen hat...


    Es bleibt auf jeden Fall sehr spannend! Früher oder später werden sicher Maries Brüder herausfinden, wo sie sich wirklich aufgehalten hat und dann möchte ich nicht in ihrer Haut stecken. Und auch bei Vera bleibt es nur eine Frage der Zeit, bis sie in eine wirklich lebensgefährliche Situation gerät.

    Bis Kapitel 35

    Man merkt, dass Marie erwachsen wird und sich mehr und mehr von ihrer Familie löst.

    Sie reist heimlich nach Nürnberg und lügt ihre Familie zum ersten Mal an.

    Dass sich Marie so schnell vom braven, folgsamen Töchterlein in eine reife, erwachsene Frau verwandelt, hätte ich nicht gedacht, finde ich aber toll! Obwohl man weiß, dass ihre Familie etwas verbirgt, verlangt es viel Mut ab, sich gegen sie zu stellen um selbst heimlich Nachforschungen anzustellen in dem Bewusstsein, dass sehr unbequeme Wahrheiten über ihren Vater ans Licht kommen können.


    Kapitel 30 klingt ja was Vera angeht nicht gerade beruhigend. Hüttner trifft sich mit einem Amerikaner und es wird schnell klar, dass Jonathans Tod wirklich kein Unfall war und dass die beiden, oder wer auch noch mit drinsteckt, auch nicht vor weiteren "Unfällen" zurückschrecken. Vermutlich ist Vera in großer Gefahr.

    Warum jetzt wohl auch noch ein Amerikaner mit drinsteckt???? Vermutlich wollte auch er sich an irgendetwas bereichern, dass während der NS-Zeit erbeutet wurde!?

    Die Beschreibung des Amerikaners hat mich stark an den Mann erinnert, der in Veras Wohnung eingebrochen ist und Jonathans Unterlagen gestohlen und dann wieder zurückgebracht hat. Noch kann ich mir keinen Reim darauf machen, was dieser Kerl mit Hüttner zu schaffen hat, aber aufgrund der wirklich sehr ähnlichen Beschreibung, denk ich nicht, dass es sich dabei um einen Zufall handelt...


    und sie haben einen Kontaktmann in Veras Redaktion ( der Minus-Kavalier oder sogar der Chef?).

    Dass es sich bei dem Kontaktmann um Veras Verehrer handeln könnte, finde ich fast schon zu offensichtlich. An den Chef habe ich auch schon gedacht. Er könnte ja Vera die Reise genehmigt haben um keinen Verdacht auf sich zu lenken und um die "Drecksarbeit" anderen zu überlassen. Vielleicht weiß er aber auch gar nichts von Hüttners Plänen, sondern wird von ihm erpresst. Hier kann man wirklich zahllose Spekulationen anstellen, doch in einem Punkt bin ich mir sicher: Bestimmt wird es da noch eine überraschende Wendung geben.


    Kapitel 32


    Hier ist sehr interessant zu erfahren, dass es für Nationalsozialisten und Kriegsverbrecher eine extra Preiskategorie gab, um sie über die Grenze zu bringen. Das müssen ja echt viele gewesen sein. Dieser Hüttner war sicher einer davon. Aber es wäre wohl viel zu riskant diesen Bergführer nach Namen zu fragen.

    Dieses Kapitel fand ich allgemein sehr interessant zu lesen! Besonders die Erzählung über die Familie, die selbst schon zu den Ärmsten der Armen gehörte und sich dann aber noch dem kleinen Mädchen annahm, hat mich betroffen gemacht. Gleichzeitig ist es schön zu lesen, dass es trotz dem ganzen Elend noch so viel Menschlichkeit gab.


    Erschreckend wie viel man über andere Menschen so in Erfahrung bringen kann.

    Und das schon zu damaliger Zeit ohne Internet und soziale Medien... Und heutzutage gibt es bei jedem Datenskandal den großen Aufschrei, obwohl doch jeder einzelne selbst Schuld daran ist :roll:


    Nur Veras Krankenakte ist nicht mehr da. Warum sie wohl damals im Krankenhaus war?

    Entweder wegen der erwähnten Vergewaltigung, obwohl ich mir gerade unsicher bin, ob das zeitlich nicht erst später stattfand, oder (wieder eine meiner Spekulationen) sie war schwanger und erlitt eine Fehlgeburt.


    Ja, es gab viele Geistliche und auch kirchliche Organisationen die die Flucht von NS-Tätern und Kriegsverbrechern unterstützen, ganz besonders in Südtirol/Italien. Es gab damals wirklich den gängigen Begriff der "Klostertour der Kriegsverbrecher".

    Ich will hier nicht zu viel verraten, aber ich war bei meinen Recherchen wirklich oft fassungslos, als ich mich damit beschäftigt habe.

    Wow, diese Aussage schockiert mich jetzt wirklich, vor allem dass Kriegsverbrecher in anderen Ländern eine solche Unterstützung erhielten. Südtirol war und ist ja allgemein eine Ausnahme was Wirtschaft und Politik betrifft. Dieser geschichtliche Aspekt hat mich jetzt jedenfalls sehr neugierig gemacht und werde daher mal meine Schwester, die Geschichte studiert und im letzten Jahr ein paar Monate in Südtirol gelebt hat, nach weiteren Infromationen ausquetschen.

    Bis Kapitel 26

    Endlich bin ich auch bis zum Ende des ersten Teils gekommen. Die Erzählweise mit den Zeitsprüngen ist wirklich abwechslungsreich und gefällt mir sehr. Durch Marie erhält man äußerst interessante Einblicke in die Vergangenheit, obwohl sie mit ihren Nachforschungen erst am Anfang steht und wir uns bestimmt noch auf einige überraschende Enthüllungen freuen dürfen. Vera blendet die Vergangenheit aufgrund ihrer Erlebnisse lieber aus, doch bald wird ihr nichts anderes übrig bleiben, als sich auch damit auseinander zu setzen. Ich bin jedenfalls scho sehr gespannt, wann und wie die beiden Frauen aufeinander treffen werden.


    Ich blicke noch nicht so ganz durch, was die Motivation der beiden bisher aufgetretenen Männer ( der Eindringling in die Wohnung und Leo) ist, bzw. welche Rolle sie spielen. Mir persönlich ist auch der Barkeeper Theo verdächtig, dessen Kneipe ja offensichtlich ein Umschlagplatz für Informationen ist.

    Mir geht es bislang mit den genannten Männern ebenso, man keinen wirklich einschätzen.


    Mein Großvater wusste als Polizeimajor über vieles Bescheid, sprach aber weder vor seiner Frau noch vor seinen Kindern darüber. Da es noch kein TV/ Internet gab und die Radiosender unter Kontrolle der Nazis standen, ist es gut möglich, dass die "einfache" Bevölkerung gar nicht alles mitbekommen hat, was in Deutschland ablief.

    Ich kann mir dieses Verhalten nur so erklären, dass Männer wie dein Großvater durch ihr Schweigen ganz schlicht und einfach ihre Familien schützen wollten, sodass sie später nicht wegen eventueller Mitwisserschaft auch noch bestraft werden.


    Nicht: Falls. Sie hat. Der Dienst beim BDM bestand aus drei großen Bereichen: Sportliche Ertüchtigung, sozialer Einsatz und weltanschauliche Schulung. Am Samstag Nachmittag ging es auf den Sportplatz, der Mittwoch Nachmittag war der Schulungsarbeit vorbehalten. Und da machte man keine dubiosen Andeutungen, da wurde Klartext geredet, denn das war von der Leitung so gefordert.

    Danke für diesen interessanten Einblick! Am Land waren solche Gruppen wohl eher weniger vertreten, zumindest hat davon aus meinem Verwandtenkreis nie jemand etwas erzählt, da wurde eher jede helfende Hand am Hof gebraucht um das Überleben der Familie zu sichern.


    Das wusste meine Großmutter auch, aber von den Vorgängen in den KZs wusste sie nichts - zumindest hat sie mir das so erzählt.

    Nach außen hin wurden die KZs ja als Arbeitslager suggeriert und dass die Menschen nach getaner Arbeit wieder in ihr altes Leben zurückkehren würden. Das, was tatsächlich innerhalb dieser Einrichtungen geschah, wurde eher erst zum Schluss hin oder danach bekannt. Vielleicht konnte und wollte man sich auch einfach nicht vorstellen, zu welche grauenvollen Taten Menschen an ihren eigenen Mitmenschen fähig sind.


    Ich muss sagen, dass mir Veras Kollege, der immer wieder um sie zu werben scheint, etwas suspekt vorkommt und er auch ein Informant sein könnte ...

    Der Gedanke kam mir auch schon, jedenfalls ist er ein äußerst umsympathischer Zeitgenosse...

    Mit dem Ehepaar Pistoris lernt der Leser neue Personen kennen, die recht sympathisch rüberkommen. Vera übergebt den Eheleuten Kopien von Jonathans Unterlagen zur Verwahrung. Außerdem erfährt sie dort interessantes über die Rot-Kreuz-Organisationen.

    Eine Anmerkung zu den Pistoris - ich fand diese vielen, vielen Vermissten und die verzweifelten Suche ihrer Angehörigen nach dem Krieg immer sehr berührend.

    Der Abschnitt über die Arbeit solcher Detekteien hat mich wirklich berührt. Schön, dass es Menschen wie die Pistoris gab, die das Geschäft nicht nur aus reiner Profitgier betrieben, sondern sich wirklich für die Schicksale solcher Menschen interessierten und die Familienangehörigen unterstützten.


    Marie hat sich verliebt, auf jeden Fall, ist sie sehr an Jonathan interessiert. Eine schöne Entwicklung.

    Finde ich ehrlich gesagt auch. Als sich Vera daran erinnert, dass Jonathan ihr Marie ja eigentlich einmal vorstellen wollte, meinte ich, einen kleinen Stich Eifersucht zu spüren...

    und was den Vater angeht - ich hätte ihn an Deiner Stelle nicht sterben lassen. Entschuldige, wenn ich besserwisserisch rüberkomme :ergeben: !

    Ich hätte ihn untertauchen lassen. Das wäre dramaturgisch zwar komplizierter, aber auch spannender. Und würde zum Titel "Schuld" vielleiht auch passen. Obwohl - wenn ich es bedenke - die Möglichkeit ist ja noch da...?

    Ein sehr interessanter und spannender Gedanke! :thumleft: